06.10.2026 | Institut für Sportdidaktik und Schulsport
Beim 4. Kölner Tag des Schulsports am 16.09.2026 wurde an der Deutschen Sporthochschule Köln nicht nur bewegt, ausprobiert und geschwitzt, sondern auch gemeinsam nachgedacht, diskutiert und reflektiert. Rund 320 Teilnehmer*innen folgten der Einladung des Zentrums für Sportlehrer*innenbildung (ZfSb) und der Bezirksregierung Köln, um sich unter dem Motto „Erziehender Sportunterricht – mehr als ein Ideal!“ mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Sportunterricht pädagogisch wertvoll und zugleich alltagstauglich gestaltet werden kann. Gemäß dem Erziehungs- und Bildungsauftrag bedeutet Schulsport weit mehr als die Vermittlung sportlicher Fertigkeiten. Er bietet Schüler*innen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam zu handeln, unterschiedliche Sinnperspektiven auf Bewegung, Spiel und Sport kennenzulernen und darauf aufbauend eigene Entscheidungen zu treffen.
Dass dieser Anspruch in der Wissenschaft unterschiedlich gedeutet wird und auch im Sportunterricht ein vielfältiges Orientierungswissen, griff Dr. Daniel Schiller von der Bergischen Universität Wuppertal in seinem Hauptvortrag auf. Er nahm den Erziehenden Sportunterricht als gegenwärtige Leitidee des Schulsports in den Blick und ging der Frage nach, in welcher Weise sich diese Leitidee im konkreten Handeln von Sportlehrkräften bemerkbar macht. Wie ein erziehender Sportunterricht konkret aussehen und wie sich sein pädagogischer Anspruch in Bewegung, Spiel und Sport übersetzen lässt, konnten die Teilnehmer*innen im Anschluss in insgesamt 27 Workshops erfahren. Diese wurden sowohl schulformübergreifend als auch schulformspezifisch von Dozierenden der Deutschen Sporthochschule Köln, den Berater*innen im Schulsport der Bezirksregierung Köln sowie externen Referent*innen gestaltet.
Dabei standen Best-Practice-Beispiele ebenso auf dem Programm wie gemeinsame didaktische Experimente und konkrete fachdidaktische Impulse für den eigenen Unterricht. Rund 40 Referent*innen brachten dafür ihre Expertise, Erfahrungen und Ideen ein. Es wurde ausprobiert, bewegt, diskutiert und reflektiert. So entstand eine gelungene Verbindung von wissenschaftlichen Impulsen und konkreter Unterrichtspraxis. Gleichzeitig bot der Kölner Tag des Schulsports viel Raum für Austausch und Vernetzung über Schulformen und Institutionen hinweg und zeigte, wie Erziehender Sportunterricht gemeinsam weitergedacht und praktisch gestaltet werden kann.
Dass ein solcher Fortbildungstag nicht nur den Kopf und den Körper fordert, zeigte spätestens die Mittagspause: Rund 350 Essen gingen an diesem Tag durch die Mensa. Zwischen Mittagessen und Kaffee wurden Gespräche aus den Workshops fortgeführt, neue Kontakte geknüpft und erste Ideen für den eigenen Unterricht weitergedacht.
Am Ende des Tages stand damit vor allem eine Erkenntnis, die bereits im diesjährigen Motto angelegt war: Erziehender Sportunterricht kann mehr als ein Ideal sein. Mit vielen neuen Ideen, praktischen Anregungen und neuen Perspektive sind die Teilnehmer*innen inzwischen wieder zurück in ihrem Schul- und Ausbildungsalltag und können dort weiter daran arbeiten, einen Sportunterricht zu gestalten, der nicht nur bewegt, sondern auch bildet.