05.10.2026 | Forschung
Seit April leitet Prof. Marco Giurgiu die Stiftungsprofessur für Bewegungsbezogene Präventionsforschung am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsbezogene Prävention und Rehabilitation. Inzwischen ist auch die Arbeitsgruppe gewachsen und hat erste neue Forschungs- und Kooperationsvorhaben auf den Weg gebracht.
Mit Claas Lendt, Marie Vinent und Luisa Waerdt verstärken drei neue Mitarbeitende die Arbeitsgruppe. Marie Vinent und Luisa Waerdt promovieren unter der Betreuung von Prof. Giurgiu. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf digitalen Präventionsinterventionen und Verhaltensänderung. Claas Lendt hat seine Dissertation zum Einsatz von maschinellem Lernen bei Wearables mit Beschleunigungssensoren bereits eingereicht. Er bringt umfangreiche Expertise in der Entwicklung von Algorithmen und der Verarbeitung großer Datensätze aus Beschleunigungssensoren mit.
Im Juli ist zudem das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Folgeprojekt „Bewegungspausen im Alltag: Untersuchung von Effekten zwischen und innerhalb von Personen zur Optimierung von just-in-time-adaptiven Interventionen“ gestartet. Über eine Laufzeit von drei Jahren untersucht das Projekt, wie Bewegungspausen gestaltet sein müssen, damit sie sich gut in den Alltag integrieren lassen und langes Sitzen über den Tag hinweg wirksam reduzieren. Dafür kommen in zwei experimentellen Alltagsstudien Wearables und digitale Echtzeit-Interventionen zum Einsatz, die Daten direkt im Alltag der Teilnehmenden erfassen. Die Datenerhebung beginnt im Januar 2027. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für künftige just-in-time-adaptive Interventionen (JITAIs) schaffen. Diese digitalen Interventionen erkennen passende Zeitpunkte im Alltag und geben dann gezielt einen Impuls, beispielsweise für eine Bewegungspause.
Auch die Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) der AOK Rheinland/Hamburg, das die Stiftungsprofessur trägt, ist gestartet. Im September kamen beide Seiten zu einem Kick-off-Treffen zusammen, um gemeinsame Themen und konkrete Vorhaben in den Bereichen betriebliches Gesundheitsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung abzustimmen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der digitalen bewegungsbezogenen Präventionsforschung direkt in die betriebliche Praxis zu übertragen und Angebote zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz evidenzbasiert weiterzuentwickeln.