05.11.2026 | Sport & Gesundheit
Der Klimawandel stellt auch das Gesundheitswesen vor wachsende Herausforderungen. Steigende Temperaturen, längere Hitzeperioden, veränderte Umweltbedingungen und neue Gesundheitsrisiken erfordern innovative Forschungs- und Präventionsansätze. Das neue Whitepaper „Klimawandel und Gesundheit – Forschung und Translation in NRW“ des Clusters Medizin.NRW gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in die praktische Anwendung überführt werden können. Mit Dr. Chiara Tuma und Dr. Hans Braun sind auch zwei Wissenschaftler*innen der Deutschen Sporthochschule Köln an der Publikation beteiligt.
Im Mittelpunkt ihres Beitrags steht das Potenzial von Mikrosampling für das klimabezogene Gesundheitsmonitoring. Die Forschenden zeigen, wie sich mithilfe dieser minimal-invasiven Technologie wichtige biologische Marker erfassen lassen, um gesundheitliche Reaktionen auf Umwelt- und Klimaveränderungen besser zu verstehen. Ein besonderer Fokus liegt auf Vitamin D: Da dessen Bildung eng mit Sonneneinstrahlung und dem Aufenthalt im Freien zusammenhängt, kann der Vitamin-D-Status Hinweise auf klimabedingte Veränderungen des Lebensstils und deren gesundheitliche Auswirkungen liefern.
Zum Einsatz kommt unter anderem die sogenannte VAMS-Technologie (Volumetric Absorptive Microsampling). Sie ermöglicht die Entnahme kleiner Kapillarblutproben, die ohne Kühlkette transportiert und gelagert werden können. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten für dezentrale und längerfristige Monitoring-Studien – beispielsweise während Hitzeperioden oder bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Neben Vitamin D können mit dem Verfahren auch weitere Biomarker erfasst werden, die etwa Aufschluss über Stressreaktionen und den Flüssigkeitshaushalt geben.
Das Whitepaper beleuchtet insgesamt vier Themenfelder: Prävention und Gesundheitsförderung, klimaresiliente Lebens- und Arbeitswelten, Infektionskrankheiten sowie nicht-übertragbare Erkrankungen und Katastrophen. Anhand ausgewählter Forschungs- und Praxisbeispiele aus Nordrhein-Westfalen wird deutlich, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit dazu beitragen kann, klimabedingte Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, vulnerable Gruppen besser zu schützen und Versorgungssysteme widerstandsfähiger zu gestalten.
Das Whitepaper zum Download:
„Klimawandel und Gesundheit – Forschung und Translation in NRW“