19.01.2026 | Genderforschung
Anfang 2026 fiel der Startschuss für das vom BISp geförderte Projekt Gender Diversity im organisierten Sport in Deutschland: Eine mehrperspektivische Untersuchung von geschlechtlicher Vielfalt und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für den Sport (GenderDivers). Unter der Leitung von Bettina Rulofs und Birgit Braumüller aus der Abteilung Diversitätsforschung setzt sich das 3-jährige Projekt in Zusammenarbeit mit der Abt. Molekulare und zelluläre Sportmedizin mit der Frage auseinander, wie der Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt im organisierten Wettkampf- und Leistungssport in Deutschland vor dem Hintergrund des Anspruchs an Inklusion, Fairness und Chancengleichheit geregelt werden kann.
Der Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt wird im organisierten Wettkampf- und Leistungssport zunehmend virulent und die gesellschaftliche Debatte legt nahe, dass besonders im sogenannten „Frauensport“ die Chancengleichheit in Gefahr sei. Die binäre Geschlechterlogik des Sports führt zu besonderen Herausforderungen im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt, z.B. zu erschwerten Zugangsbedingungen für trans*, inter* und nicht binäre (tin*) Personen, und zugleich bietet sie einen besonderen Nährboden für kontroverse Gender-Debatten. Nicht zuletzt aufgrund politischer Entwicklungen ist der Sport aktuell mehr denn je gefordert, sich mit geschlechtlicher Vielfalt auseinander zu setzen und den Sport im Sinne des Paradigmas ‚Sport für alle‘ zu öffnen und gerechte Teilhabe für Alle zu ermöglichen.
Das Projekt folgt einem mehrperspektivischen Forschungsansatz und folgendem Aufbau: Zunächst erfolgen zwei systematische Überblicksarbeiten, (1) zum sportmedizinischen Erkenntnisstand zum Leistungs- und Gesundheitszustand von tin* Personen (Teilprojektleitung Wilhelm Bloch, Abt. Molekulare und zelluläre Sportmedizin) und (2) zu aktuellen Regularien für die Partizipation von tin* Personen in nationalen und internationalen Verbänden. Anschließend werden in drei Teilprojekten die Perspektiven, Einstellungen und Erfahrungen verschiedener Akteursgruppen systematisch erhoben und analysiert: (1) tin* Athlet*innen und Expert*innen der queeren Community (qualitative Interviews), (2) Kaderathlet*innen in Deutschland (quantitativer online Survey) und (3) Funktionär*innen aus Sportverbänden und Profiligen (Fokusgruppendiskussionen). Im fünften Teilprojekt werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt, um in einem partizipativen Prozess einen praxisorientierten Handlungsleitfaden zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt im Wettkampf- und Leistungssport zu erarbeiten, der dann in umfangreichen Transferaktivitäten in der Sportpraxis verbreitet werden soll.
Das Projekt basiert auf der Zusammenarbeit von folgenden Stakeholdern aus Sportverbänden, der queeren Community und der Wissenschaft.
Ansprechpersonen an der DSHS: