25.03.2024 | Weiterbildung Blog
Die Athletik von Sportler*innen ist die Grundlage für deren sportartspezifische Fähigkeiten. Kein Wunder also, dass gezieltes Athletiktraining sowohl im Breitensport als auch im Spitzensport immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dabei besteht eine große Nachfrage an kompetenten und gut ausgebildeten Trainer*innen. Doch wie wird man eigentlich Athletiktrainer*in? Wie sieht der typische Arbeitsalltag aus und mit welchem Verdienst kann man rechnen?
Für alle, die im Athletiktraining arbeiten wollen, haben wir hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst.
Das Aufgabenfeld von Athletiktrainerinnen und Athletiktrainern ist vielfältig. Das oberste Ziel ist die Optimierung der Leistungsfähigkeit in den Bereichen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Flexibilität und Koordination. Auswahl, Umfang und Intensität der Übungen müssen dabei an die körperlichen Voraussetzungen der Sportlerinnen und Sportler angepasst werden. Auch die speziellen sportlichen Anforderungen, die sich zwischen verschiedenen Sportarten unterscheiden sowie die sportliche Zielsetzung muss in der Trainingsplanung berücksichtigt werden.
Um die bestmögliche Leistung erzielen zu können, muss eine Athletiktrainerin oder ein Athletiktrainer Intensität der Trainingsreize so wählen, dass der Körper der Sportlerin oder des Sportlers weder unter- noch überfordert ist. Ein Übertraining bringt neben einer Einbuße der Leistungsfähigkeit zusätzlich auch ein stark erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich. Deshalb umfasst ein gutes Athletiktraining Übungen zur Verletzungsvorbeugung und ein gezieltes Regenerationsmanagement. Da sich Verletzungen im Sport trotz Präventionsmaßnahmen nicht immer vermeiden lassen, ist es für Athletiktrainerinnen und Athletiktrainer ebenso wichtig, Rehabilitationstrainings durchführen zu können.
Das Berufsfeld eines Athletik Coaches besteht jedoch nicht nur aus der Planung und Durchführung der Trainingseinheiten, sondern erfordert auch psychologisches Know-how. Trainerinnen und Trainer stehen im persönlichen Austausch mit ihren Schützlingen und nehmen dabei besonders in schwierigen Situationen eine Funktion als Vertrauensperson ein. Um die Athletinnen und Athleten bestmöglich beraten zu können, ist zudem ein enger Austausch mit dem restlichen Trainerstab sowie den Ärztinnen und Ärzten und medizinischen Verantwortlichen notwendig. Gerade nach Verletzungen kann gemeinsam abgewägt werden, in welchem Ausmaß der Wiedereinstieg ins Training erfolgt und ob es noch zu riskant ist, am nächsten Wettkampf teilzunehmen.
Wer einen Job als Athletiktrainerin oder Athletiktrainer anstrebt, kann sich auf einen vielseitigen und spannenden Arbeitsalltag freuen. Trainerinnen und Trainer arbeiten eng mit Menschen zusammen und müssen auch in Teams gut agieren können. Dabei darf keine Scheu vor emotionalen, herausfordernden Situationen bestehen. Nebenbei sollte man sich auf ungeregelte Arbeitszeiten einstellen.
Auf fachlicher Ebene sind insbesondere Vorkenntnisse im Bereich der Sportwissenschaft, Medizin und Trainingslehre sinnvoll. Eine Weiterbildung mit spezieller Ausrichtung auf das Athletiktraining bietet sich daher besonders für ausgebildete Personen im Bereich der Sportwissenschaft oder Physiotherapie sowie für erfahrene Trainerinnen und Trainer an.
Den normalen Arbeitstag eines Athletiktrainers bzw. -trainerin zu beschreiben, ist nicht ganz leicht. Grundsätzlich hängen die Aufgaben davon ab, ob man im Spitzensport, Nachwuchsleistungssport, Präventionssport, Rehasport oder Breitensport tätig ist und ob man Individual- oder Mannschaftssportler betreut. Zudem unterscheidet sich der Tagesablauf zwischen normalen Trainingstagen und Wettkampftagen.
Um einen groben Überblick zu schaffen, haben wir hier beispielhaft die Kernaufgaben im Arbeitsalltag von Athletiktrainerinnen und Athletiktrainern im Spitzensport genauer erklärt:
Kernpunkt des Sports ist es, festgelegte Ziele zu erreichen. In Absprache mit dem Trainerstab und den Sportlerinnen und Sportlern hat ein Athletiktrainer oder eine Athletiktrainerin die Aufgabe, die körperlichen Voraussetzungen zur Erreichung dieser Ziele zu schaffen. An oberster Stelle steht dabei die Trainingsplanung und –steuerung auf Makro-, Meso- und Mikroebene. Das bedeutet, dass Trainerinnen und Trainer festlegen, wann welche Fähigkeiten wie trainiert werden müssen, um pünktlich zum Saisonhöhepunkt die maximale Leistung abrufen bzw. nach einer Verletzung wieder fit werden zu können. Im Zusammenhang mit diesen langfristigen Überlegungen gilt es dann, die einzelnen Trainingseinheiten im Detail zu planen. Dabei muss beispielsweise festgelegt werden, wie lange eine Trainingseinheit dauert und welche Übungen in wie vielen Sätzen mit welcher Wiederholungszahl durchgeführt werden. Neben der Planung zählt auch die Durchführung und Dokumentation der Trainingseinheit zu den Aufgaben eines Athletiktrainers oder einer Athletiktrainerin.
Zur Überprüfung des Trainingserfolges in den Bereichen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination führen Athletiktrainerinnen und –trainer verschiedene leistungsdiagnostische Maßnahmen durch. Testungen auf einer Kraftmessplatte oder die Durchführung einer Spiroergometrie können Beispiele hierfür sein. Anschließend müssen die diagnostischen Daten interpretiert werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse kann einerseits der Ist-Zustand gemessen werden. Mehrmalige Testungen können zusätzlich einen Aufschluss über den Trainingserfolg geben. Das Erkennen von Defiziten kann anschließend in der weiteren Trainingsplanung berücksichtigt werden.
Fingerspitzengefühl und das Schaffen einer Vertrauensbasis zu den betreuten Athletinnen und Athleten ist elementarer Bestandteil im Athletiktraining, denn die emotionale Komponente im Sport ist nicht zu unterschätzen. So können regelmäßige Ziel- und Feedbackgespräche und das enge Einbeziehen der Sportlerinnen und Sportler in die Trainingsplanung dabei helfen, deren Trainingsmotivation zu steigern. Nach Verletzungen muss ein Athletiktrainer bzw. -trainerin dazu ggf. über sensible Themen wie das Karriereende sprechen. Eben wegen dieser engen Zusammenarbeit werden Athletiktrainerinnen und -trainer häufig als Vertrauensperson betrachtet. Daher nehmen sie auch eine beratende Funktion bei sportlichen, medizinischen oder privaten Fragen ein.
Als Athletiktrainerin bzw. Athletiktrainer arbeitet man selten alleine. Der Austausch mit dem gesamten Trainer- und Betreuerstab, d.h. neben dem Cheftrainer oder der Cheftrainerin auch mit Medizinerinnen und Medizinern, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und weiteren Verantwortlichen ist daher weiterer wichtiger Bestandteil des Jobs. Themen können dabei die vorgegebenen Zielsetzungen, die leistungsdiagnostischen Ergebnisse oder der Gesundheitszustand bei Erkrankungen oder Verletzungen sein.
Athletiktrainerinnen und Athletiktrainer haben vielseitige Berufsaussichten. Typischerweise sind sie Teil eines Trainerstabs und für die Betreuung von Sportlerinnen und Sportlern im wettkampforientierten Sport zuständig. Besonders im Nachwuchsbereich werden heute immer mehr Athletiktrainerinnen und Trainer eingestellt. Potenzielle Arbeitgeber sind hier beispielsweise Sportvereine, Sportverbände und Olympiastützpunkte aus verschiedenen Sportarten. Auch eine direkte Betreuung von Profisportlerinnen und -sportlern auf selbstständiger Basis ist möglich. Athletiktraining ist jedoch nicht nur im Leistungssport gefragt. Auch Fitnessstudios und Sportclubs sind vermehrt auf der Suche nach gut ausgebildeten Athletiktrainerinnen und -trainern, welche ein auf die verschiedensten Bedürfnisse und Ziele der Kunden zugeschnittenes Training konzipieren können. In Reha- und Gesundheitszentren ist zudem eine Tätigkeit im Bereich Rehabilitation und Physiotherapie möglich. Liegt das Interesse eher im Bereich Prävention kann auch ein Job in der betrieblichen Gesundheitsförderung von Unternehmen interessant sein.
Auch die Frage nach dem Gehalt eines Athletiktrainers bzw. einer Athletiktrainerin kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt vom Standort, der genauen Tätigkeit und der Berufserfahrung ab.
Am lukrativsten ist eine Tätigkeit im Spitzensport. Besonders in Sportarten mit großer medialer Aufmerksamkeit, wie etwa dem Fußball, Handball oder Basketball, können erfahrene und gut ausgebildete Athletiktrainerinnen und Trainer monatlich mit zwischen 10.000 und 15.000 Euro rechnen. Je nach Verein sind sogar größere Summen möglich. Gerade zum Berufseinstieg mit wenig Praxiserfahrung ist jedoch eine Tätigkeit im Breitensport beziehungsweise Gesundheits- und Rehasport realistischer. Als selbstständiger Trainer bzw. selbstständige Trainerin kann mit einem Stundensatz zwischen 50 und 100 Euro gerechnet werden. Befindet man sich in einem festen Anstellungsverhältnis, ist ein Bruttoeinkommen in Höhe von 2.200 € bis 3.400 denkbar. Auch hier gilt: Bei zunehmender Größe des Unternehmens und der Berufserfahrung steigen auch die Gehaltsaussichten. Und hat man ausreichend praktische Erfahrung gesammelt, ist häufig ein Übergang in den Nachwuchsleistungs- bzw. Spitzensport möglich. Ehrgeiz und Fleiß kann sich also auszahlen.
Neben ausreichender Berufserfahrung ist eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung für Athletiktrainerinnen und Athletiktrainer unbedingt erforderlich. Da es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt und es keine zentral gesteuerte Ausbildung im Bereich Athletiktraining gibt, sind große Unterschiede in Qualität und Umfang der Ausbildungsinhalte zu finden. Viele Ausbildungsstätten vergeben Lizenzen und Diplome bereits für die Teilnahme an einem Wochenendkurs. Andere bieten die Athletiktrainer-Ausbildung als reinen Online-Kurs ohne jeglichen Praxisbezug an. Eine fundierte Fortbildung auf wissenschaftlichem Niveau wird hingegen nur von wenigen Instituten angeboten. Eine sorgfältige Wahl der Ausbildungsstätte ist daher enorm wichtig.
Da Athletiktrainerinnen und -trainer ein gutes Auge für Haltungskorrekturen sowie vielfältige Kenntnisse im Umgang mit Verletzungen und dem Rehabilitationsprozess benötigen, ist neben einer hochwertigen Ausbildung auch eine langjährige Berufserfahrung gefragt. Insbesondere die gut entlohnten Stellen als Athletiktrainerin oder Athletiktrainer im Fußball oder anderen Positionen im Spitzensport, gehen mit einer hohen Verantwortung einher. Daher werden sie in der Regel nicht an unerfahrene Trainerinnen und Trainer ohne wissenschaftlichen Hintergrund oder anerkannte Athletiktrainer Lizenz vergeben. Doch Geduld lohnt sich, denn eine hochwertige Ausbildung und das Sammeln von Berufserfahrung auch bei kleineren Vereinen liefern die Basis für eine spätere Tätigkeit im Spitzensport.
Deshalb ist es empfehlenswert, zunächst eine grundlegende Ausbildung zu absolvieren und Vorerfahrungen zu sammeln. Denkbar sind hier ein Studium im Bereich der Sportwissenschaft, eine Ausbildung bzw. Studium der Physiotherapie oder erste Trainertätigkeiten. Im Anschluss daran kann eine zusätzliche Weiterbildung absolviert werden. An der Deutschen Sporthochschule Köln wird beispielsweise das Zertifikatsstudium DSHS Athletiktrainer angeboten, welches von qualifizierten Dozentinnen und Dozenten aus verschiedenen Fachbereichen geleitet wird.
Die Deutsche Sporthochschule Köln bietet seit zehn Jahren den praxisorientierten und in der Branche anerkannten Zertifikatsstudiengang DSHS Athletiktrainer an, der sich an all diejenigen richtet, die im Bereich des Athletiktrainings tätig sind bzw. tätig werden wollen.
Die Plätze werden nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben. Anmeldeschluss für den diesjährigen Durchgang ist der 31. Juli 2026.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: www.dshs-koeln.de/athletiktrainer.