Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten Unregelmäßigkeiten in der neurologischen Entwicklung. Davon betroffen sind auch Erwachsene. Bisherige therapeutische Ansätze zielten jedoch insbesondere auf Kinder und Jugendliche ab und wirken teils nur unzureichend. Sport könnte eine vielversprechende Ergänzung sein. Doch wie genau wirkt sich Laufen auf die ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen aus? Und wie sollte man das Training gestalten, um optimale Effekte zu erzielen? In diesem Forschungsprojekt werden verschiedene Trainingsmethoden (kontinuierlich vs. Intervall) und Belastungsintensitäten (moderat vs. intensiv) beim Laufen untersucht und die psychologischen und neurophysiologischen Effekte analysiert.
Hintergrund:
Zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird auf eine Psychopharmakotherapie gesetzt, die allerdings teils nur unzureichend wirkt. Sport könnte hier eine vielversprechende Ergänzung sein. Bei betroffenen Kindern und Jugendlichen scheint insbesondere Ausdauersport eine Linderung der Symptomatik hervorzurufen, sodass u. a. exekutive Funktionen verbessert werden. Befunde bei Erwachsenen mit ADHS fehlen jedoch genauso wie neuronale Erklärungen für diese Effekte. Darüber hinaus ist unklar, inwiefern unterschiedliche Trainingsmethoden (kontinuierlich vs. Intervall) und Belastungsintensitäten (moderat vs. intensiv) die Effekte beeinflussen. Ein besseres Verständnis über die Wirkweise von Sport und den Einfluss der Belastungsmerkmale ist relevant für einen effektiven Einsatz einer Sporttherapie.
Methodik:
In Form einer randomisierten, kontrollierten Cross-over-Studie werden basierend auf einem Laktatstufentest folgende Belastungsprotokolle absolviert: (1) moderate Dauermethode für 30 Minuten sowie zwei 20-minütige, Distanz-angepasste Intervallläufe (1 min x 1 min) in (2) moderater und (3) intensiver Intensität. In einem Prä-Post-Design wird das affektive Befinden erhoben, die kognitive Leistungsfähigkeit ermittelt und die Gehirnaktivität im Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen.
Februar 2024 - Dezember 2025
Förderung
Dieses Forschungsprojekt wird gefördert durch die Hochschulinterne Forschungsförderung der Deutschen Sporthochschule Köln an Leonard Braunsmann (L-11-10011-281-152000).
Verbundpartner
Dr. Aylin Mehren (Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie)