Das MS Hippo II – Movement in Balance Projekt untersucht die Wirksamkeit der Hippotherapie auf die Symptome von Multipler Sklerose (MS). Ziel ist es, die Effekte dieser besonderen Bewegungsform auf Gleichgewicht, Bewegungskontrolle, Spastizität, Fatigue und Lebensqualität bei Patient*innen mit MS wissenschaftlich fundiert zu evaluieren.
Hippotherapie nutzt die dreidimensionalen Bewegungen des Pferderückens, die gezielt auf das zentrale und periphere Nervensystem wirken. So können Patient*innen ihre Balance, Motorik und Alltagsfähigkeiten verbessern – und das auf nicht-medikamentöser Basis.
Studienaufbau
Das Projekt ist als multizentrische, randomisiert-kontrollierte Studie (RCT) angelegt und umfasst 140 Teilnehmer*innen, aufgeteilt in:
Interventionsgruppe (Hippotherapie)
Kontrollgruppe (Treatment as usual)
Die Teilnehmer*innen durchlaufen 12-wöchige Therapieeinheiten, begleitet von physiologischen Messungen, EEG-Analysen und Fragebögen zur Lebensqualität, Fatigue und Schmerzempfinden. Ein Follow-up nach sechs Wochen prüft die Nachhaltigkeit der Effekte.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Frühere Studien zeigten bereits, dass Hippotherapie:
die Gleichgewichtsfähigkeit verbessert
die Fatigue reduziert
Spastizität verringert
die Lebensqualität steigert
Allerdings wurden diese Effekte bisher nur an kleinen Stichproben untersucht. MS Hippo II erweitert diese Forschung mit größeren Teilnehmerzahlen, standardisierten Messverfahren und wissenschaftlich validierten Instrumenten, um die Wirksamkeit und Wirkmechanismen der Hippotherapie detailliert zu erfassen.
Studienstandorte
Das Projekt wird an sieben Hippotherapie-Zentren in Deutschland durchgeführt:
Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V., Windhagen
Carolinenhof, Essen
Pferdesport- und Reittherapiezentrum der Gold-Kraemer-Stiftung, Frechen
Inklusives Pferdesport-und Reittherapiezentrum Berlin-Karlshorst, Berlin
HPZ Wolfgang Fahr Therapeutisches Reiten gGmbH, Ostfildern
Gut Wittmoldt, Wittmoldt
Reiterhof Kinderhilfe, Ludwigshafen
Bedeutung des Projekts
MS Hippo II liefert wichtige evidenzbasierte Erkenntnisse, die zukünftig die Integration der Hippotherapie in die Versorgung von MS-Patient*innen unterstützen können. Das Projekt trägt dazu bei, Therapieeffekte auf neuro- und sensomotorische Leistungen, Alltagsfähigkeiten und Lebensqualität nachzuweisen – und eröffnet nicht-medikamentöse Therapieoptionen, die langfristig die Mobilität und Teilhabe der Patient*innen stärken.
Januar 2024 bis Juni 2026
Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport gGmbH
Kamillus-Klinik Asbach (Dr. Volker Anneken, Dr. Dieter Pöhlau)
Willi Drache Stiftung (Marion Drache)