Cocain ist ein Alkaloid (Abb.1), das von Erythroxylum coca stammt, einem im nördlichen Südamerika heimischen Strauch. Die Blätter des COCA-Strauches enthalten Cocain. Wegen ihrer aktivierenden Wirkung auf die Psyche werden sie seit mehr als einem Jahrtausend gekaut.
Coca galt in der Inka-Kultur als ein Geschenk des Sonnengottes. Mitte des 19. Jahrhunderts gelangten Coca-Blätter nach Europa. 1860 gewann der deutsche Chemiker Albert Niemann reines Cocain aus Coca-Blättern. Sigmund Freud empfahl Cocain (1884) als sogenanntes "Zaubermittel".
Cocain wird als verbotene Dopingsubstanz in der Gruppe der Stimulanzien aufgeführt. Der Umgang (Handel und Besitz) mit Cocain ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten.
Cocain hemmt die Zellmembrantransporter für Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Erst in hohen Konzentrationen blockiert es spannungsabhängige Na+-Kanäle und wirkt dadurch als Lokalanästhetikum.
Man unterscheidet zwischen zentralnervösen und peripheren Wirkungen:
Zentralnervöse Wirkungen:
Die Euphoriezunahme wird mit der erhöhten Dopaminwirkung erklärt.
Gegen die Euphorie-Wirkung entwickelt sich rasch Toleranz.
Zentralnervöse Nebenwirkungen
Periphere Wirkungen (Kreislaufwirkungen)
Nebenwirkungen
Aufnahme und Wirkungsstärke
Injektion ins Blut > Inhalation > Magen-Darm-Trakt
Missbrauch von Cocain
Behandlung bei Vergiftungen ist schwierig, wobei Maßnahmen zur Förderung der Durchblutung im Vordergrund stehen. Dabei können folgende Pharmaka eingesetzt werden: Nitrovasodilatatoren, Calcium-Antagonisten, Adrenozeptor-Antagonisten.