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  • 02.06.2025
    Ernährungsworkshop im Sport- und Tanzinternat Essen
    Am 15. Mai 2025 fand im Sport- und Tanzinternat in Essen ein praxisnaher Workshop mit Nachwuchs-Triathlet*innen des NRW Triathlon-Verbands statt. Durchgeführt wurde die Veranstaltung von Franziska Beus und Pinar Erdogan von der Abteilung Sporternährung am Institut für Biochemie. Im Fokus standen zentrale Themen der Sporternährung: die Gestaltung einer ausgewogenen Basiskost im Trainingsalltag sowie die optimale Verpflegung im Trainingslager - insbesondere im Umgang mit typischen Buffet-Angeboten. Ziel war es, den Athlet*innen praxisnahes Wissen zu vermitteln und für wichtige Aspekte der Ernährung an intensiven Trainingstagen zu sensibilisieren. Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden ihr Wissen in einem spielerischen Quiz testen und festigen.

  • 02.06.2025
    Bewegung während der Dialyse
    Drei Mal pro Woche bis zu sieben Stunden liegen oder sitzen – so sieht der Alltag vieler Kinder und Jugendlicher aus, die regelmäßig zur Dialyse müssen. Ein Pilotprojekt der Deutschen Sporthochschule Köln will nun zeigen, dass Bewegung trotzdem möglich ist. Regelmäßige körperliche Aktivität ist für Kinder und Jugendliche von zentraler Bedeutung. Vielseitige Bewegungserfahrungen haben bereits im frühen Kindesalter positive Auswirkungen auf die motorische Entwicklung. Für Kinder und Jugendliche mit chronischen Nierenerkrankungen ist die Bewegung im Alltag jedoch stark eingeschränkt. Drei Mal pro Woche müssen sie während der Dialyse bis zu sieben Stunden sitzen oder liegen (inklusive der An- und Abreise). Dazu kommen körperliche Beschwerden, die regelmäßigen Sport oft unmöglich machen. Die Folge: geringere Aktivität, schlechtere motorische Entwicklung und eine verminderte Lebensqualität im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen. Ein innovativer Ansatz zur Bewegungsförderung von dialysepflichtigen Kindern und Jugendlichen ist das sogenannte Exergaming – eine Kombination aus „Exercise“ (Bewegung) und „Gaming“ (Spielen). Dabei kommen Videospiele zum Einsatz, die durch körperliche Aktivität gesteuert werden. Im Rahmen eines aktuellen Pilotprojekts mit zwei Dialyse-Einrichtungen (KfH-Nierenzentrum Köln-Lindenthal, Kindernierenzentrum Bonn) trainieren betroffene Kinder nun zweimal pro Woche mit dem ICAROS Seated Trainer – einem Gerät, das ein sicheres Exergaming im Sitzen während der Dialyse ermöglicht und eigens für das Projekt entwickelt wurde. Über acht Wochen hinweg soll so regelmäßige Bewegung gezielt in die Behandlung integriert werden. Die Kinder und Jugendlichen sitzen auf einem Stuhl, der von der Höhe an die Größe der Kinder und Jugendlichen angepasst werden kann. Der Dialysearm wird dabei ruhig auf der Armlehne des Stuhls abgelegt. Die Kinder und Jugendlichen sitzen auf der vorderen Stuhlkante des Stuhls. Die Beine stehen auf dem ICAROS-Prototypen. Am vorderen Ende des Prototyps ist zur Bewegungserfassung und Steuerung ein Tablett angebaut. Die Bewegungsspiele werden auf einen Fernseher übertragen und kombinieren körperliche Aktivität und Spaß trotz schwerer Nierenerkrankung und Dialysepflichtigkeit. „Die wissenschaftliche Untersuchung fokussiert sich dabei auf die Machbarkeit, Akzeptanz und Sicherheit des Trainings sowie auf mögliche positive Effekte auf die motorischen Fähigkeiten und die gesundheitsbezogene Lebensqualität“, erläutert Projektleiter Jun.-Prof. Dr. Thomas Schmidt vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. „In der Therapie anderer Erkrankungen, wie etwa während der Chemotherapie bei Kindern und Jugendlichen, wird Exergaming bereits erfolgreich eingesetzt“, ergänzt Prof.‘in Dr. Klara Brixius, die das Projekt mit initiiert hat. Mit den Ergebnissen des Pilotprojekts ist im Herbst 2025 zu rechnen. Unterstützt wird das Projekt durch die Elterninitiative Nephrokids und die Firma ICAROS GmbH. Durchgeführt werden die Untersuchungen von den Studentinnen Lene Stegelmann und Marleen Kerstin im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten im Masterstudiengang Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsmanagement (RGM). Kontakt Jun.-Prof. Dr. Thomas Schmidt Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin t.schmidt@­dshs-koeln.de Tel.: +49 221 4982-5075

  • 02.06.2025
    Individualisierung im langfristigen Leistungsaufbau in der Leichtathletik
    Individualisierung im langfristigen Leistungsaufbau in der Leichtathletik Der langfristige Leistungsaufbau im Spitzensport ist als Prozess und Regelkreis in Rückkopplung mit Leistungsdiagnostik und Trainingsanalyse als Grundlage der trainingswissenschaftlichen Literatur und Anwendung ausführlich dokumentiert. Hat man sich bis in den 90er und 00er Jahren vorrangig auf Trainingskennziffern gestützt, ist der Fokus der Trainer und anwendenden Wissenschaftler in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten breiter geworden und hat neben Training vermehrt die Regeneration als zweite relevante Größe der Leistungsentwicklung einbezogen. Hier kommen die individuell verblüffend unterschiedlichen Profile der Athletinnen und Athleten ins Spiel. In den letzten 10 Jahren der Globalisierung kommen dazu die verstärkten Ausprägungen einer selbstbestimmten Berufs- und Ortswahl, deren dort gegebene Umfeldfaktoren das Setting weiter stark modulieren. Diese Punkte werden von Univ.-Prof. Dr. Rainer Knöller in seinem Vortrag näher erläutert. Ab sofort in voller Länge auf YouTube: https://youtu.be/1sNxaRWN2Lg

  • 02.06.2025
    Respiratorische Infekte im Hochleistungssport: Studienergebnisse und Lehren aus der Covid-19-Pandemie
    Respiratorische Infekte im Leistungssport: Studienergebnisse und Lehren aus der Covid-19-Pandemie In seinem Vortrag stellt Dr. Jonas Zacher nicht nur Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus eigenen Forschungsprojekten zum Thema „Covid-19 im Hochleistungssport“ vor, sondern beleuchtet in diesem Kontext auch grundsätzlich die im (Leistungs-)Sport stets präsente Frage nach dem Umgang mit Atemwegsinfektionen. Im Rahmend dessen werden dem Publikum außerdem exemplarische Einblicke in die sportkardiologische Forschung und alltägliche Praxis gewährt, wobei der Fokus hierbei auf der sogenannten „myokardialen Strainanalyse“ liegt. Der vollständige Vortrag steht ab sofort auf YouTube zur Verfügung: https://youtu.be/P2ODNsX1v3c

  • 02.06.2025
    Aktuelle Projekte an NRW-Sportschulen (Weiterentwicklung des Motorik-Test 1 und Absolventen-/Kadernachverfolgung)
    Aktuelle Projekte an NRW-Sportschulen (Weiterentwicklung des Motorik-Test 1 und Absolventen-/Kadernachverfolgung) Seit 2006 ergänzt das Land NRW das Verbundsystem Schule–Leistungssport durch 18 Standorte mit 32 NRW-Sportschulen. Für die Talentsichtung wurden in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis der Motorische Test 1 (MT1 für Klasse 4) und Motorische Test 2 (MT2 für Klasse 7) entwickelt. Der MT1 entspricht dem Deutschen Motorik-Test (DMT) und ist Zugangsvoraussetzung für die 5. Klasse. Bis zum Schuljahr 2024/2025 wurden 26.430 Kinder in Klasse 4 und 8.300 in Klasse 7 getestet. Die Grundlage für die Testauswertung bilden repräsentative, deutschlandweite Normwerte aus der Motorik-Modul-Studie (MoMo-Studie). Auf der Basis der Testergebnisse aus Klasse 4 werden ca. 35 % der Kinder an die NRW-Sportschulen aufgenommen. In Klasse 7 werden die Testergebnisse zur Betrachtung der Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit sowie zur weiteren Beratung verwendet. Um dem Anspruch der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden, wird zudem seit 2016 das Ziel verfolgt, auch Kinder mit Behinderung sportlich zu fördern und in Regelschulen zu integrieren. Besonders im Kontext der NRW-Sportschulen stellte sich die Herausforderung, durch eine geeignete sportmotorische Diagnostik den Zugang zu sportlicher Talentförderung zu ermöglichen. Seit 2022 wird das NRW-Projekt am Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen (FoSS) des KIT unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Bös durch das „Para-Modul“ ergänzt. In enger Anlehnung an den Deutschen Motorik-Test (DMT) entstand - in Kooperation mit der Initiative BERLIN HAT TALENT – eine alternative Testbatterie für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die sich als „DMT Plus“ etabliert. In NRW wird das Testverfahren als „Motorischer Test 1 – Para-Modul (MT1 - Para-Modul)“ eingesetzt und testet vorrangig Kinder mit körperlicher Behinderung. Es ermöglicht eine sportmotorische Diagnostik und schafft somit den Zugang zu den NRW-Sportschulen. Nach fast 20 Jahren Projektlaufzeit wird mit der Gründung der „Arbeitsgruppe Motorischer Test 1 (AG MT1)“ - bestehend aus Experten aus den NRW-Sportschulen sowie dem Projektteam FoSS am KIT - das MT1-Auswertungsverfahren überarbeitet und weiter optimiert. Es werden Ideen zur feineren Altersdifferenzierung sowie Gewichtung nach Schwerpunktsportarten der NRW-Sportschulen überprüft. Ab sofort auf YouTube: https://youtu.be/5smeiQEDQlE

  • 02.06.2025
    Das IVKS Abt. I gratuliert Lars Fischer zur Bewilligung eines Stipendiums durch die Heinrich Hertz-Stiftung
    Die Heinrich Hertz-Stiftung fördert die Forschung durch internationalen Austausch und hat in diesem Zuge Lars Fischer ein Stipendium bewilligt. Dieses ermöglich ihm einen sechsmonatigen Aufenthalt an der Universität in Örebro, um dort in Zusammenarbeit mit den Kollegen Björn Tolgfors und Dean Barker das Forschungsvorhaben „Sportlehrkräfte diagnostizieren: Eine interkulturelle Studie zur assessment literacy“ zu realisieren.

  • 02.06.2025
    Arbeitskreis zur psychischen Gesundheit im Leistungssport bei der asp-Jahrestagung in Bochum
    Vom 29.05. - 31.05.2025 fand die asp-Jahrestagung an der Ruhr Universität in Bochum statt. MentalGestärkt hatte einen Arbeitskreis zum Thema "Psychische Gesundheit im Leistungssport - Best Practice Initiativen und Projekte in Deutschland" organisiert. In diesem wurden Projekte vorgestellt, die sich mit der Förderung der psychischen Gesundheit im Leistungssport befassen und von der Robert-Enke-Stiftung gefördert bzw. mit dem Förderpreis „Seelische Gesundheit im Nachwuchsleistungssport“ ausgezeichnet wurden. Lena Steindorf stellte eine Längsschnittstudie sowie ein Interventionskonzept bei der TSG Hoffenheim mit dem Titel „Psychische Gesundheit im Profi-Fußball: wissenschaftliche Erkenntnisse und angewandte Perspektiven“ vor. Simon Borgmann & Timo Heinze vom NLZ des Fußballclubs Bayer 04 Leverkusen berichteten über die erfolgreiche Umsetzung des Readiness-Konzepts, einer sportpsychologischen Begleitung von verletzten Spielern bis zur Rückkehr auf den Platz. Martin Leo Reinhard stellte das Konzept „jung & wild & gesund“ zur Erhaltung und Förderung mentaler Gesundheit von jungen Nachwuchsleistungsfußballer:innen vor, welches im Nachwuchsleistungszentrum des VFB Stuttgart umgesetzt wurde. Marion Sulprizio (Deutsche Sporthochschule Köln) präsentierte die interdisziplinäre Netzwerkarbeit von MentalGestärkt. Athlet:innen, Trainer:innen und andere Personen aus dem Leistungssport können bei MentalGestärkt Beratung und Unterstützung bekommen.

  • 03.06.2025
    Bedeutender Kongress der Weltraummedizin kommt nach Köln
    Vom 18. bis 24. Mai hat der 44. Kongress der International Society for Gravitational Physiology (ISGP) in Sapporo (Japan) stattgefunden. Mit ca. 200 Teilnehmenden ist der ISGP zwar ein kleiner, aber weltweit sehr bedeutender Kongress der Weltraummedizin. Das Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln war mit Prof. Stefan Schneider und Constance Badalì vertreten. Die beiden Wissenshaftler*innen stellten unter anderem die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderten Projekte SpaceCortex, sPACeMAN und NeurO 2 flight vor, in denen es um die Auswirkung von Schwerelosigkeit auf die Gehirndurchblutung und -aktivität geht. Das Bonbon des Kongresses aber war die Zusage, den 45. ISGP im kommenden Jahr an der Deutschen Sporthochschule Köln willkommen heißen zu dürfen. Diese Zusage, so Prof. Schneider, „spiegelt das langjährige Engagement der Sporthochschule, insbesondere des Zentrums für integrative Physiologie im Weltraum (ZiP) , in der Weltraummedizin wider. Seit über 40 Jahren forschen unsere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu den Auswirkungen der Schwerelosigkeit und sozialer Isolation auf die menschliche Physis und Psyche. Wir freuen uns schon jetzt, die internationale Fachcommunity an der Deutschen Sporthochschule Köln begrüßen zu dürfen und Kollegen, Kolleginnen und Studierenden die Möglichkeit zu geben, in dieses spannende Feld hineinzuschnuppern.“ Eine besondere Bedeutung erhält die Ausrichtung des Kongresses mit Blick auf die Weltrauminitiative der Landesregierung NRW (SpaceTech.NRW), die in den kommenden Jahren die weltraumtechnologische und -medizinische Forschung in NRW fokussieren möchte. Abgerundet wurde die Reise nach Japan mit zwei Seminaren an der renommieren Waseda Universität – seit Jahren eine der internationalen Partneruniversitäten der Deutschen Sporthochschule Köln – und der gegenseitigen Zusage, die Forschungsaktivitäten im lebenswissenschaftlichen Bereich stärker zu vernetzen.

  • 04.06.2025
    Auswirkungen des Klimawandels auf den Winter- und Bergsport
    Das Expertenforum ‚Klima.Schnee.Sport‘, bestehend aus 14 Klima- und Sportforschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, veröffentlicht in seinem neuen Positionspapier den aktuellen Forschungsstand zum Winter- und Bergsport im Zeichen des globalen Klimawandels. Dabei handelt es sich um eine aktualisierte Fassung der zweiten Version von 2022, welche die Fachleute um den Themenbereich Bergsport im Sommerhalbjahr erweiterten. Außerdem wurden Wissensdefizite und Handlungsansätze zusammengefasst. Das Ziel des Positionspapiers ist es, eine Basis für eine sachliche Diskussion zu schaffen, damit für Natur, Mensch und Wirtschaft langfristig optimale Maßnahmen getroffen werden können. Die Deutsche Sporthochschule Köln ist in Person von Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth in die Veröffentlichung eingebunden. Der Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln ist Initiator und Leiter des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘. „Klimaanpassung ist dynamisch, regional unterschiedlich und eng mit gesellschaftlichen wie sporttouristischen Entwicklungen verknüpft. In polarisierenden Zeiten braucht es klare Orientierung und konkrete Lösungen. Es liegt an uns allen, wissenschaftsbasierte Ziele für Klimaschutz und -anpassung umzusetzen“, betont Prof. Roth und unterstreicht damit die Bedeutung des Positionspapiers. Einige Kernaussagen des Papiers haben wir hier zusammengefasst. Erwärmung hält an Das Klima hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erwärmt. Nach neuesten Berechnungsmethoden beträgt die mittlere Erwärmung seit vorindustrieller Zeit bis Ende 2024 in Deutschland 2,5 °C, in Österreich 3,1 °C und in der Schweiz 2,9 °C. Die Fachleute des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘ sind sich in ihrer Erwartung einig, dass sich trotz der globalen Klimaschutzmaßnahmen, die sich in der Umsetzung befinden, die Jahresmitteltemperatur im D-A-CH-Raum bis zum Ende des Jahrhunderts um mindestens weitere 2 °C steigt. Der langfristige Klimatrend, hervorgerufen durch die weiter steigenden Treibhausgasemissionen, werde deutlich von der natürlichen Klimavariabilität überlagert. Vor allem auf kurzen (von Jahr zu Jahr) und mittleren (20 bis 30 Jahre) Zeitskalen könnten diese zum Teil markanten Schwankungen den langfristigen Trend regional sowohl verstärken als auch abschwächen. Erkenntnisse für den Wintersport „Die Erwärmung wirkt sich deutlich auf die Winter aus“, beschreiben die beteiligten Wissenschaftler*innen. Im Positionspapier heißt es: „Die für den Schneesport geeignete natürliche Schneedecke geht langfristig besonders in tiefen und mittleren Lagen bis etwa 1.500 Meter Seehöhe weiter zurück. Durch die Erwärmung ändern sich auch die meteorologischen Rahmenbedingungen für die technische Schneeerzeugung. Die potenziellen Beschneiungszeiten werden weniger und der Wasser- und Energiebedarf nimmt zu.“ „Beim Winterniederschlag ist die natürliche Variabilität besonders hoch und es lassen sich vielerorts bisher keine klaren Trends beobachten“, schreiben die Autor*innen. In den aktuellen Klimaszenarien zeigten sich aber robuste Signale hinsichtlich einer Erhöhung der Winterniederschläge im Alpenraum und der Intensivierung kurzzeitiger Niederschlagsextreme. Jedoch sei in tiefen und mittleren Lagen mit einem weiteren Rückgang des Schneefalls zu rechnen, da Niederschlag aufgrund der höheren Temperaturen vermehrt als Regen anstelle von Schnee falle. Erkenntnisse für den Bergsport „Klimaszenarien zeigen für den Alpenraum eine Tendenz zu geringen Niederschlagsmengen über das gesamte Sommerhalbjahr gesehen. In Verbindung mit erhöhten Verdunstungsraten infolge steigender Temperaturen führt das zu einer Intensivierung sommerlicher Trockenheitsepisoden“, erklären die Wissenschaftler*innen. Gleichzeitig sei zu erwarten, dass sich kleinräumige und kurzzeitige Starkniederschläge im Sommerhalbjahr weiterhin intensivieren und in ihrer Häufigkeit zunehmen. Dies könne unter anderem zu einer Häufung weiterer alpiner Naturgefahren wie Murenabgängen und Hangrutschungen führen, die die alpinen Wegenetze und sonstige Infrastruktur betreffen. Im Frühling und Herbst trage der Klimawandel zu einer Saisonverlängerung vieler Outdooraktivitäten bei, wie Wandern, Radfahren, Baden, Wassersport und Golf. Im Sommer steige allerdings die Belastung durch die steigenden Temperaturen. Wissensdefizite und Forschungsbedarf Das Team des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘ listet im neuen Positionspapier auch Bereiche mit Unsicherheiten und Forschungsbedarf auf. Einige Beispiele: Es mehren sich Hinweise auf eine Zunahme langlebiger Wetterlagen durch veränderte atmosphärische Zirkulation. Doch viele zugrundeliegende Mechanismen sind noch unzureichend verstanden. Während Temperaturprognosen relativ sicher sind, bestehen große Unsicherheiten bei der Niederschlagsentwicklung. Verbesserte Daten sind dringend nötig, unter anderem durch neue Messmethoden und mehr Messstationen in höheren Lagen. Abrupte Änderungen von Komponenten des Klimasystems, wie der atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC), stellen im Zuge des fortschreitenden Klimawandels ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Das Prozessverständnis und die Zeitskalen solcher Kipppunkte müssen noch vertieft erforscht werden. Lokale Phänomene wie Temperaturinversionen oder das Absinken der Schneefallgrenze in Tälern sollten detaillierter untersucht werden, da sie die Schneedecke stark beeinflussen können. Verantwortung für kommende Sport- und Tourismusgenerationen „Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung dar. Es liegt im langfristigen Interesse des Winter- und Bergsports, dass Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Resilienzsteigerung auf allen Ebenen und synergetisch gefördert werden“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth vom Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und Initiator des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘. „Unser Ansatz löst sich vom kurzfristigen Denken und Planen und ist Ausdruck einer Verantwortung für kommende Sport- und Tourismusgenerationen. Die gesamte Branche – Seilbahnbetreiber, sporttouristische Unternehmen, Winter- und Bergsportverbände, Sportartikelindustrie, Sportfachhandel und Destinationen mit ihren Gästen – ist deshalb angehalten, sich aktiv an der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung Klimawandel mit entsprechenden Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die Folgewirkungen zu beteiligen.“ Kontakt für Medien-Rückfragen: Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung E-Mail: roth@dshs-koeln.de

  • 04.06.2025
    Auswirkungen des Klimawandels auf den Winter- und Bergsport
    Das Expertenforum ‚Klima.Schnee.Sport‘, bestehend aus 14 Klima- und Sportforschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, veröffentlicht in seinem neuen Positionspapier den aktuellen Forschungsstand zum Winter- und Bergsport im Zeichen des globalen Klimawandels. Dabei handelt es sich um eine aktualisierte Fassung der zweiten Version von 2022, welche die Fachleute um den Themenbereich Bergsport im Sommerhalbjahr erweiterten. Außerdem wurden Wissensdefizite und Handlungsansätze zusammengefasst. Das Ziel des Positionspapiers ist es, eine Basis für eine sachliche Diskussion zu schaffen, damit für Natur, Mensch und Wirtschaft langfristig optimale Maßnahmen getroffen werden können. Die Deutsche Sporthochschule Köln ist in Person von Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth in die Veröffentlichung eingebunden. Der Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln ist Initiator und Leiter des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘. „Klimaanpassung ist dynamisch, regional unterschiedlich und eng mit gesellschaftlichen wie sporttouristischen Entwicklungen verknüpft. In polarisierenden Zeiten braucht es klare Orientierung und konkrete Lösungen. Es liegt an uns allen, wissenschaftsbasierte Ziele für Klimaschutz und -anpassung umzusetzen“, betont Prof. Roth und unterstreicht damit die Bedeutung des Positionspapiers. Einige Kernaussagen des Papiers haben wir hier zusammengefasst. Erwärmung hält an Das Klima hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erwärmt. Nach neuesten Berechnungsmethoden beträgt die mittlere Erwärmung seit vorindustrieller Zeit bis Ende 2024 in Deutschland 2,5 °C, in Österreich 3,1 °C und in der Schweiz 2,9 °C. Die Fachleute des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘ sind sich in ihrer Erwartung einig, dass sich trotz der globalen Klimaschutzmaßnahmen, die sich in der Umsetzung befinden, die Jahresmitteltemperatur im D-A-CH-Raum bis zum Ende des Jahrhunderts um mindestens weitere 2 °C steigt. Der langfristige Klimatrend, hervorgerufen durch die weiter steigenden Treibhausgasemissionen, werde deutlich von der natürlichen Klimavariabilität überlagert. Vor allem auf kurzen (von Jahr zu Jahr) und mittleren (20 bis 30 Jahre) Zeitskalen könnten diese zum Teil markanten Schwankungen den langfristigen Trend regional sowohl verstärken als auch abschwächen. Erkenntnisse für den Wintersport „Die Erwärmung wirkt sich deutlich auf die Winter aus“, beschreiben die beteiligten Wissenschaftler*innen. Im Positionspapier heißt es: „Die für den Schneesport geeignete natürliche Schneedecke geht langfristig besonders in tiefen und mittleren Lagen bis etwa 1.500 Meter Seehöhe weiter zurück. Durch die Erwärmung ändern sich auch die meteorologischen Rahmenbedingungen für die technische Schneeerzeugung. Die potenziellen Beschneiungszeiten werden weniger und der Wasser- und Energiebedarf nimmt zu.“ „Beim Winterniederschlag ist die natürliche Variabilität besonders hoch und es lassen sich vielerorts bisher keine klaren Trends beobachten“, schreiben die Autor*innen. In den aktuellen Klimaszenarien zeigten sich aber robuste Signale hinsichtlich einer Erhöhung der Winterniederschläge im Alpenraum und der Intensivierung kurzzeitiger Niederschlagsextreme. Jedoch sei in tiefen und mittleren Lagen mit einem weiteren Rückgang des Schneefalls zu rechnen, da Niederschlag aufgrund der höheren Temperaturen vermehrt als Regen anstelle von Schnee falle. Erkenntnisse für den Bergsport „Klimaszenarien zeigen für den Alpenraum eine Tendenz zu geringen Niederschlagsmengen über das gesamte Sommerhalbjahr gesehen. In Verbindung mit erhöhten Verdunstungsraten infolge steigender Temperaturen führt das zu einer Intensivierung sommerlicher Trockenheitsepisoden“, erklären die Wissenschaftler*innen. Gleichzeitig sei zu erwarten, dass sich kleinräumige und kurzzeitige Starkniederschläge im Sommerhalbjahr weiterhin intensivieren und in ihrer Häufigkeit zunehmen. Dies könne unter anderem zu einer Häufung weiterer alpiner Naturgefahren wie Murenabgängen und Hangrutschungen führen, die die alpinen Wegenetze und sonstige Infrastruktur betreffen. Im Frühling und Herbst trage der Klimawandel zu einer Saisonverlängerung vieler Outdooraktivitäten bei, wie Wandern, Radfahren, Baden, Wassersport und Golf. Im Sommer steige allerdings die Belastung durch die steigenden Temperaturen. Wissensdefizite und Forschungsbedarf Das Team des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘ listet im neuen Positionspapier auch Bereiche mit Unsicherheiten und Forschungsbedarf auf. Einige Beispiele: Es mehren sich Hinweise auf eine Zunahme langlebiger Wetterlagen durch veränderte atmosphärische Zirkulation. Doch viele zugrundeliegende Mechanismen sind noch unzureichend verstanden. Während Temperaturprognosen relativ sicher sind, bestehen große Unsicherheiten bei der Niederschlagsentwicklung. Verbesserte Daten sind dringend nötig, unter anderem durch neue Messmethoden und mehr Messstationen in höheren Lagen. Abrupte Änderungen von Komponenten des Klimasystems, wie der atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC), stellen im Zuge des fortschreitenden Klimawandels ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Das Prozessverständnis und die Zeitskalen solcher Kipppunkte müssen noch vertieft erforscht werden. Lokale Phänomene wie Temperaturinversionen oder das Absinken der Schneefallgrenze in Tälern sollten detaillierter untersucht werden, da sie die Schneedecke stark beeinflussen können. Verantwortung für kommende Sport- und Tourismusgenerationen „Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung dar. Es liegt im langfristigen Interesse des Winter- und Bergsports, dass Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Resilienzsteigerung auf allen Ebenen und synergetisch gefördert werden“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth vom Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und Initiator des Expertenforums ‚Klima.Sport.Schnee‘. „Unser Ansatz löst sich vom kurzfristigen Denken und Planen und ist Ausdruck einer Verantwortung für kommende Sport- und Tourismusgenerationen. Die gesamte Branche – Seilbahnbetreiber, sporttouristische Unternehmen, Winter- und Bergsportverbände, Sportartikelindustrie, Sportfachhandel und Destinationen mit ihren Gästen – ist deshalb angehalten, sich aktiv an der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung Klimawandel mit entsprechenden Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die Folgewirkungen zu beteiligen.“ Kontakt für Medien-Rückfragen: Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung E-Mail: roth@dshs-koeln.de
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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
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