Moving Body, Moving Women

Eine interkulturelle Untersuchung zu „Fitness Body“ bei jungen Frauen

Aktuelle sozialwissenschaftliche Forschung beschreibt einen soziokulturellen Wandel von einer „Disziplinierung“ des Körpers durch ein traditionelles Schlankheitsideal hin zu einem neoliberalen „Leistungsmodell“, in dem Körper auf Fitness und Leistung hin optimiert werden sollen. Während dieses neue Fitnessideal gesellschaftlich oft als Selbstermächtigung (Empowerment) wahrgenommen wird, weist die sozialkritische Forschung darauf hin, dass es sich hierbei um ein feministisches Paradoxon handeln könnte. 

Bislang ist empirisch nicht abschließend geklärt, ob diese neue Form der Selbstoptimierung zu negative Konsequenzen wie Burnout oder Depressionen führt, oder ob der neue Fitness-Kult eine neue Form der „Selbstausbeutung“ unter dem Deckmantel der Gesundheit darstellt. 

Die übergeordnete Zielstellung des Projekts ist die empirische Überprüfung dieses Zusammenhangs im internationalen Vergleich. Durch ein Mixed-Methods-Design wird untersucht, ob der Druck zur Selbstoptimierung zu psychischer Erschöpfung führt und wie betroffene junge Frauen diese Mechanismen im Alltag subjektiv erleben und verhandeln. 

 

Teilstudien

Das Projekt ist als Mixed-Methods-Studie konzipiert und gliedert sich in zwei Teilstudien: 

  • Phase 1 (Quantitativ): Durchführung eines querschnittlichen Online-Surveys mit standardisierten Fragebatterien, um die Auswirkungen digitaler Fitnesskulturen auf das Körperbild von Studentinnen zu untersuchen.
  • Phase 2 (Qualitativ): Durchführung semi-strukturierter Einzelinterviews, um individuelle Erfahrungen von Studentinnen mit Fitnesskultur, sozialen Medien und dem Gefühl der Selbstausbeutung detailliert zu untersuchen.
  • Internationaler Vergleich: Eine ländervergleichende Analyse, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den in verschiedenen Ländern (unter anderem Deutschland, Hongkong, Kanada und Neuseeland) erhobenen Daten statistisch und qualitativ herauszuarbeiten. 

Projektpartner*innen

Über uns

Wir sind ein internationales Team von Forscher*innen aus verschiedenen Regionen, Ländern und kulturellen Kontexten. Trotz unserer unterschiedlichen Hintergründe teilen wir das gemeinsame Engagement, die Erfahrungen von Frauen mit Fitness, Sport und körperlicher Aktivität in der heutigen Gesellschaft zu verstehen.

Unsere Arbeit geht aus von sportsoziologischer und  feministischer Wissenschaft sowie kritischer Gesundheitsforschung. Dieses Projekt bringt Forscher*innen zusammen, die sich nicht nur akademisch mit diesen Fragen auseinandersetzen, sondern auch eine kollaborativer, interkultureller Forschung hohe Bedeutung beimessen. Durch die Zusammenarbeit über verschiedene Kontexte hinweg ist unser Ziel, Wissen zu generieren, das global fundiert, lokal bedeutsam und unterstützend für inklusivere und fürsorglichere Ansätze in den Bereichen Fitness und Wohlbefinden ist.