Die 40. dvs-Sektionstagung Sportpädagogik findet vom 27.-29.05.2027 an der Deutschen Sporthochschule Köln statt.
Für Sport als gesellschaftlich bedeutsames Bezugsfeld sind unterschiedliche disziplinspezifische Forschungs- und Handlungslogiken in Theorie und Praxis konstitutiv. Diese gehen einher mit verschiedenen Blickwinkeln, Werthaltungen und Relevanzsetzungen, die aus sportpädagogischer Perspektive unterschiedliche Räume für Bildung und Erziehung eröffnen und rahmen; dies gilt für formale, non-formale und informelle Settings in analogen wie digitalen Bewegungswelten. Dabei erweisen sich die jeweiligen akteur:innenspezifischen Blickwinkel nicht immer als umstandslos vereinbar. Eine zentrale Aufgabe in Forschung, Lehre und Transfer besteht somit darin, unterschiedliche Forschungs- und Handlungslogiken im Sinne epistemischer Pluralität anzuerkennen (Helsper, 2016), auch wenn diese widersprüchlich zur eigenen Position erscheinen.
Die Tagung möchte einen Raum für eine solche offene Gegenüberstellung und Diskussion differenter sportpädagogischer Forschungs- und Handlungsperspektiven bieten und dazu einladen, Aushandlungsprozesse aktiv mitzugestalten und eigene standortgebundene Zugänge kritisch zu hinterfragen. Ziel ist dabei nicht die Herstellung von scheinbarem Einverständnis oder „stiller Toleranz“ (Gaum et al., 2025, S. 119), sondern die Explizierung eigener Perspektiven verbunden mit der Reflexion ihrer jeweiligen Geltungsansprüche. Dissens als mögliches Ergebnis der Aushandlung wird dabei nicht als Scheitern, sondern als Anlass für die Weiterentwicklung sportpädagogischer Forschung, Lehre und Transfer in Theorie und Praxis verstanden.
Erwünscht sind daher bewusst mehrperspektivisch angelegte Beiträge und Arbeitskreise, die Räume für eine kritisch-(selbst-)reflexive Aushandlung theoretisch-konzeptioneller, forschungsparadig-matischer oder auch bewegungs- und vermittlungspraktischer Zugänge zu aktuellen Themenfeldern der Sportpädagogik bieten, Kontroversen zulassen und damit Praxen bewegen. Neben kontrovers diskutierten disziplinspezifischen Fragestellungen sind hier ebenso die Offenlegung und Aushandlung vielfältiger Perspektiven auf relevante Querschnittsthemen in unterschiedlichen sportpädagogischen Settings denkbar.
Als Hauptreferent:innen konnten Prof.in Ingrid Bähr (Hamburg), Prof. Sebastian Ruin (Graz) und Prof.in Esther Pürgstaller (Potsdam) gewonnen werden.
Im Vorfeld der Haupttagung findet die Tagung der Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen vom 26.–27.05.2027, organisiert von Alina Kulüke, Franziska Mendler, Konstantin Rehlinghaus und Rachel Wittschier, statt.
Neben Workshops zur Tätigkeit als Gutachter*innen wissenschaftlicher Publikationen und zum Einsatz von KI in der qualitativen Forschung wird es auch wieder Kleingruppenformate zum Austausch geben. Als Mentor*innen haben dafür J.Prof.in Helga Leineweber (Münster), Prof.in Kathrin Kohake (Hildesheim), Assoz. Prof. Daniel Rode (Salzburg) und Prof. Jonas Wibowo (Bochum) zugesagt. Es wird zudem eine eigene Kleingruppe für Wissenschaftler*innen in der späten Promotionsphase bzw. Postdocs geben. Dort können mögliche Antragsideen, Forschungsvorhaben und Themen für die Postdoc-Phase gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt werden.