Athletenprofilierung bei Spitzensprintern: Ein biomechanischer Rahmen mit Anwendungen für die Trainingspraxis

Projektbeschreibung

Im Spitzensport sind Leistungsunterschiede oft minimal: Im 100 m-Finale der Männer bei den Olympischen Spiele 2024 in Paris trennten Gold und Silber lediglich 0.005 Sekunden. Vor diesem Hintergrund gewinnen ein vertieftes Verständnis individueller Leistungsdeterminanten sowie eine präzise Anpassung trainingsmethodischer Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. Gruppenbasierte Analysen liefern zwar wertvolle Erkenntnisse über allgemeine Zusammenhänge, können jedoch wichtige Unterschiede in Bewegungsstrategien und zugrunde liegenden neuromuskulären Eigenschaften einzelner Athletinnen und Athleten auf diesem Leistungsniveau verdecken. Bislang fehlen wissenschaftlich fundierte Verfahren, mit denen sich solche Leistungsprofile systematisch erfassen und für die Trainingspraxis nutzbar machen lassen.

Ziel des Promotionsprojekts ist die Entwicklung eines biomechanischen Frameworks zur Typisierung von Sprinterinnen und Sprintern anhand spatiotemporaler Bewegungsmuster und neuromuskulärer Charakteristika. Im Zentrum steht eine multidimensionale Diagnostikbatterie, die sprintspezifische Bewegungsmuster über verschiedene Phasen des 100 m Sprints mit neuromuskulären Leistungsmerkmalen verknüpft. Dazu werden in den einzelnen Projektphasen sprint- und kraftbezogene Diagnostiken mit Athletinnen und Athleten des olympischen und paralympischen Spitzensports durchgeführt. Mithilfe biomechanischer Analysen und statistischer Verfahren werden Leistungsprofile identifiziert, charakterisiert und in ihrem Zusammenhang mit der Sprintleistung untersucht.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, leistungsdiagnostische Verfahren weiterzuentwickeln und Trainerinnen und Trainern ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Interpretation individueller Athletinnen- und Athletenprofile an die Hand zu geben. Langfristig soll das entwickelte Framework die Grundlage für eine gezieltere Auswahl und Evaluation trainingsmethodischer Maßnahmen bilden und so zu einer evidenzbasierten Individualisierung des Sprinttrainings im Hochleistungssport beitragen.

Forschungszeitraum

Dez. 2024 - heute

Kooperationspartner