Das Promotionsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie die Talentidentifikation im Nachwuchsleistungssport der Leichtathletik weiterentwickelt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Analyse sportmotorischer, anthropometrischer und reifungsbezogener Merkmale von Nachwuchsathletinnen und -athleten. Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern diese Merkmale Hinweise auf spätere Kadernominierungen geben können und welche Rolle die biologische Reife bei der Interpretation von Testleistungen spielt.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband durchgeführt. Grundlage der Untersuchung sind Daten aus Feldtestungen, die im Rahmen der Talentdiagnostik und Leistungsüberprüfung im Nachwuchsbereich erhoben wurden. Retrospektiv analysiert werden unter anderem anthropometrische Merkmale wie Körperhöhe, Körpergewicht und Sitzhöhe sowie sportmotorische Testleistungen aus Sprint-, Sprung-, Wurf-, Ausdauer-Tests.
Ein besonderer Fokus liegt auf der biologischen Reife, da junge Athletinnen und Athleten gleichen kalendarischen Alters sich deutlich in ihrer körperlichen Entwicklung unterscheiden können. Diese Unterschiede können sportmotorische Testleistungen beeinflussen und dadurch zu Vor- oder Nachteilen in der Talentidentifikation führen. Das Projekt untersucht daher, wie Leistungen im Kontext der biologischen Reife eingeordnet werden können und ob dadurch aussagekräftigere Bewertung von Entwicklungspotenzialen möglich ist.
Mit den Ergebnissen soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Talentdiagnostik in der Nachwuchsleichtathletik geleistet werden. Die Erkenntnisse können Trainer*innen, Talentscouts, Verbände und Sportwissenschaftler*innen dabei unterstützen, Testergebnisse junger Athlet*innen differenzierter zu interpretieren, reifungsbedingte Einflüsse stärker zu berücksichtigen und langfristige Entwicklungsperspektiven besser einzuschätzen.
10.2021 - heute
Deutscher Leichtathletikverband (DLV)