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  • 26.06.2025
    Es summt auf dem Campus
    An der Deutschen Sporthochschule Köln wird es jetzt noch lebendiger – denn wir begrüßen neue, äußerst fleißige Mitbewohner*innen: Honigbienen! Gestern wurden auf dem Campus erste Bienenkästen aufgestellt. „Ziel des Projekts ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Biodiversität zu leisten und gleichzeitig eigenen, lokalen Hochschulhonig zu produzieren, der von uns allen an der Spoho genutzt, verschenkt und vertrieben werden kann“, erklärt Spoho-Mitarbeiter Dr. Helge Knigge, der das Vorhaben im Rahmen des Campusprojektes Campus Noster! initiiert hat. Die aufgestellten Bienenvölker werden in Kooperation mit dem Kölner Imkerverein sorgfältig betreut und befinden sich an einem speziell ausgewählten und geschützten Standort auf dem Campus, der möglichst wenig in den alltäglichen Betrieb eingreift. Die ersten Kästen wurden im hinteren Bereich der Wiese zwischen dem Wohn- und Lehrgangsheim und dem Institutsgebäude IV aufgestellt. „Da Honig- und Wildbienen eine zentrale Rolle im Ökosystem spielen, plant das Projekt Campus Noster! derzeit auch einen, die solitär lebenden Wildbienen unterstützenden, Kräutergarten. Mit dem Bienenprojekt möchten wir ein herrlich duftendes und honigsüßes Zeichen für Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Biodiversität auf unserem Campus setzen – und zugleich einen kleinen, süßen Mehrwert für die Hochschulgemeinschaft aus Studierenden und Mitarbeitenden schaffen – unseren SpoHonig“, so Helge Knigge.

  • 26.06.2025
    Hochschulinterne Forschungsförderung 2025 vergeben
    Die Universitätskommission Forschung hat über die hochschulinterne Forschungsförderung entschieden. In der diesjährigen Förderrunde konnten insgesamt fünf Projekte in drei Förderlinien bewilligt werden. Förderlinie 2: Förderung von Projekten von Promovierenden Sally-Ann Fischer, Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung: Sport for Development and Environmental Protection - a Stakeholder Analysis Stefanie Haberstock, Institut für Soziologie und Genderforschung: Career development of youth athletes in paralympic sport – A qualitative longitudinal study Bianca Werdelmann, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin: Möglicher Nutzen und potenzielle Risiken der Einnahme von Cannabidiol bei Freizeitgolfer*innen mit chronischen unteren Rückenschmerzen Förderlinie 3: „Förderung von Anschubfinanzierungen für das Erstellen eines Drittmittelantrags Dr. Simon Rehbach, Institut für Kommunikations- und Medienforschung: Repräsentation von Sport in Dokumentationen der ARD- und ZDF-Mediathek Förderlinie 4: Projekten von Promovierten Dr. Florian Javelle, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin: Acute effects of High-Intensity Interval Resistance Training compared to Low-Intensity Resistance Training on systemic levels of pro and anti-inflammatory myokine in healthy young men – a randomised crossover trial Alle Informationen zu den Förderlinien und Ausschreibungen finden Sie hier .

  • INOEK_Band_26_Grundlagenstudie_Wintersport_Deutschland.pdf
    Forschungsbericht Grundlagenstud ie W intersport Deutschland Herausgeber: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen Haroldstraße 4, 40213 Düsseldorf Stiftung Sicherheit im Skisport Haus des Ski, Hubertusstraße 1, 82152 Planegg Finanzierung: Die Grundlagenstudie wurde mit Mitteln des MFKJKS, der SIS und der DSHS erstellt. Projektleitung und Durchführung: Prof. Dr. R. Roth Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie Am Sportpark Müngersdorf 6, 50933 Köln www.dshs-koeln.de/natursport Autoren: Ralf Roth, DSHS; Alexander Krämer, DSHS; Marcel Görtz, Trendscope impressum Auftragnehmer für die Cati-Befragung und Online Panel: Trendscope GbR, Gottfried-Hagen-Str. 60, 51105 Köln Gestaltung und Satz: Frank Armbruster, WWL, Mozartweg 8, 79189 Bad Krozingen Bildnachweis: Ralf Roth, Andreas Plenk, Fischer Sports GmbH, Salomon Sports, Ötztal-Tourismus, DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Zitierung: Roth, R.; Krämer, A.& M. Görtz (2012): Grundlagenstudie Wintersport Deutschland. Schriftenreihe Institut für Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschule Köln – Band 26. ISNN 1612-2437 © 2012 – Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Zustimmung des Herausgebers. Forschungsbericht grundlagenstud ie W intersport deutschland Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 5© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Einleitung______________________________________________ 7 Konzept der Studie ___________________________________ 10 Definition der Zielgruppe 10 Methodische Vorgehensweise 10 Potenzialanalyse ______________________________________ 14 Gesamtmarkt Wintersport 15 Potenzial der Nicht-Wintersportler 16 Potenzial der Wintersportausflügler 17 Potenzial der Wintersporturlauber 18 Soziodemographie ____________________________________ 22 Die Herkunft der Befragten nach Nielsengebieten 23 Die Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern 23 Die Aktivität der Wintersportler in der Saison 2009/2010 27 Die Haushalte der Befragten 31 Wintersportler in Freizeit und Urlaub – Marktsegmentierung nach Reisetypen 33 Wintersportverhalten ________________________________ 36 Wintersportarten 37 Wintersportausflüge 38 Wintersport als Nebenmotiv 39 Wintersport als Hauptmotiv 39 inhalt Reiseplanung _________________________________________ 42 Planung und Anreise 43 Reiseziele 45 Reiseverhalten und Reisebedürfnisse _________________ 50 Ausrüstung und Ausgaben 51 Allgemeine Reisefaktoren 56 Angebot und Nachfrage 64 Sonstige sportliche Freizeitaktivitäten 66 Skihallen und Wintersport-Events ____________________ 68 Skihallen 69 Wintersport-Events 72 Zusammenfassung ___________________________________ 76 ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitungEinleitung Konzept 7© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Die Entwicklung des Wintersports beginnt Ende des 19. Jahrhunderts, als man auf die Attraktivität der winterlichen Gebirge aufmerksam wurde. Ein erster starker Aufschwung folgte nach dem zweiten Weltkrieg mit der Weiterentwicklung von Skiern und Aufstiegshilfen, die es ermöglichten, die Bergregionen als Wintersportdestination zu nutzen. Bereits in den 1960er Jahren erzielte der Wintersporttourismus in vielen Gebieten eine höhere Wert- schöpfung als der Sommertourismus. Zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der Hotellerie und Gastronomie sowie bei der Erschließung der Skigebiete wurden in dieser Zeit umgesetzt. Seinen Höhepunkt erreichte der Wintersport schließlich in den 1970er/1980er Jahren als die Skigebiete massiv ausgebaut und die Bergbahnen zu den Leitbetrieben ganzer Talschaften wurden. Wintersport-Aktivitäten ist das primäre Reisemotiv von Sporttouristen, die im Winter in die Alpen und in die Mittelgebirge wie Sauerland, Schwarzwald oder Harz fahren. Über 1100 Liftanlagen, ca. 800 Skischulen, 140 Nordische Zentren, ca. 4000 Skiver- eine und unzählige Erfolge im Spitzensport weisen Deutschland als Wintersportland aus. Gegenwärtig scheint die Hochphase der Faszination „Schnee“ jedoch erreicht, wenn nicht überschritten zu sein. In vielen Regionen stagnieren die Besucherzahlen. Als Gründe hierfür werden u.a. diskutiert: mangelnde Schneessicherheit, Überalterung der Gesellschaft, Ände- rung des Sport- und Freizeitverhaltens, Kostenentwicklung und wirtschaftliche Gesamtlage. Die aus einer steigenden Erwartungshaltung resultierende Komfort- und Preisentwicklung spiegeln sich in der wirtschaftlichen Bedeutung des Wintersports in Deutschland wider. Aktuelle Studien weisen für den Sportkonsum der Deutschen alleine für den Skisport und Snowboardsport ein jährliches Ausgabevolumen von 13 Milliarden Euro aus. Damit bildet der Skisport das umsatzstärkste Einzelsegment, noch vor den Bereichen Fußball und Radsport. Für den Bereich Snowboard als separate Erhebungseinheit werden bisher zusätzliche 2 Milli- arden Euro pro Jahr für den Sportkonsum angegeben (Preuß, Wirtschaftliche Bedeutung des Sportkonsums für Deutschland, 2011). einle itung Während andere Freizeit- und Reiseaktivitäten und Gewohnheiten gut untersucht sind, gibt es bisher für den Wintersport und Wintersporttourismus keine detaillierten Informa- tionen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind. Aus diesem Grund haben das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stiftung Sicherheit im Skisport unter der Leitung der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie eine wissenschaftliche, repräsentative Erhebung zum Thema Wintersport in Deutschland durchgeführt. Welche Schlüsse können aus diesen Entwicklungen gezogen werden und welchen Stellen- wert wird der Wintersporttourismus in Zukunft für die Wintersportdestinationen einnehmen? Im Rahmen dieser Studie wird dargelegt, welche Wintersportaktivitäten von den Deutschen unternommen werden, wie sie sich auf einen Wintersportausflug bzw. -urlaub vorbereiten, welche Verhaltensweisen sie währenddessen aufweisen und welche Entwicklungen und Potenziale in Zukunft denkbar sind. Dabei wird insgesamt ein sehr weites Verständnis von Wintersport zu Grunde gelegt: Es werden sämtliche schneegebundenen Aktivitäten von Ski- Alpin über Langlauf bis hin zum Winterwandern und Schlittenfahren in die Betrachtung mit einbezogen. Hauptziel der Studie ist es, erstmals repräsentative Daten zur aktuellen Größe und Struktur des Marktsegments „Wintersport“ in Deutschland zu erheben und somit umfassen- de Kundeninformationen für strategische Planungen und eine gezielte Kundenansprache zu erhalten. Diese sind für die verschiedensten Akteure von großer Bedeutung und liefern wichti- ge Grundlagen für künftige Planungen oder Entscheidungen in Politik, in Sportfachverbänden wie vor allem dem Deutschen Skiverband (DSV), in Unternehmen, bei sporttouristischen Dienstleistern, bei touristischen Leitbetrieben und vielen mehr. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 8 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Grundlagen- studie Wintersport Deutschland Sozio- demographie Reiseplanung Reiseverhalten Markt- Analyse Reisetypen – Typologie Potenzial- Analyse Sportverhalten Untersuchungsinhalte der Grundlagenstudie Wintersport Deutschland Weiterhin soll mit den Ergebnissen der Studie die Basis für ein künftiges Monitoring des Marktsegments „Wintersport“ in Deutschland geschaffen werden, das in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern umgesetzt wird. Darüberhinaus liefert die Studie wichtige Informationen für aktuelle Fragestellungen im Bereich der Sportverhaltensberichter- stattung. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Untersuchungsinhalte der Studie, die in den folgenden Kapiteln ausführlich dargestellt werden. Konzept der studie Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 10 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Definition der Zielgruppe Je nach Verständnis werden Wintersporttouristen ganz unterschiedlich definiert. Unbestritten ist, dass alle Arten von Wintersporttouristen (Wintersporturlauber oder Wintersport ausflügler) positive ökonomische Effekte für das jeweilige Zielgebiet induzieren. Im Rahmen der „Grundlagenstudie Wintersport Deutschland“ liegt daher ein weites Ver- ständnis von Wintersporttourismus vor. Außer Wintersporturlauben WSU (Wintersport als Hauptmotiv) und Urlauben, bei denen der Wintersport nur eine von mehreren Urlaubsaktivitäten darstellt (Wintersport als Ne- benmotiv) wurden auch solche Wintersportaktivitäten in die Untersuchung mit einbezogen, die nicht an eine Übernachtung gebunden sind (Wintersportausflüge). Es fanden jedoch nur solche Wintersportausflüge WSA Berücksichtigung, die außerhalb des eigenen Wohnortes unternommen werden und eine Mindestdauer von 2 Stunden haben (inkl. An- und Abreise). Des Weiteren wurden im Rahmen der Befragung nur Wintersportler berücksichtigt, die schneegebundene Wintersportaktivitäten wie Ski Alpin, Snowboard, Ski Nordisch, Telemarken, Schlittenfahren/Rodeln, Schneeschuhlaufen oder Winterwandern ausüben. Eisgebundene Wintersportaktivitäten, wie z.B. Schlittschuhlaufen oder Eishockey, fanden hingegen keine Berücksichtigung. Methodische Vorgehensweise Aufbau der Untersuchung Die „Grundlagenstudie Wintersport Deutschland“ wurde in zwei aufeinanderfolgenden Schritten durchgeführt. Der erste Schritt bestand in einer Befragung deutscher Haushalte Konzept der studie mittels repräsentativer Telefonbefragung (CATI = Computer Assisted Telephone Interviews). Im zweiten Schritt folgte die eigentliche Hauptbefragung, bei der ausschließlich Wintersport- touristen mittels Online-Panel befragt wurden. Die Teilung der Untersuchung in zwei Schritte ist dem Umstand geschuldet, dass auch im Jahr 2010 noch längst nicht jeder Deutsche bereits einmal einen Wintersporturlaub mit mindestens einer Übernachtung unternommen hat. Die Inzidenz dieser Zielgruppe in der gesamtdeutschen Bevölkerung ist zu gering, um die vorliegende Untersuchung ausschließlich über eine Haushaltsbefragung durchzuführen. Ist eine Haushaltsbefragung aus ökonomischen Gründen nicht durchführbar, bedarf es eines anderen Weges, um einen repräsentativen Überblick über den Wintersporttourismus auf ge- samtdeutscher Ebene zu erhalten. Dieser Weg besteht in der Zweiteilung der Untersuchung. Der große Vorteil von Haushaltsbefragungen, repräsentative Zufallsstichproben zu ziehen, stößt bei touristischen Online-Befragungen an die Grenze der Machbarkeit. Dies hängt damit zusammen, dass je nach Inzidenz der Zielgruppe vor allem bei großen Stichprobengrößen die Anzahl an Panelteilnehmern nicht immer ausreichend groß ist, um ein repräsentatives Ergebnis für die deutsche Grundgesamtheit zu erzielen. Zur Lösung dieses Problems bietet sich die Quotierung mit anschließender Gewichtung der Stichprobe an. Durch diese Vor- gehensweise wird nicht mehr jeder Wintersporttourist willkürlich in die Stichprobe integ- riert. Genaue Quotierungsvorgaben steuern die Zusammensetzung der Stichprobe, die als möglichst genaues Abbild der Grundgesamtheit konstruiert wird. In den Fällen, in denen die Quotierungsvorgaben nicht exakt erfüllt werden können, wird schließlich eine nachträgliche Gewichtung der Daten vorgenommen. Telefonstichprobe Die der Hauptbefragung vorgeschaltete Telefonbefragung mittels CATI hatte eine Stichpro- bengröße von n = 2.000. Bei dieser Befragung wurde sich des sogenannten ADM Master- Samples bedient, das die Ziehung bundesweit repräsentativer Telefonstichproben ermöglicht. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 11© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Die Grundgesamtheit der telefonischen Voruntersuchung ist die Gesamtheit aller Telefonan- schlüsse Deutschlands. Diese umfasst ca. 71,7 Mio. Rufnummern, von denen 30,7 Mio. im Telefonbuch eingetragen sind. Die restlichen 41 Mio. Rufnummern werden nach dem Gabler- Häder-Verfahren generiert, um auch die nicht eingetragenen Teilnehmer zu erreichen. Die Ergebnisse der Telefonbefragung haben im Rahmen dieser Studie vor allem zwei Auf- gaben zu erfüllen: Zum einen dienen sie wie beschrieben der Sicherung der Repräsentativität der Hauptbefragung und zum anderen als Potenzialanalyse des deutschen Wintersportrei- semarktes. Damit im Rahmen der Hauptbefragung die Wintersporttouristen nicht willkürlich befragt werden mussten, wurden anhand der CATI-Befragung wesentliche Merkmale von Wintersporttouristen erhoben, welche der anschließenden Quotierung der Hauptbefragung dienten: Geschlecht und Alter der Wintersporttouristen Herkunft der Wintersporttouristen Die Potenzialanalyse beschränkt sich auf die Erhebung der wesentlichen Merkmale, die Aussagen über das zukünftige Marktpotenzial des Wintersporttourismus ermöglichen. Hauptstichprobe Im Rahmen der Hauptbefragung wurden ausschließlich Wintersporttouristen (Winter- sport aus flügler, Wintersporturlauber – Wintersport als Hauptmotiv oder Nebenmotiv) be- fragt. Die gezogene Stichprobe hat eine Größe von n = 4.047 Personen. Insgesamt wurden 3.505 Wintersporturlauber befragt (2.728 Wintersporturlauber mit Hauptmotiv Winter- sport und 777 Urlauber mit Nebenmotiv Wintersport) sowie 542 Wintersportausflügler, die bislang noch keinen Wintersporturlaub unternommen haben. Neben den über die CATI-Befragung gewonnenen Merkmalen zu Alter und Geschlecht der Befragten wurde auch die regionale Herkunft der Probanden für die Quotierung der Stichpro- Computer Assisted Telephone Interviews (CATI): > 2000 Probanden • Bundesweite Repräsentativbefragung mit 14 Fragen • Ziel: gegenwärtige Struktur und Größe des Marktsegments abzuschätzen. Online-Panel Wintersport: > 4000 Probandenzahl • Bundesweite Repräsentativbefragung mit 94 Fragen. • In diesem Panel werden ausschließlich Wintersportler befragt. Zielpopulation: Deutschland Alter: 14 – 70 Jahre Erhebungszeitraum: 12/2010 – 1/2011 Wintersporturlauber Wintersportausflügler Ski-Alpin Snowboard Winterwandern Skitourengehen Ski-Nordic Rodeln/Schlitteln Inaktive Wintersportler Aufhörer Verweigerer Konzept der Studie: Zweistufiges Verfahren Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 12 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie be berücksichtigt. Diese regionale Aufteilung der Stichprobe erfolgte auf Basis der Nielsen- gebiete, wodurch sich die Ergebnisse der Studie regional aufschlüsseln und zu den vorliegen- den Daten zu diesen Gebieten (Konsumverhalten, Kaufkraft etc.) in Beziehung setzen lassen. Durch die Kombination aller Quotierungsmerkmale ergaben sich insgesamt 80 Quotie- rungstöpfe, die bei der Hauptbefragung zu berücksichtigen waren. Ein Beispiel für einen derartigen Quotierungstopf sind Frauen im Alter von 14 bis 29 Jahren, die Wintersport betreiben und aus Nordrhein-Westfalen kommen. 59% der Quotierungstöpfe wurden gefüllt bzw. übererfüllt. Rund 41% der Töpfe konnten nicht vollständig gefüllt werden. 40% dieser Quotierungstöpfe waren jedoch mindestens zu 75% gefüllt. Da nicht alle 80 Töpfe zu 100% gefüllt werden konnten, wurden deren Soll-Wer- te mit den ermittelten Ist-Werten gewichtet. Auf diese Weise ließ sich die Repräsentativität der Stichprobe gewährleisten. Quotierungsmerkmale der Stichprobe Folgende Merkmale wurden zur Quotierung der Stichprobe herangezogen: 1. Herkunft nach Nielsengebiet Nielsengebiet 1: Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Nielsengebiet 2: Nordrhein-Westfalen Nielsengebiet 3a: Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland Nielsengebiet 3b: Baden-Württemberg Nielsengebiet 4: Bayern Nielsengebiet 5: Berlin Nielsengebiet 6: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Nielsengebiet 7: Sachsen und Thüringen 2. Geschlecht 3. Altersklassen 14-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 60 Jahre und älter Darstellung der Zielgruppenergebnisse Der vorliegende Forschungsbericht „Grundlagenstudie Wintersport Deutschland“ ist in sechs Abschnitte untergliedert und stellt die verschiedenen Schwerpunkte der Studie dar. Die Wintersporturlauber, die den Wintersport als Hauptmotiv für ihren Urlaub nannten, und die Urlauber, bei denen der Wintersport nur eine von mehreren Urlaubsaktivitäten darstellte (Wintersport als Nebenmotiv), werden aus Gründen der Übersichtlichkeit und um den Rahmen der Studie nicht zu sprengen, zusammengefasst betrachtet und gemeinsam als Wintersporturlauber bezeichnet. Somit wird zwischen Wintersporturlaubern (mit Übernach- tung) und Wintersportausflüglern (ohne Übernachtung) unterschieden. Die entsprechenden Stichproben sind mit (WSU) bzw. (WSA) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Wintersporttouristen, die bereits einmal Ski-Alpin, Snowboard oder Skilanglauf gefahren sind, differenzierter betrachtet. Hierbei werden die Wintersport- urlauber und Wintersportausflügler in den meisten Fällen zusammengefasst betrachtet und die entsprechenden Stichproben mit (Ski-Alpin / Snowboard / Ski-Nordisch) benannt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass nahezu 90% der Alpin-Skifahrer, 95% der Snowboarder und 92% der Skilangläufer bereits einen Wintersporturlaub unternommen haben und der Anteil an Ausflüglern somit sehr gering ausfällt. Potenzialanalyse Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 14 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Die zukünftige Entwicklung des Wintersporttourismus ist nicht nur abhängig von bran- chenspezifischen Trends und Entwicklungen, sondern natürlich auch von der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung Deutschlands. Der demographische Wandel – Resultat der stabil niedrigen Geburtenrate mit einer gleichzeitig steigenden Lebenserwartung – wird vor allem in einer gravierenden Veränderung der Altersstruktur spürbar werden. Trotz insgesamt stagnierender Bevölkerungszahlen wird die Gruppe der über 60-Jährigen laut Statistischem Bundesamt in den nächsten 20 Jahren um 7 Millionen auf 28,5 Millionen ansteigen. Dement- sprechend beträgt der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2030 voraussichtlich 37 Prozent, während die Anzahl der unter 30-Jährigen von knapp 25 auf ca. 20 Millionen sinken wird. Diese Zahlen bezüglich des Bevölkerungsvolumens und der Altersstruktur implizieren einen erheblichen Einfluss auf die Struktur jeglicher Märkte, also auch des touristischen Markts. Demnach ist unter anderem von einer wachsenden Bedeutung der Senioren im Tou- rismus auszugehen. Dieser Umstand ist jedoch nicht nur dem steigenden Anteil an Senioren an der Gesamtbevölkerung geschuldet. Weiterhin ist dieser Altersgruppe neben ansteigender Mobilität und Aktivität die Tendenz zu gesundheitsbewussterem und dennoch genussvollem Leben zuzuschreiben, was sich insbesondere in einem sportaffineren Urlaubsverhalten nie- potenzialanalyse derschlagen wird. Die Gruppe der älteren Wintersporttouristen besteht demnach nicht nur aus den erfahrenen Wintersportlern, welche die Begeisterung aus jungen Jahren ins Alter mitbringen, sondern ebenso aus solchen, die den Wintersport erst in späteren Lebenspha- sen für sich entdecken. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Entwicklung dazu geeignet ist, den zu beobachtenden Rückgang im Wintersportmarkt zu kompensieren. Ein wichtiges Anliegen der „Grundlagenstudie Wintersport Deutschland“ besteht darin, die Gesamtentwicklung des Marktes zu berücksichtigen und die zukünftige Entwicklung des Wintersporttourismus hierzulande auf Grundlage der Struktur des aktuellen Wintersport- marktes sowie der in die Zukunft gerichteten repräsentativen Erhebung besser einschätzen und beschreiben zu können. Aus diesem Grund wurde die der Hauptbefragung vorgeschaltete CATI-Befragung so konzipiert, dass sich Aussagen über die zukünftige Entwicklung des Win- tersporttourismus in Deutschland ableiten lassen. Neben den anhand der CATI-Befragung gewonnenen Ergebnissen werden in diesem Abschnitt ebenso Ergebnisse der Hauptbefra- gung dargestellt. Damit die nötige Transparenz der Daten gewahrt bleibt, wird stets mit angegeben, auf welche Stichprobe sich die präsentierten Ergebnisse beziehen. Dabei sind die Ergebnisse der CATI-Befragung mit (CATI) und die der Hauptbefragung mit (WSU) bzw. (WSA) gekennzeichnet. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 15© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Gesamtmarkt Wintersport Betrachtet man den Gesamtmarkt für Wintersport in Deutschland, so zeigt sich, dass über die Hälfte der Deutschen (52%) im Alter von mindestens 14 Jahren bereits Winter- sport betrieben haben. Das entspricht einer Gesamtzahl von ca. 36,8 Mio. Menschen. Hier- bei sind nur schneegebundene Wintersportaktivitäten wie z.B. Skifahren oder Winterwandern gemeint und kein Eissport wie z.B. Eislaufen oder Bobfahren. Von denjenigen Deutschen, die bereits Wintersporterfahrung besitzen, haben rund drei Viertel bereits einen Wintersporttagesausflug unternommen (Ein-Tagesausflug ohne Über- nachtung, bei dem eine Wintersportaktivität mit einer Mindestdauer von 2 Stunden inklusive An- und Abreise betrieben wurde und der außerhalb des eigenen Wohnortes stattfand). Gut die Hälfte dieser Gruppe hat bereits einmal einen Urlaub mit mindestens einer Übernachtung unternommen, bei dem Wintersport betrieben wurde, der Hauptgrund der Reise jedoch nicht in der Ausübung von Wintersport bestand. Wintersporturlaube (Hauptmotiv) wurden hingegen bereits von 70% derjenigen Deutschen unternommen, die Wintersporterfahrung besitzen. 52 79 51 70 48 21 49 30 nein ja 52 79 51 70 48 21 49 30 0 20 40 60 80 100 nein ja Gesamtmarkt Wintersport Datenbasis: CATI; A: n = 2000; B-D: n = 955 Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 16 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 46 18 31 54 19 19 Hauptmotiv Nebenmotiv 46 18 6 31 54 19 7 19 0 10 20 30 40 50 60 Ja Eher ja Eher nicht Nein Hauptmotiv Nebenmotiv Urlaub mit Wintersport als Haupt-/ Nebenmotiv Angaben in Prozent. Antworten derjenigen, die keine Wintersporterfahrung haben, sich aber vorstellen können, zukünftig Wintersport zu betreiben. Datenbasis: CATI: n = 120 60 71 Hauptmotiv 14 16 11 60 10 14 5 71 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Ja Eher ja Eher nicht Nein Nebenmotiv Geplanter Urlaub mit Wintersport als Haupt-/ Nebenmotiv in den nächsten 12 Monaten Angaben in Prozent. Antworten derjenigen, die keine Wintersporterfahrung haben, sich aber vorstellen können, zukünftig Wintersport zu betreiben. Geringe Fallzahlen! Datenbasis: CATI, n Hauptmotiv = 76 bzw. n Nebenmotiv = 88 Potenzial der Nicht-Wintersportler Diejenigen Deutschen, die bis dato noch keinen Wintersport betrieben haben, sind an diesem Thema nicht besonders interessiert. Nur 13% von ihnen können sich vorstellen, zukünftig Wintersport zu betreiben. Für rund drei Viertel der Wintersport unerfahrenen Deutschen, die sich vorstellen können, zukünftig Wintersport zu betreiben, käme ein Urlaub infrage, bei dem Wintersport betrieben wird, der Hauptgrund der Reise jedoch nicht in der Ausübung von Wintersport besteht. In Bezug auf Wintersporturlaube (Hauptmotiv) liegt der entsprechende Anteil bei rund zwei Dritteln. 10% der Wintersport unerfahrenen Deutschen, die sich vorstellen können, einen Urlaub zu unternehmen, bei dem Wintersport betrieben wird, der Hauptgrund der Reise jedoch nicht in der Ausübung von Wintersport besteht, planen mit hoher Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 12 Monaten einen solchen Urlaub zu unternehmen. Hinsichtlich der Wintersportur- laube liegt der entsprechende Anteil bei 14%. 79 7 6 9 79 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Ja Eher ja Eher nicht Nein „Können Sie sich vorstellen, zukünftig Wintersport zu betreiben?“ Angaben in Prozent. Antworten derjenigen, die keine Wintersporterfahrung haben. Datenbasis: CATI: n = 956. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 17© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 22 27 32 19 22 27 32 19 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Ja Eher ja Eher nicht Nein Alternative Wintersporturlaub: „Käme ein Wintersporturlaub mit mindestens einer Übernachtung für Sie in Frage?“ Angaben in Prozent. Antworten derjenigen, die bereits Wintersportausflüge, aber noch keine Wintersporturlaube unternommen haben. Datenbasis: WSA: n = 542 11 14 16 22 28 40 25 5 11 14 16 22 28 40 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Sonstiger Grund Zu hohe Umweltbelastung Möchte im Urlaub entspannen Partner bevorzugt andere Urlaubsform Familiäre Gründe Zu hohes Alter Gesundheitliche Situation Zu teuer Konkrete Gründe gegen Wintersporturlaub Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Antworten derjenigen, die bereits Wintersportausflüge, aber noch keine Wintersporturlaube unternommen haben und die ganz konkrete Gründe haben, die gegen einen solchen Urlaub sprechen. Datenbasis: WSA: n = 191. Potenzial der Wintersportausflügler Für etwa die Hälfte der Deutschen, die bereits Wintersportausflüge – aber noch kei- nen Wintersporturlaub – unternommen haben, käme ein Wintersporturlaub (Neben- oder Hauptmotiv) in Frage. Von dieser Gruppe planen 14% mit hoher Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 12 Monaten einen solchen Wintersporturlaub zu unternehmen. 17% derjenigen Wintersportausflügler, die noch über keine Wintersporturlaubserfahrung verfügen, aber planen innerhalb der nächsten 12 Monate einen Wintersporturlaub zu unter- nehmen, wissen bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit, wohin diese Reise gehen wird. Von denjenigen Wintersportausflüglern, die noch keine Wintersporturlaube unternommen haben und eher ausschließen, künftig in Wintersporturlaub zu fahren, haben 53% noch nicht über derartige Urlaube nachgedacht und 47% ganz konkrete Gründe, die gegen Winterspor- turlaube sprechen. Die wichtigsten Gründe, die gegen Wintersporturlaube sprechen, sind in diesem Zusammenhang die mit diesem Urlaub verbundenen Kosten, die eigene gesundheit- liche Situation sowie das eigene Alter, das als zu hoch eingestuft wird. Von untergeordneter Bedeutung ist hingegen der Umweltaspekt: Nur 5% dieses Personenkreises gaben an, aufgrund der mit einem Wintersporturlaub verbundenen Umweltbelastungen keinen solchen Urlaub unternehmen zu wollen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 18 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 28 21 27 23 28 21 27 23 0 5 10 15 20 25 30 35 Ja Eher ja Eher nicht Nein Geplanter Wintersporturlaub Angaben in Prozent. Antworten derjenigen, die bereits Wintersporturlaube unternommen haben. Datenbasis: WSU: n = 3505 1 9 2,0 2,1 2,3 3,5 4,8 11,6 1,5 1,5 1,7 1,9 2,0 2,1 2,3 3,5 4,8 11,6 0 5 10 15 Bayern Alpen Ischgl Bayerischer Wald Zillertal Harz Tirol Südtirol Schweiz Österreich Geplante Reiseziele – Top Ten Angaben in Prozent. Mehrfachnennung möglich. Antworten derjenigen, die bereits Wintersporturlaube unternommen haben und planen, innerhalb der nächsten 12 Monate erneut einen Wintersporturlaub zu unternehmen. Datenbasis: WSU: n = 1193. Potenzial der Wintersporturlauber Von denjenigen Deutschen, die bereits Wintersporturlaube unternommen haben, planen 28% mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 12 Monaten erneut einen Wintersportur- laub (Haupt- oder Nebenmotiv) zu unternehmen. 42% derjenigen Wintersporturlauber, die bereits über Wintersporturlaubserfahrung verfügen und planen innerhalb der nächsten 12 Monate einen Wintersporturlaub zu unter- nehmen, wissen bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit, wohin diese Reise gehen wird. Dabei wird das Reiseziel Österreich mit großem Abstand am häufigsten genannt. Die Schweiz und Südtirol folgen auf den Plätzen zwei und drei. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 19© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 9 15 18 20 22 34 M h i U l b 20 4 9 15 18 20 22 34 0 10 20 30 40 Sonstiger Grund Zu hohe Umweltbelastung Möchte im Urlaub entspannen Zu hohes Alter Partner bevorzugt andere Urlaubsform Gesundheitliche Situation Familiäre Gründe Zu teuer Gründe gegen Wintersporturlaub Angaben in Prozent. Mehrfachnennung möglich. Antworten derjenigen, die bereits Wintersporturlaube unternommen haben und die in den nächsten 12 Monaten keinen solchen Urlaub planen. Datenbasis: WSU: n = 1752. Diejenigen Wintersporturlauber, die nicht planen innerhalb der nächsten 12 Monate erneut einen Wintersporturlaub zu unternehmen, begründen dies insbesondere durch die mit diesem Urlaub verbundenen Kosten, familiäre Gründe sowie die eigene gesundheitliche Situation. Von untergeordneter Bedeutung ist hingegen auch hier der Umweltaspekt: Nur 4% dieses Personenkreises gab an, aufgrund der mit einem Wintersporturlaub verbundenen Um- weltbelastungen in den nächsten 12 Monaten nicht in Wintersporturlaub fahren zu wollen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 20 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Soziodemographie Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 22 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Bevor die Wintersporttouristen in den nachfolgenden Kapiteln in Bezug auf ihr Reisever- halten, ihre Motive etc. ausführlich analysiert und charakterisiert werden, folgt zunächst eine grundlegende Beschreibung der Wintersporttouristen anhand ihrer soziodemographischen Merkmale. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, einen ersten Überblick über die Struktur der Gesamtheit der deutschen Wintersporttouristen zu geben. Im Rahmen dieser Studie wird stets davon ausgegangen, dass sich Wintersporttouristen (Wintersporturlauber und Wintersportausflügler) in vielerlei Hinsicht voneinander unterscheiden. Deshalb werden diese beiden Gruppen immer getrennt voneinander dargestellt und die jeweiligen Ergebnisse gegenüber gestellt. Weiterhin werden die in der Studie genauer untersuchten Untergruppen der Alpin-Skifahrer, Snowboarder und Skilangläufer mit dargestellt. soziodemographie Wie im Kapitel zum Konzept der Studie beschrieben, konnte nicht jede Quote hundert- prozentig erfüllt werden. Vor diesem Hintergrund wurde eine Gewichtung der Ergebnisse vorgenommen. Mit Ausnahme der ersten Abbildung in diesem Kapitel werden immer nur die gewichteten Ergebnisse dargestellt. In diesem und in den folgenden Kapiteln werden in den Abbildungen zumeist Prozentwerte dargestellt. Wenn nichts anderes angegeben ist, wurden diese Prozentwerte in Bezug auf die Anzahl der Fälle berechnet. In vereinzelten Fällen wurden aus Gründen einer besseren Verständlichkeit anstelle der Prozentwerte absolute Zahlen verwendet. Dies wurde in der jeweiligen Abbildung kenntlich gemacht. Zum Abschluss des Kapitels werden die befragten Wintersportler nach Reisetypen klassifiziert und im Vergleich zum deutschen Gesamtmarkt dargestellt. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 23© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 15 20 14 12 18 5 7 8 14 20 13 14 18 8 9 15 20 14 12 18 5 7 8 14 20 13 14 18 3 8 9 0 5 10 15 20 25 Gesamt ungewichtet Gesamt gewichtet Herkunft der Befragten nach Nielsengebieten Angaben in Prozent. Datenbasis: ungewichtet: n = 4047; Datenbasis: gewichtet: n = 4047 Die Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern Im Zuge der Untersuchung wurden die Wintersportler noch einmal gezielt nach der Ausübung der drei Sportarten Ski Alpin, Snowboard und Ski Nordisch befragt. Von den ca. 36,8 Mio. Wintersportlern (über 14 Jahren) betreiben somit 15 Mio. alpinen Skisport, 4,3 Mio. Snowboard und 8,8 Mio. den nordischen Skisport. Vergleicht man die Grundge- samtheit der Wintersportler mit den zu den Sportarten Ski Alpin, Snowboard und Ski Nor- disch zugehörigen Sportlern, so ergeben sich herkunftsbezogene Unterschiede. Für alle drei genannten Sportarten kommen die meisten Sportler aus Bayern, erst danach die Quellregi- onen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Vor allem im Alpinen Skisport ist der Abstand zwischen Bayern und den weiteren Bundesländern sehr deutlich. Der Anteil an den drei Sportarten ist bei den nord- und ostdeutschen Wintersportlern deutlich geringer. Neben der allgemeinen Untersuchung der Herkunft der Wintersportler erfolgte bei der Befragung auch die explizite Abfrage der Wintersportaktivitäten in der Saison 2009/2010. Somit konnten für diese Saison Aktivitätsraten ermittelt werden, die einen Rückschluss auf das Aktivierungspotenzial liefern. So waren in der Saison 2009/2010 nur 49% der Alpin- Skifahrer aktiv. Bei den Snowboardern waren es 46% und bei den Langläufern nur 27%. Die Herkunft der Befragten nach Nielsengebieten Entsprechend der Quotierungsvorgabe stammt der größte Teil der befragten Wintersport- ler aus Nielsengebiet 2. Auf dem zweiten Rang befindet sich das Nielsengebiet 4, aus dem 18% der Wintersportler stammen. Es folgen die Nielsengebiete 1, 3a und 3b mit jeweils 14 bzw. 13%. Aus den Nielsengebieten 7, 6 und 5 stammen mit 9 bis 3% die wenigsten Wintersportler. Da sich die acht deutschen Nielsengebiete aus den Bundesländern zusam- mensetzen, entspricht die Verteilung der Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern der Verteilung der Nielsengebiete. Auf den ersten beiden Plätzen befinden sich Nordrhein- Westfalen und Bayern, auf den letzten beiden Plätzen liegen das Saarland und Bremen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 24 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern Datenbasis n = 4047 Bundesland Anteil (%) Baden-Württemberg 13,8 Bayern 18,4 Berlin 3,4 Brandenburg 3,4 Bremen 0,9 Hamburg 3,1 Hessen 8,4 Mecklenburg-Vorpommern 1,7 Niedersachsen 7,4 Nordrhein-Westfalen 19,7 Rheinland-Pfalz 3,4 Saarland 1,3 Sachsen 6,8 Sachsen-Anhalt 3,0 Schleswig-Holstein 3,0 Thüringen 2,4 Gesamt 100,0 ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 25© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern – Absoluter Vergleich: Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch & relativer Anteil an der Gesamtbevölkerung Angaben in Mio. Sportler und Anteil in Prozent. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Bundesland Einwohner* Mio. Ski-Alpin Mio. Snowboard Mio. Ski-Nordisch Mio. Ski Alpin % Einw Snowboard % Einw Ski-Nordisch % Einw Baden-Württemberg 9,22 2,52 0,71 1,25 27,3 7,7 13,6 Bayern 10,81 4,15 0,88 1,84 38,4 8,1 17,0 Berlin 3,02 0,44 0,13 0,32 14,6 4,3 10,6 Brandenburg 2,24 0,34 0,18 0,20 15,2 7,9 8,9 Bremen 0,62 0,11 0,04 0,07 17,9 6,2 11,4 Hamburg 1,59 0,48 0,18 0,29 30,3 11,2 18,3 Hessen 5,21 1,37 0,30 0,78 26,3 5,8 15,0 Mecklenburg-Vorpommern 1,44 0,17 0,06 0,10 11,8 4,2 7,0 Niedersachsen 6,81 0,70 0,27 0,68 10,3 3,9 10,0 Nordrhein-Westfalen 15,38 2,71 0,79 1,71 17,6 5,1 11,1 Rheinland-Pfalz 3,47 0,48 0,13 0,23 13,9 3,8 6,6 Saarland 0,88 0,19 0,03 0,10 21,6 3,0 11,4 Sachsen 3,69 0,63 0,32 0,58 17,1 8,5 15,7 Sachsen-Anhalt 2,07 0,19 0,10 0,22 9,2 4,6 10,6 Schleswig-Holstein 2,42 0,29 0,12 0,22 12,0 5,1 9,1 Thüringen 1,98 0,26 0,08 0,21 13,1 4,2 10,6 Gesamt 70,82 15,03 4,30 8,80 21,2 6,1 12,4 Ski Nordisch Snowboard Ski Alpin * Einwohner über 13 Jahre, Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2010 Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 26 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Herkunft der Wintersportler nach Bundesländern – Prozentualer Vergleich: Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch Datenbasis: Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Bundesland Ski Alpin % Snowboard % Ski Nordisch % Baden-Württemberg 16,77 16,49 14,20 Bayern 27,61 20,37 20,91 Berlin 2,93 3,05 3,64 Brandenburg 2,26 4,12 2,27 Bremen 0,73 0,88 0,80 Hamburg 3,19 4,14 3,30 Hessen 9,12 6,98 8,86 Mecklenburg-Vorpommern 1,13 1,40 1,14 Niedersachsen 4,66 6,19 7,73 Nordrhein-Westfalen 18,03 18,35 19,43 Rheinland-Pfalz 3,19 3,09 2,61 Saarland 1,26 0,60 1,14 Sachsen 4,19 7,33 6,59 Sachsen-Anhalt 1,26 2,21 2,50 Schleswig-Holstein 1,93 2,88 2,50 Thüringen 1,73 1,93 2,39 Gesamt 100,00 100,00 100,00Ski Nordisch Snowboard Ski Alpin ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 27© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Die Aktivität der Wintersportler in der Saison 2009/2010 Aktivität der Wintersportler Saison 2009/2010 – Absoluter Vergleich: Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch & relativer Anteil an der Gesamtbevölkerung Angaben in Prozent. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Ski Nordisch Snowboard Ski Alpin Bundesland Einwohner* Mio. Ski-Alpin Mio. Snowboard Mio. Ski-Nordisch Mio. Ski Alpin % Einw Snowboard % Einw Ski-Nordisch % Einw Baden-Württemberg 9,22 1,29 0,24 0,32 14,0 2,6 3,5 Bayern 10,81 1,77 0,31 0,36 16,4 2,8 3,3 Berlin 3,02 0,19 0,08 0,10 6,3 2,6 3,2 Brandenburg 2,24 0,19 0,08 0,09 8,6 3,4 4,1 Bremen 0,62 0,07 0,03 0,01 10,6 5,7 1,3 Hamburg 1,59 0,27 0,06 0,07 16,8 3,9 4,7 Hessen 5,21 0,77 0,16 0,24 14,8 3,0 4,5 Mecklenburg-Vorpommern 1,44 0,16 0,03 0,05 10,9 2,0 3,6 Niedersachsen 6,81 0,30 0,16 0,20 4,4 2,3 2,9 Nordrhein-Westfalen 15,38 1,21 0,39 0,35 7,9 2,5 2,3 Rheinland-Pfalz 3,47 0,18 0,09 0,03 5,3 2,6 0,9 Saarland** 0,88 0,08 - 0,02 8,8 - 2,5 Sachsen 3,69 0,43 0,17 0,21 11,8 4,5 5,7 Sachsen-Anhalt 2,07 0,13 0,06 0,11 6,1 2,7 5,4 Schleswig-Holstein 2,42 0,19 0,09 0,08 8,0 3,7 3,4 Thüringen 1,98 0,17 0,04 0,12 8,5 2,2 6,1 Gesamt 70,82 7,39 1,98 2,36 10,4 2,8 3,3 * Einwohner über 13 Jahre, Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2010 – ** Datenbasis Snowboard zu gering, keine validen Daten Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 28 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Aktivität der Wintersportler Saison 2009/2010 – Prozentualer Vergleich: Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch Angaben in Prozent. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Bundesland Ski Alpin % Snowboard % Ski Nordisch % Baden-Württemberg 17,4 12,3 13,5 Bayern 24,0 15,5 15,1 Berlin 2,6 3,9 4,1 Brandenburg 2,6 3,8 3,9 Bremen 0,9 1,8 0,3 Hamburg 3,6 3,1 3,1 Hessen 10,4 8,0 10,0 Mecklenburg-Vorpommern 2,1 1,5 2,2 Niedersachsen 4,0 7,8 8,4 Nordrhein-Westfalen 16,3 19,7 14,9 Rheinland-Pfalz 2,5 4,6 1,3 Saarland* 1,0 - 0,9 Sachsen 5,9 8,4 8,8 Sachsen-Anhalt 1,7 2,8 4,7 Schleswig-Holstein 2,6 4,5 3,5 Thüringen 2,3 2,2 5,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0Ski Nordisch Snowboard Ski Alpin * Datenbasis Snowboard zu gering, keine validen Daten ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 29© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Aktivierungspotenzial – Anteil Saison 2009/2010 zur Gesamtanzahl Wintersportler: Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch Angaben in Prozent. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Bundesland Ski Alpin % Snowboard % Ski Nordisch % Baden-Württemberg 51,1 34,4 25,4 Bayern 42,8 35,1 19,4 Berlin 43,3 58,9 30,5 Brandenburg 56,5 43,0 45,5 Bremen 59,1 92,0 11,2 Hamburg 55,4 34,9 25,5 Hessen 56,2 52,8 30,3 Mecklenburg-Vorpommern 91,8 48,5 51,4 Niedersachsen 42,6 58,5 29,2 Nordrhein-Westfalen 44,6 49,5 20,6 Rheinland-Pfalz 38,5 69,0 13,0 Saarland* 40,6 - 22,4 Sachsen 68,9 52,8 36,0 Sachsen-Anhalt 66,1 58,3 50,9 Schleswig-Holstein 67,0 71,9 37,6 Thüringen 64,4 52,7 57,4 Gesamt 49,2 46,1 26,8Ski Nordisch Snowboard Ski Alpin * Datenbasis Snowboard zu gering, keine validen Daten Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 30 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 53 54 58 50 60 47 46 42 50 40 10 53 54 58 50 60 47 46 42 50 40 0 10 20 30 40 50 60 70 Männlich Weiblich Verteilung nach Geschlecht Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 23 24 21 57 21 25 20 28 28 29 33 23 24 21 57 21 16 13 16 25 15 19 19 20 12 17 14 16 14 3 14 28 28 29 3 33 0 10 20 30 40 50 60 70 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 14 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 bis 59 Jahre 60 Jahre und älter Verteilung nach Altersklassen Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Hinsichtlich des Geschlechts kann festgestellt werden, dass Männer insgesamt etwas wintersportaffiner sind als Frauen: 53% der Wintersporturlauber und 54% der Winterspor- tausflügler sind Männer. Bezogen auf die ausgeübten Wintersportdisziplinen wird deutlich, dass vor allem bei Ski Nordisch und Ski Alpin der Männeranteil deutlich dominiert, während beim Snowboard der Frauenanteil sogar minimal höher ist als der Männeranteil. Vergleicht man das Alter von Wintersporturlaubern und Wintersportausflüglern, lassen sich innerhalb der gebildeten Altersklassen keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Lediglich die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen ist unter den Wintersporturlaubern mit 16% etwas stärker vertreten als unter den Wintersportausflüglern (13%). Das Durchschnittsalter beträgt bei beiden Gruppen etwas mehr als 45 Jahre (Durchschnittsalter aller Wintersport- ler: 45,4 Jahre). Während sich die Altersverteilung der Alpinen Skifahrer kaum von derjenigen der Winter- sportler im Allgemeinen unterscheidet, weicht die Verteilung beim Snowboard und bei Ski Nordisch deutlich ab. Beim Snowboard ist ein starkes Gefälle der Altersverteilung festzu- stellen. Über die Hälfte der Snowboarder ist jünger als 30 Jahre, ein weiteres Viertel ist zwischen 30 und 39 Jahre alt. Demgegenüber ist der Anteil der über 50-Jährigen verschwin- dend gering. Beim Skilanglauf zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Ein Drittel der Skilangläufer ist 60 Jahre oder älter. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 31© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 43 41 37 57 59 63 71 52 43 41 37 29 48 57 59 63 0 20 40 60 80 100 60 Jahre und älter 50 bis 59 Jahre 40 bis 49 Jahre 30 bis 39 Jahre 14 bis 29 Jahre Männlich Weiblich Geschlecht nach Altersklassen Angaben in Prozent. Datenbasis: WSUm: n = 1719; WSUw: n = 1786) 0 10 20 30 40 50 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Personen pro Haushalt Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Männliche Wintersportler – sowohl Urlauber als auch Ausflügler – sind deutlich älter als weibliche Wintersportler. Der Altersunterschied liegt bei durchschnittlich 9,1 Jahren (Durchschnittsalter Männer: 49,7 Jahre; Frauen: 40,6 Jahre). Auch in den verschiedenen Wintersportdisziplinen steigt mit zunehmendem Alter der Männeranteil kontinuierlich an. Das Durchschnittsalter der Alpin-Skifahrer liegt bei 46,1 Jahren (Männer 49,9 Jahre; Frauen 40,7 Jahre), bei den Langläufern bei 47,4 (Männer 51,7 Jahre; Frauen 41,0 Jahre). Die Snowboarder sind mit einem Durchschnittsalter von 30,7 Jahren deutlich jünger. Darüber hinaus ist hier der Altersunterschied zwischen Männern (32,3 Jahre) und Frauen (29,1 Jahre) relativ gering. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass aufgrund der Telefonbefragung keine Kinder unter 14 Jahren in die Auswertungen eingezogen sind. Die Haushalte der Befragten Mehr als die Hälfte der Wintersportler ist verheiratet. Etwa ein Drittel der Wintersportler ist noch ledig. Dieser Anteil liegt aufgrund der deutlich abweichenden Altersstruktur bei den Snowboardern hingegen bei 66%. Der Familienstand der Alpinskifahrer und der Skilangläufer entspricht in etwa der Verteilung der Gesamtheit der Wintersportler. Betrachtet man die Haushaltsform der Wintersportler, stellt man fest, dass Zwei- personenhaushalte ohne Kinder mit jeweils 40% sowohl unter den Urlaubern als auch den Ausflüglern besonders stark vertreten sind. Es folgen Mehrpersonenhaushalte mit Kindern und allein lebende Personen. Alleinerziehende stellen die kleinste Gruppe unter den Winter- sportlern. Insgesamt stammen 73% der Wintersportler aus Haushalten ohne Kinder. Beim Haushaltstyp lassen sich sowohl zwischen Wintersporturlaubern und -ausflüglern, als auch innerhalb der Wintersportdisziplinen keine großen Unterschiede erkennen. Die durchschnitt- liche Haushaltsgröße der Wintersporturlauber liegt bei 2,34 Personen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 32 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 10 20 30 40 50 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Berufsgruppen Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928) WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 Einkommensgruppen Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 2829; WSA: n = 439; Ski Alpin: n = 1.619; Snowboard: n = 469; Ski Nor- disch: n = 928 Eine genauere Betrachtung der Berufsgruppen ergibt, dass Angestellte unter den Winter- sporturlaubern mit 37% wesentlich häufiger zu finden sind als unter den Ausflüglern (30%). Hingegen ist der Anteil der Arbeiter in der Gruppe der Wintersporturlauber mit knapp 5% nur ca. halb so groß wie der entsprechende Anteil in der Gruppe der Wintersportausflügler. Personen im (Vor-)Ruhestand sind mit 20 bzw. 23% nach den Angestellten am zweitstärks- ten vertreten. Die Ergebnisse für die Wintersportdisziplinen Ski-Alpin und Skilanglauf liegen in einem ähnlichen Bereich wie die Ergebnisse für die Wintersporturlauber. Auffällig ist hingegen der überdurchschnittlich hohe Anteil an Angestellten, Studenten und Schülern bei den Snow- boardern. Im Gegenzug sind Personen im (Vor-)Ruhestand kaum unter den Snowboardern anzutreffen (1,3%). Nicht nur hinsichtlich der Berufsgruppen, sondern auch bezogen auf das Einkommen unterscheiden sich die Wintersportler. Während mehr als ein Viertel der Haushalte der Wintersporturlauber mindestens 3.500 Euro netto pro Monat verdient, weisen nur ca. 15% der Haushalte der Wintersportausflügler ein Einkommen dieser Höhe auf. Entsprechend sind Personen ohne bisherigen Wintersporturlaub in fast allen unteren Einkommens klassen stärker vertreten als solche, die schon einmal im Wintersporturlaub waren. Auch die Alpin- Skifahrer, Snowboarder und Skilangläufer verfügen über ein durchschnittliches Haushaltsnet- toeinkommen, welches noch einmal etwas über dem der Gesamtheit der Wintersporturlau- ber liegt. Dennoch verfügen beispielsweise 38 % der Alpinskifahrer über ein Haushaltsnetto- einkommen von weniger als 2.500 Euro im Monat. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 33© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Wintersportler in Freizeit und Urlaub – Marktsegmentierung nach Reisetypen Als Ergänzung zu den bisherigen soziodemographischen Darstellungen ist die Frage, welche Grundmotive die Wintersportler generell zu einem Ausflug oder Urlaub bewegt und welche grundsätzlichen Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen sie kennzeichnen, von großer Bedeutung. Dementsprechend ist es von Interesse, die Wintersportler in einen weitreichenderen touristischen bzw. freizeitbezogenen Kontext einzuordnen. Aus diesem Grund werden im Folgenden die „Trendscope Reisetypen“ kurz vorgestellt, die auf Basis einer detaillierten psychographischen Segmentierung von Touristen ermittelt wurden und die grundlegende Unterschiede hinsichtlich der Werte, Motive und Eigenschaften der einzelnen Reisetypen sichtbar machen. Hierbei wird der deutsche Gesamtmarkt zu den Wintersportlern in Bezug gesetzt. Insgesamt konnten 3.573 der 4.047 befragten Wintersporttouristen den Trend- scope Reisetypen zugeordnet werden. Grundlegend sind für eine zielgruppenorientierte Marktbearbeitung psychographische Marktsegmentierungen häufig die ideale Basis. Für den Einsatz innerhalb bestimmter Branchen sind allgemeine Typologien jedoch in der Regel zu unspezifisch. Für die Touristik schließen die Trendscope Reisetypen als psychographische Marktsegmentierung genau diese Lücke. Anders als bestehende soziodemographische oder themenbezogene Segmentierungs- ansätze liefern die Trendscope Reisetypen umfassende Informationen zu den relevanten Motiven, Wünschen und Werten der Reisenden. Damit bekommen touristische Leistungsträ- ger z.B. wertvolle Hinweise auf die Psychologie hinter Informationsprozessen und Buchungs- entscheidungen. Bei der Erstellung der Reisetypen wurde der gesamte Reiseprozess vom ursprünglichen Urlaubswunsch über den Informations- und Buchungsprozess, die Reisedurch- führung bis hin zur Reisenachbereitung berücksichtigt. Die Zuordnung der Wintersporturlau- ber zu den Trendscope Reisetypen ermöglicht eine Ausrichtung an den hinter der Buchungs- entscheidung stehenden Wünschen und Werten. Hierdurch lassen sich Angebotsentwicklung, Marketing und Vertrieb im Bereich des Wintersporttourismus zielgenau optimieren. Bei der Zuordnung der Wintersporttouristen zu den Trendscope Reisetypen fällt auf, dass die Wintersportler insbesondere unter den „serviceorientierten Paradiessuchern“, den „gelassenen Begegnungssuchern“ sowie den „statusorientierten Sammlern“ zu finden sind. Insgesamt werden 59% der Wintersporttouristen diesen drei Reisetypen zugeordnet. Dies bedeutet, dass es sich ein großer Teil der Wintersporttouristen im Urlaub gut gehen lassen möchte und Spaß sowie Erholung im Vordergrund stehen (entspricht den Paradiessuchern), ein zweiter großer Teil den Tag auf sich zukommen lassen und dabei mit anderen Menschen in Kontakt kommen möchte (entspricht Begegnungssuchern) und eine dritte Gruppe großen Wert darauf legt, Bewunderung für das Erlebte zu erhalten (Sammler). Während im deutschen Gesamtmarkt die „serviceorientierten Paradiessucher“ einen Anteil von 12% einnehmen, liegt dieser mit 20% bei den Wintersportlern deutlich höher. Demgegenüber sind die „zielorientierten Rationalisten“ mit 14% unter den Wintersportlern deutlich geringer Vertreten als im deutschen Gesamtmarkt (19%). Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 34 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 17 15 1512 17 19 6 18 11 12 20 21 14 5 Statusorientierte Sammler (17% : 18%) Präsentation reisebezogener Statussymbole. Mitteilsam, Bedürfnis nach Bewunderung, Erweiterung der Sammlung an Statussymbolen, Bereisen möglichst vieler verschiedener Destinationen Familiäre Balancesucher (15% : 11%) Unternehmungen in der Familie und der Gemeinschaft. Ruhe und Erholung, Stress vermeiden, verwöhnen lassen Informierte Abenteurer (15% : 12%) Abwechslung und Offenheit für Neues. Erlebnisse und neue Erfahrungen, Einstellen auf Menschen und Gegebenheiten der Destination, Informationen sammeln Serviceorientierte Paradiessucher (12% : 20%) Rundum verwöhnen lassen. Genuss am Urlaub, Spaß, keine Überforderung, Erholung im Vordergrund Service (12% : 2 Rundum Urlaub, S im Vorde Gelassene Begegnungssucher (17% : 21%) Spontan und gelassen. Kein Zeitdruck, Genuss suchend, kommunikativ, Kontakt zu Einheimischen und anderen Gästen Zielorientierte Rationalisten (19% : 14%) Sehr anspruchsvoll, Beschwerdeneigung. Legt Wert auf gute Qualität und Service, planvoll, selbstbewusst und ehrgeizig, selbst gesteckte Ziele S P B m Genügsame Planer (6% : 5%) Gewohnheits- und Familienmensch. Bodenständig, konservativ, vertrauen auf Altbewährtes, risikoavers, kontrolliert, planvoll, anspruchslos 7 9 Verteilung der Reisetypen: Gesamtmarkt vs. Wintersportler Verteilung der Reisetypen: Gesamtmarkt vs. Wintersportler Wintersportverhalten Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 36 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Gegenstand dieses Kapitels ist die Art des ausgeübten Wintersports. Das grundlegende Unterscheidungsmerkmal zwischen den Wintersporttouristen besteht dabei in der Frage, ob diese bereits einen Wintersporturlaub mit mindestens einer Übernachtung (Wintersportur- lauber mit Hauptmotiv Wintersport oder Wintersporturlauber mit Nebenmotiv Wintersport) unternommen haben, oder ob es sich ausschließlich um Ausflügler handelt, die während ihres Wintersportausflugs auf Übernachtungen verzichten. Sowohl die Wintersporturlauber als auch die Wintersportausflügler werden im Rahmen dieses Kapitels zunächst hinsichtlich der von ihnen betriebenen Wintersportaktivitäten analysiert und anschließend quantitativ beschrieben. Darüber hinaus erfolgt ein Vergleich der Wintersportdisziplinen Ski Alpin, Snowboard und Ski Nordisch. Wintersportverhalten ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 37© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 20 40 60 80 100 Telemarken Ski Nordisch (Skaten) Schneeschuhwandern Snowboard Skitouren Ski Nordisch (klassisch) Winterwandern Ski Alpin Schlittenfahren/Rodeln WS-Urlauber WS-Ausflügler Unternommene Wintersportarten – Wintersporturlauber vs. Wintersportausflügler Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542 0 20 40 60 80 100 Telemarken Ski Nordisch (Skaten) Schneeschuhwandern Skitouren Snowboard Winterwandern Ski Nordisch (klassisch) Schlittenfahren/Rodeln Ski Alpin Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Unternommene Wintersportarten – Ski Alpin vs. Snowboard vs. Ski Nordisch Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Wintersportarten Schlittenfahren bzw. Rodeln ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Wintersportart unter den Wintersporttouristen. Während bereits 80% der Wintersportausflügler gerodelt sind, liegt deren Anteil bei den Wintersporturlaubern bei 72%. Auf dem zweiten Platz folgt mit deutlichem Abstand Ski-Alpin, das von 45% der Wintersporturlauber, aber nur von 10% der Wintersportausflügler bisher unternommen wurde. Für diese folgen hingegen Winter- wandern und Ski Nordisch (klassisch) auf den Plätzen zwei und drei. Auch für die Winterspor- turlauber stellen das Winterwandern und Ski Nordisch (klassisch) beliebte Urlaubsaktivitäten dar, denen etwa ein Viertel von ihnen bereits nachgegangen ist. Skitouren, Snowboarden und Schneeschuhwandern nehmen in der Beliebtheit der Wintersporturlauber die folgenden Plätze ein. Skaten und Telemarken werden nur von wenigen Wintersporturlaubern ausgeübt. Bis auf das Schlittenfahren/Rodeln werden alle abgefragten Aktivitäten von den Urlaubern stärker wahrgenommen als von den Ausflüglern. Die größten Unterschiede treten in diesem Zusammenhang bei Ski-Alpin und beim Snowboarden auf. Bezogen auf die Zugehörigkeit der Wintersportler zu den einzelnen Disziplinen ergeben sich erwartungsgemäß Unterschiede zwischen den unternommenen Sportarten. Neben Ski-Alpin fahren die Ski-Alpinisten auch überdurchschnittlich oft Ski Nordisch, Snowboard sowie Telemark und unternehmen Skitouren. Dafür wird das Schlittenfahren sowie das Winterwandern von ihnen nur unterdurchschnittlich oft betrieben. Der Anteil an skierfahrenen Wintersportlern ist bei den Snowboardern überdurchschnittlich groß. Dies gilt sowohl für die nordischen als auch die alpinen Ski-Varianten. Mit dem Schlittenfahren haben die Skilangläu- fer neben der klassischen Ski Nordisch Variante zwar die meisten Erfahrungen, haben diese Wintersportart im Vergleich zu der Gesamtheit der Wintersportler aber dennoch vergleichs- weise selten betrieben. Dafür verfügen überdurchschnittlich viele Skilangläufer über Erfahrun- gen mit Ski-Alpin, Winterwandern und Skitouren. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 38 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Einem Zwei Drei Vier bis sechs Sieben bis zehn Mehr als zehn Weiß nicht Wintersporterfahrung – „Seit wie vielen Jahren betreiben Sie bereits Wintersport?“ Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 WS-Urlauber WS-Ausflügler 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Keinen Einen Zwei Drei bis fünf Sechs bis zehn Mehr als zehn Weiß nicht Anzahl der Wintersportausflüge in den letzten 12 Monaten (Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 2547; WSA: n = 542) Insgesamt sind die deutschen Wintersporttouristen sehr wintersporterfahren. 58% der Urlauber und immerhin 40% der Ausflügler betreiben bereits seit mehr als 10 Jahren Wintersport. Lediglich 2% der Urlauber und 4% der Ausflügler betreiben erst seit einem Jahr Wintersport. Bezogen auf die einzelnen Disziplinen fällt auf, dass die Alpin-Skifahrer und Skilangläufer zu jeweils über 70% bereits mehr als 10 Jahre Wintersporterfahrung aufwei- sen. Aufgrund der deutlich jüngeren Altersstruktur ist dieser Wert bei den Snowboardern mit 47% deutlich geringer. Mitgliedschaften in Wintersportvereinen liegen nur bei einem sehr geringen Teil der Wintersporttouristen vor: Während immerhin noch 5% der Wintersporturlauber in einem Wintersportverein angemeldet sind, liegt der Anteil bei den Ausflüglern bei nahezu 0%. Der Anteil der in einem Verein organisierten Alpin-Skifahrer und Skilangläufer liegt hier bei jeweils 7%, der Anteil der Snowboarder bei 10%. Wintersportausflüge Etwa drei Viertel der Personen, die bereits in Wintersporturlaub gefahren sind, haben auch schon einen Tagesausflug unternommen, bei dem Wintersport betrieben wurde. Ein weiteres Viertel unternimmt Wintersport somit nur im Urlaub bzw. falls möglich direkt am Wohnort. Von denjenigen, die bereits Wintersportausflüge unternommen haben, haben etwa zwei Drittel in den letzten 12 Monaten mindestens einen solchen Ausflug unternommen. Während der Anteil der Wintersporturlauber und Wintersportausflügler, die im Vorjahr ein bis fünf Wintersportausflüge unternommen haben, mit je ca. 55% gleich hoch ausfällt, ist der Anteil der Wintersporturlauber, die im Vorjahr mehr als fünf Wintersportausflüge unter- nommen haben, doppelt so hoch wie der entsprechende Anteil der Wintersportausflügler. Wintersporturlauber unternehmen somit mehr Wintersportausflüge als Personen, die noch keine Wintersporturlaube unternommen haben. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 39© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 40 35 15 40 35 15 6 2 1 1 0 10 20 30 40 50 Keinen Einen Zwei Drei bis fünf Sechs bis zehn Mehr als zehn Weiß nicht Anzahl der Urlaube mit Nebenmotiv Wintersport in den letzten 12 Monaten Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 2577 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 Keinen Einen Zwei Drei bis fünf Sechs bis zehn Mehr als zehn Weiß nicht Anzahl der Urlaube mit Hauptmotiv Wintersport in den letzten 12 Monaten Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 2728; Ski Alpin: n = 1489; Snowboard: n = 425; Ski Nordisch: n = 765 Wintersport als Nebenmotiv 63% der Wintersportler in Deutschland haben schon einmal einen Urlaub unternommen, bei dem sie Wintersport betrieben haben, der Hauptgrund der Reise jedoch nicht in der Ausübung von Wintersport lag. Von denjenigen, die bereits Urlaube unternommen haben, in denen Wintersport betrieben wurde, dieser aber nicht das Hauptmotiv für die Reise darstellte, hat über ein Drittel in den vergangenen 12 Monaten einen solchen Urlaub unternommen. Etwa ein Viertel dieser Gruppe hat mindestens zwei solcher Urlaube in den letzten 12 Monaten unternommen. 40% dieser Gruppe haben in den zurückliegenden 12 Monaten hingegen keinen solchen Urlaub unternom- men. Wintersport als Hauptmotiv 68% der Wintersportler in Deutschland haben bereits einmal einen Wintersporturlaub mit mindestens einer Übernachtung unternommen, bei dem der Hauptgrund der Reise in der Ausübung von Wintersport lag. Von denjenigen, die bereits Wintersporturlaube unter- nommen haben, in denen Wintersport das Hauptmotiv für die Reise darstellte, hat etwa ein Drittel in den vergangenen 12 Monaten einen solchen Urlaub unternommen. Ca. ein Viertel dieser Gruppe hat mindestens zwei solcher Urlaube in den letzten 12 Monaten unternom- men. 45% dieser Gruppe haben in den zurückliegenden 12 Monaten hingegen keinen solchen Urlaub unternommen. Bei den Alpin-Skifahrern und Skilangläufern haben bereits 92% einen Hauptmotiv-Wintersporturlaub unternommen, bei den Snowboardern sind dies 90%, bei den Langläufern 82%. Während die Anzahl der Hauptmotiv-Wintersporturlaube in den letzten 12 Monaten bei Alpin-Skifahrern und Skilangläufern ähnlich verteilt sind wie bei der Gesamtheit der Wintersporturlauber, ergeben sich bei den Snowboardern deutliche Abweichungen. So haben 71% der Snowboarder in den letzten 12 Monaten mindestens einen Wintersportur- laub unternommen, nur 28% haben keinen solchen Urlaub unternommen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 40 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Reiseplanung Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 42 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Vor dem Wintersporturlaub bzw. -ausflug beschäftigt sich der Wintersporttourist mit wichtigen vorbereitenden Maßnahmen. Für die Planung von Wintersporturlauben bzw. -ausflügen und für die Wahl der Destination werden ihm inzwischen zahlreiche Hilfestellungen angeboten. Im Rahmen dieses Kapitels wird daher zunächst dargestellt, wie die Wintersporttouristen ihren Wintersporturlaub bzw. -ausflug vorbereiten. Anschließend wird aufgezeigt, welche Destinationen die Wintersporttouristen während ihres letzten Wintersporturlaubs bzw. -ausflugs besucht haben. reiseplanung An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass bei den dargestellten Urlaubszielen keine Aggregation der Regionen zu größeren Einheiten wie Bundesländern oder Staaten vorgenommen wurde. Für die Aufstellung der Top 10 wurden ausschließlich die tatsächlichen Nennungen der Wintersporttouristen ausgezählt. Würde man beispielsweise alle Nennungen, die auf Österreich als Ganzes sowie die einzelnen Reisegebiete des Landes wie Tirol etc. entfallen, gemeinsam betrachten, ergäbe sich eine andere Verteilung. Diese würde jedoch nicht mehr die Sichtweise der Wintersporttouristen widerspiegeln. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 43© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Mediennutzung zur Reiseplanung – Wintersporturlauber vs. Wintersportausflügler Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542 Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Mediennutzung zur Reiseplanung – Ski Alpin vs. Snowboard vs. Ski Nordisch. Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1500; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 856 Planung und Anreise Die Wintersportler weisen insgesamt eine hohe Internetaffinität auf. Dies verdeutlichen die Nennungen der von den Wintersportlern zur Planung ihres Ausflugs bzw. Urlaubs einge- setzten Medien. Sowohl die Wintersporturlauber als auch die -ausflügler nutzen das Internet primär zur Vorbereitung ihrer Reise. Neben dem Internet im Allgemeinen, das von mehr als zwei Dritteln der Wintersporturlauber und nahezu der Hälfte der Wintersportausflügler als Medium zur Reiseplanung eingesetzt wird, greifen insbesondere die Wintersporturlauber bei ihrer Reiseplanung zusätzlich auf spezielle Skigebietsportale, Hotelwebseiten und Online- Wintersportportale zurück. Zu den beliebtesten Printmedien gehören Broschüren und Prospekte, Reiseführer und Karten. Während Broschüren und Prospekte sowie Reiseführer zu deutlich größeren Anteilen von den Wintersporturlaubern zur Planung eingesetzt werden, sind Karten bei jeweils einem Fünftel beider Gruppen beliebt. Ohne jeglichen Einsatz von Medien kommen 14% der Wintersporturlauber sowie 34% der Wintersportausflügler aus. Zudem wird deutlich, dass die Wintersporturlauber die unterschiedlichen Medien insgesamt deutlich stärker nutzen als Ausflügler. Bezogen auf die einzelnen Disziplinen zeigt sich eine ähnliche Mediennutzung wie bei den Wintersporturlaubern. Über alle Medienarten hinweg zeigen sich zudem bei den Snowboar- dern die höchsten Nutzungsanteile, mit einem Schwerpunkt bei den Internetangeboten (Inter- net allgemein, Skigebietsportale, Online-Wintersportportale) und deutlich höheren Anteilen bei der Gruppe der „Social Media“ und Fachzeitschriften. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 44 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Verkehrsmittelnutzung Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. * Wurde bei Wintersportausflüglern nicht abgefragt. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 Reisebegleitung Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Bezüglich der Anreiseverkehrsmittel sind keine großen Unterschiede zwischen Winter- sporturlaubern und -ausflüglern zu erkennen. Mit Anteilen von jeweils 78% nutzen beide Gruppen bevorzugt das Auto zur Anreise. Alle weiteren Verkehrsmittel werden deutlich weni- ger genutzt. Auch die Verkehrsmittelnutzung der einzelnen Sportarten ergibt ein identisches Bild. Mit jeweils 80% dominiert auch hier das Auto alle weiteren Verkehrsmittel. Am liebsten begleitet werden die Wintersporttouristen von ihrem Partner sowie von Bekannten und Freunden. Mit Kindern sind hingegen nur 17% der Wintersporturlauber und 21% der Wintersportausflügler unterwegs. Auffällig ist, dass bei den Skilangläufern der Anteil der Personen, die mit Ihrem Partner unterwegs sind, mit 58% über dem Durchschnitt liegt, ebenso wie der überdurchschnittlich hohe Wert von 49% der Snowboarder, die mit Bekannten oder Freunden unterwegs sind. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 45© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 20 40 60 80 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Source-of-awareness – Reiseziel Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1600; Snowboard: n = 467; Ski Nordisch: n = 920 0 20 40 60 80 100 Nein Wahrscheinlich nicht Wahrscheinlich ja Ja Wiederholungsbesuche Destination Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n = 928 Reiseziele Über die Hälfte aller Wintersportler sind durch eine Empfehlung von Freunden oder Bekannten auf das Urlaubs- bzw. Ausflugsziel aufmerksam geworden. Aus diesem Grunde ist das von Mund zu Mund getragene Empfehlungsmarketing der bedeutendste Vertriebskanal der Wintersportdestinationen. Das Internet, über welches 27% der Wintersporturlauber und 20% der Wintersportausflügler von ihrem Reiseziel erfahren haben, nimmt ebenfalls eine wichtige Stellung in der Vermarktung einer Wintersportdestination ein. Alle weiteren Quellen, über welche die Wintersportler auf ihr Reiseziel aufmerksam geworden sind, sind bereits von deutlich geringerer Bedeutung. Bezogen auf die Wintersportdisziplinen werden die Werte für das Empfehlungsmarketing noch einmal deutlich übertroffen. 68% der Langläufer nennen Bekannte und Freunde als Haupt-Informationsquelle, bei den Alpin-Skifahrern sind dies 69% und bei den Snowboardern 77%. Sowohl Wintersporturlauber als auch Wintersportausflügler sind sehr destinationstreu. Jeweils 63% haben bekundet, ihr Reiseziel auf jeden Fall oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut für einen Wintersporturlaub bzw. -ausflug aufsuchen zu wollen. Bei den Alpin-Skifah- rern, Snowboardern und Skilangläufern sind diese Werte mit bis zu 74% noch höher. Als Reiseziel für einen Wintersporturlaub wird an erster Stelle Österreich genannt. Vor allem bei den Alpin-Skifahrern und Snowboardern dominieren österreichische Destinationen. Fünf der sechs dort meistgenannten Destinationen befinden sich in Österreich, wobei insbe- sondere Tirol stark vertreten ist. Bei der Gesamtheit der Wintersportler befinden sich aber immerhin 5 der Top 10-Destinationen innerhalb Deutschlands. Bei Ski-Alpin sind dies nur noch zwei, beim Snowboard sogar nur noch eine. Bei den Ausflugszielen dominieren mit dem Sauerland (dabei insbesondere Winterberg), dem Harz und dem Schwarzwald drei deutsche Wintersportdestinationen. Lediglich bei den Snowboardern liegt auch hier Österreich auf Platz 1. Mit der Skihalle in Neuss befindet sich bei den Alpin-Skifahrern auch ein künstlich geschaffenes Reiseziel unter den Top 10. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 46 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 2 4 6 8 10 Ischgl Bayern Schwarzwald Winterberg Bayerischer Wald Schweiz Tirol Harz Südtirol Österreich Reiseziele des letzten Wintersporturlaubs – Top 10 Wintersporturlauber Angaben in Prozent. Datenbasis: WSU: n = 3124; 0 2 4 6 8 10 Winterberg Südtirol Tschechien Kitzbühel Zillertal Tirol Sölden Schweiz Ischgl Österreich Reiseziele des letzten Wintersporturlaubs – Top 10 Snowboard Snowboard U: n = 388 0 2 4 6 8 10 Allgäu Saalbach-Hinterglemm Schweiz Bayerischer Wald Sölden Zillertal Tirol Ischgl Südtirol Österreich Reiseziele des letzten Wintersporturlaubs – Top 10 Ski Alpin Ski Alpin U: n = 1430 0 2 4 6 8 10 Sauerland Winterberg Harrachov/Tschechien Schwarzwald Ischgl Schweiz Tirol Südtirol Bayerischer Wald Österreich Reiseziele des letzten Wintersporturlaubs – Top 10 Skilanglauf Ski Nordisch U: n = 779 ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 47© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 2 4 6 8 10 Allgäu Erzgebirge Österreich Bayerischer Wald Oberhof Rhön Schwarzwald Sauerland Winterberg Harz Reiseziele des letzten Wintersportausflugs – Top 10 Winterausflügler Angaben in Prozent. Datenbasis: WSA: n = 433 0 2 4 6 8 10 Erzgebirge Rhön Schweiz Garmisch Partenkirchen Schwarzwald Feldberg im Schwarzwald Winterberg Harz Sauerland Österreich Reiseziele des letzten Wintersportausflugs Snowboard Snowboard U: n = 316 0 2 4 6 8 10 Skihalle Neuss Garmisch-Partenkirchen Rhön Allgäu Feldberg im Schwarzwald Österreich Schwarzwald Sauerland Harz Winterberg Reiseziele des letzten Wintersportausflugs Ski Alpin Ski Alpin U: n = 1136 0 2 4 6 8 10 Eifel Tirol Oberwiesenthal Rhön Erzgebirge Österreich Schwarzwald Winterberg Sauerland Harz Reiseziele des letzten Wintersportausflugs Skilanglauf Ski Nordisch U: n = 647 Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 48 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Wintersportler allg. Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 Taunus Eifel Fichtelgebirge Rhön Thüringer Wald Sauerland Bayerischer Wald Erzgebirge Schwarzwald Harz Deutsche Mittelgebirge als Reiseziel – Top 10. „Welche deutschen Mittelgebirge bringen Sie mit Wintersport in Verbindung?“ Angaben in Prozent. Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WS gesamt: n = 2905; Ski Alpin: n = 1217; Snow- board: n = 300; Ski Nordisch: n = 737 Auf die Frage „Welche deutschen Mittelgebirge bringen Sie mit Wintersport in Verbin- dung?“ erhielten der Harz und der Schwarzwald die meisten Nennungen, gefolgt von Erzge- birge, Bayerischem Wald und dem Sauerland. Die Reihung der Top-genannten Destinationen war dabei sowohl bei der Gesamtheit der Wintersportler, als auch bei den Wintersport- disziplinen fast identisch. Auffällig war bei den Snowboardern die durchgehend geringere Gesamtzahl an Nennungen. Reiseverhalten und Reisebedürfnisse Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 50 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Der allgemeinen touristischen Entwicklung folgend hat sich der Wintersporttourismus in der Vergangenheit immer weiter ausdifferenziert. Ein Wintersporturlaub stellt somit ein sehr komplexes Gebilde dar, das durch eine Vielzahl von Faktoren gekennzeichnet wird. Das Ziel des folgenden Abschnitts ist es daher, einen qualifizierten Überblick über das Reiseverhalten und die unterschiedlichen Reisebedürfnisse von Wintersporttouristen zu geben. reiseverhalten und re isebedürFnisse ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 51© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 Komplett eigene Zum Teil geliehen Komplett geliehen Eigene/geliehene Ausrüstung Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin U: n = 1560; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch U: n = 856 0 20 40 60 80 Sonstiges Handschuhe Schneeschuhe Skibrille Snowboard Helm Schlitten Skischuhe Skistöcke Skier WS-Urlauber Ausleihe WS-Ausflügler Ausleihe WS-Urlauber Kauf WS-Ausflügler Kauf Ausrüstungsbestandteile Ausleihe/Kauf Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ausleihe WSU: n = 1730; Kauf WSU: n = 2812; Ausleihe WSA: n = 199; Kauf WSA: n = 453 Ausrüstung und Ausgaben Die Mehrheit der Wintersportler verfügt über eine eigene Ausrüstung. Dabei ist der Anteil derjenigen Personen, die ihre eigene Ausrüstung verwenden, bei den Wintersportausflüglern mit 64% deutlich größer als bei den Wintersporturlaubern (52%). Währen bei den Alpin- Skifahrern 65% und bei den Langläufern 61% eine eigene Ausrüstung besitzen, sind dies bei den Snowboardern nur 54%. Die Anteile der Wintersportler, die ihre Ausrüstung komplett leihen, sind mit 19% bei den Urlaubern und 16% bei den Ausflüglern verhältnismäßig gering. Bei den Ausrüstungsbestandteilen, die am häufigsten ausgeliehen werden, handelt es sich in erster Linie um Skier, Skistöcke und Skischuhe. Gekauft werden insbesondere Handschuhe und Skibrillen aber auch Skischuhe, Skier und Skistöcke. Die drei letztgenannten Ausrüs- tungsbestandteile werden jeweils von beinahe der Hälfte der Urlauber und etwa einem Drittel der Ausflügler selbst angeschafft. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 52 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 20 40 60 80 100 Sonstiges Handschuhe Schneeschuhe Skibrille Snowboard Helm Schlitten Skischuhe Skistöcke Skier Ausrüstungsbestandteile Ausleihe Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ski Alpin U: n = 558; Snowboard: n = 201; Ski Nordisch U: n = 348 Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 20 40 60 80 Sonstiges Snowboard Schneeschuhe Schlitten Helm Skier Skistöcke Skischuhe Skibrille Handschuhe Ausrüstungsbestandteile Kauf Ski Alpin – Snowboard – Ski Nordisch Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ski Alpin U: n = 1377; Snowboard: n = 378; Ski Nordisch U: n = 732 Diejenigen Alpin-Skifahrer und Langläufer, die ihre Ausrüstung oder einzelne Bestandteile davon ausleihen oder mieten, benötigen vor allem Skier, Skistöcke und -schuhe, wenngleich über 50% der Sportler diese Ausrüstungsgegenstände auch selbst besitzen. An eigener Ausrüstung sind darüber hinaus vor allem Handschuhe und Skibrillen vorhanden. Einen eige- nen Helm besitzen 28% der Alpin-Skifahrer und 24% der Langläufer. Zwei Drittel aller Snowboarder, die ihre Ausrüstung oder Teile dieser mieten, mieten ein Snowboard, etwa zwei Fünftel Skiausrüstung (Skier, Skistöcke, Skischuhe). Ein eigenes Snow- board bringen 42% der Snowboarder von zu Hause aus mit, den eigenen Helm 36%. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 53© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 15 18 13 85 82 88 12 14 15 18 13 88 86 85 82 88 0 20 40 60 80 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Vor der Abreise zu Hause Während des Urlaubs bzw. Ausflugs vor Ort Zeitpunkt der Ausleihe Datenbasis: WSU: n = 1730; WSA: n = 199; Ski Alpin: n = 573; Snowboard: n= 201; Ski Nordisch: n= 372 74 74 73 5 4 6 21 22 21 Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 73 76 74 74 73 6 3 5 4 6 21 24 21 22 21 0 20 40 60 80 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Vor der Abreise Während des Urlaubs bzw. Ausflugs Vor der Abreise sowie während des Urlaubs bzw. Ausflugs Zeitpunkt des Kaufs Datenbasis: WSU: n = 2812; WSA: n = 453; Ski Alpin: n = 1428; Snowboard: n= 378; Ski Nordisch: n= 796 Wintersporturlauber und Wintersportausflügler, die keine eigene Ausrüstung bzw. keine komplette Ausrüstung besitzen, leihen sich diese vorwiegend am Urlaubs- bzw. Ausflugsort. Anders sieht es bei den gekauften Ausrüstungsbestandteilen aus. Sie werden von etwa drei Vierteln der Wintersportler vor der Abreise zu Hause gekauft. Doch egal, ob die Winter- sportler ihre Ausrüstung vor der Abreise zu Hause kaufen oder sich diese erst während des Urlaubs besorgen: Am liebsten greifen sie auf Fachgeschäfte mit einer entsprechenden Be- ratung zurück. Die Unterschiede zwischen Wintersporturlaubern und Wintersportausflüglern sowie zwischen den Disziplinen Ski Alpin, Snowboard und Ski Nordisch sind nur minimal. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 54 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Ski-Verein Katalog-Versandhandel Von Freunden / Bekannten Gebraucht gekauft Sportdiscounter Internet-Versandhandel Sportfachhandel / Ladengeschäft 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Sonstiges Ski-Verleih Ski-Schule Messen etc. Ort des Kaufs vor der Abreise Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 2649; WSA: n = 434; Ski Alpin: n = 1358; Snowboard: n= 361; Ski Nordisch: n= 749 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 Sonstiges Messen etc. Ski-Verein Katalog-Versandhandel Ski-Schule Von Freunden / Bekannten Internet-Versandhandel Gebraucht gekauft Sportdiscounter Ski-Verleih Sportfachhandel / Ladengeschäft Ort des Kaufs während des Urlaubs bzw. Ausflugs Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 753; WSA: n = 106; Ski Alpin: n = 365; Snowboard: n= 103; Ski Nordisch: n= 208 Sowohl vor der Reise als auch während des Aufenthaltes im Urlaub bzw. während des Ausflugs ist der Sportfachhandel der Haupteinkaufsort für die Wintersportausrüstungsge- genstände. Bei den Wintersportausflüglern ist dieser Anteil allerdings deutlich geringer als bei den Wintersporturlaubern bzw. den Sportlern der in der vorliegenden Studie untersuch- ten Wintersportdisziplinen. Im Gegenzug beschaffen die Wintersportausflügler sich ihre Ausrüstung überdurchschnittlich oft von Freunden und Bekannten. Zwischen den Winter- sporturlaubern und den Sportlern der verschiedenen Wintersportdisziplinen gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Lediglich bei den Snowbardern fällt ein überdurchschnittlicher Anteil beim Internet-Kauf und beim Gebrauchtkauf auf. Während beim Kauf vor dem Urlaub der Internet-Versandhandel nach dem Sportfach- handel an zweiter Stelle genannt wird, tritt diese Kaufoption während des Urlaubs/Ausflugs erwartungsgemäß in den Hintergrund. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 55© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Sonstiges Transportmittel Lebensmittel Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen Sonstige Dienstleistungen Sonstige Einkäufe Lift- bzw. Skipass Gastronomiebesuche Wintersportausrüstung Unterkunft* Durchschnittliche Ausgabebereitschaft pro Tag und Person Angaben in Euro. * Wurde bei den Ausflüglern nicht abgefragt. Es handelt sich bei diesen Angaben nicht um die tatsächlichen Ausgaben der Wintersportler, sondern um ihre durchschnittliche Ausgabenbereitschaft. Datenbasis: WSU: n = 2766; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 330; Snowboard: n= 102; Ski nordisch: n= 209 Die ökonomischen Effekte des Wintersporttourismus wurden im Rahmen dieser Studie nicht betrachtet. Dennoch lässt die Untersuchung darauf schließen, dass es sich beim Wintersporttourismus um ein wirtschaftlich reizvolles Marktsegment handelt, da die Bereit- schaft, Geld auszugeben, bei den Wintersportlern groß ist. Während Wintersporturlauber insbesondere für Unterkunft, Ausrüstung, Gastronomie und Liftanlagen durchschnittlich am meisten Geld im Reisegebiet ausgeben würden, ist bei den Wintersportausflüglern die Aus- gabebereitschaft in den Bereichen Gastronomie und Lebensmittel am größten. Innerhalb der drei gesondert untersuchten Wintersportdisziplinen liegt die durchschnitt- liche Ausgabenbereitschaft in einem vergleichbaren Bereich wie die der Gesamtheit aller Wintersporturlauber. Im Bereich der Unterkunft liegt sie sogar etwas darüber und die Alpinskifahrer erreichen hier den höchsten Wert mit knapp über 70 Euro pro Tag und Person. Auch bei den Lift- bzw. Skipässen liegen die Alpin-Skifahrer und die Snowboarder erwar- tungsgemäß mit Werten von ca. 35 Euro etwa 5 Euro über dem Durchschnittswert. Für Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen und sonstige Dienstleistungen geben die auf Grund ihres jungen Durchschnittsalters tendenziell aktiveren Snowboarder mehr Geld aus, als die Allgemeinheit der Wintersportler und die Alpin-Skifahrer bzw. Langläufer. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 56 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 37 53 62 48 63 89 47 38 53 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Nein Ja 37 11 53 62 48 63 89 47 38 53 0 10 Regelmäßigkeit von Wintersporturlauben bzw. Wintersportausflügen Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1545; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 Mehr als dreimal im Jahr Dreimal im Jahr Zweimal im Jahr Einmal im Jahr Alle zwei bis drei Jahre Alle vier bis fünf Jahre Seltener als alle fünf Jahre Weiß nicht Häufigkeit von Wintersporturlauben bzw. Wintersportausflügen Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 Allgemeine Reisefaktoren 37% der Wintersporturlauber fahren regelmäßig in Wintersporturlaub. Alpin-Skifahrer, Snowboarder und Skilangläufer unternehmen Wintersporturlaube noch häufiger, wobei der Wert der Snowboarder mit 62% am höchsten ausfällt. Der überwiegende Teil der Winter- sportausflügler unternimmt nur unregelmäßig solche Ausflüge. Lediglich 11% unternehmen regelmäßig Wintersportausflüge. Etwa jeweils ein Viertel der Wintersporturlauber unternimmt einen solchen Urlaub einmal im Jahr bzw. alle zwei bis drei Jahre. Auch hier sind die Werte bei den einzelnen Winter- sportdisziplinen deutlich höher. Bei den Alpin-Skifahren und Langläufern fahren etwa die Hälfte mindestens einmal im Jahr in Wintersporturlaub, bei den Snowboardern sind es sogar zwei Drittel. Auch bei den Wintersportausflüglern unternimmt mehr als die Hälfte mindes- tens einmal im Jahr einen solchen Ausflug. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 57© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 vor 2001 Weiß nicht Zeitpunkt des letzten Wintersporturlaubs bzw. Wintersportausflugs Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Mehr als 21 Tage 16-21 Tage 8-15 Tage 5-7 Tage 2-4 Tage Dauer des letzten Wintersporturlaubs Datenbasis: WSU: n = 3505; Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 Genau die Hälfte der Wintersporturlauber hat den letzten Wintersporturlaub innerhalb der letzten beiden Jahre unternommen. Bei den Alpin-Skifahrern (58%), Snowboardern (72%) und Skilangläufern (56%) liegen diese Werte deutlich höher. 14% der Urlauber waren jedoch seit mindestens zehn Jahren nicht mehr im Wintersporturlaub. Hier weisen v.a. die Snowboarder mit nur 3% einen deutlich geringeren Wert auf. Etwa die Hälfte der Wintersporturlauber (auch innerhalb der Wintersportdisziplinen) bleibt zwischen fünf und sieben Tagen im Reisegebiet. Jeweils knapp ein Viertel verweilt für einen Kurzurlaub von zwei bis vier Tagen bzw. zwischen acht und 15 Tagen im Urlaubsort. Nur bei den Snowboardern ist der Wert bei den Kurzurlauben mit 34% deutlich höher als der Durchschnitt und bei den längeren Urlauben zwischen 8 und 15 Tagen Dauer mit 16% deutlich darunter. Länger als zwei Wochen bleiben lediglich 2% der Wintersporturlauber. Für die meisten Wintersporturlauber (77%) ist dieser Urlaub jedoch nicht der Haupt- jahresurlaub, sondern ein Zweit- bzw. Dritturlaub (Ski Alpin: 79%; Snowboard: 71%; Ski Nordisch: 81%). Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 58 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 10 20 30 40 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Art der Unterkunft Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Art der Verpflegung Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3505; Ski Alpin: n = 1545; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen sind die beliebtesten Unterkunftsformen der Wintersporturlauber, die entsprechend ihrer Unterkunftsform am liebsten Halbpension oder ein Zimmer mit Frühstück buchen bzw. sich selbst verpflegen. Vollpension und All-Inclusive- Angebote werden von Wintersporturlaubern eher selten in Anspruch genommen. Während Alpin-Skifahrer und Skilangläufer hier eine ähnliche Verteilung aufweisen, tendieren die Snowboarder eher zu günstigeren Unterkunftsarten, aber auch hier übernachtet die deutliche Mehrheit in Hotels. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 59© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 20 0 20 40 60 80 Flexible Gestaltung Auf niemanden angewiesen Preiswerter als Pauschalurlaub Eigene Ausrüstung nutzen Abenteuerlust ausleben Sonstiges Gründe für eigene Organisation des Wintersporturlaubs Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 2710; Ski Alpin: n = 1238; Snowboard: n= 339; Ski Nordisch: n= 685 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 Ort der Buchung eines Pauschalurlaubs Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 795; Ski Alpin: n = 322; Snowboard: n= 108; Ski Nordisch: n= 171 Die wenigsten Wintersporturlauber buchen ihre Reise pauschal, wobei die Langläufer hier mit 19% den geringsten und die Snowboarder mit 24% den höchsten Wert aufweisen. Die meisten Reisen werden aber individuell organisiert. Die Gründe der Wintersporturlauber, die ihren Urlaub lieber selber organisieren, liegen insbesondere in der Unabhängigkeit von Dritten. Sie möchten ihren Urlaub flexibel gestalten und nicht auf Dritte angewiesen sein. Des Weiteren spielen auch die Urlaubskosten eine entscheidende Rolle, vor allem für die Snowboarder, denen dieser Punkt überdurchschnittlich wichtig ist. Die pauschal gebuchten Wintersporturlaube werden in erster Linie über Reiseveranstalter gebucht, wobei die meisten bei allgemeinen Reiseveranstaltern und darüber hinaus 10% (Ski- langlauf) bis 23% (Snowboard) bei speziellen Wintersportreiseveranstaltern buchen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 60 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 Im Internet Telefonisch Per E-Mail Postalisch Sonstiges Buchungsmedium eines Pauschalurlaubs Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 795; Ski Alpin: n = 322; Snowboard: n= 108; Ski Nordisch: n= 171 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 Weniger als eine Woche Ein bis unter zwei Wochen Zwei Wochen bis unter einem Monat Ein Monat bis unter zwei Monaten Zwei Monate bis unter drei Monaten Drei bis sechs Monate Über ein halbes Jahr Weiß nicht Zeitraum der Buchung vor Antritt eines Pauschalurlaubs Datenbasis: WSU: n = 795; Ski Alpin: n = 322; Snowboard: n= 108; Ski Nordisch: n= 171 Als Buchungsmedien werden insbesondere das Internet und das Telefon genutzt, wobei die Alpin-Skifahrer und die Skilangläufer sich kaum von der Gesamtheit der Wintersporturlauber unterscheiden. Der hohe Anteil bei der Kategorie „Sonstiges“ lässt darauf schließen, dass die entsprechenden Wintersporturlaube „face-to-face“ gebucht werden. Dies kann insbesondere auf die Wintersportler zutreffen, die bei einem Reisebüro oder über einen Verein gebucht haben. Bei Snowboardern ist der Anteil an Internetbuchungen mit 54% und Buchungen per E-Mail deutlich höher. 40% der pauschal buchenden Wintersporturlauber und der Alpin-Skifahrer buchen ihren Urlaub einen bis drei Monate vor Reiseantritt, weitere 20% bis zu einem halben Jahr vor Reiseantritt. Last-Minute-Buchungen sowie langfristige Buchungen mit einem Vorlauf von über einem halben Jahr sind bei Wintersporturlaubern und Alpin-Skifahrern nur selten vertre- ten. Im Vergleich hierzu buchen die Skilangläufer ihren Urlaub eher früher, die Snowboarder deutlich später. 36% der Snowboarder buchen ihren Pauschalurlaub weniger als einen Monat vor Beginn der Reise. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 61© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Sehr wichtig Wichtig Weniger wichtig Unwichtig Bedeutung einzelner Angebotsbestandteile bei einem Pauschalurlaub Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 706; Ski Alpin: n = 297; Snowboard: n= 101; Ski Nordisch: n= 153 WS-Urlauber WS-Ausflügler 0 10 20 30 40 50 60 Ski Alpin (Funparks) Ski Alpin (Freeride/Tiefschnee) Schneeschuhwandern Schlittschuhlaufen Snowboard (Piste) Skitouren Ski Nordisch (klassisch) Schlittenfahren/Rodeln Winterwandern Ski Alpin (Piste) Wintersportliche Aktivitäten – Top 10 Wintersporturlauber vs. Wintersportausflügler Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3504; WSA: n = 533 Wintersporturlauber legen bei ihrem pauschal gebuchten Wintersporturlaub besonders großen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine gute Organisation in Bezug auf ihre Unterkunft. Der Zugang zu Informationen (über persönliche Ansprechpartner oder Informationsmaterial) und Ausrüstung spielt für sie ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Unter- schiede zwischen der Gesamtheit der Wintersporturlauber und den einzelnen Disziplinen sind nur sehr gering. Die beliebtesten Wintersportaktivitäten der Wintersporturlauber während ihres Urlaubs sind Ski-Alpin (56%), Winterwandern (41%) und Schlittenfahren/Rodeln (29%). Bei den Win- tersportausflüglern sind das Schlittenfahren/Rodeln (40%) sowie das Winterwandern (38%) die beliebtesten Wintersportaktivitäten. Mit einem Anteil von 20% folgt die Wintersportart Ski-Alpin, die bei den Wintersporturlaubern am beliebtesten ist. Damit sind die gleichen Win- tersportaktivitäten sowohl bei den Wintersporturlaubern als auch den -ausflüglern unter den Top 3 zu finden. Während die Anteile der Aktivität Winterwandern bei Urlaubern und Aus- flüglern nahezu identisch sind, befinden sich unter den Wintersporturlaubern deutlich mehr Ski-Alpinisten und unter den Wintersportausflüglern deutlich mehr Schlittenfahrer/Rodler. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 62 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 20 40 60 80 100 Ski Nordisch (Skaten) Snowboard (Funparks) Snowboard (Freeride/Tiefschnee) Ski Alpin (Funparks) Ski Alpin (Freeride/Tiefschnee) Schneeschuhwandern Schlittschuhlaufen Snowboard (Piste) Skitouren Ski Nordisch (klassisch) Schlittenfahren/Rodeln Winterwandern Ski Alpin (Piste) Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Wintersportliche Aktivitäten – Ski Alpin vs. Snowboard vs. Ski Nordisch Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 Walking/Nordic Walking Jogging/Laufen Fitnessstudio Kegeln/Bowling Tanzen Schwimmen Weitere sportliche Aktivitäten im Winterurlaub Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3504; Ski Alpin: n = 1560; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 Im Vergleich der einzelnen Wintersportdisziplinen fällt auf, dass auch die Snowboarder und Skilangläufer das Alpin-Skifahren auf der Piste zu über 50% nennen. Innerhalb der jeweiligen Disziplin werden erwartungsgemäß die Ausprägungen der jeweiligen Sportarten häufig genannt. Auffällig ist auch, dass die Snowboardfahrer einen sehr hohen Anteil an Alpin-Skifahrern stellen, und hierbei der Anteil an Funparkfahrern und Freeridern sehr hoch ist. Auch die Langläufer nennen zu 59% das Alpin-Skifahren als Hauptaktivität im letzten Wintersport urlaub, während nur 48% hier den Skilanglauf angeben. Dies lässt vermuten, dass der Aufenthalt in den bevorzugten Urlaubsregionen im Hochgebirge primär für Abfahrt- varianten genutzt wird, während Langlauf eher von zu Hause bzw. bei Ausflügen betrieben werden kann. Darüber hinaus erhalten disziplinübergreifend sowohl das Winterwandern als auch das Schlittenfahren/Rodeln sehr viele Nennungen. An weiteren sportlichen Aktivitäten während des Urlaubs wird v.a. das Schwimmen häufig genannt. Weitere Sportarten werden auch betrieben, bleiben jedoch immer unter 10% der Nennungen, mit Ausnahme des Fitnessstudiobesuchs, der von 11% der Snowboarder ange- geben wird. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 63© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 0 10 20 30 40 50 60 Besuch lokaler Nahrungsmittelproduz. Besuch von Freunden/Verwandten Pferdeschlittenfahrten Besuch kultureller Veranstaltungen Besuch von Diskotheken/Nachtclubs Besuch lokaler Veranstaltungen Shopping Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten Wellness/Sauna Gutes Essen genießen WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Weitere Aktivitäten Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 3504; WSA: n = 306; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n= 447; Ski Nordisch: n= 856 WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Fernreise Erholungsurlaub Wanderurlaub Wellnessurlaub Städtereise Sommerurlaub Bade-/Strandurlaub Alternative Urlaubsformen Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 2296; Ski Alpin: n = 974; Snowboard: n = 469; Ski Nordisch: n= 541 Neben den (winter-)sportlichen Aktivitäten gehen die Wintersporturlauber während des Urlaubs auch gerne gut Essen oder betreiben Wellness bzw. gehen in die Sauna. Winter- sportausflügler betreiben ähnliche Zusatz-Aktivitäten, allerdings in deutlich geringerem Um- fang aufgrund des geringeren Zeitbudgets. Alpin-Skifahrer und Skilangläufer weisen hier sehr ähnliche Werte wie die Gesamtheit der Wintersporturlauber auf. Bei den Snowboardern gibt es einige Abweichungen, so entfallen deutlich mehr Nennungen auf den Besuch von Diskothe- ken/Nachtclubs und auf das Shopping. Im Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten und lokaler oder kultureller Veranstaltungen sind die Nennungen dagegen unter dem Durchschnitt. Für 73% der Wintersporturlauber kommen auch andere Urlaubsformen in Frage (Ski Alpin: 69%; Snowboard: 68%; Ski Nordisch: 70%), wobei insbesondere Bade- und Strand- urlaube, Sommerurlaube und Städtereisen genannt werden. Auffällig ist, dass die Anzahl der Nennungen bei allen Kategorien bei den Snowboardern deutlich niedriger ist. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 64 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Sehr wichtig Wichtig Weniger wichtig Unwichtig Bedeutung einzelner Angebotsaspekte * wurde bei Wintersportausflüglern nicht erhoben. Datenbasis: WSU: n = 3360; WSA: n = 509;Ski Alpin: n = 1516; Snowboard: n= 437; Ski Nordisch: n= 838 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Sehr wichtig Wichtig Weniger wichtig Unwichtig Bedeutung von Versicherungen Datenbasis: WSU: n = 3205; WSA: n = 465; Ski Alpin: n = 1502; Snowboard: n= 436; Ski Nordisch: n= 855 Angebot und Nachfrage Aus Sicht der Wintersporturlauber und -ausflügler ist die Schneesicherheit des Skige- bietes der bedeutendste Angebotsbestandteil. Die größten Unterschiede zwischen beiden Gruppen bestehen bei den präparierten Pisten und Loipen, der Modernität und Größe des Skigebietes sowie dem Fachpersonal. Während die Urlauber deutlich mehr Wert auf gut prä- parierte Pisten und Loipen, die Größe des Skigebietes sowie die Modernität des Skigebietes und der Hotels legen, ist es den Ausflüglern wichtiger, dass Fachpersonal in Form von Skileh- rern, Wanderführern etc. vor Ort ist. Darin spiegelt sich unter anderem der unterschiedliche Erfahrungsschatz beider Gruppen wider, der bei den Urlaubern deutlich ausgeprägter sein dürfte. Weiterhin legen Wintersporturlauber sehr hohen Wert auf eine wintersportfreundli- che Unterkunft. Betrachtet man die einzelnen untersuchten Wintersportdisziplinen, so fällt auf, dass deren Prioritäten sich meist mit denen der Wintersporturlauber decken. Einzig die Schneesicherheit wird deutlich weniger wichtig eingeschätzt. Darüber hinaus ist den Snow- boardern der Angebotsaspekt „Partys“ deutlich wichtiger als dem Rest der Befragten. Auf Grund des bestehenden Risikos für Sach- und Personenschäden, das mit vielen Wintersportaktivitäten verbunden ist, sind den Wintersportlern insbesondere Haftpflichtver- sicherungen und private Unfallversicherungen wichtig. Alle übrigen Versicherungen sind von untergeordneter Bedeutung. Sowohl zwischen Wintersporturlaubern und Wintersportausflüg- lern, als auch zwischen den einzelnen Wintersportdisziplinen sind hierbei keine nennenswer- ten Unterschiede festzustellen. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 65© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler Trifft voll zu Trifft eher nicht zu Trifft eher zu Trifft nicht zu Motive und Eigenschaften. Wintersporturlauber vs. Wintersportausflügler Datenbasis: WSU: n = 3340; WSA: n = 499 Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch Trifft voll zu Trifft eher nicht zu Trifft eher zu Trifft nicht zu Motive und Eigenschaften. Ski Alpin vs. Snowboard vs. Ski Nordisch Datenbasis: Ski Alpin: n = 1516; Snowboard: n= 396; Ski Nordisch: n= 842 Die Hauptmotive der Wintersportler bestehen in einem intensiven Landschaftserlebnis, der Suche nach Ruhe und Erholung sowie dem Wunsch, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Dies trifft sowohl auf Wintersporturlauber als auch -ausflügler zu. Bei einigen Motiven gibt es allerdings auch größere Differenzen zwischen beiden Gruppen. Während Wintersport- urlauber anspruchsvoller sind und mehr Wert auf Komfort und Gruppenerlebnisse legen, achten die Wintersportausflügler stärker darauf, wenig Geld auszugeben. Im Vergleich der einzelnen Wintersportdisziplinen sind die Motive der Alpin-Skifahrer und der Langläufer ähnlich gewichtet. Die Snowboarder weichen hiervon in Teilen etwas ab. Sie le- gen überdurchschnittlich viel Wert auf Komfort und darauf „etwas zu erleben“, sowie darauf, wenig Geld auszugeben. Demgegenüber sind für sie die Motive des Landschaftserlebnisses und der Suche nach Ruhe und Erholung, sowie etwas für die Gesundheit zu tun weniger wichtig. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 66 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber WS-Ausflügler 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Badminton Walking/Nordic Walking Tanzen Fußballspielen Spazierengehen Jogging/Laufen Fitnessstudio Wandern Radfahren Schwimmen Sonstige sportliche Freizeitaktivitäten der Wintersporturlauber und Wintersportausflügler Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: WSU: n = 2492; WSA: n = 355 Sonstige sportliche Freizeitaktivitäten 71% der Wintersporturlauber und 67% der Wintersportausflügler gehen neben dem Wintersport noch weiteren sportlichen Aktivitäten nach. Die beliebtesten, neben dem Win- tersport betriebenen Aktivitäten von Wintersporturlaubern und Wintersportausflüglern sind Schwimmen, Radfahren und Wandern. Bei den Wintersportausflüglern sind die Nennungen bei den Aktivitäten Wandern und Spazierengehen deutlich höher als bei den Wintersport- urlaubern. Im Gegenzug nennen Letztere die Aktivitäten Jogging/Laufen und den Besuch eines Fitnessstudios deutlich öfter. Skihallen & Events Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 68 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Neben den traditionellen Wintersportgebieten in den Mittelgebirgen sowie im Alpenraum gibt es in Form von Skihallen weitere künstlich errichtete Destinationen außerhalb dieser Ziel- gebiete, die ebenfalls von deutschen Wintersporttouristen besucht werden. Einerseits haben sie aufgrund ihrer Unabhängigkeit von Jahreszeiten und Topographie den Vorteil, ganzjährig genutzt werden zu können, andererseits haben sie durch ihre räumliche Begrenztheit einen entscheidenden Nachteil gegenüber den traditionellen Wintersportgebieten. sKihallen und Wintersport-events Einige Städte und Gemeinden organisieren darüber hinaus Wintersportveranstaltungen, an denen die Wintersporttouristen allerdings nicht aktiv teilnehmen, sondern lediglich als Zuschauer vor Ort sind. Im Rahmen dieses Kapitels wird dargestellt, welchen Zuspruch diese speziellen Winter- sportangebote erhalten und welche Potenziale mit ihnen verbunden sind. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 69© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 14 6 15 26 13 86 94 85 74 87 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Nein Ja Bisheriger Skihallen Besuch Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n= 469; Ski Nordisch: n= 928 Nein Eher nicht Eher ja Ja 36 33 41 39 29 27 33 31 25 28 21 21 10 12 6 9 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Wiederholungsbesuch Skihalle Antworten derjenigen, die bereits eine Skihalle besucht haben. Datenbasis: WSU: n = 509; Ski Alpin: n = 246; Snowboard: n= 127; Ski Nordisch: n= 129 Skihallen Mit 14% ist der Anteil der Wintersporturlauber, die bereits eine Skihalle besucht haben, mehr als doppelt so hoch wie der entsprechende Anteil der Wintersportausflügler. Der Wert bei den Snowboardern mit 26% ist hier noch einmal deutlich höher. Bei den Alpin-Skifahrern geben 15% an, bereits eine Skihalle besucht zu haben, bei den Langläufern 13%. 60% der Alpin-Skifahrer und 65% der Wintersporturlauber, die bereits eine Skihalle be- sucht haben, geben an, dass sie sich einen Wiederholungsbesuch vorstellen können. Bei den Snowboardern sind dies sogar mit 74% fast drei Viertel der Befragten. Auffällig ist auch der hohe Wert bei den Skilangläufern, die sich zu 70% einen Wiederholungsbesuch vorstellen können. Diese hohen Zahlen für potenzielle Wiederholungsbesuche lassen vermuten, dass die Befragten mit dem Besuch der Skihallen zumeist zufrieden waren. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 70 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie WS-Urlauber Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Sonstiger Grund Große Umweltbelastung Nur ein Tag Zu hohe Kosten Genügt nicht meinen Ansprüchen Kein Naturerlebnis Kein authentisches Skierlebnis Zu voll Gründe gegen einen Wiederholungsbesuch einer Skihalle Mehrfachnennungen möglich. Antworten derjenigen, die bereits eine Skihalle besucht haben. Geringe Fallzahlen. Datenbasis: WSU: n = 177; Ski Alpin: n = 97; Snowboard: n = 33; Ski Nordisch: n= 37 Nein Eher nicht Eher ja Ja 8 4 8 13 6 17 19 17 24 16 36 41 35 38 35 39 35 40 25 42 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Potenzial Skihalle Antworten derjenigen, die noch keine Skihalle besucht haben. Datenbasis: WSU: n = 2996; WSA: n = 508; Ski Alpin: n = 1373; Snowboard: n= 342; Ski Nordisch: n= 799 Die Befragten, für die ein Wiederholungsbesuch einer Skihalle nicht oder eher nicht in Frage kommt, geben hierfür mehrere Gründe an. An Hauptargumenten werden vor allem genannt, dass es in Skihallen zu voll ist, kein authentisches Skierlebnis bzw. kein Naturerleb- nis geboten wird und dass das Angebot in den Skihallen den Ansprüchen der Befragten nicht genügt. Erst danach werden mit ca. 30-35% die hohen Kosten als Gegenargument genannt. Die Gesamtheit der Wintersporturlauber, die Snowboarder und vor allem die Skilangläufer bemängeln die Besucherdichte in den Hallen deutlich häufiger als die Alpin-Skifahrer und auch das fehlende Naturerlebnis wird von den Skilangläufern am häufigsten genannt, während vor allem bei den Snowboardern die fehlende Authentizität des Skierlebnisses der dominierende Grund gegen einen Wiederholungsbesuch ist. Das Argument, dass das Angebot der Skihallen nicht den eigenen Ansprüchen genügt, wird von den Alpin-Skifahrern und Snowboardern deutlich häufiger genannt, als von den Ski-Langläufern und der Gesamtheit der Winterspor- turlauber. Die Umweltbelastung spielt bei den Nennungen keine wesentliche Rolle. Von den Befragten Snowboardern erhält dieser Aspekt keine einzige Nennung, wobei hier die geringen Fallzahlen zu berücksichtigen sind. Unter denjenigen Wintersporttouristen, die bisher noch keine Skihalle besucht haben, schließen etwa drei Viertel den Besuch einer Skihalle auch für die Zukunft (eher) aus. Hierbei bewegen sich die Werte der Wintersporturlauber und Wintersportausflügler sowie der Alpin-Skifahrer und Skilangläufer in ähnlichen Bereichen. Lediglich bei den Snowboardern gibt es deutliche Abweichungen festzustellen. So liegt hier der Anteil an Snowboardern, die auch künftig Skihallen nicht bzw. eher nicht besuchen werden, bei 63%, während sich 37% der Snowboarder einen solchen Besuch künftig vorstellen können. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 71© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 50 53 55 52 56 50 47 45 48 44 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Weil ich über den Besuch einer Ski- Halle noch nie konkret nachgedacht habe Weil für mich ganz konkrete Gründe gegen den Besuch einer Ski-Halle sprechen Gründe gegen einen Skihallen Besuch Antworten derjenigen, die noch keine Skihalle besucht haben und dies in Zukunft auch nicht bzw. eher nicht vorhaben. Datenbasis: WSU: n = 2213; WSA: n = 383; Ski Alpin: n = 1022; Snowboard: n= 215; Ski Nordisch: n= 608 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski Alpin Snowboard Ski Nordisch 0 20 40 60 80 100 Sonstiger Grund Nur ein Tag Genügt nicht meinen Ansprüchen Zu hohe Kosten Große Umweltbelastung Zu voll Kein authentisches Skierlebnis Kein Naturerlebnis Konkrete Gründe gegen einen Skihallen Besuch Mehrfachnennungen möglich. Antworten derjenigen, die noch keine Skihalle besucht haben und dies in Zukunft auch nicht bzw. eher nicht vorhaben. Datenbasis: WSU: n = 1103; WSA: n = 204; Ski Alpin: n = 562; Snowboard: n= 116; Ski Nordisch: n= 342 Etwa die Hälfte der Wintersporttouristen schließt den Besuch einer Skihalle derzeit eher aus, weil noch nicht konkret über einen solchen Besuch nachgedacht wurde. Die andere Hälf- te hat hingegen konkrete Gründe, die gegen den Besuch einer Skihalle sprechen. Zu den wichtigsten Gründen zählen das fehlende Naturerlebnis, das nicht authentische Skierlebnis sowie der in den Skihallen vermutete Besucherandrang. Diese Gründe decken sich mit denen der Skihallenbesucher, für die ein Wiederholungsbesuch nicht in Frage kommt. Ebenfalls von hoher Relevanz sind die mit einer Skihalle assoziierten Umweltbelastungen sowie die mit dem Besuch einhergehenden Kosten, die als zu hoch eingeschätzt werden. Vor allem bei den Snowboardern (77%), aber auch bei den Alpin-Skifahrern (67%) wird das fehlende authentische Skierlebnis deutlich häufiger bemängelt als bei den Skilangläufern (58%) und bei der Gesamtheit der Wintersporturlauber (57%). Wintersportausflügler nen- nen diesen Punkt hingegen nur zu 39%. Diese Unterschiede werden auch bei dem Argument, dass das Angebot in Skihallen den eigenen Ansprüchen vermutlich nicht genügen wird, deutlich. So wird dies von 49% der Snowboarder und 44% der Alpin-Skifahrer genannt. Bei den Skilangläufern geben 33% und bei der Gesamtheit der Wintersporturlauber 27% dieses Argument an, während die Wintersportausflügler aufgrund ihrer geringeren Wintersporter- fahrung es nur zu 6% anführen. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 72 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie 8 6 9 13 11 92 94 91 87 89 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Nein Ja Bisheriger Wintersport-Event Besuch Datenbasis: WSU: n = 3505; WSA: n = 542; Ski Alpin: n = 1619; Snowboard: n= 469; Ski Nordisch: n= 928 46 45 43 36 54 38 28 39 44 36 11 27 13 17 5 5 5 3 6 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Nein Eher nicht Eher ja Ja Wiederholungsbesuch Wintersport-Event Antworten derjenigen, die bereits ein Wintersport-Event besucht haben. Teilweise geringe Fallzahlen. Datenbasis: WSU: n = 284; WSA: n = 32; Ski Alpin: n = 147; Snowboard: n= 66; Ski Nordisch: n= 104 Wintersport-Events 8% der Wintersporturlauber und 6% der Wintersportausflügler haben bereits einmal ein städtisches Wintersport-Event besucht. Bei den Alpin-Skifahrern sind dies 9%, bei den Skilangläufern 11% und bei den Snowboardern 13%. Der Anteil derjenigen, die auch zukünftig wieder ein solches Event besuchen würden, liegt mit 84% bei den Wintersporturlaubern um 11% höher als bei den Wintersportausflüglern. Bei den Alpin-Skifahrern sind dies 82%, bei den Snowboardern 80% und bei den Skilangläu- fern sogar 90%. Diese hohen Werte lassen vermuten, dass die Erlebnisse, die bei diesen Events gemacht wurden, überwiegend positiv waren. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 73© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Nein Eher nicht Eher ja Ja 9 7 10 11 11 23 20 23 30 26 34 33 34 34 31 34 39 33 25 32 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 WS-Urlauber WS-Ausflügler Ski-Alpin Snowboard Ski-Nordisch Potenzial Wintersport-Event Antworten derjenigen, die noch kein Wintersport-Event besucht haben. Datenbasis: WSU: n = 3221; WSA: n = 510; Ski Alpin: n = 1472; Snowboard: n= 403; Ski Nordisch: n= 824 Bei der Befragung derjenigen, die noch kein städtisches Wintersport-Event besucht haben, können sich von den Wintersport-Ausflüglern künftig nur 27% einen solchen Besuch vorstellen. Bei den Wintersporturlaubern sind dies 32%, bei den Alpin-Skifahrern 33%, bei den Ski-Langläufern 37% und bei den Snowboardern 41%. Für die Mehrheit ist aber der Besuch eines solchen Events auch zukünftig eher nicht vorstellbar. Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 74 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Zusammenfassung Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 76 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Während andere Freizeit- und Reiseaktivitäten und Gewohnheiten relativ gut untersucht sind, gab es bisher für den Wintersport und Wintersporttourismus in seiner Vielfalt keine umfassenden Untersuchungen, die repräsentativ für Deutschland sind. Die nun vorliegende „Grundlagenstudie Wintersport Deutschland“ gibt erstmals einen repräsentativen Gesamt- überblick über zentrale Aspekte des Wintersportmarktes in Deutschland und seiner sport- touristischen Bedeutung für die deutschen Mittelgebirgsregionen und als Quellgebiet für den Alpenraum. Durch einen umfassenden Untersuchungsansatz wurden in der Saison 2010/11 erstmals umfangreiche Daten erhoben, die Rückschlüsse auf das Wintersportverhalten, Soziodemo- graphie, Reiseplanung, Typologie, Bedürfnisse und das Wintersportpotenzial in der gesamt- deutschen Bevölkerung zulassen. Die Studie basiert auf der Kombination zweier repräsentati- ver Erhebungsmethoden. Zunächst wurden „Computer Assisted Telephone Interviews“ (CATI) mit 2000 Probanden durchgeführt. Die zweite Befragung erfolgte mittels Online-Panel und einer Probandenzahl von über 4000 Wintersportlern. Trotz Klimawandel-Diskussion und wirtschaftlichen Einschränkungen stehen Wintersport und Wintersporturlaub bei der deutschen Bevölkerung nach wie vor hoch im Kurs. Die bun- desweite Repräsentativbefragung ergab, dass mehr als 50% der Deutschen über allgemeine Wintersporterfahrung verfügen (36,8 Mio. Menschen / 52% der Bevölkerung ab 14 Jahre). Dies zeigt sich insbesondere beim Schlittenfahren bzw. Rodeln als die mit Abstand popu- lärste Schneesportaktivität in Deutschland. Gesundheitsorientierte Aktivitätsformen wie das Winterwandern erfreuen sich darüber hinaus einer zunehmenden Beliebtheit. Rund 7,4 Mio. Deutsche haben im Winter 2009/2010 Ski Alpin betrieben. Dazu waren noch ca. 2 Mio. Snowboarder und ca. 2,4 Mio. Skilangläufer aktiv. Im Gegenzug können sich allerdings von den Deutschen, die bis dato noch keinen Win- tersport betrieben haben, nur 13% vorstellen, künftig Wintersport zu betreiben. Die große zusammenFassung Mehrheit der Deutschen ohne Wintersporterfahrung möchte auch künftig keinen Wintersport betreiben. Die Wintersportaktivitäten werden sowohl bei Wintersportausflügen (ohne Übernachtung) als auch in Wintersporturlauben (mit Wintersport als Haupt- oder Nebenmotiv) ausgeübt. Von den 36,8 Mio. deutschen Wintersportlern haben 79% bereits Wintersportausflüge un- ternommen, 70% einen Wintersporturlaub (Hauptmotiv) und 51% einen Urlaub mit Winter- sport als Nebenmotiv (nicht Hauptgrund der Reise). Die Hälfte der Wintersportler, die bislang keine Wintersporturlaube sondern nur Winter- sportausflüge durchgeführt haben, könnte sich dies künftig vorstellen. Für die andere Hälfte sprechen vor allem Kostengründe und die eigene gesundheitliche Situation bzw. das eigene Alter gegen die Durchführung von Wintersporturlauben. Insgesamt betreiben etwas mehr Männer (Anteil 54%) als Frauen Wintersport, wobei die Verteilung bezogen auf die Ausübung einzelner Wintersportdisziplinen deutliche Unterschiede aufweist. Beim Skilanglauf beträgt der Männeranteil 60% und beim Alpinskifahren 58%, während beim Snowboarden der Frauenanteil leicht überwiegt. Der Altersdurchschnitt der männlichen Wintersportler liegt mit 49,7 Jahren deutlich über dem der weiblichen Wintersportler mit 40,6 Jahren. Während sich die Altersverteilung der Alpinen Skifahrer kaum von derjenigen der Wintersportler im Allgemeinen unterscheidet, weicht die Verteilung beim Snowboard und bei Ski Nordisch deutlich ab. Beim Snowboard ist ein starkes Gefälle der Altersverteilung festzustellen. Über die Hälfte der Snowboarder ist jünger als 30 Jahre, ein weiteres Viertel ist zwischen 30 und 39 Jahre alt. Demgegenüber ist der Anteil der über 50-Jährigen verschwindend gering. Beim Skilanglauf zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Ein Drittel der Skilangläufer ist 60 Jahre oder älter. ZusammenfassungSkihallen & EventsReiseverhaltenReiseplanungWintersportverhaltenSoziodemographiePotenzialanalyseEinleitung Konzept 77© Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie Die meisten Wintersportler (40%) leben in einem Zweipersonenhaushalt ohne Kinder. Bei den Berufsgruppen dominieren mit 37% die Angestellten, gefolgt von Rentnern/Vorruhe- ständlern mit 19% und Selbständigen/Freiberuflern mit 14%. Arbeiter sind nur mit einem Anteil von 5% unter den Wintersporturlaubern vertreten. Bezogen auf das Einkommen unter- scheiden sich Wintersporturlauber und Wintersportausflügler deutlich. Während mehr als ein Viertel der Haushalte der Wintersporturlauber über ein Einkommen von mehr als 3.500 Euro im Monat verfügt, weisen nur ca. 15% der Haushalte der Wintersportausflügler ein Einkommen in dieser Höhe auf. Entsprechend sind Personen ohne bisherigen Wintersportur- laub in fast allen unteren Einkommensklassen stärker vertreten als solche, die schon einmal in Wintersporturlaub waren. Insgesamt sind die deutschen Wintersporttouristen sehr wintersporterfahren. 58% der Urlauber und immerhin 40% der Ausflügler betreiben bereits seit mehr als 10 Jahren Win- tersport. Mitgliedschaften in Wintersportvereinen liegen nur bei einem sehr geringen Teil der Wintersporttouristen vor: Während immerhin noch 5% der Wintersporturlauber in einem Wintersportverein angemeldet sind, liegt der Anteil bei den Ausflüglern bei nahezu 0%. Der Anteil der in einem Verein organisierten Alpin-Skifahrer und Skilangläufer liegt hier bei jeweils 7%, der Anteil der Snowboarder bei 10%. Für die Reiseplanung werden vorwiegend Internet, Prospekte und Skigebietsportale genutzt. Bei der Auswahl des Reiseziels haben Berichte von Freunden und Bekannten die zentrale Funktion. Sowohl Wintersporturlauber als auch Wintersportausflügler sind sehr destinationstreu. Jeweils 63% haben bekundet, ihr Reiseziel auf jeden Fall oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut für einen Wintersporturlaub bzw. -ausflug aufsuchen zu wollen. Bei den Alpin-Skifahrern, Snowboardern und Skilangläufern sind diese Werte mit bis zu 74% noch höher. Die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind die wichtigsten Quellmärkte für Wintersportdestinationen. Die Hauptreiseziele der deutschen Wintersportler sind vor allem Österreich und mit gewissem Abstand die Schweiz. Ebenso haben die deutschen Mittelgebirge und das Alpenvorland eine große Bedeutung für Winter- sporturlaub und insbesondere Wintersportausflügle. Bei den Ausflugszielen dominieren mit dem Sauerland (dabei insbesondere Winterberg), dem Harz und dem Schwarzwald drei deut- sche Wintersportdestinationen. Lediglich bei den Snowboardern liegt auch hier Österreich auf Platz 1. Auf die Frage „Welche deutschen Mittelgebirge bringen Sie mit Wintersport in Verbindung?“ erhielten der Harz und der Schwarzwald die meisten Nennungen, gefolgt von Erzgebirge, Bayerischem Wald und Sauerland. In Sachen Ausrüstung verfügt die Mehrheit der Wintersportler über eigenes Material. Die Anteile der Wintersportler, die Ausrüstung leihen, sind mit 19% bei den Urlaubern und 16% bei den Ausflüglern aber bereits beachtlich. Sowohl vor der Reise als auch während des Auf- enthalts im Urlaub bzw. während des Ausflugs ist der Sportfachhandel der Haupteinkaufsort für die Wintersportausrüstungsgegenstände. 37% der Wintersporturlauber fahren regelmäßig in Wintersporturlaub. Alpin-Skifahrer, Snowboarder und Skilangläufer unternehmen Wintersporturlaube noch viel regelmäßiger, wobei der Wert der Snowboarder mit 62% am höchsten ausfällt. Der überwiegende Teil der Wintersportausflügler unternimmt nur unregelmäßig solche Ausflüge. Lediglich 11% unter- nehmen regelmäßig Wintersportausflüge. Etwa jeweils ein Viertel der Wintersporturlauber unternimmt einen solchen Urlaub einmal im Jahr bzw. alle zwei bis drei Jahre. Auch hier sind die Werte bei den einzelnen Wintersportdisziplinen deutlich höher. Bei den Alpin-Skifahren und Langläufern fahren etwa die Hälfte mindestens einmal im Jahr in Wintersporturlaub, bei den Snowboardern sind es sogar zwei Drittel. Auch bei den Wintersportausflüglern unter- nimmt mehr als die Hälfte mindestens einmal im Jahr einen solchen Ausflug. Etwa die Hälfte Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 78 © Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie der Wintersporturlauber (auch innerhalb der Wintersportdisziplinen) bleibt zwischen fünf und sieben Tagen im Reisegebiet. Jeweils knapp ein Viertel verweilt für einen Kurzurlaub von zwei bis vier Tagen bzw. zwischen acht und 15 Tagen im Urlaubsort. Die wenigsten Wintersporturlauber buchen ihre Reise pauschal, wobei die Langläufer hier mit 19% den geringsten und die Snowboarder mit 24% den höchsten Wert aufweisen. Die meisten Reisen werden aber individuell organisiert. Pauschal-Wintersporturlauber legen bei ihrem gebuchten Wintersporturlaub großen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine gute Unterkunft. 44% der Wintersporturlauber gehen auf Nummer sicher und buchen im Schnitt 2 bis 6 Monate im Voraus. Die Hauptmotive der Wintersportler sind ein intensives Landschaftserlebnis, die Suche nach Erholung sowie der Wunsch, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Bezogen auf die einzelnen Angebotsaspekte sind für die Wintersportler die Schneesicherheit, das Angebot an gut präparierten Loipen und Pisten sowie eine wintersportfreundliche Unterkunft am wichtigsten. Von den befragten Wintersporturlaubern haben 14 % bereits eine Skihalle besucht. Bei den befragten Snowboardern waren dies mit 26 % bereits mehr als ein Viertel. Die Frage nach einem potentiellen Wiederholungsbesuch einer Skihalle bejahen zwischen 60 % (Alpin- skifahrer) und 74 % (Snowboarder) der Befragten, sodass hier von einer grundlegenden Zufriedenheit mit diesem ergänzenden Angebot ausgegangen werden kann. Von den bisher noch nicht in Skihallen gewesenen Befragten schließen hingegen etwa drei Viertel einen solchen Besuch auch in Zukunft eher aus, wobei die Hauptgründe das fehlende Naturerlebnis, ein nicht authentisches Skierlebnis und ein vermuteter hoher Besucherandrang sind. Bezug: Grundlagenstudie Wintersport Deutschland Schriftenreihe Institut für Natursport und Ökologie – Band 26 ISNN 1612-2437 Prof. Dr. R. Roth Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Natursport und Ökologie Am Sportpark Müngersdorf 6, 50933 Köln www.dshs-koeln.de/natursport

  • INOEK_Band_21_Kongressbericht_2006.pdf
    I n s t i t u t f ü r N a t u r s p o r t u n d Ö k o l o g i e S c h r if t e n r e ih e N a t u r s p o r t u n d Ö k o lo g ie – B a n d 2 1 K o n g r e s s b e r i c h t » U m w e l t , N a t u r s c h u t z u n d S p o r t i m D i a l o g « S p o r t g r o ß v e r a n s t a l t u n g e n – N e u e W e g e – 3 . K o n g r e s s a n d e r D e u t s c h e n S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n a m 2 0 . u n d 2 1 . N o v e m b e r 2 0 0 6 Eine Initiative des Beirats für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit I n s t i t u t e o f O u t d o o r S p o r t s a n d E n v i r o n m e n t a l S c i e n c e D e u t s c h e S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n I m p r e s s u m Herausgeber Institut für Natursport und Ökologie (INOEK) Deutsche Sporthochschule Köln Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) Bundesamt für Naturschutz (BfN) Redaktion Ralf Roth, Stefan Türk, Gregor Klos, INOEK Satz/ Layout Gregor Klos, INOEK Druck Sikora, Offenburg Bildnachweis Deckblatt: INOEK Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Ausführungen der Autoren müssen nicht mit der Meinung der Herausgeber übereinstimmen. ISSN 1612-2437 © 2007 – Alle Rechte vorbehalten Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Zustimmung der Herausgeber S c h r i f t e n r e i h e N a t u r s p o r t u n d Ö k o l o g i e Herausgegeben vom Institut für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Band 21 Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN © INOEK / BMU / BfN Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Inhalt Kongresseröffnung Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Sportgroßveranstaltungen – Verantwortung für die Umwelt wahrnehmen 7 Vorträge Christian Hochfeld Das Konzept Green GoalTM der FIFA WM 2006 in Deutschland 13 Ralf Roth, Stefan Türk & Frank Armbruster Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft 21 Martin Schmied & Christa Friedl Reduzierung der Umweltauswirkungen von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel der Treibhausgas-Emissionen 31 Rainer Lucas Umweltkommunikation im Rahmen von Sportveranstaltungen und Sportevents 37 Gilbert Thélin Umweltbewusstes Ressourcenmanagement – Impulsprogramm Ecosport 49 Wendel Hilti IG Saubere Veranstaltung Schweiz – www.saubere-veranstaltung.ch 55 Good Practice-Workshops Rudi Suchant & Horst Pethig Black Forest ULTRA Bike Marathon – Naturverträglich (?) (!) 64 Karl-Friedrich Ziegahn Schutz der Ressourcen Wasser, Boden, Luft und Energie – Sport, Mobilität und Verkehr 72 Karl-Friedrich Ziegahn & Tim Fronzek Nachhaltige Mobilität 76 Henning Wilts Umweltbildung auf und durch Sportgroßveranstaltungen – Sportevents als Arena der Umweltbildung 81 © INOEK / BMU / BfN Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Sportgroßveranstaltungen – Verantwortung für die Umwelt wahrnehmen Sehr geehrter Herr Prof. Roth, sehr geehrte Damen und Herren, ich glaube, dass uns alle, die wir uns heu- te hier treffen, etwas verbindet: Wir sind alle Fans der einen oder anderen Sportart. Und was das bedeutet, hat die Welle der Begeiste- rung, die in diesem Sommer durch das Land gegangen ist, gezeigt. Es wurden alle Erwar- tungen an die Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land übertroffen. Das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ war mehr als ein Slogan: Wir haben uns gefreut, Gastgeber zu sein, und die Gäste haben dies gespürt. Hier in Köln war das nicht nur im benachbarten Rheinenergie-Stadion zu beobachten, son- dern auch bei den Fan-Festen im Stadtgebiet. Sie alle werden sich erinnern: Die Stimmung im Land war so hervorragend, dass sogar das Spiel der deutschen Nationalmannschaft um Platz 3 wie der Gewinn des Weltmeister- schaftstitels gefeiert wurde. Dieser Sommer hat nicht nur die Stim- mung im Land verändert. Der Sport, beson- ders der Fußball, bewegt die Menschen. 3,4 Millionen Menschen haben 64 Spiele in den Stadien erlebt. 2 Millionen ausländische Besu- cher kamen und mehr als 1 Million Übernach- tungen wurden gebucht. Die WM brachte Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Al- lein der Einzelhandel verbuchte vor, während und nach der WM ein Umsatzplus von 2 Milli- arden Euro. Das Spiel unserer Nationalmann- schaft und der Verlauf der WM haben dem Image Deutschlands gut getan. Und natürlich bin ich stolz, dass mit Green Goal erstmals in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaf- ten ein Umweltkonzept entwickelt und um- gesetzt wurde. Der Kongress „Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog“ findet in diesem Jahr zum dritten Mal an der Deutschen Sporthochschu- le Köln statt. Ich danke Ihnen, sehr geehrter Herr Professor Roth, für die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung. Und ich danke dem Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesumweltministerium, dass er hierzu wiederum die Initiative ergriffen hat. Was lag näher, als im Jahr der Fußballwelt- meisterschaft das Thema „Sportgroßveran- staltungen“ zu wählen? Die Zahlen, die ich zu Beginn beispielhaft aufgeführt habe, ma- chen eines deutlich: Große Sportereignisse sind unweigerlich mit Auswirkungen auf die Umwelt verbunden. Über 3 Millionen Stadi- onbesucher verursachen Verkehr und Abfall. Hinzu kommen die Millionen Menschen, die an den Public Viewing-Veranstaltungen und Fan-Festen teilgenommen haben. Ich mache aber auch noch eine andere Beobachtung: Bei großen Sportevents muss Abbildung 1: Bundesumwelt- minister Sigmar Gabriel eröffnete den 3. Kongress „Umwelt, Natur- schutz und Sport im Dialog“ an der DSHS Köln (Foto: BMU) © INOEK / BMU / BfN man froh sein, dass der Sport dort überhaupt noch eine Rolle spielt. Für eine erfolgreiche Bewerbung um die Ausrichtung solcher Ereig- nisse ist es unter anderem auch von entschei- dender Bedeutung, ob rund um den Globus möglichst viele Menschen über das Fernsehen erreicht werden können. Je mehr Menschen ich erreiche, desto besser ist das für die Spon- soren und umso mehr Geld können die Ver- bände von den Sponsoren verlangen. Mit diesen Ansprüchen wachsen die Be- lastungen der Umwelt. Ich erwarte von den Sportverbänden, dass sie sich dieser gesell- schaftlichen Verantwortung stellen. Mega- sportereignisse müssen und werden inzwi- schen auch in einen umweltpolitischen Kon- text gestellt. Und hierbei geht es nicht nur um den Zeitraum, in dem der Sportevent tat- sächlich stattfindet. Es geht um die oft Jahre vorher beginnende Bewerbungsphase, die Vorbereitungsphase und das, was nach dem Ereignis bleibt – im positiven wie im negativen Sinne. Das Internationale Olympische Komitee hat in den 90er Jahren den Umweltschutz zur dritten Säule der olympischen Bewegung erklärt. Seither wird neben öffentlichen Ga- rantien für die Durchführung der Spiele, Nachweisen über die notwendigen Infra- struktureinrichtungen und Übernachtungska- pazitäten auch ein Umweltkonzept und eine Abschätzung über das zu erwartende olympi- sche Erbe von den Bewerberstädten verlangt. Das IOC hat hiermit einen großen Schritt getan. Trotzdem könnte ich mir weitere Schrit- te gut vorstellen. Ich bedauere, dass zum Bei- spiel die Übernachtungskapazitäten im 4- und 5-Sterne-Bereich bei der Bewerbung höher gewichtet werden als das Umweltkonzept. Und diese Art Gewichtung führt ja außerdem dazu, dass – wie die Erfahrungen mit der Be- werbung Leipzigs um die Spiele 2012 gezeigt haben – für ein Megaereignis wie Olympische Spiele offenbar auch nur noch Megastäd- te als Ausrichter in Frage kommen. Kleinere Großstädte können sowohl im Bereich der Sportstätten als auch der Beherbergung die Nachnutzung bzw. dauerhafte Auslastung kaum nachweisen. Und dann nutzt es auch nichts, dass eine Stadt wie Leipzig vom IOC die höchste Note aller Bewerberstädte für ihr Umweltkonzept erhält, das gerade für die Fragen der Nachnutzung von Sportstätten und Übernachtungskapazitäten innovative Lösungen enthielt. Das Thema Umwelt steckt bei der FIFA als Veranstalter der Fußball-WM im Vergleich zum IOC noch in den Kinderschuhen. Hier gibt es keine verpflichtenden Umweltkriterien, die z.B. im Bereich der Stadien Standard setzend wären. Im Gegenteil: Die Anforderungen der FIFA an die Zahl der Parkplätze im Stadionum- feld hätte für die WM in unserem Land sogar kontraproduktiv sein können. Dass sie es nicht waren, ist einer der großen Erfolge von Green Goal, dem Umweltkonzept für die WM 2006. Green Goal war das erfolgreiche freiwillige Engagement des Organisationskomitees, der Städte und Stadien und einiger Partner, das Maßstäbe für die Ausrichtung von Sportgroß- veranstaltungen gesetzt hat. Das Organisationskomitee für die Fußball- WM und der DFB haben aus meiner Sicht Mut bewiesen, als sie diesen Weg gegangen sind. Dafür möchte ich den Verantwortlichen dan- ken. Hier wurde mit der Festlegung auf quan- titative und qualitative Ziele Neuland betreten. Zum ersten Mal überhaupt hat es in Deutsch- land eine klimaneutrale Sportgroßveranstal- tung gegeben, und zum ersten Mal überhaupt eine klimaneutrale Fußball-WM. Trotz der He- rausforderungen, die mit der Organisation ei- nes solchen Mega-Events verbunden waren, wurde die Umsetzung des Umweltkonzepts Sportgroßveranstaltungen – Verantwortung für die Umwelt wahrnehmen Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN nicht aus den Augen verloren. Bereits im Vorfeld der WM hatte Green Goal viele Men- schen mitgenommen. In einigen Gastgeber- städten entstanden Green Goal-Arbeitskreise, Stadionbetreiber entdeckten die Vorzüge von Photovoltaik-Anlagen und Zisternen, Spon- soren beteiligten sich an der Umsetzung. Im Rahmen der Vereinskampagne „Klub 2006“ haben Fußballvereine das Wasser- und Ener- giesparen gelernt, d.h. der Umweltschutz hat völlig neue Zielgruppen erreicht. 13 von 16 Zielen wurden mit dem Green Goal-Konzept erreicht. Ich möchte einige we- nige Beispiele herausgreifen: Die größte Herausforderung der WM be- stand in den zu bewältigenden Verkehrsströ- men. Ein Green Goal-Ziel lautete, den Anteil der mit dem ÖPNV anreisenden Fans auf über 50 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel wurde deutlich übertroffen. Insgesamt entfielen bei der WM im Durchschnitt der Spiele und Städ- te rund 74 Prozent aller Fahrten bzw. Wege zum Stadion und zurück auf Busse, Bahnen, Fahrräder und Fußgänger. Ausschlaggebend für diesen Erfolg waren vor allem das erstmals bei einer WM angebotene Kombiticket und die gute Anbindung der Stadien an das öf- fentliche Verkehrsnetz. Ein anderes Beispiel ist der ebenfalls bei einer WM erstmals eingesetzte Mehrweg- becher in den Stadien, der einen wichtigen und vor allem sichtbaren Beitrag zur Abfallre- duzierung geleistet hat. Im Zuschauerbereich waren die Maßnahmen zur Abfallvermeidung so erfolgreich, dass eine Getrenntsammlung bis auf die Eingangsbereiche der Stadien ver- zichtbar gewesen wäre. Den größten Erfolg stellt aus meiner Sicht zweifellos die klimaneutrale Ausrichtung der WM dar. Es ist gelungen, Treibhausgase in einer Größenordnung von 92.000 Tonnen, die trotz Energiesparmaßnahmen und der Substitution fossiler durch erneuerbare Ener- gien in Deutschland durch die WM zusätzlich angefallen sind, durch Klimaschutzprojekte in Indien und Südafrika zu kompensieren. Diese Projekte entsprechen dem so genannten Gold Standard, das heißt sie genügen höchsten So- zial- und Umweltstandards. Und sie werden sogar 100.000 Tonnen CO2 kompensieren. Ich möchte aber auch darüber sprechen, was nicht erreicht wurde. Es war unser Ziel, 20 Prozent Energie zu sparen. Dieses Ziel wurde mit einer Einsparung von ca. 13 Pro- zent klar unterschritten. Es wurden zwar für alle Stadien Einspar- und Effizienzpotenziale ermittelt. Sie wurden aber bei weitem nicht ausgeschöpft, weil zum Zeitpunkt der Ent- wicklung von Green Goal an vielen Stand- orten die Baumaßnahmen schon weit fort- geschritten waren. Das hätte sicher anders ausgesehen, wenn schon bei der Bewerbung um die WM Umweltstandards für die Stadien verpflichtend gewesen wären. Ich möchte deshalb an die FIFA gerichtet deutlich aussprechen: Ich halte die Entwick- lung von verbindlichen Umweltleitlinien für zukünftige Weltmeisterschaften für notwen- dig. Und ich hoffe, dass der Verband seine Schlüsselfunktion, die er in dieser Frage hat, wahrnehmen wird. Das Bundesumweltministerium hat das Öko-Institut und die Sporthochschule Köln beauftragt, die Erfahrungen, die mit den Um- weltkonzepten Green Goal für die WM 2006 und für die Bewerbung Leipzig 2012 gewon- nen wurden, in die Entwicklung eines Leit- fadens zur umweltverträglichen Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen umzusetzen. Ich halte das für einen logischen Schritt: Al- lein 2005 fanden in Deutschland 154 Sport- großveranstaltungen statt. Darunter sind Veranstaltungen mit mindestens 5.000 Teil- nehmern, mindestens 10.000 Besuchern an 10 © INOEK / BMU / BfN einem Veranstaltungstag und der Bedeutung wegen alle Welt- und Europameisterschaften enthalten. Diese Veranstaltungen wurden von 25,6 Millionen Zuschauern besucht. Hieran nahmen 530.000 Sportler teil. In dieser Be- trachtung sind die Ligen nicht einbezogen. Auch wenn es sich bei den Ligen nach un- serer Definition nicht um Sportgroßveranstal- tungen handelt, sollte ihre Bedeutung im Hin- blick auf die Umweltauswirkungen nicht un- terschätzt werden. Ich nenne zum Vergleich nur die Zahlen der Fußball-Bundesliga: In der Saison 2004/ 2005 besuchten 11,6 Millionen Zuschauer 306 Spiele. Ich hielte es deshalb für folgerichtig, wenn der DFB die Erfahrun- gen mit Green Goal auf den Ligabetrieb so weit möglich übertragen würde. Unter den einmaligen Veranstaltungen des Jahres 2005 waren der FIFA Confede- rations Cup mit 575.000, die World Games mit 500.000, das Internationale Turnfest Berlin mit 450.000, die Nordische Ski-WM in Oberstdorf mit 362.000 und die Beachvol- leyball-WM in Berlin mit 80.000 Zuschauern. Weitaus größere Zuschauerzahlen erreichen die regelmäßig stattfindenden Marathonläu- fe und Radsportveranstaltungen. Allein diese Auswahl macht deutlich, dass es um ganz unterschiedliche Herausforderungen geht: dezentrale und zentrale, einmalige und wie- derkehrende Ereignisse, Veranstaltungen in Städten oder in sensiblen Naturräumen. Die Vorträge und Workshops dieses Kongresses werden sich mit den speziellen Fragestellun- gen und möglichen Lösungen befassen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sport begeistert die Menschen. Spitzensport- ler sind moderne Helden, Identifikationsfigu- ren und Vorbilder zugleich. Kampagnen des Sports gegen Drogen und Rassismus sind wichtige Zeichen. Ich möchte aber dafür wer- ben, dass der Sport auch als Botschafter für die Bedeutung einer intakten Umwelt oder für den Klimaschutz tätig wird. Der DFB hat mit Green Goal einen bedeu- tenden ersten Schritt getan. Zum nachhalti- gen Erbe der Fußball-WM gehören unter an- derem die in den Stadien und ihrem Umfeld installierten Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 2.800 kWp. Allein die An- lage auf dem Stadiondach in Kaiserslautern wird ab dem kommenden Jahr soviel Strom erzeugen, dass etwa 200 Haushalte ein Jahr lang mit Elektrizität versorgt werden können. Das ist die eine Seite. Genauso wichtig ist mir aber, dass für die Stadionbesucher und -besu- cherinnen eine sichtbare Investition in den Kli- maschutz geschaffen wurde. Ich wünsche mir mehr solcher Investitionen. Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der Sport seiner Verantwortung für den Klimaschutz durch eine freiwillige Zusage zur Reduzierung und darüber hinaus zur Kompensation der von ihm verursachten Emissionen gerecht werden könnte. Darüber sollten wir miteinander re- den. Sportgroßveranstaltungen – Verantwortung für die Umwelt wahrnehmen 11Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN 12 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Christian Hochfeld Christian Hochfeld, Dipl.-Ing. stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts e. V. und Leiter des Büros Berlin Öko-Institut e. V. Novalisstraße 10 D-10115 Berlin Tel.: +49/ 30/ 28 04 86 80 Fax: +49/ 30/ 28 04 86 88 E-Mail: c.hochfeld@oeko.de Internet: http://www.oeko.de Kurzvita seit 2001 Mitverantwortlich für die Unterstützung des Organisationskomitees der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006TM bei der Konzeption und Umsetzung des Umweltprogramms Green GoalTM seit 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e. V. im Bereich Infrastruktur & Unternehmen im Büro Berlin Projektleitung im Bereich der Politik- und Wirtschaftsberatung und beteiligt an internationalen Forschungsarbeiten Arbeitsgebiete: • Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen • Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigen Entwicklung in Unterneh- men • Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation • Moderation und Mediation • Nachhaltige Mobilität Studium des Technischen Umweltschutzes an der TU Berlin mit dem Schwer- punkt Umwelt und Ressourcenökonomie 13Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Christian Hochfeld Das Konzept Green GoalTM der FIFA WM 2006 in Deutschland Fußball-WM auch beim Umweltschutz er- folgreich - Bilanz-Bericht liegt vor - Öster- reich und Südafrika wollen sich an dem Konzept orientieren. Vor 2006 spielte der Umweltschutz bei einer Fußball-Weltmeisterschaft keine große Rolle. In Zukunft könnte dies jedoch anders aussehen! Denn die FIFA WM 2006 hat nicht nur bei der Feierlust der Fans alle Rekorde gebrochen, sondern weist auch eine positive Umweltbilanz auf. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschluss-Bericht des Umweltprojektes „Green Goal“, der jetzt vorliegt. Von insge- samt 16 anspruchsvollen Zielen wurden 13 erreicht. Da es für die Fußball-WM von der FIFA bisher keine ökologischen Vorgaben gab, hat das Öko-Institut im Auftrag und in Kooperati- on mit dem Organisationskomitee (OK) ein in- novatives und ambitioniertes Umweltkonzept erarbeitet und die WM-Organisatoren bei der Umsetzung unterstützt. Die Arbeiten wurden vom Bundesumweltministerium begleitet und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziell gefördert. Klimaneutrale WM Green Goal hat quantitative und qualitative Umweltziele für die Handlungsfelder Wasser, Abfall, Energie, Mobilität und Klimaschutz entwickelt und weitestgehend erreicht. Über- geordnetes Ziel war es, die WM in Deutsch- land klimaneutral zu organisieren. Deshalb wurden die Verkehrsemissionen gesenkt, der Energiebedarf reduziert und regenerative En- ergien genutzt. Die nicht vermeidbaren Emis- sionen, im Verantwortungsbereich des OK in Deutschland waren dies Treibhausgase in einer Größenordnung von 92.000 Tonnen, wurden kompensiert. Klimaschutzprojekte in Indien und Südafrika werden in den kom- menden Jahren insgesamt 100.000 Tonnen Kohlendioxid ausgleichen. Diese Projekte ent- sprechen dem so genannten Gold Standard, das heißt sie genügen höchsten Sozial- und Umweltstandards. Der DFB, der Welt-Fußball- verband und weitere Partner finanzieren die- se Maßnahmen. Ein Projektbeispiel Das Projekt „Family Clean Energy Pa- ckages“ in Indien soll den Dorfbewohnern in vom Tsunami zerstörten Regionen Indiens eine sichere und umweltverträgliche Energie- versorgung gewährleisten. Dazu werden den Familien Biogas-Anlagen, die eine nachhal- tige Energiebereitstellung ermöglichen, zur Verfügung gestellt. Das umweltfreundliche Biogas ersetzt die bisherigen Brennstoffe Ke- rosin und Holz. Somit können das lokale und globale Klima geschützt und die Lebensquali- tät der Menschen verbessert werden. Beispiele für die Erfolge von Green Goal Die FIFA WM und damit auch das Green- Goal-Projekt waren eine gute Gelegenheit, etwas für den Umwelt- und Klimaschutz zu tun. Einige Beispiele für die Erfolge von Green Goal: 1. Wasser - Das Hauptziel im Wasserbereich war es, die Trinkwasserressourcen zu scho- nen. Um dieses zu erreichen, setzte das Umweltkonzept Green Goal verstärkt dar- auf, Regenwasser zu nutzen. Dazu wurden in den Städten Berlin, Frankfurt, Nürnberg und Stuttgart Regenwasserzisternen ge- 14 © INOEK / BMU / BfN Das Konzept Green GoalTM der FIFA WM 2006 in Deutschland baut. In Berlin entstand dabei die größte Zisterne eines Fußball-Stadions in Europa mit einem Fassungsvermögen von 1.400 Kubikmetern. Nur noch die Hälfte aller WM-Stadien verwendete Trinkwasser zur Spielfeldberegnung. Auch Trockenurina- le, Wasser sparende Toiletten und Durch- flussbegrenzer sollten helfen, Wasser an wichtigen Stellen einzusparen. In Berlin, Frankfurt und München wurden zusätz- lich Anlagen zur Regenwasserversickerung errichtet, um einen möglichst naturnahen Wasserkreislauf zu fördern. Im Sinne eines modernen Regenwassermanagements wurden Flächenentsiegelungen, wasser- durchlässige Befestigungen von Plätzen oder Dachbegrünungen umgesetzt. 2. Abfall - Kern des Abfallkonzeptes war die Abfallvermeidung. Schon während der WM vermittelten die Stadien einen sehr sauberen Eindruck. Die Maßnahmen der Veranstalter zeigten also ihre Wirkung. Besonders der Mehrwegbecher – Herz- stück des Abfallkonzepts – hat sich be- währt. Die Befürchtung, dass durch das Mehrwegsystem eventuell der Geträn- keumsatz zurückgehen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr wurden die bedruckten Mehrwegbecher zu beliebten Sammelobjekten und preisgünstigen Sou- venirs für die Fans. Es war eine Premiere für den Mehrwegbecher, denn bei keiner Weltmeisterschaft oder Olympiade war bisher das Mehrwegsystem zum Einsatz gekommen. Einige weitere Maßnahmen zur Abfallvermeidung waren: • „Pack ins Brot“ - Wurst & Co. wurden nicht mit zusätzlichen Papptellern, son- dern nur im Brötchen und dann mit einer Serviette serviert. • Verzicht auf Flyer - Nur wenige Partner haben Flyer oder ähnliche Artikel verteilt und dann die Menge deutlich einge- schränkt. • Papierarme Medien - Es wurde ein elektro- nischer Medienchannel für die Pressever- treter bereitgestellt, damit Informationen direkt online abgerufen werden konnten und die Informationen nicht zusätzlich auf Papier bereitgestellt werden muss- ten. Gelungen ist auch die Umsetzung der temporären Einrichtungen, wie zum Beispiel das International Broadcasting Center (IBC) in München. Die Architekten ließen das Mediencenter recyclingfreund- lich bauen und setzten dabei auf Mate- rialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu gehörten Deckenbalken und Träger- profile aus Massivholz sowie Wände aus mehrschichtig verleimtem Nadelholz. Der größte Teil der verwendeten Materialien war nach der WM kein Abfall, sondern Wertstoff. So werden die Holzelemente des IBC beispielsweise weiterverwendet und beim Bau von 60 Einfamilienhäusern genutzt. 3. Energie - Einspar- und Effizienzpotentiale ermitteln und ausschöpfen – das war eines der zentralen Ziele im Energiebereich. Da- bei sollte der Energieverbrauch der WM- Stadien um 20 Prozent gesenkt werden. Dieses Ziel konnte jedoch nicht erreicht werden. Die Einsparungen im Rahmen von Green Goal lagen bei 13 Prozent. Weshalb wurde das Energieziel nicht er- reicht? Die Umsetzung der einzelnen Maßnah- men des Green-Goal-Projektes war eine Herausforderung für die Beteiligten. Au- ßerdem war der Spielraum für die Umset- zung beschränkt, da das Green-Goal-Pro- jekt erst anlief, als sich bereits viele Stadien 15Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN im Bau befanden. Beim Stadionbau hat sich gezeigt, dass mancherorts knappe Kassen auf Seiten des Bauherrn und Kostendruck bei der durchführenden Baufirma sich in man- gelnder umwelttechnischer Ausstattung der Stadien niederschlagen können. Die eigentliche Problematik offenbart sich dann beim späteren Betrieb der Sport- stätten: Betreiber müssen sich über Jahr- zehnte mit unnötig hohen Energie- und Wasserkosten auseinandersetzen. Kosten, die wiederum durch vergleichsweise nied- rige Investitionen in Effizienztechnologien beim Bau der Anlagen, deutlich reduziert werden können. Hier sind also Konzepte gefragt, die von Beginn an die Interessen von Bauherrn, ausführender Firma und späterem Betreiber an einem Tisch zusam- menführen und zukünftige Betriebskosten sowie entsprechende Einsparungen im Sinne des Umweltschutzes bei der Finanz- planung einbeziehen. Das Ziel, möglichst viel Energie über re- generative Energieträger zu gewinnen, konnte dagegen erfolgreich verwirklicht werden. In den Austragungsorten Kaisers- lautern, Dortmund und Nürnberg entstan- den dazu beispielsweise die größten So- laranlagen in bzw. bei Stadien in Deutsch- land. Insgesamt wurden im Rahmen des Green-Goal-Projektes Photovoltaikanlagen in der Größenordnung von mehr als 2.800 kWp errichtet. Das entspricht einer Fläche von 20.000 Quadratmeter und reicht rein rechnerisch aus, um jährlich den kom- pletten Jahresbedarf an Strom eines der WM-Stadien abzudecken. Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Errei- chen des Energieziels, war die Bereitstel- lung von 13 Mio. kWh zertifiziertem grü- nen Strom aus Wasserkraft. Eine direkte Belieferung der Stadien mit dem Öko- Strom war nicht möglich, da die Betreiber feste Verträge mit ihren Energielieferanten haben. Daher musste man auf eine „Subs- titutionslösung“ zurückgreifen: Bereits vor der WM wurden 13 Mio. kWh Ökostrom ins normale deutsche Netz eingespeist und damit die konventionelle Stromerzeugung verdrängt. Diese Lösung hatte denselben Effekt wie eine direkte Belieferung der Stadien mit dem Öko-Strom während der WM. Einige weitere Maßnahmen, die zur Re- duktion des Energiebedarfs beigetragen haben: • Optimiertes Lichtmanagement: Energie sparende Lampen, Bewegungs- melder, Zeitschaltuhren. Verbesserte Wärmedämmung der Ge- bäudehülle • Energiemanagement mit externer Ener- gieberatung, • Wärmerückgewinnung, • Brennwertkessel, • Fernwärme aus Kraftwerken mit Kraft- Wärme-Kopplung. 4. Mobilität - Großer Wert wurde darauf gelegt, den Anteil am öffentlichen Nah- verkehr deutlich zu erhöhen. Ziel war es, den Anteil der Fahrten zu den Stadien durch den ÖPNV auf 50 Prozent anzuhe- ben. Eine gewisse Skepsis diesbezüglich war durchaus angebracht, denn Appelle, das eigene Auto stehen zu lassen und auf Bus und Bahn umzusteigen, verhallen oft ungehört. Es war allerdings ein noch bes- seres Ziel erwünscht. Daher war es umso erfreulicher, dass die Rechnung bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 aufging. Insgesamt haben 74 Prozent eine um- weltfreundliche Alternative für ihren PKW genutzt und sind ohne Auto zu den Spie- 16 © INOEK / BMU / BfN len gekommen. Rund 57 Prozent aller Zu- schauer haben den öffentlichen Nahver- kehr in den Städten (Busse und Bahnen) in Anspruch genommen, weitere sechs Prozent kamen zu Fuß und elf Prozent mit dem Reisebus. Lediglich 23 Prozent wähl- ten das eigene Auto für die Anreise. In München beispielsweise kamen knapp 60 Prozent aller Stadionbesucher im Lauf der WM mit der U-Bahn zur Arena. Die Planer hatten mit 30 bis 40 Prozent ge- rechnet. Und zum Eröffnungsspiel kamen doppelt so viele Fans mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadion wie bei den heimischen Bundesligaspielen. Ein Grund, warum viele wahre Fan-Mär- sche zu den Stadien veranstalteten, war mit Sicherheit auch das sommerliche Wet- ter. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen wanderten wahre Zuschauerströme von den Bahnhöfen bis hin zu den Stadien. Dabei bot sich mitun- ter ein beeindruckendes Bild, wenn bei- spielsweise 10.000 niederländische Fans sich in Leipzig in ihren orangefarbenen Trikots den Weg zum Stadion bahnten. Erstmals bei einer Weltmeisterschaft wur- de außerdem das so genannte Kombi- ticket angeboten. Die Eintrittskarte war gleichzeitig auch der Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr, so dass dem Karteninhaber keine zusätzlichen Kosten entstanden. Das Ticket war aber nicht nur für die Hin- und Rückfahrt zum Spiel gül- tig, sondern galt im gesamten Stadtgebiet vom Betriebsbeginn am frühen Morgen des Spieltages bis in den frühen Morgen des nächsten Tages. Um die Mobilitätsziele zu erreichen, wur- den viele Maßnahmen umgesetzt, zum Beispiel: • verbesserte Anbindung der Stadien an den ÖPNV, • Taktverdichtung und Ausweitung des An- gebots, • Einsatz von Sonder- und Charterzügen, • Umweltfreundliche Fahrzeugkonzepte, • Mobilitätskarte für 6000 Medienleute, • Spezielle Fahrkartenangebote der DB, • Ausführliche Informationen zur Nutzung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Der Blick in die Zukunft Mit Green Goal hatte das Organisationsko- mitee der FIFA Weltmeisterschaft 2006 Neu- land betreten. Und das mit Erfolg. Ein Grund mehr, dass der Umweltgedanke auch bei zu- künftigen Welt- und Europameisterschaften sowie bei anderen Sportgroßveranstaltungen eine zentrale Rolle spielen sollte. Südafrika als Ausrichter der nächsten Fuß- ball-WM in vier Jahren will sich an den Erfah- rungen mit Green Goal in Deutschland orien- tieren. Deutschland und Südafrika beabsichti- gen, bei einem Umweltprogramm für die WM 2010 zusammenzuarbeiten. Im Dezember 2006 trafen sich deshalb der südafrikanische Umweltminister Marthinus van Schalkwyk mit dem OK Vizepräsidenten, BMU-Vertre- tern und einer Delegation des Öko-Instituts, um sich über die Erfahrungen mit Green Goal bei der WM in Deutschland zu informieren und die weitergehende Kooperation zu be- sprechen. Weiterer wichtiger Partner von Green Goal ist das Umweltprogramm der Vereinten Nati- onen (UNEP). Zusammen mit dem Organisati- onskomitee unterzeichnete UNEP ein Memo- randum of Understanding und der damalige Exekutivdirektor des UNEP und ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer wurde internationaler Green Goal-Botschafter. Auch Das Konzept Green GoalTM der FIFA WM 2006 in Deutschland 17Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN in Zukunft wird sich UNEP für Umwelt und Fußball einsetzen. Ende des vergangenen Jahres lobte Exe- kutivdirektor Achim Steiner das deutsche Or- ganisationskomitee für sein eindeutiges Be- kenntnis zum Umweltschutz: „UNEP ist gerne bereit, auch das Organisationskomitee für die WM 2010 in Südafrika dabei unterstützen, an eigenen Green Goal zielen zu arbeiten. Damit würde ein deutliches Signal an die Ausrich- ter großer Veranstaltungen gerichtet, dass Umweltschutz ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Organisation ist.“ Im Dezember 2006 hatte die österreichische Bundesregierung bekannt gegeben, dass sie die Europameisterschaft 2008 zu einem „Green Event“ machen möchte und sich im Umweltbe- reich an der WM 2006 misst. Der österreichische Umweltminister Josef Pröll sagte dazu: „Mit Green Goal wurden im Umweltbereich Standards gesetzt, die beispielgebend sind.“ „Wir freuen uns sehr, dass es uns mit Green Goal gelungen ist, die Veranstalter zukünftiger Großveranstaltungen im Sport für den Umweltschutz zu begeistern. Schon damit trägt Green Goal einen wesentlichen Teil zum nachhaltigen Erbe der WM bei. Auch viele der Green Goal Maßnahmen in den Sta- dien machen den Umweltschutz zum Sieger auch über die WM hinaus im Bundesligabe- trieb“, resümiert Christian Hochfeld, stellver- tretender Geschäftsführer des Öko-Instituts. Green Goal hat aber nicht nur gezeigt, was bereits mit gängigen Technologien und Managementsystemen für den Umweltschutz im Fußball getan werden kann. Die gewon- nen Erfahrungen haben auch Gestaltungs- aufgaben und Chancen für diejenigen identi- fiziert, die zukünftig an der Organisation von Fußball-Weltmeisterschaften und anderen Sportgroßveranstaltungen beteiligt sind. Projekthistorie • 1993 entsteht die Idee für eine umwelt- freundliche Umsetzung der FIFA WM 2006™. Schon in der Bewerbung hat der Deutsche Fußball-Bund DFB dies durch das Kapitel „Umweltkonzept für die Stadien“ verdeutlicht. Am 6. Juli 2000 verkündet FIFA-Präsident Joseph S. Blatter das Ab- stimmungsergebnis des FIFA-Exekutivko- mitees. Mit zwölf zu elf Stimmen bei einer Enthaltung geht der Zuschlag für die Aus- richtung der FIFA WM 2006 an Deutsch- land. • Juni 2001 wird das Pflichtenheft „Stadion 2006“ erweitert. Neu hinzu kommt das Kapitel „Umwelt“. WM-Stadien müssen nun auch erstmals den Umweltschutz be- rücksichtigen. • Jahresbeginn 2002 Der Startschuss für Green Goal™ fällt. Das Öko-Institut wird nun offiziell mit der Entwicklung des Um- weltkonzepts beauftragt. • März 2003 wird das Green Goal–Kon- zept durch Franz Beckenbauer, Präsident des OK, und Jürgen Trittin, damaliger Bundesumweltminister, der Öffentlichkeit vorgestellt. • Ab Sommer 2003 beginnt in enger Zusam- menarbeit aller Beteiligten die Umsetzung von Green Goal. • April 2005 Green Goal geht mit einer ei- genen Homepage online. • September 2005 Klaus Töpfer, damaliger Exekutivdirektor der UNEP, wird offizieller Green Goal-Botschafter. • September 2005 Das Klimaschutzprojekt „Family Clean Energy Packages“ läuft in Indien an. • November 2005 Internationale Vorstel- lung von Green Goal auf der UNO - Um- weltkonferenz. 18 © INOEK / BMU / BfN • Dezember 2005 Die Deutsche Telekom als offizieller Green Goal Partner gibt ihre Be- teiligung an der Klimaneutralität bekannt. • Dezember 2005 Die Deutsche Bahn als offizieller Förderer von Green Goal stellt das Weltmeister-Ticket und den Welt- meister-Pass vor. • Januar 2006 Der Grüner Strom für die Weltmeisterschaft wird von der EnBW zur Verfügung gestellt. • März 2006 Das Ziel der ersten klimaneu- tralen Fußball-Weltmeisterschaft ist gesi- chert. • Juni/Juli 2006 Die FIFA WM 2006 findet in Deutschland statt und Green Goal ist dabei. 2 Green GoalTM: Sustainable Legacy for the 2006 FIFA World CupTM Green GoalTM stands worldwide for... • ...the very first innovative environmental programme for a FIFA World CupTM • ...one the first large-scale sports-event which will be organized as climate fair; which means it will have no negative impact on the global climate within Germany • ...one of the first large-scale sports-event with aspiring quantitative environmental goals • ...the Sustainable Legacy of the 2006 FIFA World CupTM 11 Environmental goals: examples Conservation of resources: To conserve drinking water resources, current water consumption at stadia will be reduced by 20%. Reduction of energy consumption: Energy consumption at the 2006 FIFA World CupTM will be cut by 20% through efficient energy use. Increase in the share of local public transport: The share of journeys to FIFA World CupTM with local public transport will be increased to 50%. Waste reduction: To reduce quantities of waste, packaging-free and multiple-use systems will be employed in all areas. The quantity of waste in and around stadia will be reduced by 20% compared to current levels. Das Konzept Green GoalTM der FIFA WM 2006 in Deutschland 19Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN 26 Green Goal Legacy Report www.greengoal.de 12 Green GoalTM Projects in the Stadia Environment Management WASTE • avoidance • „cup of the cup“ • waste separation • stadium surroundings ENERGY • „Fuel Switch“ to solar power • green power • energy efficiency technologies • energy contracting and management MOBILITY • improvement of local public transport • „Kombi-Ticket“ • Information systems • parking management WATER •use of rainwater •water saving technologies • rainwater management 20 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Ralf Roth Ralf Roth, Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Deutsche Sporthochschule Köln Carl-Diem-Weg 6 D-50933 Köln Tel.: +49/ 221/ 49 82 - 73 80 Fax: +49/ 221/ 49 82 - 84 80 E-Mail: roth@dshs-koeln.de Internet: http://www.dshs-koeln-natursport.de Kurzvita seit 1998 Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sportho- chschule Köln Vorsitzender des Innovations- und Technologiezentrums für Nachhaltige Sportentwicklung (CENA) Initiator des Zusatzstudiengangs „Sport und Umwelt-Management“ an der DSHS Köln Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind unter anderem nachhaltige An- gebots- und Tourismusentwicklungen in Natursporträumen sowie ökolo- gische Wirkungsanalysen und Risikomanagement seit 1996 Abschluss des Studiums der Forstwissenschaften an der Universität Freiburg mit einer Dissertation zur Störökologie des Rehwildes 21Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Ralf Roth, Stefan Türk & Frank Armbruster Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft Zur Verminderung der von Sportgroß- veranstaltungen ausgehenden Umweltbe- lastungen ist der Vorschlag konkreter Maß- nahmen notwendig, der idealerweise als Handlungsempfehlungen für Organisatoren derartiger Veranstaltungen (z.B. Kommunen oder Sportverbände) aufbereitet wird. Genau diese Zielsetzung hat das Forschungsvorha- ben „Stoffstromanalyse zur Beurteilung der Umweltbelastungen von Sportgroßveranstal- tungen“. Hier werden systematisch verglei- chende ökologische Analysen von verschie- denen Sportgroßveranstaltungen durchge- führt und versucht, deren Gesamteffekte für Deutschland zu bilanzieren. Dabei stellen sich zunächst ein paar ganz pragmatische Fragen: • Wie können in diesem Zusammenhang Sportgroßveranstaltungen definiert wer- den? • Welche Abgrenzung ist zwischen Sport- großveranstaltungen und den kleineren Sportveranstaltungen (zum Beispiel des Breitensports) notwendig? • Lässt sich für Deutschland die Anzahl der Sportgroßveranstaltungen aussagekräftig quantifizieren und wie können die Veran- staltungen schließlich systematisiert wer- den? Trotz vieler Studien zu ökologischen und vor allem ökonomischen Auswirkungen fehlt bis heute eine allgemein anerkannte Defi- nition von Sportgroßveranstaltungen. Die existierenden Formulierungen (vgl. Gans et al. 2003; Jakob et al. 2002; Müller & Stett- ler 1999; Mund 1999) sind aufgrund unter- schiedlicher methodischer Grundansätze de- finitorisch nicht immer kompatibel. Im Sinne des oben genannten Forschungsvorhabens werden daher Sportevents als Großveranstal- tungen angesehen, wenn entweder die Zahl der Zuschauer die Grenze von 10.000 oder die Zahl der aktiven Teilnehmer die Grenze von 5.000 übersteigt oder die Veranstaltung über eine entsprechende sportbezogene Be- deutung verfügt (Tabelle 1). Diese Definition ist sehr einfach zu handhaben. Und durch das Argument der Bedeutung werden auch quantitativ vergleichsweise kleine Veranstal- tungen solcher Sportarten, die nicht über ein entsprechend hohes mediales Interesse verfü- gen, ausreichend gewürdigt. Auf Basis dieser Definition können allein für das Jahr 2005 in Deutschland über 150 Sportgroßveranstaltungen ausgemacht wer- den, die die unterschiedlichsten Sportarten betreffen und dabei sehr verschiedene Sport- anlagen und Sporträume nutzen. So lassen sich in Abhängigkeit zur Sportart klare Zu- sammenhänge zu den Veranstaltungsorten finden. Die deutschen Ballungszentren und Metropolregionen bedienen hierbei vorrangig die Sportarten, die Hallen und Arenen (aktu- ell zum Beispiel Fußball- oder Handball-WM) oder aber aus der Tradition heraus die Stra- ßen der Siedlungsräume (z.B. Marathonläufe) Indikatoren zur Abgrenzung Grenzwert Anzahl aktiver Sportlerinnen und Sportler 5.000 Anzahl Zuschauerinnen und Zuschauer 10.000 Bedeutung der Veranstaltung Welt- und Europameisterschaft, Olympiade oder vergleichbare internationalen Großevents Tabelle 1: Vorschlag zur Definition von Sportgroßver- anstaltungen im Projekt „Stoffstrom- analysen zur Beurteilung von Sportgroßveran- staltungen“ 22 © INOEK / BMU / BfN beanspruchen. Daneben lassen sich für das Referenzjahr 2005 aber auch 29 Veranstal- tungsorte in Natur- und Landschaftsräumen ausmachen, die solche Sportarten wie Ski- Alpin, Skispringen, Skilanglauf, Biathlon, Se- geln, Triathlon, Mountainbiking, Laufen, Gol- fen oder Segelfliegen usw. betreffen. Auf di- ese Veranstaltungen in Natur und Landschaft wird im Folgenden der Fokus liegen. Finden Veranstaltungen in Natur und Landschaft statt, ist in Verbindung mit dem Ruf nach Umweltverträglichkeit auch immer der Ruf nach Nachhaltigkeit nicht zu über- hören. Das betrifft bei Sportgroßveranstal- tungen nicht nur die soziale Dimension mit ihren Hauptparametern Sportnachfrage und Partizipation oder die wirtschaftliche Dimen- sion mit den Faktoren wirtschaftlicher Betrieb und regionale Verflechtung. In Natur und Landschaft wird wie sonst selten ein beson- derer Fokus auf die ökologische Dimension gelegt. Ressourcenverbrauch und Ökosystem- belastung gelten dabei als besonders sensible Diskussionsfelder. Faktoren wie Landschaft als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch als Heimat für den Menschen sind da- bei ebenso zu analysieren wie Klimaauswir- kungen, der Einsatz der verschiedenen Ener- gieträger, Emissionen von Luftschadstoffen oder Lärm, Abfallaufkommen oder auch die Inanspruchnahme von Ressourcen wie Was- ser und Boden. Diese Vielzahl an Faktoren stellt letztend- lich die Basis für ein aufzubauendes Umwelt- Zielsystem der Sportgroßveranstaltungen dar. Allerdings ist es für jede Veranstaltung not- wendig, eine entsprechende Zielübereinkunft zu treffen. Nur wenn bei allen beteiligten Gruppen Einigkeit über die Ziele herrscht, wird es möglich sein, ein effizientes System zur Zielerreichung aufzubauen und auch ent- sprechend zu prüfen. Für Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft hat sich in den letzten Jahren folgendes Zielsystem für die erfolgsorientierte Umsetzung der Nachhaltigkeit bewährt: 1. Erstellung eines Umweltberichtes 2. Darstellung der Gesamtsituation/ Entwick- lung 3. Landschafts- und Flächennutzungen/ Be- lastungen, gegenwärtig und künftig! 4. Organisation/ konstruktiver Dialog/ Um- weltmanagement 5. gesellschaftliche Akzeptanz/ Widerstände/ Handhabung 6. Beförderung/ Transportmittel/ ÖPNV Innerhalb dieses Systems wiederum lassen sich die unterschiedlichsten Kriterien katalo- gisieren, mit deren Hilfe eine detaillierte Ana- lyse der Beeinträchtigungen des Naturhaus- haltes und des Landschaftsbildes, die von Sportgroßveranstaltungen ausgehen können, durchgeführt werden kann. Das Beispiel der Nordischen Ski WM Oberstorf 2005 soll im Folgenden den Umgang mit einem solchen auf Nachhaltigkeit orientierten Zielsystem verdeutlichen. Oberstdorf gilt als ein traditioneller Austra- gungsort von Wintersportgroßveranstaltun- gen, wie z.B. der jährlich stattfindenden Vier- schanzentournee. Auch wenn 1987 Oberst- dorf bereits Austragungsort einer Nordischen Skiweltmeisterschaft war, mussten aufgrund der enorm gestiegenen Anforderungen des Internationalen Skiverbandes FIS, der Medien und der Zuschauer vor Ort sowie der Weiter- entwicklung des Sports für die Austragung der Nordischen Ski WM 2005 dennoch um- fangreiche Modernisierungs- und Baumaß- nahmen umgesetzt werden. Dabei stellt sich die Frage, was für solche Sportgroßveranstaltungen hinsichtlich der Be- einträchtigung für Natur und Landschaft im Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft 23Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Vergleich zum „normalen Betrieb“ bzw. für solche Veranstaltungen, welche die Kriterien für die Einstufung einer Sportgroßveranstal- tung nicht erfüllen, charakteristisch ist. Hier- zu lassen sich die folgenden Faktoren festhal- ten: • zusätzlicher Raumbedarf für Verkehr und Parkraum • zusätzlicher Raumbedarf für Medien, Aus- stellungsflächen, Side-Events • zusätzlicher Raumbedarf für Unterkünfte • gesteigerte Anforderungen an den Spor- traum (Trassenführung bei Loipen, K- Punkt Schanzen, Sturzräume bei Ski-Alpin etc.) • höhere technische Anforderungen zur Austragungssicherung (Beschneiungsan- lage, komfortable Aufstiegshilfen, Flutlicht für Fernsehübertragung) • höhere Nutzungsintensitäten entlang der Trassen durch den Sport selbst aber auch durch Zuschauer • in Frage Stellung einer dauerhaften Auslas- tung der ausgebauten Anlagen aufgrund der Einzigartigkeit von herausragenden Veranstaltungen Vor dem Hintergrund der Zielsetzung einer nachhaltigen Sportgroßveranstaltung in Na- tur und Landschaft bedeuten diese Faktoren, dass die Optimierung von ökologischen Ge- sichtspunkten schon in der Planungsphase in den Vordergrund zu stellen war. Dies wurde mit Hilfe einer frühen Begleitung und Koor- dination durch das im Organisationskomitee eingerichtete Ressort Umwelt möglich. So konnten auf der einen Seite beispielsweise durch die kombinierte Führung der Loipen für Klassische und Freie Technik oder den Verzicht der Rollerbahn im Riedwald und weiterer Vor- haben bestimmte Eingriffe in den Naturhaus- halt vermieden werden. Auf der anderen Seite waren aber auch um- fangreiche Modernisierungsmaßnahmen zur Durchführung der Veranstaltung notwendig: • Neugestaltung des kompletten Loipen- netzes mit Trassenbreiten von bis zu 10 m • Installation einer Beschneiungsanlage mit einem Leitungsnetz von 5,0 km und einer beschneiten Fläche von ca. 5,6 ha • Bau eines Schneiteiches mit einem Volu- men von 8.000 m³ und Wasserentnahme aus der Stillach • Rodung von Wald auf einer Gesamtfläche von ca. 5 ha • Anlage einer asphaltierten Skirollerbahn mit einer Länge von 2,8 km • Erweiterung einer bestehenden und Neu- anlage einer Loipenbrücke • diverse Gebäude und weitere (temporäre) Einrichtungen im Langlaufstadion • Modernisierung und teilweise Erweiterung des Sprungstadions Da diese Maßnahmen mit Eingriffen in den Naturhaushalt (§18 des Bundesnatur- schutzgesetzes BNatSchG) verbunden waren, wurde im Sinne der Zielerfüllung und im Rah- men des behördlichen Genehmigungsverfah- rens die Prüfung der Auswirkungen der ge- planten Baumaßnahmen auf die Schutzgüter: Wasser, Boden, Klima/ Luft, Vegetation, Fau- na, Landschaft, Mensch von Fachgutachtern vollzogen. Dabei wurden die folgenden Um- weltgutachten erstellt: • Umweltverträglichkeitsstudie UVS zum Bau des Schneiteichs • FFH-Verträglichkeitsstudie zur Anlage einer Langlaufloipe und Rollerbahn im Naturschutz- und FFH-Gebiet „Allgäuer Hochalpen“ • Landschaftspflegerischer Begleitplan LBP zur Gesamtmaßnahme FIS Nordische Ski- WM 2005, Langlauf - Skisprung 24 © INOEK / BMU / BfN • Wildökologische Begleituntersuchung zum Landschaftspflegerischen Begleitplan FIS Nordische Ski-WM 2005, Langlauf Im LBP wurden die von der Planung ausge- henden Beeinträchtigungen des Naturhaus- haltes und des Landschaftsbildes dargestellt (Abbildung 2) und bewertet und Maßnah- Abbildung 2: Ausschnitt aus der Konfliktkarte des Landschafts- pflegerischen Begleitplans zum Ausbau des Loipenzentrums Oberstdorf (Quelle: Müller BDLA, Kempten) men zur Vermeidung und Minimierung von Beeinträchtigungen sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aufgezeigt. So wurde zum Beispiel mit der für die Bereiche Langlauf und Skisprungstadion notwendigen Erlaubnis zu Rodungsmaßnahmen sowie zur Vornahme der entsprechenden Erdbewegungen im Land- schaftspflegerischen Begleitplan der forst- Forst- und Naturschutzfachliche Ausgleichsflächen für den Ausbau des Langlauf- und Skisprungstadions, Oberstdorf Ort Forstliche Ausgleichsfläche ha Naturschutzfachliche Ausgleichsfläche ha Donelars - Teil Schöllang Traufberg Wanne Jauchen Sanghölzer, Schöllang Rubi Truppersoy 0,78 1,10 0,33 0,51 0,35 1,65 0,30 1,48 0,78 Summe je in ha 5,02 2,26 Tabelle 2: Forst- und Natur- schutzfachliche Ausgleichsflä- chen für den Ausbau des Langlauf- und Skisprungstadi- ons Oberstdorf für die Nor- dische Ski WM 2005 (Quelle: Marktgemeinde Oberstdorf) Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft 25Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN und naturschutzfachliche Ausgleichsbedarf fixiert (Tabelle 2). Mit den Grundeigentümern wurden detaillierte Nutzungsvereinbarungen zur Gewährleistung der geplanten Maßnah- men getroffen. Auf diesen Erfahrungen basiert das fol- gende Modell, welches den Handlungsrah- men des Ressorts Umwelt beim Veranstalter einer Sportgroßveranstaltung in seiner zeit- lichen und inhaltlichen Dimension aufzeigt. Dieser Handlungsrahmen gliedert sich – wie in Abbildung 3 dargestellt – in drei Phasen: die Bewerbungsphase, die Phase der Planung und des Baus von Sportgelegenheiten und der Sportstätten sowie die Phase der Veran- staltung selbst. Schon in der Bewerbungsphase ist ein Umweltkonzept für die Sportgroßveranstal- tungen zu erarbeiten. Idealerweise fließen in dieses Umweltkonzept die eigenen Erfah- rungen und Erkenntnisse aus bisherigen Ver- anstaltungen ein oder es kann auf die Erfah- rungen anderer Veranstalter, z.B. in Form von Umweltberichten, zurückgegriffen werden. Je nach Veranstaltungskategorie bzw. Größe können – wie im gesamten Prozess - externe Gutachter/ Planungsbüros oder Stellungnah- men von NGOs für den nötigen fachlichen Input sorgen. Die anschließende Phase setzt sich mit Planung und Bau von Sportstätten/ Sport- gelegenheiten auseinander. Dies ist aus zwei Gründen notwendig: Zum einen hängt eine Vielzahl der Umweltauswirkungen von Sport- großveranstaltungen von den (in der Regel vorhandenen) Rahmenbedingungen ab, sodass diese in diesem integrierten Ansatz mitbetrachtet werden müssen. Zum ande- ren führen gerade Sportgroßveranstaltungen dazu, dass Sportinfrastruktur neu geschaffen oder modifiziert wird. Die Grenzziehung, wel- che Modernisierungsmaßnahme aufgrund einer bestimmten Veranstaltung erfolgt ist, oder ob es sich dabei um eine sowieso anste- hende bauliche Veränderung handelt, ist bei der Analyse der Sportgroßveranstaltungen al- lerdings nicht immer einfach. In Abhängigkeit der Dimension der Ver- anstaltung bzw. der Planungen ergibt sich in Bezug auf die naturschutzfachlichen Frage- stellungen ein mehrstufiger Planungsprozess. Für den Themenkomplex des Baus von Infra- struktur bestehen umfangreiche gesetzliche Regelungen, die die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft minimieren helfen. So können zum Beispiel Umweltverträglichkeits- prüfungen (UVP), FFH-Verträglichkeitsstudien (FFH-VS) und im Weiteren Landschaftspflege- Abbildung 3: Handlungsrah- men Ressort Umwelt im Organisationsko- mitee bzw. beim Veranstalter einer Sportgroßveran- staltung 26 © INOEK / BMU / BfN rische Begleitpläne oder Grünordnungspläne in Verbindung mit Bau (aber auch mit Betrieb) von Sportanlagen in Natur und Landschaft notwendig werden. Die korrekte Umsetzung der dort fixierten Vermeidungs- und Minimie- rungsmaßnahmen sollte in jedem Fall durch eine ökologisch geschulte Fachkraft begleitet werden. Für die Berücksichtigung der Umweltbe- lange im Rahmen der Veranstaltung selbst wird die Installation eines Umweltmanage- mentsystems, wie es in Audit-Verfahren zur Anwendung kommt, vorgeschlagen. Grund- prinzip dieses Systems ist es, dass sich das Un- ternehmen bzw. in diesem Fall der Veranstal- ter Umweltziele und ein Umweltprogramm vorgibt. Zum Erreichen dieser Ziele werden Maßnahmen entwickelt, deren Umsetzung bei der Veranstaltung überprüft wird. Die Er- gebnisse dieses Monitorings fließen in einen Umweltbericht ein, der zur Information der Öffentlichkeit und auch des Verbandes be- stimmt ist. Vorteilhaft in Bezug auf die An- wendung bei Sportgroßveranstaltungen ist, dass es sich häufig um (regelmäßig) wieder- kehrende Veranstaltungen handelt. Die Erfah- rungen und Ergebnisse des Umweltberichtes können unter Berücksichtigung von Korrek- turen und Weiterentwicklungen zum einen für weitere Bewerbungsverfahren verwendet werden oder direkt in die Formulierung der Umweltziele für anschließende Veranstaltun- gen herangezogen werden. Die Gründe, die für die Einführung eines Umweltmanagementsystems für Sportgroß- veranstaltungen sprechen, sind: • Verbesserung des Images und der Wahr- nehmung in der Öffentlichkeit (Medien und Bevölkerung) • Systematisierung und Effizienzsteigerung der bisherigen Umweltmaßnahmen • Erleichterung im Umgang mit (Genehmi- gungs-) Behörden • Verbesserung der Marktposition auch hin- sichtlich der Veranstaltungsvergabe durch Verbände • Risikovorsorge und Haftungssicherheit • Steigerung der Mitarbeitermotivation • Stärkung der Innovationsfähigkeit • Erkennen von Kostensenkungspotenzia- len Auf Basis dieser Ausführungen werden ab- schließend folgende Empfehlungen für Sport- veranstaltungen in Natur und Landschaft aus- gesprochen: 1. Der Gesetzgeber sollte prüfen, ob für Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft nicht zwingend eine Umwelt- verträglichkeitsprüfung gemäß UVPG vorzusehen ist. Hierdurch kann die Betei- ligung der betroffenen Behörden und die Integration von Fachleuten von der Kon- zeptionierung bis zur Durchführung fest- geschrieben und gesichert werden. 2. In welcher Tiefe ein solches Verfahren durchzuführen ist, ist durch die zuständi- gen Behörden im Einzelfall festzulegen. Bei einer Vielzahl an Sportgroßveranstal- tungen in Natur und Landschaft erscheint ein verkürztes UVP-Verfahren bzw. stan- dardisiertes Umweltberichtsverfahren nach jetzigem wissenschaftlichen Kennt- nisstand ausreichend. Hier bieten entspre- chende Vorprüfungen ein geeignetes Fest- stellungsverfahren. 3. Der Aufbau und die Integration von spezi- ellen Umweltmanagementsystemen in die Konzeptionierung, Planung und Durch- führung von Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft sind zu forcieren. Hierbei sind besondere Checklisten zu er- Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft 27Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN arbeiten, die den Umsetzungsprozess vor Ort erleichtern und steuern. 4. Bei der Eignungsfeststellung können na- turraumbezogene Auditingverfahren wert- volle Erkenntnisprozesse in Gang setzen. Literatur Gans, P.; Horn, M. & Zemann, C. 2003: Sport- großveranstaltungen – ökonomische, ökologische und soziale Wirkungen. Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, Band 112. Verlag Karl Hofmann. Bonn. Jakob, E.; Türk, S. & Roth, R. 2002: Ökologisch bewusste Durchführung von Großveran- staltungen – Teilbereich Mountainbiken. Texte 21/02 des Umweltbundesamtes. Berlin. 2002. Klos, G. & Türk, S. 2004: Integration von Umweltmanagementsystemen in den Sport. Institut für Natursport und Ökolo- gie (Hrsg.): Schriftenreihe Natursport und Ökologie – Band 16 (ISSN 1612-2437), 110 S. Müller, H. & Stettler, J. 1999: Ökonomische Bedeutung sportlicher Grossveranstaltun- gen. Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus (FIF) Universität Bern. Bern. Mund, A. 1999: Grundlagen für die abfallarme Durchführung von Großveranstaltungen unter besonderer Berücksichtigung des Kundenbereichs der Verpflegung. Berlin. Pröbstl, U.; Roth, R.; Schlegel, H. & Staub, R. 2003: Auditing in Skigebieten. Leitfaden zur ökologischen Aufwertung. pro natura – pro ski (Hrsg.) 108 S. 28 © INOEK / BMU / BfN Roth | November 2006 5 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Sportgroßveranstaltungen Referenzjahr 2005 - Beispiele Quelle: Öko-Institut / DSHS Sportart Anzahl Beispiele Marathon/Läufe 33 Marathon/Halbmarathon (Berlin, Ruhr, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart etc.), Silvesterläufe Motorsport 28 Formel 1, Deutschland-Rallye, DTM, 24-Stunden-Rennen, Truck GP, Motorradrennen Radsport 27 Sechstagerennen, Straßenrennen (Deutschland-Tour, Rund um den Henninger Turm), MTB … Ski nordisch 11 Nordische Ski-WM Oberstdorf, Weltcups Langlauf/Biathlon/Skispringen/Nordische Kombination Reiten 11 Springen und Dressur (z.B. CHIO Aachen, German Masters), Galopp-/Trabrennen, Dressur-EM Fußball 6 Confederations Cup, Länderspiele, Pokal-Endspiel Segeln 6 Kieler Woche, Travemünder und Warnemünder Woche, Volvo Champions Race Triathlon 4 Triathlon-Veranstaltungen in Frankfurt, Roth, Hamburg und München Golf 4 u. a. BMW International Open, Linde German Masters, Deut. Bank Players Championship Beachvolleyball 3 Beachvolleyball-WM, Nokia Beach Cup Ski alpin 3 Abfahrt/Super-G der Männer in Garmisch-Partenkirchen, Snowboard (Weltcup, Air & Style) Leichtathletik 2 Internationales Stadionfest Berlin (ISTAF), Deutsche Meisterschaft Boxen 2 Profiwettkämpfe in der Color Line Arena Tennis 2 ATP-Turnier Halle/Westfalen und Hamburg, WTA-Turnier Filderstadt Rudern 2 IDBF Drachenboot-WM in Berlin; ICF Drachenboot Club-Weltmeisterschaft in Schwerin Basketball 2 Allstar Day der BBL, Länderspiel Rest 8 Deutsches Turnfest, World Games, Eisschnelllauf-WM (Einzelstrecken), Fecht-WM, Segelflug-WM, Billard-WM, Hockey-EM, Curling-EM Roth | November 2006 8 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Soziale Dimension Sportnachfrage Partizipation Wirtschaftliche Dimension Wirtschaftlicher Betrieb Regionale Verflechtung Lufthygiene • Belastung im Siedlungsgebiet (O3, NO2, PM 10) • NOX – Emissionen • VOC – Emissionen Lärm • Belastung Anwohner • Belastung von Schutz- und Erholungsgebieten Habitate und Landschaft • Unzerschnittene Räume • Beeinträchtigung von Schutzgebieten Flächenverbrauch • Infrastruktur / Verkehrs- und Parkraumflächen • Beherbergung Individualität • Möglichkeiten zur Verkehrsmittelwahl • Regelungsdichte Partizipation • Berücksichtigung Interessen gesellschaftlicher Gruppen • Subjektive Zufriedenheit mit partizipativen Möglichkeiten Sicherheit • Verkehr • Terrorgefahr Kosten • Anteil privater und öffentlicher Finanzierung • Deckungsgrad der Kosten • Wertschöpfung Ressourcen • Verbrauch fossiler Energieträger • Anteil erneuerbarer Energien • Wasserverbrauch Klima • Treibhausgasemission Ozonschicht • Ozonschichtzerstörende Emissionen Abfall und Abwasser • Menge und Art Regionalisierung • Einbindung / Nutzung bestehender Strukturen und Organisationen • Verwendung regionaler Produkte beim Catering Folgenutzung • (Multifunktionale) Nachnutzung der Sportstätten • Touristische Vermarktung / Nutzung Sponsoring • Einfluss auf Veranstaltung Ökologische Dimension Ressourcenverbrauch Ökosystembelastung Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaft Roth | November 2006 11 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Vergabe von Sportgroßveranstaltungen Anforderungen mit der Zielsetzung „Nachhaltigkeit“ 1. Erstellung eines Umweltberichtes 2. Darstellung der Gesamtsituation/Entwicklung 3. Landschafts- und Flächennutzungen/Belastungen, gegenwärtig und künftig! 4. Organisation/konstruktiver Dialog/Umweltmanagement 5. gesellschaftliche Akzeptanz/Widerstände/Handhabung 6. Beförderung/Transportmittel/ÖPNV Kriterienkatalog • Lage der Anlage • Bestehende Anlage • Notwendigkeit zum Ausbau • Notwendigkeit zum Neubau • Nachnutzung • Landschaftliche Sensibilität, Schutzgebiete, Biotope, Habitate • Boden • Vegetation • Vorbelastungen des Baugrundes • Berührte gesetzliche Bestimmungen, Genehmigungen • Umfang der notwendigen Eingriffe in den Naturhaushalt • Behördliche Auflagen (erfüllbar, schwierig), • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen • Landschaftspflegerische Maßnahmen • Energie • Wasser • Verkehr • Parkflächen • Zuschauerräume • Lenkung der Zuschauer mit Rücksicht auf die umgebenden Naturflächen, den Wald • Standorte der Verpflegungsstationen und Kioske • Abfallmanagement • Geschirr, Getränke, Verpackung • Hygienische Einrichtungen • Abwasser • Nacharbeiten 29Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Roth | November 2006 7 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Austragungsorte von Sportgroßveranstaltungen in Natur und Landschaftsräumen 29 Veranstaltungsorte (Referenzjahr 2005) Skispringen; Skilanglauf; Biathlon; Segeln; Triathlon; MTB; Ski-Alpin; Lauf; Golf Segelflug … Natur und Landschaft 23% Straße 32% Stadien/Hallen/ Sportanlagen 45% Roth | November 2006 13 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Sportgroßveranstaltung und Tourismus positives, alleiniges Destinationsimage nationale und internationale Herkunft der Akteure regional hohe Identifikation mit ihren Sportlern gesellschaftlich positiv besetzt Sport/Bewegung ist häufigstes Urlaubsmotiv überregionales Interesse bei Medien, Sponsoren und Teilnehmern Ziel Kommunikation von touristischen und sportbezogenen Marken (Destinationen Allgäu, Schwarzwald, Thüringen) und Produkten (sporttouristische Angebote) Zweck Imagevermittlung, Gästebindung Gästeneugewinnung Potenzial Roth | November 2006 14 / 20 DSHS Köln / Oekoinstitut Umweltleistungen FIS Nordische Ski-WM 2005 Oberstdorf Allgäu Leitbild Umwelt Ressort Umwelt im Organisationskomitee Planung und Baumaßnahmen gesetzlich vorgeschriebene Umwelt-Fachgutachten naturschutzfachliches Ausgleichskonzept Umweltkommunikation “Umweltmeister” Verkehrskonzept Catering und Beherbergung Abfallmanagement mit Öko-Guides Nacharbeiten und Monitoring 30 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Martin Schmied Martin Schmied, Dipl.-Ing. Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berliner Büros des Öko-Instituts e. V. Öko-Institut e. V. Novalisstraße 10 D-10115 Berlin Tel.: +49/ 30/ 28 04 86 82 Fax: +49/ 30/ 28 04 86 88 E-Mail: m.schmied@oeko.de Internet: http://www.oeko.de Kurzvita seit 2005 Projektleiter des im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführten F&E- Vorhabens „Stoffstromanalysen zur Beurteilung der Umweltbelastungen von Sportgroßveranstaltungen“ seit 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e. V. im Bereich Infrastruktur & Unternehmen im Büro Berlin Projektleitung in den Bereichen Tourismus, Sport sowie Mobilität und Um- welt Arbeitsgebiete: • Nachhaltiger Tourismus • umweltfreundliche Verkehrskonzepte für Sportgroßveranstaltungen • ökologische Bewertung von Instrumenten und Maßnahmen im Verkehr • Umwelt- und Politikberatung 1997 - 1999 Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin in der Abteilung Regional- und Verkehrsforschung mit den Arbeitsschwerpunkten Luftverkehr, Analyse und Bewertung ökonomischer und ökologischer Ins- trumente im Verkehrsbereich sowie externe Kosten des Verkehrs. Studium des Technischen Umweltschutzes an der TU Berlin mit dem Schwer- punkt Umwelt und Ressourcenökonomie 31Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Martin Schmied & Christa Friedl Reduzierung der Umweltauswirkungen von Sportgroßveran- staltungen am Beispiel der Treibhausgas-Emissionen Köln Marathon, Hockey WM, Deutsch- landtour, Formel 1, Internationales Deutsches Turnfest, Kieler Woche, Nordische Ski-Welt- cups, CHIO-Reitturnier in Aachen: Die Liste der Sportgroßveranstaltungen, die Jahr für Jahr Millionen Fans begeistern, ist lang. Viele Fans suchen die Nähe zu den Stars des Sports oder wollen bei historischen Siegen live da- bei sein, andere genießen eher den Trubel am Rande der Wettkämpfe. Sportgroßveranstaltungen sind längst ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für Ver- anstalter, Sportverbände und Sponsoren. Sie verfügen häufig über Budgets von mehreren Millionen Euro und generieren Wertschöp- fung und Arbeitsplätze. Nicht zuletzt sind sie eine touristische Attraktion und Imagefaktor für die jeweilige Region, die Austragungsorte und das ganze Land. Damit wandelt sich auch das Bild des Sports. Die Zeit der bloßen Wett- kämpfe ist vorbei, immer mehr Veranstaltun- gen werden zu Events – mit Aktionen, Spie- len, Ausstellungen und Shows am Rande des eigentlichen Sportgeschehens. Wenn Sport Spuren hinterlässt 2005 gab es in Deutschland 154 Sport- großveranstaltungen – also Events mit mehr als 10.000 Zuschauern pro Tag oder über 5000 Teilnehmern. Zu Sportgroßveranstal- tungen zählen außerdem alle Welt- und Eu- ropameisterschaften. Unberücksichtigt dabei sind Spiele in Rahmen von Bundesligen, Euro- Ligen oder Pokalspiele. Am besten besucht waren im Jahr 2005 vor allem Marathonläufe (20 %), Motorsport- und Radsport-Events (je 18 %) Diese drei Disziplinen zogen über drei Viertel der insgesamt 25,6 Millionen Besucher an. Segeln, Triathlon, Ski Alpin oder Golf wa- ren dagegen mit einem Anteil von je 2 bis 3 % vergleichsweise kleine Mitspieler im Sportge- schehen. Sport ist überall: in Hallen und Stadien, auf der Straße, in der freien Natur. 2005 fanden 45 % aller großen Events in Stadien, Hallen und Motorsportanlagen statt, ein Drittel auf der Straße, ein knappes Viertel in der Natur. Es ist daher unvermeidbar, dass Sportver- anstaltungen die Umwelt beeinträchtigen. Da aus bloßen sportlichen Wettkämpfen immer häufiger Groß-Events werden, haben Sport- veranstaltungen heute oftmals größere Aus- wirkungen auf die Umwelt als früher: Acht- los weggeworfener Müll, Lärm, zugeparkte Straßen oder breite Trassen durch Wald und Wiesen sind die Kehrseite vieler großer Events. Dazu kommen Auswirkungen, die gar nicht sofort sichtbar und spürbar sind: die er- höhten Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen durch An- und Abfahrt der Besucher, der Flächen- und Materialverbrauch bei Bau und Ausbau neuer Sportstätten, der hohe Energie- und Wasserbedarf der Veran- staltungen. Freiwilligkeit zählt Umwelt-, Natur- und Klimaschutz bauen bei Sportgroßveranstaltungen in der Regel auf freiwillige Aktivitäten und die hohe Eigen- verantwortung aller Beteiligten. Für manche Akteure ist gerade das der Anreiz: Es gab in der Vergangenheit bereits einige vorbildliche Events, die gezielt umweltverträglich geplant und durchgeführt wurden. Dazu zählen die 32 © INOEK / BMU / BfN FIS Nordische Ski-WM 2005 in Oberstdorf und die FIS Alpine Ski WM St. Moritz 2003. Hier achteten die Veranstalter beispielswei- se darauf, dass die Pisten möglichst wenige sensible Regionen durchschnitten. In Oberst- dorf setzte die Bahn zur WM Sonderzüge und Pendelbusse ein, um den privaten Auto- verkehr zu mindern. Wegweisend für mehr Umweltschutz im Sport ist auch die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft vom vergangenen Sommer. Es war die erste Weltmeisterschaft mit umfassendem Umwelt- und Klimaschutz- konzept. Dank „Green Goal“ gelang es, knapp 20 % Trinkwasser einzusparen, den Großteil der Stadienbesucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren und die Abfallmengen in den Stadien zu reduzieren. Außerdem werden durch Projekte in Entwick- lungsländern die Treibhausgase der WM in den kommenden Jahren kompensiert. Win-Win durch Umweltschutz Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Um- weltschutz im Sport führt zu echten Win- Win-Situationen. Denn es gibt zwei Sieger. Von Energiesparen oder Abfallvermeidung profitiert einerseits die Umwelt, andererseits aber auch der Veranstalter. Wer Abfälle ge- trennt sammelt und recycelt, spart Ressour- cen ein. Wer Regenwasser statt Trinkwasser nutzt oder Gebäude optimal dämmt, senkt seine Kosten für Wasser bzw. Energie. Dabei können schon relativ einfache und kosten- günstige Maßnahmen deutliche Effekte er- zielen. Und das nicht nur kurzfristig, sondern über viele Jahre. Umweltschutz rechnet sich: Bei stei- genden Öl- und Gaspreisen beispielsweise amortisieren sich Investitionen in Effizienz- technologien und erneuerbare Energien schon innerhalb weniger Jahre. Den größten langfristigen Gewinn bringt ein umfassendes Umweltmanagement beispielsweise für den Betrieb großer Sportstätten. Ein solches Ma- nagementsystem baut auf ein Netzwerk von vielen unterschiedlichen technischen und or- ganisatorischen Maßnahmen, das permanent weiterentwickelt und optimiert wird. Nicht zuletzt hat pro-aktives Handeln im Sport nach außen hin eine wichtige Signal- wirkung: • Groß-Events haben Vorbild- und Multipli- katorfunktion für kleinere Veranstaltun- gen • Groß-Events können Kommunikations- plattform für Umweltthemen sein und Besucher für ökologische Themen auch im Alltag sensibilisieren • sie bringen Imagegewinn für Veranstalter, Sponsoren, Verbände und Regionen. Ökologische Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen Sportgroßveranstaltungen können je nach Sportart und Veranstaltungsform vielfältige unerwünschte Effekte für die Umwelt haben (Abbildung 4). Neben den Auswirkungen auf Natur und Landschaft stellen die Auswir- kungen auf das Klima eines der größten öko- logischen Herausforderungen von Sportgroß- veranstaltungen dar. Sportgroßveranstaltungen und Treibhausgasemissionen Abbildung 4: Umweltrelevante Bereiche von Sportgroßveran- staltungen 33Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Die 154 großen Sportveranstaltungen ver- ursachten 2005 in Deutschland rund 300.000 t Treibhausgase (Abbildung 5). Darin sind Übernachtungen der Besucher und das Ca- tering nicht berücksichtigt. Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr den Emissionen, die bei der Erzeugung des jährlichen Stromver- brauchs für 140.000 Durchschnittshaushalte entstehen. Treibhausgase als Verursacher der Klimaaus- wirkungen entstehen dabei nicht nur durch die eigentliche Sportveranstaltung. Immer größere Bedeutung erhalten die Emissionen der Side- Events. Bei der Kieler Woche beispielsweise besuchten 90 % aller Zuschauer das Volksfest, nicht die eigentliche Regattaveranstaltung. Bei den World Games in Duisburg waren es 70 %. Den ganz überwiegenden Anteil (rund 95 %) der Treibhausgase erzeugte 2005 der An- und Abreiseverkehr von Sportlern, Teams und Be- suchern. Weitere 3 % entstanden durch die Erzeugung der verbrauchten Energie, 2 % durch Baumaßnahmen, die für die Veranstal- tung notwendig waren. Klimaschutz und Sportgroßveranstaltungen Durch vielerlei Maßnahmen lassen sich Emissionen senken – ganz zu vermeiden sind sie nicht. Auch wenn der Veranstalter vor Ort alle Maßnahmen ausschöpft, um die Emissi- onen zu minimieren, bleibt in der Klimabilanz ein Minus, denn Flugreisen internationaler Besucher und Teams lassen sich weder ein- schränken noch vermeiden. Die Lösung da- für: Die unvermeidbaren Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Fachleu- te sprechen dann von der „Klimaneutralität“. Unterm Strich verursacht die Sportveranstal- tung zwar Treibhausgase am Austragungsort. Sie aber werden durch Aktivitäten neutra- lisiert, die an anderer Stelle der Welt genau Quelle: Öko-Institut / DSHS. 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 154 Sportgroß- veranstaltungen To nn en T re ib ha us ga se 1) (a ls C O 2- Ä qu iv al en te ) 1. Fußball- Bundesliga Strom für 100.000 Durchschnitts- haushalte Zum Vergleich: 1. Fußball- Bundesliga Strom für 100.000 Durchschnitts- haushalte Zum Vergleich: 1) Ohne Übernachtungen und Catering. Abbildung 5: Treibhausgas- emissionen von Sportgroßveran- staltungen 2005 im Vergleich diese Menge an Kohlendioxid vermeiden. Das gelang in der Welt des Großsports erst- mals bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Durch Projekte in Indien und Südafrika werden die Treibhausgasemissi- onen der WM in Deutschland innerhalb der kommenden Jahre ausgeglichen. Ähnliches ist auch für kommende Sportgroßveranstal- tungen wie die Olympischen Sommerspiele 2012 in London geplant. Klimaneutralität Konkret sind folgende Schritte für eine kli- maneutrale Sportgroßveranstaltung notwen- dig: 1. Emissionen an Treibhausgasen senken: • durch die Nutzung umweltfreundlicher Transportmittel • durch Energiesparen • durch Steigerung der Energieeffizienz • durch die Nutzung erneuerbarer Ener- gien 2. nicht vermeidbare Treibhausgasemissi- onen kompensieren: Für die Kompensation wird zunächst bi- lanziert, wie groß die Menge an Treib- hausgasen ist, die ausgeglichen werden muss. Ein Bilanzrahmen legt fest, welche 34 © INOEK / BMU / BfN Sportgroßveranstaltungen und Treibhausgasemissionen emissionsrelevanten Aktivitäten (z.B. Bau, Energie, Transport und Übernachtungen) zu erfassen sind. Schließlich erfolgt die In- vestition in Klimaschutzprojekte, die nach- weislich die Emissionen der Sportgroßver- anstaltung ausgleichen. Klimaneutralität ist nicht banal. Sie erfordert aufwändige Planung und Recherche, viel Know-how und langjähriges Engagement für die Sache. Daher gibt es mittlerweile eine Reihe von Beratern, die sich auf solche Projekte spezialisiert haben. Sie überneh- men Suche und Auswahl der Projekte, die Berechnung der Emissionen, die Umsetzung der konkreten Maßnahmen und das Moni- toring über die gesamte Laufzeit des Pro- jektes. Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens „Stoffstromanalyse Sportgroßveranstaltungen“ Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs – Beispiel real,- Marathon Berlin – Quelle: Öko-Institut / DSHS. Treibhausgas-Emissionen: 17.700 Tonnen 99,5 % Verkehr Verkehrsrelevante Daten: 1 Mio. Zuschauer 32.000 Teilnehmer (ohne Inliner) 500 Medienvertreter 5.900 Helfer Helfer 0% Medien 1% Zuschauer 52% Teilnehmer 47% Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens „Stoffstromanalyse Sportgroßveranstaltungen“ Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel – Beispiel: FIS Nordische Ski-WM 2005 in Oberstdorf – 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 Ohne Umwelt- konzept (80% Pkw) Mit Umweltkonzept (47% Pkw) To nn en T re ib ha us ga se (a ls C O 2- Ä qu iv al en te ) Treibhausgas-Emissionen durch An- und Abreise der Zuschauer Flug- verkehr Flug- verkehr - 10% Bahn-Verkehr: • ca. 12.000 zusätzliche Zugkilometer (Kapazitäts- steigerung: +51%) • ca. 180.000 Fahrgäste 35Sportgroßveranstaltungen – Neue Wege – © INOEK / BMU / BfN Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens „Stoffstromanalyse Sportgroßveranstaltungen“ Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs – Beispiel Internationales Stadionfest (ISTAF) Berlin – Quelle: Öko-Institut / DSHS. Treibhausgas-Emissionen: 3.300 Tonnen 94 % Verkehr Verkehrsrelevante Daten: 60.000 Zuschauer 346 Sportler/Betreuer 800 Medienvertreter 500 Helfer Zuschauer 77% Sportler+ Betreuer 21% Medien 2% Helfer 0% Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens „Stoffstromanalyse Sportgroßveranstaltungen“ Größere Bedeutung von Side Events – größere Verantwortung beim Klimaschutz Side Events 84% World Games 2005: 500.000 Besucher Kieler Woche: 3,5 Mio. Besucher FIFA WM 2006TM und Fan Feste: 21,4 Mio. Besucher Side Events 90% Side Events 70% Sport- veranstaltung 30% Sport- veranstaltung 10% Sport- veranstaltung 16% Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens „Stoffstromanalyse Sportgroßveranstaltungen“ Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur Steigerung der ÖPNV-Kapazitäten (z. B. höherer Takt) Preislich attraktive Angebote für Bahn- und Busreisen Integrierte Informationen für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln Wegeleitung für den öffentlichen Verkehr Angebote für Fußgänger und Radfahrer Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel – Auswahl weiterer Maßnahmen – FIFA WM 2006TM SportgroBveranstaltungen — Neue Wege — és Gllea-trnsitar et a im Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens »Stoffstroi y portg! 1 Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs — Beispiel Internationales Stadionfest (ISTAF) Berlin — eibhausgas-Emissionen: "94% Verkehr ty an” P ene Daten: 7 -" 60.000 Zuschauer_- = 346 Sportler/Betreuer | i . = 800 Medienvertreter -~ «500 Helfer ai -; es Zuschauer F Sm Quelle: Oko-Institut / DSHS. - = & Ghee trasran et Eraracn iporttashass te ra E isse des UBA-F vaben — ee »Stoffstromanalyse SportgroRveranstaltungen* Grofere Bedeutung von Side Events — groRere Verantwortung beim Klimaschutz World Games 2005: 500.000 Besucher Side Sport- Events veranstaltung 70% 30% Kieler Woche: 3,5 Mio. Besucher Side Sport- Events —

  • HRS4R_Action_Plan_2025.pdf
    No. Action GAP Principle(s) Proposed Timing Responsible Unit Indicators/Target(s) Remarks Status Area: Training & Development 1 Further development and finalization of a Postdoc programme, e.g. including trainings and mentoring and a structured supervision system for postdoctoral researchers (Main Action IV) 37,38 Q2 2023 FwN (PostDoc Office) • Programme is finalized and communicated • Programme is rolled out • Programme components are evaluated by participants (Q2 2024) A postdoc advice center ran until fall 2024 but couldn’t be permanently staffed due to funding. A lasting certificate programme with consultations was launched, with seven participants so far. A website, training, and networking events—including with other Cologne universities—are ongoing. The initiative continues under Action #29 due to high demand. Extended 29 Career development R1 to R4 (Main Action IV): #1 lnitiate internal and external networking (R1 to R4) #2 Offer career advice (R1 to R3) through advice offer (again) #3 lnitiate advice an career prospects/opportunities from supervisors (R4) (see also Action #28) #4 Establish ResearchComp as a tool and requirements profiles (R1 to R4) #5 Mentor pool for female researchers (R1 to R3) 21,28,30, 37,38 Q2 2026 FwQ + Equal Opportunity Office #1 Aprrox. 1-2 matchmaking events per year internally; 1 networking event per year externally (with UzK and TH}; postdoc lunch table once a month; networking meeting for female researchers once a semester; promote internal collaboration within the framework of HIFF -> number of joint applications per round increases; #2 Career advice offer can be and set up internally and for an initial consultation; an external service is provided for more intensive and complex advice #3 lnclusion of the topic in the doctoral supervision agreement #4 Convert ResearchComp into a digital and interactive tool and make it available; integration into advice sessions, information events and GSU websites on the topic of careers #5 A mentor pool and an associated program are to be set up with the Female Professors Program 2030 in the event of approval (see Action #38) New 2 Discussion of scope for annual interviews between employee and supervisor including aspects of career development 28, 37, 40 Q1 2023 HR Development / internal management and decision boards • Scope is discussed • If applicable: Guidelines are developed and changes communicated After introducing annual appraisals for non- academic staff in 2021-2022, comprehensive resources, guidelines, and intranet information were provided to academic staff. Training and information sessions were also held. As a result, this HRS4R action is now considered completed, but regular evaluations and possible further improvements are planned for the future. Completed 3 Development and implementation of an internal training concept for supervision and management/ leadership competences (including outcomes of mental risk assessment 2021 and health as one topic) (Main Action V) 24, 37, 40 start in Q2 2023 HR Development • Concept is developed • Requirement profiles are reflected after finalization • Offers are communicated and rolled out • Offers are evaluated (Q3 2024) A formal training concept for managers has not yet been finalized, as it will be part of a broader “leadership culture” initiative. Since 2023, various training courses, workshops, and coaching for managers have been offered. The future training concept will align with the new HR development strategy (Action #35) and consider the results of the upcoming mental risk analysis, including leadership and mentoring aspects. Extended https://www.dshs-koeln.de/forschung-transfer/wissenschaftliche-qualifizierung/postdocs-unterstuetzung-und-beratung/ https://www.dshs-koeln.de/karriere/personalentwicklung/jahresgespraeche-2025/ https://www.dshs-koeln.de/karriere/personalentwicklung/fuehrungskraefteentwicklung-wissenschaft/ 28 Development of the leadership culture at DSHS (Main Action V) '#1 Development and introduction of the “Guidelines for Good Leadership” #2 Further Development of leadership qualification and training offers for all management target groups, e.g. junior managers and female managers in science and administration. 24, 37, 40 Q2 2026 HR Development #1 New guidelines have been developed, agreed upon and communicated. They are also embedded in all management development measures, activities and offers (such as training content, coaching, onboarding (see Action #14), management tools). #2 Training offers are developed, coordinated and communicated. For each target group, one training program for researchers is offered per half year. New 4 Further development of existing qualification and development opportunities in the area of HR including a broader range of academic and non-academic issues; alignment of different offers through the recently established human resources development working group 2, 3, 5, 8, 9, 21, 28, 31, 38, 39 Q2 2024 HR Development Working Group • Offers are aligned (no duplicates!) • Offers are finalized and communicated In order to achieve coordination between the various stakeholders with personnel development offerings, a working group has been set up in 2023 that meets once a month to discuss current offerings, key topics and developments. A joint website make this networked personnel development and its offerings easier for employees to find and plan. In Progress 5 Standardization of registration, general needs assessment and evaluation procedures throughout all units regarding internal qualification and development offers 39 Q3 2024 HR Development Working Group (IT if necessary) • Central registration and evaluation tool/platform is rolled- out and in use After evaluating the Moodle platform, a more resource-efficient alternative must be found for technical reasons. Standardized registration will continue, with internal or external solutions being considered. The consideration process aims to be completed by Q4 2025. Additionally, a needs analysis of GSU’s continuing education was conducted and stakeholder collaboration strengthened. In Progress 6 Needs assessment regarding further qualification of professors and development of respective offers (Main Action V) 38 Q4 2024 HR Development / FwN • Needs are assessed • If applicable: Offers are developed, communicated and rolled out A highly participated survey of academic staff on training needs, career opportunities, and working conditions was conducted. A virtual whiteboard for in-depth discussions was also introduced. Both tools, along with workshops, will be regularly used to monitor and assess the effectiveness of implemented measures. Completed 7 Reflection and evaluation of new forms of qualification, e.g. job shadowing, intervision, peer teaching etc. 33, 39 Q2 2025 HR Development Working Group • New ideas are reflected and discussed • If applicable: Offers are extended or adjusted and communicated A toolbox with a first range different new forms of „Training on the job“ to improving one's own experience learning and promoting a learning culture in teams has been published. It can be used as a guidance for managers and employees as well. It presents and compares various new “on-the-job” forms and formats of learning and recommends their use. Completed 30 Evaluation of doctoral training programme including evaluation of supervision agreement (Main Action IV) 28, 36 Q3 2026 PhD Office Significant response rate in the survey and in order to obtain meaningful information and data to maintain quality with appropriate adjustments New 31 Evaluation of the university's internal research funding programmes (research funding, graduate scholarships, junior research awards) by collecting quantitative and qualitative data (evaluation of applications/funding and online survey of applicants) with consideration of the internationalization module (see Action #27); if necessary, adaptation of the offers; expansion of the funding offer with regard to transfer funding 18, 28 Q1 2028 FwQ Significant response rate in the survey in order to obtain meaningful information; revised funding offer after evaluation; increase in applications with collaborations (see also #29) New https://www.dshs-koeln.de/karriere/personalentwicklung/angebote-der-internen-vernetzten-personalentwicklung/ https://www.dshs-koeln.de/karriere/personalentwicklung/training-on-the-job-neue-wege-zur-qualifizierung-und-weiterbildung/ and cooperation (internal and external). 35 New edition/revision of the overall HR development concept (2026-30) incl. a concept to develop the leadership culture and training concept for management target groups (former Action #3) (Main Action V) 28, 39 Q4 2025 HR Development New HR development concept has been drawn up, adopted and announced New 36 Development and introduction of an information format on the topic of the WissZeitVG (Main Action IV) 25, 28, 30 Q3 2025 D2 / HR Development The format(s) has (have) been developed and is available as information for all relevant target groups; Annual information sessions are offered for the relevant target groups New No. Action GAP Principle(s) Proposed Timing Responsible Unit Indicators/Target(s) Remarks Status Area: Ethical & Professional Aspects 8 Needs assessment in the areas of anti-discrimination and diversity and development of respective information and training content etc. 10 Q1 2023 Diversity • Diversity Summerschool (September 2022) is evaluated and reflected • If applicable: Actions are developed Two diversity schools were held to raise awareness of the topic of “diversity” (needs assessment) and a fundamental diversity concept was then developed in a participatory manner; it shows that GSU is committed to promoting diversity and a coexistence characterized by respect and appreciation. Diversity is understood to mean differences between people that influence and potentially jeopardize their opportunities to participate in a social system, such as a university. The measures taken by GSU aim to ensure full participation for all. Completed 9 Revision and communication of the internal Open Access Strategy and implementation of support structure for OA- processes (Main Action II) 8 Q2 2023 FwN • OA Strategy is released GSU has launched an Open Access information website, appointed a contact person, and adopted an Open Science Policy and publication guidelines to support authors. Despite financial challenges from new DEAL contract conditions, a complex funding and incentive system has secured continued access and funding for Open Access publications until at least 2028. GSU has also joined the ORCiD consortium. Completed 10 A more structured onboarding process for new researchers has been partially implemented and should be extended to the professors’ level including transfer of relevant knowledge regarding academic structure and internal processes and policies 4,5 Q2 2023 StAPS / FwN • Onboarding concept is extended • Meeting with new professors are offered and information about internal academic structures, processes and policies is provided Due to significant cost-cutting measures and thus lack of personnel resources, this action has not yet been completed. However, we assume that the action will be completed in Q4/2025. In Progress 11 Standardized information sessions and/or (web- based) material for (new) German and non-German speaking researchers on relevant (new) internal and external policies and regulations (e.g. good research practice, data security) 2,3,5,7,31 Q3 2023 StAPS / FwN • Relevant content is developed • Content is implemented in curricula (Master, PhD and PostDoc programmes) and sessions are offered regularly Due to significant cost-cutting measures and thus lack of personnel resources, this action has not yet been completed. However, we assume that the action will be completed in Q4/2025. In Progress 12 Creation and communication of guidelines for dealing with research data and implementation of support structure for research data management (Main Action I) 2,3,7 Q4 2023 FwN • Guideline is written and published • Guideline is communicated amongst researchers • Support structure is established A research data policy is about to be published at GSU, along with a website offering information, guidance, and contacts. Data management advice and training are already available. GSU plans to join the Coscine platform for secure research data management, with researcher access expected by March 2025. In Progress 13 Implementation of mentoring or buddy programmes for new employees 4,5 Q1 2025 Personnel Marketing • Buddy or mentoring programme is developed and rolled-out • Programme is evaluated (Q2 2026) A “create it yourself” guide for team-specific buddy programmes is available, allowing supervisors or team members to support new colleagues during onboarding. The programme focuses on social and organizational integration rather than professional training. A centrally organized, cross-departmental buddy programme is not feasible due to limited capacity. Completed https://www.dshs-koeln.de/forschung-transfer/forschung-an-der-deutschen-sporthochschule-koeln/forschungs-und-transferfoerderung/wissenschaftliches-publizieren/open-science-policy/ https://www.dshs-koeln.de/forschung-transfer/forschung-an-der-deutschen-sporthochschule-koeln/forschungs-und-transferfoerderung/wissenschaftliches-publizieren/publikationsrichtlinie/ https://www.dshs-koeln.de/forschung-transfer/forschung-an-der-deutschen-sporthochschule-koeln/forschungs-und-transferfoerderung/wissenschaftliches-publizieren/orcid/ https://about.coscine.de/en/ https://www.dshs-koeln.de/karriere/personalentwicklung/onboarding-buddy-programm/ 14 Structured onboarding event/information sessions for supervisors/managers on internal leadership tasks and expectations (Main Action V) 5,6,7 Q4 2023 HR Development • Content is created (based on action 3) • Onboarding event / information sessions espe- cially for new supervisors/managers are organized GSU offers an annual “Welcome Day” for new employees to provide information and networking opportunities. Additionally, new managers can participate in a structured onboarding meeting to discuss leadership guidelines and development needs, as well as network with peers, mentors, or coaches. Both onboarding options are voluntary. Completed 15 Translation of important strategic documents and regulations and target group-specific distribution (to new researchers, e.g. University Development Plan, Knowledge Transfer Strategy) 2,4,8,31 Q4 2023 Responsible units and/or external translation office • Relevant documents are translated and communicated Strategically important documents were translated into English. New documents are now translated almost always and with the relaunch of the GSU website at the end of 2025, all content will be automatically available in English via an AI translation interface. Completed 37 Creation of a concept for protection against discrimination and sexualized violence (also for the area of research (e.g. studies, dealing with test persons) and sport-specific) 10, 24 Q3 2026 Equal Opportunity Office Protection concept has been drawn up, adopted and announced New No. Action GAP Principle(s) Proposed Timing Responsible Unit Indicators/Target(s) Remarks Status Area: Working Conditions & Social Security 16 Inclusion of postdoctoral female researchers in the existing mentoring programme TEAMWORKScience for female PhD students (Main Action IV) 27,38 Q2 2023 Equal Opportunity Office / FwN (PostDoc Office) • Postdoctoral female researchers are included in next mentoring cohort • Programme is evaluated by postdoctoral female researchers after participation Due to the extensive cost-cutting measures at GSU, it has not yet been possible to fully implement this action. However, some events for female postdocs have been offered (e.g. workshop "Women lead differently"), but it has not yet been possible to offer a permanent programme. The action will therefore be included in the new Action #29, in which a mentoring pool for female postdocs is to be set up. Extended 17 Creation of exchange and networking opportunities for women 27 Q2 2023 Equal Opportunity Office / HR Development • Information session is organized on International Women’s Day to inform about internal offer • Specific networking events for women are organized and rolled out Some fruitful networking events/meetings for female postdocs have been offered (e.g. Diversity Week, Women´s Day), but it has not yet been possible to offer a permanent programme especially for female Postocs. The topic of networking is integrated into the new Action #29, which also takes into account the needs of female researchers. Completed 18 Establishment of trainings and consultation for postdoctoral researchers on different career options, e.g. career coaching/counselling and career development advice (Main Action IV) 21,28,30 Q1 2023 FwN (PostDoc Office) • Existing concept is finalized and rolled out An advisory service for Postdocs could only be set up temporarily and could not be made permanent. However, there will be an offer for all researchers as part of the new Action #29 (see also Action #1). Extended 19 Update of the Statutes for the Appointment of Professors and Junior Professors (Berufungsleitfaden) in order to attract more female candidates 27 Q3 2023 Equal Opportunity Office • Finalization of the revised Statutes for the Appointment of Professors and Junior Professors • Feedback from and approval by Senate As part of this original action, the entire appointment management (with the new President since May 2024) was optimized and partially redesigned, so this action was modified and finalized by mid-2025 at the latest. Increasing the proportion of women in research and teaching is one of the university's strategic goals; qualified female academics are therefore expressly encouraged to apply, a gender-sensitive appointment management system has been set up. Women are given preferential consideration in accordance with the State Equal Opportunities Act. Completed 20 Development and implementation of a management programme for women (or extension of an existing programme with exclusive modules) 27,37 Q3 2023 FwN (PostDoc Office) / Equal Opportunity Office • Management programme for women is developed, communicated and rolled out • Programme is evaluated when finished Due to extensive cost-cutting measures at GSU, it has not yet been possible to fully implement this action. Some events for female Postdocs have been offered (see Actions #16 and #17), but it has not yet been possible to offer a permanent programme. The action will therefore be included in the new Action #29, in which a mentoring pool for female postdocs is planned. Extended 32 Development of an EU/internationalization strategy (including topics such as increasing EU funding and mobility, increasing the attractiveness for international scientists, integration of the cross-cutting topics CoARA and HRS4R) (Main Action VI) 23, 29 Q1 2027 FwQ Strategy with package of measures has been drawn up and adopted New 33 Development of a concept for sustainable research infrastructure (cooperative use of laboratories and equipment) to save space, energy and financial resources 23 Q1 2026 FwQ Recording of all equipment/laboratories in the research information system; setting up a usage regulation; offer is used by scientists, resources are saved New 34 Development of a revised transfer strategy (Main Action VI) 31 Q2 2026 Transfer Revised transfer strategy has been drawn up, adopted and announced New 37 Participation in the Female Professors Program 2030 (funding program of the state of Northrhine Westphalia to increase the number of female professors at universities and to set up equality concepts for parity at the university) (Main Action IV) 27 Q4 2025 FwQ + Equal Opportunity Office Application with a concept for achieving gender parity and a plan for female professors has been submitted (including a mentoring program for female researchers, see Action #29) New No. Action GAP Principle(s) Proposed Timing Responsible Unit Indicators/Target(s) Remarks Status Area: Recruitment & Selection 21 Discussion and finalization of internal requirement profiles for researchers (based on R1-R4) including the consideration and definition of teaching skills and leadership (Main Action IV) 12,13,21, 28,31,33, 36,37,40 Q1 2023 FwN (PostDoc Office) • Profiles are finalized and approved by President’s Office • Profiles are communicated and reflected in different recruitment and selection processes and training and development programmes Requirement profiles for academics at GSU were created in 2018, but planned changes were not implemented due to limited staff. During the HRS4R process, GSU shifted strategy, deciding that detailed profiles were a barrier for external applicants. To promote openness and mobility, GSU now uses more the general requirement profiles based on EU recommendations, available on the GSU careers website. Detailed requirements are still listed in job advertisements. Additionally, the topic of requirement profiles and competencies (ResearchComp) will be more widely promoted and integrated as part of new Action #29. 22 Implementation of an e-recruitment tool (including call for tender) (Main Actions III) 13 start in Q4 2023 D2 • Tool is implemented • Users are trained • Additional support material is developed and accessible The first formal steps have been taken: including specific coordination with IT (specifications), digitization management (project management) and the purchasing department (call for tender). These preparatory steps are expected to be completed in Q3, so that after the offer and selection phase of the external providers in Q4, implementation will start in Q1 2026. The implementation of the tool is expected to be completed in Q3 2026. In Progress 23 Definition of a recruitment process including the appointment and composition of selection commit- tee members, development and implementation of recruitment and selection guidelines (including e.g. checklists and best practices) for non- professorial teaching and research staff, assessment templates in order to hire based on skills and competencies to avoid biases and unconscious discrimination against candidates (Main Actions III) 12-18,20 Q3 2023 D2 / Extended HRS4R Working Group • Process is reviewed • Guidelines are developed • Euraxess is used for job posts • Guidelines are communicated and content is explained in trainings for selection committee members if needed For the recruitment process, a checklist for personnel requirement positions has been drawn up, which offers support to hiring institutes and organizational units in the formal process. Guidelines for recruitment and selection as well as for the selection process are currently being developed. Euraxess will be used as an additional platform for job advertisements as standard from May/June 2025. This action is expected to be completed in Q2/Q3 2025. In Progress 24 Development of a monitoring and quality system for recruitment including complaints mechanism and means to monitor whether the most suitable researchers apply (Main Actions III) 12 Q4 2023 D2 / Extended HRS4R Working Group • “most suitable researcher” is internally defined • Monitoring and quality system is developed and in use As part of a quality management system for application procedures, complaints are recorded and evaluated at regular intervals. The introduction of an e-mail address for this purpose has further improved the process. Finding the most suitable applicants in the form of active sourcing or active recruitment can only be carried out as part of appointment procedures. For reasons of time and resources, this is not possible in the usual recruitment procedures. Completed 25 Development and communication of an internal OTM-R Policy (Main Actions III) 12,15 Q3 2024 Extended HRS4R Working Group • Policy is published on website The policy is developed, approved by the president´s office and the committees, and then communicated both internally (intranet) and externally (internet, careers page). Further communication measures will be developed in accordance with Action #26. Completed https://www.dshs-koeln.de/karriere/stellenangebote-der-dshs/ 26 Training/information of selection committee members in the area of OTM-R including the awareness of biases e.g. due to gender or the reputation of an institution (Main Actions III) 14,17,20 Q2 2024 D2 • Training content is developed • Selection committee members are trained The OTM-R policy was adopted and university-wide published in April 2025. Training and information on bias and selection is provided internally and also in English as an e-learning offer to all university members (e.g. unconscious Bias). More information/training is developed/offered if necessary, according to complaints or on demand of the members. Completed 27 Evaluation of the new internationalization module as part of the GSU internal research funding programmes in order to further promote and acknowledge mobility experiences 18 Q4 2024 FwN • Funded projects and their outputs are evaluated The internationalization module has not yet been evaluated because there are not yet enough completed projects. The university's internal funding programmes are now to be evaluated as a whole and adjusted if necessary. The internationalization module will also be considered in the course of this evaluation. The action has therefore been extended and is now part of Action #31. Extended https://www.dshs-koeln.de/karriere/stellenangebote-der-dshs/ Area: Training & Development Area: Ethical & Professional Aspects Area: Working Conditions & Social Security

  • 20.08.2025
    Einführung in die Studienplanung am 01.09.2025
    Für einen reibungslosen Einstieg in das Lehramtsstudium ist eine frühe Auseinandersetzung mit dem Thema Studienplanung / Stundenplangestaltung mit dem Fach Sport dringend empfohlen. In der Online-Veranstaltung "Digitale Fragerunde zur Studienplanung im Lehramt" werden diesbezüglich wesentliche Informationen vorgestellt. Anschließend wird es Raum für offen gebliebene Fragen geben. Wichtig: Vor Teilnahme sollten Sie sich bereits mit den aufgeführten Informationen und Videos auf der Seite Einführung in das Lehramtsstudium auseinandergesetzt haben. Termin: 01.09.2025 von 11:15 Uhr bis ca. 12:15 Uhr Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Link zur Veranstaltung: Webex

  • 26.08.2025
    Wie Wissenschaft in den Medien sichtbar machen? Digitaler Lunchtalk am 25. August 2025
    Am 25. August fand von 12:00 bis 13:00 Uhr via Zoom der digitale Lunchtalk der Transfer Unit Wissenschaftskommunikation statt. Jun.-Prof. Dr. Daniel Nölleke stellte erste Ergebnisse des Projekts „Wissenschaftliche Expert:innen zwischen Kern und Peripherie des (Wissenschafts-)Journalismus“ (WExKuP) vor. Er geht im Projekt der Frage nach, mit welchen Strategien Forschende auf Anfragen etablierter und neuer Medienformate reagieren. Anschließend kommentierte Dr. Patrick Honecker , Chief Communication Officer der Technischen Universität Darmstadt, die Befunde aus Praxissicht. Die Transfer Unit Wissenschaftskommunikation fördert den Austausch zwischen Praxis und Forschung im Feld der Wissenschaftskommunikation. Sie ist ein Verbundprojekt von Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und Wissenschaft im Dialog, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mehr zur Lunchtalk-Serie

  • 19.08.2025
    Sexualisierte Gewalt im Schulsport
    Workshop am 30.09.2025 von 9:30-15:00 Uhr „Handlungssicherheit erlangen“ In den vergangenen Jahren wurden in der Öffentlichkeit verschiedene Fälle von sexuellem Missbrauch im Kontext des organisierten Sports, aber auch durch Lehrkräfte an Schulen diskutiert. Schulen sind aktuell dazu aufgerufen, ein Schutzkonzept zu erstellen. Der Schulsport hat in dieser Hinsicht wegen des vorhandenen Körperkontakts eine Sonderstellung, zusätzlich begünstigt der Kontext sexuell übergriffige Handlungen von Schüler*innen untereinander. Dennoch findet der Schulsport in Schutzkonzepten häufig sehr wenig Berücksichtigung, und Sportlehrkräfte sind verunsichert, gerade hinsichtlich Themen wie Hilfestellungen, Umkleidesituation und Sportbekleidung. Inhalte Die Fortbildung hat zum Ziel, den Sportlehrkräften Handlungssicherheit im Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt im Schulsport zu vermitteln. Folgende Inhalte werden thematisiert: Klärung der Definitionen sexualisierter und interpersonaler Gewalt im Sportkontext Kennenlernen der wichtigsten Zahlen und Fakten zum Thema sexualisierte und interpersonale Gewalt im (Schul-)Sport Sport(-unterricht) als spezielle Situation im Schulkontext Erfassung der Strategien von Täter*innen im Sport(-unterricht) Vermittlung der wichtigsten präventiven Ansätze gegen sexualisierte Gewalt Erarbeitung von sinnvollen Verhaltensweisen bei Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt Reflexion der eigenen Rolle und Handlungsmöglichkeiten Alle weiteren Informationen zu dieser Veranstaltung der Universitären Weiterbildung: https://weiterbildung.dshs-koeln.de/details.jsp?id=3200&kurs=sexualisierte-gewalt-im-schulsport

  • 14.08.2025
    Karen Petry im Vorstand des Weltrats für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE)
    Prof . Dr. Karen Petry i n den Vorstand des Weltrats für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE) gewählt Zahlreiche ICSSPE Mitglieder kamen am 20. Juli 2025 zur 32. Hauptversammlung an die Deutsche Sporthochschule Köln und wählten u.a. einen neuen Vorstand. Wir freuen uns, dass Karen Petry zukünftig auf Leitungsebene im ICSSPE mitwirken wird. Herzlichen Glückwunsch, Karen! Zum vollständigen Artikel des ICSSPE

  • 13.08.2025
    Sportjournalismus-Projekt: Studierende porträtieren die Bobsportlerin Leonie Fiebig
    Im Sommersemester erarbeiteten drei Studierende im Modul SMK 10.4 unter der Leitung von Dr. Mark Ludwig ein Porträt der Bobfahrerin Leonie Fiebig. Die Arbeit entstand im Rahmen des Kurses „Sportjournalismus” und wurde nun in Kooperation mit der Kölnischen Rundschau veröffentlicht. Für die Studierenden bot das Interview die Möglichkeit, journalistische Praxis zu erproben und ihren Text einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen. Leonie Fiebig ist Master-Absolventin der Deutschen Sporthochschule Köln (2021) und Weltmeisterin im Zweierbob 2023. Sie bereitet sich aktuell auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina d’Ampezzo vor, bei denen erstmals der neu errichtete Eiskanal genutzt wird. Die Kooperation zwischen dem IKM und der Kölnischen Rundschau ist auf eine Fortsetzung angelegt.
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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
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