home Startseite arrow_back zurück

  • Intranet für Studierende und Mitarbeitende

  • north_east Forschungsinformationssystem (FIS)

  • north_east Jobbörse

  • north_east Mensa

  • north_east mySpoho

  • Personenverzeichnis

  • north_east Spohoshop

  • Zentralbibliothek
home Startseite arrow_back zurück

  • Universität

    • Universität

    • Profil

      • Profil

      • Porträt

      • Unser Leitbild

      • Zahlen und Fakten

      • Auszeichnungen und Preise

      • Gleichstellung und Diversität

        • Gleichstellung und Diversität

        • Karriereförderung für Frauen

      • Nachhaltigkeit und Umweltschutz

      • International

        • International

        • Hochschulpartnerschaften

      • Partnerschaften und Kooperationen

        • Partnerschaften und Kooperationen

        • Kooperationsmöglichkeiten

    • Organisation

      • Organisation

      • Hochschulleitung

        • Hochschulleitung

        • Das Rektorat

          • Das Rektorat

          • Amtliche Mitteilungen

        • Der Senat

        • Der Hochschulrat

      • Verwaltung und Stabsstellen

      • Organe und Gremien

        • Organe und Gremien

        • Universitätskommissionen

        • Gleichstellungskommission

        • Nachhaltigkeitskommission

        • Ethikkommission

        • Prüfungsausschüsse

        • Promotionsausschuss

        • Habilitationsausschuss

      • Institute und wissenschaftliche Einrichtungen

      • Anlaufstellen und Services

        • Anlaufstellen und Services

        • Ambulanz

        • Career Service

        • Familienservice

        • Gästehaus

        • InfoPoint

        • International Office

        • Marketing

          • Marketing

          • Spohoshop

        • Presse und Kommunikation

        • Prüfungsamt

        • Studienberatung

        • Studierendensekretariat

        • Zentrale Betriebseinheit Informationstechnologie

      • Personenverzeichnis

    • Die Uni als Arbeitgeberin

      • Die Uni als Arbeitgeberin

      • Unsere Stellenangebote

      • Praktikum

        • Praktikum

        • Übersicht Praktikumsstellen

      • Personalentwicklung

      • Gesundheitsmanagement

    • Campusleben

      • Campusleben

      • Sport und Kultur

      • Wohnen und Übernachten

    • Newsroom

      • Newsroom

      • Podcast

        • Podcast

        • Wissenschaftspodcast Eine Runde mit

        • Studierendenpodcast Auszeit

      • Termine & Veranstaltungen

      • Meldungen

        • Meldungen

        • Pressemitteilungen

      • Publikationen

        • Publikationen

        • Campusmagazin ZeitLupe

          • Campusmagazin ZeitLupe

          • Sport und Ernährung

          • Olympische Spiele in Köln?

          • Gefahr im Gedränge

          • Darts - Ist das wirklich Sport?

        • Jahresbericht KOMPAKT

        • ZSLS

          • ZSLS

          • Hinweise für Autor*innen

          • Aktuelles

          • Impressum

      • Presseverteiler

      • Proband*innennewsletter

      • Pressespiegel

  • Studium

    • Studium

    • Vor dem Studium

      • Vor dem Studium

      • Veranstaltungen für Studieninteressierte

      • Bachelorstudium

        • Bachelorstudium

        • Sport- und Bewegungsvermittlung in Freizeit- und Breitensport

        • Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie

        • Sportjournalismus

        • Sportmanagement und Sportkommunikation

        • Sport und Leistung

      • Masterstudium

        • Masterstudium

        • M.Sc. Sporttourismus und Destinationsmanagement

        • M.A. Sport-, Medien- und Kommunikationsforschung

        • M.Sc. Sport- und Bewegungstherapie, Prävention und bewegungsbezogene Gesundheitsforschung

        • M.Sc. Leistung, Training und Coaching im Spitzensport

        • M.Sc. Human Technology in Sports and Medicine

        • M.Sc. Psychology in Sport and Exercise

        • M.Sc. Sport Management

        • M.A. International Sport Development and Politics

      • Lehramtsstudium

        • Lehramtsstudium

        • Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

        • Lehramt an Grundschulen

        • Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen

        • Lehramt an Berufskollegs

        • Lehramt für sonderpädagogische Förderung

      • Weiterbildendes Master­studium

        • Weiterbildendes Master­studium

        • Führungskompetenz und Management im Spitzensport

          • Führungskompetenz und Management im Spitzensport

          • Voraussetzungen und Bewerbung

        • Olympic Studies

          • Olympic Studies

          • Voraussetzungen und Bewerbung

          • Curriculum & Module

        • M.A. Spielanalyse

          • M.A. Spielanalyse

          • Voraussetzungen und Bewerbung

        • Tanz – Vermittlung, Forschung, künstlerische Praxis

          • Tanz – Vermittlung, Forschung, künstlerische Praxis

          • Zugangsvoraussetzungen, Bewerbung & Gebühren

        • Sport, Bewegung und Ernährung

          • Sport, Bewegung und Ernährung

          • Voraussetzungen und Bewerbung

        • Sportphysiotherapie

          • Sportphysiotherapie

          • Zugangsvoraussetzungen, Bewerbung und Gebühren

        • Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in Organisationen

      • Campustag

      • Bewerbung

      • Voraussetzungen

        • Voraussetzungen

        • Eignungstest

        • Übetage

      • Immatrikulation

      • Studieren in besonderen Lebenslagen

        • Studieren in besonderen Lebenslagen

        • Studieren mit Kind oder Pflegeaufgaben

        • Studieren mit Behinderung oder chronischer Erkrankung

      • Studium und Spitzensport vereinen

      • Study@GSU

      • Gasthörerschaft

    • Während des Studiums

      • Während des Studiums

      • Veranstaltungen für Studierende

      • Anerkennung und Studiengangswechsel

      • Rückmeldung

      • Exmatrikulation

      • Next Career

    • Nach dem Studium

      • Nach dem Studium

      • Absolvent*innenfeier

      • Career Fitness Program

        • Career Fitness Program

        • Veranstaltungen

      • themenwochen

      • Alumni-Netzwerk

    • Studienstart Bachelor und Lehramt

    • Studienstart Master

    • Weiterbildung

    • In Köln studieren

      • In Köln studieren

      • Studienfinanzierung

        • Studienfinanzierung

        • Deutschlandstipendium

        • NRW-Sportstiftungs-Stipendium

    • Qualität in Studium und Lehre

      • Qualität in Studium und Lehre

      • Qualitätsmanagement

      • Feedback in Studium & Lehre

      • Lehrpreise und Förderprogramme

  • Forschung

    • Forschung

    • Forschungskultur

    • Institute und wissenschaftliche Einrichtungen

    • Wissenschaftliche Laufbahn

      • Wissenschaftliche Laufbahn

      • Promotion

        • Promotion

        • Promotionsstudium

      • Postdocs & Karriereentwicklung

      • Habilitation & Tenure Track

      • Professur

      • Interne Förderprogramme

    • Forschungs­management

      • Forschungs­management

      • Forschungsförderung

      • Forschungsinfrastruktur

      • Forschung international

      • Fit für Forschung und Transfer

      • Studien & Befragungen

        • Studien & Befragungen

        • Teilnehmende für eine Studie mit trans* Personen gesucht

        • Teilnehmende für Long-COVID-Studie gesucht

        • Wissenschaftliche Studie zu Ecdysteron, Muskelaufbau und Kraftentwicklung

        • Wie beeinflussen deine Zyklussymptome deine sportliche Leistungsfähigkeit und Trainingsbeteiligung?

        • Exoskelett-Forschung an der Deutschen Sporthochschule Köln

        • LEAP-Studie

        • Vorhersage der Sauerstoffaufnahme

        • Mechanoprotektive Mechanismen im Skelettmuskel

        • VR-Bewegungstraining

        • Golfen trotz Rückenschmerzen?

        • Relatives Energiedefizit im Sport (REDs)

        • Bewegung, Omega-3 und Curcumin

  • Transfer

    • Transfer

    • Innovationen aus der Forschung

      • Innovationen aus der Forschung

      • Transferberatung & Coaching

      • Transferförderung & Programme

      • Erfindungen, Patente & Schutzrechte

      • Transferprojekte & Initiativen

        • Transferprojekte & Initiativen

        • Sport und Schwangerschaft

        • mentaltalent

        • MentalGestärkt

        • Kinderonko

        • Schulsportlandschaft

          • Schulsportlandschaft

          • Podcast der Schulsportlandschaft

          • Videos & Kurzfilme

          • Tipps für den Schulalltag

          • Forschung, Projekte & Buchtipps

          • Fortbildungen & Veranstaltungen

          • Gimmicks

    • Gründung & Start-ups

      • Gründung & Start-ups

      • Gründungsberatung

      • Angebote & Förderungen

        • Angebote & Förderungen

        • StarS-Kader

        • Gateway EM*power

        • DSHS-Ideathlon

      • Unsere Start-ups

    • Weiterbildungsangebote
Filtern nach
Seiten close Person close News close Event close

4210 Ergebnisse
  • Relevanz
  • Alphabetisch
  • Erstellungsdatum

  • Digitale Fragerunde zur Studienplanung im Lehramt
    Das Zentrum für Sportlehrer*innenbildung stellt in der Online-Veranstaltung "Digitale Fragerunde zur Studienplanung im Lehramt" nochmal wesentliche Informationen zur Studienplanung / Stundenplangestaltung gebündelt vor. Zudem können Sie in dieser Online-Veranstaltung noch offene Fragen klären. Nutzen Sie also gerne dieses Angebot, um Fragen zu stellen. Wichtig : Vor Teilnahme sollten Sie sich bereits mit den auf der Seite " Studienstart ins Lehramt " aufgeführten Informationen auseinandergesetzt haben. Die digitale Fragerunde findet in einem virtuellen Meetingraum mit der Anwendung Cisco Webex statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Termin : 31.08.2026 von 15:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr Link zur digitalen Fragerunde : https://dshs-koeln.webex.com/dshs-koeln/j.php?MTID=mf2d8fa0ff00fd95f9e0e1f500858eae6 Hier finden Sie die Foliensammlung zur Studienplanung im Lehramt (inkl. Anleitung zur Stundenplangestaltung via MySpoho), die in der digitalen Fragerunde vorgestellt wurde.

  • Digitale Fragerunde zur Studienplanung im Lehramt
    Das Zentrum für Sportlehrer*innenbildung stellt in der Online-Veranstaltung "Digitale Fragerunde zur Studienplanung im Lehramt" nochmal wesentliche Informationen zur Studienplanung / Stundenplangestaltung gebündelt vor. Zudem können Sie in dieser Online-Veranstaltung noch offene Fragen klären. Nutzen Sie also gerne dieses Angebot, um Fragen zu stellen. Wichtig : Vor Teilnahme sollten Sie sich bereits mit den auf der Seite " Studienstart ins Lehramt " aufgeführten Informationen auseinandergesetzt haben. Die digitale Fragerunde findet in einem virtuellen Meetingraum mit der Anwendung Cisco Webex statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Termin : 28.09.2026 von 11:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr Link zur digitalen Fragerunde : https://dshs-koeln.webex.com/dshs-koeln/j.php?MTID=mf2d8fa0ff00fd95f9e0e1f500858eae6 Hier finden Sie die Foliensammlung zur Studienplanung im Lehramt (inkl. Anleitung zur Stundenplangestaltung via MySpoho), die in der digitalen Fragerunde vorgestellt wurde.

  • case_study_flyer_webseite_mitqrcode_2026.pdf
    AUFRUF ZUR TEILNAHME AN EINER STUDIE MIT TRANS* PERSONEN Wir untersuchen, wie sich eine geschlechtsangleichende Hormontherapie auf die sportliche Leistung, die Gesundheit und das personliche Erleben im Sport auswirkt. WEN SUCHEN WIR? e Du bist eine trans* Person. e Du bist zwischen 18 und 40 Jahren alt. ¢ Du planst, selbstandig und unabhangig von dieser Studie mit deiner geschlechtsangleichenden Hormontherapie zu beginnen. ¢ Du bist sportlich und trainierst regelmafig (2 3x pro Woche) in einer konkreten Sportart. DAS BIETET DIR DIE TEILNAHME: JV Sportmedizinische Begleitung wahrend deiner Transition V Einblicke in deine kérperliche und sportliche Entwicklung JV Raum fiir deine persénlichen Erfahrungen und dein Wohlbefinden V Auf Wunsch Vernetzung mit anderen trans* Sportler*innen Vv Gemeinsam die Datengrundlage zu trans* Sportler*innen starken DU HAST INTERESSE? Scanne den Code fiir mehr Informationen oder melde dich direkt per Mail oder Telefon bei uns! Sportmedizin: Franziska Moser Diversitatsforschung: Jill Mandel F.Moser@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-8763 J.Mandel@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-6098

  • case_study_flyer_webseite_mitqrcode_2026.pdf
    AUFRUF ZUR TEILNAHME AN EINER STUDIE MIT TRANS* PERSONEN Wir untersuchen, wie sich eine geschlechtsangleichende Hormontherapie auf die sportliche Leistung, die Gesundheit und das personliche Erleben im Sport auswirkt. WEN SUCHEN WIR? e Du bist eine trans* Person. e Du bist zwischen 18 und 40 Jahren alt. ¢ Du planst, selbstandig und unabhangig von dieser Studie mit deiner geschlechtsangleichenden Hormontherapie zu beginnen. ¢ Du bist sportlich und trainierst regelmafig (2 3x pro Woche) in einer konkreten Sportart. DAS BIETET DIR DIE TEILNAHME: JV Sportmedizinische Begleitung wahrend deiner Transition V Einblicke in deine kérperliche und sportliche Entwicklung JV Raum fiir deine persénlichen Erfahrungen und dein Wohlbefinden V Auf Wunsch Vernetzung mit anderen trans* Sportler*innen Vv Gemeinsam die Datengrundlage zu trans* Sportler*innen starken DU HAST INTERESSE? Scanne den Code fiir mehr Informationen oder melde dich direkt per Mail oder Telefon bei uns! Sportmedizin: Franziska Moser Diversitatsforschung: Jill Mandel F.Moser@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-8763 J.Mandel@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-6098

  • Mentaltalent_Anmeldung_Workshop_überarbeitet.pdf
    Anmeldung zu sportpsychologischen Workshops Die Anmeldung bitte digital oder handschriftlich ausfüllen und an mentaltalent@dshs-koeln.de senden. Die Anmeldung zu sportpsychologischen Workshops kann ausschließlich über einen der nachstehend genannten Funktionsträger:innen erfolgen. Nur mit einem vollständig ausgefüllten Formular können die sportpsycholo- gischen Workshops durch mentaltalent bewilligt werden. Bundestrainer:in NRW Landestrainer:in NRW-Stützpunkttrainer:in Vor- und Nachname Verband Anschrift E-Mail Telefonnummer Hinweise zur Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) personenbezogener Daten Mit meiner Unterschrift (Funktionsträger:in) willige ich folgenden Punkten ein: 1 2 . . Datenspeicherung personalbezogener Daten durch mentaltalent auf dem Server der DSHS Köln. Datenerhebung, -speicherung und -übermittlung im Rahmen der Evaluation sportpsychologischer Workshops: a. Erhebung der Daten durch mentaltalent, b. Speicherung zu Forschungszwecken (Einwilligung auch im Rahmen der Evaluation) und c. kennwortgeschützte Übermittlung an den/die betreuende:n sportpsychologische:n Expert:in zur Optimierung der Betreuungsqualität. 3. Mit meiner Unterschrift (Funktionsträger:in) bestätige ich, dass verstanden wurde, was mit den Daten gemacht wird und dass die Teilnahme an der Evaluation der sportpsychologischen Leistung freiwillig ist. Einwilligung zur E-Mail-Nutzung für zukünftige Informationen Die Deutsche Sporthochschule Köln würde Ihnen zukünftig gerne Informationen über die Initiative mentaltalent zur Verfügung stellen und zu diesem Zweck Ihre E-Mail-Adresse verarbeiten. Hierfür benötigen wir Ihre Einwilligungserklärung. Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung ist Art. 6 Abs. 1 S. 1 a) DS-GVO. Ihre Einwilligungserklärung ist freiwillig. Sie können Ihre Einwilligungserklärung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird dann unverzüglich gelöscht. Durch den Widerruf der Einwilligungserklärung wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund der Einwilligungserklärung bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung nicht berührt. Im Übrigen verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung (www.dshs-koeln.de/datenschutz). Mit seiner/ihrer Unterschrift bestätigt der/die Funktionsträger:in die Richtigkeit seiner/ihrer Angaben. Unterschrift Funktionsträger:in Bei offenen Fragen, Unklarheiten oder Anregungen kontaktieren Sie uns gerne! Mit freundlichen Grüßen Das Team von mentaltalent Deutsche Sporthochschule Köln Psychologisches Institut, Abteilung Gesundheit & Sozialpsychologie Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln Tel.: +49 (0) 221 - 4982 8700 E-Mail: mentaltalent@dshs-koeln.de mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de http://www.dshs-koeln.de/datenschutz http://www.dshs-koeln.de/datenschutz http://www.dshs-koeln.de/datenschutz http://www.dshs-koeln.de/datenschutz mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de mailto:mentaltalent@dshs-koeln.de Bite geben Sie den/die gewünschten sportpsychologischen Workshop(s) an. ✗ Workshop-Thema Datum Ort Motvaton & Zielsetzung Stress & Erholung Entspannungstraining Umgang mit Kritk Umgang mit Fehlern Wetkampfangst & Selbstvertrauen Gute Leistung unter Druck Entscheidung Leistungssportkarriere Zeitmanagement & Energiebilanz Mentales Training Problemgespräche Körpersprache Kommunikaton Das Team & Ich Stark im Team Toleranz & Teamleistung Selbstgesprächsregulaton Umgang mit Heimweh Konzentraton im Sport Selbstmitgefühl Umgang mit Erfolg & Misserfolg Regeneratonsmanagement Selbstwirksamkeit Mentale Wetkampfvorbereitung Bewusster Umgang mit Social Media Athletnnen for future* Anmerkungen (ggf. gewünschte:r sportpsychologische:r Expert:in) * Workshopangebot für Mädchen und Frauen im Leistungssport Modul 1: Emotion und Stress Modul 2: Leisten unter Druck Modul 3: Life & Sport Skills Modul 4: Selbstvertrauen Modul 5: Team & Identität Zusätzliche Workshop-Themen Die von Ihnen ausgefüllte Seite wird dem/der durchführenden sportpsychologischen Expert:in ausgehändigt, um die tatsächliche Teilnahme der angemeldeten Teilnehmenden zu überprüfen. Folgende Sportler:innen melde ich zu dem/den Workshop(s) an: Teilgenommen (auszufüllen durch Sportpsychologische:n Expert:in) Kader (z.B. LK, NK2) # Name Vorname Geboren am 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1 0 1 2 1 1 Der/die anmeldende Funktionsträger:in hat vor der Übermittlung der personenbezogenen Teilnehmenden Daten das Einverständnis der einzelnen Teilnehmenden eingeholt, dass er/sie (I) die Daten an mentaltalent weiterleiten darf und (II) dass mentaltalent die Daten auf dem Server der DSHS speichern wird. Verbände, Vereine oder Sportinternate sind dafür verantwortlich, die Zustimmung der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme minderjähriger Athlet:innen einzuholen. Mit der Unterschrift versichert der/die Funktionsträger:in mentaltalent den zuvor genannten Prozess korrekt durchgeführt zu haben. Unterschrift Funktionsträger:in checkbox_0: Off checkbox_1: Off checkbox_2: Off text_3: text_4: text_5: text_6: text_8: checkbox_9: Off checkbox_10: Off checkbox_11: Off checkbox_12: Off checkbox_13: Off checkbox_14: Off checkbox_15: Off checkbox_16: Off checkbox_17: Off checkbox_18: Off checkbox_19: Off checkbox_20: Off checkbox_21: Off checkbox_22: Off checkbox_23: Off checkbox_24: Off checkbox_26: Off checkbox_27: Off checkbox_28: Off checkbox_30: Off checkbox_31: Off checkbox_32: Off checkbox_33: Off checkbox_35: Off checkbox_36: Off checkbox_37: Off checkbox_39: Off text_40: text_41: text_42: text_43: text_44: text_45: text_46: text_48: text_49: text_50: text_51: text_52: text_53: text_54: text_55: text_56: text_57: text_58: text_59: text_60: text_61: text_62: text_63: text_65: text_66: text_67: text_68: text_69: text_70: text_71: text_72: text_73: text_74: text_75: text_76: text_77: text_78: text_79: text_80: text_81: text_82: text_83: text_84: text_85: text_86: text_87: text_88: text_89: text_90: text_92: text_93: text_94: text_95: text_96: text_97: text_98: text_99: text_100: text_101: text_102: text_103: text_104: text_105: text_106: text_107: text_108: text_109: text_110: text_111: text_112: text_113: text_114: text_115: text_116: text_117: text_118: text_119: text_120: text_121: text_122: text_123: text_124: text_125: text_126: text_127: text_128: text_129: text_130: text_131: text_132: text_133: text_134: text_135: text_136: text_137: text_138: text_139: text_140: text_141: text_142: text_143:

  • 03.08.2026
    Teilnahme an einer Studie mit trans* Personen
    Die Studie der Abteilung Diversitätsforschung soll neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den langfristigen Auswirkungen einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie auf die sportliche Leistungsfähigkeit, Gesundheit und das persönliche Erleben von trans* Sportler*innen liefern. WEN SUCHEN WIR? Du bist eine trans* Person. Du bist zwischen 18 und 40 Jahren alt. Du planst, selbständig und unabhängig von dieser Studie mit deiner geschlechtsangleichenden Hormontherapie zu beginnen. Du bist sportlich und trainierst regelmäßig (≥ 3x pro Woche) in einer konkreten Sportart WAS ERWARTET DICH? Wir begleiten wir dich über bis zu 12 Monate vor und während deiner geschlechtsangleichenden Hormontherapie. Du nimmst an zwei Untersuchungen vor Beginn und fünf Untersuchungen nach Beginn der Hormontherapie teil. Dabei erfassen wir Veränderungen deiner sportlichen Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Zusätzlich führen wir zu ausgewählten Zeitpunkten Interviews mit dir durch und du füllst alle vier Wochen einen kurzen Online-Fragebogen zu deinen Erfahrungen und deiner körperlichen Aktivität aus. Optional kannst du uns auch Audio oder Videoaufzeichnungen deiner Erfahrungen während des Studienverlaufs zur Verfügung stellen. ABLAUF DER UNTERSUCHUNGSTERMINE: Hier klicken für weitere Infos DAS BIETET DIR DIE TEILNAHME Sportmedizinische Begleitung während deiner Transition Einblicke in deine körperliche und sportliche Entwicklung Raum für deine persönlichen Erfahrungen und dein Wohlbefinden Auf Wunsch Vernetzung mit anderen trans* Sportler*innen Gemeinsam die Datengrundlage zu trans* Sportler*innen stärken NOCH FRAGEN ODER INTERESSE AN DER STUDIE TEILZUNEHMEN? Melde dich gerne bei uns: Franziska Moser (Sportmedizin): F.Moser@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-8763 Jill Mandel (Diversitätsforschung): J.Mandel@dshs-koeln.de/ +49 221 4982-6098 Flyer: AUFRUF ZUR TEILNAHME AN EINER STUDIE MIT TRANS* PERSONEN

  • GreenLegacyReport.pdf
    IBU WELTMEISTERSCHAFTEN BIATHLON 2012 IBU WORLD CHAMPIONSHIPS BIATHLON 2012 29.02.–11.03.2012 Green Legacy Report Aus Begeisterung für unseren Sport in einer intakten Natur Förderer Ehrengast-Bereich: IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung II IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report OK-Präsident: SIS-Leitung: Claus Pichler Prof. Dr. Ralf Roth Projektteam Organisationskomitee OK: Engelbert Schweiger OK - Vizepräsident Norbert Wagner OK - Chef Logistik Herbert Ringsgwandl OK - Rahmenprogramm und Unterkünfte Christine Haase Gemeinde Ruhpolding Christian Diechtler Gemeindebetriebe Ruhpolding Michael Schmidt Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) Projektteam Stiftung Sicherheit im Skisport: Tobias Lienemann SIS / DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Frank Armbruster SIS / DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Patricia Förschner SIS / DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Hans-Peter Faas Verkehrsexperte TÜV Rheinland Justus Ammann Kommunikation Christa Friedl Kommunikation Deutsche Sporthochschule Köln: Anna Salzgeber, Andrea Kepa, Jana Stienen, Lyubomira Mitava, Prisca Schnackenburg, Sebastian Griech, Yannicka Kappelmann Deutsche Kreditbank AG: Patricia Wurch DKB Service GmbH Herausgeber: Stiftung Sicherheit im Skisport Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Haus des Ski - Am Erwin-Himmelseher-Platz Hubertusstraße 1 D - 82152 Planegg © 2012 - Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Zustimmung des Herausgebers. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung III Inhalt Einführung 1 Umweltmanagement 3 Nachhaltiges Wirtschaften 8 Verkehrsmanagement 15 Zuschauerlenkung 25 Natur und Landschaft 31 Ressourcenschutz 37 Abfallmanagement 42 Umweltkommunikation 46 Monitoring der Veranstaltung 50 Zusammenfassung 54 Quellen 56 IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 1 Einführung Ruhpolding ist Biathlon. Biathlon ist Ruhpolding: Die kleine bayerische Gemeinde ist ein großer Name in der Welt des Biathlon. 28 Weltcups und nun bereits die vierten IBU Weltmeisterschaften hat Ruhpolding in der Kombinationssportart aus Skilanglauf und Präzisionsschießen bereits erfolgreich ausgerichtet. Diese Zahlen sind Sinnbild für Tradition und Sportverbundenheit und sprechen zugleich für eine kontinuierliche und wirtschaftlich tragfähige Weiterentwicklung des Standorts über Jahrzehnte. Die Biathlon-Weltmeisterschaft vom 29.2. bis 11.3.2012 führt diese Tradition fort. Sie war das größte Ereignis, das der Ort je gesehen hat - und die erste WM, bei der die Veranstalter gezielt Aspekte der Nachhaltigkeit in den Vordergrund rücken. Das Organisationskomitee der IBU Weltmeisterschaft Biathlon 2012 in Ruhpolding und die Stiftung Sicherheit im Skisport mit dem Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung des Deutschen Skiverbands haben eine Zusammenarbeit für die nachhaltige Durchführung von Biathlon Veranstaltungen beschlossen. Die Leistungen der DKB als Premiumpartner im Ehrengastbereich sind Bestandteil des Nachhaltigkeitsprogramms. Die grundlegenden Ziele der Zusammenarbeit sind: • Fachliche Unterstützung und Begleitung der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding durch die Stiftung Sicherheit im Skisport SIS im Bereich "Nachhaltige Entwicklung". • Verbesserung der Umweltleistungen für die IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 in Ruhpolding durch konkrete und realisierbare Maßnahmen. • Dokumentation und Analyse der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 und Aufzeigen von Handlungsempfehlungen für zukünftige Biathlon-Veranstaltungen in Ruhpolding. • Kommunikation der Umweltleistungen vor und während der WM und Erstellung eines abschließenden Abschlussberichts. • Entwicklung einer über die WM hinausgehenden Zusammenarbeit zwischen dem Organisationskomitee und der Stiftung Sicherheit im Skisport bzw. dem DSV - Umweltbeirat. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 2 Die Veranstaltung wird durch diesen Nachhaltigkeitsbericht umfassend dokumentiert und beinhaltet die in der folgenden Abbildung dargestellten Themenfelder. Nachhaltigkeit ist eine Spur, die gemeinsam eingeschlagen und konsequent gegangen werden muss. Das Projektteam der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Roth unterstützt die Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzeptes und die Realisierung der Maßnahmen. Es geht darum den gesamten Prozess im Auge zu behalten. Hierfür arbeiten Experten aus den Bereichen Verkehr, Naturschutz, Sportentwicklung und Kommunikation mit dem Organisationskomitee zusammen. Absolventen des M. Sc. Sporttourismus (Deutsche Sporthochschule) erfassen alle notwendigen Informationen und begleiten die Nachhaltigkeitsprojekte. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 3 Umweltmanagement Handlungsfelder Umweltverantwortlichen festlegen Das Organisationskomitee der IBU Weltmeisterschaft Biathlon 2012 in Ruhpolding und die Stiftung Sicherheit im Skisport mit dem DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung haben eine Zusammenarbeit für die nachhaltige Durchführung von Biathlon Veranstaltungen beschlossen. Die Stiftung Sicherheit im Skisport stellte mit Herr Tobias Lienemann den Ansprechpartner "Umwelt und Nachhaltigkeit" im Organisationskomitee. Für die Außendarstellung stand zusätzlich Herr Prof. Dr. Ralf Roth zur Verfügung. Finanzielles Budget für Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept Im Sinne eines Pilotprojektes initiierte und unterstützte die Stiftung Sicherheit im Skisport die Entwicklung und Umsetzung des Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzeptes für die IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012. Ein Großteil der Gesamtkosten wurden von der SIS übernommen, einschließlich der Personalkosten. Zusammenstellung eines Projektteams Das bestehende Projektteam im Organisationskomitee der WM wurde durch mehrere Mitarbeiter des DSV Umweltbeirates ergänzt. Der DSV Umweltbeirat arbeitet projektbezogen mit einem Netzwerk von Fachleuten (Umwelt, Verkehr, Kommunikation etc.) zusammen. Die Belange des Ehrengastbereichs koordinierte Frau Wurch von der Deutsche Kreditbank AG. Das Monitoring der Veranstaltung übernahmen Masterstudenten der Deutschen Sporthochschule Köln. Projektteam: Engelbert Schweiger OK - Vizepräsident Norbert Wagner OK - Chef Logistik Herbert Ringsgwandl OK - Rahmenprogramm und Unterkünfte Christine Haase Gemeinde Ruhpolding Christian Diechtler Gemeindebetriebe Ruhpolding Michael Schmidt Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 4 Projektteam Stiftung Sicherheit im Skisport Tobias Lienemann SIS / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Frank Armbruster SIS / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Patricia Förschner SIS / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Hans-Peter Faas Verkehrsexperte TÜV Rheinland Justus Ammann Kommunikation Christa Friedl Kommunikation Deutsche Kreditbank AG: Patricia Wurch DKB Service GmbH Deutsche Sporthochschule Köln: Anna Salzgeber, Andrea Kepa, Jana Stienen, Lyubomira Mitava, Prisca Schnackenburg, Sebastian Griech, Yannicka Kappelmann Entwicklung eines Umweltkonzeptes mit realisierbaren Maßnahmen Nach verschiedenen Vorgesprächen im Sommer 2011 fiel der Startschuss für die Kooperation zwischen dem Organisationskomitee und der Stiftung Sicherheit im Skisport im Herbst 2011 und damit ca. fünf Monate vor der Veranstaltung. Dieser enge Zeitrahmen begrenzt zum einen die Projektbearbeitungszeit. Vor allen Dingen sind aber bereits getroffene Entscheidungen und Verträge nicht mehr zu beeinflussen. Vor diesem Hintergrund war vorrangiges Ziel der Tätigkeiten: • Aufarbeitung der Umweltleistungen, die das Organisationskomitee bereits bei früheren Veranstaltungen und bei der Modernisierung der Chiemgau Arena erbracht hat. • Festlegung eines auf Ruhpolding abgestimmten Nachhaltigkeitskonzeptes mit einem konkreten Maßnahmenpaket, das auch unter zeitlichen und finanziellen Aspekten noch realisierbar war. • Regelmäßige, systematische und objektive Bewertung der erbrachten Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistungen • Information der Öffentlichkeit über die Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung Dokumentation der Tätigkeiten und Umweltbericht Im Rahmen des Projektes wurde ein Workbook als internes Arbeitsdokument und internes Kommunikationsmittel geführt, in dem offene Fragen, Arbeitsschritte und Entscheidungen dokumentiert und gleichzeitig die anstehenden Tätigkeiten sowie der zukünftige Handlungsbedarf aufzeigt wurden. Abgeschlossene Arbeitspakete wie die Auswertung der Fragebogenaktion im Rahmen des Monitorings wurden in einem separaten Bericht darstellt. Im IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 5 Nachgang der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 wurde dieser Green Legacy Report erstellt, der zusammenfassend die Umweltleistungen im Vorfeld der WM, für die WM sowie Handlungsempfehlungen für zukünftige Biathlon-Veranstaltungen in Ruhpolding aufzeigt. Fazit Für die Organisation einer Vielzahl von Biathlon-Veranstaltungen und den kontinuierlichen Ausbau der Chiemgau Arena steht ein bewährtes Organisationskomitee zur Verfügung, das auch in der Vergangenheit bereits maßgebliche Entscheidungen immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit getroffen hat. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Sicherheit im Skisport gehen die Organisatoren einen Schritt weiter: die bisherigen Umweltleistungen werden gezielt aufbereitet, konkrete Maßnahmen zur IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 im Team ausgearbeitet und kommuniziert sowie Schritte bewertet und dokumentiert. Trotz der kurzen Projektphase kann festgehalten werden, dass eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im gesamten Projektteam entstanden ist, die eine konstruktive Arbeit ermöglichte. Mit dem Workbook und diesem Green Legacy Report ist der Grundstein für eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen bei Biathlon-Veranstaltungen in Ruhpolding gelegt. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 6 Umweltmanagement Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Bewährtes Organisationsteam, das auf eine dauerhaft tragfähige Entwicklung des Biathlon- Standorts Ruhpolding setzt ++ ! ! Dialog und Kooperation mit Umweltbehörden und Naturschutzverbänden +++ ! ! Umweltverantwortlichen festlegen ! ! Finanzielles Budget für Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept ! ! Zusammenstellung eines Projektteams ! Entwicklung eines Umweltkonzeptes mit realisierbaren Maßnahmen ! Dokumentation der Tätigkeiten und Umweltbericht ! Kooperation DKB und weiteren Sponsoren ! ! Erläuterung der verwendeten Symbole Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding: +++ entscheidender Faktor, ++ sehr wichtiger Faktor, + wichtiger Faktor Maßnahmen zur WM 2012 - Organisationskomitee OK in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sicherheit im Skisport SIS Maßnahme für die IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 umgesetzt Potenzial und Handlungsempfehlungen für zukünftige Biathlon-Veranstaltungen in Ruholding ! ! ! entscheidender Faktor, ! ! sehr hohes Potenzial, ! hohes Potenzial IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 7 Handlungsempfehlungen Ein Großteil der Projektkosten übernahm im Sinne eines Pilotprojektes die Stiftung Sicherheit im Skisport. Da eine Vielzahl der erbrachten Tätigkeiten als originäre Aufgabe eines Organisationskomitees zu sehen ist, sollten zukünftig im Haushalt des OKs auch Mittel für den Bereich Umwelt & Nachhaltigkeit bereit gestellt werden. Dies gilt ebenso für die personelle Besetzung im OK. Für kommende Veranstaltungen sollte wiederum eine fachlich geeignete Person verantwortlich für das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit sein. Das Workbook ist auch bei zukünftigen Veranstaltungen weiterzuführen und inhaltlich auszubauen. Damit wäre zum eine interne Projektdokumentation geschaffen, womit beispielsweise auch personelle Veränderungen besser handhabbar wären. Zum anderen bietet die Fortführung der Datenbestände über mehrere Veranstaltungen hinweg auch die Möglichkeit zeitliche Entwicklungen, z.B. des Energieverbrauchs oder der Müllmengen, darzustellen und zu beeinflussen. Die bestehenden Strukturen und Partnerschaften sind weiter zu stärken. In diesem Zusammenhang sollte auch in Erwägung gezogen werden, ob neben der DKB weitere Partner oder Sponsoren für das Thema Nachhaltigkeit von Biathlon-Veranstaltungen gewonnen werden können. Insbesondere wenn es um die Kostenübernahme größerer Projektbausteine geht, kann eine Zusammenarbeit mit Dritten hilfreich sein. Nachdem die Umweltbehörden und die Naturschutzverbände am Ausbau der Chiemgau Arena intensiv involviert waren, bestand im Vorfeld der WM kein unmittelbarer Gesprächs- und Handlungsbedarf. Ein konstruktiver Dialog könnte für zukünftige Projekte bereits jetzt das gegenseitige Vertrauen ausbauen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 8 Nachhaltiges Wirtschaften Werden Wintersportveranstaltungen unter dem Thema der Nachhaltigkeit betrachtet, müssen neben den eigentlichen Umweltaspekten auch die wirtschaftliche und die soziale Dimensionen berücksichtigt werden. Es ist nicht Ziel eines Umweltkonzeptes, Maßgaben für die wirtschaftliche Tragfähigkeit aufzustellen oder die ganze soziale Tragweite einer Wintersportveranstaltung zu beleuchten. Es zeigt sich aber, dass die Umweltbilanz einer Sportgroßveranstaltung ganz entscheidend von den wirtschaftlichen und sozialen Aspekten geprägt wird. Handlungsfelder Langfristige Nutzung der Sportstätte Eine der entscheidenden Parameter einer nachhaltigen Entwicklung im Wintersport ist die langfristige Nutzung von Sportstätten über einzelne Großveranstaltungen hinaus. Ganzjähriges Trainings- und Wettkampfzentrum, 28 Weltcups und nun die vierten IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 in Ruhpolding, der Zuschnitt der Chiemgau Arena ist optimiert für den dauerhaften Trainings- und Wettkampfbetrieb. Heute schon trainieren über 60 DSV-Kaderathleten und viele andere Nationen ganzjährig im Bundesstützpunkt des Deutschen Skiverbands – eine Investition in die Zukunft. Bevorzugt regionale Produkte und Dienstleistungen beziehen Im Sinne einer regionalen Wirtschaftsförderung sind gezielt regionale Produkte für die Veranstaltung auszuwählen. Dies gilt für den Bezug von Lebensmitteln, sollte aber auch andere Produkte und nicht zuletzt Dienstleistungen bzw. Unternehmen einschließen. Für die IBU Weltmeisterschaften Biathlon werden die Waren und Leistungen bevorzugt von regionalen Unternehmen bezogen. Das bedeutet kurze Transportwege und Ressourcenschonung, aber auch Stärkung der regionalen Wirtschaft. Beispielsweise werden die Layouts für sämtliche Kommunikationsmittel ebenso von regionalen Anbietern vorgenommen wie der Druck der Schilder auf den Fußwegen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 9 Abbildung 1: Auch wenn hier der Begriff der regionalen Herkunft etwas weiter gefasst ist – im Ehrengastbereich wird Wein der Ruhpoldinger Partnergemeinde Ihringen am Kaiserstuhl angeboten und damit die bestehende Partnerschaft gepflegt. Unterstützung für die regionalen Beherbergungsbetriebe Während den Weltmeisterschaften sind alle 5000 Betten in Ruhpolding ausgebucht, ähnliche Zahlen liegen für Inzell und Reit im Winkl vor. Beherbergungs- und Dienstleistungsbetriebe in einem Umkreis von 50 km profitieren direkt und indirekt von der Veranstaltung. 85% der bei der WM befragten Zuschauer nutzten die WM um mehrere Tage Urlaub zu machen, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 8,2 Tagen liegt (vgl. Abbildung 2). Diese vergleichsweise lange Aufenthaltsdauer der Biathlon-Zuschauer wird sicherlich unterstützt durch die Gestaltung der Tickets. Es besteht die Möglichkeit vergleichsweise kostengünstige Tickets für die erste bzw. zweite Veranstaltungswoche und den gesamten Zeitraum zu erhalten. Und viele Fans kommen als Urlauber auch außerhalb der Biathlon-Veranstaltungen wieder in die Region. Die Sportgroßveranstaltung ist elementarer Bestandteil des Tourismusmarketing von Ruhpolding und der Region. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass seitens Ruhpolding stets versucht wird, die Weltcup-Veranstaltungen außerhalb der Ferienzeit von der IBU zugeteilt zu bekommen, um eine optimale Auslastung der Beherbergungsbetriebe in der Region zu erreichen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 10 Abbildung 2: 85% der bei der WM befragten Zuschauer (n=437) nutzten die Biathlon WM um mehrere Tage Urlaub zu machen. Die meisten Befragten verbringen 14 Tage im Urlaub (16,67%), dicht gefolgt von 7 Tagen (15,05%). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der befragten Urlauber beträgt 8,2 Tage. Bürgerschaftliches Engagement Seit Jahrzehnten organisieren die Gemeinde Ruhpolding und eine Vielzahl der örtlichen Vereine die Biathlon-Veranstaltungen – zusammen mit den 1.200 ehrenamtlichen Helfern bestes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. So wurden beispielsweise von der Freiwilligen Feuerwehr Ruhpolding während der WM insgesamt ca. 2.800 Arbeitsstunden bei der Parkplatzkontrolle und der Sicherheitswache geleistet – und die zusätzliche Tag- und Nachbereitschaft von durchschnittlich 10 Einsatzkräften ist hierbei noch nicht berücksichtigt. Diese über Jahre gewachsenen Strukturen bilden auch die Grundlage für die hohe gesellschaftliche Akzeptanz der Sportgroßveranstaltungen in Ruhpolding. Die folgenden Vereine haben bei den IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 mitgewirkt: • Ski Club Ruhpolding • Schützenverein Ruhpolding • Bergwacht Ruhpolding • BRK Ruhpolding • Heimatbühne • Sauriasler e.V. • D`Wetztoana • Ruhpolding Männerchor • Motorsportclub Ruhpolding • Biathlon Idee • Freiwillige Feuerwehr Ruhpolding • Sportverein Ruhpolding mit Turnerinnen, Fußballer, Leichtathletik 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 21 k.A. Ergebnis 7,26 8,33 7,26 9,68 8,87 15,0 6,18 1,88 4,03 0,81 4,30 1,34 16,6 2,69 1,34 1,34 1,34 1,61 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% 16% 18% Aufenthaltsdauer bei der WM in Ruhpolding in Tagen IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 11 • Köcheverein Ruhpolding • Wirtschaftsverband Ruhpolding • Trachtenvereine D`Miesenbacher Ruhpolding und D`Rauschberger Zell Auch die Polizei leistete ihren Beitrag zum reibungslosen Ablauf der WM. An den Wettkampftagen waren im Laufe des Tages durchschnittlich jeweils ca. 200 Beamte im Einsatz. Abbildung 3: Einmarsch der Wettkampfrichter ins Stadion – stellvertretend für die 1200 ehrenamtlichen Helfer vor und hinter den Kulissen. Unterstützung der Jugendarbeit Der Ski-Club Ruhpolding organisiert – abgesehen vom Ehrengastbereich – die Verpflegung in der Chiemgau-Arena, was angesichts der bis zu 30.000 Zuschauer am Tag über eine Veranstaltungsdauer von zwei Wochen eine gewaltige logistische und personelle Herausforderung darstellt. Für diesen Aufwand kommt dann der Reinerlös der Jugendarbeit des Ski-Club Ruhpolding zugute. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 12 Abbildung 4: Hinweisschilder im Bereich der Verkaufsstände weisen auf die Unterstützung der Jugendarbeit hin. Bildung für nachhaltige Entwicklung Sport und Natur stehen in enger Wechselwirkung. Damit Schüler und Jugendliche diese Wechselwirkung hautnah erleben können, haben die Veranstalter wenige Wochen vor Beginn der WM zu einem Natursportcamp eingeladen. In dem fünftägigen „ticket2nature“-Camp lernen Schüler der 6. Klasse der Staatlichen Realschule Marquartstein – einer Partnerschule des Wintersports – ökonomische, ökologische und soziale Beziehungen zwischen Natursport und Umweltschutz kennen. Diese Erfahrungen bedeuten für die Teilnehmer nicht nur Spaß, Spannung und sportliche Gruppenerlebnisse. Sie schärfen das Bewusstsein der Jugendlichen für ein richtiges Verhalten von Wintersportlern in freier Natur, für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und für eine nachhaltige Entwicklung – ein Grundstein für das Engagement der nächsten Generation. Fazit Die Organisation von Wintersportgroßveranstaltungen durch Gemeindevertreter in Zusammenarbeit mit örtlichen Skivereinen ist im Gegensatz zu anderen Sportgroßveranstaltungen – viele Marathonveranstaltungen werden beispielsweise von professionellen Agenturen organisiert – häufig anzutreffen. In dieser Kontinuität, Dimension und Perfektion ist Ruhpolding aber sicherlich einzigartig in Deutschland. Dies gilt insbesondere IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 13 auch für das bürgerliche Engagement und damit die Verankerung und Akzeptanz der Sportgroßveranstaltung im Ort und in der ganzen Region Chiemgau. Durch die langfristige Nutzung der Chiemgau Arena als ganzjährige Wettkampf- und Trainingsstätte über eine einzelne Großveranstaltung hinaus ist auch der entscheidende Parameter für die nachhaltige Durchführung einer Sportgroßveranstaltung erfüllt. Nachhaltiges Wirtschaften Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Langfristige Nutzung der Sportstätte als Trainings- und Wettkampfstandort +++ ! ! ! Bevorzugt regionale Produkte und Dienstleistungen beziehen + ! Unterstützung der regionalen Beherbergungsbetriebe ++ ! ! Bürgerschaftliches Engagement ++ ! ! Unterstützung der Jugendarbeit ++ ! ! Bildung für nachhaltige Entwicklung ! Biologisch erzeugte Produkte im Speisen- und Getränkeangebot erweitern ! Handlungsempfehlungen Die Weiterentwicklung des Biathlonsports hängt entscheidend von der medialen Aufmerksamkeit und nicht zuletzt von den Erfolgen deutscher Athleten ab. Diese Entwicklung ist weiterhin konsequent zu beobachten und daran angepasst der Biathlon-Standort Ruhpolding wie in der Vergangenheit mit Augenmaß weiterzuentwickeln. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 14 Der eingeschlagene Weg bei der Förderung der Jugendarbeit, die Kooperation mit Schulen unter Berücksichtigung der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist weiter zu begehen und auszubauen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 15 Verkehrsmanagement Prioritäre Aufgabe des Verkehrsmanagements ist es, bei der Erstellung des Verkehrskonzeptes nicht nur die große Anzahl an Fans, sondern auch die Vielzahl an Mitarbeitern von Fernsehanstalten und Redakteuren sowie Helfer, Offizielle und Sicherheitskräfte mit einzuplanen. Der Aspekt der Umweltfreundlichkeit ist in Ruhpolding integraler Bestandteil dieses Konzeptes. Handlungsfelder Frühzeitige Planung Im Gegensatz zu Sportveranstaltungen im Sommer finden Wintersportereignisse häufig in Orten statt, die topographisch eingeschränkt zu erreichen sind. Die Flächenverfügbarkeit vor Ort kann durch die naturräumlichen Gegebenheiten zusätzlich begrenzt sein. Beide Faktoren treffen auch im Fall der Chiemgau Arena zu. Bei solchen Voraussetzungen ist eine frühzeitige Planung unabdingbar, um der Verkehrsnachfrage mit dem entsprechenden Angebot an Verkehrssystemen gerecht zu werden. Das verwendete Buchungs- und Ticketsystem ETIX ermöglicht die Herkunft der Zuschauer im Voraus der WM zu ermitteln. Die zur Verfügung gestellten Rohdaten wurden zur Visualisierung der Anreisemöglichkeiten und Verkehrsleitung musterhaft ausgewertet und in die Planung des Verkehrskonzeptes integriert (vgl. Abbildung 5, Abbildung 6 und Abbildung 7). Die schon bei Weltcups existierende Planungsgruppe, die über eine jahrzehntelange Erfahrung verfügt, informiert sich auch während der Vorbereitung der Weltmeisterschaften regelmäßig über den aktuellen Stand der jeweiligen Arbeitsbereiche. Die Gruppe setzt sich aus den folgenden Mitgliedern der Region zusammen: Feuerwehr, Polizei, Regionalverbund Oberbayern (RVO), Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), Vereinsvertreter/Helfer und den drei Gemeinden Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl. Während der Veranstaltung wird aus Mitgliedern der Planungsgruppe eine Leitstelle geschaffen, die auf Probleme und Missstände direkt reagieren kann. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 16 Abbildung 5: Herkunft der WM-Zuschauer auf Basis der Ticketverkäufe – für alle verkauften WM-Tickets (Tageskarten, Wochenkarten, Generalkarten), links und für die Generalkarten, rechts. Ein Großteil der Tickets werden in Deutschland verkauft. Bei den Dauerkarten über den gesamten Veranstaltungszeitraum sind die Norweger mit 11% und die Österreicher mit 2% beteiligt. Abbildung 6: Zuschauer an den Wettkampftagen. Es zeigt sich die große Bedeutung der Dauerkarten, mit der entsprechenden positiven Einfluss auf die Beherbergungsbetriebe der Region. 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 Zu sc ha ue r VIP Akkreditierungen Tageskarten / sonstige Dauerkarte 2 Woche Dauerkarte 1. Woche Dauerkarte Gesamt IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 17 Abbildung 7: Auf Postleitzahlbezirke (erste beiden Ziffern) bezogene Verteilung der Ticketverkäufe - prozentualer Anteil am Gesamtverkauf in Deutschland, eigene Darstellung auf Basis der ETIX-Daten. Es zeigt sich eine flächendeckende Verteilung der Ticketverkäufe über ganz Deutschland, wobei Bayern einen deutlichen Schwerpunkt bildet. Das Ticketkontingent eines Hauptsponsors tritt ebenfalls in Hessen deutlich hervor. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 18 Etablierung eines großräumigen Park & Ride System Die Abwicklung der An- und Abreise einer Wintersportveranstaltung stellt häufig auch eine Herausforderung für die vorhandene Verkehrsinfrastruktur dar. Ein speziell für die WM neu entwickeltes Verkehrsleitsystem für den Auto- und Busverkehr wurde im Vorfeld umgesetzt. Durch frühzeitige Lenkungsmaßnahmen ab dem Kreisverkehr in Siegsdorf werden Besucher, die mit dem PKW anreisen, zunächst zu den neu eingerichteten Park&Ride-Parkplätzen in Inzell, und falls diese voll sind, weiter zu den Parkplätzen in Ruhpolding geleitet. Da an der Wettkampfstätte selbst keine Parkplätze eingerichtet sind, hält sich der PKW-Verkehr zwischen der Chiemgau Arena und Ruhpolding stark in Grenzen. Die Bundesstraße 305 wurde eine Stunde vor Wettkampfbeginn sowie eine Stunde nach Wettkampfende für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Zuschauer nutzen ab den Parkplätzen die Shuttle-Busse oder die Fußwege. Belastungen der Anwohner und Gäste durch einen zusätzlichen Verkehr können somit weitestgehend vermieden, der Orts- und Durchfahrtsverkehr größtenteils aufrechterhalten werden. Abbildung 8: Visualisierung des Verkehrskonzeptes im Veranstaltungsflyer IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 19 Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs Um die Zuschauer für eine umweltfreundliche Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu motivieren, berechtigt die Eintrittskarte zur kostenlosen einmaligen An- und Abreise am Veranstaltungstag zwischen Traunstein, Waging, Traunreut, Siegsdorf und Ruhpolding sowie allen Bus-Shuttle Anschlussmöglichkeiten zwischen Ruhpolding und der Chiemgau-Arena. Zudem werden von der Deutschen Bahn attraktive Spezial-Tickets angeboten: Das Bayern- Ticket bietet die Möglichkeit aus ganz Bayern kostengünstig an- und abzureisen (vgl. Schwerpunkt der Ticketverkäufe in Abbildung 7). Im Hinblick auf die Umweltbilanz ist auf eine erhöhte Nutzung von Bahn und Bussen bei der An- und Abreise hinzuwirken. Ermöglicht wird dies durch eine Erhöhung der Taktfrequenz des bestehenden Angebots und den zusätzlichen Einsatz von Sonderzügen und Einsatzbussen. Trotz der eingleisigen Strecke zwischen Ruhpolding und Traunstein werden bei den Weltmeisterschaften insgesamt 70 Sonderzüge eingesetzt. Die Beförderungskapazität wird damit auf einen maximalen Wert von 1000 Personen pro Stunde erhöht. Insgesamt zählt die Deutsche Bahn während des Veranstaltungszeitraumes ca. 30.000 An- und Abreisen (inklusive Berufspendlern und Schulkindern). Bei durchschnittlich 25.000 Zuschauern bei den Veranstaltungstagen ist unter Berücksichtigung der eigenen Umfragewerte (vgl. Abbildung 9) von durchschnittlich ca. 3.000 Personen auszugehen, die mit der Bahn zu den Weltmeisterschaften anreisen. Bei den Wettkampftagen werden zwischen 34 und 135 privat organisierte Fanbusse gezählt. Eine annähernde Vollbesetzung der Busse vorausgesetzt werden bei durchschnittlich 80 Fanbussen an den Veranstaltungstagen über dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel ca. 4.200 Zuschauer zur Veranstaltung transportiert. Auch die Belegung der Busshuttle-Parkplätze wurde an jedem Wettkampftag erfasst. Für die beiden VIP-Parkplätze ergibt sich ein Durchschnittswert von 425 PKWs pro Wettkampftag. Auf den anderen Parkplätzen parken durchschnittlich ca. 2.600 PKWs. Auf Basis der eigenen Umfrage liegt die durchschnittliche Personenzahl bei 2,7 Personen pro PKW. Damit ist davon auszugehen, dass ca. 8.200 Zuschauer täglich zu den Veranstaltungen mit dem PKW anreisen. Gemessen an der durchschnittlichen Zuschauerzahl von ca. 25.400 für die acht Wettkampftage, ergibt sich eine Zahl von ca. 10.000 Zuschauern, die bereits in Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl sind und von dort aus direkt zur Chiemgau Arena geshuttelt werden. Diese Zahl erscheint in Anbetracht der über den gesamten Zeitraum ausgebuchten Beherbergungskapazität von ca. 12.500 Betten durchaus realistisch. Auch über die mit 14.000 Personen hohe Gesamtzahl an Dauerkarten einschließlich der Akkreditierten ist dieser hohe Anteil an Zuschauern, die direkt in der Region übernachten, darstellbar. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 20 Bei der Interpretation des mit 72% vergleichsweise hohen Anteils der Zuschauer, die mit dem PKW anreisen, muss berücksichtigt werden, dass darunter auch ein sehr großer Anteil ist, die mehrere Tage vor Ort verbleiben. Neben der positiven Auswirkung auf die Beherbergungsbetriebe ist damit auch ein bezogen auf die tatsächliche Zuschauerzahl geringerer CO2-Ausstoß als bei Tagesgästen verbunden. Abbildung 9: Bevorzugte Verkehrsmittel bei den IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 (Quelle: Umfrage DSHS) Abbildung 10: Anreise zum Veranstaltungsort auf Basis Parkplatzzählungen (PKW, Fanbusse) sowie Zählungen der Bahn und daraus resultierender Anteil der Zuschauer, die vor Ort übernachten. 72,3% 11,9% 11,2% 3,0% 1,6% PKW Bahn Fanbus andere k.A. n=437 27,8% 4,5% 39,3% 11,8% 16,6% PKW Tagesanreise PKW VIP Busshuttle von vor Ort Bahn Fanbusse IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 21 GPS-unterstütztes Shuttle-Bus-System Der regionale Verkehrsverbund Oberbayern ermöglicht, dass bei einer Großveranstaltung erstmalig ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem bei der Koordination der Shuttle-Busse verwendet wird. Via GPS können die Fahrzeuge geortet und an den notwendigen Standort disponiert werden. Dadurch gelingt es, die Flexibilität der Busflotte zu optimieren und lange Wartezeiten zu vermeiden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 22 Kommunikation einer umweltfreundlichen Anreise Zuschauer und Akkreditierte werden im Vorfeld gezielt über eine kostenlose und umweltfreundlich Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln informiert. Als Informationsplattform dienen die Internetseiten der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 (http://www.ruhpolding2012.com/) und des Deutschen Skiverbandes (http://www.deutscherskiverband.de/detail_news_de,490,770429,detail.html). Auf der Homepage der Deutschen Bahn (www.db.de) und mit Aushängen an den jeweiligen Bahnsteigen vor Ort werden zusätzlich Informationen über Sonderzüge und kostenlose An- und Abreise geliefert. Fazit Durch die Schaffung und Optimierung eines attraktiven Verkehrskonzeptes kann die Akzeptanz für eine umweltfreundliche Anreise erhöht/gefördert werden. Etwaige Probleme werden von der Verkehrsleitstelle schnell erkannt und die Defizite behoben. Das erstmalig verwendete RVO- Leitsystem hat sich bewährt. Die Verbindung zwischen Chiemgau Arena und Ruhpolding funktioniert so reibungslos wie die Anfahrt aus den umliegenden Orten Inzell und Reit im Winkl. Das Shuttle-Bus-System wird von den Zuschauern hervorragend angenommen. Bemängelt wird der Transfer von Ruhpolding nach Inzell. Die Möglichkeiten nach der Siegerehrung zu den umliegenden Orten und Parkplätzen zu gelangen sind begrenzt. Exkurs: Rechnergestützte Leitsysteme Das ITCS (früher Rechnergestütztes Leitsystem=RBL) ist ein System zur Fahrzeugdisposition und Fahrtlaufüberwachung. Herzstück des ITCS ist eine Leitstelle, die über Mobilfunk (GPRS) mit Bordrechnern in allen Fahrzeugen verbunden ist. Über diese Verbindung werden den Bordrechnern sämtliche Dienstpläne und Fahrzeiten mitgeteilt, so dass der Fahrer keine Fahrplaninformation in Papierform mehr mitführen muss. Die Fahrplananlage jedes einzelnen Fahrzeugs wird der Leitstelle alle zwei Minuten über Datenfunk mitgeteilt. So hat der Disponent jederzeit den Überblick über seine Fahrzeuge und kann bei Bedarf Maßnahmen wie z.B. Kurzwenden ausführen und Umleitungen einpflegen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 23 Verkehrsmanagement Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Frühzeitige Planung + ! Etablierung eines großräumigen Park & Ride System + ! ! Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs + ! ! GPS-unterstütztes Shuttle-Bus-System ! Kommunikation einer umweltfreundlichen Anreise + ! Mobilitätsplattform im Internet zur umweltfreundlichen Anreise ! ! Handlungsempfehlungen Eine zeitlich flexiblere Gestaltung der kostenlosen An- und Abreise würde auch Mehrtagestouristen auf den ÖPNV umlenken, was einem nachhaltigen Tourismus vor Ort zugutekäme. Zudem könnte eine bayernweite Ausdehnung des Angebots in Erwägung gezogen werden, da ein Schwerpunkt der Zuschauer tatsächlich aus Bayern anreist. Damit verbunden müsste allerdings eine Einbindung des Bahnhofs Traunstein an den Bus-Shuttle Verkehr sein, da die Zugverbindung nach Ruhpolding ausgelastet ist. Das Shuttle-Bus-System von Ruhpolding nach Inzell und Reit im Winkl müsste mit Rücksicht auf die Gäste aus den umliegenden Orten speziell abends und an Trainingstagen ausgeweitet werden. Da es im Bereich der Shuttle-Busse am Bahnhof in den ersten Tagen zu langen Warteschlangen kommt, die sich teilweise bis auf die Straße ausdehnen, wäre es sinnvoll diesen Bereich für den PKW-Verkehr, zumindest in den Hauptan- und abreisezeiten, zu sperren. Die Schaffung einer Mobilitätsplattform im Internet erscheint dringend erforderlich. Hier könnten sämtliche Angebote zur umweltfreundlichen Anreise gebündelt werden: Informationen zum Kombiticket oder anderen kostengünstigen Anreisemöglichkeiten mit der Bahn, Informationen über Fanbusse, d.h. privat organisierte Bus-Reisen, und nicht zuletzt das Park&Ride-System. Aus Umweltsicht wäre eine Erhöhung der Fanbusse wünschenswert. Dies IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 24 könnte beispielsweise über ein spezielles Ticketangebot für größere Gruppen / Busunternehmen erfolgen. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass die Parkraumkapazitäten begrenzt sind. Denkbar wäre zusätzlich die Kopplung mit einer Mitfahrgelegenheitsbörse, aufgrund der technischen Neuentwicklungen im Bereich der Kommunikation erlebt diese umweltfreundliche Art der Fortbewegung gerade wieder ein Aufschwung. Abbildung 11: Warteschlagen an der Bus-Shuttle Station vor dem Bahnhof Ruhpolding IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 25 Zuschauerlenkung Ein Zuschauerlenkungskonzept will das Verhalten von Autofahrern, ÖPNV-Nutzern und Fußgängern auf ihrem Weg zum Veranstaltungsort gezielt und aktiv beeinflussen. Es erfüllt das Vorsorgeprinzip, weil durch eine sinnvolle Lenkung und Entzerrung frühzeitig negative Auswirkungen durch zu große Besucherströme vermieden werden können. Handlungsfelder Konsequente Lenkung zu und auf dem Veranstaltungsgelände Neben einem durchdachten Verkehrskonzept ist bei der Besucherlenkung ein übersichtliches Beschilderungssystem für Fußgänger und Benutzer öffentlichen Verkehrsmitteln zum Veranstaltungsgelände, ausgehend von nahe gelegenen Bahnhöfen, Bushaltestellen und Parkplätzen von großer Bedeutung. Im Vorfeld der WM in Ruhpolding wird ein Fußwegelayout konzipiert und ein digitaler Beschilderungsplan erstellt. Es entsteht ein ausgeschildertes Fußwegenetz von insgesamt 15 km und 240 Gehminuten, welches die Zuschauer sicher ins Stadion leitet. Der Fußweg zwischen der Chiemgau Arena und Ruhpolding beziehungsweise Fritz am Sand wird an Wettkampftagen von durchschnittlich 1000 Fußgängern genutzt. Hinzu kommen durchschnittlich etwa 3000 Zuschauer pro Wettkampftag, die den Abschnitt zwischen Chiemgau-Arena und Fanbus Parkplatz Laubau/Holzknechtmuseum nutzen. Abbildung 12: Knapp jeder Fünfte der Befragten (18,5%) nutzt laut Ergebnis des Fragebogens den Fußweg um von Ruhpolding oder dem Fanbus-Parkplatz Holzknechtmuseum/Laubau in die Chiemgau Arena zu gelangen. (Quelle: Umfrage DSHS) 18,5% 81,5% Fußwegnutzung Hinweg ja nein n=437 IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 26 Abbildung 13: Knapp jeder Vierte der Befragten hat vor, den Fußweg bis nach Ruhpolding, Fritz am Sand oder dem Fanbus-Parkplatz Holzknechtmuseum/Laubau auf dem Rückweg zu nutzen. Wie viele ihr Vorhaben in die Tat umsetzen bleibt offen. (Quelle: Umfrage DSHS) Auch der neu eingerichtete Championspark im Kurpark, die Kulturbühne mit eigenständigem Kulturprogramm sowie die Fanmeile in der Ortsmitte erforderten mehrere Lenkungsmaßnahmen. Das Layout für die Informationstafeln am Bahnhof, Haus- und Straßenbanner wurde in Absprache mit dem Organisationskomitee und den Touristikern in Ruhpolding erstellt. Lenkungs- und Kennzeichnungsmaßnahmen innerhalb des Veranstaltungsgeländes für Zuschauer, Teilnehmer und Akkreditierte konnten größtenteils von den vorherigen Veranstaltungen übernommen werden. 24% 76% Fußwegnutzung Rückweg ja nein n=437 IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 27 Wiederverwendbare Beschilderung auf den Fußwegen Auf Basis des insbesondere mit dem Bauhof Ruhpolding abgestimmten Beschilderungsplans werden insgesamt 176 Schilder und mehrsprachige Informationstafeln hergestellt, die vom Bauhof Ruhpolding konsequent an die vorgesehenen Standorte angebracht wurden. Die Schilder werden in einem einheitlichen Design bedruckt und das Layout so konzipiert, dass diese für zukünftige Veranstaltungen wieder verwendet werden können. Erfreulich ist die baumschonende Anbringung der Schilder auf den Fußwegen. Infokasten: Qualitätssicherung der Fußwege durch digitale Beschilderungsplanung Auf Grundlage einer Vorort-Begehung werden für die Fuß- und Zugangswege digitale Beschilderungspläne erstellt, die für alle Standorte die notwendigen Schilder aufführen. Der Beschilderungsplan beinhaltet für jeden Schilderstandort, der im Rahmen der Konzeption festgelegt wird, den Standort, den Schildertyp sowie ein Foto, in welchem die genaue Lage der Befestigung und Ausrichtung des Schildes dokumentiert ist. Bestandteil ist weiterhin eine Übersichtskarte mit den Fußwegen. Damit ist zu jedem Zeitpunkt die effektive Kontrolle und Nachvollziehbarkeit der Wege gewährleistet. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 28 Entzerrung von Besucherströmen Um die Besucherströme vor und nach der Veranstaltung möglichst zu entzerren, werden mehrere Ein- und Ausgänge eingerichtet. Besucher, die mit den Shuttle-Bussen zur Chiemgau- Arena fahren, betreten das Veranstaltungsgelände über den Eingang West, Fans die den Weg aus Ruhpolding zu Fuß gegangen sind oder auf dem Fanbus Parkplatz Laubau/Holzknechtmuseum stehen, werden zum Eingang Ost geleitet. Nach den Veranstaltungen wird zusätzlich der Ausgang Mitte als Variante angeboten. Schnelles Reagieren auf unvorhergesehene Probleme Zusätzliche Lenkungsmaßnahmen sind dann erforderlich, wenn während der WM unvorhersehbare Probleme auftreten. Um die großen Besucherströme und die damit verbundenen Wartezeiten am Eingang West zu minimieren, werden die Zuschauer auf den Fußwegen ausschließlich zum Eingang Ost geleitet. Zudem werden am Eingang West verschiedene Eingänge eingerichtet für Besucher mit und ohne Rucksack. Auf eine Unklarheit der Fußweg- Beschilderung am Speedwaystadion hat der Bauhof innerhalb kürzester Zeit reagiert. Schon am nächsten Tag wurden die Änderungen durch die Anbringung von zwei zusätzlichen Schildern durchgeführt. Als Schlüsselstelle auf den Fußwegen entpuppte sich die Kreuzung zwischen Laubau und Fritz am Sand. Der Fanbus-Parkplatz Laubau/ Holzknechtmuseum wird von vielen Zuschauern mit der Shuttle-Bushaltestelle in Fritz am Sand verwechselt, so dass auch dort Abbildung 14: Die zunächst gefährliche Situation an der Shuttlebus-Haltestelle Fritz am Sand konnte durch Absperrgitter entschärft werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 29 zusätzliche Lenkungsmaßnahmen notwendig werden. An der Bushaltestelle selbst werden nach den ersten Tagen intensiver Nutzung Absperrgitter aufgebaut um zu verhindern, dass die Zuschauer den Forstweg verlassen, um stattdessen in der Parkbucht zu warten. Dies führt in den ersten beiden Tagen zu gefährlichen Situationen und teilweise zu Straßensperrungen, da es den Bussen nur möglich ist auf der Straße anzuhalten. Im Bereich der Fischbachwende versuchen mehrere Zuschauer unerlaubt den Bereich südlich der Strecke zu erreichen, was aufgrund von Absperrungen zu diesem Zeitpunkt nur durch ein Eindringen in den Wald und somit in das Naturschutzgebiet möglich ist. Das DSV/SIS Banner „Stop – Natur“ macht die Zuschauer auf die Situation aufmerksam. Die Situation wurde kurz darauf durch die Beseitigung der Absperrungen seitens des Veranstalters entschärft, so dass die Zuschauer ohne den Wald betreten zu müssen, auf die andere Seite der Fischbachwende gelangen konnten. Fazit Die konsequente und sichere Steuerung der Zuschauer auf dem Weg zur Wettkampfstätte führt zu einer Entzerrung des Besucherstroms, verhindert Staus und lange Wartezeiten. Die Akzeptanz der Lenkung steht und fällt mit der Verständlichkeit, Lesbarkeit, Sichtbarkeit und einem schlüssigen Gesamtkonzept. Auf unvorhersehbare Schwierigkeiten wird seitens des Organisationskomitees und der SIS schnell und erfolgreich reagiert. Das Zusammenspiel zwischen Tourismus Ruhpolding, dem Bauhof Ruhpolding und der SIS funktionierte reibungslos. Die Zuschauerlenkung über die Fußwege ist damit ein elementarer Baustein des gesamten Verkehrskonzeptes, die Nutzung der Fußwege ein aktiver Beitrag der Zuschauer zum Landschaftsschutz, da keine Parkraumflächen an der Chiemgau-Arena vorgehalten werden müssen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 30 Zuschauerlenkung Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Konsequente Lenkung zu und auf dem Veranstaltungsgelände + ! Wiederverwendbare Beschilderung für die Fußwege ! Entzerrung von Besucherströmen ! Schnelles Reagieren auf unvorhergesehene Probleme + ! Handlungsempfehlungen Möglicherweise könnte über einen weiteren Ein- und Ausgang für Besucher, die mit den Shuttle- Bussen ankommen, nachgedacht werden. Vor allem nach Ende der Veranstaltungen kommt es zu großen Besucherströmen und langen Wartezeiten. Vielen Zuschauern war die Entfernung zur Arena zu groß, als dass sie den gesamten Weg zu Fuß zurück legen wollten. Da die Bushaltestelle Fritz am Sand von den Zuschauern auf dem Rückweg gut angenommen wird, könnte sie auch für den Hinweg in das System fest integriert werden. Die Lenkung der Fußgänger über den Eingang Ost auf dem Hinweg und über die Ausgänge Mitte und Ost auf dem Rückweg, sowie die Bushaltestelle Fritz am Sand sollten beibehalten werden. Das System muss vom Stadionsprecher nicht nur in den ersten Tagen, sondern über den gesamten Veranstaltungszeitraum intensiv beworben werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 31 Natur und Landschaft Die Weichen für eine umweltfreundliche Sportgroßveranstaltung werden in der Regel im Planungsstadium der zugehörigen Infrastruktur gestellt. Dies gilt auch für die Chiemgau Arena, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat und die für die IBU Weltmeisterschaften umfassend modernisiert wurde. Handlungsfelder Bebauungsplan mit integrierter Grünordnungsplanung zur Vermeidung von Beeinträchtigungen des Naturhaushalts bei der Modernisierung der Chiemgau-Arena Die Chiemgau Arena liegt inmitten des sensiblen und einzigartigen Naturraums Chiemgauer- Alpen. Für die Durchführung der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 mussten Gebäude und die Anlagen modernisiert und Loipen umgebaut werden. Eine fachlich fundierte Planung und strenge Auflagen bei der Genehmigung haben dafür gesorgt, dass die Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt so klein wie möglich gehalten werden. Nicht vermeidbare Eingriffe wurden durch grünordnerische Maßnahmen in der Chiemgau Arena selbst, durch die Aufwertung von Biotopflächen an der Lödenalm sowie in den Traunauen ausgeglichen. Teile des Loipennetzes verlaufen dank wissenschaftlich begleiteter Planung im Naturschutzgebiet, ohne erhebliche Konflikte herbeizuführen. Hierfür sind bei der Sportgroßveranstaltung selbst entsprechende Lenkungsmaßnahmen vorzusehen (vgl. Kapitel Zuschauerlenkung). IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 32 Abbildung 15: Die Wettkampfloipen der Chiemgau Arena verlaufen teilweise am äußersten Rand des Naturschutzgebietes Landschaftsangepasste Bauweise und Materialien Bei der Modernisierung der Chiemgau Arena wurde eine Wettkampfstätte geschaffen, die durch ihre moderne Architektur, die gezielte Verwendung von Holz als Werkstoff, aber auch durch bewusst naturbelassene Waldbestände hervorragend in die alpine Landschaft integriert ist. Hervorzuheben ist dabei zum einen die Einzäunung des gesamten Areals. Diese aus betriebs- und sicherheitstechnischen Aspekten notwendige Einzäunung wurde mit naturbelassenen Lärchenrundhölzern realisiert, womit der Zaun sich sehr gut ins Landschaftsbild integriert. Ein Teil der Fassaden der Chiemgau Arena sind mit naturbelassenen Holzschindeln versehen. Auch die Vorhaltung der erforderlichen Tribünenkapazität ist im Sinne des Landschaftsschutzes vorbildlich gelöst. Dauerhaft ist nur eine sehr kleine Tribüne vor dem Hauptgebäude realisiert, die für kleinere Veranstaltungen und den permanenten Besucherverkehr ausreichend dimensioniert ist. Daneben sind mit Schotterrasen befestigte Flächen angelegt, auf denen für die Großveranstaltungen jeweils temporäre Tribünen in der erforderlichen Kapazität aufgebaut werden. Die Dachkonstruktion des Hauptgebäudes ist außerdem so konstruiert, dass die Medienräumlichkeiten für Großveranstaltungen darauf platziert werden können. Die dauerhaft vorhandenen baulichen Anlagen sind auf das absolut notwendige Maß reduziert, gleichzeitig aber genauestens für die temporäre Nutzung während einer Sportgroßveranstaltung konzipiert und ausgelegt. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 33 Abbildung 16: Blick auf die permanente Haupttribüne vor der Chiemgau Arena. Auf den beidseitig angelegten Schotterrasen wird die Haupttribüne temporär für Veranstaltungen errichtet. Auf dem Dach des Gebäudes wird gerade die Installation der Mediencontainer vorbereitet. Reduktion der Landschaftseingriffe durch Parkplätze Für Wintersportgroßveranstaltungen werden häufig zusätzliche temporäre Parkplätze benötigt, da eine Auslegung der Parkplatzkapazitäten auf solche Spitzenwerte weder wirtschaftlich tragbar noch aus ökologischer Sicht vertretbar ist. Die temporären Parkplätze werden in der Regel im Bereich von landwirtschaftlich genutztem Grünland angelegt, wie dies auch in Ruhpolding in der Vergangenheit der Fall war. Aufgrund des vergleichsweise späten Austragungstermins Anfang März und der langen Veranstaltungsdauer konnte aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Wiesen in jedem Fall mit Schnee bedeckt oder zumindest dauerhaft gefroren sein werden, was aber Voraussetzung für die Verwendung als Parkplatz ist. Aufgrund dieser Annahme, die sich im Nachhinein als die alleinig richtige erwiesen hat, wurden für die WM in großem Umfang Parkraumflächen auf bereits befestigten Flächen in einem größeren Umkreis gesucht. In Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl konnten Stellplätze für ca. 4.000 PKW auf bereits befestigten Flächen ausgewiesen werden, ohne dass es zu zusätzlichen Eingriffen in den Naturhaushalt gekommen ist. Diese Stellplätze sind Grundlage für das Park&Ride-System, mit dem die Zuschauer mit Bussen und zu Fuß zur Chiemgau-Arena gelangen (vgl. Kapitel Verkehrsmanagement und Zuschauerlenkung). IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 34 In diesem Zusammenhang ist nicht außer Acht zu lassen, dass im Zuge der Modernisierung der Chiemgau-Arena auch zahlreiche Flächen versiegelt wurden. Bei einem Teil handelt es sich um die Sportinfrastruktur in Form der Skirollerstrecke aber auch um zahlreiche Funktionsflächen, auf denen im Falle von Großveranstaltungen die temporär benötigte Infrastruktur platziert wird. Auch die ehemalige Seewirtswiese westlich der Chiemgau Arena wurde unmittelbar vor der WM noch als Parkraum ausgebaut, da auch im Nahbereich zur Arena eine Mindestkapazität an Parkflächen notwendig ist. Aus Sicht des Landschaftsschutzes wäre auch hier die Anlage eines Schotterrasens wünschenswert, womit Bewirtschaftung als Parkraum und eine Schneeräumung im Winter möglich ist, aber auch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes insbesondere im Sommer so gering wie möglich gehalten werden kann. Unabhängig davon, dass all diese Eingriffe über entsprechende Kompensationsmaßnahmen naturschutzrechtlich ausgeglichen wurden, sind sie vor allen Dingen durch die dauerhafte und ganzjährige Nutzung der Chiemgau Arena als Trainings- und Wettkampfstätte zu rechtfertigen. Vermeidung von Störungen der Fauna Ein umfassendes Monitoring der mit der Veranstaltung verbundenen Auswirkungen auf die Fauna fand nicht statt, da aufgrund der vorhandenen Vorbelastung des Gebiets durch die Infrastruktur und die häufigen Veranstaltungen nicht von grundsätzlich neuen Störwirkungen auszugehen ist. Dennoch sollen die wesentlichen Faktoren an dieser Stelle dargestellt werden. Da alle Veranstaltungen in der Chiemgau Arena tagsüber stattfanden, spielen die möglichen negativen Auswirkungen durch Lichteinwirkungen keine Rolle. Während der Veranstaltung wurden Lärmmessungen durchgeführt, um einen nachvollziehbaren Überblick über die Verlärmung zu erhalten. Dabei kann festgestellt werden, dass außerhalb der Wettkampfzeiten, d.h. insbesondere während der Trainingstage nur geringe Verlärmungen registriert werden können. Die Beschallung in der Chiemgau Arena mit Musik erfolgte mit geringer Lautstärke, sodass nur der unmittelbare Stadionbereich davon beeinflusst war. An den Wettkampftagen muss zwischen den einzelnen Schallquellen unterschieden werden. Die Musik über die Lautsprecheranlage erzeugte dabei wiederum die geringste Lautstärke, unmittelbar im Zuschauerbereich der Strecke betrug der Schalldruckpegel zwischen 65 - 70 dB. Der Stadionsprecher war in der Regel deutlich lauter, mit durchschnittlichen Werten bis zu 80 dB direkt unterhalb eines Lautsprechers hinter dem Ricco Groß Haus. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 35 Besonders hervor tritt dabei die Geräuschentwicklung durch Helikopter. Im Gegensatz zu anderen Sportgroßveranstaltungen kamen allerdings überwiegend Helikopter der Polizei und Rettungskräfte zum Einsatz, insbesondere sind für die Berichterstattung keine Helikopter notwendig. Eine eigene Qualität besitzen schlussendlich die 30.000 Biathlon-Fans im Stadion. Vorausgesetzt die sportlichen Leistungen stimmen, erreichen die Schalldruckpegel durch die Fans deutlich höhere Werte, mit durchschnittlichen Schalldruckpegeln bis zu 100 dB. Auch wenn die Genauigkeit dieser unsystematischen Messungen im Einzelfall aus wissenschaftlicher Sicht hinterfragt werden kann, zeigen diese Werte, dass die über die Lautsprecheranlage beeinflussbaren Größen vergleichsweise moderate Schalldruckpegel verursachen. Insbesondere finden keine Side-Events in der Chiemgau Arena statt, die bei vielen Sportgroßveranstaltungen die Verlärmung, die von der eigentlichen Veranstaltung ausgeht, deutlich übertreffen. Vor diesem Hintergrund sind auch die Durchführungen der Eröffnungsveranstaltungen, der Siegerehrungen und Konzerte im Championspark in Ruhpolding positiv zu sehen. Fazit Maßgeblich für die Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes ist nicht so sehr die Großveranstaltung selbst, sondern der Bau der hierfür erforderlichen Infrastruktur. Dabei ist die konsequente Berücksichtigung und Abarbeitung der naturschutzfachlichen Erhebungen und Genehmigungsschritte unabdingbar und in Ruhpolding bei der Modernisierung der Chiemgau Arena auch erfolgt. Die qualifizierte und ordnungsgemäße Umsetzung der naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen ist erfolgt. Gelungen ist bei der Gesamtplanung der Kompromiss zwischen permanenten baulichen Anlagen und temporärer Infrastruktur für einzelne herausragende Ereignisse wie die IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 und die jährlich stattfindenden Weltcup-Veranstaltungen, die eine ähnliche Anzahl an Zuschauern in der Chiemgau-Arena bringen. Auch für andere Wintersportgroßveranstaltungen beispielhaft gelöst ist dabei das Park&Ride System unter Verwendung von bereits befestigten Flächen im größeren Umkreis. In Kombination mit einem ambitionierten aber gut funktionierendem Busshuttle-System und dem Fußwegnetz konnte auf die Benutzung von landwirtschaftlichen Flächen als Parkraum oder gar auf die zusätzliche Vorhaltung von befestigten Flächen an der Chiemgau-Arena verzichtet werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 36 Natur und Landschaft Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Vermeidung von Beeinträchtigungen bei der Modernisierung der Chiemgau Arena +++ ! ! ! Landschaftsangepasste Bauweise und Materialien ++ ! ! Reduktion der Landschaftseingriffe durch Parkplätze ! ! Vermeidung von Störungen der Fauna + ! Handlungsempfehlungen Die dauerhafte Wirksamkeit der naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen für die Modernisierung der Chiemgau-Arena ist in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sowie der Forstverwaltung konsequent zu überprüfen. Bei Bedarf ist die Beweidung der Flächen anzupassen oder der Ahorn-Anflug zu entfernen. Zusätzliche Entwicklungen und Erfordernisse bei zukünftigen Veranstaltungen sind auf ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu überprüfen - sofern dies nicht bereits im Rahmen der Bauleitplanung der Chiemgau-Arena erfolgt ist. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 37 Ressourcenschutz Handlungsfelder Effizientes Schneemanagement zur Gewährleistung des Trainings- und Wettkampfbetriebs Trainingsbetrieb und Wintersportveranstaltungen sind heute ohne technische Beschneiung undenkbar. Durch sie wird das Risiko, dass eine Veranstaltung aufgrund Schneemangel abgesagt werden muss und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Risiken weit möglichst reduziert. Die Veranstalter in Ruhpolding verfügen über ein bewährtes System zur technischen Erzeugung und Vorratshaltung von Schnee. Die Wasserversorgung der Beschneiungsanlage erfolgt über einen hierfür gebauten Tiefbrunnen mit einer Förderkapazität von ca. 100 l/s, wobei 75 l/s für die technische Beschneiung und 25 l/s für die Beheizung der Gebäude verwendet werden (s.u.). Der Bau einer Wasserbevorratung, wie in anderen Gebieten üblich, ist aufgrund dieses großen Wasserdargebots nicht notwendig. In der Chiemgau-Arena kommen modernste Schneeerzeuger zum Einsatz, womit die Schneeerzeugung auch im Grenztemperaturbereich vergleichsweise wirtschaftlich erfolgen kann. Zusätzlich wird seit dem Jahr 2005 in der Chiemgau Arena auch ein Schneedepot für die nächste Wintersaison erzeugt. Bei optimalen Temperaturbedingungen wurden im Winter 2010/11 ca. 12.000 m³ technischer Schnee erzeugt und mit Hilfe von Dämmmaterial und Folien gegen Verluste durch Witterungseinflüsse geschützt. Das Volumen im November 2011 lag noch bei ca. 8.000 m³, was einem Verlust von ca. 33 % entspricht. Mit Hilfe dieses Schnee konnte dann aber ab Ende November ein durchgehender Trainingsbetrieb auch im Hinblick auf die WM gewährleistet werden. Da in diesem Zeitraum weder ausreichend Naturschnee lag noch die Temperaturen eine Herstellung von technischem Schnee zugelassen hätten, unterstreicht die Bedeutung dieses Verfahrens. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 38 Abbildung 17: Die Übersommerung von Schnee im Depot ermöglicht den frühzeitigen Trainingsbeginn vor Ort zur Saisonvorbereitung Weitestgehender Verzicht auf den Einsatz von Schneehärtern Die Anforderungen an die Schneebedingungen sind hoch, um möglichst allen Athleten gleiche Bedingungen zu bieten. Unter normalen Witterungsbedingungen können diese Anforderungen mit Hilfe der technischen Beschneiung und einer hochwertigen Präparation der Loipen sehr gut erfüllt werden. Problematisch sind Wärmeeinbrüche, welche die Stabilität der Schneedecke massiv beeinflussen können. Aufgrund des vergleichsweise späten Austragungstermins dieser IBU Weltmeisterschaften, waren über die gesamte Veranstaltungsdauer hohe Temperaturen vorhanden, die zusammen mit der starken Einstrahlung aufgrund des hohen Sonnenstands die oberste Schneeschicht weich werden ließen. Um bei den außergewöhnlich warmen Witterungsbedingungen reguläre Wettkampfbedingungen zu gewährleisten musste während der Weltmeisterschaften wiederholt Schneehärter eingesetzt werden. Als Schneehärter werden Salze bezeichnet, die durch eine endotherme Reaktion der Schneedecke Wärmeenergie entziehen und dadurch die Temperatur des Schnees senken. Unmittelbar vor den Wettkämpfen wurde auf besonders beanspruchte Loipenbereiche von Hand Salz aufgebracht. Heizungskonzept Chiemgau-Arena Beim Umbau der Chiemgau-Arena wurde ein innovatives Heizungssystem entwickelt. Im Untergrund ist reichlich Grundwasser vorhanden, das über einen Förderbrunnen auch für die technische Beschneiung verwendet wird. Zusätzlich wird durch eine Wärmepumpe einem Teil IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 39 des Grundwassers die Wärme entzogen und für die umweltfreundliche Beheizung der Gebäude verwendet. Um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zu gewährleisten wurden die neuen Gebäude der Chiemgau-Arena mit Niedertemperatur-Heizsystemen, d.h. Fußbodenheizungen, ausgestattet und sie sind mit einer optimalen Wärmedämmung versehen. Bau Abwasserleitung Chiemgau Arena - Ruhpolding, kein Einsatz von Chemietoiletten Bei Ausbau und Modernisierung der Chiemgau-Arena in den vergangenen Jahren wurde eine Abwasserleitung von der Wettkampfstätte bis nach Ruhpolding verlegt. Die Reinigung sämtlicher Abwässer erfolgt damit in der öffentlichen Kläranlage. Während der Wettkämpfe können daher - wie auch im Champions-Park in Ruhpolding - Toilettencontainer zum Einsatz kommen, die wesentlich umweltfreundlicher sind als die häufig bei Großveranstaltungen verwendeten Chemietoiletten. Ressourcenschutz Ehrengastbereich • Es kommen zur Speisenzubereitung ausschließlich modernste Küchengeräte zum Einsatz, hier wird eine Energieeinsparung von bis zu 40% gegenüber herkömmlicher Küchentechnik erzielt, dies funktioniert durch modernste Induktionstechnik, 24 Stunden Betrieb der Kombidämpfer. Stromspitzen, die in der Vergangenheit für kurze Zeit benötigt wurden, sind durch den Einsatz dieser Technik überflüssig und spart technisches Gerät zur Energiebereitstellung. • Die Küchenofen sowie die großen Spülanlagen sind mit Abluftwärmerückgewinnungen bzw. Abwasserwärmerückgewinnung ausgestattet. • Reinigerspareinrichtungen sind bei allen Spülanlagen im Einsatz. • Weitere Infos über den Film der DKB beziehen z.B.: Wärmedämmung im VIP-Zelt durch spezielle Zeltbauweise (Dachkonstruktion). Fazit Mit dem Schneedepot leitet Ruhpolding seit Jahren Entwicklungsarbeit, die Schneesicherheit der Anlage zu erhöhen – bei gleichzeitig reduziertem Energieaufwand. Da der Schnee bei niedrigen Außentemperaturen erzeugt wird, ist das Depot-System – trotzt der Verluste im Sommer – mit geringerem Energieeinsatz verbunden, als die Herstellung des benötigen Schnees erst kurz vor Beginn der Trainingsläufe bei häufig schlechteren Temperaturbedingungen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 40 Auch wenn die Erzeugung und Bevorratung von technischem Schnee, der auch gegenüber Witterungseinflüssen weniger anfällig ist, den Einsatz von Schneehärtern sicherlich reduzieren kann, haben die Bedingungen bei den Weltmeisterschaften gezeigt, dass deren Einsatz nie ganz ausgeschlossen werden kann. Mit der Solewärmepumpenanlage und dem Anschluss der Chiemgau Arena an die Abwasserleitung wurden bei der Modernisierung der Anlage zwei wesentliche Maßnahmen zum dauerhaften Ressourcenschutz realisiert. Dies gilt auch für den Ressourcenschutz im Ehrengastbereich. Generell noch nicht bearbeitet ist das Thema der CO2-Bilanzierung der Veranstaltung. Ressourcenschutz Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Effizientes Schneemanagement zur Gewährleistung des Trainings- und Wettkampfbetriebs + ! Weitestgehender Verzicht auf den Einsatz von Schneehärtern + ! Heizungskonzept Chiemgau-Arena + ! Bau Abwasserleitung Chiemgau Arena - Ruhpolding, kein Einsatz von Chemietoiletten + ! Ressourcenschutz Ehrengastbereich + ! Freiwillige CO2-Kompensationsmöglichkeiten für die Anreise anbieten ! Kompensation des CO2-Ausstoßes über den Veranstalter ! Handlungsempfehlungen Die Bevorratung von Schnee ist nicht zuletzt im Hinblick auf andere Standorte ein wichtiges Thema im Skisport. Das Verfahren und dabei insbesondere die bessere Isolation ist technisch unter wissenschaftlicher Begleitung weiterzuentwickeln. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 41 Da bei sehr ungünstigen Witterungsbedingungen der Einsatz von Schneefestigern nie ganz ausgeschlossen werden kann, sollte deren Einsatz im Vorfeld zukünftiger Veranstaltungen mit allen Verantwortlichen geregelt werden. Um die Effizienz der Solewärmepumpe der Chiemgau-Arena darzustellen und damit die Umweltfreundlichkeit zu belegen, könnte die Jahresarbeitszahl auf Basis der Betriebsdaten berechnet werden. Für zukünftige Biathlon-Veranstaltungen sollte eine CO2 Bilanz berechnet werden, um gezielt Handlungsspielräume für eine Reduktion des CO2 Ausstoßes zu ermitteln. In diesem Zusammenhang sollte beispielsweise der Bezug von Strom aus regenerativen Energiequellen geprüft werden. Mit dem Ziel, eine CO2 neutrale Biathlon-Veranstaltung durchzuführen, könnte weiterhin die Kompensation des unvermeidbaren CO2 Ausstoßes angestrebt werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 42 Abfallmanagement Ein professionelles Abfallmanagement hat für die Außendarstellung einer Sportgroßveranstaltung eine Schlüsselfunktion und Beispielwirkung. Der Zuschauer wird zum Akteur und kann durch richtiges Verhalten unmittelbar zur Umweltverträglichkeit der Veranstaltung beitragen. Das Abfallkonzept und die Entsorgung werden seit Jahrzehnten von den Gemeindebetrieben in Ruhpolding übernommen. Handlungsfelder Müllentsorgung im Stadionbereich Im Stadionbereich erfolgt keine getrennte Erfassung von Fraktionen. An geeigneten Stellen werden lediglich Müllbeutel aufgehängt, die nach der Veranstaltung vollständig entsorgt werden. Vor allen Dingen im Bereich der Tribüne wird aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf diesen Müllbeutel verzichtet. Die Sammlung des anfallenden Abfalls erfolgt mit Laubbläsern/Radladern nach der Veranstaltung. Der Abfall wird in zentralen Containern gesammelt, von der Fa. EHG Recyling - Chieming entsorgt und im Müllheizkraftwerk Burgkirchen verbrannt. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 43 Mülltrennung im Ehrengastbereich Im Ehrengastbereich wird der Müll, dort wo er anfällt, sofort getrennt und in die bereitgestellten Behälter zwischengelagert. Diese werden von unserem Entsorgungspartner täglich abgeholt bzw. ausgetauscht. Müll wird folgendermaßen getrennt: Weißglas, Buntglas, Metall, Speisereste, Altfett, Kartonagen, Kunststoffverpackung, Restmüll. Es kommt ausschließlich Mehrweggeschirr zum Einsatz. Abfalleimer im Bereich der Fußwege Auf den stark frequentierten Fußwegen außerhalb der Arena wurde vom SIS/DSV Umweltbeirat ein Abfallsystem installiert. Die Wege werden täglich kontrolliert und die Müllbehälter geleert. Somit kann einer Verschmutzung der umliegenden Schutzgebiete entgegengewirkt werden. Das Abfallaufkommen auf den Fußwegen beläuft sich auf 12,5 m³. Keine Give-aways-Produkte von Sponsoren Ein wichtiger Baustein der Abfallvermeidung ist die deutliche Reduktion von Give-aways, Flyern und Prospekten. Das Organisationskomitee gibt in Ruhpolding vor, keine Wegwerfprodukte zu verteilen. Sponsoren und offizielle Ausrüster wurden diesbezüglich frühzeitig verständigt. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 44 Mehrwegsysteme sind zu bevorzugen Während im VIP-Bereich ausschließlich Mehrweggeschirr zum Einsatz kam, wurde im restlichen Stadionareal auf das langjährig bewährte Verpflegungs- sowie Abfallsystem der Kommune gesetzt. Fazit Bei den IBU Weltmeisterschaften fielen die folgenden Müllmengen an: ca. 71 t Restmüll, 8,6 m³ Hohlglas, 78 m³ gemischte Wertstoffe und 21 m³ Speisereste. Durch das Abfallteam der Gemeinde, das täglich im Einsatz ist, hält sich das Littering auf dem Veranstaltungsgelände deutlich in Grenzen. Die Müllbehälter auf den Fußwegen werden von den Zuschauern gut angenommen und verhindern weitgehend die Verschmutzung der naturnahen Landschaft. Auf Mehrwegsysteme wird im großflächigen Stadionareal ebenso verzichtet wie auf Mülltrennung. Abfallmanagement Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Mülltrennung im Stadionbereich ! Mülltrennung im Ehrengastbereich + ! Abfalleimer im Bereich der Fußwege ! Keine Merchandising Produkte von Sponsoren + ! Mehrwegsysteme sind zu bevorzugen ! IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 45 Handlungsempfehlungen Das Abfallsystem ist durchaus optimierbar. Insbesondere der Einsatz von Mehrwegsystemen könnte zu einer positiven Bilanz beitragen. Da für die Getränke derzeit Plastikbecher und Flaschen verwendet werden, wäre zukünftig der zusätzliche Einsatz von Gelben Säcken sinnvoll und einfach umsetzbar. Bepfandete Mehrwegbecher machen Einweg-Produkte verzichtbar, was Kosten für Beschaffung, Sammlung, Abfuhr und Entsorgung reduziert. Organisatorisch bietet Ruhpolding für die Einrichtung von Mehrwegsystemen gute Voraussetzungen, da im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungsorten die Koordination über das Organisationskomitee erfolgen kann – und nicht über zahlreiche Catering-Anbieter. Insbesondere für den Streckenbereich wäre die Logistik, d.h. Anfahrt bzw. Anschluss an das Trinkwasser- und Abwassernetzt im Detail zu prüfen. Neben dem Veranstaltungsgelände ist es auch in Zukunft sinnvoll sämtliche von Zuschauern stark genutzten Räume, wie zum Beispiel die Fußwege, in das Abfallkonzept mit einzubeziehen. Somit kann ein sauberes Erscheinungsbild umfassend gewährleistet und so geringfügig wie möglich in die naturnahe Landschaft eingegriffen werden. Infokasten: Bewährtes Mehrwegbechersystem im Zuschauerbereich Anbieter produzieren, liefern und reinigen Mehrwegbecher, die sowohl für den Ausschank von Getränken als auch für den Verkauf als Merchandising Artikel bei großen Events eingesetzt werden. Finanziell besonders attraktiv und zusätzlich ohne großes Risiko ist die Kombination Getränkeausschankbecher als Merchandisingprodukt. Dabei erhebt der Veranstalter/ Gastronom bei der Ausgabe der Getränke an den Gast zusätzlich zum Getränkepreis einen Becherpfand für die attraktiv bedruckten Becher. Bei diesem System hat der Gast den Becher zusammen mit dem Getränk erst einmal gekauft, ist aber in der Folge ausdrücklich frei, die Mehrwegbecher gegen Rückerstattung des Pfandbetrags zurückzugeben oder aber sie als Souvenir mitzunehmen. Die äußerst populären Mitnahmeartikel haben zwei Ziele erreicht: Einen nennenswerten, zusätzlichen Ertrag und ein nahezu abfallfreies Konzept für den Ausschank von Getränken. Die Belieferung und Entsorgung aller Getränkestände und das elektronische Erfassen der Becherströme erfolgt über Vor-Ort-Abrechnungssysteme. So weiß der Gastronom nach der Veranstaltung bei jedem Stand, wie viele Becher verkauft wurden und wie viele Getränke in den Bechern ausgegeben wurden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 46 Umweltkommunikation Im medialen Umfeld von Wintersportveranstaltungen finden Umweltmaßnahmen nur Aufmerksamkeit, wenn adäquate Kommunikationsmittel und -maßnahmen hinsichtlich der jeweiligen Kommunikationsempfängergruppen angewendet werden. Von Interesse sind alle Maßnahmen, die zu einem positiven Effekt im Sinne der Nachhaltigkeit und der Umweltbilanz beitragen und einen Nutzen für die Umwelt, Bevölkerung und den Wintersport an sich darstellen. Handlungsfelder Ankündigungen auf Internetseite und Faltblatt zur Anreise Auf die Möglichkeit der kostenlosen Anreise aus der Region Traunstein und zur bayernweiten kostengünstigen Anreise mit Bahn wurde auf der Internetseite der WM frühzeitig hingewiesen. Zur Unterstützung des Park&Ride Konzeptes wurde ein Faltblatt erstellt, dass vorab im Internet zum Download bereitgestellt wurde. Pressemitteilungen und Interviews zu Umweltfragen Im Vorfeld der WM wurde eine Pressemitteilung in einer Lang- und Kurzfassung erstellt, in der die wesentlichen Inhalte des Umweltkonzeptes pressewirksam dargestellt wurden. Diese Mitteilungen wurden über den Presseverteiler des Deutschen Skiverband versendet. Während der WM wurden diverse Presseanfragen beantwortet und Interviews mit der Süddeutschen Zeitung geführt. Kommunikation der Umweltleistungen für die Zuschauer während der WM Zur Kommunikation der Umweltleistungen wurde eine eigene Informationskampagne gefahren. Unter dem Slogan "Fünf Treffer - Unser Ziel: Nachhaltigkeit" wurden zweisprachige Plakate mit den wesentlichen Faktoren aus Sicht des Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzeptes aufbereitet und im Design der IBU Weltmeisterschaften dargestellt. Insgesamt 45 Tafeln und 35 Plakatausdrucke wurden an geeigneten Stellen im Umfeld der Chiemgau Arena und in Ruholding angebracht. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 47 Außerdem wurde eine Faltblatt in einer deutschen und englischen Version hergestellt, in dem die Themen etwas ausführlicher dargestellt und mit Statements versehen wurden. Diese Faltblatt lag im Pressezentrum (englische Version), in der Tourist-Information, in verschiedenen Unterkünften und im Ehrengastbereich aus. Unter der Adresse: http://ruhpolding2012.sis-projekt.de sind diese Inhalte auch im Internet bereitgestellt. Besonders hervorzuheben ist auch die spontane Präsentation des Flyers und der Inhalte durch den Stadionsprecher, da hierbei eine besondere Aufmerksamkeit unterstellt werden darf. Abbildung 18: Plakate der "Fünf Treffer" - Kampagne zur Ansprache der Zuschauer in deutscher und englischer Sprache Umwelt-Volunteers Die Eco-Guids beantworteten bei Bedarf oder im Rahmen der Zuschauer-Befragungen die aufkommenden Fragen zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit. Image Film der DKB Die DKB ermöglichte die Erstellung eines kurzen Films über die Umweltleistungen bei den IBU Weltmeisterschaften Biathlon Ruhpolding 2012. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 48 Fazit Die Kampagne "Fünf Treffer - Unser Ziel: Nachhaltigkeit" kann sicherlich als Erfolg gesehen werden, zumindest geben 62% der Befragten an, die Kampagne auf Schildern, Faltblättern, Internet und/oder Leinwand wahrgenommen zu haben. Quelle: Umfrage DSHS Umweltkommunikation Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Ankündigung auf Internetseite und Faltblatt zur Anreise + ! Pressemitteilungen und Interviews zu Umweltfragen ! Kommunikation der Umweltleistungen für die Zuschauer ! Image Film der DKB ! 62% 37% 1% Sichtung Kampagne "Fünf Treffer" ja nein k.A. n=437 IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 49 Handlungsempfehlungen Denkbar wäre eine weitere mediale Aufarbeitung der Themen, z.B. in Form einer Präsentation oder eines Films im Vorfeld der Veranstaltung. Dieser könnte dann über die Videoleinwände dem Publikum präsentiert werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 50 Monitoring der Veranstaltung Der Begriff Monitoring bezeichnet alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung, Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme. Die Biathlon-WM in Ruhpolding wird von mehreren wissenschaftlichen Mitarbeitern des SIS/DSV-Umweltbeirat und acht Masterstudenten des Instituts Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschule Köln, so genannten Eco- Guides, einem ausführlichen Monitoring unterzogen. Handlungsfelder Besucherbefragung Während der WM werden von den Eco-Guides zahlreiche Besucherbefragungen durchgeführt. Der überwiegende Teil der Zuschauer zeigt sich überaus auskunftsbereit. Insgesamt können 437 Fragebogen ausgefüllt und ausgewertet werden. Ziel der Befragungen ist es, Aussagen über Herkunft, Anreiseverhalten, Aufenthaltsdauer und Beweggründen zu erhalten. Zudem können sich die Zuschauer über positive und negative Eindrücke in Bezug auf die Veranstaltung und separat in Bezug auf Ruhpolding äußern. Weitere Themen waren die Nachhaltigkeits-Kampagne und die Nutzung der Fußwege. Zählungen Zu Beginn der Biathlon-WM werden zwei Lichtschranken installiert um die Anzahl der Besucher auf den Fußwegen zu messen. Zusätzlich finden mehrere Kontrollzählungen statt um den Wert der Lichtschranken gegebenenfalls zu differenzieren. Eine der Lichtschranken befindet sich, von der Chiemgau Arena kommend, circa 2km vor, die zweite in etwa 30m nach Fritz am Sand. Durch die Auswahl der Standorte kann festgestellt werden, wie viele Besucher den Weg vom IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 51 Veranstaltungsgelände bis nach Ruhpolding benutzen und wie groß der Personenanteil ist, der bei Fritz am Sand in die Shuttle-Busse zusteigt. Die Daten werden von der Deutschen Sporthochschule Köln eingelesen und seitens des SIS/DSV-Umweltbeirates ausgewertet und analysiert. Neben Besucherzählungen auf den Fußwegen finden Fahrgastzählungen der Deutschen Bahn und Zählungen auf sämtlichen Parkplätzen (PKW, VIP und Fanbus) statt. Abbildung 19: Montage der Zählschranken an den Fußwegen zur Chiemgau-Arena Besucherinformation Der Bahnhof in Ruhpolding wird als Info-Point genutzt. Die Volunteers des SIS/DSV- Umweltbeirates sind zu den Hauptanreise-Zeiten täglich vor Ort um bei Bedarf auf Fragen der Zuschauer einzugehen und Informationen zu liefern. Lärmmessungen An verschiedenen Orten außerhalb des Arena-Geländes in den angrenzenden Schutzgebieten werden Lärmmessungen durchgeführt. Pro Ort entsteht jeweils ein Mittelwert aus drei verschiedenen Messungen à einer Minute. Die Dezibel-Spanne des Messgerätes wurde an die Entfernung der Lärmquelle angepasst. Besondere Einflussquellen, wie zum Beispiel ein Helikopter, werden notiert. Untersucht wird, wie weit der durch die Veranstaltung verursachte Lärm in die Schutzgebiete vordringt. Abbildung 20: Lärmmessung zur Beurteilung der Auswirkungen auf die Fauna IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 52 Die Vermutung, dass der Schall aufgrund der geographischen Lage der im Tal gelegenen Chiemgau Arena weit in die Schutzgebiete getragen wird, liegt nahe. Die üppige Vegetation rund um die Arena dagegen könnte als Schutzwall dienen. Hier bedarf es einer genauen Interpretation der gemessenen Werte in Abstimmung auf die Entfernung zur Arena um letztendlich Vermutungen über das Ausmaß einer Störung der Fauna aufstellen zu können. Kooperationen nutzen Für ein möglichst umfassendes Monitoring können Kooperationen hilfreich sein. Die Deutsche Bahn stellt freundlicherweise Daten bezüglich der Reisenden-Zahlen auf den Strecken Traunstein-Ruhpolding und Ruhpolding-Traunstein zur Verfügung. Die Parkplatz-Zählungen des SIS/DSV-Umweltbeirates können mit den Zählungen der regionalen Feuerwehr abgeglichen werden. Die Deutsche Sporthochschule Köln unterstützt mit der Herausgabe von Lichtschranken und Lärmmessgeräten. Fazit Besucherbefragungen sind nicht nur für das Organisationskomitee sondern auch für die Tourismusregion Ruhpolding von hoher Bedeutung. Mit Hilfe der Besucher können Stärken und Schwächen der Veranstaltung selbst sowie des Veranstaltungsortes analysiert werden. Ergebnisse über die Aufenthaltsdauer liefern wichtige Informationen für die Beherbergungsbetriebe. Aussagen über das Anreiseverhalten können bei zukünftigen Veranstaltungen in das Verkehrskonzept mit einfließen. Zählungen, im Sinnen von Besucher- oder Parkplatz-Zählungen, können Aussagen und Ergebnisse der Befragungen festigen und unterstützen. Die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit gewinnen bei Sportgroßveranstaltungen zunehmend an Bedeutung und wurden bei der WM in Ruhpolding erstmalig in ein Konzept von Wintersportgroßveranstaltungen mit einbezogen. Dies wurde unter anderem versucht über die Kampagne „Unser Ziel Nachhaltigkeit“ zu vermitteln. Mit Hilfe von Befragungen lässt sich herausfinden, wie erfolgreich diese Themen an die Zuschauer herangetragen werden. Die durchgeführten Lärmmessungen sind hilfreich um eine Vorstellung von der Ausbreitung des Lärmpegels zu bekommen. Diese kann je nach Lage des Veranstaltungsgeländes unterschiedlich stark ausfallen. Um Aussagen über den Einfluss und eine mögliche Störung der Tierwelt zu treffen, sind weitere Nachforschungen notwendig. Das bei der Biathlon WM in Ruhpolding durchgeführte Monitoring findet im Vergleich zu anderen Biathlon-Veranstaltungen erstmalig in diesem Umfang statt. Dennoch ist das Konzept durchaus ausbaufähig. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 53 Monitoring der Veranstaltung Bisherige Stärken Biathlon in Ruhpolding Maßnahmen zur WM 2012 - OK initiiert und gefördert SIS Potenzial für zukünftige Veranstaltungen Besucherbefragung ! Zählungen ! Besucherinformation ! Lärmmessungen ! Kooperationen nutzen ! Handlungsempfehlungen Die zahlreichen Ergebnisse und Aussagen können bei der Planung und Durchführung zukünftiger Veranstaltungen genutzt, das Gesamtkonzept optimiert werden. Die angewendeten Monitoring-Maßnahmen sollten bei nachfolgenden Events weiterhin durchgeführt und darüber hinaus erweitert und vertieft werden um noch aussagekräftigere Ergebnisse zu erzielen. So könnten beispielsweise auch in den Shuttle-Bussen Zählschranken installiert und die Befragungsthemen je nach Bedarf spezifiziert werden. Außerdem wäre es interessant zukünftig zu ermitteln, welchen Einfluss Veranstaltungen dieser Art in Ruhpolding auf die umliegenden Schutzgebiete, vor allem auf die Tierwelt ausüben. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 54 Zusammenfassung Im Vorfeld der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 in Ruhpolding haben das Organisationskomitee und die Stiftung Sicherheit im Skisport mit dem Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung des Deutschen Skiverbands eine Zusammenarbeit für die nachhaltige Durchführung von Biathlon Veranstaltungen beschlossen. 28 Weltcups und nun bereits die vierten IBU Weltmeisterschaften hat Ruhpolding bereits erfolgreich ausgerichtet. Diese Zahlen sind Sinnbild für Tradition und Sportverbundenheit und sprechen zugleich für eine kontinuierliche und wirtschaftlich tragfähige Weiterentwicklung des Standorts über Jahrzehnte. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Sicherheit im Skisport gehen die Organisatoren einen Schritt weiter: die bisherigen Umweltleistungen werden gezielt aufbereitet, konkrete Maßnahmen zur IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 im Team ausgearbeitet und kommuniziert sowie Schritte bewertet und dokumentiert. Werden Wintersportveranstaltungen unter dem Thema der Nachhaltigkeit betrachtet, müssen neben den eigentlichen Umweltaspekten auch die wirtschaftliche und die soziale Dimensionen berücksichtigt werden. Durch die langfristige Nutzung der Chiemgau Arena als ganzjährige Wettkampf- und Trainingsstätte über eine einzelne Großveranstaltung hinaus ist dieser entscheidende Parameter für die nachhaltige Durchführung einer Sportgroßveranstaltung in Ruhpolding erfüllt. Besonders hervorzuheben ist dabei auch die Kontinuität, Dimension und Perfektion der Organisation der Biathlon-Veranstaltungen in Ruhpolding. Dies gilt insbesondere auch für das bürgerliche Engagement und damit die Verankerung und Akzeptanz der Sportgroßveranstaltung im Ort und in der ganzen Region Chiemgau. Entscheidend hierbei ist sicherlich auch die Unterstützung der regionalen Unternehmen und Beherbergungsbetriebe, z.B. durch das Anbieten von Wochen- und Generalkarten, sowie die Unterstützung der Jugendarbeit mit dem Reinerlös des Getränke- und Speisenverkaufs. Der Bevorzugung einer umweltfreundlichen Anreise sind aufgrund der topografischen Verhältnisse Grenzen gesetzt, die Kapazität der eingleisigen Bahnlinie wurde durch den Einsatz von Sonderzügen ausgeschöpft. Beispielgebend für andere Wintersport-Großveranstaltungen kann das weitläufige Park&Ride System sein, das erstmals zu den Weltmeisterschaften ausschließlich auf bereits befestigte Flächen zurückgreift, und in Kombination mit einem Fußwegenetz die bis zu 28.000 Zuschauer zur Chiemgau Arena bringt. Damit konnte auf eine zusätzliche Ausweisung von Parkraum an der Chiemgau Arena verzichtet werden. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 55 Eine bessere Anbindung an das Netz der Deutschen Bahn, z.B. über eine Bus-Shuttle Anbindung von Traunstein, sollte für zukünftige Veranstaltungen geprüft werden. Damit wäre dann beispielsweise ein bayernweites Kombiticket überhaupt realistisch anzubieten. Eine weiter Erhöhung der umweltfreundlichen Anreise mit Fanbussen könnte z.B. durch spezielle Ticketangebote erreicht werden. Die Chiemgau Arena liegt inmitten des sensiblen und einzigartigen Naturraums Chiemgauer- Alpen. Für die Durchführung der IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 mussten Gebäude und die Anlagen modernisiert und Loipen umgebaut werden. Eine fachlich fundierte Planung und strenge Auflagen bei der Genehmigung haben dafür gesorgt, dass die Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt so klein wie möglich gehalten werden. Nicht vermeidbare Eingriffe wurden durch Aufwertung von Waldbiotopen ausgeglichen.. Im Hinblick auf den Schutz von Natur und Landschaft wurden die entscheidenden Weichen somit vor der Veranstaltung gestellt. Für zukünftige Biathlon-Veranstaltungen sollte eine CO2 Bilanz berechnet werden, um gezielt Handlungsspielräume für eine Reduktion des CO2 Ausstoßes zu ermitteln. Mit dem Ziel, eine CO2 neutrale Biathlon-Veranstaltung durchzuführen, könnte weiterhin die Kompensation des unvermeidbaren CO2 Ausstoßes angestrebt werden. Die für die Weltmeisterschaften umgesetzte Informations-Kampagne "Fünf Treffer - Unser Ziel: Nachhaltigkeit" kann sicherlich als Erfolg gesehen werden. Die im Rahmen dieser WM initiierte Dokumentation der Veranstaltung einschließlich dieses Green-Legacy-Berichts, sollte auch bei zukünftigen Veranstaltungen fortgeführt werden, um die Tätigkeiten zu dokumentieren und Handlungsbedarf und nicht zuletzt Einsparpotenziale frühzeitig zu erkennen. Die Weiterentwicklung des Biathlonsports hängt entscheidend von der medialen Aufmerksamkeit und nicht zuletzt von den Erfolgen deutscher Athleten ab. Diese Entwicklung ist weiterhin konsequent zu beobachten und daran angepasst der Biathlon-Standort Ruhpolding – wie in der Vergangenheit – mit Augenmaß weiterzuentwickeln. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 56 Quellen Amt für Umweltschutz des Kt. GR, (Hrsg.), (1997): Praktischer Bodenschutz, Anleitung für tiefbauliche Eingriffe in den Boden. Bayer, J. (2010): Umweltpolitisches Entscheidungsverhalten bei Sportgroßveranstaltungen: München 2018. Cipra-International-Position (Hrsg.), (1998): „Kleine Schriften" Nr. 13/98 - Position der CIPRA gegenüber Wintersport-Großveranstaltungen. Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt - DEHSt (Hrsg.), (2008): Leitfaden zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen. Deutsche Sporthochschule Köln DSHS, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU, Bundesamt für Naturschutz BfN (Hrsg.), (2007): Kongressbericht „Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog“, Sportgroßveranstaltungen - Neue Wege. Schriftenreihe „Natursport und Ökologie“ - DSHS Köln, Band 21. Fitschen, U. (2006): Umweltmanagement ausgewählter Sportveranstaltungen – Effektiver Umweltschutz oder Greenwashing. Graiss, W., Krautzer, B., Pötsch, E.M. (2008): Erfolgreiche Begrünung und Rekultivierung. International Olympic Committee - IOC (Hrsg.), (1999): The Olympic Movement’s Agenda 21. Klos, G., Türk, S. (2004): Integration von Umweltmanagementsystemen in den Sport. Schriftenreihe „Natursport und Ökologie“ - DSHS Köln, Band 16. Lauterwasser, E.; FIS (2009): Umwelt-Leitlinien für die nachhaltige Gestaltung von FIS Weltmeisterschaften. Oberhofen. Madeja, A. (2007): Fehlende Nutzungs- und Vermarktungsstrategien bei Sportstätten – Kapital ist nicht das Problem. SPONSORs Schriftenreihe 2/2007. Müllers, R. (2010): Stakeholdermanagement im Umweltkonzept bei Sportgroßveranstaltungen. Österreichisches Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft BM- LFUW (Hrsg.), (2008): Vergleichende Ökobilanz verschiedener Bechersysteme beim Getränkeausschank an Veranstaltungen. IBU Weltmeisterschaften Biathlon 2012 Ruhpolding Green Legacy Report © Stiftung Sicherheit im Skisport / DSV Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung 57 Rinderer, T. (2009): Snowfarming – Experimenteller Vergleich und numerische Modellierung zweier Isoliermethoden zur Konservierung von Schnee. Roth, R., Buchert, M., Armbruster, F., Bayer, J., Bleher, D., Hochfeld, Ch., Krämer, A. & M. Schmied (2011): Flagship 2018: Konzept für umweltverträgliche und nachhaltige Olympische und Paralympische Winterspiele. Im Auftrag der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH. Roth, R., Lienemann, T., Schmid, J., Faas, H.P., Armbruster, F., Schödl, M., Friedl, C (2011): FIS Alpine Ski-WM 2011 Garmisch-Partenkirchen - Green Legacy Report. Roth, R., Prinz, N., Krämer, A., (2005): Nachhaltige Entwicklung des Schneesports und des Wintersporttourismus in Baden-Württemberg Herausgeber: Wirtschaftsministerium Baden- Württemberg und Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Natursport und Ökologie. Schemel, H.-J./ Erbguth, W. (1992): Handbuch Sport und Umwelt: Ziele, Analysen, Bewertungen, Lösungsansätze, Rechtsfragen. Schmid, J. (2010): Leitfaden – umweltverträgliche Verfahrenstechniken im temporären Sportstättenbau bei Sportgroßveranstaltungen - am Beispiel Olympischer Winterspiele. Schmied, M., Hochfeld, Ch., Stahl, H., Roth, R., Armbruster, F., Türk, S. & Ch. Friedel (2007): Green Champions für Sport und Umwelt - Leitfaden für umweltfreundliche Sportgroßveranstaltungen. Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit & Deutscher Olympischer Sportbund. 84 S. Schwörer, C., Rhyner, H., Rixen, C., Schneebeli, M. & B. Iten (2007): Chemische Pistenpräparation – Gundlagenbericht. [published online November 2007] Available from World Wide Web . Davos, Eidg. Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF. vi, 69 S. Stiftung Sicherheit im Skisport, SIS (2006): FIS Nordische Ski-WM 2005 – Zusammenfassende Dokumentation der Umweltleistungen, Fassung 03.05.2006. Deutscher Skiverband, Planegg. Umweltbundesamt (Hrsg.), (2009): Biologisch abbaubare Kunststoffe SIS_GreenLegacyReport_WMRuhpolding2012_Titelblatt_02_05_13 SIS_Bericht_IBU_WM_Ruhpolding2012_druckRottach13 Einführung Umweltmanagement Handlungsfelder Umweltverantwortlichen festlegen Finanzielles Budget für Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept Zusammenstellung eines Projektteams Entwicklung eines Umweltkonzeptes mit realisierbaren Maßnahmen Dokumentation der Tätigkeiten und Umweltbericht Fazit Handlungsempfehlungen Nachhaltiges Wirtschaften Handlungsfelder Langfristige Nutzung der Sportstätte Bevorzugt regionale Produkte und Dienstleistungen beziehen Unterstützung für die regionalen Beherbergungsbetriebe Bürgerschaftliches Engagement Unterstützung der Jugendarbeit Bildung für nachhaltige Entwicklung Fazit Handlungsempfehlungen Verkehrsmanagement Handlungsfelder Frühzeitige Planung Etablierung eines großräumigen Park & Ride System Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs GPS-unterstütztes Shuttle-Bus-System Kommunikation einer umweltfreundlichen Anreise Fazit Handlungsempfehlungen Zuschauerlenkung Handlungsfelder Konsequente Lenkung zu und auf dem Veranstaltungsgelände Wiederverwendbare Beschilderung auf den Fußwegen Entzerrung von Besucherströmen Schnelles Reagieren auf unvorhergesehene Probleme Fazit Handlungsempfehlungen Natur und Landschaft Handlungsfelder Bebauungsplan mit integrierter Grünordnungsplanung zur Vermeidung von Beeinträchtigungen des Naturhaushalts bei der Modernisierung der Chiemgau-Arena Landschaftsangepasste Bauweise und Materialien Reduktion der Landschaftseingriffe durch Parkplätze Vermeidung von Störungen der Fauna Fazit Handlungsempfehlungen Ressourcenschutz Handlungsfelder Effizientes Schneemanagement zur Gewährleistung des Trainings- und Wettkampfbetriebs Weitestgehender Verzicht auf den Einsatz von Schneehärtern Heizungskonzept Chiemgau-Arena Ressourcenschutz Ehrengastbereich Fazit Handlungsempfehlungen Abfallmanagement Handlungsfelder Müllentsorgung im Stadionbereich Mülltrennung im Ehrengastbereich Abfalleimer im Bereich der Fußwege Keine Give-aways-Produkte von Sponsoren Mehrwegsysteme sind zu bevorzugen Fazit Handlungsempfehlungen Umweltkommunikation Handlungsfelder Ankündigungen auf Internetseite und Faltblatt zur Anreise Pressemitteilungen und Interviews zu Umweltfragen Kommunikation der Umweltleistungen für die Zuschauer während der WM Umwelt-Volunteers Image Film der DKB Fazit Handlungsempfehlungen Monitoring der Veranstaltung Handlungsfelder Besucherbefragung Zählungen Besucherinformation Lärmmessungen Kooperationen nutzen Fazit Handlungsempfehlungen Zusammenfassung Quellen

  • KonzeptstudieeMuenchen2022.pdf
    für eine mögliche Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 Konzeptstudie München 2022 Bürgerentscheid 2 3 München 2022 Bürgerentscheid Inhalt Kapitel 1 Einführung 6 Kapitel 2 Gesamtkonzept 10 Ice Cluster München 14 Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen 26 E ndurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee 36 Kapitel 3 Transport 46 Kapitel 4 Unterbringung 54 Kapitel 5 Umwelt und Nachhaltigkeit 58 Kapitel 6 Finanzierung 64 Impressum Herausgeber Landeshauptstadt München, Marienplatz 8, München, in Zusammenarbeit mit dem Markt Garmisch-Partenkirchen, dem Landkreis Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein Bearbeitung Gesamtkonzept und Planung ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT, Frankfurt am Main Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie, Köln Öko-Institut e.V., Darmstadt Finanzierungskonzept Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München Gestaltung abold, Büro für Marketingkommunikation GmbH, München Druck Gerber KG Druck + Medien, München Hinweis Die vorliegende Konzeptstudie wurde von der Landeshauptstadt München nach dem Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats am 14. Juni 2013 beauftragt. Das aufgezeigte Bewerbungskonzept für Olympische und Paralympische Winter- spiele 2022 stellt den derzeitigen Planungsstand (September 2013) dar. Es wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und mit den beteiligten Gebietskör- perschaften abgestimmt. Bis zu einer offiziellen Abgabe einer Bewerbung beim IOC – im Falle eines positiven Bürgervotums – unterliegt es aber ausdrücklich dem Gremien- und Finanzierungsvorbehalt der beteiligten Kommunen und Landkreise sowie des Freistaats Bayern und der Bundesrepublik Deutschland. 4 5 Kapitel 1 Einführung Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid 7 Bü rg er en ts ch ei d/ Anm el du ng A pp lic an t C iti es App lic an t C ity S em in ar Abg ab e M in i B id B oo k Nom in ie ru ng C an di da te C iti es Br ie fin g Ca nd id at e Ci tie s Abg ab e Bi d Bo ok W ah l d er H os t C ity 2 02 2 6 München hat gute Chancen sich mit einer Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Win- terspiele 2022 durchsetzen zu können. Bereits das technische Konzept für die vorangegangene Be- werbung um die Austragung der Spiele 2018 erhielt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den zuständigen internationalen Sportfachverbänden (IF) sehr gute Bewertungen. Aufgrund des Zuspruchs aus dem internationalen Sport und der veränderten Wettbewerbssituation sind sich Politik und Sport einig: Das vom IOC mit Best- noten versehene Bewerbungskonzept für 2018 bietet mit den im Bewerbungsprozess gesammelten Erfah- rungen unter zwei Bedingungen eine sehr gute und aussichtsreiche Grundlage für eine Wiederbewerbung 2022. Erstens müssen vor einem erneuten Anlauf im Lichte der neuen Konkurrenzsituation sämtliche Opti- mierungspotenziale hinsichtlich einer maximal nach- haltigen, zugleich international erfolgversprechenden Kapitel 1 Einführung Bewerbung geprüft und ausgeschöpft werden. Zweitens kommt eine Wiederbewerbung nur dann in Frage, wenn sie die mehrheitliche Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Kommunen bzw. Landkreisen findet. Die Landeshauptstadt München plant vor diesem Hintergrund gemeinsam mit dem Markt Garmisch- Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein vier parallele Bürgerentscheide am 10. November 2013. Die entsprechenden Be- schlüsse für die Ratsbegehren müssen dazu bis spä- testens Anfang Oktober 2013 verabschiedet werden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird, gemäß dem Ende 2011 getroffenen Beschluss der Mitgliederversammlung des DOSB, am 30. Septem- ber 2013 über eine Wiederbewerbung entscheiden. Die offizielle Anmeldung der Bewerberstadt beim IOC muss bis zum 14. November 2013 schriftlich erfolgen, die ersten Bewerbungsunterlagen sind bereits vier Monate später einzureichen. Vorbereitungsphase bis November 2013 Applicant City Phase November 2013 bis Juli 2014 Candidate City Phase Juli 2014 bis Juli 2015 2013 2014 2015 • rechtzeitig eine solide Entscheidungsgrundlage für die Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften und des DOSB vorliegt und • die wesentlichen Bewerbungsgrundlagen ge- schaffen sind, um – im Falle positiver Bürgerent- scheide – die rechtzeitige Erstellung des ersten Bewerbungsdokuments (Mini Bid Book) bis zum 14. März 2014 gewährleisten zu können. M Kapitel 1 Einführung ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT Bewerbungszeitplan des IOC M ai 2 01 3 Nov em be r 2 01 3 M är z 2 01 4 Ju li 2 01 4 Ja nu ar 2 01 5 Fe br ua r/ M är z 2 01 5 M ai 2 01 5 Ju li 20 15 Die enge Taktung der Abstimmungs- und Abgabe- fristen erfordert die frühzeitige Festlegung der Eckpunkte eines möglichen Bewerbungskonzepts bereits im Vorfeld der Grundsatzentscheidungen, um sicher zu stellen, dass • eine ausreichende Planungstiefe besteht, um die Bürgerinnen und Bürger vor dem Bürgerentscheid transparent und möglichst umfassend über die Planungen, Umweltauswirkungen und Kosten informieren zu können, Be su ch d er IO C Ev al ui er un gs ko m m iss io n Se pt em be r 20 14 Dez em be r 2 01 3 Ei nl ad un g an N OKs Be ric ht d er IO C Ev al ui er un gs ko m m iss io n Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 8 9 Kapitel 2 Gesamtkonzept Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid 1110 Olympische und Paralympische Winterspiele sind die größte Wintersportveranstaltung der Welt. Knapp 3.000 Athletinnen und Athle- ten messen sich innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen in ca. 100 Einzelwettbewerben. Rund zwei Millionen Zuschauer vor Ort und bis zu drei Milliarden Zuschauer an den Fernsehschirmen versprechen dem Ausrichter eine große internationale Aufmerksamkeit. Die dafür notwendigen Einrichtungen für Teilnehmer, Offizielle, Medienvertreter und Zuschauer können – richtig geplant – ein positives und nachhaltiges Infra- strukturerbe für die gesamte Region hinterlassen. Bewerbungskonzepte für Olympische und Paralym- pische Winterspiele unterliegen daher nicht selten zwei scheinbar konkurrierenden Anforderungen. Zum einen müssen neben der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften die technischen Mindestanforderungen des IOC vollständig, aber maßvoll und unter dem O Gesichtspunkt der größtmöglichen Nachhaltigkeit erfüllt werden. Zum anderen muss mit Blick auf das internationale Bewerberfeld eine hochqualitative und konkurrenzfähige Vision der Spiele entwickelt werden. Im Bewerbungsprozess für 2018 hat die Wettbe- werbssituation insbesondere zu dem südkoreani- schen Hauptkonkurrenten Pyeongchang, der ein sehr dichtes Konzept mit zwei nur 25 km voneinan- der entfernten Sportstätten-Clustern anbot, erforder- lich gemacht, in München und Garmisch-Partenkir- chen ein maximal kompaktes Ausrichtungskonzept zu entwerfen. Obwohl dieses bereits möglichst viele bestehende Wettkampf- und Nicht-Wettkampfstät- ten berücksichtigte, hat das in der Folge die Planung einiger temporärer Anlagen erfordert und vor allem in Garmisch-Partenkirchen die Einbeziehung einer großen Anzahl von privaten Grundstückseigentü- mern nötig gemacht. Die derzeit wahrscheinlichen Mitbewerber aus Kasachstan, Norwegen, Polen / Slowakei, Schweden, der Ukraine und ggf. Spanien werden nach jetzigem Kenntnisstand kein mit Pyeongchang vergleichbares Gesamtkonzept anbieten können. Der DOSB hat vor diesem Hintergrund in seinem Schreiben vom 18. April 2013 gemeinsam mit der ARGE Wintersport grundsätzlich die Beibehaltung des für 2018 ent- wickelten Bewerbungskonzepts gefordert, aber die Machbarkeitsprüfung folgender Optimierungs- potenziale empfohlen: • Die Verlagerung der Sportarten Langlauf und Biathlon von Schwaiganger nach Ruhpolding bzw. in den Landkreis Traunstein und die Errichtung eines dritten Olympischen und Paralympischen Dorfes zur Unterbringung aller Athletinnen und Athleten in der Region Chiemgau-Königssee sowie • die Verlagerung der Disziplinen Aerials und H alfpipe von Garmisch-Partenkirchen in den Olympiapark München. Auf diese Weise könnte die Chance genutzt werden, auf noch mehr bestehende und international aner- kannte Sportstätten im Großraum München anstelle von temporären Anlagen zurück greifen zu können, um den Flächenverbrauch gering zu halten, etwaige Natureingriffe auf ein Minimum zu reduzieren und zudem auch den Druck auf die Grundstückssituation in Garmisch-Partenkirchen relevant zu mindern. Das ist auch deswegen wichtig, da nach Vorliegen der Athletenzahlen für die Olympischen und Paralympi- schen Winterspiele in Sotschi 2014 für 2022 voraus- sichtlich mit einem leicht höheren Unterbringungsbe- darf in den Olympischen und Paralympischen Dörfern zu rechnen ist. Das liegt sowohl an den gestiegenen Teamgrößen in einigen Sportarten, als auch an den neuen Events und Disziplinen, die für 2014 ins Olym- pische Programm aufgenommen wurden, wie z.B. das Skispringen der Frauen oder die neue Ski- und Snowboard-Disziplin Slopestyle. In der Folge müssten gegenüber dem Bewerbungs- konzept 2018 in Garmisch-Partenkirchen mit ca. 1.700 Athleten und Offiziellen nur noch ca. 60% der Unterbringungskapazitäten geschaffen werden. Im Gegenzug müsste ein drittes Olympisches und Para- lympisches Dorf von etwa der gleichen Größenord- nung sowie ein zusätzliches Medienzentrum in Inzell angeboten werden. Die für 2018 bereits ausreichend bemessene Bettenanzahl von 3.500 würde hingegen auch für die Beherbergung der ca. 350 zusätzlichen Athleten und Offiziellen in München ausreichen. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Standardanforderungen für Wettkampfstätten Quelle: IOC Technical Manual on Design Standards for Competition Venues Übersicht Bewerbungskonzept 2018 In d oo r O u td oo r Sport Sitzplätze (Stehplätze) Curling 3.000 Eishockey 1 10.000 Eishockey 2 6.000 Eiskunstlauf / Shorttrack 12.000 Eisschnelllauf 6.000 Ski Alpin 8.000 (10.000) Biathlon 5.000-7.000 (10.000-15.000) Bob / Skeleton 1.000 (10.000) Langlauf 3.000 (10.000) Freestyle 4.000 (10.000) Rennrodeln 1.000 (10.000) Snowboard 4.000 (10.000) Skispringen 3.000 (10.000-15.000) Biathlon Biathlon (paralympisch) Langlauf Langlauf (paralympisch) Bob Nordische Kombination Rollstuhl-Curling (paralympisch) Curling Sledge-Eishockey (paralympisch) Eishockey Rennrodeln Eiskunstlauf Eisschnelllauf Shorttrack Skispringen Skeleton Ski Alpin Ski Alpin (paralympisch) Freestyle (Aerials & Buckelpiste) Freestyle (Halfpipe) Freestyle (Ski Cross) Snowboard (Halfpipe) Snowboard (PGS) Snowboard (Cross) Sub- Medienzentrum Eröffnungs- und Schlussfeier Olympisches Dorf Medal Plaza Medienzentrum (MPC/IBC) Mediendorf IOC Hotel Zentraler Hotelbereich Flughafen Bahnhof Königssee Athletenunterkunft Kultur ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT 11 13 München Voraussichtliche Anzahl Athleten und Offizielle 2022 12 Quelle: DOSB-Daten für Sotschi 2014, Änderungen 2022 gegenüber 2018 gelb hervorgehoben Die Olympischen und Paralympischen Wettbewer- be würden voraussichtlich vom 11. bis 27. Februar 2022, die Paralympics vom 11. bis 20. März 2022 ausgetragen werden. Mit den oben genannten Veränderungen würde aus dem zweipoligen Konzept der Bewerbung 2018 ein 3-Cluster-Konzept, für das ein Großteil der benötigten Sportstätten bereits vorhanden ist. Im Ice Cluster München würden zusätzlich zu den Eishallen-Sportarten die Disziplinen Halfpipe und Aerials stattfinden. Im Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen würden neben den alpinen Ski-Wettbewerben auch weiterhin die Wettbewerbe im Skispringen und der Nordischen Kombination ausgetragen. Und in der neuen Endu- rance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee würden neben Wettkämpfen im Bob, Rennrodeln und Skeleton (Sliding) auf der Kunsteisbahn in Schönau am Königssee auch die Biathlon- und Langlaufveran- staltungen (Endurance) in Ruhpolding stattfinden. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Sport Rennrodeln Bob Skeleton Eishockey Eisschnelllauf Shorttrack Biathlon Langlauf Nordische Kombination Ski Alpin Skispringen Eiskunstlauf Curling Freestyle Buckelpiste Aerials C ross S lopestyle H alfpipe Snowboard PGS / PS C ross S lopestyle H alfpipe Gesamt 2022 936 360 240 296 200 100 108 128 2.368 440 620 110 640 200 120 100 128 108 108 128 140 108 128 1.682 220 340 100 440 620 1.720 Optimiertes Bewerbungskonzept 2022 Garmisch-Partenkirchen Chiemgau-Königssee Dem in dieser Studie dargestellten Bewerbungskon- zept ging eine ausführliche Überprüfung aller Neu- standorte gegenüber der Bewerbung für 2018 voraus. Die gewählten Standorte insbesondere für Langlauf und das dritte Olympische und Paralympische Dorf stellen die jeweils bestbewerteten Optionen bzgl. der Gesamtheit der folgenden Kriterien dar: • Technische Machbarkeit, • IOC / IF-Anforderungen, • Nachnutzungsoptionen, • Grundstücksverfügbarkeit, • Umweltauswirkungen, • Transportkonzept, • Unterbringungskonzept und • Finanzierungskonzept. Biathlon Biathlon (paralympisch) Langlauf Langlauf (paralympisch) Bob Nordische Kombination Rollstuhl-Curling (paralympisch) Curling Sledge-Eishockey (paralympisch) Eishockey Rennrodeln Eiskunstlauf Eisschnelllauf Shorttrack Skispringen Skeleton Ski Alpin Ski Alpin (paralympisch) Freestyle (Aerials) Freestyle (Buckelpiste) Freestyle (Halfpipe) Freestyle (Slopestyle) Freestyle (Ski Cross) Snowboard (Halfpipe) Snowboard (Slopestyle) Snowboard (PGS) Snowboard (Cross) Sub- Medienzentrum Eröffnungs- und Schlussfeier Olympisches Dorf Medal Plaza Medienzentrum (MPC/IBC) Mediendorf IOC Hotel Zentraler Hotelbereich Flughafen Bahnhof Kultur ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT 14 15 Ice Cluster München München bildet als Bewerberstadt das Zentrum der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022. Alle Olympischen und Paralympischen Sport- stätten würden im Olympiapark München verortet. Diesem direkt in fußläufiger Entfernung zugeordnet könnten ein neues Olympisches und Paralympi- sches Dorf für die Athleten und Offiziellen sowie ein Mediendorf entstehen. Teile der Münchner Messe würden als International Broadcast Centre (IBC) und Main Press Centre (MPC) genutzt und würden in einem räumlichen Verbund an einem Standort das sogenannte Main Media Centre (MMC) bilden. Die temporäre Einrichtung einer Medal Plaza am Stand- ort Marienhof im Zentrum der Innenstadt würde das Münchner Standortkonzept vervollständigen. Der Olympiapark München wäre in diesem Zusam- menhang das Herz der Eissportveranstaltungen. Gleichzeitig läge das geplante neue Olympische und Paralympische Dorf in unmittelbarer Nähe südwest- lich des Parks. Der Olympiapark wäre Austragungs- ort der Sportwettkämpfe im Eishockey, Eiskunstlauf, Curling, Shorttrack und Eisschnelllauf. Darüber hinaus würden hier auch die Halfpipe- und Aerials- Wettbewerbe durchgeführt werden. Im Rahmen der Paralympischen Winterspiele könnten die Veranstal- tungen im Rollstuhl-Curling und Sledge-Eishockey ebenfalls im Olympiapark abgehalten werden. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Übersicht Ice Cluster München ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKTFoto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 16 17 Das für die Olympischen Spiele 1972 erbaute Olym- piastadion befindet sich in zentraler Lage im Olympia- park und in fußläufiger Entfernung zu den angedach- ten Wettkampfstätten sowie dem derzeit diskutierten Standort des südlich angrenzenden neuen Olympi- schen und Paralympischen Dorfes. Das Olympiastadi- on bildet mit seiner ikonenhaften Zeltdach-Architektur das gestalterische Zentrum der Sportstätten des Olympiaparks. Dort sollen anlässlich der Olympischen und Paralympischen Winterspiele die Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten vor ca. 50.000 Zuschauern abgehalten werden. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Air & Style-Events sollen hier im Rahmen der Spiele auch die Aerials-Wettbewerbe stattfinden. Die temporäre Errichtung einer Aerials-Wettkampfstätte im Bereich der Gegentribüne bzw. des östlichen Innen- raums des Olympiastadions würde die Durchführung der Wettbewerbe mit einer Kapazität von ca. 30.000 Zuschauern ermöglichen, welche die Veranstaltungen vom Innenraum bzw. von der witterungsgeschützten Haupttribüne des Olympiastadions verfolgen könnten. Unmittelbar westlich des Stadions stehen weitere Hallen- und Ergänzungsflächen zur Verfügung, die sowohl im Rahmen der Eröffnungs- und Schlussfeier- lichkeiten als auch während der Aerials-Wettbewerbe temporär als operative Betriebsflächen genutzt werden könnten. Damit stünden innerhalb und im unmittelba- ren Umfeld des Olympiastadions neben den not- wendigen Flächen für die logistische Abwicklung der Veranstaltungen auch ausreichend Standortpotenziale für die Unterbringung temporärer Ergänzungsnutzun- gen und sonstiger Einrichtungen für Sportlerinnen und Sportler, Medienvertreter und die Olympische Familie zur Verfügung. Ice Cluster München Olympiastadion Eröffnungs- und Schlussfeier, Freestyle (Aerials) Die bestehende Olympiahalle soll zur Durchfüh- rung der Eiskunstlauf- und Shorttrack-Wettbewerbe genutzt werden. Die multifunktionale Olympiahalle verfügt derzeit über ein Fassungsvermögen von ca. 12.000 Zuschauern. Gemeinsam mit dem Olympia- stadion und der Olympia-Schwimmhalle stellt sie die zentrale Baustruktur der Olympischen Spiele 1972 dar. Seit dem Abschluss der Umbau- und Moder- nisierungsmaßnahmen im Jahre 2010 erfüllt der Hallenkomplex alle Ansprüche an einen modernen Veranstaltungsstandort. Neben der Anbindung an die neue “Kleine Olympia- halle“, welche während der Olympischen und Para- lympischen Winterspiele als zusätzliche Trainings- stätte genutzt werden könnte, verfügt der Komplex über zusätzliche umfangreiche Nebenflächen und ist über diverse Erschließungsbereiche effizient an die umliegende Hallen- und Betriebsinfrastruktur an- gebunden. Damit ergäbe sich ein großzügiges und umfassendes Raumangebot zur Unterbringung und Verortung der wettkampf- und veranstaltungsbezo- genen Ergänzungsnutzungen und sonstiger tem- porärer Einrichtungen im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Wettbewerbe. Ice Cluster München Olympiahalle Eiskunstlauf und Shorttrack Bestehend 50.000 Zuschauer Eröffnungs- und Schlussfeier 30.000 Zuschauer Freestyle (Aerials) Freestyle (Aerials), zudem Eröffnungs- und Schlussfeier Multifunktionales Stadion (Sport- und Kulturveranstaltungen, Open Air, Public Viewing) Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Bestehend 12.000 Zuschauer Eiskunstlauf, Shorttrack Multifunktionshalle Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 18 19 Die Curling-Wettbewerbe sollen in der Olympia- Schwimmhalle stattfinden, die für die Zeit der Spiele zur Curling-Halle umgebaut werden würde. Mittels zusätzlicher temporärer Tribünen an den Kopfseiten könnte man die bestehende Zuschauerkapazität für die Dauer der Olympischen und Paralympischen Wettbewerbe auf 4.000 Zuschauer erhöhen. Die erforderlichen Flächen für Medienvertreter sowie operative Flächen könnten in diesem Zusammen- hang temporär östlich der Halle verortet werden. Von dort könnten die Medienvertreter und das Perso- nal die Curling-Halle betreten. Für Athleten und Offizi- elle sowie die Olympische Familie bestünde darüber hinaus die Möglichkeit, die Halle über das beste- hende Untergeschoss anzufahren, da die nördlich gelegene Tiefgarageneinfahrt den zuvor kontrollierten Fahrzeugen eine direkte Zufahrt ermöglichen wür- de. Nach den Wettkämpfen würden die temporären Strukturen zurückgebaut und die Olympia-Schwimm- halle renoviert wieder ihrer ursprünglichen Nutzung übergeben werden. Ice Cluster München Olympia-Schwimmhalle Curling Am Standort des ehemaligen Olympia-Radstadions wäre im Rahmen der Spiele ein multifunktional nutzbarer Hallenneubau mit einer Kapazität von ca. 10.000 Zuschauern im Olympischen Modus vorgesehen. Im Untergeschoss würde das an- gestrebte Hallenprojekt Trainingsflächen für Eis- hockey beinhalten. Ice Cluster München Event-Arena Eishockey 1 Bestehend 4.000 Zuschauer Curling Renovierte Schwimmhalle (Sport- und Freizeitbetrieb) Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Neu / Geplant 10.000 Zuschauer Eishockey 1, Sledge-Eishockey Neue Sport-Arena (Eissport / Basketball inkl. Trainingsflächen) Status Kapazität Sportarten Nachnutzung In der Eishockey-Arena würden während der Olym- pischen und Paralympischen Winterspiele die Wett- bewerbe im Eishockey 1 sowie im Sledge-Eishockey ausgerichtet werden. Im nacholympischen Modus bestünde die Möglichkeit, die Zuschauerkapazität der Halle bei Bedarf zu verringern und die neue Halle sinnhaft in das veranstaltungsrelevante Anforde- rungsprofil des Olympiaparks zu integrieren. Das gegenwärtig durch einen privaten Investor am Standort verfolgte Hallenprojekt einer kombinier- ten Eishockey- / Basketball-Arena könnte alternativ zu vorgenanntem Konzeptansatz nach seiner Fertig- stellung ebenfalls als Austragungsort für die Wett- kämpfe im Eishockey 1 bzw. im Sledge-Eishockey genutzt werden. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH Foto: picture alliance 20 21 Ice Cluster München Olympia-Eissportzentrum Eishockey 2 Nördlich des Olympiaparks befindet sich ein Stand- ort der Technischen Universität München (TUM). Im südlichen Bereich der dortigen TUM-Campus- Freiflächen (Sportfakultät) könnte im Falle des Zuschlags für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele an München eine temporäre Eisschnell- laufhalle für ca. 8.000 Zuschauer errichtet werden. Ice Cluster München TUM-Campus Eisschnelllauf Neu 6.000 Zuschauer Eishockey 2 Neue Eissporthalle bzw. Veranstaltungshalle Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Temporär 8.000 Zuschauer Eisschnelllauf Rückbau, Sportflächen der TUM Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Durch die hohe Anzahl der Wettkämpfe sind im Rahmen einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Wettbewerbe im Bereich Eishockey zwei Wettkampfhallen nachzuweisen. Zusätzlich zur „großen“ neuen Eishockey-Arena 1 würde daher eine weitere Halle für Eishockey 2 benötigt werden. Im Osten des Olympiaparks, gegenüber der „BMW-Welt“, liegt das Olympia-Eissportzentrum, welches sich heute in die Bereiche „Olympia- Eisstadion“, „SoccArena“ und „Trainingshalle Leistungszentrum Eiskunstlauf“ gliedert. Zu unter- suchen ist die Möglichkeit, das seit 1967 bestehen- de Olympia-Eissportzentrum durch zielgerichtete Sanierungsmaßnahmen als Olympische Wettkampfstätte zu nutzen. Alternativ könnte auf dem derzeit bereits versiegel- ten Areal eine neue permanente, multifunktionale Eishalle mit einem Fassungsvermögen von ca. 6.000 Zuschauern gebaut werden. In dieser Halle könnten nach den Olympischen Wettkämpfen auch die Para- lympischen Wettkämpfe im Rollstuhl-Curling abge- halten werden, da die Qualität der Barrierefreiheit einer neuen Halle deutlich über der ggf. temporär ertüchtigten Barrierefreiheit im Umgriff der Olympia- Schwimmhalle liegen würde. Wird die bestehende Halle genutzt, ist zu prüfen, ob die Halle nach den Olympischen und Paralym- pischen Winterspielen weiterhin dem Eissport zur Verfügung steht oder Raum für alternative Nut- zungen im Kontext des Olympiaparks bietet. Bei einem erforderlichen Neubau könnte hingegen das Fassungsvermögen der Halle bei Bedarf nach den Spielen auf eine permanente Kapazität von ca. 1.500 – 2.000 Zuschauern reduziert werden, wodurch der Hallenkomplex als moderner Veranstaltungsort sowie als Sportstätte für Leistungs- und Breitensport zur Verfügung stünde. Wird das durch einen privaten Investor verfolgte Hallenprojekt am Standort Event-Arena realisiert, würden die Planungen für das Olympia-Eissportzen- trum (Eishockey 2), basierend auf dem veränderten Flächen- und Nachnutzungsbedarf, optimiert. Der angestrebte Hallenstandort läge lediglich we- nige Gehminuten vom Zentrum des Olympiaparks entfernt und befände sich somit ebenfalls innerhalb des veranstaltungsbezogenen Sicherheitsbereichs. Die Halle würde als temporärer Modulbau errichtet werden, der nach den Spielen komplett rückgebaut werden würde, wobei die eingesetzten Modulstruk- turen im Rahmen nachfolgender Projekte erneut ge- nutzt werden könnten. Die im Rahmen der Nutzung beanspruchten Sportanlagen sowie die Frei- und Grundflächen des temporären Hallenprojekts wür- den nach erfolgtem Rückbau wiederhergestellt und dem Grundeigentümer bzw. Dauernutzer wieder zur Verfügung gestellt. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Simulation: Gärtner + Christ GbRFoto: picture alliance 22 23 Die Ski- und Snowboard-Wettbewerbe auf der Halfpipe könnten auf einer temporär errichteten Anlage am Olympiaberg durchgeführt werden. Ana- log zum seit 2011 erfolgreich ausgerichteten Audi FIS Ski World Cup am Olympiaberg würde sich der Zielbereich der Sportstätte im Bereich des Olympia- sees befinden, welcher zu Beginn der Wintersaison entleert und provisorisch verfüllt werden würde, um für die Dauer der Olympischen und Paralympischen Spiele temporär genutzt werden zu können. Von die- sem Zielbereich aus könnten ca. 20.000 Zuschauer die Wettbewerbe auf der Halfpipe verfolgen. Da es sich bei der Halfpipe um ein temporär befris- tetes Provisorium handeln würde und der Olympia- berg zudem nicht die notwendige Höhendifferenz gemäß der FIS-Spezifikationen aufweist, müsste die Halfpipe-Anlage als aufgesetzte Konstruktion errichtet werden. Mit Abschluss der Spiele würde die Gesamtanlage wieder vollständig rückgebaut und der ursprüngliche Zustand der Freiflächen am Olympiaberg wieder hergestellt werden. Ice Cluster München Olympiaberg Freestyle (Halfpipe), Snowboard (Halfpipe) Das Olympische und Paralympische Dorf in Mün- chen würde auf einem Teilbereich der Liegenschaft des Bundeswehrverwaltungszentrums München, zwischen Dachauer Straße im Westen und Olym- piapark im Osten realisiert werden. Die Dienststellen der Bundeswehr verblieben weiterhin im nördlichen Bereich der Liegenschaft des Bundeswehrverwal- tungszentrums. Zusätzlich wäre für die betroffenen Dienststellen der Bundeswehr eine Ersatzunterbrin- gung erforderlich. Die dazu notwendigen Prüfungen und Abstimmungen mit den zuständigen Bundesmi- nisterien werden zurzeit durchgeführt. Eine abschlie- ßende Entscheidung steht noch aus. Das durch die räumliche Verlagerung und Verdichtung am Standort frei werdende Baufeld stünde dann für die Entwick- lung des Olympischen und Paralympischen Dorfes grundsätzlich zur Verfügung. Die Realisierungsmöglichkeiten wurden in Form eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Architektenwettbewerbs im Zuge der Bewerbung für 2018 bereits konkretisiert. Soweit daran angeknüpft werden kann, würde das Olympische und Paralympi- sche Dorf in München eine Fläche von ca. 23 ha in unmittelbarer Nachbarschaft zum Olympiapark um- fassen und sich somit in fußläufiger Erreichbarkeit sämtlicher Sport- und Trainingsstätten für Sportle- rinnen und Sportler, Betreuer und Offizielle innerhalb des Ice Clusters befinden. Ice Cluster München Bundeswehrverwaltungszentrum Dachauer Straße Olympisches und Paralympisches Dorf München Temporär 20.000 Zuschauer Freestyle (Halfpipe), Snowboard (Halfpipe) Rückbau, Herstellung des ursprünglichen Zustands Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Neu 3.500 Betten Teilbereich der Liegenschaft des Bundeswehrverwaltungszentrums Nachhaltige Quartiersentwicklung, Erweiterung Olympiapark Status Kapazität Lage Nachnutzung Unabhängig von der zwischenzeitlich modifizierten Anzahl und den Kapazitäten der Olympischen und Paralympischen Dörfer gegenüber der Konzeption zu München 2018 würde es sich anbieten, im Falle eines Zuschlags der Olympischen und Paralympi- schen Winterspiele an München weiterhin an der ursprünglichen Gesamtkapazität von 3.500 Betten im Olympischen und Paralympischen Dorf in Mün- chen festzuhalten. Hierdurch böte sich die Möglich- keit, Athletinnen und Athleten des Snow Clusters und der Endurance & Sliding Zone vor oder nach den Wettkämpfen einen Aufenthalt in München zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund könnten Sondernutzungen des Olympischen und Paralympischen Dorfes, die nicht nachhaltig sinnvoll im permanenten Gebäude- und Nutzungskonzept des Quartiers untergebracht werden könnten, für die Dauer der Spiele temporär integriert werden. Mit dem Ende der Spiele und dem Rückbau der temporären Strukturen entstünden hier Erweiterungsflächen für den Olympiapark. Die neu gewonnenen Grün- und Freiflächen könnten nach- haltig in das landschaftliche Konzept des Olympia- parks integriert werden und trügen somit zur Erwei- terung und Weiterentwicklung des Olympiaparks bei. Das übergeordnete Ziel des Projektansatzes wäre ein Olympisches und Paralympisches Dorf zu schaf- fen, das wie das bestehende Dorf der Olympischen Spiele 1972 im Anschluss an die Spiele nachhaltig als barrierefreies und sozial durchmischtes Stadt- quartier genutzt werden könnte. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Simulation: Gärtner + Christ GbR 24 25 Das Medienzentrum der Olympischen und Para- lympischen Winterspiele 2022 mit dem Main Press Centre (MPC) und dem International Broadcast Centre (IBC) sollte auf dem Gelände der Messe München untergebracht werden. Die Messe bietet eine hochmoderne technische und bauliche Infra- struktur, die die hohen Anforderungen der Medien- berichterstattung in idealer Weise erfüllen könnte. Die Messe München war bereits im Rahmen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Standort des Medienzentrums. Die Anbindung des Areals an die Innenstadt und den Olympiapark wird durch die unabhängig von der Olympiabewerbung geplante S-Bahn Haltestelle zusätzlich nochmals verbessert. Ice Cluster München Messe München Medienzentrum München Bestehend / Temporär 6.000 Medienvertreter Messe München Messe Status Kapazität Lage Nachnutzung Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Die nördliche Hallenschiene der Messe könnte das IBC beherbergen: Damit würde im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in diesem Teilbereich ein modernes Kommu- nikationszentrum mit optimalen Arbeitsbedin- gungen entstehen. Die Nutzfläche von insgesamt 40.000 m2 in einer Ebene kann flexibel aufgeteilt werden und erfüllt somit alle technischen Anforde- rungen. Die unmittelbar östlich an die Hallen an- grenzenden Freiflächen könnten als Aufstellfläche für temporäre Übertragungseinrichtungen dienen. Die Messehallen südlich des IBC sowie der Komplex des Kongress Zentrums (ICM) könnten als MPC genutzt werden. Damit würde das MPC unabhängig von den vielfältig nutzbaren Kongress- und Konferenzflä- chen des Kongress Zentrums über eine nutzbare Hallenfläche von mehr als 25.000 m2 in Form eines kompakten, erschließungsoptimierten Gebäudekom- plexes verfügen. Auf dem Ausstellungsfreigelände Nord könnte ergänzend auf einer Gesamtfläche von ca. 8,5 ha ein temporäres Mediendorf entstehen, welches der Unterbringung der Medienvertreter dienen würde. Unter Beibehaltung des bestehenden Erschließungs- systems entstünden in temporärer, durchschnittlich 2- bis 3-geschossiger Modulbauweise Unterkünfte für ca. 1.500 Medienvertreter. Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 26 27 Im Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen würden die Olympischen und Paralympischen Wettkämpfe in den Disziplinen Ski Alpin (Abfahrt, Riesenslalom, Slalom, Super-G, Super-Kombination), Snowboard (PGS, SBX, Slopestyle), Freestyle (Buckelpiste, Slopestyle), Skispringen und Nordische Kombination ausgetragen werden. Darüber hinaus würde im Zen- trum von Garmisch-Partenkirchen ein Olympisches und Paralympisches Dorf für ca. 1.700 Athleten und Offizielle sowie ein Medienzentrum entstehen. Während der Bereich des dann modernisierten Kongresszentrums im Ortskern von Garmisch- Partenkirchen als Standort für das Medienzentrum genutzt werden könnte, könnte das Olympische und Paralympische Dorf unter Einbindung und Moder- nisierung des Olympia-Eissportzentrums und des Alpspitz-Wellenbads südöstlich des Bahnhofs in optimaler Entfernung zu den alpinen und nordischen Sportstätten entwickelt werden. Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Übersicht Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT 28 29 Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Kandahar Ski Alpin (Abfahrt, Riesenslalom, Super-G, Super-Kombination) Talwärts gelegene Teilbereiche der Hornabfahrt am Hausberg könnten als Austragungsort für die Snow- board- bzw. Freestyle-Disziplinen „Snowboard Cross“ (SBX), „Snowboard Parallel-Riesenslalom“ (PGS) und „Freestyle Ski Cross“ (Ski-X) dienen. Die Wett- kampfflächen entstünden damit auf bestehenden, bereits heute technisch beschneiten Pistenbereichen und würden im temporär zu errichtenden Zielbereich sowie entlang der Strecke Kapazitäten für ca. 14.000 Zuschauer bieten. Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Hausberg, Hornabfahrt Snowboard (Cross, Parallel-Riesenslalom), Freestyle (Ski Cross) Bestehend 18.000 Zuschauer Ski Alpin (Abfahrt, Riesenslalom, Super-G, Super-Kombination) Bestehende Sportstätte Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Bestehend 14.000 Zuschauer Snowboard (Cross, Parallel-Riesenslalom), Freestyle (Ski Cross) Breiten- und Freizeitsport, Tourismus Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Die alpinen „Speed-Disziplinen“ Abfahrt, Riesensla- lom, Super-G und Super-Kombination würden 2022 im Südwesten Garmisch-Partenkirchens auf der Kandahar vor ca. 18.000 Zuschauern ausgetragen werden. Die Sportstätte Kandahar wurde anlässlich der FIS Alpine Ski WM 2011 modernisiert und erfüllt dementsprechend die aktuellen FIS-Anforderungen für die Austragung Olympischer und Paralympischer Winterspiele. Insofern würden die alpinen Wettkämpfe auf der Sportstättenkonzeption der FIS Alpine Ski WM 2011, allerdings mit erhöhten Anforderungen an die Zu- schauerkapazität, basieren. Um den kombinierten Zielbereich (SBX, PGS, Ski-X) und die temporären Tribünen bereitstellen zu kön- nen, würden kleinräumige Rodungs- und Erdbau- maßnahmen erforderlich werden. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 30 31 Die seitens des IOC gegenüber 2018 neu ins Pro- gramm aufgenommenen Slopestyle-Wettbewerbe könnten ebenfalls am Hausberg auf bestehenden Pistenbereichen im Classic-Skigebiet abgehalten werden. Hier bieten sich Pistenbereiche im Umfeld des Trögllifthangs bzw. am Kreuzwankl an, auf denen die Wettkampfstätte untergebracht werden könnte. Der Zielbereich der Wettkampfstätte würde Kapazitä- ten für ca. 12.000 Zuschauern bieten. Diese könnten den Veranstaltungsort, der in schneesicherer Hö- henlage läge, mit der bestehenden Hausberg- und Kreuzeck-Bergbahn und über einen ebenfalls bereits bestehenden Winterwanderweg fußläufig erreichen. Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Hausberg, Classic-Skigebiet Snowboard (Slopestyle), Freestyle (Slopestyle) Bestehend 12.000 Zuschauer Snowboard (Slopestyle), Freestyle (Slopestyle) Breiten- und Freizeitsport, Tourismus Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Neben den im Start- und Zielbereich notwendigen Flächen für Sportlerinnen und Sportler, Offizielle und Zuschauer könnten weitere Ergänzungsflächen (z.B. Parkierungs-, Funktions- und Nebenflächen für Ath- leten, Olympische Familie, Medien und Zuschauer) im Bereich der bestehenden Stellplatzflächen an den Talstationen der Bergbahnen nachgewiesen werden. Die Buckelpisten-Wettbewerbe könnten auf bereits bestehenden Pistenbereichen der Drehabfahrt abge- halten werden. Besonders der Steilhang der Drehab- fahrt böte sich als Wettkampfstätte an. Im Zielbereich der Abfahrt könnten ca. 14.000 Zuschauer die Wett- bewerbe verfolgen. Diese würden die Sportstätte fußläufig über den bestehenden talseitigen Pisten- bereich der Dreh- bzw. der Hornabfahrt erreichen. Der Schlussanstieg zum temporären Zielbereich müsste mittels temporärer Treppenanlagen ertüchtigt werden. Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Hausberg, Drehabfahrt Freestyle (Buckelpiste) Bestehend 14.000 Zuschauer Freestyle (Buckelpiste) Breiten- und Freizeitsport, Tourismus Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Mit dem Ende der Olympischen und Paralympischen Winterspiele würden die Ertüchtigungsmaßnahmen rückgebaut und die Piste wieder der Tourismus-, Frei- zeit- und Breitensportnutzung zugänglich gemacht. Foto: picture alliance Foto: picture alliance Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept 32 33 Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Olympia-Skistadion Skispringen, Nordische Kombination Bestehend, Neubau kleine Schanze, Sanierung Skistadion 18.000 Zuschauer Skispringen, Nordische Kombination Skistadion (Großschanze, neue K90-Schanze) Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Die Wettbewerbe im Skispringen und der Nordi- schen Kombination würden im bestehenden Skista- dion mit einem Fassungsvermögen von ca. 18.000 Zuschauern abgehalten werden. Neben der im Jahr 2007 errichteten modernen Großschanze (K-125) wäre in diesem Zusammenhang auch eine K-90-Schanze erforderlich, die im Falle des Zu- schlags der Spiele am Standort der derzeit bestehen- den alten K-80-Schanze neu gebaut werden würde. Um die Langlauf-Wettkämpfe im Rahmen der Nordi- schen Kombination im Verbund mit den Sprungwett- bewerben an einem Standort abhalten zu können, würde eine temporäre „Nordische Loipe“ im Umfeld des Skistadions eingerichtet werden. Start- und Zielbereich der Loipe würden sich im Aus- laufbereich der Schanzen befinden. Die temporäre Strecke würde nordöstlich auf bestehenden Wirt- schafts- und Waldwegen über einen Anstieg in den Wald und über Kainzenbad und eine bestehende Sportplatzanlage wieder in den Innenbereich des Ski- stadions führen, wodurch sich eine Rundendistanz von ca. 2 km Länge ergeben würde. Durch die Sanierung des Olympia-Skistadions ent- stünden optimierte Flächen und Räumlichkeiten für die Olympische und nacholympische Nutzung. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Gudiberg Ski Alpin (Slalom) Bestehend 18.000 Zuschauer Ski Alpin (Slalom) Sportstätte Weltcup, Olympiazentrum Alpin Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Die Ski Alpin-Wettbewerbe im Slalom würden auf der im Zuge der FIS Alpine Ski WM 2011 moderni- sierten und ausgebauten Anlage am Gudiberg vor ca. 18.000 Zuschauern ausgetragen werden. Der Zielbereich müsste aufgrund der parallel stattfinden- den Sprungwettbewerbe in temporärer Bauweise außerhalb des Skistadions untergebracht werden. Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbHFoto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 34 35 Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Neues Kongresshaus Medienzentrum Garmisch-Partenkirchen Neu / Geplant 2.000 Medienvertreter Im Ortskern Kongresszentrum Status Kapazität Lage Nachnutzung Seitens des Marktes Garmisch-Partenkirchen wird gegenwärtig an der Entwicklung einer modernen Kongresshauskonzeption am Standort des sanie- rungsbedürftigen Kongresshauses am Kurpark gearbeitet. Im Zuge einer Machbarkeitsstudie wer- den aktuell die Anforderungen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Sanierung, eines Neubaus sowie möglicher Kombinationen im Sinne einer Sanierung in Verbindung mit einem Teilneubau ver- glichen und bewertet. Für die Olympischen und Paralympischen Winter- spiele München 2022 böte es sich an, den dann modernisierten Standort des Kongresshauses im Ortskern von Garmisch-Partenkirchen als Medien- zentrum für die ca. 2.000 Medienvertreter im Snow Cluster zu nutzen. Das dann bestehende Infrastruk- turniveau des Kongresshauses könnte die temporäre Einrichtung eines leistungsfähigen und zeitgemäßen Medienzentrums für die Dauer der Olympischen und Paralympischen Winterspiele gewährleisten. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Snow Cluster Garmisch-Partenkirchen Olympia-Eissportzentrum / Alpspitz-Wellenbad Olympisches und Paralympisches Dorf Garmisch-Partenkirchen Temporär 1.700 Betten Umfeld Olympia-Eissportzentrum, Alpspitz-Wellenbad Teilsanierung des Olympia-Eissportzentrums, Alpspitz-Wellenbad und Erschließungsmaß- nahmen touristische Sonderzone Status Kapazität Lage Nachnutzung Ca. 1.700 Athleten und Offizielle würden in Wohnge- bäuden in temporärer Modulbauweise untergebracht, die mit Abschluss der Olympischen und Paralympi- schen Winterspiele komplett rückgebaut würden. Die durch die Olympischen Maßnahmen erschlos- senen Flächen um das bestehende Olympia-Eis- sportzentrum und das Alpspitz-Wellenbad würden daraufhin wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt (Stellplatzflächen) oder durch den Markt als touristische bzw. gewerbliche Flächenpotenziale vermarktet und etappenweise entwickelt. Das Olympische und Paralympische Dorf in Garmisch-Partenkirchen würde sich südlich des Bahnhofs, unmittelbar im Umfeld des bestehen- den Olympia-Eissportzentrums und des Alpspitz- Wellenbads befinden und würde den Athleten einen optimalen Zugang zu den umliegenden Sport- und Wettkampfstätten ermöglichen. Durch die Sanierung der bestehenden Eissporthallen und die Teilmoderni- sierung des Alpspitz-Wellenbads könnte die beste- hende Hallen- und Badinfrastruktur nachhaltig in die räumliche Konzeption des Olympischen und Paralym- pischen Dorfes integriert werden. Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbHSimulation: Gärtner + Christ GbR 36 37 Die Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee würde die Wettkampfstätten für Biathlon und Langlauf in Ruhpolding sowie die Kunsteisbahn am Königssee zur Austragung der Wettbewerbe im Bob, Rennrodeln und Skeleton umfassen. Zur Unterbringung der Athleten und Offiziellen würde in Inzell ein weiteres Olympisches und Paralympi- sches Dorf errichtet werden. Darüber hinaus könnte die bestehende Max Aicher Arena als Standort für ein temporäres Medienzentrum genutzt werden. Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Übersicht Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Foto: Gemeinde Ruhpolding ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT 38 39 Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Kunsteisbahn am Königssee Bob, Rennrodeln, Skeleton Die Chiemgau-Arena in Ruhpolding wurde im Vorfeld der Biathlon-WM 2012 ausgebaut und umfassend modernisiert. Im Rahmen verschiedener Weltcup-Veranstaltungen und der WM 2012 hat sich der Standort als modernes und nachhaltiges Sportzentrum erwiesen und zählt derzeit zu den modernsten Wintersportanlagen der Welt. Die Biathlon-Wettbewerbe der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 könnten in der Chiemgau-Arena auf bereits bestehenden Strecken vor einem Publikum von ca. 23.000 Zuschauern ausgetragen werden. Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Chiemgau-Arena Ruhpolding Biathlon Bestehend 10.000 Zuschauer Bob, Rennrodeln, Skeleton Kunsteisbahn Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Bestehend 23.000 Zuschauer Biathlon Biathlon-Stadion Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Auf der bestehenden Anlage der Kunsteisbahn in Schönau am Königssee würden die Wettbewerbe im Bob, Rennrodeln und Skeleton stattfinden. Die Strecke wurde vor der FIBT Bob- und Skeleton WM 2011 modernisiert und umgebaut und entspricht in vollem Umfang den Anforderungen, die seitens des IOC an eine Olympische Sportstätte gestellt werden. Die Kunsteisbahn gehört zu den sichersten und mo- dernsten Anlagen der Welt. Die Zuschauerkapazität der Anlage beträgt ca. 10.000 Zuschauer, die vom Startbereich und von bahnbegleitenden Zuschauer- bereichen entlang der Strecke bis hin zum zentralen Tribünenbereich im Ziel die Rennen verfolgen können. Nördlich der Bahn könnten zusätzliche temporäre Ergänzungsflächen eingerichtet werden, um notwen- dige Ergänzungsnutzungen für die Sportlerinnen und Sportlern, die Olympische Familie, die Medien und sonstige Einrichtungen unterbringen zu können. Die bestehenden Sportstätten- und temporären Ergänzungsflächen sowie die verkehrlichen Ein- richtungen gelten als beispielhaft für eine moderne Sportstätte und würden dementsprechend analog zum Betrieb während den Weltcup- und WM- Veranstaltungen genutzt werden. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Foto: Gemeinde RuhpoldingFoto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 40 41 Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Am Unternberg, Ruhpolding Langlauf Temporär 20.000 Zuschauer Langlauf Rückbau, ggf. Teilerhalt von Querungselementen, Trassen o.Ä. für Freizeit- und Breitensport, Tourismus Status Kapazität Sportarten Nachnutzung Die Langlaufwettbewerbe der Olympischen und Paralympischen Winterspiele könnten im Süden von Ruhpolding im Bereich offener Wiesen und Waldrandflächen am Nordhang des Unternbergs stattfinden. Die dort bereits aufgrund des Breiten- und Freizeitsports bestehenden Loipen würden im Vorfeld der Spiele als temporäre Langlaufsportstätte mit einer Zuschauerkapazität von ca. 20.000 Zu- schauern ausgebaut. Der gegenwärtig angestrebte Verlauf der Wett- kampfloipen würde sich in diesem Zusammenhang vom Ortsteil Bärngschwendt im Westen über das südlich von Wasen gelegene temporäre Stadion mit seinen Sport- und Ergänzungsflächen bis in die Fuchsau im Osten des Gesamtareals erstrecken. Mit dem Ende der Olympischen und Paralympischen Winterspiele würde die temporäre Sportstätte wieder zurückgebaut. Soweit es sich aus Sicht der Gemein- de und der Grundeigentümer als wünschenswert erweist, würden Einzelelemente wie z.B. einzelne Streckenabschnitte, Über- und Unterquerungen von Straßen und Wegen o.Ä. erhalten und nachhaltig in den Verlauf der Freizeit- und Breitensport-Loipen- struktur integriert werden. Die Eingriffe in Natur und Umwelt in diesem Bereich wären dadurch minimal. Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Inzell Olympisches und Paralympisches Dorf Chiemgau-Königssee Neu 1.700 Betten Ortsrand im Anschluss an eine bestehende touristische Sonderzone Siedlungsflächenentwicklung, Ausbau der touristischen Sonderzone, teilweise Rückbau Status Kapazität Lage Nachnutzung Als Standort des Olympischen und Paralympischen Dorfes in der Endurance & Sliding Zone Chiemgau- Königssee wäre das Außerfeld in Inzell geeignet. Hierbei handelt es sich um eine touristische Sonder- zone, die gegenwärtig im Bestand bereits über ca. 1.000 Betten verfügt. Im Zuge der mit der Olympia- bewerbung München 2022 verbundenen Planungen und Entwicklungen soll der Standort in Übereinstim- mung mit den Planungsabsichten der Gemeinde Inzell und einem bereits positiv durchgeführten Bürgerentscheid nachhaltig erweitert und ausgebaut werden. Dementsprechend würde das ca. 1.700 Betten umfassende Olympische und Paralympische Dorf in Inzell neben bereits bestehenden Einrichtungen am Außerfeld und temporärer Bebauung mit Modulbau- ten auch neue permanente touristische Wohnbauten z.B. in Form von Hotel- und Appartementanlagen im bereits überplanten Bereich aufweisen. Diese könn- ten nach Ende der Olympischen und Paralympischen Winterspiele als touristische Objekte die Bestands- situation am Außerfeld nachhaltig ergänzen und das Angebot der Gemeinde Inzell in gewünschter Art und Weise qualitativ und quantitativ erweitern. Foto: Ruhpolding Tourismus GmbH / Andreas Plenk Foto: Inzeller Touristik GmbH 42 43 Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee Max Aicher Arena Inzell Medienzentrum Chiemgau-Königssee Bestehend 2.000 Medienvertreter Max Aicher Arena, Inzell Eisschnelllauf Status Kapazität Lage Nachnutzung Das Medienzentrum Chiemgau-Königssee könnte im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Win- terspiele ebenfalls in Inzell in der Max Aicher Arena untergebracht werden. Der hohe, stützenfreie und weitläufige Innenraum sowie die ebenerdige Erschließung der Halle würde die funktionale und effiziente temporäre Einrichtung eines leistungsfähigen Medienzentrums ermöglichen. Aufgrund der zentralen Lage könnten für alle Be- teiligten optimale Erreichbarkeiten zwischen den Wettkampfstätten, dem Olympischen und Para- lympischen Dorf und dem Medienzentrum in der Endurance & Sliding Zone Chiemgau-Königssee ge- währleistet werden. Die Nutzung dieser futuristisch anmutenden, architektonisch äußerst ansprechen- den Arena als Medienzentrum würde eine positive Darstellung der Region Chiemgau–Königssee ganz wesentlich unterstützen. Foto: Gemeinde Inzell Foto: Gemeinde Ruhpolding Kapitel 2 GesamtkonzeptKapitel 2 Gesamtkonzept 44 45 Kapitel 3 Transport Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid Für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 werden schätzungsweise knapp 5.800 Athleten und Offizielle erwartet. Darüber hinaus wird mit etwa 10.000 Medienvertre- tern und weiteren 4.500 Akkreditierten gerechnet. Gemeinsam erzeugen diese Gruppen etwa 16.000 Kfz-Fahrten pro Tag – im Falle Münchens würden sich davon etwa 35% in München, je 25% in Garmisch-Partenkirchen und in der Region Chiem- gau-Königssee sowie ca. 15% zwischen den Clustern abspielen. An- und Abreise sowie der Transport dieser Nut- zergruppen, insbesondere der Athleten, soll mög- lichst priorisiert, d.h. komfortabel, klimaneutral und umweltschonend sowie sozialverträglich und sicher, gleichzeitig aber schnell und zuverlässig erfolgen. Es geht darum, alle Gestaltungsräume zu nutzen, die Spiele nachhaltig mobil zu gestalten, da Deutschland auch hier über Vorteile verfügt. Um dies sicherzustel- len, bedarf es eines integrierten nachhaltigen Ver- kehrskonzepts. Auch sollten ein umfangreicher, auf die Bedürfnisse der Nutzergruppen zugeschnittener Fuhrpark sowie „reservierte“ Fahrstreifen, sogenann- te Olympic Lanes, auf den wichtigsten Verbindungen und Olympiarouten vorgehalten werden. Der Zuschauerverkehr macht den weit größeren Anteil am Verkehr aus. Für die Olympischen und Pa- ralympischen Winterspiele 2022 wird mit bis zu 2,3 Mio. Zuschauern gerechnet. Dafür müssten Anreize F gegeben und Maßnahmen getroffen werden, um den Anteil des privaten Pkw-Verkehrs bzw. dessen Umweltauswirkungen weitestgehend zu minimieren und den Anteil des öffentlichen Verkehrs zu stärken. In diesem Zusammenhang würde auf Neu- und Ausbauten in der Verkehrsinfrastruktur verzichtet werden, sollten diese ohne nachhaltigen Nutzen sein. Wenn bauliche Maßnahmen erforderlich würden, sollten solche zur Ausführung kommen, die ohnehin vorgesehen sind oder für die ein Bedarf angemeldet wurde. Die Forderung einer sinnvollen bedarfsorientierten (Nach-)Nutzung unabhängig von den Olympischen und Paralympischen Winterspielen beträfe auch sämtliche Fuhrparks; den Fuhrpark der Olympi- schen Familie wie auch die ggf. modernisierten oder temporär aufgestockten Fuhrparks der öffentlichen Verkehrsdienstleister. Für die schon kurz nach den Olympischen Win- terspielen folgenden Paralympischen Winterspiele werden ca. 2.000 Athleten und Offizielle erwartet. In der Vergangenheit lag die Zahl der Medienvertre- ter während dieser Veranstaltung bei etwa 1.000. Das dadurch verursachte Verkehrsaufkommen wäre entsprechend deutlich niedriger als bei den Olympi- schen Winterspielen, wenngleich die Anforderungen an die Verkehrsmittel im Einzelfall höher wären (z.B. Rollstuhltauglichkeit). Endurance & Sliding Zone Veranstaltungen 2022 186 117 33 36 Max. Zuschauer 2022 2,3 Mio. 49% 24% 27% Max. Zuschauerzufluss ca. 27.500 ca. 16.000 6.000 (BGL) pro Stunde 2022 12.700 (TS) Max. gleichzeitig ca. 63.900 ca. 36.000 ca. 10.000 (BGL) anwesende Zuschauer 2022 ca. 29.400 (TS) 46 47Kapitel 3 TransportKapitel 3 Transport Erwartete Verkehrszahlen 2022 ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT Verkehrs- und Mobilitätskonzept Mit Hilfe eines Verkehrsmengenmodells wurde die erwartete Zuschauernachfrage mit dem sonstigen Verkehrsbedarf überlagert, um eine erste Einschät- zung der Anforderungen an die verschiedenen Verkehrssysteme vornehmen zu können. Der hierbei entwickelte Ansatz setzt in erster Linie auf Verkehrsvermeidung und erst dann auf die mög- lichst umweltverträgliche Verkehrsabwicklung. Dieser Grundsatz fände seine Berücksichtigung u.a. in der endgültigen Festlegung der Wettkampfstättengrößen und der Kombination von Teil-Events (Vorläufe und Finalläufe) zu einer Veranstaltung (kein oder kaum Zu- schauerwechsel). Außerdem könnten für die Anreise zu den Clustern in Garmisch-Partenkirchen und in der Region Chiemgau-Königssee die jeweils nächstgele- genen Flughäfen in Innsbruck bzw. Salzburg anstelle des deutlich entfernter gelegenen Flughafens Mün- Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH chen genutzt werden. Dies beträfe insbesondere die Anreise der Athleten und Offiziellen. Es wird jedoch keine „Shuttle-Flüge“ zwischen München und den Flughäfen Innsbruck und Salzburg geben. Die Verkehrsplanung setzt insbesondere für den Zuschauerverkehr auf eine Maßnahmenhierarchie, die rein Olympia-bedingte Maßnahmen möglichst vermeidet und dem Zielgedanken der Nachhaltigkeit folgt. Das Verkehrskonzept für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in München könnte in großen Teilen auf bereits bestehender Infrastruk- tur aufbauen und würde lediglich in einigen Fällen Ausbaumaßnahmen oder betriebliche Anpassungen vorsehen. Der Bestand würde nur durch wenige zusätzliche bauliche Maßnahmen ergänzt, d.h. durch ohnehin geplante Straßen und Schienenwege wie in den Bedarfs- und Entwicklungsplänen des Bundes, der Länder und Kommunen bereits verabschiedet. Snow ClusterIce Cluster 48 49 Nähe einer Sportstätte fehlt, würden Pendelbus- se zwischen dem nächstgelegenen Bahnhof und der Sportstätte fahren. Dies beträfe insbesondere die Verbindungen vom Bahnhof Traunstein zu den Sportstätten in Ruhpolding sowie den Transport vom Bahnhof Berchtesgaden zur Kunsteisbahn in Schö- nau am Königssee, wie auch die Verknüpfung des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen mit den nahege- legenen Sportstätten. Darüber hinaus wären neben bedeutsamen Taktverdichtungen (z.B. vier Züge je Richtung und Stunde zwischen München und Garmisch-Partenkirchen) auch zusätzliche durchge- hende Zugverbindungen vorgesehen (z.B. München – Innsbruck, Salzburg – Berchtesgaden, München – Berchtesgaden, München – Ruhpolding). Mit diesen Maßnahmen wäre selbst in den Spitzenstunden der Zuschaueranreise zu den Veranstaltungsorten ein Schienenverkehrsanteil von 23% nach Garmisch- Partenkirchen, 25% im Landkreis Berchtesgadener Land / Schönau und 15% im Landkreis Traunstein / Ruhpolding zu erreichen – nach München dürfte sich ein Anteil von ca. 23% einstellen. Zur Spitzen- stunde wäre für die Schiene bei der Fahrt zu den Wettkampfstätten in München ein Anteil von 82%, in Garmisch-Partenkirchen immerhin von 17% realistisch. Bei den übrigen Wettkampfstätten wür- den die nächstgelegenen Bahnhöfe mit Bussen angebunden. Für Reisebusse würden u.a. das Parken in un- mittelbarer Nähe der Sportstätte ermöglicht und Sondernutzungsrechte bei der Einfahrt in zufahrts- beschränkte Zonen wie auch die abschnittsweise Nutzungserlaubnis für Olympiafahrstreifen zugeteilt. Damit könnte ein Spitzenstundenanteil von 15% bis 18% erreicht werden. Der Pkw-Verkehr (37% in Garmisch-Partenkirchen, 34% in Schönau, 38% in München, 56% in Ruhpolding) sollte in einem tief- gestaffelten System von P+R-Plätzen noch vor den Ortsgrenzen abgefangen werden. Von dort würde der Weitertransport mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vorzugsweise Schienenverkehrsmittel (in München) oder mit extra eingesetzten P+R-Pendelbussen (in Garmisch-Partenkirchen und der Region Chiemgau- Königssee) kostenfrei bis unmittelbar an die Wett- kampfstätten erfolgen. Die hierzu nötigen P+R- Anlagen sollten wo immer betrieblich möglich auf bestehenden Parkplätzen eingerichtet werden. Kapitel 3 TransportKapitel 3 Transport Um die Akzeptanz dieser P+R-Plätze zu stärken und ein Einfahren in Nahbereiche oder das widerrecht- liche Parken in sensiblen Bereichen zu minimieren, sollte die Fahrzeit zwischen P+R-Platz und Wett- kampfstätte 20 Minuten nicht überschreiten. Dazu würden u.a. die Pendelbusrouten von den Routen des Zuschauer-Pkw-Verkehrs getrennt und wo immer möglich auf Olympiaspuren geführt werden. Die Olympiaspuren wären ein wesentliches Element des Verkehrskonzepts für die Athleten und den Rest der Olympischen Familie. Innerstädtisch würde in München beispielsweise ein Fahrstreifen des Mittle- ren Rings zwischen A95 und A94 (nördliche Verbin- dung) je Richtung als Olympiafahrstreifen temporär dem Normalverkehr entzogen. Entsprechend würde auf den Überlandverbindungen zum Flughafen (A9, A92), bzw. nach Garmisch-Partenkirchen (A95 / B2neu) und auf der Strecke A94 / A9 / A8 (Mün- chen-Inntaldreieck) der Standstreifen mit genutzt, um hier ebenfalls einen durchgängigen Olympiafahr- streifen je Fahrtrichtung errichten zu können. Auch wenn der Schwerpunkt auf Maßnahmen im öffentlichen Verkehr liegt, würden auch straßenseitig Verbesserungen erforderlich werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Maßnahmen und ihr Olympiazweck gemäß dem aktuellen Pla- nungsstand aufgelistet. Unabhängig von dem olym- piabedingten Bedarf müssen die Verkehrsprojekte in der Baulast des Bundes für eine Realisierung die einschlägigen Voraussetzungen nach dem geltenden Regelwerk erfüllen: Region • Ausbau der Bahnstrecke Tutzing – Murnau (Fahrzeitverkürzung, Taktverdichtung) • Zweigleisigkeit im Bahnabschnitt Uffing – Murnau (Fahrzeitverkürzung, Taktverdichtung) München • Netzverbesserungen der Tram-Linien 20 / 21 im Bereich Stachus, Hauptbahnhof, Ackermann- bogen, Westfriedhof (Taktverdichtung) • 4-streifiger Ausbau Föhringer Ring (Ausweichroute für Mittlerer Ring während Olympia) • Ca. 9.700 P+R-Stellplätze, z.T. temporär, überwiegend auf bestehenden Parkierungsflächen (z.B. Allianz Arena, Messe München etc.) Garmisch-Partenkirchen • Anlage temporärer Bahnhalte im Bereich „Olympia-Skistadion“ und „Kreuzeckbahn- straße“ (Verbesserung des Schienenanschlusses der Sportstätten, Verkürzung von Fußwegen, Vermeidung von Pendelbusverkehr) • Fertigstellung B2-Kramertunnel (Aufrechterhaltung des Normalverkehrs während Olympia, Trennung Pkw-Verkehr und Olympiaverkehr) • Neubau B23-Wanktunnel (Aufrechterhaltung des N ormalverkehrs während Olympia, Trennung Pkw-Verkehr und Olympiaverkehr) • Neubau der Ortsumgehung Oberau (B23 / B2neu) sowie Auerbergtunnel B2neu (Kapazitätsanpassung) • Ca. 5.400 temporäre P+R-Stellplätze im Zulauf auf Garmisch-Partenkirchen Chiemgau-Königssee • Gezielter Ausbau von Bahnhöfen in der Region (u.a. behindertengerecht) • Ausbau der Bahnstrecke Salzburg Grenze – Freilassing – Berchtesgaden (Fahrzeitverkürzung, Taktverdichtung) • Ertüchtigung der Zufahrt zur Kunsteisbahn und temporärer Anlage einer zweiten Zufahrt im Bereich „An der Seeklause“ (Verbesserte Erreich- barkeit für Olympische Familie) • Temporäre Ertüchtigung (Verbreiterung) von Wegen im Zulauf zur geplanten Langlauf-Arena (Kapazitätsanpassung, Erreichbarkeit) • Verbesserung der Verkehrssituation an der Eng- stelle Eisenärzt bzw. Realisierung der geplanten Ortsumgehung Eisenärzt (Verbesserung des Begegnungsverkehrs, Anwohnerschutz) • Ca. 6.600 temporäre P+R-Stellplätze im weiteren Umfeld um Ruhpolding auf weitgehend vorhandenen Flächen • Ca. 1.400 P+R-Stellplätze im Bereich um Schönau / Berchtesgaden, davon ca. 900 auf bestehenden Parkplatzflächen, die übrigen temporär Die einzige Neuplanung, die aufgrund der Olym- pischen und Paralympischen Winterspiele initiiert würde, wäre der Bau eines zusätzlichen zweigleisi- gen Abschnitts auf der Schienenverbindung zwi- schen München und Garmisch-Partenkirchen, der im Olympischen Erbe zu einer Verbesserung des Bahnangebots (kürzerer Takt und Fahrzeitverkürzung auf ca. 70 Min.) beitragen und eine seit Langem geäußerte Forderung der Menschen in der Region umsetzen würde. Die Olympischen und Paralympi- schen Winterspiele bieten darüber hinaus die Chan- ce, bereits in Planung befindliche Schienen- und Straßenprojekte zwischen München und Salzburg beschleunigt zu realisieren. Zusätzliche Maßnahmen wie Behelfsbahnsteige, temporäre P+R-Plätze und Wegeertüchtigungen würden aus den Einnahmen des Organisationskomi- tees (OCOG) finanziert werden. Diese Maßnahmen würden nach den Spielen wieder zurückgebaut werden. Entsprechend sollten u.a. Befestigungsver- fahren zum Einsatz kommen, die den Eingriff unter Umweltgesichtspunkten minimieren bzw. bei Rück- bau weitestgehend revidieren würden. Die Konzeption wäre auf die Region München, Garmisch-Partenkirchen und Chiemgau-Königssee begrenzt. Dementsprechend werden hier explizit nur Infrastrukturen und betriebliche Maßnahmen ge- nannt, die für die Abwicklung des Olympia-beding- ten Verkehrs der unterschiedlichen Nutzergruppen während der Spiele erforderlich wären. Grundsätzlich läge der Schwerpunkt im Zuschauer- verkehr auf der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit Vorrang der Schiene und auf der Nutzung von Reisebussen. Entsprechend sollte die Nutzung dieser Verkehrsmittel gefördert werden. Dies würde neben betrieblichen und baulichen Verbesserungen für diese Verkehrssysteme Einschränkungen für den privaten Pkw-Verkehr umfassen, z.B. keine Stellplätze an den Sportstätten oder Zufahrtsbe- schränkungen in ausgewählten Bereichen. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs würde durch die Einführung eines Kombi-Tickets, d.h. einer Ein- trittskarte inkl. Fahrkarte (z.B. Bayern-Ticket) zudem gefördert. Wo die fußläufige Bahnanbindung in die Distanzen [km] und Fahrzeiten [min] O ly m p ia st ad io n / O ly m p ia p ar k M ü n ch en O ly m p is ch es D or f M ü n ch en M ed ie n d or f M ü n ch en (L eo n ro d p la tz ) H ot el zo n e M ü n ch en B ah n h of sv ie rt el / In n en st ad t M ed al P la za M ü n ch en (M ar ie n h of ) M ed ie n ze n tr u m M ü n ch en ( M es se ) M ed ie n d or f M ü n ch en ( M es se ) H b f M ü n ch en S ki sp ri n ge n , N or d . K om b ., S la lo m (G u d ib er g ) M og u ls , S B X , P G S , P S , S B -S lo p e, S ki -X , S ki -S lo p e (H au sb er g ) A lp in e A b fa h rt , S u p er -G , R S (K an d ah ar ) O ly m p is ch es D or f G ar m is ch - P ar te n ki rc h en M ed al P la za G ar m is ch - P ar te n ki rc h en (K u rp ar k ) B ah n h of G ar m is ch - P ar te n ki rc h en La n gl au f R u h p ol d in g B ia th lo n R u h p ol d in g (C h ie m ga u -A re n a) R od el , S ke le to n , B ob S ch ön au (K u n st ei sb ah n ) O ly m p is ch es D or f In ze ll k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in k m m in Flughafen MUC 2013 32 27 33 29 35 30 37 33 33 30 46 39 47 40 37 33 94 122 97 123 100 121 95 120 95 156 115 168 132 198 150 157 112 2022 32 24 33 26 35 27 37 30 33 28 46 35 47 37 37 30 83 122 86 123 89 121 85 120 84 156 107 168 123 198 140 157 106 Olympiastadion / Olympiapark München 2013 1 3 4 5 6 8 10 14 15 16 16 18 6 8 91 74 91 75 94 79 90 73 89 71 136 104 141 111 181 139 137 103 2022 1 2 4 5 6 7 10 12 15 14 16 15 6 7 91 65 91 66 94 69 90 64 89 62 136 96 141 102 181 129 137 96 Olympisches Dorf München 2013 2 3 5 8 6 10 16 18 17 20 5 8 88 70 90 74 93 78 89 72 89 71 137 105 141 111 183 143 137 103 2022 2 3 5 7 6 9 16 16 17 17 5 7 88 62 90 65 93 69 89 63 89 63 137 97 141 102 183 132 137 96 Mediendorf München (Leonrodplatz) 2013 5 8 4 7 18 20 18 20 5 8 88 70 90 74 93 78 89 72 89 71 138 107 143 112 184 145 139 105 2022 5 7 4 6 18 17 18 18 5 7 88 62 90 65 93 69 89 63 89 63 138 99 143 104 184 134 139 97 Hotelzone München Bahnhofsviertel / Innenstadt 2013 3 5 20 23 21 25 1 1 86 68 88 72 91 76 87 70 87 69 141 110 145 115 187 148 141 108 2022 3 5 20 20 21 21 1 1 86 60 88 63 91 67 87 61 87 61 141 101 145 106 187 136 141 100 Medal Plaza München (Marienhof) 2013 16 19 17 21 3 5 87 70 89 74 92 78 88 72 88 71 136 105 140 110 181 143 136 103 2022 16 17 17 18 3 5 87 62 89 65 92 69 88 63 88 63 136 98 140 102 181 132 136 96 Medienzentrum München (Messe) 2013 2 4 20 23 101 82 103 86 105 90 102 84 101 83 120 88 125 94 168 127 123 88 2022 2 3 20 20 101 72 103 75 105 79 102 74 101 73 120 83 125 88 168 119 123 83 Mediendorf München (Messe) 2013 21 25 87 104 88 106 92 103 86 102 84 121 89 125 94 169 129 123 88 2022 21 21 76 104 77 106 81 103 75 102 74 121 84 125 88 169 121 123 83 Flughafen INN 2013 55 54 58 60 61 64 57 58 57 57 54 53 2022 55 50 58 55 61 59 57 53 57 53 54 49 Skispringen, Nord. Komb., Slalom (Gudiberg) 2013 4 8 7 12 3 6 2 5 3 5 150 125 155 130 189 175 153 135 2022 4 7 7 10 3 5 2 4 3 4 150 114 155 118 189 159 153 122 Moguls, SBX, PGS, PS, SB-Slo- pe, Ski-X, Ski-Slope (Hausberg) 2013 4 7 2 3 2 4 2 3 151 127 156 132 190 178 155 139 2022 4 6 2 3 2 3 2 3 151 115 156 120 190 161 155 125 Alpine Abfahrt, Super-G, RS (Kandahar) 2013 4 7 4 7 4 7 153 132 159 136 193 182 157 142 2022 4 6 4 6 4 6 153 119 159 123 193 165 157 128 Olympisches Dorf Garmisch- Partenkirchen 2013 1 2 1 1 150 125 155 130 189 176 153 135 2022 1 2 1 1 150 114 155 118 189 159 153 122 Medal Plaza Garmisch- Partenkirchen (Kurpark) 2013 1 1 149 125 154 129 189 175 153 135 2022 1 1 149 113 154 117 189 159 153 122 Flughafen SZG 2013 42 37 47 42 27 31 44 35 2022 42 34 47 39 27 28 44 33 Langlauf Ruhpolding 2013 6 8 45 52 13 16 2022 6 7 45 47 13 15 Biathlon Ruhpolding (Chiemgau-Arena) 2013 45 50 14 15 2022 45 45 14 14 Rodel, Skeleton, Bob Schönau (Kunsteisbahn) 2013 39 46 2022 39 42 50 Kapitel 3 Transport 51Kapitel 3 Transport ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT Voraussichtliche Distanzen und Fahrzeiten 2022 120 120 103 103 52 53 Kapitel 4 Unterbringung Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid 55 Für die Dauer der Olympischen und Paralym- pischen Winterspiele 2022 werden mindes- tens 23.300 klassifizierte Zimmer der 2- bis 5-Sterne-Kategorie benötigt, um die verschiedenen Nutzergruppen der Olympischen Familie unterbrin- gen zu können. Alle Zimmer sollten so nah wie mög- lich am Zentrum der Spiele bzw. den darüber hinaus gewählten Sport-Clustern liegen, höchstens jedoch im Umkreis von 10 km. Für das eigentliche Zentrum der Spiele, im Falle Münchens das Olympiastadion, dürfen darüber hinaus auch die Zimmerkapazitäten im Umkreis von 10 km bis 50 km mit einbezogen werden. Dabei können nicht nur Hotelzimmer be- rücksichtigt werden, sondern auch Gasthöfe, Pensio- nen und alternative Unterbringungsmöglichkeiten wie private Ferienwohnungen oder Jugendherbergen. In München existieren heute im Umkreis von 10 km um den Olympiapark rund 400 Hotels und Pensio- nen, die insgesamt etwa 34.000 Zimmer bereitstel- len könnten. Zusätzlich sind im Umkreis von 50 km über 1.000 weitere Gastgewerbe angesiedelt, die nochmals über 24.000 Zimmer bereitstellen könnten. Hierbei handelt es sich allerdings häufig um Pensionen, Gasthöfe und Ferienwohnungen und -häuser, daher sind viele dieser Zimmer nicht klas- sifiziert. Ähnlich stellt sich die Gastgeberstruktur in Garmisch-Partenkirchen, Schönau am Königssee und Ruhpolding dar: Die um München liegenden ländlicheren Gemeinden zeichnen sich vor allem durch eine Vielzahl an kleinen Gasthöfen und Pen- sionen sowie privaten Vermietern aus. Im Umkreis von 10 km um Garmisch-Partenkirchen stünden insgesamt Unterbringungskapazitäten von ca. 4.500 Zimmern zur Verfügung. Schönau am Königssee böte weitere 2.500 Zimmer und im 10 km Radius um Ruhpolding ergäben sich nochmals ca. 3.500 Zim- mer aus Hotel-, Pensions- und privaten Kapazitäten. Insgesamt würden sich damit Unterbringungskapazi- täten von rund 69.500 Zimmern ergeben, von denen wiederum über 33.000 Zimmer klassifizierte Zimmer der 2- bis 5-Sterne-Kategorie wären. Die Mindestan- forderungen des IOC würden damit bereits heute weit überschritten. Die Vertreter der Medien benötigen insgesamt rund 10.000 Zimmer in den verschiedenen Sportstätten- Clustern. Dabei gilt, dass sie möglichst gesammelt und möglichst nah an den Medienzentren unter- gebracht werden sollten; dies ist essentiell für den Transport-Service. Von den 10.000 Medienvertretern würden ca. 6.000 in München und jeweils ca. 2.000 in Garmisch-Partenkirchen und in der Region Chiem- gau-Königssee untergebracht werden. In München entstünden daher zwei Mediendör- fer: Ein Mediendorf für ca. 1.500 Medienvertreter würde am Leonrodplatz in direkter Nachbarschaft zum Olympiapark gebaut werden. Als dauerhaftes Wohnquartier geplant, würde es anschließend dem Münchner Wohnungsmarkt zugeführt werden. In nächster Nähe zum Medienzentrum an der Messe München entstünde ein weiteres temporäres Mediendorf für ca. 1.500 Medienvertreter. Darüber hinaus könnten Unterkünfte für weitere 3.000 Medienvertreter aus dem umfangreichen Angebot der Münchner Hotellerie bereitgestellt werden. Dabei würden zentrumsnahe Hotelbetriebe der 4-5-Sterne-Kategorie bevorzugt. F Kapitel 4 UnterbringungKapitel 4 Unterbringung Bestand Hotels/ Gastgewerbe ***** **** *** ** Summe Unklassifizierte Betriebe Gesamt München 10-50 km 396 4.996 4.700 519 10.611 13.728 24.339 0-10 km 2.367 7.104 4.791 1.659 15.921 18.504 34.425 Garmisch- Partenkirchen 0-10 km 205 1.661 1.228 156 3.250 1.378 4.628 Schönau am Königssee 0-10 km 169 546 813 154 1.682 863 2.545 Ruhpolding 0-10 km 47 505 933 72 1.557 2.000 3.557 Gesamt 3.184 14.812 12.465 2.560 33.021 36.473 69.494 Neben den ca. 6.000 Medienvertreten in Mün- chen müssten in Garmisch-Partenkirchen Unter- kunftsmöglichkeiten für ca. 2.000 Medienvertreter vorgehalten werden. Deren Unterbringung würde nach gegenwärtigem Projektstand und vorbehaltlich der weiteren Abstimmung mit dem Markt und den Grundstückseigentümern im Bereich neuer Sied- lungsprojekte, bereits geplanter Hotelprojekte, beste- hender Einrichtungen bzw. temporärer Wohnprojekte angestrebt werden. Die 2.000 Medienvertreter in Inzell könnten im Bereich der bestehenden Unterkünfte am Außerfeld bzw. im weiteren Umfeld um das temporäre Medienzentrum in der Max Aicher Arena unterge- bracht werden. Hier würde es sich anbieten, die in Inzell bestehenden Feriendorf-Einrichtungen zu berücksichtigen. Vorläufige Zimmerkapazitäten 2022 54 ARGE München 2022 AS&P / PROPROJEKT Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH 56 57 Kapitel 5 Umwelt und Nachhaltigkeit Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid 58 59 Die Spiele sollen nicht nur negative Umwelt- einflüsse vermeiden, sondern darüber hinaus ein „Positives Grünes Erbe“ in der Region hinterlassen. Die Bewerbung der Stadt München um die Olym- pischen und Paralympischen Winterspiele 2022 hat hier die Chance, eine neue Qualität von „Nachhal- tigen Grünen Spielen“ zu definieren und in einem partizipativen Prozess ein einzigartiges, ganzheit- liches und integriertes Umwelt- und Nachhaltig- keitskonzept umzusetzen, um so ökologisch intakte Regionen mit sozial verträglichen und wirtschaftlich gestärkten Strukturen zu hinterlassen. Eine Arbeitsgruppe „Umwelt & Nachhaltigkeit“, bestehend aus Experten und regionalen Akteuren aus den Bereichen Umwelt, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft soll diese Entwicklung steuern. Moderns- te Umweltstandards und Normvorgaben sollen implementiert und Reporting-Instrumente zur Mes- sung der Zielerreichung angewendet werden, um die nachhaltige Entwicklung der Spiele fortlaufend zu optimieren. Bei der Umsetzung würden Vertreter von Verbänden und Vereinen, Behörden und politi- schen Gremien wie auch sonstige beteiligte Grup- pen frühestmöglich und umfassend in einen Dialog mit einbezogen. Dadurch wäre sichergestellt, dass Umwelt- und Naturschutzbelange nicht nur während der Planung und Durchführung der Spiele im Fokus stünden, sondern weit darüber hinaus in der Region positive Wirkung entfalten könnten. München 2022 würde langfristige positive Aus- wirkungen auf die Athletinnen und Athleten, die Olympische Familie, die Besucherinnen und Besu- cher sowie die Bevölkerung, Natur und Landschaft in der Region haben. Die Olympischen und Para- lympischen Winterspiele 2022 könnten zeigen, • wie Nachhaltigkeit neben einem hohen Schutzniveau auch lokale und regionale Wertschöpfungsketten stärken und Arbeits- plätze sichern kann und als Impulsgeber für Sport, Wirtschaft, Umwelt und Soziales dienen kann, • wie Sportgroßveranstaltungen klimaneutral ausgerichtet werden können, • wie Eingriffe in Schutzgebiete, Bergwald und bedeutende Biotopflächen verhindert oder minimiert werden können, • wie Winterspiele intakte Landschaften und Bergwelten sowie sozialverträgliche und wirtschaftliche Strukturen hinterlassen können, • wie eine kompakte Sportstättenplanung Verkehrs- belastungen, dauerhafte Flächenversiegelung und Kosten senken kann, • wie die Winterspiele in der Bevölkerung, bei Sportorganisationen, Sportlern und Gästen das Bewusstsein für Umweltschutz und einen nach- haltigen, gesunden Lebensstil wecken können, • wie wichtig Freiräume sein können, die dem natur- und landschaftsverträglichen Sport, der Jugendförderung und Bildung, der Erholung und der Gesundheit dienen und dazu beitragen, den Jugend-, Breiten- und Leistungssport in Deutsch- land stärker zu verankern, • wie internationaler Wissens- und Technologie- transfer durch innovative Verfahren und Maßnah- men dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit dienen können, • wie Transparenz und Integrität in allen öffentlichen Angelegenheiten und Bürgerbelangen gewahrt werden können und • wie die Bevölkerung von München und den Regionen Traunstein, Berchtesgadener Land und Garmisch-Partenkirchen sowie deren Kultur und Landschaft den Rahmen der Winterspiele bestim- men können. Zur Umsetzung dieser Leitlinien würde ein Um- welt- und Nachhaltigkeitskonzept entwickelt werden, welches nach endgültiger Beschlussfassung der Eva- luierungskommission des IOC im März 2015 vorgelegt würde. Damit wäre es auch gegenüber dem IOC ein verbindlicher Bestandteil der Gesamtbewerbung. Das Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept fände Eingang in den Host-City-Vertrag, den das IOC nach Zuschlag mit den Bewerbern unterzeichnet. Umweltscreening Wichtige Planungs- und Entscheidungsgrundlage ist das bereits durchgeführte Umwelt-Screening, das naturschutzfachliche Daten aller Wettkampfstätten sammelt und auswertet, die vorhandene und ge- plante Verkehrsinfrastruktur analysiert und durch eine umfassende Analyse die Grundlage für die ersten D Kapitel 5 Umwelt und NachhaltigkeitKapitel 5 Umwelt und Nachhaltigkeit klimaneutralen Olympischen und Paralympischen Winterspiele legt. In welchem Umfang Olympische und Paralympische Spiele in Natur und Ökosysteme eingreifen, wird wesentlich durch die Auswahl der Standorte für die Wettkämpfe und Olympischen Dör- fer bestimmt. Bei München 2022 läge ein kompaktes 3-Cluster-Konzept zugrunde. Die Nutzung größtenteils bestehender Sportstätten in München, Garmisch- Partenkirchen und der Region Chiemgau-Königssee würde dauerhafte Flächenversiegelungen vermeiden oder aber auf ein Minimum reduzieren. Bei der Bewerbung würden alle Anstrengungen zur Minimierung des Flächenverbrauchs unternommen werden, insbesondere von bisher nicht oder wenig versiegelten Flächen. Dabei stellen die umweltbezoge- nen Flächenbilanzierungen der Masterplanung derzeit einen vorläufigen Stand dar. In die Bilanz einbezogen wurden hauptsächlich die geplanten Sportstätten in München, Garmisch-Partenkirchen und der Region Chiemgau-Königssee sowie die Medienzentren, die Olympischen und Paralympischen Dörfer, Freiflächen und Parkplätze. Die Sportstätten wurden im Sommer 2013 einem Umwelt-Screening unterzogen, das mit der Konkretisierung der Planung nachgeführt würde. Die Region ist für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 bestens ge- rüstet – viele Sportstätten auf international höchstem Niveau existieren bereits. Bei bis zu 80% der Sport- stättenfläche handelt es sich um durch den Sport intensiv genutzte Pisten, Schanzenanlagen, Hallen und Bahnen, bei denen keine dauerhaften baulichen An- passungen notwendig wären. 15% der Sportstätten- fläche würde temporär für die Winterspiele verwendet, wobei eine Regeneration und Wiederherstellung der landwirtschaftlich genutzten Freiflächen bzw. der Sportplätze im Olympiapark sichergestellt wäre. Die Event-Arena sowie das Olympia-Eissportzentrum in München würden durch neue Gebäude ersetzt, so dass es im Zuge der Winterspiele zu keiner zusätzli- chen Versiegelung käme. Lediglich ein kleiner Teil der gesamten Sportstättenfläche (ca. 1%) wäre explizit für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele baulich umzugestalten bzw. zu erweitern. Die globale Erwärmung und insbesondere das Wetter beeinflusst den Wintersport aufgrund seiner Abhän- gigkeit von kalten Temperaturen in besonderem Maße. Dies gilt weltweit für alle Bewerberorte. Bei der vorlie- genden Planung wurden die schneesichersten, bereits erschlossenen Standorte berücksichtigt und eine Anpassungsstrategie mit zahlreichen Präventivmaß- nahmen zur Sicherung der Wettbewerbe entwickelt. Grundsätzlich ist dabei festzuhalten, dass es um die Durchführung einer Veranstaltung über wenige Win- terwochen im Februar und März 2022 geht. Schnee- sicherheit bei Olympischen und Paralympischen Winterspielen wird bereits heute und zukünftig durch technische Beschneiung und innovatives Schneema- nagement sichergestellt. Aus diesem Grund würden die Schneesport-Wettbewerbe 2022 überwiegend auf bereits bestehenden, gegenwärtig ohnehin tech- nisch beschneibaren Strecken und Pisten ausgetragen werden. Eine Gefährdung der Winterspiele durch eine allgemeine globale Erwärmung ist im Zeitraum der nächsten 10 – 15 Jahre nicht zu erwarten. München 2022 würde den bereits erfolgten Anpassungsprozess des Wintersports an veränderte Klimabedingungen in den bayerischen Alpen nutzen und den Klimaschutz durch temporäre Lösungsansätze, Technologien zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, kli- mafreundliche Produkte und die Nutzung erneuerbarer Energien in den Fokus rücken. Leitthemen München 2022 könnte die Vision eines „Grünen Olympischen Erbes“ wahr werden lassen. Dazu wurden die Leitlinien für die unterschiedlichen Hand- lungsfelder zu vier regional, national und international bedeutsamen Leitthemen konzentriert. Schutz des Klimas München 2022 würde alle Anstrengungen unterneh- men und sich im Zuge der Bewerbung verpflichten, die während der Spiele in Deutschland entstehenden Treibhausgasemissionen durch Klimaschutzprojekte in der Region zu kompensieren. Weltweit entstehende Emissionen (insbesondere durch die Flugreisen) wür- den durch internationale Umweltprojekte, die höchs- ten Qualitätsstandards entsprächen, ausgeglichen. Die Kompensationsmaßnahmen wären langfristig angelegt, so dass eine CO 2-Minderung auch über das Jahr 2022 hinaus gesichert wäre. Dadurch könnten insgesamt mehr Emissionen kompensiert werden als die Olympischen und Paralympischen Winterspiele tatsächlich erzeugen würden. 60 61Kapitel 5 Umwelt und NachhaltigkeitKapitel 5 Umwelt und Nachhaltigkeit Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen München 2022 würde die biologische Vielfalt erhalten und schützen und die weitere Zerschneidung von Le- bensräumen unterbinden. Die Spiele könnten Eingriffe in Natur und Schutzgebiete, Bergwälder und bedeu- tende Biotopflächen vermeiden. Ressourcenschonung und vermehrte Ressourceneffizienz erfolgten über eine Verminderung von Wasserverbrauch und Abfallauf- kommen bzw. Recyclings, unvermeidbare Flächenein- griffe würden durch Renaturierung von Ausgleichsflä- chen kompensiert. Jugend- und Sportentwicklung Im Zuge der Bewerbung könnten Freiräume geschaf- fen werden, die dem Sport, der Jugendförderung und Bildung, der Erholung und der Gesundheit dienen würden. Die nachhaltige und integrative Sport- und Vereinsentwicklung in Deutschland würde gefördert werden. In Bezug auf die Olympische Idee und unter Nutzung der Popularität des Olympischen Sports würden gezielt Projekte und Aktivitäten entwickelt werden, die Wissen und Informationen für individuell nachhaltige Konsum- und Lebensweisen in eine breite Bevölkerungsschicht tragen würden. Die Olympische Bewegung setzt auf die nachfolgenden Generationen und soll Kindern und Jugendlichen einen Zugang zum Olympischen Sport ermöglichen. Kultur- und Regionalentwicklung Im Rahmen des Sportstättenkonzepts würde beson- ders der ländliche Raum berücksichtigt werden, der weite Teile Bayerns prägt. Im Rahmen der Aktivitäten würde die kulturelle Wertigkeit der Bayerischen Alpen und ihres Vorlands gestärkt und gleichzeitig die nach- haltige Nutzung der historisch gewachsenen Kultur- landschaft gesichert werden. Durch eine Vernetzung der Naturschutzgebiete und der Kulturlandschaften könnte den ökonomischen Ansprüchen der Gemein- den entsprochen, die natürlichen Lebensgrundlagen für die in der Region lebenden Menschen erhalten und die biologische Vielfalt langfristig gesichert werden. Die integrale Entwicklung des ländlichen Raumes würde in seiner vielfältigen Bedeutung für Tourismus, Wirtschaft und Erhalt der Kultur und Tradi- tion gestärkt werden. Leitprojekte Ein nachhaltiges Olympia wäre mehr als die Im- plementierung von Umweltschutz in der Welt des Sports. In der Olympischen Nachhaltigkeitsidee steckt ein enormes Innovationspotenzial für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Deutschland hat hier mit seinen erfolgreichen Konzepten wie Green Cham- pions (2007) sowie Green Goal (2006, 2011) gute Ansatzpunkte, die mithelfen sollen, weiteres Optimie- rungspotenzial auszuschöpfen. Kern des Konzepts wären daher innovative Projekte, die die ökologischen, ökonomischen und sozialen Leitlinien und -themen realisieren könnten und die dafür sorgen würden, dass München 2022 weit mehr als die gesetzlichen Mindestvorgaben erfüllen könnte. Nach dem der- zeitigen Planungsstand kommen – vorbehaltlich der Finanzierungszusagen durch Bund und Freistaat – z.B. folgende Projekte in Frage: • Plusenergiedörfer 2022: Das neu zu errichtende Olympische und Paralym- pische Dorf in München und alle permanenten Gebäude würden im Plusenergie-Standard errichtet werden. • Nachhaltiger Olympiapark 2022: Die Olympischen Sportstätten von 1972 würden unter Beibehaltung und Stärkung des einmaligen C harakters des Olympiaparks energetisch saniert werden. • Green Building Materials 2022: Bei allen Bauvorhaben würde auf ökologisch vor- teilhafte Baustoffe wie Recyclingmaterialien, Holz und CO 2-armer Zement zurückgegriffen werden. • 100 Sportvereine reduzieren 2022 t CO2/a: Durch zeitgemäße Sanierungsmaßnahmen könnten im Breiten- und Vereinssport in Bayern und in ganz Deutschland Energieeffizienzmaßnahmen durch- geführt werden. Damit würde München 2022 einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz und zugleich zur Modernisierung der sanierungsbedürftigen Sportinf- rastruktur leisten. Der Breitensport und seine Vereine könnten so als Multiplikatoren für den Klimaschutz und gesteigerte Energieeffizienz gewonnen werden. • Klimakompensation des internationalen Luftverkehrs: Unvermeidbare Treibhausgasemissionen durch die Flugreisen der Sportler, Offiziellen und privaten Zu- schauer würden durch Investitionen in zusätzliche Klimaschutzprojekte weltweit kompensiert werden. • Grüne Flotte 2022: Pkw, Busse und Bus-Shuttle zum Transport der Sportler, Betreuer, Delegationen und Medienver- treter würden ausschließlich mit alternativen Antrieben ausgestattet und durch regenerativ erzeugte Energien versorgt werden. • Zuschauermobilität – Vorfahrt für den öffentlichen Verkehr: Mehr als 50% der Besucher würden mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach München, Garmisch-Partenkirchen und die Region Chiemgau- Königssee reisen. Serviceangebote wie eine Olym- pische Mobilitätsapp würden die Vernetzung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel fördern. • Aufwertung der Biotopqualität von Wintersportstätten: Die in den genutzten Wintersportgebieten und Regionen vorkommenden Biotope und Arten würden gesichert, vernetzt und entwickelt. • Naturschutzfachliche Ausgleichsflächen: Regionale naturschutzfachliche Ausgleichsflächen zur Entwicklung der insbesondere seltenen, schüt- zenswerten und bedrohten, wildlebenden Arten und ihrer Lebensräume würden geschaffen, um die Artenvielfalt in der Olympia-Region langfristig zu sichern. Im Landkreis Traunstein wird hierzu bereits an einem ganzheitlichen Ausgleichskonzept gearbeitet. • Temporäre Flächennutzung: Landschaftsverträgliche Verfahren und ressourcen- schonende Materialien für die zeitlich begrenzte Umnutzung von landwirtschaftlichen Flächen würden entwickelt und erprobt werden. • Kreislaufwirtschaft 2022: Die Entstehung von Abfällen würde mithilfe von Mehrwegsystemen auf ein Minimum begrenzt. Abfälle würden in regionalen Behandlungsanlagen verwertet werden und so zur regionalen Kreislauf- wirtschaft beitragen. • Gesunde Ernährung 2022: Die in den Sportlerkantinen und an den Sportstätten angebotenen Grundnahrungsmittel kämen zu 100% aus der Olympia-Region und Bayern. Davon sollten mindestens 50% nach biologischen Anbaumetho- den hergestellt bzw. erzeugt worden sein. • Faire Beschaffung und Merchandising 2022: Alle mit dem Olympia-Logo versehenen und speziell für München 2022 angefertigten Fanartikel und Merchandisingprodukte würden unter Einhal- tung ökologisch vorteilhafter Bedingungen (z.B. „Umweltengel“), menschenwürdiger Arbeits- bedingungen und mit einem hohen Anteil aus recycelten Materialien hergestellt. • BergTour 2022: Bergsport und Tourismus im bayerischen Alpen- raum würden nach den drei Säulen der Nachhal- tigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – qualitativ weiterentwickelt. • Olympisches Grün: Grün bewegt: Die vielfältigen Funktionen der Münchner Freiräu- me, z.B. für Sport, Spiel, Erholung, Naturraumerhalt und Klimaausgleich, würden erhalten und nach- haltig gestärkt. • 360° Olympic und Paralympic Manager: Schulklassen und Jugendliche aus Vereinen erhielten Gelegenheit für praktische Tätigkeiten im Projektgebiet, z.B. bei der Habitatpflege oder Loipengestaltung. Dadurch könnten die Jugend- lichen die Zusammenhänge zwischen Sport und Umwelt erfahren und verinnerlichen und direkte und unmittelbare Bezüge zur Natur erleben. • Trimming 2022 – Deutschland wird fit für Olympia: In den vergangenen 200 Jahren ist in Deutschland ein einzigartiges Netzwerk von Sportvereinen und Breitensportangeboten entstanden. Der Zeitraum 2015 bis 2022 könnte genutzt werden, um unter dem Dach einer medienwirksamen Kampagne mit diesem Vereins- und Angebotsspektrum breite Teile der Bevölkerung zu mehr Sport und Bewegung zu motivieren und um für die Sportvereine zu werben. Diese Projekte, Initiativen und Bildungsprogramme würden Bürger aller Schichten und jeden Alters ansprechen, die wesentlichen Handlungsfelder einer nachhaltigen Entwicklung aufgreifen und breite Bevölkerungsschichten für den Umwelt- und Natur- schutz sensibilisieren. Sie folgen dem Dreiklang der nachhaltigen Idee in der Region und weit darüber hin- aus. Damit wären sie nicht zuletzt für die Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 ein besonderes Merkmal im internationalen Wettbewerb und würden eine positive ökologische Bilanz der Winterspiele weit über 2022 hinaus ermöglichen. 62 63 Kapitel 6 Finanzierung Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH München 2022 Bürgerentscheid 64 Im Rahmen der Finanzierung Olympischer und Paralympischer Spiele werden zwei wesentliche Budgets unterschieden: Das OCOG (Organising Committee for the Olympic Games) Budget und das Non-OCOG Budget. Das OCOG Budget ist das „Veranstaltungsbudget“ der Olympischen und Paralympischen Spiele und beinhaltet alle operativen Kosten, die im Zuge der Ausrichtung der Spiele entstehen. Hierunter fallen neben den Kosten für Verwaltung, Verpflegung und Transport beispielsweise auch Kosten für tempo- räre Baumaßnahmen sowie Kosten für temporäre Informations- und Telekommunikationssysteme. Üblicherweise können diese Kosten durch die Ein- nahmen z.B. aus Rechtevermarktung und Ticketver- käufen gedeckt werden. Einen großen Anteil haben daran die vom IOC weitergeleiteten Einnahmen aus Fernsehrechten und dem TOP-Sponsorenprogramm. Dem OCOG Budget steht das Non-OCOG Budget gegenüber. Das „Investitionsbudget“ beinhaltet sowohl Olympia-abhängige als auch Olympia-unab- hängige Kosten. Olympia-abhängige Kosten bezie- hen sich auf solche Maßnahmen, die nur umgesetzt werden, wenn die jeweilige Bewerberstadt tatsäch- lich als Host City zur Ausrichtung der Winterspiele 2022 ernannt wird. Hierzu zählen u.a. bauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Sportstätten und Olympischen und Paralympischen Dörfern. Bei den Olympia-unabhängigen Kosten handelt es sich um Maßnahmen, die unabhängig vom Ausgang der Olympiabewerbung geplant sind und mittelfristig realisiert werden sollen. Im Falle eines Zuschlags für die Winterspiele 2022 würden diese Projekte aber eine höhere Priorität erhalten und früher als vorge- sehen umgesetzt – beispielsweise Maßnahmen wie Straßenbau- und Tunnelprojekte, aber auch Investiti- onen privater Natur, etwa in Hotelneubauten. Finanzierungskonzept München 2022 Das Finanzierungskonzept für eine mögliche Bewer- bung Münchens um die Ausrichtung der Olympi- schen und Paralympischen Spiele 2022 basiert auf dem Ansatz der Bewerbung für die Winterspiele 2018 unter Berücksichtigung wesentlicher Ver- änderungen der prognostizierten Einnahmen und Ausgaben – insbesondere infolge des optimierten Bewerbungskonzepts und der gestiegenen Umwelt- schutzauflagen, aber auch aufgrund von externen, volkswirtschaftlichen Einflüssen wie etwa Inflation und Wechselkurseffekten. Zur Prognose der Einnahmen und Ausgaben für die Winterspiele 2022 erfolgte im ersten Schritt eine Prüfung der Kosten- und Erlösansätze (IST-Stand 2010), die im Rahmen der Bewerbung für die Win- terspiele 2018 als Basis für die Budget-Kalkulation dienten. Sofern aktuellere und belastbare Informatio- nen verfügbar sind, wurden neue Kosten- und Erlös- ansätze (IST-Stand 2014) in Bezug auf das Bewer- bungskonzept der Winterspiele 2022 veranschlagt. Im letzten Schritt erfolgte eine Fortschreibung der IST-Zahlen über den Betrachtungszeitraum von 2010 bzw. 2014 bis 2022 auf Basis der prognostizierten Inflationsraten des Internationalen Währungsfonds (IWF) bis einschließlich 2018 sowie unter Annah- me einer konstanten Inflationsrate von 1,9% für den Zeitraum von 2019 bis 2022 – in Anlehnung an das langfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) – und unter Berücksichtigung von entsprechenden Wechselkurseffekten zwischen US- Dollar und dem Euro. OCOG Budget Für die Erstellung des OCOG Budgets wurde in der Vergangenheit ein integriertes Finanzierungsmodell entwickelt. Die Finanzplanung per 2018 basierte auf einer detaillierten Analyse vergangener und künftiger Winterspiele, internationaler Wintersportveranstal- tungen in Deutschland sowie weiterer Sportgroßver- anstaltungen. Die OCOG Einnahmepotenziale aus Werbung, dem Verkauf von Eintrittskarten und Wer- beartikeln sowie andere Erlösquellen wurden mittels Vergleichsdaten und spezifischer nationaler Gege- benheiten ermittelt. Infrastrukturmaßnahmen werden vollständig aus dem Non-OCOG Budget finanziert. Auf der Einnahmenseite wären im Zusammenhang mit dem optimierten Bewerbungskonzept insbeson- dere Erlössteigerungen im Bereich Eintrittskarten zu erwarten, da im Vergleich zur Bewerbung für die Winterspiele 2018 sowohl neue Events (Team-Wett- bewerbe im Biathlon, beim Rennrodeln und beim Eiskunstlauf sowie Frauen Skispringen) als auch Disziplinen (Ski Halfpipe, Ski Slopestyle, Parallel Slalom, Snowboard Slopestyle) und zusätzliche Wettkampfstätten hinzukommen werden. Auf der Kostenseite würde das Bewerbungskon- zept 2022 nach ersten Annahmen aufgrund des zusätzlichen Clusters gegenüber München 2018 insbesondere zu Steigerungen in den operativen Bereichen Transport, Paralympische Spiele, Sicher- heit & Medizin sowie Medienzentren führen. Das OCOG Budget läge nach ersten Schätzungen bei rund 1,5 Mrd. Euro. Die nachfolgende Darstellung (IST-Werte 2014) einer indikativen Schätzung der OCOG Budget-Ver- änderungen von München 2022 gegenüber Mün- chen 2018 orientiert sich an der vom IOC vorgege- benen Struktur zum Aufbau der Kostenseite. Kapitel 6 Finanzierung I MUC 2018 Operations Inflationierung MUC 2022 (Durchführung) 1.800 1.600 1.400 1.200 800 600 400 200 – Quelle: Deloitte & Touche GmbH, Vorläufiger Stand Indikative Schätzung OCOG Budget-Veränderungen zu München 2018 in M io . E u ro 65Kapitel 6 Finanzierung Budgets für die Finanzierung Olympischer und Paralympischer Spiele Quelle: Deloitte & Touche GmbH auf Basis der IOC 2022 Candidature Acceptance Procedure Operative Kosten der Aus- richtung der Spiele (z.B. für temporäre Baumaßnahmen, Zeremonien) Olympia-abhängige Kosten, die nur im Fall der Ernennung zur Host City 2022 umgesetzt werden (z.B. Wettkampfstät- ten, Olympische und Paralym- pische Dörfer, Mediendorf) Olympia-unabhängige Kosten, die in jedem Fall umgesetzt werden (z.B. Verkehrsinfra- struktur, private Hotelbauten) OCOG Budget „Veranstaltungsbudget“ Non-OCOG Budget „Investitionsbudget“ 66 67 Im Finanzierungskonzept der Bewerbung Münchens um die Ausrichtung der Winterspiele 2018 wurde von einem ausgeglichenen Budget ausgegangen. Dies bedeutet, dass im OCOG Budget die Einnah- men die Ausgaben decken und lediglich für die Durchführung der Paralympischen Winterspiele öffentliche Zuschüsse in Anspruch genommen werden müssen. Dieses Budgetziel sowie die transparente Herleitung der Budgetsummen und der Aufbereitung würden auch im Hinblick auf die Bewerbung für die Winterspiele 2022 angestrebt und konsequent verfolgt. Non-OCOG Budget Die Auswirkungen des neuen Bewerbungskonzepts 2022 auf das Non-OCOG Budget wären vergleichs- weise gering, da die neu hinzugekommenen Sport- stätten entweder bereits existieren, oder im Rahmen des OCOG Budgets temporär errichtet werden. Da das Bewerbungskonzept weiter optimiert wurde, ist die Steigerung gegenüber der Bewerbung 2018 zu einem erheblichen Teil auf die Inflationsanpassung zurück zu führen. In Summe betrachtet würden nach MUC 2018 Capital Investment Inflationierung MUC 2022 (Investitionen) Quelle: Deloitte & Touche GmbH, Vorläufiger Stand Indikative Schätzung Non-OCOG Budget-Veränderungen zu München 2018 in M io . E u ro Kapitel 6 FinanzierungKapitel 6 Finanzierung 2.500 2.000 1.500 1.000 500 – aktuellem Planungsstand rund 1,8 Mrd. Euro (IST- Stand 2014) im Non-OCOG Budget berücksichtigt werden. Das ist nicht nur im internationalen Vergleich vergleichsweise gering, der hohe Anteil an ohnehin geplanten Infrastrukturen mit einer fortgeschrittenen Planungsreife minimiert auch das Risiko späterer Kostenüberschreitungen. Von der Gesamtsumme wären lediglich rund 670 Mio. Euro direkt Olympia-abhängige Kosten, die nur im Falle des Zuschlags für die Ausrichtung der Olym- pischen und Paralympischen Winterspiele 2022 um- gesetzt werden würden. Etwa 530 Mio. Euro davon würden voraussichtlich durch die Öffentliche Hand getragen und würden für Infrastrukturprojekte wie die Entwicklung neuer Wohnanlagen im Rahmen des Olympischen Dorfes in München verwendet werden. Ca. 140 Mio. Euro wären private Investitionen. Die verbleibenden rund 1,1 Mrd. Euro wären für Maßnahmen vorgesehen, die bereits geplant sind und von der Öffentlichen Hand bzw. privaten Investo- ren auch ohne Olympia realisiert werden würden. Foto: Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH

  • Auszug_aus_Innsbruck-Tirol-Olympia2026_Machbarkeitsstudie.pdf
    Machbarkeitsstudie OLYMPISCHE UND PARALYMPISCHE WINTERSPIELE INNSBRUCK /TIROL 2026 ASt+P s41/D MéI C\/CNIT NA Wax \ 2 MANAGEMENT CENTER EVENT MANAGEMENT — innspruck Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 132 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI 10 Impressum PROPROJEKT Planungsmanagement & Projektberatung GmbH, Frankfurt Projektverantwortung: Strategie Gesamtkonzept Finanzierung & Marketing AS+P Albert Speer + Partner GmbH, Frankfurt Projektverantwortung: Masterplanung Venue Planung Verkehrsplanung SOLID – Event Management + Consulting GmbH, Innsbruck Projektverantwortung: Venue Management Venue Overlay MCI Management Center Innsbruck Projektverantwortung: Tourismus & Unterbringung Umwelt & Nachhaltigkeit (Univ. Prof. Dr. Ralf Roth, Deutsche Sporthochschule Köln) Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 2 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Inhalt 1 Einführung 4 2 Herangehensweise und Vorgehen 5 2.1 Zielsetzung 5 2.2 Prozess und Methodik 6 2.3 Planungstiefe 8 3 Untersuchung der Ausgangssituation 9 3.1 Kernanforderungen: Olympische Winterspiele 9 3.1.1 Wettkampfstätten 9 3.1.2 Nicht-Wettkampfstätten 11 3.1.3 Transport und Verkehr 12 3.1.4 Unterbringung 13 3.1.5 Sicherheit 14 3.1.6 Zeitraum der Spiele 14 3.2 Kernanforderungen: Paralympische Winterspiele 15 3.3 Innsbruck / Tirol - Der mögliche Ausrichter 16 3.4 Erwartungen aus der Bevölkerung 19 4 Strategische Grundsätze der Konzeptentwicklung 22 5 Standortfilterung / Voranalyse 24 6 Szenarienanalyse 27 6.1 Abhängigkeiten 27 6.2 Wettkampfstätten 28 6.2.1 Ski Alpin 29 6.2.2 Freestyle Ski / Snowboard 30 6.2.3 Langlauf / Nordische Kombination 31 6.2.4 Biathlon 31 6.2.5 Bob – Rodeln - Skeleton 32 6.2.6 Skispringen 33 6.2.7 Curling 35 6.2.8 Eiskunstlaufen und Short Track 37 6.2.9 Eisschnelllauf 37 6.2.10 Eishockey 39 6.3 Eröffnungs- und Schlussfeier 42 6.4 Medienzentren 44 6.4.1 International Broadcast Centre (IBC) 44 6.4.2 Main Press Centre (MPC) 46 6.5 Olympisches Dorf / Olympische Dörfer 47 7 Empfehlung Gesamtkonzept 51 7.1 Venue-Konzept – Olympische Winterspiele 51 7.1.1 Übersicht Olympiaworld Innsbruck 53 7.1.2 Tivoli Stadion Tirol 54 7.1.3 Olympiahalle Innsbruck (Olympiaworld) 55 7.1.4 Tiroler Wasserkraft Arena (Olympiaworld) 56 7.1.5 Big Air Schanze (Olympiaworld) 57 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 3 132 7.1.6 Olympia Eiskanal Innsbruck / Igls 58 7.1.7 Bergiselschanze Innsbruck 59 7.1.8 Snow Park Kühtai 60 7.1.9 Nordic Arena Seefeld 61 7.1.10 St. Anton am Arlberg 62 7.1.11 Biathlonzentrum Hochfilzen 63 7.1.12 Max-Aicher-Arena Inzell 64 7.2 Venue-Konzept – Paralympische Winterspiele 65 7.3 Unterbringung 67 7.3.1 Unterbringungskapazitäten gemäß IOC Anforderung 68 7.3.2 IOC Hotel(s) 70 7.3.3 Fan-Unterbringung und Herkunft 71 7.3.4 Auswirkungen auf den Tourismus 79 7.4 Transport und Verkehr 80 7.4.1 Nationale und internationale Erschließung 80 7.4.2 Bestehende regionale und lokale Verkehrsinfrastruktur 83 7.4.3 Operative Zielsetzungen 85 7.4.4 Mengengerüst 86 7.4.5 Maßnahmen 98 7.5 Umwelt & Nachhaltigkeit 104 7.5.1 Rahmenvorgaben 104 7.5.2 Umweltscreening Wettkampfstandorte 108 7.5.3 Entwicklungsrahmen Nachhaltigkeitsthemen 117 7.5.4 Nachhaltige Leitziele einer möglichen Bewerbung 118 8 Finanzen 120 8.1.1 Grundlagen der Kalkulation 120 8.1.2 Die Budgets Olympischer Spiele 121 8.1.3 Einnahmepotentiale des Organisationskomitees 122 8.1.4 Kosten für die Organisation und Durchführung der Spiele (OCOG Budget) 126 8.1.5 Kosten langfristiger Investitionen (Non-OCOG Budget) 129 8.1.6 Sozio-Ökonomische Effekte 129 9 Abschließende Einschätzung 131 10 Impressum 132 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 104 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI 7.5 Umwelt & Nachhaltigkeit Unter Berücksichtigung der in Kapitel 4 untersuchten Ausgangssituation, kann ein nachhaltiges Konzept für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 in Innsbruck / Tirol nur ein modernes, regional tragfähiges Format mit hoher internationaler Reputation sein. Sport und Tourismus tragen hier eine große Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der Region, der Gesellschaft und der internationalen Gemeinschaft. Nachfolgend werden erste Ideen und Entscheidungsgrundlagen für ein nachhaltiges Konzept für die Olympischen und Para- lympischen Winterspiele 2026 beschrieben. In der vorliegenden Machbarkeitsstudie wurden erste Rahmenbedingungen erfasst, relevante Handlungsfelder identifiziert und über ein Variantenstudium und Szenarien die überzeugendsten Austragungsorte für die Wett- kämpfe ausgesucht. Diese Standortsauswahl (Vorzugsvarianten) bestimmt dabei wesentlich den jeweiligen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fußabdruck unter Berücksichtigung der möglichen Folgenutzungen. Im Ergebnis wurden erste Umweltscreenings für die Vorzugsvarianten erstellt, die wesentlichen Erkenntnisse zusammengefasst und erste Überlegungen für „Strategische Leitplanken einer nachhaltigen Entwicklung“ skiz- ziert. Der vorliegende Entwurf dient so als Diskussionsgrundlage und Rahmen für die Weiterentwicklung der Bewer- bung und die mögliche Durchführung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 in Innsbruck / Tirol und Österreich. 7.5.1 Rahmenvorgaben Die Grundlage für die vorliegende Arbeit bildet ein modernes Verständnis von Nachhaltigkeit und die Ziel- übereinkunft, dass das Konzept von Beginn an ökologisch verantwortbar, sozial verträglich und wirtschaftlich tragfähig sein muss. Im Zentrum stehen die Winterspiele und der Sport als möglicher Impulsgeber für eine nachhaltige Entwicklung in Tirol. Die vorliegende Machbarkeitsstudie liefert dabei wesentliche Kennwerte und Entscheidungsgrundlagen für die Politik. Regionale Rahmenvorgaben Eckdaten zum Selbstverständnis und Nachhaltigkeitsbezüge von Innsbruck und Tirol lassen sich aus verschie- denen offiziellen Erklärungen, Projekten und einer Bürgerbefragung in Innsbruck und Tirol ableiten. Diese Sich- tung und Strukturierung vorhandener Quellen und die Befragung sind Grundlage für die Entwicklung eines regional bezogenen Konzeptes. Hierzu wurden u.a. folgende Quellen ausgewertet: Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 105 132 Lebensraum Tirol 4.0 Standortstrategie Tirol (2017) Tirol ist das pulsierende Zentrum für das nachhaltige Entwickeln, Ge- stalten und Erleben der Zukunft des alpinen Lebensraums. „Tirol – Herz der Alpen. Ein Lebens- raum im Dialog mit der alpinen Na- tur.” Leistungsfelder: Spannungsbogen Kultur & alpine Natur Elementare alpine Erlebnisse Heimat des Bergsportes Aktivste Outdoor-Szene der Alpen Das Forschungs- & Bildungszentrum der Alpen Pionier für gesundes Leben in den Alpen Führend in alpiner Technologie Schätze der alpinen Landwirtschaft ZukunftsRaum Tirol_2011 Strategien zur Landesentwicklung Raumordnungsplan (2011) „Zentrales Ziel ist es, dass sich Ti- rol weiterhin als attraktiver Lebens- und erfolgreicher Wirtschaftsraum entwickelt. Angesichts der Vielfalt und zum Teil auch Widersprüchlichkeit der dabei zu berücksichtigenden Erforder- nisse und Interessen kann diese Zielsetzung langfristig nur mit der Zielsetzung der Nachhaltigkeit im Hintergrund verwirklicht werden [...]” (S. 45) Wesentliche Schwerpunkte: Qualitätsvolle, bodensparende Siedlungsentwick- lung Standortoptimierung für Wirtschaft u. Infrastr. Sorgsamer Umgang mit unserem Natur- u. Land- schaftsraum Prävention vor Naturgefahren unter Berücksichti- gung aktueller Entwicklungen Abstimmung zwischen Mobilität u. Raumordnung Konsequenzen aus dem demografischen Wandel Beitrag der Raumordnung zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel Tiroler Weg 2021 Strategie für den Tiroler Tourismus (2015) Tirol ist der Inbegriff Alpinen Le- bensgefühls. Leitlinien: Tirol ist Lebens- und Erholungsraum zugleich Tirol ist anerkannter Kompetenzführer im alpinen Tourismus Der Tiroler Tourismus ist familiengeprägt und ge- nerationenübergreifend Markenprofil Tirol (2012) Tirol ist Kraft mit alpiner Lebens- qualität voll Beständigkeit und Er- neuerung, geprägt von machtvoller Bergwelt und kulturellen Schätzen. Markenwerte: Stark, Eigenwillig, Echt, Verbunden, Mutig Markenstil: Jung, Selbstbewusst, Außergewöhnlich, Klar, Achtsam Markenprofil Innsbruck (2013) Die Symbiose aus Urbanem und Al- pinem ist das Alleinstellungsmerk- mal Innsbrucks. Markenwerte und -themen: Jung, Intelligent, weltoffen Avantgardistische Alpine Ästhetik Kompetenzfeld Sport Faszination Alpine Bergwelt Ökologische Exzellenz Pulsierender Urbaner Raum Tirol 2050 energieautonom TIROL 2050 ist ein Prozess, der alle interessierten Akteure einbindet. Bis zum Jahr 2050 soll der gesamte Energiebedarf Tirols aus eigener Produktion und heimischen Quellen abgedeckt werden. TIROL 2050 energieautonom unterstützt Menschen, Systeme, Initiativen und Unternehmen, Energie spar- sam einzusetzen und ressourcenschonende Alternati- ven zu verwenden. Bis zum Jahr 2050 soll der Ener- gieverbrauch in Tirol halbiert und der Anteil an erneu- erbaren Energieträgern um 30 % erhöht werden. Abbildung 25: Regionale Rahmenvorgaben Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 106 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Zusätzlich wurden u.a. folgende Quellen gesichtet: › Nachhaltige Entwicklung in Tirol – Indikatorenbericht 2000 bis 2014 › Tiroler Energiestrategie 2020 – Grundlage für die Tiroler Energiepolitik › Tirol – Erreichung der Klimaschutzziele bis 2022- Stand 19.03.2015 › Nachhaltig beschaffen – Eine Orientierung für Gemeinden Gesamthaft lässt sich folgendes regionales Selbstverständnis als ein Ausgangspunkt für die spätere Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie für Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 in Innsbruck / Tirol ablei- ten: Als eine der ältesten und erfahrensten Tourismusregionen weltweit entstand in Tirol schon früh ein Be- wusstsein für die eigene Entwicklung. Die hohe wirtschaftliche Intensität in sensibler Umwelt und in enger Verflechtung mit dem Lebensraum der Bevölkerung veranlasste zur Implementierung klarer Gesetze und Konzepte, die eine bedachte und nachhaltige Entwicklung unter diesen Rahmenbedingungen ermöglichten. Im Rückblick lässt sich eine gewachsene „Entwicklungsphilosophie“ ablesen, die u.a. folgende Kernwerte umfasst: › Schutz der natürlichen Ressourcen › Alpine Identität & Wertvorstellung › Alpine Kompetenzführerschaft › Innovation & Offenheit › Erhalt der familiengeprägten Unternehmensstrukturen Die in Kapitel 4.4 beschriebenen Kernergebnisse der Bevölkerungsumfrage aus dem Frühjahr 2017, hat wich- tige Hinweise und Impulse für ein regional verankertes Konzept, in dem sich auch besondere Erwartungen an die Bereiche Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit haben ableiten lassen. Ein erfolgreiches Konzept Olym- pischer und Paralympischer Winterspielen 2026 muss diesen regionalen Werterahmen in jedem Fall erfüllen. Schutz der natürlichen Ressourcen, gesicherte Nachnutzung der Olympia-Sportstätten und wirtschaftlich-sozi- ale Tragfähigkeit werden daher als Fundament für ein erfolgreiches Konzept erachtet. Internationaler Rahmen Die 5. Weltkonferenz der Sportminister hat sich im Jahr 2013 mit über 120 Staaten der UNESCO zur Nachhal- tigkeit von Sportgroßveranstaltungen bekannt. Investitionen in Infrastrukturen und Sportstätten müssen zu- künftig im Einklang mit sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Nachhaltigkeitsanforderungen stehen. Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die am 25. September 2015 beim UNO Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet worden ist, wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Die 17 globalen Ziele der Agenda, die soge- nannten Sustainable Development Goals (SDGs), nehmen Regierungen, aber auch Zivilgesellschaft, Privatwirt- schaft und Wissenschaft in die Pflicht – auch bei Sportgroßveranstaltungen wie Olympischen Winterspielen. Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 107 132 Abbildung 26: UNO – Ziele für Nachhaltige Entwicklung Am 08.07.2016 beschloss der Nationalrat das internationale Klimaschutzabkommen von Paris. Gemeinsames Ziel aller Länder ist, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Auch Olympische und Paralympische Winterspiele als weltweit größtes touristisches Ereignis sollten einen Beitrag zur Erreichung des Zieles leisten. In der Olympischen Agenda 2020 übernimmt das IOC eine deutlich aktivere Haltung und versucht gezielter sicherzustellen, dass eine „nachhaltige Entwicklung“ in alle Bereiche der Planung und Ausrichtung der Olympi- schen Winterspiele Eingang findet. Derzeitige und künftige Ausrichter der Olympischen Winterspiele werden durch die Ausarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie dabei unterstützt, Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu schaf- fen und umzusetzen, die die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Bereiche in allen Projektpha- sen abdecken. Mit Hilfe des Nationalen Olympischen Komitees und externen Organisationen wie dem Weltver- band der Olympiastädte (UMVO) stellt das IOC ein Monitoring des Olympischen Erbes nach den Spielen sicher. Diese internationalen Vorgaben und Empfehlungen verdeutlichen, dass es unabdingbar wird, sich der Quer- schnittsaufgabe einer nachhaltigen Entwicklung auch im internationalen Kontext professionell zu widmen und beinhaltet nicht nur die Chance sondern vielmehr die Pflicht in Tirol ein wirkliches „Alleinstellungsmerkmal“ in diesem Themenfeld zu entwickeln. Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 108 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI 7.5.2 Umweltscreening Wettkampfstandorte Für die Wettkampfstätten der Vorzugsvariante wurde ein Umwelt-Screening durchgeführt, mit dem Ziel eine erste räumliche Wirkungsabschätzung der aktuellen Planung auf die Umwelt abzuleiten. Die Eisschnelllauf-Halle in Inzell (D) sowie die Eishockeyhallen (noch festzulegen) wurden dabei nicht bearbeitet, da es sich um beste- hende Infrastruktur in Siedlungsräumen handelt. Vor diesem Hintergrund wurden auch die Standorte des IBC und MPC in der Messe bzw. im Kongresszentrum in diesem Planungsstadium nicht weiter analysiert. Der vor- gesehene Standort des Olympischen Dorfs wird zusammen mit der Olmypiaworld betrachtet. Dabei wurden die folgenden Rauminformationen (Quelle: https://www.tirol.gv.at/data/) im Planungsperimeter der Wettkampfstandorte analysiert: › Natura 2000-Gebiete: › FFH-Gebiete – Gebiete zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen nach „Habitat-Richtlinie“ (92/43/EWG); › Europäische Vogelschutzgebiete - Gebiete zur Erhaltung wild lebender Vogelarten im Sinne des Art. 4 Abs. 1 und 2 der Vogelschutz-Richtlinie (2009/147/EG) › Ramsar-Gebiete: Die Ramsar Konvention ist ein Rahmenprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung. › Schutzgebiete Tiroler Naturschutzgesetz 2005 - TNSchG 2005: › Nationalpark › Naturschutzgebiet › Landschaftsschutzgebiet › Ruhegebiet › Sonderschutzgebiet › Geschützter Landschaftsbestandteil › Naturdenkmal › Schutz- und Schongebiete Trinkwasser (§ 34 WRG 1959) › für die Standorte Kühtai und St. Anton am Arlberg das Raumordnungsprogramm bzw. das Tiroler Seilbahn- und Schigebietsprogramm Durch Analyse möglicher Konfliktpotenziale kann das Umwelt-Screening nachweisen, dass das Ziel des Venue- Konzepts, „keine naturschutzfachlich hochwertigen Bereiche zusätzlich zu nutzen oder gar zu beeinträchtigen“, erreichbar ist. An dieser Stelle sei erwähnt, dass das Umwelt-Screening ein geeignetes Verfahren ist, in diesem frühen Pla- nungsstadium die Auswirkungen auf die Umwelt gesamthaft zu beurteilen, die Planungsprozesse unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes zu steuern und nicht zuletzt auch die Umsetzbarkeit der mit dem Konzept formulierten Ziele zu überprüfen. Unabhängig davon sind aber bei der Umsetzung der Planung die gesetzlich vorgesehenen Genehmigungsverfahren noch vollumfänglich durchzuführen. Die teilweise vorliegende Biotopkartierung wurde gesichtet. Aufgrund der geringen Planungstiefe erscheint eine Analyse möglicher Beeinträchtigungen im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie noch nicht sinnvoll. Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 109 132 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 110 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 111 132 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 112 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 113 132 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 114 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 115 132 Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 116 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse des Umweltscreening der Wettkampfstandorte des Venue-Konzepts dargestellt. Das Venue-Konzept zeichnet sich in hohem Maße dadurch aus, dass es sich bei den Wettkampfstandorten ausschließlich um bestehende, international bedeutsame oder temporäre Sportstätten handelt. Dies wird durch die Durchführung von Weltmeisterschaften und regelmäßigen Weltcupveranstaltungen der jeweiligen Diszipli- nen belegt. Dies schlägt sich auch in dem an dieser Stelle prognostizierten Umrüstungsaufwand für die Durch- führung von Olympischen und Paralympischen Winterspielen an diesen Standorten aus. Diese werden überwie- gend „gering“ eingeschätzt, lediglich am Standort Kühtai mit „gering / mittel“. Vorbehaltlich einer weiteren planerischen Konkretisierung dieser Einschätzung und bisher noch nicht absehbaren Entwicklungen, z.B. von Wettkampfordnungen oder Wettkampf-Formaten, kann dieser Sachverhalt unter dem Gesichtspunkt der Nach- haltigkeit nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies gilt neben den erforderlichen Eingriffen und Konflikten in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild insbesondere auch im Hinblick auf eine Nachnutzung der Sport- stätten. Da in St. Anton am Arlberg und Kühtai ausschließlich vorhandene Skipisten Verwendung finden sollen, liegen die betrachteten Perimeter auch innerhalb der Bestandsgrenzen Schigebiete des Tiroler Seilbahn- und Schige- bietsprogramms. Auch die Tatsache, dass abgesehen von Kühtai alle Standorte an den Schienenverkehr angebunden sind, kann im Hinblick auf eine umweltfreundliche Anreise nur positiv herausgestellt werden. Bezüglich der naturschutzrechtlichen Schutzgebietskategorien ist festzustellen, dass alle Wettkampfstandorte des Venue-Konzepts abseits von sämtlichen Schutzgebietskategorien liegen, d.h. weder Natura 2000-Gebiete, noch Ramsar-Gebiete, noch Schutzgebietskategorien des Tiroler Naturschutzgesetzes, wie Nationalparke, Na- turschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Ruhegebiete, Sonderschutzgebiete, Geschützte Landschaftsbe- standteile oder Naturdenkmale sind von den Planungen betroffen. Ebenso liegen die Standorte nicht in Schutz- oder Schongebieten für Trinkwasserversorgungsanlagen. Am vorgesehenen Standort des Olympischen Dorfs am Frachtenbahnhof sind ebenfalls keine der untersuchten Schutzgebietskategorien vorhanden. Als Innenentwicklungsmaßnahmen ist dieser Standort im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu bevorzugen, mit dem Ziel sich harmonisch in Stadtbild einzugliedern. Standortkriterien Olympiaworld Innsbruck Bergisel Schanze Olympia Eiskanal Igls Status Bestand Big Air temporär Bestand Bestand (Ausbau Auslauf) Wettkampftradition/ Erfahrung Spiele 1964/1976 Eishockey WM 2005 EURO 2008 WC - Vierschan- zentournee WM Bob / Skeleton 2016 WM Rodeln 2017 Umrüstungsaufwand gering gering gering Anbindung ÖBB ÖBB-Fernverkehr ÖBB-Fernverkehr ÖBB-Fernverkehr Höhenlage [m ü. NN] 590 m 650 – 750 m 990 – 1.100 m Raumordnungspro- gramm - - - Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 117 132 Natura 2000-Gebiete, Ramsar-Gebiet Nicht vorhanden Nicht vorhanden Nicht vorhanden Landschaftsschutz-, Naturschutz-, Ruhe-, Sonderschutzgebiete, Nationalpark, Ge- schützte Landschafts- teile, Naturdenkmäler Nicht vorhanden Nicht vorhanden Nicht vorhanden Trinkwasser Schutz - und Schongebiet Nicht vorhanden Nicht vorhanden Nicht vorhanden Standortkriterien Snow Park Kühtai St. Anton am Arlberg Biathlonzentrum Hochfilzen Nordic Arena Seefeld Status temporär (Halfpipe Bestand) Bestand Bestand Bestand Wettkampftradition/ Erfahrung WC Alpin 2016/17, 2012 Winter Youth Olympic Games Alpine Ski-WM 2001 WM 2017, Weltcup WM 2019 (Nordic) Umrüstungsaufwand gering/mittel gering gering gering Anbindung ÖBB nein (Bus) ÖBB-Fernverkehr ÖBB-Fernverkehr ÖBB-Fernverkehr Höhenlage [m ü. NN] 1.950 – 2.150 m 1.300 – 2.300 m ca. 1.000 m 1.200 – 1.250 m Raumordnungspro- gramm innerhalb der Bestandsgrenzen Schige- biete des Tiroler Seilbahn- und Schige- bietsprogramm - - Natura 2000-Gebiete, Ramsar-Gebiet Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Landschaftsschutz-, Naturschutz-, Ruhe-, Sonderschutzgebiete, Nationalpark, Ge- schützte Landschafts- teile, Naturdenkmäler Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. Trinkwasser Schutz - und Schongebiet Nicht vorhanden Nicht vorhanden Nicht vorhanden. Nicht vorhanden. 7.5.3 Entwicklungsrahmen Nachhaltigkeitsthemen Aufgrund dieser regionalen und internationalen Rahmenvorgaben kommt es darauf an, relevante Themenfelder zu bestimmen, die in der Folge dann intensiv zu bearbeiten sind. Entsprechend den drei Säulen der Nachhal- tigkeit beinhaltet das Themenfeld bei Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Innsbruck / Tirol 2026 die folgenden Dimensionen: Infrastruktur und Verkehr, Ökologie und Ressourcen, Klima und Energie, Soziales und Partizipation sowie Ökonomie und Nachnutzung. Innerhalb dieser Themengebiete müssen in einer späteren Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 118 132 PROPROJEKT / AS+P / SOLID / MCI Bewerbungsphase besonders relevante Handlungsfelder identifiziert und über spezifische Ziele konkretisiert werden. Auf der Basis der vorliegenden Rahmenvorgaben und der Auswertung der Befragung wurde ein erster Entwick- lungsrahmen zur Operationalisierung von Nachhaltigkeit bei den Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 dargelegt. Dabei wurde eine dreistufige Priorisierung gewählt. Sehr hohe Relevanz (Rot); hohe Relevanz (Blau); mittlere Relevanz (Schwarz). Diese Priorisierung ist Diskussionsergebnis einer ersten Arbeitsfassung und muss mit Bezug zu den regionalen, nationalen und internationalen Perspektiven weiter entwickelt werden. Operationalisierung von Nachhaltigkeit Entwicklungsrahmen für Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck / Tirol 2026 Abbildung 27: Entwicklungsrahmen für Winterspiele Innsbruck / Tirol 2026 7.5.4 Nachhaltige Leitziele einer möglichen Bewerbung Keiner kann heute voraussagen, welche regionalen, nationalen und internationalen Standards und Ziele die Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2026 bestimmen werden. Dennoch müssen bereits heute Leitplanken entwi- ckelt werden, die in den kommenden Monaten über Leitlinien, Ziele und Projekte konkretisiert und angepasst werden. Innsbruck, Tirol und Österreich haben das Potenzial mit nachhaltigen Konzepten eine internationale Vorreiter- rolle moderner Olympischer und Paralympischer Winterspiele zu übernehmen. Mit dem Beschluss der Tiroler Landesregierung „Leben mit Zukunft – Tirol nachhaltig positionieren“ haben sich die Landespolitik und Landesverwaltung bereits heute zum Ziel gesetzt, eine Vorbildrolle in Bezug auf nachhal- tige Entwicklung einzunehmen. Die weitere Planung und mögliche Durchführung von Olympischen und Para- lympischen Winterspielen in Innsbruck / Tirol 2026 sollte an diese Ansprüche und spezifischen lokalen Rahmen- Machbarkeitsstudie Innsbruck / Tirol 2026 119 132 bedingungen angepasst sein. Konzepte haben die Aufgabe die Unverwechselbarkeit der Region widerzuspie- geln, regionale Stärken zu nutzen und bestehende Strategien zur nachhaltigen Entwicklung aufzugreifen. Nach dem Motto: Lokale Identität. Regionale Impulse. Internationale Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wurden die folgenden zwölf (12) konkreten strategischen Leitplanken abgeleitet: 1. Innsbruck, Tirol und Österreich haben die Stärke und das Verantwortungsbewusstsein mit einem nach- haltigen Konzept eine Vorreiterrolle für moderne Olympische und Paralympische Winterspiele zu über- nehmen. 2. Innsbruck und Tirol können herausragende Spiele in einem modernen, regional tragfähigen For- mat unter Anwendung höchster ökologischer und sozialer Standards anbieten. 3. Innsbruck und Tirol nutzen die sich aus den Olympischen und Paralympischen Winterspielen ergeben- den Impulse für eine nachhaltige Entwicklung ihres attraktiven alpinen Lebensraums und er- folgreichen Wirtschaftsraums. 4. Ein nachhaltiges Konzept muss sich in einer angepassten Dimensionierung der Spiele und ent- sprechend begrenzten Ausgaben widerspiegeln. 5. Zielkonflikte in der Projektentwicklung müssen grundsätzlich mit Hilfe von Kosten-Nutzen-Bewer- tungen gelöst werden. Dabei orientieren sich die Entscheidungen an Kosteneffizienz und der Ein- haltung ökologischer und sozialer Rahmenvorgaben. 6. Tirol und Innsbruck werden mit den Spielen ihrer Selbstverantwortung als führendes alpines Tourismus- und Sportland mit hoher internationaler Reputation gerecht. 7. Mit den Winterspielen stärken wir den Sport und aktivieren die gesellschaftlichen Potenziale des Breiten- und Leistungssports in Tirol und ganz Österreich. 8. Wir ermöglichen allen Menschen und insbesondere der Jugend einen verbesserten Zugang zu Sport, Tradition und Kultur auf Basis der olympischen Werte „Excellence, Friendship and Respect“. 9. Von Beginn an werden die Planungen einem Umweltscreening unterzogen, um frühzeitig Kon- fliktpotenziale zu erkennen und durch Standorts- oder Planungsalternativen aufzuheben. 10. Voraussetzung jeder Sportstätten-/Gebäudeplanung ist eine kritische Bedarfsprüfung und ein öko- logisch und ökonomisch ausgewogenes Konzept für die langfristige Nutzung. 11. Wo immer möglich und soweit die sportfachlichen Anforderungen für Olympia erfüllt werden können, besitzt die Nutzung bereits bestehender Sport- und Veranstaltungsstätten in Tirol oberste Pri- orität. 12. Sorgfältige Planung und strenges Kostenmanagement sind Eckpfeiler einer Bewerbung. Maß- nahmen werden bereits in einer frühen Projektphase daraufhin untersucht, ob es unter Einhaltung der ökologischen und sozialen Rahmenvorgaben wirtschaftlich tragfähige Alternativen oder Varianten gibt.

  • 2020_03_WM_Oberstdorf_Beirat_NH-Strategie_Roth.pdf
    NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE FIS NORDISCHE SKI WELTMEISTERSCHAFT OBERSTDORF ALLGÄU 2021 Ralf Roth, Beirat „Umwelt und Sport“ des BMU Marktgemeinde Oberstdorf am 23.05.2019 I N S T I T U T F Ü R N A T U R S P O R T U N D Ö K O L O G I E I n s t i t u t e o f O u t d o o r S p o r t s a n d E n v i r o n m e n t LEITLINIEN NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE FIS NORDISCHE SKI WELTMEISTERSCHAFTEN OBERSTDORF 2021 ENJOY Green Legacy Ausschuss „Umwelt und Nachhaltigkeit“ Leitlinie 1: „Faktenklarheit, Partizipation und Transparenz schaffen Vertrauen und Identifikation“ Die Organisatoren und politischen Entscheidungsträger streben für Planung der Infrastrukturmaßnahmen und Durchführung der Weltmeisterschaften einen fortlaufenden, offenen und dialogorientierten Prozess an. Dabei orientieren sich die Entscheidungen an Kosteneffizienz und der Einhaltung ökologischer, sozialer und sportlicher Rahmenvorgaben. Leitlinie 2: „Moderne Sportanlagen für die Zukunft“ Aus den Weltmeisterschaften ergeben sich infrastrukturelle Impulse, um den nordischen Skisport und weitere Aktivitäten in Oberstdorf erfolgreich zu entwickeln. Darüber hinaus sollen allen Menschen der Zugang zu Sport und Bewegung ermöglicht werden. Die langfristige Nutzung für Tourismus und Sport sowie deren Vereinbarkeit ist das Ziel. Leitlinie 3: „Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz – Glaubwürdig“ Oberstdorf zeigt in allen Sportanlagen den schonenden Umgang mit den Ressourcen. Errichtung, Betrieb und Sanierung sowie Modernisierung der Sportanlagen sollten sich am Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 orientieren. Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft werden weitgehend vermieden, unvermeidbare Einflüsse auf ein Minimum reduziert und umfassend kompensiert. Leitlinie 4: Verkehr – „Die Weltmeisterschaften der kurzen, barrierearmen Wege“ Verlagerung möglichst großer Anteile von Straße auf Schiene und öffentliche Verkehrsmittel, Verbesserung der Anreizsysteme. Attraktive Angebote des öffentlichen Personenverkehrs werden weiter ausgebaut, um den motorisierten Individualverkehr in Oberstdorf langfristig zu reduzieren und insbesondere bei Veranstaltungen in Oberstdorf zu minimieren . Leitlinie 5: – „Für ein gesundes und aktives Oberstdorf“ Intakte Natur, Sport und Kultur werden als wichtige Eckpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung betrachtet. Ihre Sicherung ist unabdingbare Grundlage, den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen und die Marktgemeinde Oberstdorf mit seinen Menschen regional angepasst zu entwickeln. Leitlinie 6: – „Langlaufzentrum Ried 2021“ Der Impuls der Nordischen Skiweltmeisterschaften soll dafür genutzt werden, das Langlaufzentrum Ried sport- und umweltgerecht zu entwickeln. Zentrales Leitbild ist die „offene Sportanlage“, welche ganzjährig für alle Sportlerinnen und Sportler nutzbar ist: für Spitzen-, Nachwuchsleistungs- und Breitensport, für Touristen und Einheimische, für Menschen jedes Alters – mit und ohne Behinderung. Leitlinie 7: „Verbindlichkeit und Umsetzung“ Verbindlichkeit ist für alle involvierten Akteure eine wichtige Grundlage des Prozesses. Denn Verbindlichkeit und die Garantie für eine entsprechende Umsetzung der Arbeiten und Maßnahmen sind bestimmende Faktoren für die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsstrategie auf lokaler Ebene, aber auch aus nationaler und internationaler Sicht. Mit der FIS Nordischen SkiWM 2021 wird Oberstdorf und das Allgäu -Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung übernehmen - anspruchsvolle Umweltstandards umsetzen und einzigartige Natur- und Kulturräume sichern - lokale und regionale Wertschöpfungsketten stärken und damit Arbeitsplätze sichern - insbesondere bei jungen Menschen das Bewusstsein für einen aktiven und gesunden Lebensstil stärken - beispielhaft den Sport als Motor für eine zukunftsfähige Kommunal- und Regionalentwicklung nutzen ..... Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit und ihr Engagement R. Roth Ausschuss Umwelt & Nachhaltigkeit
  • keyboard_double_arrow_left
  • keyboard_arrow_left
  • …
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • …
  • keyboard_arrow_right
  • keyboard_double_arrow_right
  • email
Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
  • Kontakt & Anfahrt
Soziale Medien
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • north_east Hinweis geben
Partneruniversität für Spitzensport Akkreditierungsrat Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit Familie in der Hochschule Global Sport University Network Kölner Wissenschaftsrunde HR Excellence in Research