Strengthening German Supported Schools in Kabul/Afghanistan

Hintergrund

In einem Memorandum of Understanding (MoU) vom Juli 2014 haben das afghanische Bildungsministerium als politischer Projektträger und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt (Minister Steinmeier) die Förderung der drei „deutschen“ Schulen in Kabul, als Modellschulen vereinbart.

In der aktuellen afghanischen Bildungsstrategie (National Education Strategic Plan II) ist die Errichtung von Modellschulen in allen Provinzen des Landes vorgesehen. In diesen Modellschulen sollen pädagogische Innovationen erprobt und für die Verbreitung aufgearbeitet werden. Außerdem sollen leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus der jeweiligen Provinz aufgenommen werden. Aus Sicht des Bildungsministeriums kommt den drei Schulen in Kabul eine derartige Modellfunktion zu mit entsprechend hohen Erwartungen an die Bildungsqualität. Dabei handelt es sich um traditionsreiche Schulen, die auf eine teilweise jahrzehntelange Förderung durch Deutschland zurückblicken. Alle drei Schulen erteilen Deutsch als Fremdsprache (Schülerzahlen Stand 2014/15):

  • Amani Oberrealschule, gegründet 1924 Jungenschule mit 3.300 Schülern, Deutsch ab Klasse 4 für alle.
  • Lycée Jamhuriat, gegründet 1957, Mädchenschule mit beruflichem Schwerpunkt mit 1.080 Schülerinnen, alle lernen Deutsch und Englisch
  • Aisha-e-Durani Schule, gegründet 1964, Mädchenschule mit 1.265 Schülerinnen und Schülern (nur Klassen 1 bis 4), Deutsch und Englisch wird alternativ angeboten.

 

 

Entwicklungsauftrag

Die einzelnen Vereinbarungen des MoU legen den Rahmen für die Projektaktivitäten fest. Insbesondere folgende Vereinbarungen sind dabei für die Schulentwicklung von Bedeutung:

a) Einrichtung eines Ganztagssystems und Verlängerung des Schuljahres in den Winter.

b) Anpassung des Curriculums an einen naturwissenschaftlich-mathematischen (MINT) Schwerpunkt und an den Ganztags-/Ganzjahresbetrieb.

c) Reduzierung des Unterrichtsangebots auf die Jahrgänge 4 bis 12 und Aufgabe des Schichtbetriebs.

d) Aufbau eines zielorientierten Managements (distributed leadership), das Planung, Durchführung und Evaluation einer innerschulischen Entwicklung als zentrale Funktion wahrnimmt.

In einem mehrjährigen Entwicklungsprozess (derzeit bis Ende 2018) unterstützen 3 Schulentwicklungsexperten die Schulen in ihrem Prozess durch drei bis vier Workshops mit Schulleitungen und Lehrkräften in Kabul. Mit dem Schuljahr 2017/2018 beginnen die ersten beiden Jahrgänge (4 und 7) - nach erfolgreichem baulichen Umbau der Schulen (Isolierung, Heizung, Mensa) und paralleler Lehrkräftefortbildung in Mathematik und NW - mit dem neuen Ganztagskonzept im 38-Wochen Jahreszyklus. Eine erste formative Evaluation des umgesetzten Konzeptes wird ab Mitte 2018 erfolgen.

Expert:innenteam

Dr. Wolfgang Dittmar (Hamburg)

Ulrike Platz (Berlin)