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  • 14. Sportspiel-Symposium der dvs
    Thematisiert werden praxisnahe Impulse, wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Ansätze und leistungsorientierte Perspektiven. Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler*innen, Trainer*innen, Lehrkräfte und alle, die sich mit der Faszination und Komplexität von Sportspielen beschäftigen. Alle Infos - zum Programm, zu den Keynote-Speakern, zu den Podiusmdiskussionen und Workshops - gibt es auf der Tagungsseite: www.sportspiel2026.de Abstracts können bis zum 31. März eingereicht werden.

  • MHB-sport-LB-GYMGE-siegen-abWiSe25-26.pdf
    Modulhandbuch Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen - Unterrichtsfach Sport (Kooperation Universität Siegen) Abschluss Bachelor of Arts Studienanfänger*innen ab Wintersemester 2025/26 Stand Juni 2026 Leitbild zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Studiengang Lehramt Sport Die Deutsche Sporthochschule Köln erkennt die Lehrer*innenbildung als eine Aufgabe von herausragender Wichtigkeit mit großer Verantwortung an. Es ist ihr Anspruch, eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehrer*innenbildung zu gewährleisten und innovative Aspekte in der Lehre zu etablieren, um die Studierenden bestmöglich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Durch vielseitige gesellschaftliche Herausforderungen ist es notwendig geworden, die Kompetenzorientierung in der Lehrer*innenbildung weiter zu stärken und die Studierenden noch gezielter auf die Bedarfe des Berufsfelds vorzubereiten. Die Neustrukturierung der Lehrer*innenbildung der Deutschen Sporthochschule Köln setzt daher bereits im beruflichen Qualifikationsprozess gezielt auf Erfahrung, Reflexion und Interaktion im Zusammenhang mit problemorientiertem Lernen. Reflexion als Bildungsprinzip spielt gerade in den ästhetischen Fächern wie Kunst, Musik und Sport eine besondere Rolle, weil sich Erfahrungen, Lernen und Veränderung stets leiblich verankern. Im Rahmen der Lehrer*innenbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln wird die langläufige Dichotomie zwischen Theorie und Praxis gezielt im Sinne einer reflektierten Praxis aufgebrochen. - Berücksichtigt wird die Theorie-Praxis-Integration stringent im modularen Aufbau in der Form, dass es keine isolierten fachwissenschaftlichen und theoretischen Module oder alleinstehenden Praxismodule gibt und der Kompetenzerwerb stets übergreifend erfolgt. - In den Lehrveranstaltungen wird das sportliche Handeln immer im Rückbezug auf jeweilige theoretische Fokuspunkte bearbeitet. Denken und Handeln wird betont integrativ und nicht separierend auslegt. - Jegliche Praxis ist theoriegeleitet und jegliche Theorie wird in die Praxis integriert. Fachwissenschaftlichen Theorieinhalte werden den sportpraktischen und fachdidaktischen Inhalten nicht nur gegenübergestellt. Vielmehr werden Theorieinhalte aus ihrer Abstraktheit herausgelöst und in den Modulen und Lehrveranstaltungen in konkrete Handlungssituationen des Sports übertragen und wechselseitig beispielhaft veranschaulicht. Daraus ergibt sich die Forderung der Einbettung gezielter Schwerpunktsetzungen (z.B. anatomische oder biomechanische Grundlagen, Persönlichkeitsbildende Potenziale oder Aspekte der Gesundheitsbildung etc.), welche sich in den Modultiteln widerspiegeln und in den Lehrveranstaltungen der Module in Theorie-Praxis-Reflexionen bis hin zur Ausübung bewegungspraktischer Tätigkeiten integriert sind. Es gilt, fachwissenschaftliches und fachpraktisches Wissen nutzbar zu machen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch neues Wissen entstehen zu lassen. Dieser Ansatz erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxispartner*innen (Nutzerbezug), welches sich in der Integration von Schulkooperationen schon auf Bachelorniveau auszeichnet. Sport und Bewegung sind als prädestiniertes Feld für die Erforschung dieses bildungsrelevanten Geschehens zu verstehen, das bereits durch digitale Technologien neue Impulse auf hochschuldidaktischer Ebene an der Deutschen Sporthochschule Köln erfährt. Prämierte Lehrkonzepte greifen die Möglichkeiten der Reflexion und des Feedbacks mit digitalen Technologien auf und werden an der Deutschen Sporthochschule Köln ständig weitergeführt und ausgebaut. Qualifikationsziele Die Absolventinnen und Absolventen • verfügen über physiologische, anatomische, sportmedizinische und biomechanische Grundkenntnisse sportlichen Handelns; • beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Motorik und der Bewegungssteuerung und verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung und des Bewegungslernens; • kennen die Lebens- und Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen, ordnen sie bedeutsamen Entwicklungsphasen zu und stellen Bezüge zur Ausbildung des Körperkonzepts her; • entwickeln Konzepte zur präventiven und kompensatorischen Bewegungserziehung im und durch Sport; • besitzen bewegungstechnisches Können zur Demonstration von Grundelementen und -techniken der Sportarten und Bewegungsfelder; • verfügen über ein anwendungsbezogenes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • entwickeln didaktische Konzepte zum Erwerb sportartspezifischer Technik und Taktik; • verfügen über professionsspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten zur Planung, Organisation und Analyse von Sportunterricht und zu außerunterrichtlichen Einsatz- und Angebotsmöglichkeiten; • analysieren sportartübergreifendes und sportartbezogenes Bewegungskönnen wissenschaftsgeleitet und bereiten es für unterrichtliche Zwecke auf; • können berufsbezogene Theorien und Konzepte in Projekten forschenden Lernens umsetzen; • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports; • übertragen unterschiedlichste Aspekte der Sozialisation und des sozialen Lernens auf Bewegung, Spiel und Sport und schaffen in vielfältigen Spiel- und Übungssituationen Anlässe für soziales Lernen; • reflektieren allgemeine, sportdidaktische und schulsportdidaktische Kenntnisse; • wenden Grundprinzipien der Diagnostik von Lernentwicklung an und konstruieren individuelle Förderungsmaßnahmen für das Handlungsfeld Schulsport; • kennen integrationspädagogische und inklusive Theorien und gestalten Unterricht in inklusiven Lernumgebungen. Modulbeschreibung Modultitel: B1: Wissenschaftliches Arbeiten und empirische Forschungsmethoden für Sportlehrkräfte Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Scientific Working and Empirical Research Methods for Physical Education Teachers Kurzbezeichnung B1 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. -2. Fachsemester / 2 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 6 LP / 0 LP / 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium (h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) b) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 1. / VL / deutsch / nein Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 2. / ÜB / deutsch / ja c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 2. / ÜB / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport Die Studierenden… • verstehen die unterstützende Funktion wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens für die Berufspraxis als (Sport-)Lehrkraft • verstehen die Bedeutung wissenschaftlicher Fragestellungen und können ihre Qualität einschätzen • kennen die Grundstruktur eines prototypischen Forschungsprozesses • kennen und beherrschen Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens o kennen Verfahren und Prinzipien des wissenschaftlichen Recherchierens und beherrschen dessen Grundlagen o (er-)kennen genretypische Merkmale wissenschaftlicher Texte o kennen ausgewählte Techniken zum verstehenden Lesen wissenschaftlicher Texte und können sie anwenden o kennen Grundsätze und Verfahren des Zitierens o kennen Möglichkeiten zur Literaturverwaltung und zum Wissensmanagement • kennen in Grundzügen Prinzipien der Erstellung einer analytischen Arbeit • kennen in Grundzügen typische Arbeitsschritte für die Planung, Durchführung und Auswertung einer Modulbeschreibung empirischen Datenerhebung (Forschungsdesign, Operationalisierung, Verfahren der Datenerhebung und - auswertung, Interpretation der Ergebnisse) • kennen verschiedene Formen und Orte der Berichterstattung für Arbeiten im Kontext von Schulsport • kennen grundlegende Prinzipien von wissenschaftlichen Schreibprozessen b) Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport Die Studierenden... - können Studien aus dem Kontext der qualitativen Schulsportforschung systematisch recherchieren und verständlich aufbereiten - kennen Grundlagen ausgewählter Designs der qualitativen Forschung - kennen Methoden der qualitativen Datenerhebung sowie Methoden der qualitativen Datenanalyse und können deren Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile kritisch reflektieren - wissen in Grundzügen, wie die Ergebnisse qualitativer Forschung aufbereitet und in Studienarbeiten adäquat formuliert werden - kennen Einsatzmöglichkeiten qualitativer Forschungsmethoden im Alltag von (Sport-)Lehrkräften c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport Die Studierenden... - kennen Merkmale einer wissenschaftlichen Theorie und erkennen Theorien in wissenschaftlichen Texten - können quantitative Erhebungsinstrumente nutzen sowie deren Einsatzmöglichkeiten im Alltag von (Sport- )Lehrkräften kritisch reflektieren - kennen wesentliche Grundlagen von Gütekriterien für quantitative Erhebungsinstrumente - können eine experimentelle Intervention für den schulischen Sportunterricht planen - verstehen die Grundidee quantitativer Auswertungsmethoden und Inferenzstatistik (Signifikanz, Effektstärken) - verstehen Ergebnisberichte quantitativer Forschung in den Grundzügen Zentrale Inhaltsbereiche a) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport - Grundlegende Merkmale wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens und ihr Zusammenhang zur Studien- und Schulpraxis (angehender) Sportlehrkräfte - Prototypische Bestandteile wissenschaftlicher Forschungsprozesse Modulbeschreibung - Wissenschaftliche Begriffe (insb. Phänomen, Theorie, Modell, Forschungsfrage, Hypothese) - Forschungsfragen und Hypothesen - Unterscheidung und Anwendung versch. Forschungsformen (Grundlagenforschung, Anwendungsforschung, Praxisforschung) - Gängige Forschungsmethoden für die Forschung im Kontext von Schulsport: Fragebogen, Interview, Beobachtung, Experiment - Wissenschaftsethik für Forschung im Kontext von Schulsport - Literaturstudium (Literaturrecherche, Rezipieren schriftlicher wissenschaftlicher Texte, Zitieren, Literaturverwaltung und Wissensmanagement) - Genretypische Merkmale und Qualität schriftlicher wissenschaftlicher Texte b) Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport - Durchführung von gezielter Literaturrecherche - Erhebungsmethoden qualitativer Forschung - Grundlagen der Gütekriterien für qualitative Verfahren - Auswertungsmethoden für qualitative Verfahren (z.B. Inhaltsanalyse) - Aufbereitung qualitativer Daten - Merkmale von Ergebnisberichten qualitativer Forschung c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport - Wissenschaftliche Theorien erkennen - Quantitative Erhebungsinstrumente für schulsportbezogene Fragestellungen theoriegeleitet entwickeln und einsetzen - Grundlagen zu Experimenten und Interventionen im Setting Schulsport - Grundlagen der Gütekriterien für quantitative Verfahren - Auswertungsmethoden für quantitative Verfahren - Merkmale von Ergebnisberichten quantitativer Forschung Lehr- und Lernmethoden Frontalunterricht, Gruppenarbeiten, Diskussionen, E-Learning, Textarbeit, Einzelarbeiten Empfohlene Literatur Baur, N. & Blasius, J. (Hrsg.) (2014). Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS. Döring, N. & Bortz, J. (Hrsg.). (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Springer. Heinemann, K. (1998). Einführung in Methoden und Techniken empirischer Forschung im Sport. Hofmann. Helfferich, C. (2011). Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Einzelinterviews (4. überarb. Aufl.). Wiesbaden: Springer VS. Modulbeschreibung Lamnek, S. & Krell, C. (2016). Qualitative Sozialforschung: Mit Online-Materialien (6., überarb. Aufl.). Beltz. Robson, C. (2011). Real world research: A resource for users of social research methods in applied settings (3. Aufl.). Wiley. Es können im guten Glauben auch aktuellere Auflagen verwendet werden. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen • Siehe Übersicht Voraussetzungen • Vorlesung inkl. bestandener Lernerfolgskontrollen als Voraussetzung für die Übungen • Voraussetzung für die Teilnahme an der Klausur B1 ist, dass die Vorlesung erfolgreich teilgenommen (TE) ist und beide Übungen mindestens auf ZU stehen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - semesterbegleitende Lernerfolgskontrollen im Rahmen der Übung - Lernerfolgskontrollen im Rahmen der Vorlesung - Teilnahme an Veranstaltungen der Bibliothek Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote MC-Klausur / 60 Min. / 100% Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B2: Grundlagen von Bewegung und Leistung Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Basics/Fundamentals of Movement and performance Kurzbezeichnung B2 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h / 8 LP / 0 LP / 2 LP 2 fachdidaktische LP (b), c)) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / VL / deutsch / Nein b) Laufen - Springen - Werfen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja c) Bewegen an Geräten - Turnen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja d) Gleiten - Rollen - Fahren 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen An ausgewählten Themen aus den Bereichen Muskelsystem, Energiestoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, und Atmung, können die Studierenden Bezüge zu den in diesem Modul behandelten Bewegungsfeldern herstellen. Insbesondere kennen sie mögliche Anpassungen von biologischen Strukturen (Geweben, Organen und Organsystemen), sowie Indikatoren zur Belastungssteuerung und können diese bei der Gestaltung von Bewegungsaufgaben bei Lern- und Trainingsprozessen berücksichtigen. Weiterhin kennen die Studierenden die grundlegenden biomechanischen Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung sowie wissenschaftliche Methoden der Bewegungsanalyse. b) Laufen - Springen - Werfen Durch die Auseinandersetzung mit den Inhaltsbereichen des Laufens, Springens und Werfens erwerben die Studierenden ein handlungsorientiertes Fachwissen ausgewählter Disziplinen und Techniken der Leichtathletik. Die Studierenden sind in der Lage, leichtathletisches Bewegen auszuführen und adäquat zu demonstrieren, sowie das Gelernte im schulischen Kontext variabel, zielgruppenorientiert und altersgemäß anzuwenden. Die Studierenden erproben sich in der Planung und Durchführung von leichtathletischen Unterrichtsinhalten und können diese bewerten und reflektieren. Die Studierenden verstehen die Zusammenhänge zwischen den in der Vorlesung vermittelten biologischen, physiologischen und biomechanischen Grundlagen und können diese bei der Aufbereitung leichtathletischer Modulbeschreibung Unterrichtsinhalte einbeziehen. Auf Grundlage von Bewegungsbeobachtungen können die Studierenden adäquates Feedback zu leichtathletikspezifischen Bewegungsausführungen geben. c) Bewegen an Geräten - Turnen Die Studierenden erkennen das Potential des Bewegungsfeldes zur positiven Beanspruchung des Bewegungsapparates im Rahmen des schulischen Sportunterrichts. Durch die Erschließung der mechanischen Prägung turnerischer Bewegungshandlungen und deren Vermittlung erwerben die Studierenden einen ersten fachspezifischen Wissenszuwachs, der sowohl methodische als auch sicherheitsspezifische Aspekte inkludiert. Im partiellen Erleben der Rolle als sportmotorisch lernende Schüler*innen entwickeln die Studierenden zudem ihre turnspezifische Demonstrationsfähigkeit weiter. Aufbauend auf diesen Grundlagen werden eine erste Handlungs- und Vermittlungskompetenz im Bewegungsfeld ausgebildet, die im Rahmen der Folgeveranstaltung B5 – d): Gerätturnen anschlussfähig ist. d) Gleiten - Rollen - Fahren Die Studierenden erkennen das Potential des Bewegungsfeldes und sind in der Lage, dieses für den schulsportspezifischen Kontext aufzubereiten. Durch die im Bewegungsfeld erlebten unterrichtlichen Rahmenbedingungen entwickeln die Studierenden eine grundlegende Organisationskompetenz für die Umsetzung der Inhalte im Schulsport. Zentrale Inhaltsbereiche a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen Im Rahmen dieses Inhaltsbereiches werden die anatomischen und physiologischen Grundlagen biologischer Gewebe, sowie deren Anpassung vermittelt, die bei körperlicher Belastung und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen exemplarische Fragestellungen zum Muskelaufbau, zum muskulären Energiestoffwechsel und den notwendigen akuten Regulationen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung, sowie zur Leistungsdiagnostik. Dabei werden die Zusammenhänge der Systeme untereinander verdeutlicht. Ausgehend von den in diesem Modul ausgewählten Bewegungsformen werden die allgemeinen Konsequenzen für die Vermittlung und die Ausübung von sportlichen Bewegungen erläutert. Auf der Basis mechanischer Gesetzmäßigkeiten werden sportliche Bewegungstechniken analysiert, wobei die Möglichkeiten der Fertigkeitsanalyse am Anfang der Betrachtungen stehen. Die biomechanischen Anforderungen ausgewählter sportlicher Disziplinen werden dargestellt und Schlüsselelemente der Bewegungsstruktur identifiziert. Bewegungslernen und Bewegungskorrektur werden aus der Sicht Modulbeschreibung der Biomechanik erörtert. Dabei werden einfache, auch im Sportunterricht anwendbare Verfahren dargestellt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die orthopädische Biomechanik. Mechanische Belastungen und Beanspruchungen des Bewegungsapparates stehen hier im Zentrum der Betrachtungen. Belastungsgrößen und die sich daraus ergebenden Beanspruchungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates werden an ausgewählten Sportarten exemplarisch vertieft. Externe Belastung und interne Beanspruchung werden anhand einfacher und komplexer biomechanischer Modelle miteinander in Beziehung gebracht. Möglichkeiten der Risikominimierung im Sportunterricht werden daraus abgeleitet. b) Laufen - Springen - Werfen Als zentrale Inhaltsbereiche werden die Grundlagen des Laufens, Springens und Werfens vermittelt und in ihrer Vielfalt dargestellt. In der Auseinandersetzung mit den koordinativ-technischen sowie konditionell-athletischen Inhalten des Laufens, Springens und Werfens erfahren die Studierenden Praxisbeispiele zu den in der Vorlesung vermittelten Inhalten. Es werden verschiedene Vermittlungswege zielgruppenorientiert aufgezeigt, diskutiert und ausprobiert. Hierzu gehören verschiedene Spiel-/Übungs- und Wettkampfformen, die durch variable Anpassungen in heterogenen und inklusiven Lerngruppen (in der Schule) Anwendung finden können. In kleinen Lehr-Lern-Settings probieren sich die Studierenden in der Planung, Durchführung und Reflexion von leichtathletischen Unterrichtsinhalten aus. c) Bewegen an Geräten - Turnen Die Studierenden entdecken, erleben und reflektieren schulbezogene Vermittlungswege zur freudvollen Ausbildung motorischer Grundbewegungsformen durch die Einbeziehung und Kombination traditioneller Turngeräte. Die dafür ausgewählten Lehr-Lern-Szenarien veranschaulichen am Beispiel wesentlicher Basiselemente die mechanische Kennzeichnung turnerischer Bewegungsanforderungen und der daraus abgeleiteten Vermittlungsstrategien. U. a. werden die Dreidimensionalität turnerischer Bewegungen, rotationsauslösende Methoden sowie Aspekte des statischen und dynamischen Gleichgewichts thematisiert. Vor diesen Hintergründen werden konkrete Bezüge zu zielführenden Partner*innenhilfen (z. B. das Erlernen manueller Hilfeleistung) sowie Gerät- und Orientierungshilfen hergestellt und in lehrkraft- oder studierendenzentrierte Settings eingebettet. Weiterhin knüpft die Inhaltsbereiche an die Entwicklung eines anwendungsbezogenen Grundverständnis für die Bedeutsamkeit des Körperschwerpunktes an. Zudem wird im Bezugsrahmen einwirkender Kräfte und resultierender Gewebebeanspruchungen für den zielgerichteten und sicheren Modulbeschreibung Einsatz von Turngeräten (z.B. Absprunghilfen) und ausgewählter Mattenlagen sensibilisiert. d) Gleiten - Rollen - Fahren Dieser Wahlpflichtbereich soll verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, die zur sportartspezifischen Schulung der Koordination (v.a. Gleichgewichtsfähigkeit) in unterschiedlichen Bewegungssituationen und mit vielfältigen Sport- und Spielgeräten geeignet sind. Dabei werden Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Geräte zur Fortbewegung auf festem Boden (Rennrad, Mountainbike, Bahnrad, Inlineskates, Rollerski, Cross- Skates, Skateboard, Waveboard), auf dem Wasser (Kanu, Ruder-, Segelboot) oder auf Eis und Schnee (Eislaufen, Ski, Snowboard, Langlaufski) beschrieben. An ausgewählten Beispielen werden Vermittlungsformen demonstriert und geübt. Exemplarisch wird vor dem Hintergrund der Implementierung von Trendsportarten in den Schulsport am Beispiel des Skate- und Waveboardfahrens versucht, das Streetsurfing aus dem Bewegungsalltag der Schüler*innen in den Schulalltag zu übertragen. Dabei stehen innerhalb der Vermittlung zum einen die Eigenrealisation dieser Bewegungsformen im Mittelpunkt und darüber hinaus die Diskussion um Chancen und Herausforderungen für die Umsetzung im Schulsport. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen • Cowin, S. C., & Doty, S. B. (2007). Tissue Mechanics. Springer Science & Business Media, New York, USA. • De Marées, H. (2003). Sportphysiologie. Sportverlag Strauß. • Enoka, R. M. (2008). Neuromechanics of human movement. Human Kinetics. • Hamill, J., Knutzen, K. M., & Derrick, T. R. (2015). Biomechanical Basis of human movement. Wolters Kluwer, Baltimore, USA. • Kenney (2015). Physiology of Sport and Exercise (6. Aufl.). Human Kinetics. • Mc Ardle, W. D., & Katch, F. I. & Katch, V. L. (2010). Exercise Physiology. Philadelphia, Pa. [u.a.]: Wolters Kluwer Lippincott Williams & Wilkins. • Nigg, B. M., & Herzog, W. (Eds.) (2007). Biomechanics of the musculoskeletal system. John Wiley & Sons, Chichester, England. Modulbeschreibung • Nordin, M., & Frankel, V. H. (2012). Basic Biomechanics of the Musculoskeletal System. Lippincott Williams & Wilkins, Baltimore, USA. • Silverthorn, D. U. (2009). Physiologie (4., aktualisierte Aufl.). Pearson. • Zatsiorsky, V. M. (2000). Kinetics of human motion. Human Kinetics. • Zatsiorsky, V. M. (2011). Biomechanics of muscle. Human Kinetics. b) Laufen - Springen - Werfen • Deutscher Leichtathletikverband (2020). Wettkampfsystem Kinderleichtathletik. Darmstadt. • Deutscher Leichtathletikverband (2018). Kinderleichtathletik. Philippka-Sportverlag. • Deutscher Leichtathletikverband (2017). Grundlagentraining. Jugendleichtathletik U12 bis U16. Münster: Philippka- Sportverlag. • Strüder, H. K., Jonath, U., & Scholz, K. (2016). Leichtathletik. Sportverlag Strauß. • Wastl, P., & Wollny, R. (2007). Leichtathletik in Schule und Verein. Hofmann. c) Bewegen an Geräten - Turnen • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2018). Matten im Sportunterricht. Sicherheit im Schulsport. Abgerufen von https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/articl e/1397 • Gerling, I. E. (2014). Basisbuch Gerätturnen. Von Bewegungsgrundformen mit Spiel und Spaß zu Basisfertigkeiten (8., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E. (2022). Helfen & Sichern im Turnen. Alle Helfergriffe, Methodik und über 130 kooperative Spiele (4., komplett überarbeitete und ergänzte Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E., Rohleder, J., & Becker, M. (2020). „Teamsport“ Turnen: Gegenseitiges Helfen und Sichern zur Förderung sozialer Kompetenzen. In T. Vogt (Hrsg.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung – Sportartspezifische Perspektiven (S. 106-128). Meyer & Meyer. • Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein- Westfalen (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport. Abgerufen von https://www.schulsport- nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf d) Gleiten - Rollen - Fahren • Wopp, A. (2006). Handbuch zur Trendforschung im Sport: welchen Sport treiben wir morgen? Meyer & Meyer. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 Modulbeschreibung • Deutscher Verband für das Skilehrwesen und Interski Deutschland (Hrsg.). (2006). Skilehrplan Praxis. BLV Buchverlag. • Deutscher Verband für das Skilehrwesen und Interski Deutschland (Hrsg.). (2005). Snowboard-Lehrplan. BLV Buchverlag. • Deutscher Skilehrerverband (Hrsg.). (2010). Leichter lehren: Ski alpin – perfekt unterrichten (5. Aufl.). Deutscher Skilehrerverband. • Deutscher Skilehrerverband (Hrsg.) (2007). Leichter lehren: Snowboarden – perfekt unterrichten. Deutscher Skilehrerverband. • Ladig, G., & Rüger, F. (2001). Richtig Inline-Skating (3. Aufl.). BLV. • Mischler, D., & Peña, R., & Werra, B. (2003). Roll on – Inline- Skating lehren und lernen. Auer. • Ernst, M., Heßler, H., Stifel U., & Zollfrank, B. (1992). Radsport in Schule und Verein. Meyer & Meyer. • Lötzerich, H., & Schmidt, A. (2002). Radsport in der Schule. Sportunterricht, 51(7), 210-215. • Fritsch, W. (2008). Rudern Basics (3. Aufl.). Meyer & Meyer. • Fererro, F. (Hrsg.). (2010). The British Canoe Union Canoe and Kayak Handbook. Pesda Press. • BCU (2009). The British Canoe Union Coaching Handbook. Pesda Press. • Helmich, I., & Tehrani, R. (2022). Skateboard ‒ Basics und erste Tricks. Sportpädagogik, (5), 36-39. • Büscher, B., Kilberth, V., Tehrani, R., & Helmich, I. (2022). „Auf in den Skatepark!“: Ein Lehr-Lern-Angebot zum Skateboarding. SportPraxis, 63(), . Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekannt gegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/Lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Eine Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer Klausur mit Antwort-Wahl-Verfahren (60 Min.) statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs d) Gleiten - Rollen - Fahren kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B3: Bewegungstheorien und sportliches Handeln Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Movement theories and sports practices Kurzbezeichnung B3 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 2. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 6 LP / 0 LP / 1 LP 1 fachdidaktische LP (d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen 1 SWS / 15 h / 15 h / 2. / VL / deutsch / nein b) Koordinationstraining und motorisches Lernen 1 SWS / 15 h / 15 h / 2. / KS / deutsch / ja c) Bewegen im Wasser - Schwimmen 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / KS / deutsch / ja d) Gymnastik 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / KS / deutsch/ ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen Die Studierenden sind in der Lage, - die Prinzipien des sportlichen Trainings sowie Inhalte der Trainingssteuerung zu beschreiben und diese bei der Gestaltung von Sportunterricht zu berücksichtigen. - die einzelnen motorischen Hauptbeanspruchungsformen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination in ihrer spezifischen Charakteristika zu beschreiben. - Sie können geeignete Trainingsmethoden für den Sportunterricht identifizieren und aktuelle Modelle der motorischen Kontrolle zu klassifizieren. - Sie verstehen das Zusammenspiel von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur anhand von verschiedenen Arten von Bewegungen und können dies auf Aspekte des motorischen Lernens beziehen. b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Studierende kennen die primären koordinativen Fähigkeiten (nach Meinel / Schnabel) und Möglichkeiten, sie sportartübergreifend und altersspezifisch zu entwickeln. In den Kursen des Moduls haben sie erfahren und gelernt, wie auf der Basis einer gut entwickelten Koordinationsfähigkeit das Bewegungslernen spezifischer Sportarten und Bewegungsfelder initiiert werden kann. Den Studierenden sind ihre Rollen als Instruktor, Ideengeber oder Beobachter von Lernprozessen bewusst; sie können diese vor dem Hintergrund der Altersspezifik analysieren und gestalten und verfügen über entsprechende Vermittlungskompetenz. Modulbeschreibung c) Bewegen im Wasser - Schwimmen Die Studierenden können komplexe motorischen Fertigkeiten im Bewegungsraum Wasser vermitteln und berücksichtigen die sich aus der Besonderheit des Umgebungsmediums Wasser abgeleiteten Bedingungen. Sie kennen diagnostische Möglichkeiten, um den Lernstand von SuS zu beurteilen. Sie verfügen über das Grundwissen, das einen sicheren Schwimmunterricht in der Schule gewährleistet und sind sensibilisiert für die Vielzahl der Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers im Wasser. Sie beherrschen azyklische und zyklische Bewegungsformen zum Bewegen ins und zur Fortbewegung im und unter Wasser an ausgewählten Bei- spielen. d) Gymnastik Studierende sind sensibilisiert für den Reichtum der Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers. Sie sind in der Lage, für verschiedene Zielsetzungen physiologisch-anatomisch adäquate Gymnastikprogramme zu entwickeln. Ferner verfügen sie über methodisch-didaktische Basiskompetenzen, um gymnastische Einheiten unter Zuhilfenahme von Handgeräten und mit Musik zu unterrichten. Sich ergebenden Konsequenzen für das Bewegungslernen und die didaktisch-methodischen Vorgehensweisen in der Schule können von ihnen bei der Gestaltung des Unterrichts sowie bei Übungs- und Trainingsprozessen und deren Vermittlung berücksichtigt werden. Zentrale Inhaltsbereiche a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen – Training und Trainingsprinzipien – Trainingssteuerung – Systematik der motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination) – Klassifizierung von Bewegungen (Reflexe, rhythmische Bewegungsmuster, Willkürbewegungen) – Neurowissenschaftliche Grundlagen der motorischen Kontrolle – Motorisches Lernen b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Eine optimale Ausbildung koordinativer Fähigkeiten bildet die Basis für den Erwerb und die Optimierung sportmotorischer Fertigkeiten. Das Verständnis um die Wichtigkeit der primären koordinativen Fähigkeiten (Gleichgewichtsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, kinästhetische Differenzierungsfähigkeit) sowie die Bedeutung sensorischer Informationen und Druckbedingungen bei der Durchführung körperlicher Bewegungen (Koordinations-Anforderungsregler nach Neumaier) wird durch praktisches Erleben in beispielhaften Unterrichtsstunden mit Einsatz verschiedenartiger (Groß- )Geräte Modulbeschreibung verdeutlicht. Die einzelnen motorischen Lernphasen während eines Lernprozesses werden anhand eines einfachen motorischen Lerntestes (Tracking-Test) aufgezeigt und verständlich gemacht. Ein weiterer Aspekt der Veranstaltung ist die praktische Durchführung allgemeiner sportmotorischer Testverfahren für verschiedene Altersgruppen. Diese Ist-Wert-Erhebung soll bei der Gestaltung von Lernprozessen sowie zum Erkennen und Einschätzen von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen im Schulalltag helfen. c) Bewegen im Wasser - Schwimmen Der Kurs stellt aus dem umfassenden Spektrum, das der Bewegungsraum Wasser bietet, Möglichkeiten dar, die zur Vermittlung grundlegender Bewegungserfahrungen im Wasser geeignet sind. Das Modell der schwimmerischen Grundbildung (Wasservertrautheit, Wasserbewegungsgefühl, Erfahrung vielfältiger Antriebsformen) liefert die Basis, um sich mit den normierten Schwimmtechniken (Kraul-, Brust- und Rückenschwimmtechnik), deren Beschreibung, Erklärung und Vermittlung auseinanderzusetzen. Die Erklärungsmodelle zur Bewegungsorganisation werden anhand konkreter Beispiele erläutert. Die Studierenden erfahren Anwendungsmöglichkeiten der Schwimmtechniken, insbesondere mit Bezug auf die Ökonomisierung der Bewegung und den Ausdaueraspekt. Sie setzen sich mit dem Springen ins Wasser und basalen Aspekten des Tauchens (Strecken- und Tieftauchen) ohne Ausrüstung auseinander. In diesem Zusammenhang werden zur Vorbeugung von Unfällen entsprechende Vorgehensweisen und organisatorische Maßnahmen vorgestellt. Auf besondere Gefahrenquellen wird hingewiesen. d) Gymnastik In diesem Kurs sollen gymnastische Grundlagen der Körper- und Bewegungsbildung erfahren und reflektiert werden. Die Gymnastik wird hierbei als integrativer Bestandteil jeglicher sportlicher Aktivität als funktionelle Gymnastik (z.B. im Sinne der Haltungs- und Bewegungsschulung) und als eigene Bewegungskultur verstanden. Als bestimmende Größen werden die Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers, verschiedene mögliche Krafteinsätze sowie räumliche und zeitliche Variationsmöglichkeiten vermittelt und als Basiswissen für jegliche Bewegungserziehung nutzbar gemacht. Darüber hinaus werden methodisch-didaktische Möglichkeiten der Einbindung von Handgeräten (Pezzi-Ball, Seil, Stab, Ball, Thera- Band u.a.) im Sinne schuladäquater Vermittlungsformen berücksichtigt. Der Einsatz von Musik als methodisches Hilfsmittel wird thematisiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen Modulbeschreibung • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen Bear, M. F., Connors, B. W., & Paradiso, M. A. (2018). Neurowissenschaften: Ein grundlegendes Lehrbuch für Biologie, Medizin und Psychologie. Springer-Verlag. De Marées, H. (2003). Sportphysiologie. 9. Auflage. Köln: Sport und Buch Strauß. Ferrauti, A. (Hrsg.) (2020). Trainingswissenschaft für die Sportpraxis: Lehrbuch für Studium, Ausbildung und Unterricht im Sport. Magill, R., & Anderson, D. (2010). Motor learning and control. New York: McGraw-Hill Publishing. Pinel, JPJ., Pauli, P. (2007). Biopsychologie. 6. Auflage. München: Pearson Studium. Schmidt, R. A., & Lee, T. (2011). Motor Control and Learning: A Behavioral Emphasis. Champaign, IL: Human Kinetics. Schnabel, G., & Krug, J. (2021). Bewegungslehre Sportmotorik: Abriss einer Theorie der sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt. Meyer & Meyer. Tresilian, J. (2012). Sensorimotor control and learning: An introduction to the behavioral neuroscience of action. Bloomsbury Publishing. Weineck, J. (2019). Optimales Training. Balingen: Spitta. Berlin: Springer Spektrum. b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Meinel, K. & Schnabel, G. (2007). Bewegungslehre – Sportmotorik. Abriss einer Theorie der sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt (11. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer. Neumaier, A. (2006). Koordinatives Anforderungsprofil und Koordinationstraining. Grundlagen, Analyse, Methodik. (3. Aufl.). Köln: Sport und Buch Strauß. c) Bewegen im Wasser - Schwimmen Bissig, M., & Gröbli, C. (2004). SchwimmWelt: Schwimmen lernen - Schwimmtechnik optimieren. SchulVerlag. Deutscher Schwimm-Verband e.V. - Jugend (dsv-jugend) (Hrsg.). (2011). Schwimmen lernen - Handbuch zur Kursleiterausbildung (2. überarb. Aufl.). DGUV (Hrsg.). (2019). Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule. Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser. (Download-Link) Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW (Hrsg.). (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport. (Download- Link) Rheker, U. (2011). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 1 (3. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. Rheker, U. (2004). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 2 (2. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3655 https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf Modulbeschreibung Rheker, U. (2002). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 3. Meyer & Meyer. Ungerechts, B., Volck, G., & Freitag, W. (2002). Lehrplan Schwimmsport. Band 1: Technik (im Auftrag des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V., Hrsg.). Verlag Karl Hofmann. Vogt, T. (Hrsg.). (2020). Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung. Sportartspezifische Perspektiven. Meyer & Meyer. Wilke, K., & Daniel, K. (2007). Schwimmen: Lernen - Üben - Trainieren (6., überarb. Aufl.). Limpert. d) Gymnastik Beck, P. & Brieske-Maiberger S. (1999). Methodik zur Gymnastik mit Handgeräten. Aachen: Meyer und Meyer Verlag. Drefke, H. & Vent, H. (1984). Gymnastik/Tanz Sekundarstufe 2. Bagel Verlag. Freiwald, J. (2013). Optimales Dehnen. Sport-Prävention- Rehabilitation. Balingen Spitt Verlag Klee, A. & Wieman, K. (2005). Beweglichkeit, Dehnfähigkeit. Schorndorf: Hofmann Meinel, K. (1977). Bewegungslehre: Versuch einer Theorie der sportlichen Bewegung unter pädagogischem Aspekt. Volk und Wissen. Meusel, W. & Wieser, R. (1995). Handbuch Bewegungsgestaltung, Kallmeyer/SVK. Schleip, R.& Baker, A. (2019). Faszien in Sport und Alltag. Riva Verlag Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. c) Bewegen im Wasser - Schwimmen Lernerfolgskontrollen beziehen sich auf die theoretischen und sportpraktischen Inhaltsbereiche. d) Gymnastik https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Leistungspunkte werden durch regelmäßige aktive Teilnahme und erfolgreiche Abnahme einer vorgegebenen Körperbildungsstudie erworben. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlusssprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) bezieht sich auf die Veranstaltungen des Moduls (außer Gymnastik) und wird als MC- Klausur von 60 Minuten Dauer durchgeführt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs d) Gymnastik kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 5-7 min. / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B4: Bewegung, Spiel und Sport als Bildungs- und Erziehungsdimension Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Movement, play and sport as an educational dimension Kurzbezeichnung B4 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h / 8 LP / 0,5 LP/ 2 LP 0,5 inklusionsorientierte LP (b) 2 fachdidaktische LP (c) und d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Sportpädagogische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / SE / deutsch / ja c) Ringen und Kämpfen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja d) Gestalten - Tanzen - Darstellen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Sportpädagogische Grundlagen Die Studierenden erwerben u.a.: • fundierte Kenntnisse über vielfältige Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Bewegung, Spiel und Sport über die gesamte Lebensspanne hinweg. • Kenntnisse über theoretische Diskurse und empirische Erkenntnisse zu grundlegenden sportpädagogischen Fragestellungen in verschiedenen formalen, non-formalen und informellen Settings, die sie zur kritischen Auseinandersetzung sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • Fähigkeiten, die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse im Sinne der Theorie-Praxisverschränkung exemplarisch auf Erziehungs- und Bildungsfragen in verschiedenen Settings anzuwenden und kritisch zu reflektieren. • einen wissenschaftlichen Habitus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender pädagogischer Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport Rekurrierend auf grundlegende sportpädagogische Kenntnisse wissen die Studierenden, dass Bewegung, Spiel und Sport einen Modulbeschreibung bedeutsamen Einfluss auf die Entwicklung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen globalen Selbstkonzepts im Rahmen von Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozessen haben. Da sie den Lebensphasen Kindheit und Jugend eine besondere Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und vor allem für einen sich entwickelnden Körper beimessen, benennen Sie formale, non-formale und informelle Settings als Orte, an denen diese Entwicklung stattfindet. Die Auffassung des Menschen als aktiver Gestalter seiner Umwelt ist dabei wegweisend, wohl wissend dass sich Entwicklung in sozial- kulturellen Kontexten vollzieht, die eine chancengleiche Persönlichkeitsentwicklung auch verhindern können. Der Sportunterricht als verpflichtendes Setting für alle Schüler*innen stellt für die angehenden Sportlehrkräfte einen Möglichkeitsraum dar, in dem durch bildende, erziehende und sozialisierende Prozesse eine Entwicklung durch und zu Bewegung, Spiel und Sport stattfindet. Dabei nehmen sie sportpädagogische und insbesondere sportdidaktische Perspektiven ein, denen ein weites Sportverständnis zugrunde liegt. Darin sehen sie die beiden modulimmanenten Bewegungsfelder besonders repräsentiert, gehen jedoch auch kritisch reflektiert an naive Ableitungen heran. Durch den Transfer der wissenschaftlichen Grundlagen auf die Bewegungsfelder Ringen und Kämpfen und Gestalten, Tanzen, Darstellen kennen sie verschiedene Möglichkeiten der Analyse, Planung und Organisation, die für die Stärkung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen Selbstkonzepts eingesetzt werden können. Erworbenes handlungsorientiertes Fachwissen nutzen sie begründet zur Anleitung und Reflexion eines selbstkonzeptfördernden Sportunterrichts, der die heterogenen Voraussetzungen von Lerngruppen z.B. über Individualisierungsprozesse berücksichtigt. c) Ringen und Kämpfen Die Studierenden erlernen grundlegende Formen des Kämpfens bei gleichzeitigem Erleben von Fairness und verantwortlichem Handeln. Durch das Kennenlernen, Ausführen und selbst Entwickeln verschiedener Kampfformen erlangen die Studierenden ein eigenes bewegungsspezifisches Können auf dessen Grundlage sie technisch-taktische Lösungsmöglichkeiten reflektieren. Sie verstehen den Einsatz, die Vereinbarung sowie ggf. Veränderung von Regeln als notwendige Voraussetzung für die körperliche Auseinandersetzung. Die Studierenden kennen Möglichkeiten der didaktischen Aufbereitung elementarer technischer Elemente und können die Anwendbarkeit verschiedener Kampfformen im Sportunterricht beurteilen. Modulbeschreibung Die Studierenden wenden die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse an und reflektieren die vielfältigen Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Zweikämpfen kritisch. Sie nutzen darüber hinaus ihr erworbenes handlungsorientiertes Fachwissen zur Reflexion eines selbstkonzeptfördernden Ringen und Kämpfens in heterogenen Lerngruppen. d) Gestalten - Tanzen - Darstellen Die Studierenden kennen verschiedene ästhetisch-expressive Tanz- und Bewegungskulturen, sowie Arbeitsmethoden des Gestaltens und des Umgangs mit Musik. In Improvisation und Komposition wenden sie die Gestaltungs- kriterien Raum, Zeit, (Körper-)Form und Dynamik an. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungsgestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt. Sie qualifizieren sich in schulischer Bewegungserziehung vor dem Hintergrund des persönlichkeitsbildenden Potenzials für inklusive und heterogene Gruppen. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungs- gestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt und qualifizieren sich, durch Haltung und Fachkompetenz schulische Bewegungserziehung nach dem Studium inklusiv und für heterogene Gruppen zu konzeptionieren und zu gestalten. Im Kurs identifizieren und explorieren Studierende ästhetisch- expressive Bewegungsmöglichkeiten, ausgehend von verschiedenen Ausgangspunkten (z.B. Bewegung, Musik, Idee, Text, Bild, Objekt, etc.). Bewegung verstehen sie dabei als ersten Ausgangspunkt, der auch in der Exploration anderer Ausgangspunkte unumgänglich bleibt für ein vertieftes Begreifen und als zentrales Ausdrucksmedium von tänzerisch-abstrakt bis darstellerisch-konkret. Die Studierenden sind in der Lage passende Aufgabenstellungen zu formulieren und damit Improvisationsanlässe zu schaffen, um eigene Haltungen zu kommunizieren und zu reflektieren. Sie kennen Werkzeuge, um Bewegungs- und Ideenbausteine zu analysieren und zu prüfen, um daraus Stücke zu komponieren und diese einem Publikum zu präsentieren. Studierende kennen postdigitale Möglichkeiten im Kontext Tanz und anderen ästhetisch-expressiven Bewegungskulturen und können Risiken mit Schüler*innen verbal-sprachlich und auch ästhetisch reflektieren. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpädagogische Grundlagen Die Veranstaltung zielt auf die Vermittlung fundierter Kenntnisse über grundlegende (sport)pädagogische Begrifflichkeiten (Erziehung, Bildung, Lernen, Sozialisation), Diskurse und Modulbeschreibung Erkenntnisse über die gesamte Lebensspanne hinweg (Kindheit, Jugend, Alter) in verschiedenen Settings (z.B. Verein, informeller Sport). Mit dem Aufzeigen unterschiedlicher Verständnisse und Positionen zu pädagogischen Fragestellungen im Gegenstandsfeld Bewegung, Spiel und Sport soll der Erwerb einer theoriegeleiteten Analyse- und Reflexionsfähigkeit angebahnt werden. Exemplarisch werden einige pädagogischen Handlungsfelder (z. B. Gesundheits-, Leistungserziehung) vertiefend vermittelt. b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport In diesem Seminar erkennen die Studierenden naive Vorstellungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport und überprüfen sie kritisch vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse auf ihre Zulässigkeit. Sie verstehen die analytische Zergliederung der Gesamtentwicklung von Lernenden in die Teilentwicklungsprozesse der kognitiven, sozialen, emotionalen und motorischen Entwicklung. Sie erarbeiten sich theoretische Grundlagen der erfolgreichen individuellen Förderung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen Selbstkonzepts innerhalb des Erziehungs- und Bildungsauftrags des Schulsports und transferieren dieses Wissen mithilfe unterschiedlicher Medien in die mögliche Praxis. Darüber hinaus analysieren die Studierenden das Phänomen Heterogenität in Bezug auf die individuelle Entwicklung von Lernenden (z.B. Geschlecht, Bildungshintergrund, Behinderung oder Migration) in diesem Zusammenhang schulformorientiert und anhand von Studienergebnissen. c) Ringen und Kämpfen Das Spektrum der Inhalte umfasst im Schulsport anwendbare normungebundene Kämpfe mit direktem und indirektem Körperkontakt sowie mit Gerätschaften in Partner*innen- und Gruppenform. Die Studierenden erfahren dabei u.a. das Kämpfen um Gegenstände, um den Raum, um das Gleichgewicht und um die Körperposition. Exemplarisch werden darüber hinaus einige normierte bzw. elementar normierte Formen des Zweikampfes in verschiedenen Raumlagen vermittelt. d) Gestalten, Tanzen, Darstellen Im Kurs werden verschiedene ästhetisch-expressive Tanz- und Bewegungskulturen thematisiert, der Transfer in den Schulsportunterricht durch die Bewegungspraxis sowie im gemeinsamen Diskurs wird reflektiert. Es findet eine theoriegeleitete Analyse der fachspezifischen pädagogischen Modelle/ Werkzeuge statt. Auf dieser Grundlage wird die Formulierung angemessener Aufgabenstellungen für Improvisations- und Kompositionsanlässe thematisiert. Darüber Modulbeschreibung hinaus werden Potentiale und Risiken des Bewegungsfeldes Gestalten, Tanzen, Darstellen hinsichtlich der Persönlichkeitsbildung aufgezeigt und diskutiert. Modulbeschreibung Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning • Präsentationen etc. Empfohlene Literatur a) u.a. Balz, E., Reuker, S., Scheid, V., & Sygusch, R. (Hrsg.). (2021). Sportpädagogik. Eine Grundlegung. Kohlhammer. Koller, H.-C. (2014). Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft (7. durchgesehene Aufl.). Kohlhammer. Prohl, R. (2006). Grundriss der Sportpädagogik (2., stark überarbeitete Aufl.). Limpert. b) u.a. Breker, T. A. (2016). Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstwirksamkeit & Mindset – Wie können Lehrkräfte Erkenntnisse aus der Sozial-Kognitiven-Psychologie nutzen, um die Potenzialentfaltung von Schülerinnen und Schülern zu fördern? Frankfurt (Oder): Europa-Universität Viadrina. Conzelmann, A., Schmidt, M. & Valkanover, S. (2011). Persönlichkeitsentwicklung durch Schulsport.Huber. Deci, E. L. & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift Für Pädagogik, 39(2), 223–238. Frohn, J. (2015). Impulse der Heterogenitätsforschung für die Schulsportentwicklung. In G. Stibbe (Hrsg.), Grundlagen und Themen der Schulsportentwicklung (S. 103-114). Academia. Hurrelmann, K. (2015). Einführung in die Sozialisationstheorie. Beltz. Kleindienst-Cachay, C., Kastrup, V., & Cachay, K. (2008). Koedukation im Sportunterricht – ernüchternde Realität einer löblichen Idee. Sportunterricht, 57(4), 99–104. Oswald, E., Rubeli, B. & Berger, R. (2018). Kinder stärken durch persönlichkeitsfördernden Bewegungs- und Sportunterricht. hep verlag ag. Schmidt, M., & Conzelmann, A. (2011). Selbstkonzeptförderung im Sportunterricht. Sportwissenschaft, 41(3), 190–201. Shavelson, R. J., Hubner, J. J., & Stanton, G. C. (1976). Self- Concept: Validation of Construct Interpretations. Review of Educational Research 46 (3), 407–441. Stiller, J. & Alfermann, D. (2005). Selbstkonzept im Sport. Zeitschrift für Sportpsychologie, 12 (4), 119-126. Wiesche, D. (2013). „Ich muss immer etwas vormachen, damit die anderen sehen, wie es nicht geht!“ Beschämende Situationen im Sportunterricht. sportunterricht 62 (7), 194- 199. Zimmer, R. (2012). Handbuch der Psychomotorik. Herder. c) u.a. Kursbegleitendes Skript Werner, S., Körner, S., & Staller, M. S. (2020). Vermittlungsmethoden: Kämpfen im Schulsport im Modulbeschreibung Spannungsfeld zwischen Tradition und Nicht-Linearität. In T. Vogt (Ed.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung: Sportartspezifische Perspektiven (pp. 245–276). Meyer & Meyer. Gößling, V.(2008). Handicap-Kämpfe - leicht umsetzbar und vielfältig einsetzbar. sportunterricht (5)57, 141-143. Liebl, S., Ptack, R., & Sygusch, R. (2018). Der Erlanger Kompetenzentwurf Sport. Am Beispiel des Bewegungsfelds "Mit und gegen Partner kämpfen". Sport & Spiel, 69, 42–45 Liebl, S., Happ, S. & Zajonc, O. (2015). Review zu Wirkungen von Kampfkunst und Kampfsport auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. In M. J. Meyer (Hrsg.), Kampfkunst und Kampfsport in Forschung und Lehre: Material Arts Studies in Germany - Defining and Crossing Disciplinary Boundaries. (S. 82-92). Hamburg: Feldhaus. Karsch, J. (2022). Alternative Vermittlungsformen im Sportunterricht. Vom Einsatz des Constraints-Led Approach im Sportunterricht. sportunterricht, 7 (71), 290-296. d) u.a. Behrens, C. (2014). Sich körperlich ausdrücken. Sportpädagogik (3+4), 2-6. Steinberg, C. & Tiedt, W. (2018). Bewegung und Tanz als Gegenstand der ästhetisch-kulturellen Bildung in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen. In M.-S. Meis & G.-A. Mies (Hrsg.), Künstlerisch-ästhetische Methoden in der Sozialen Arbeit (Pädagogik 2013, S. 145-176). Stuttgart: Verlag W. Kolkhammer. Howahl, S. (2016). Inklusiv "Gestalten, Tanzen und Darstellen". In S. Ruin, S. Meier & H. Leineweber (Hrsg.), Inklusion im Schulsport. Anregungen und Reflexionen (Pädagogik, S. 116- 129). Weinheim: Beltz. Howahl, S. (2018). Inklusiv Gestalten, Tanzen und Darstellen. von kleinen und großen Stücken. In Ruin, Sebastian, Becker, Florian, Klein, Daniel, Leineweber, Helga, Meier, Sebastian. & Uhler-Derigs, Hans Georg (Hrsg.), Im Sport zusammen kommen. Inklusiver Schulsport aus vielfältigen Perspektiven (S. 139-152). Schorndorf: Hofmann. Tiedt, A. (2001). Bewegende Verse. Wie aus einem Gedicht Bewegung wurde. Zeitschrift für Sportpädagogik (5), 28-31. Klinge, A. & Schütte, M. (2013). Gestalten und Gestaltung. In A. Güllich & M. Krüger (Hrsg.), Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium (Bachelor, 1. Aufl., S. 597-620). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. Tiedt, W. (2001). Bewegungstheater. In W. Günzel & R. Laging (Hrsg.), Didaktische Konzepte und Unterrichtspraxis (Neues Taschenbuch des Sportunterrichts, / hrsg. von Werner Günzel und Ralf Laging ; Bd. 2, S. 309-336). Baltmannsweiler: Schneider- Verl. Hohengehren. Modulbeschreibung Zühlke, M. & Steinberg, C. (2023). Tanz digital unterstützen [Themaheft]. Sportunterricht (72, 2) Modulart Pflicht / Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: a) In der VL werden Leistungspunkte durch eine abschließende einstündige Lernerfolgskontrolle erworben. b) Im Seminar Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport wird die aktive Teilnahme durch die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit (wissenschaftliches Lerntagebuch oder schriftliche Hausarbeit Umfang 15000 bis 18000 Zeichen) nachgewiesen. c) Im Kurs Ringen und Kämpfen werden Leistungspunkte durch die Übernahme eines Stundenanteils (Umfang 30 min) und durch eine abschließende Lernerfolgskontrolle (praktische Prüfung) erworben. d) Im Kurs Gestalten - Tanzen - Darstellen werden Leistungspunkte durch zwei Lernerfolgskontrollen (praktische Prüfungen) erworben: 1. Nachgestaltung einer Choreographie 2. Neugestaltung eines Tanz-/Bewegungstheaterstückes Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) besteht aus einer 90- minütigen kombinierten Klausur mit einem MC-Teil und offenen Fragen. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Ringen und Kämpfen oder im Kurs d) Gestalten- Tanzen- Darstellen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 5-7 Min / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B5: Bewegung und Körperlichkeit in Kultur, Gesellschaft und individuellem Handeln Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Movement and physicalness in culture, society, and individual behavior Kurzbezeichnung B5 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3./4. Fachsemester / 2 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 270 h/ 9 LP / 0 LP / 1 LP 1 fachdidaktischer LP in d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) b) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch/ nein Sozialisation und soziales Lernen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung 1 SWS / 15 h / 15 h / 4. / VL / deutsch / nein d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja e) Erlebnissport 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Leitbild des Moduls ist die Ausbildung einer wissenschaftlich informierten, reflektierten Lehrkraft. Die Studierenden bilden einen breiten wissenschaftlichen Habitus aus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender menschlicher Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. Weiterhin steht der Erwerb berufsfeldbezogener und übergreifender Vermittlungskompetenzen im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen aktuelle Theorien und Erkenntnisse der Psychologie, der Sozialisation und des motorischen Lernens kennen und können sie auf vielfältige Situationen im Sport und in der Schule übertragen. Die Teilnehmer können Unterrichtseinheiten mit spielerischen, motivierenden und erlebnispädagogischen Inhalten für ein diverses Teilnehmerfeld in der Halle und im freien Gelände planen, organisieren und durchführen. a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Die Studierenden beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Psychologie, Motorik und Bewegungssteuerung. Sie verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung, des Bewegungslernens und die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung. b) Sozialisation und soziales Lernen Die Studierenden kennen unterschiedliche Theorien und Ansätze von Sozialisation und sozialem Lernen im Allgemeinen und im Bereich des Sports und können sie auf sportliche Situationen und den Schulsport übertragen. Sie können sozialisations- und Modulbeschreibung lerntheoretisch Grundlagen nutzen, um sich mit spezifischen schulischen (schulsportunterrichtlichen) und gesellschaftlichen Gegebenheiten, Herausforderungen und Stressoren (z.B. Integration, Koedukation, Fairness und Gewalt) reflektiert auseinanderzusetzen. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Die Studierenden erwerben eine übergreifende Sportspielkompetenz. Sie sollen dazu befähigt werden, unterschiedlichste Sportspiele in ihrem komplexen Handlungsfeld zu verstehen, zielgerichtet einzusetzen und aktiv durchzuführen. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) Das Spiel ist ein vielfältig und mannigfaltig auftretendes Phänomen unter Lebewesen und fasziniert seit jeher die Menschen. Durch eigene Erfahrungen mit grundlegenden Bewegungstätigkeiten und Handlungsfähigkeiten sowie deren Reflexion sind die Studierenden in der Lage, Spiele zielgerichtet einzusetzen, wissenschaftsgeleitet zu analysieren und für unterrichtliche Zwecke aufzubereiten. Hierzu lernen sie unterschiedliche Spielformen kennen bzw. zu modifizieren, mit denen sie den Erwerb sportartübergreifender und spezifischer Kompetenzen nach sportdidaktischen Grundsätzen vermitteln und nach dem Prinzip der Variation schulen können. Den Studierenden sind ihre Rollen als Instruktor*in, Ideengeber*in oder Beobachter*in von Lernprozessen bewusst; sie können diese Rollen vor dem Hintergrund der Altersspezifik analysieren und für sich gestalten. e) Erlebnissport Die Teilnehmer*innen können Unterrichtseinheiten mit erlebnispädagogischen Inhalten in der Halle und im freien Gelände planen, organisieren und durchführen. Sie sind in der Lage, die Qualität erlebnispädagogischer Angebote zu beurteilen, die Sicherheit erlebnissportlicher Unterrichtsinhalte und Angebote zu prüfen und zu beurteilen. Sie können erlebnissportliche Unterrichtsinhalte anleiten sowie Lernerfolg sichernde Reflexionsphasen initiieren, begleiten und evaluieren. Dies ist relevant, um den Anspruch der Erlebnispädagogik auf Förderung der individuellen Persönlichkeitsentwicklung umzusetzen. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Dieser Inhaltsbereich thematisiert (motorische) Lehr- und Lernprozesse vor dem Hintergrund psychischer und psychosozialer Grundabläufe. Das Themenspektrum beinhaltet (1) eine Übersicht über psychische und psychosoziale Funktionen und Prozesse, die die Grundlage für die Betrachtung von Lehr- und Lernprozessen im Rahmen der Bewegungswissenschaften darstellen. Diese Übersicht beinhaltet gleichermaßen neuropsychologisch-kognitive wie emotional-motivationale und psychosoziale Darstellungen. Hiermit verknüpft ist (2) die Besprechung psychomotorischer und psychosozialer Gegebenheiten im Rahmen der menschlichen Entwicklung, wobei das Spektrum vom komplexen Bewegungshandeln bis hin zu einfachen Reflexen oder zyklischen Modulbeschreibung Bewegungen abgedeckt wird. (3) Grundlagen von (motorischen) Lernprozessen und Abläufen der Bewegungskontrolle stellen einen dritten Inhaltsblock dar. Bewegungskontrolle wird hierbei sowohl als neurophysiologisches oder neuropsychologisches als auch als psychosoziales Geschehen definiert. (4) Emotionale und motivationale Bedingungen von (motorischen) Lehr- und Lernprozessen schließen an diese Darstellung an. Hierbei wird ein Fokus auf emotional-motivationale Beeinflussung von Lernen gelegt (z.B. Lernen und Angst). Im abschließenden Teil werden Lehr- und Lernaspekte vor dem Hintergrund der (5) Schüler*in- Lehrer*in-Interaktionen betrachtet. Die richtige Form der Beschreibung und Vermittlung von Bewegungsabläufen (Instruktionen und Feedback) wird hierbei ebenso angesprochen, wie die Steuerung von Motivations- und Emotionsprozessen im Rahmen der Interkation (Motivationales Klima). b) Sozialisation und soziales Lernen In dieser Veranstaltung werden Handlungs- und Erfahrungsmöglichkeiten für eine praxisorientierte Sozialerziehung im Bereich des Sports thematisiert. Dabei werden u.a. Kommunikationsfähigkeit, Identität in Gruppen, motivationale Aspekte, Umgang mit Regeln, Fairness, Konfliktfähigkeit und Toleranz anhand von Theorien der Sozialisationsforschung und des sozialen Lernens vertiefend behandelt. Anhand von evidenzbasierten praktischen Beispiele aus dem Sportunterricht (z.B. besonders stressreiche Phänomene) werden Möglichkeiten des sozialen Lernens und der Sozialisation im Fach Sport diskutiert und analysiert, beispielsweise wird die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung und der Selbstbestimmung im schulischen Kontext anhand von unterschiedlichen Beispielen erörtert. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Sozialerziehung im und durch Sport werden einbezogen. Ferner werden der Umgang mit und die Aufarbeitung von Aggressions- und Gewaltphänomenen sowie die Auseinandersetzung mit Integration im und durch Sport /Sportunterricht behandelt. Neben der Erörterung der Voraussetzungen prosozialen Verhaltens, wie z.B. die Wahrnehmung eigener Kompetenz oder die Erfahrung und Feststellung persönlicher Verantwortung, wird auch die Relevanz von Geschlecht und sozialer Schicht für eine Sozialerziehung im Sport/Sportunterricht analysiert. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Das Themenspektrum beinhaltet portspielübergreifende Theorien, Vermittlungsmodelle und Möglichkeiten der Diagnostik. Grundsätzliche und spezielle Struktur- und Vermittlungsaspekte in unterschiedlichen Sportspielen werden behandelt. Weiterhin werden aktuelle Lern- und Lehrmethoden im Hinblick der Sportspielvermittlung unterrichtet. Modulbeschreibung d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) Spielen als eigenständige Form des Lernens wird hier als explorierendes Tun und Alternative zum Üben verstanden. Spielen soll als grundlegende Fähigkeit zielgerichtet eingesetzt werden und in beispielhaften Unterrichtssituationen praktisch erfahrbar gemacht und reflektiert werden. Ausgangspunkte, Beispiele und Aufgabenstellungen sollen bewegungskulturelle, sportartübergreifende und sozial-kommunikative Aspekte und Bezüge haben. Die Studierenden sollen das Phänomen Spiel selbst erleben, Spiele nachahmen, nachspielen und gestalten sowie eigene Spiele erfinden. Dabei entwickeln sie die Fähigkeit, ein für alle gelingendes Spielen aufrecht zu erhalten. Spielstörungen werden als Anlass für die Suche nach Lösungen aufgegriffen, so dass die Lernenden zunehmend mit Veränderungen im Spielgeschehen umgehen können. Sie werden in ihren kreativen und sozialen Fähigkeiten unterstützt bzw. hierzu angeregt. Diese Erfahrungen helfen ihnen, unterschiedlichen Adressatengruppen dieses Spielverständnis zuzutrauen und nahe zu legen. e) Erlebnissport Der Kurs Erlebnissport Indoor zeigt auf, dass erlebnissportliche Inhalte im Rahmen des regulären Schulsports in einer Halle mit Standardausstattung vermittelbar. Durch den alternativen Einsatz klassischer Turngeräte sowie reizvoller Alternativgeräte werden neue Bewegungsmöglichkeiten aufgezeigt, entwickelt und unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten betrachtet und erfahren. Neben der Fokussierung auf die pädagogischen Perspektiven stellen das Kennenlernen und Überprüfen von Sicherheitsmaßnahmen einen zentralen Aspekt des Unterrichts dar. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. b) Sozialisation und soziales Lernen Aronson, E., Wilson, T., & Akert, R. (2014). Sozialpsychologie. Pearson Studium. Brinkhoff, Klaus-Peter (1998). Sport und Sozialisation im Jugendalter. Weinheim, München: Juventa. Gerlach, E. & Brettschneider, W.D. (2013). Aufwachsen mit Sport. Befunde der 10-jährigen Paderborner Längsschnittstudie Modulbeschreibung "SET" von der Kindheit in die Adoleszenz. Meyer & Meyer Verlag Hurrelmann, K. & Bauer, U. (2015). Einführung in die Sozialisationstheorie. Das Modell der produktiven Verarbeitung von Realität. Beltz. Woolfolk, A. & Schönpflug, U (2014). Pädagogische Psychologie. Pearson Studium. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele): Güllich, A. & Krüger, M. (2013). Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium. Berlin, Heidelberg: Springer. König, S., Memmert, D. & Moosmann, K. (2012). Das große Limpert-Buch der Sportspiele. Wiebelsheim: Limpert. Memmert, D, & Furley, P. (2014). Zur Schulung einer allgemeinen Spielfähigkeit in Schule und Verein. Bayreuth: Sportbuch- und Medienverlag Weineck e.K. Roth, K. & Kröger, C. (2011). Ballschule - ein ABC für Spielanfänger. Schorndorf: Hofmann. Roth, K., Kröger, C. & Memmert, D. (2007). Ballschule Rückschlagspiele. Schorndorf: Hofmann. Roth, K., Memmert, D. & Schubert, R. (2007). Ballschule Wurfspiele. Schorndorf: Hofmann. e) Erlebnissport Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Matten im Sportunterricht. Sicherheit im Schulsport. 2018 Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Alternative Nutzung von Sportgeräten. Sicherheit im Schulsport. 2007 Modulart Pflicht / Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) besteht aus einer 90- minütigen MC- Klausur mit offenen Fragen über die beiden Vorlesungsinhalte (a und b). Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) In der Vorlesung c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung und im Kurs d) Spielen und Spiele inszenieren kann eine fachpraktische Prüfung (FP) absolviert werden. Vorlesung c): Klausur / 60 Min / 40% Kurs d): Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B6: Unterrichten und Vermitteln von Bewegung, Spiel und Sport (I) Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Modultitel (Englisch) Teaching and mediating movement, games and sports Kurzbezeichnung B6 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 4. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 255 h/ 9 LP / 0,5 LP / 6 LP 0,5 inklusionsorientierte LP (a) 6 Fachdidaktische LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Didaktische Grundlagen des Schulsports 2 SWS / 30 h / 45 h / 4. / VL / deutsch / nein b) Aktuelle schulsportbezogene Themen 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / SE / deutsch / nein c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I): Mannschaftssportspiel (I) (eins aus fünf frei wählbar: Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Volleyball) 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja d) Gerätturnen 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Das Studium dieses Moduls befähigt die Studierenden, sportdidaktische und schulsportbezogene Kenntnisse auf Fragen von Bewegung, Spiel und Sport in der Institution Schule als Teil der Gesellschaft anzuwenden. a) Die Studierenden erwerben u.a. • sportdidaktische Planungs-, Durchführungs- und Auswertungskenntnisse im Rahmen curricularer Vorgaben und können diese exemplarisch anwenden. • grundlegende Kenntnisse zu Erkenntnissen der Schulsportforschung und weiteren ausgewählten sportdidaktischen Themen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit unterrichtsbezogenen Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • grundlegende Kenntnisse der pädagogischen Diagnostik und didaktische Vermittlungskenntnisse, die exemplarisch auf Vermittlungsfragen in den verschiedenen Bewegungsfelder angewendet und kritisch reflektiert werden können. b) Die Studierenden erwerben u.a. • theoretisch vertiefte Kenntnisse zu ausgewählten aktuellen schulsportbezogenen Themen (z.B. Diversität und Chancengleichheit, Digitalisierung, Demokratiebildung, Nachhaltigkeit, Schutz vor Gewalt), die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit Modulbeschreibung schulsportbezogenen und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. c) Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual- , gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. d) Die Studierenden erwerben u.a. • aufbauend auf die im Modul „B2 – c): Bewegen an Geräten – Turnen“ erworbenen Kompetenzen eine eingehende schulbezogene Vermittlungskompetenz. Diese soll zur anwendungsbezogenen Auseinandersetzung mit turnspezifischen Fragestellungen im Rahmen der zweiten Ausbildungsphase befähigen. • die Fähigkeit das Potential der Sportart Gerätturnen zur Begegnung aktueller schulsportbezogener Herausforderungen zu erkennen (z. B. Inklusion, Gruppenbildungsprozesse, Angstbewältigung, Notengebung). • Medienkompetenz, um verschiedene Strategien zur Bewältigung turnspezifischer Vermittlungsfragen unter Verwendung verschiedener (auch digitaler) Medien leisten zu können. Hier steht der Transfer des erworbenen Wissens zur Planung und Durchführung erziehenden Sportunterrichts im Vordergrund. • eine turnspezifische Demonstrationsfähigkeit im Erleben der Rolle als sportmotorisch lernende Schüler*innen Zentrale Inhaltsbereiche a) Die Studierenden erhalten einen Überblick über sportdidaktische Planungs- und Auswertungsmodelle, fachdidaktische Konzepte als Gesamtorientierung für den Schulsport (z. B. Kernlehrplan, erziehender Sportunterricht) und weitere didaktisch relevante Themen des Sportunterrichts (z. B. Umgang mit Heterogenität, pädagogische Diagnostik). Zudem Modulbeschreibung werden aktuelle Themen des Schulsports und der Schulsportforschung (z. B. diversitätssensible Schulentwicklung, Scham und Ausgrenzungsprozesse im Sportunterricht) exemplarisch aufgezeigt. b) Das Seminar soll den Studierenden die Möglichkeit bieten, ausgewählte und schulsportrelevante Themen mit besonderer gesellschaftlicher oder bildungspolitischer Relevanz zu vertiefen (z.B. Digitalisierung, Demokratiebildung, Diversität und Chancengleichheit, Schutz vor Gewalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung). Dabei werden verschiedene Themen im Sinn von Wahlpflichtseminaren angeboten, die jeweils vertiefend behandelt werden. Die erworbenen Kenntnisse werden im weiteren Studienverlauf (z.B. Modul M3) auf übergeordneter Ebene („Kulturphänomen Sport als Spiegelbild der Gesellschaft“) eingeordnet und weiterführend thematisiert. c) Die praktische Umsetzung eines Mannschaftssportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und –methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Taktiken und Techniken des Mannschaftssportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltaktische und spieltechnische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. d) Die Studierenden entdecken, erleben und reflektieren Vermittlungswege zur freudvollen Ausbildung turnerischer Grundfertigkeiten (z. B. Überschlagbewegungen vorwärts und rückwärts, Sprung-, Kipp- und Stemmbewegungen). Die dafür ausgewählten Lehr-Lern-Szenarien adressieren anhand exemplarischer Fertigkeiten ausgewählte didaktisch sowie bildungspolitisch relevante Themen. U. a. werden der Umgang mit Ängsten und Schamgefühlen (gegenseitige Hilfeleistung zum Beispiel bei Überschlagbewegungen) oder auch Digitalisierung als didaktisches Hilfsmittel (Videoanalyse zur Bewegungskorrektur) thematisiert. Vor diesen Hintergründen werden Bezüge zu den pädagogischen Perspektiven hergestellt und in lehrkraft- oder studierendenzentrierte Settings eingebettet. Weiterhin ermöglichen Lernanlässe zum gezielten Erleben der Modulbeschreibung Rolle als Lehrkraft die turnspezifische Anwendung des erlernten Wissens. Zudem wird, insbesondere im Rahmen der Lernerfolgskontrollen, im Bezugsrahmen von Demokratiebildung und multifaktoriellen Beurteilungskriterien für die Komplexität der Notenbildung im Gerätturnen sensibilisiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Präsentationen u.a. Empfohlene Literatur a) Bräutigam, M. (2014). Sportdidaktik. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. Fessler, N. & Hummel, A. & Stibbe, G. (Hrsg.). (2010). Handbuch Schulsport. Hofmann. Scheid, V., & Prohl, R. (Hrsg.). (2012). Sportdidaktik. Grundlagen - Vermittlungsformen - Bewegungsfelder. Limpert. Wolters, P., Ehni, H., Kretschmer, J., Scherler, K., & Weichert, W. (Hrsg.). (2000). Didaktik des Schulsports. Hofmann. b) wird in der Veranstaltung bekanntgegeben c) • Basketball: Steinhöfer, D. & Remmert, H. (2011). Basketball in der Schule: spielerisch und spielgemäß vermitteln. Philippka. Bösing, L., Bauer, C., Remmert, H. & Lau, A. (2019). Handbuch Basketball: Technik - Taktik - Training – Methodik. Meyer & Meyer. • Fußball: Dietrich, K., Dürrwächter, G. & Schaller, H.J. (2006): Die großen Spiele. Meyer & Meyer. Schomann, P., Bode, G., Vieth, N. (2014) Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept: DFB Fachbuchreihe. Philippka. • Handball: Estriga. (2019). Team Handball. Teaching and learning step-by-step. Agência Nacional. Greve et al. (2017). Handball in Stundenbildern. Limpert. • Hockey: Hänel, R., Hillmann, W., Lüninghöner, J. (2013). Feld- und Hallenhockey. 2. überarbeitete Auflage. Meyer & Meyer. Wein H (2009). Entwicklung der Spielintelligenz durch Mini-Hockey. H. Knuf. • Volleyball: Modulbeschreibung Czimek, J. & DVV (2022). Volleyball – Training & Coaching (2. Aufl.). Meyer & Meyer. Papageorgiou, A. & Czimek, J. (2020). Volleyball spielerisch lernen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. d) Becker, M., Gerling, I. E., & Rohleder, J. (2020). Vermittlungswege im Gerätturnen: Förderung von Lernprozessen durch zielgruppenadäquaten Methodeneinsatz. In T. Vogt (Hrsg.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung – Sportartspezifische Perspektiven (S. 93-128). Meyer & Meyer. Bosman, M. & Hoeboer, J. (2009). Turnen. Die Bausteine. Fundament für den Sportunterricht. GrafiSelect. Dornbusch, R. & Heyat, A. (2014). Gerätturnen kompetenzorientiert. Kompakte Unterrichtsreihen Klasse 5-10. Cornelsen. Gerling, I. E. (2015). Gerätturnen für Fortgeschrittene – Band 2: Sprung-, Hang- und Stützgeräte (2., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. Gerling, I. E. (2018). Gerätturnen für Fortgeschrittene – Band 1: Boden und Schwebebalken (3., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. Gerling, I. E. (2022). Helfen & Sichern im Turnen. Alle Helfergriffe, Methodik und über 130 kooperative Spiele (4., komplett überarbeitete und ergänzte Aufl.). Meyer & Meyer. Krick, F. (2022). Bewegen an und mit Geräten – Turnen. In V. Scheid & R. Prohl (Hrsg.), Sportdidaktik. Grundlagen – Vermittlungsformen – Bewegungsfelder (S. 155-174). Limpert. Modulart a), d) Pflicht b), c) Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I) - Belegung nicht identisch zu B7. - Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: a) abschließende einstündige Lernerfolgskontrolle. b) Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung c) Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) d) Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B6/B7/B8. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) wird als mündliche Prüfung von 30 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus der Vorlesung (a) oder dem Seminar (b) und Inhalte aus einem der Kurse c)-d) geprüft. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Mannschaftssportspiele oder im Kurs d) Gerätturnen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B7: Unterrichten und Vermitteln von Bewegung, Spiel und Sport (II) Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Teaching movement, play and sports Kurzbezeichnung B7 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 5. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 195 h / 7 LP/ 0 LP / 3 LP 2 fachdidaktische LP für a) 1 fachdidaktische LP für b) und c) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Spezielle Themen der Fachdidaktik 2 SWS / 30 h / 45 h / 5. / SE / deutsch / ja b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel 2 SWS / 30 h / 30 h / 5. / KS / deutsch / ja c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II 2 SWS / 30 h / 30 h / 5. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Das Studium dieses Moduls befähigt die Studierenden, vertiefte sportdidaktische sowie sportartenspezifische Kenntnisse auf ausgewählte Unterrichtsfragen und -methoden sowie die Sportspielvermittlung im Kontext von Schulsport anzuwenden und kritisch zu reflektieren. a) Spezielle Themen der Fachdidaktik Die Studierenden erwerben u.a. • sportdidaktische Planungs-, Durchführungs- und Auswertungskenntnisse und können diese exemplarisch anwenden. • Kenntnisse über vielfältige Aufgabenfelder einer Sportlehrkraft im Rahmen des unterrichtlichen BSS- Angebots in Schulen und entwickeln ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein. • theoretisch vertiefte Kenntnisse zu ausgewählten aktuellen sportdidaktischen Themen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit unterrichtsbezogenen Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • Fähigkeiten, die erworbenen sportdidaktischen Kenntnisse im Sinne der Theorie-Praxis-Verschränkung exemplarisch auf Vermittlungsfragen im Bewegungsfeld „Spielen in und mit Regelstrukturen“ anzuwenden und kritisch zu reflektieren. b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Individualsportspielen und können diese umsetzen. Modulbeschreibung • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. • c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual-, gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. Zentrale Inhaltsbereiche a) Spezielle Themen der Fachdidaktik Neben grundlegenden sportdidaktischen Planungs- und Auswertungsmodellen sowie fachdidaktischen Konzepten als Gesamtorientierung für den Schulsport (z. B. Kernlehrplan, erziehender Sportunterricht), werden auch ausgewählte sportdidaktische Themen (z. B. Medien im Sport, Umgang mit Heterogenität) vertiefend thematisiert. Bei der Auswahl der Themen werden auch solche berücksichtigt, die für das Bewegungsfeld „Spielen in und mit Regelstrukturen“ eine besondere Relevanz haben (z.B. Sozialerziehung, Spielerziehung), so dass im Sinn des Theorie-Praxis-Transfers Anwendungsbezüge aufgezeigt, erprobt und kritisch reflektiert werden können. Zur Anbahnung der zu erwerbenden Kompetenzen werden dabei möglichst problem- und handlungsorientierte Zugänge gewählt. Modulbeschreibung b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel Die praktische Umsetzung eines Individualsportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und - methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Techniken und Taktiken des Individualsportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltechnische und spieltaktische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) Mannschaftssportspiel II Die praktische Umsetzung eines Mannschaftssportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und – methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Taktiken und Techniken des Mannschaftssportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltaktische und spieltechnische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. Lehr- und Lernmethoden Präsentationen, Gruppenarbeiten u.a. Empfohlene Literatur a) Spezielle Themen der Fachdidaktik u.a. Bräutigam, M. (2014). Sportdidaktik. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen. Meyer & Meyer. Döhring, V. & Gissel, N. (2014). Sportunterricht. Planen und Auswerten. (3., überarbeitete Aufl.). Schneider. Lange, H. & Sinning (Hrsg.). (2008). Handbuch Sportdidaktik. Spitta. Scheid, V. & Prohl, R. (Hrsg.). (2012). Sportdidaktik. Limpert. b) & c) Spielen in und mit Regelstrukturen (II und III) u.a. Badminton: Poste, D. & Hasse, H. (2002). Badminton Schlagtechnik- mit dem Schläger denken lernen. Smash. Kelzenberg, H. (2021). Shuttle Time – Badmintontraining in der Schule. Meyer & Meyer. Basketball: Remmert, H. (2006). Basketball: Lernen, Spielen und Trainieren. Hofmann. Steinhöfer, D. & Remmert, H. (2004). Basketball in der Schule. Philippka. Fußball: Modulbeschreibung Dietrich, K., Dürrwächter, G. & Schaller, H.J. (2006): Die großen Spiele. Meyer & Meyer. Schomann P., Bode G., Vieth N.. (2014) Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept: DFB Fachbuchreihe Steinhöfer, D. (2008). Athletiktraining im Sportspiel; Münster: Philippka Sportverlag Handball: Estriga. (2019). Team Handball. Teaching and learning step-by- step. Agência Nacional. Greve et al. (2017). Handball in Stundenbildern. Limpert. Hockey: Hänel, R., Hillmann, W., Lüninghöner, J. (2013). Feld- und Hallenhockey. 2. überarbeitete Auflage. Meyer & Meyer. Wein H (2009). Entwicklung der Spielintelligenz durch Mini- Hockey. H. Knuf. Tennis: Born, P., Seewald, C., & Vogt, T. (2020). Tennis Lehr-Lernvideos - Schritt für Schritt. Ton- und Bildträger - Filmaufnahmen, Mospac - Mobile Sports Academy. Abrufbar unter: www.youtube.com/channel/UC4ghMe3yS1f4y98XdF_CS0g Grambow, R., Born, P., Meffert, D. & Vogt T. (2021). Tennis im Sportunterricht: Ein Einstieg. Sportunterricht. 70(6), 269-275. Tischtennis: Friedrich, W. & Fürste, F. (2012). Tischtennis – verstehen, lernen, spielen. Philippka-Sportverlag. Klein-Soetebier, T. & Klingen, P. (2019). Lehr-Lernvorstellungen im Tischtennis-Anfängerunterricht – Eine didaktisch- methodische Handreichung für Lehrkräfte und Übungsleiter in Schule und Verein. Schneider Verlag Hohengehren. Volleyball: Czimek, J. & DVV (2022). Volleyball – Training & Coaching (2. Aufl.). Meyer & Meyer. Papageorgiou, A. & Czimek, J. (2020). Volleyball spielerisch lernen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II) • Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) • Belegung nicht identisch zu B6. • Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der http://www.youtube.com/channel/UC4ghMe3yS1f4y98XdF_CS0g https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: a) Spezielle Themen der Fachdidaktik • Übernahme von Teilen einer Seminarsitzung durch z.B. Referate b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II) • Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) • Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B6/B7/B8. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) wird als mündliche Prüfung von 30 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus dem Seminar und Inhalte aus einem der beiden Kurse geprüft. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs b) oder c) kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B8: Gesundheitsbildung und Teilhabe durch Sport und Bewegung Studiengang: B.A. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Health education and participation through sports Kurzbezeichnung B8 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 6. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 225 h / 8 LP / 3 LP / 3 LP 1 inklusionsorientierter LP in a) 2 inklusionsorientierte LP in b) 2 fachdidaktische LP in a) 1 fachdidaktischer LP in b) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht 2 SWS / 30 h / 45 h / 6. / SE / deutsch / ja b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer 2 SWS / 30 h / 60 h / 6. / ÜB / deutsch / ja c) Weiteres Bewegungsfeld: Sportart (KS) (eins aus dem aktuellen Angebot wählbar, vgl. Lehrangebot in LSF) 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht Die Studierenden… • definieren die Begriffe „Gesundheit“, „Gesundheitskompetenz“ und „Gesundheitsförderung“ • entwickeln ein ganzheitliches und ressourcenorientiertes Verständnis von Gesundheit • analysieren gesundheits- und bewegungsbezogene Konzepte (z.B. Physical Literacy, Salutogenese) und leisten einen entsprechenden Transfer zum Schulsport • erwerben diagnostische Kompetenzen in Bezug auf die Körperhaltung und können eine entsprechende Haltungsschulung vermitteln • erwerben grundlegende Kenntnisse zu Verhaltensauffälligkeiten, psychischen und chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und leiten Konsequenzen für die Planung und Durchführung im Schulsport ab • beziehen die pädagogische Perspektive „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln“ auf die motorischen Fähigkeiten Koordination und Ausdauer • erwerben zielgruppenspezifische Vermittlungskompetenzen für den Schulsport Modulbeschreibung b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer Die Studierenden… • können für die Schule relevante Aussagen der UN- Behindertenrechtskonvention wiedergeben • entwickeln ein ganzheitliches Inklusionsverständnis mit besonderem Fokus auf Schüler:innen mit Beeinträchtigung • können die sonderpädagogischen Förderschwerpunkte NRWs benennen • analysieren didaktisch-methodische Modelle zur Planung inklusiven schulischen Sportunterrichts (z.B. 6+1-Modell, CHANGE-IT, TREE) und wenden diese in praktischen Unterrichtssituationen an • planen eine inklusive Sportunterrichtseinheit und unterrichten diese im Praxistransfer (z.B. an einer Kooperationsschule) • reflektieren Unterrichtssituationen und können konstruktives, vermittlungsbezogenes Feedback geben c) Weiteres Bewegungsfeld Die Studierenden… • erwerben grundlegende Kenntnisse des jeweiligen Bewegungsfelds in Theorie und Praxis für den Schulsport • kennen didaktisch-methodische Vermittlungsansätze im jeweiligen Bewegungsfeld • leisten einen Transfer traditioneller Inhalte aus dem jeweiligen Bewegungsfeld (z.B. in anschlussfähige, innovative Trendsportarten) Zentrale Inhaltsbereiche a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht • Pädagogische Perspektive „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein vermitteln“ • Gesundheits- und bewegungsbezogene Vermittlungskompetenz • Körperhaltung und Haltungsschulung • Koordination und Ausdauerleistungsfähigkeit • Verhaltensauffälligkeiten, psychische und chronische Erkrankungen im Schulsport b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer • UN-Behindertenrechtskonvention • Inklusion und Teilhabe • Sonderpädagogische Förderschwerpunkte NRWs • Didaktisch-methodische Modelle zur Planung und Umsetzung inklusiven Sportunterrichts (z.B. 6+1- Modell, CHANGE-IT, TREE) Modulbeschreibung c) Weiteres Bewegungsfeld • Zentrale Inhaltsbereiche des jeweiligen Bewegungsfelds - Rückschlagspiele unter Einbezug jeweiliger Trends z.B. Padel, - technisch-kompositorischer Bereich: z.B. Kampfsport und Kampfkunst, Urban Dance, Akrobatik, Trampolinturnen, - Gesundheit/ Fitness: z.B. Urban Sports (Parkour & Calisthenics), Fitness & Wellbeing, - Abenteuer/ Erlebnis: z.B. Klettern & Bouldern, Radsport, Tauchen (ABC Tauschen oder Gerätetauchen), Reiten, - Motopädagogik/Elementarbereich: z.B. Schwimmanfänger unterrichten, Psychomotorik Lehr- und Lernmethoden a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht Im Seminar werden sowohl lehrzentrierte als auch schwerpunktmäßig lernzentriert-aktivierende Methoden eingesetzt. Durch die Studierenden wird ein forschungsgeleiteter Kurzvortrag in Kleingruppen zur Präsentation erarbeitet. b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer In der Übung werden neben lehrzentrierten und lernzentriert- aktivierenden Methoden auch praxisorientierte Gruppenarbeiten und Reflexionen eingesetzt; im Fokus steht dabei das Prinzip „Lernen durch Lehren“ (z.B. in Form einer Projektarbeit). c) Weiteres Bewegungsfeld In den Kursen werden sowohl lehrzentrierte als auch lernzentriert-aktivierende Methoden eingesetzt. Empfohlene Literatur Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen durch die Lehrkräfte bekanntgegeben. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B6/B7/B8. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Die Modulabschlussprüfung (MAP) wird als mündliche Prüfung von 30 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus den Veranstaltungen a) und b) geprüft. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Innerhalb des Bewegungsfeldes c) kann eine fachpraktische Prüfung (FP) abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Weitere Hinweise Die DSHS Köln kooperiert in diesem Modul in Abhängigkeit von bestehenden Kooperationsverträgen mit Schulen in Köln und Umland. Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte PO2023_Deckblatt BA-GYM-Siegen_blau Leitbild Qualifikationsziele_gym B1_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen B2_Modulhandbuch_Lehramt Sport GymGe_Siegen B3_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen B4_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen B5_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen B6_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen B7_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen a) Spezielle Themen der Fachdidaktik b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel Die Studierenden erwerben u.a. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II Die Studierenden erwerben u.a. a) Spezielle Themen der Fachdidaktik b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) Mannschaftssportspiel II B8_Modulhandbuch_Lehramt_Sport_GymGe_Siegen

  • MHB-sport-LB-HRSG-siegen-abWiSe25-26.pdf
    Modulhandbuch Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen - Unterrichtsfach Sport (Kooperation Universität Siegen) Abschluss Bachelor of Arts Studienanfänger*innen ab Wintersemester 2025/26 Stand Juni 2026 Leitbild zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Studiengang Lehramt Sport Die Deutsche Sporthochschule Köln erkennt die Lehrer*innenbildung als eine Aufgabe von herausragender Wichtigkeit mit großer Verantwortung an. Es ist ihr Anspruch, eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehrer*innenbildung zu gewährleisten und innovative Aspekte in der Lehre zu etablieren, um die Studierenden bestmöglich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Durch vielseitige gesellschaftliche Herausforderungen ist es notwendig geworden, die Kompetenzorientierung in der Lehrer*innenbildung weiter zu stärken und die Studierenden noch gezielter auf die Bedarfe des Berufsfelds vorzubereiten. Die Neustrukturierung der Lehrer*innenbildung der Deutschen Sporthochschule Köln setzt daher bereits im beruflichen Qualifikationsprozess gezielt auf Erfahrung, Reflexion und Interaktion im Zusammenhang mit problemorientiertem Lernen. Reflexion als Bildungsprinzip spielt gerade in den ästhetischen Fächern wie Kunst, Musik und Sport eine besondere Rolle, weil sich Erfahrungen, Lernen und Veränderung stets leiblich verankern. Im Rahmen der Lehrer*innenbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln wird die langläufige Dichotomie zwischen Theorie und Praxis gezielt im Sinne einer reflektierten Praxis aufgebrochen. - Berücksichtigt wird die Theorie-Praxis-Integration stringent im modularen Aufbau in der Form, dass es keine isolierten fachwissenschaftlichen und theoretischen Module oder alleinstehenden Praxismodule gibt und der Kompetenzerwerb stets übergreifend erfolgt. - In den Lehrveranstaltungen wird das sportliche Handeln immer im Rückbezug auf jeweilige theoretische Fokuspunkte bearbeitet. Denken und Handeln wird betont integrativ und nicht separierend auslegt. - Jegliche Praxis ist theoriegeleitet und jegliche Theorie wird in die Praxis integriert. Fachwissenschaftlichen Theorieinhalte werden den sportpraktischen und fachdidaktischen Inhalten nicht nur gegenübergestellt. Vielmehr werden Theorieinhalte aus ihrer Abstraktheit herausgelöst und in den Modulen und Lehrveranstaltungen in konkrete Handlungssituationen des Sports übertragen und wechselseitig beispielhaft veranschaulicht. Daraus ergibt sich die Forderung der Einbettung gezielter Schwerpunktsetzungen (z.B. anatomische oder biomechanische Grundlagen, Persönlichkeitsbildende Potenziale oder Aspekte der Gesundheitsbildung etc.), welche sich in den Modultiteln widerspiegeln und in den Lehrveranstaltungen der Module in Theorie-Praxis-Reflexionen bis hin zur Ausübung bewegungspraktischer Tätigkeiten integriert sind. Es gilt, fachwissenschaftliches und fachpraktisches Wissen nutzbar zu machen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch neues Wissen entstehen zu lassen. Dieser Ansatz erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxispartner*innen (Nutzerbezug), welches sich in der Integration von Schulkooperationen schon auf Bachelorniveau auszeichnet. Sport und Bewegung sind als prädestiniertes Feld für die Erforschung dieses bildungsrelevanten Geschehens zu verstehen, das bereits durch digitale Technologien neue Impulse auf hochschuldidaktischer Ebene an der Deutschen Sporthochschule Köln erfährt. Prämierte Lehrkonzepte greifen die Möglichkeiten der Reflexion und des Feedbacks mit digitalen Technologien auf und werden an der Deutschen Sporthochschule Köln ständig weitergeführt und ausgebaut. Qualifikationsziele Die Absolventinnen und Absolventen • verfügen über physiologische, anatomische und sportmedizinische Grundkenntnisse sportlichen Handelns; • beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Motorik und der Bewegungssteuerung und verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung und des Bewegungslernens; • kennen die Lebens- und Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen, ordnen sie bedeutsamen Entwicklungsphasen zu und stellen Bezüge zur Ausbildung des Körperkonzepts her; • entwickeln Konzepte zur präventiven und kompensatorischen Bewegungserziehung im und durch Sport; • besitzen bewegungstechnisches Können zur Demonstration von Grundelementen und -techniken der Sportarten und Bewegungsfelder; • verfügen über ein anwendungsbezogenes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • entwickeln didaktische Konzepte zum Erwerb sportartspezifischer Technik und Taktik; • verfügen über professionsspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten zur Planung, Organisation und Analyse von Sportunterricht und zu außerunterrichtlichen Einsatz- und Angebotsmöglichkeiten; • analysieren sportartübergreifendes und sportartbezogenes Bewegungskönnen wissenschaftsgeleitet und bereiten es für unterrichtliche Zwecke auf; • können berufsbezogene Theorien und Konzepte in Projekten forschenden Lernens umsetzen; • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports; • übertragen unterschiedlichste Aspekte der Sozialisation und des sozialen Lernens auf Bewegung, Spiel und Sport und schaffen in vielfältigen Spiel- und Übungssituationen Anlässe für soziales Lernen; • reflektieren allgemeine, sportdidaktische und schulsportdidaktische Kenntnisse; • wenden Grundprinzipien der Diagnostik von Lernentwicklung an und konstruieren individuelle Förderungsmaßnahmen für das Handlungsfeld Schulsport; • kennen integrationspädagogische und inklusive Theorien und gestalten Unterricht in inklusiven Lernumgebungen. Modulbeschreibung Modultitel: B1: Wissenschaftliches Arbeiten und empirische Forschungsmethoden für Sportlehrkräfte Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Scientific Working and Empirical Research Methods for Physical Education Teachers Kurzbezeichnung B1 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1.-2. Fachsemester / 2 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 6 LP/ 0 LP/ 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) b) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 1. / VL / deutsch / nein Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 2. / ÜB / deutsch / ja c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport 1 SWS / 15 h / 45 h / 2. / ÜB / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport Die Studierenden… • verstehen die unterstützende Funktion wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens für die Berufspraxis als (Sport-)Lehrkraft • verstehen die Bedeutung wissenschaftlicher Fragestellungen und können ihre Qualität einschätzen • kennen die Grundstruktur eines prototypischen Forschungsprozesses • kennen und beherrschen Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens o kennen Verfahren und Prinzipien des wissenschaftlichen Recherchierens und beherrschen dessen Grundlagen o (er-)kennen genretypische Merkmale wissenschaftlicher Texte o kennen ausgewählte Techniken zum verstehenden Lesen wissenschaftlicher Texte und können sie anwenden o kennen Grundsätze und Verfahren des Zitierens o kennen Möglichkeiten zur Literaturverwaltung und zum Wissensmanagement • kennen in Grundzügen Prinzipien der Erstellung einer analytischen Arbeit • kennen in Grundzügen typische Arbeitsschritte für die Planung, Durchführung und Auswertung einer empirischen Datenerhebung (Forschungsdesign, Operationalisierung, Verfahren der Datenerhebung und - auswertung, Interpretation der Ergebnisse) Modulbeschreibung • kennen verschiedene Formen und Orte der Berichterstattung für Arbeiten im Kontext von Schulsport • kennen grundlegende Prinzipien von wissenschaftlichen Schreibprozessen b) Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport Die Studierenden... • können Studien aus dem Kontext der qualitativen Schulsportforschung systematisch recherchieren und verständlich aufbereiten • kennen Grundlagen ausgewählter Designs der qualitativen Forschung • kennen Methoden der qualitativen Datenerhebung sowie Methoden der qualitativen Datenanalyse und können deren Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile kritisch reflektieren • wissen in Grundzügen, wie die Ergebnisse qualitativer Forschung aufbereitet und in Studienarbeiten adäquat formuliert werden • kennen Einsatzmöglichkeiten qualitativer Forschungsmethoden im Alltag von (Sport-)Lehrkräften c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport Die Studierenden... • kennen Merkmale einer wissenschaftlichen Theorie und erkennen Theorien in wissenschaftlichen Texten • können quantitative Erhebungsinstrumente nutzen sowie deren Einsatzmöglichkeiten im Alltag von (Sport- )Lehrkräften kritisch reflektieren • kennen wesentliche Grundlagen von Gütekriterien für quantitative Erhebungsinstrumente • können eine experimentelle Intervention für den schulischen Sportunterricht planen • verstehen die Grundidee quantitativer Auswertungsmethoden und Inferenzstatistik (Signifikanz, Effektstärken) • verstehen Ergebnisberichte quantitativer Forschung in den Grundzügen Zentrale Inhaltsbereiche a) Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Kontext von Schulsport • Grundlegende Merkmale wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens und ihr Zusammenhang zur Studien- und Schulpraxis (angehender) Sportlehrkräfte • Prototypische Bestandteile wissenschaftlicher Forschungsprozesse • Wissenschaftliche Begriffe (insb. Phänomen, Theorie, Modell, Forschungsfrage, Hypothese) • Forschungsfragen und Hypothesen • Unterscheidung und Anwendung versch. Forschungsformen (Grundlagenforschung, Anwendungsforschung, Praxisforschung) Modulbeschreibung • Gängige Forschungsmethoden für die Forschung im Kontext von Schulsport: Fragebogen, Interview, Beobachtung, Experiment • Wissenschaftsethik für Forschung im Kontext von Schulsport • Literaturstudium (Literaturrecherche, Rezipieren schriftlicher wissenschaftlicher Texte, Zitieren, Literaturverwaltung und Wissensmanagement) • Genretypische Merkmale und Qualität schriftlicher wissenschaftlicher Texte b) Qualitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport • Durchführung von gezielter Literaturrecherche • Erhebungsmethoden qualitativer Forschung • Grundlagen der Gütekriterien für qualitative Verfahren • Auswertungsmethoden für qualitative Verfahren (z.B. Inhaltsanalyse) • Aufbereitung qualitativer Daten • Merkmale von Ergebnisberichten qualitativer Forschung c) Quantitative Forschungsmethoden im Kontext von Schulsport • Wissenschaftliche Theorien erkennen • Quantitative Erhebungsinstrumente für schulsportbezogene Fragestellungen theoriegeleitet entwickeln und einsetzen • Grundlagen zu Experimenten und Interventionen im Setting Schulsport • Grundlagen der Gütekriterien für quantitative Verfahren • Auswertungsmethoden für quantitative Verfahren • Merkmale von Ergebnisberichten quantitativer Forschung Lehr- und Lernmethoden Frontalunterricht, Gruppenarbeiten, Diskussionen, E-Learning, Textarbeit, Einzelarbeiten Empfohlene Literatur Baur, N. & Blasius, J. (Hrsg.) (2014). Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS. Döring, N. & Bortz, J. (Hrsg.). (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Springer. Heinemann, K. (1998). Einführung in Methoden und Techniken empirischer Forschung im Sport. Hofmann. Helfferich, C. (2011). Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Einzelinterviews (4. überarb. Aufl.). Wiesbaden: Springer VS. Lamnek, S. & Krell, C. (2016). Qualitative Sozialforschung: Mit Online-Materialien (6., überarb. Aufl.). Beltz. Robson, C. (2011). Real world research: A resource for users of social research methods in applied settings (3. Aufl.). Wiley. Es können im guten Glauben auch aktuellere Auflagen verwendet werden. Modulbeschreibung Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen • Siehe Übersicht Voraussetzungen • Vorlesung inkl. bestandener Lernerfolgskontrollen als Voraussetzung für die Übungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - semesterbegleitende Lernerfolgskontrollen im Rahmen der Übung - Lernerfolgskontrollen im Rahmen der Vorlesung - Teilnahme an Veranstaltungen der Bibliothek Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote keine Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B2: Grundlagen von Bewegung und Leistung Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Basics/Fundamentals of Movement and performance Kurzbezeichnung B2 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h / 8 LP / 0 LP / 2 LP 2 fachdidaktische LP (b), c)) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / VL / deutsch / nein b) Laufen - Springen - Werfen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja c) Bewegen an Geräten - Turnen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja d) Gleiten - Rollen - Fahren 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen An ausgewählten Themen aus den Bereichen Muskelsystem, Energiestoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, und Atmung, können die Studierenden Bezüge zu den in diesem Modul behandelten Bewegungsfeldern herstellen. Insbesondere kennen sie mögliche Anpassungen von biologischen Strukturen (Geweben, Organen und Organsystemen), sowie Indikatoren zur Belastungssteuerung und können diese bei der Gestaltung von Bewegungsaufgaben bei Lern- und Trainingsprozessen berücksichtigen. Weiterhin kennen die Studierenden die grundlegenden biomechanischen Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung sowie wissenschaftliche Methoden der Bewegungsanalyse. b) Laufen -Springen - Werfen Durch die Auseinandersetzung mit den Inhaltsbereichen des Laufens, Springens und Werfens erwerben die Studierenden ein handlungsorientiertes Fachwissen ausgewählter Disziplinen und Techniken der Leichtathletik. Die Studierenden sind in der Lage, leichtathletisches Bewegen auszuführen und adäquat zu demonstrieren, sowie das Gelernte im schulischen Kontext variabel, zielgruppenorientiert und altersgemäß anzuwenden. Die Studierenden erproben sich in der Planung und Durchführung von leichtathletischen Unterrichtsinhalten und können diese bewerten und reflektieren. Die Studierenden verstehen die Zusammenhänge zwischen den in der Vorlesung vermittelten biologischen, physiologischen und biomechanischen Grundlagen und können diese bei der Aufbereitung leichtathletischer Modulbeschreibung Unterrichtsinhalte einbeziehen. Auf Grundlage von Bewegungsbeobachtungen können die Studierenden adäquates Feedback zu leichtathletikspezifischen Bewegungsausführungen geben. c) Bewegen an Geräten - Turnen Die Studierenden erkennen das Potential des Bewegungsfeldes zur positiven Beanspruchung des Bewegungsapparates im Rahmen des schulischen Sportunterrichts. Durch die Erschließung der mechanischen Prägung turnerischer Bewegungshandlungen und deren Vermittlung erwerben die Studierenden einen ersten fachspezifischen Wissenszuwachs, der sowohl methodische als auch sicherheitsspezifische Aspekte inkludiert. Im partiellen Erleben der Rolle als sportmotorisch lernende Schüler*innen entwickeln die Studierenden zudem ihre turnspezifische Demonstrationsfähigkeit weiter. Aufbauend auf diesen Grundlagen werden eine erste Handlungs- und Vermittlungskompetenz im Bewegungsfeld ausgebildet, die im Rahmen der Folgeveranstaltung B6 – d): Gerätturnen anschlussfähig ist. d) Gleiten - Rollen - Fahren Die Studierenden erkennen das Potential des Bewegungsfeldes und sind in der Lage, dieses für den schulsportspezifischen Kontext aufzubereiten. Durch die im Bewegungsfeld erlebten unterrichtlichen Rahmenbedingungen entwickeln die Studierenden eine grundlegende Organisationskompetenz für die Umsetzung der Inhalte im Schulsport. Zentrale Inhaltsbereiche a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen Im Rahmen dieses Inhaltsbereiches werden die anatomischen und physiologischen Grundlagen biologischer Gewebe, sowie deren Anpassung vermittelt, die bei körperlicher Belastung und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen exemplarische Fragestellungen zum Muskelaufbau, zum muskulären Energiestoffwechsel und den notwendigen akuten Regulationen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung, sowie zur Leistungsdiagnostik. Dabei werden die Zusammenhänge der Systeme untereinander verdeutlicht. Ausgehend von den in diesem Modul ausgewählten Bewegungsformen werden die allgemeinen Konsequenzen für die Vermittlung und die Ausübung von sportlichen Bewegungen erläutert. Auf der Basis mechanischer Gesetzmäßigkeiten werden sportliche Bewegungstechniken analysiert, wobei die Möglichkeiten der Fertigkeitsanalyse am Anfang der Betrachtungen stehen. Die biomechanischen Anforderungen ausgewählter sportlicher Disziplinen werden dargestellt und Schlüsselelemente der Bewegungsstruktur identifiziert. Bewegungslernen und Bewegungskorrektur werden aus der Sicht Modulbeschreibung der Biomechanik erörtert. Dabei werden einfache, auch im Sportunterricht anwendbare Verfahren dargestellt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die orthopädische Biomechanik. Mechanische Belastungen und Beanspruchungen des Bewegungsapparates stehen hier im Zentrum der Betrachtungen. Belastungsgrößen und die sich daraus ergebenden Beanspruchungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates werden an ausgewählten Sportarten exemplarisch vertieft. Externe Belastung und interne Beanspruchung werden anhand einfacher und komplexer biomechanischer Modelle miteinander in Beziehung gebracht. Möglichkeiten der Risikominimierung im Sportunterricht werden daraus abgeleitet. b) Laufen - Springen - Werfen Als zentrale Inhaltsbereiche werden die Grundlagen des Laufens, Springens und Werfens vermittelt und in ihrer Vielfalt dargestellt. In der Auseinandersetzung mit den koordinativ-technischen sowie konditionell-athletischen Inhalten des Laufens, Springens und Werfens erfahren die Studierenden Praxisbeispiele zu den in der Vorlesung vermittelten Inhalten. Es werden verschiedene Vermittlungswege zielgruppenorientiert aufgezeigt, diskutiert und ausprobiert. Hierzu gehören verschiedene Spiel-/Übungs- und Wettkampfformen, die durch variable Anpassungen in heterogenen und inklusiven Lerngruppen (in der Schule) Anwendung finden können. In kleinen Lehr-Lern-Settings probieren sich die Studierenden in der Planung, Durchführung und Reflexion von leichtathletischen Unterrichtsinhalten aus. c) Bewegen an Geräten - Turnen Die Studierenden entdecken, erleben und reflektieren schulbezogene Vermittlungswege zur freudvollen Ausbildung motorischer Grundbewegungsformen durch die Einbeziehung und Kombination traditioneller Turngeräte. Die dafür ausgewählten Lehr-Lern-Szenarien veranschaulichen am Beispiel wesentlicher Basiselemente die mechanische Kennzeichnung turnerischer Bewegungsanforderungen und der daraus abgeleiteten Vermittlungsstrategien. U. a. werden die Dreidimensionalität turnerischer Bewegungen, rotationsauslösende Methoden sowie Aspekte des statischen und dynamischen Gleichgewichts thematisiert. Vor diesen Hintergründen werden konkrete Bezüge zu zielführenden Partner*innenhilfen (z. B. das Erlernen manueller Hilfeleistung) sowie Gerät- und Orientierungshilfen hergestellt und in lehrkraft- oder studierendenzentrierte Settings eingebettet. Weiterhin knüpft die Inhaltsbereiche an die Entwicklung eines anwendungsbezogenen Grundverständnis für die Bedeutsamkeit des Körperschwerpunktes an. Zudem wird im Bezugsrahmen einwirkender Kräfte und resultierender Gewebebeanspruchungen für den zielgerichteten und sicheren Modulbeschreibung Einsatz von Turngeräten (z.B. Absprunghilfen) und ausgewählter Mattenlagen sensibilisiert. d) Gleiten - Rollen - Fahren Dieser Wahlpflichtbereich soll verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, die zur sportartspezifischen Schulung der Koordination (v.a. Gleichgewichtsfähigkeit) in unterschiedlichen Bewegungssituationen und mit vielfältigen Sport- und Spielgeräten geeignet sind. Dabei werden Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Geräte zur Fortbewegung auf festem Boden (Rennrad, Mountainbike, Bahnrad, Inlineskates, Rollerski, Cross- Skates, Skateboard, Waveboard), auf dem Wasser (Kanu, Ruder-, Segelboot) oder auf Eis und Schnee (Eislaufen, Ski, Snowboard, Langlaufski) beschrieben. An ausgewählten Beispielen werden Vermittlungsformen demonstriert und geübt. Exemplarisch wird vor dem Hintergrund der Implementierung von Trendsportarten in den Schulsport am Beispiel des Skate- und Waveboardfahrens versucht, das Streetsurfing aus dem Bewegungsalltag der Schüler*innen in den Schulalltag zu übertragen. Dabei stehen innerhalb der Vermittlung zum einen die Eigenrealisation dieser Bewegungsformen im Mittelpunkt und darüber hinaus die Diskussion um Chancen und Herausforderungen für die Umsetzung im Schulsport. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen • Cowin, S. C., & Doty, S. B. (2007). Tissue Mechanics. Springer Science & Business Media, New York, USA. • De Marées, H. (2003). Sportphysiologie. Sportverlag Strauß. • Enoka, R. M. (2008). Neuromechanics of human movement. Human Kinetics. • Hamill, J., Knutzen, K. M., & Derrick, T. R. (2015). Biomechanical Basis of human movement. Wolters Kluwer, Baltimore, USA. • Kenney (2015). Physiology of Sport and Exercise (6. Aufl.). Human Kinetics. • Mc Ardle, W. D., & Katch, F. I. & Katch, V. L. (2010). Exercise Physiology. Philadelphia, Pa. [u.a.]: Wolters Kluwer Lippincott Williams & Wilkins. • Nigg, B. M., & Herzog, W. (Eds.) (2007). Biomechanics of the musculoskeletal system. John Wiley & Sons, Chichester, England. Modulbeschreibung • Nordin, M., & Frankel, V. H. (2012). Basic Biomechanics of the Musculoskeletal System. Lippincott Williams & Wilkins, Baltimore, USA. • Silverthorn, D. U. (2009). Physiologie (4., aktualisierte Aufl.). Pearson. • Zatsiorsky, V. M. (2000). Kinetics of human motion. Human Kinetics. • Zatsiorsky, V. M. (2011). Biomechanics of muscle. Human Kinetics. b) Laufen - Springen - Werfen • Deutscher Leichtathletikverband (2020). Wettkampfsystem Kinderleichtathletik. Darmstadt. • Deutscher Leichtathletikverband (2018). Kinderleichtathletik. Philippka-Sportverlag. • Deutscher Leichtathletikverband (2017). Grundlagentraining. Jugendleichtathletik U12 bis U16. Münster: Philippka- Sportverlag. • Strüder, H. K., Jonath, U., & Scholz, K. (2016). Leichtathletik. Sportverlag Strauß. • Wastl, P., & Wollny, R. (2007). Leichtathletik in Schule und Verein. Hofmann. c) Bewegen an Geräten - Turnen • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2018). Matten im Sportunterricht. Sicherheit im Schulsport. Abgerufen von https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/articl e/1397 • Gerling, I. E. (2014). Basisbuch Gerätturnen. Von Bewegungsgrundformen mit Spiel und Spaß zu Basisfertigkeiten (8., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E. (2022). Helfen & Sichern im Turnen. Alle Helfergriffe, Methodik und über 130 kooperative Spiele (4., komplett überarbeitete und ergänzte Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E., Rohleder, J., & Becker, M. (2020). „Teamsport“ Turnen: Gegenseitiges Helfen und Sichern zur Förderung sozialer Kompetenzen. In T. Vogt (Hrsg.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung – Sportartspezifische Perspektiven (S. 106-128). Meyer & Meyer. • Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein- Westfalen (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport. Abgerufen von https://www.schulsport- nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf d) Gleiten - Rollen - Fahren • Wopp, A. (2006). Handbuch zur Trendforschung im Sport: welchen Sport treiben wir morgen? Meyer & Meyer. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 Modulbeschreibung • Deutscher Verband für das Skilehrwesen und Interski Deutschland (Hrsg.). (2006). Skilehrplan Praxis. BLV Buchverlag. • Deutscher Verband für das Skilehrwesen und Interski Deutschland (Hrsg.). (2005). Snowboard-Lehrplan. BLV Buchverlag. • Deutscher Skilehrerverband (Hrsg.). (2010). Leichter lehren: Ski alpin – perfekt unterrichten (5. Aufl.). Deutscher Skilehrerverband. • Deutscher Skilehrerverband (Hrsg.) (2007). Leichter lehren: Snowboarden – perfekt unterrichten. Deutscher Skilehrerverband. • Ladig, G., & Rüger, F. (2001). Richtig Inline-Skating (3. Aufl.). BLV. • Mischler, D., & Peña, R., & Werra, B. (2003). Roll on – Inline- Skating lehren und lernen. Auer. • Ernst, M., Heßler, H., Stifel U., & Zollfrank, B. (1992). Radsport in Schule und Verein. Meyer & Meyer. • Lötzerich, H., & Schmidt, A. (2002). Radsport in der Schule. Sportunterricht, 51(7), 210-215. • Fritsch, W. (2008). Rudern Basics (3. Aufl.). Meyer & Meyer. • Fererro, F. (Hrsg.). (2010). The British Canoe Union Canoe and Kayak Handbook. Pesda Press. • BCU (2009). The British Canoe Union Coaching Handbook. Pesda Press. • Helmich, I., & Tehrani, R. (2022). Skateboard ‒ Basics und erste Tricks. Sportpädagogik, (5), 36-39. • Büscher, B., Kilberth, V., Tehrani, R., & Helmich, I. (2022). „Auf in den Skatepark!“: Ein Lehr-Lern-Angebot zum Skateboarding. SportPraxis, 63(), . Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Eine Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer Klausur mit Antwort-Wahl-Verfahren (60 Min.) statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs d) Gleiten - Rollen - Fahren kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B3: Bewegungstheorien und sportliches Handeln Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Movement theories and sports practices Kurzbezeichnung B3 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 2. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 150 h / 5 LP / 0 LP /1 LP 1 fachdidaktischer LP (c) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen 1 SWS / 15 h / 15 h / 2. / VL / deutsch / nein b) Bewegen im Wasser - Schwimmen 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / KS / deutsch / ja c) Gymnastik 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen Die Studierenden sind in der Lage, - die Prinzipien des sportlichen Trainings sowie Inhalte der Trainingssteuerung zu beschreiben und diese bei der Gestaltung von Sportunterricht zu berücksichtigen. - die einzelnen motorischen Hauptbeanspruchungsformen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination in ihren spezifischen Charakteristika zu beschreiben. - Sie können geeignete Trainingsmethoden für den Sportunterricht identifizieren und aktuelle Modelle der motorischen Kontrolle zu klassifizieren. - Sie verstehen das Zusammenspiel von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur anhand von verschiedenen Arten von Bewegungen und können dies auf Aspekte des motorischen Lernens beziehen. b) Bewegen im Wasser - Schwimmen Die Studierenden können komplexe motorischen Fertigkeiten im Bewegungsraum Wasser vermitteln und berücksichtigen die sich aus der Besonderheit des Umgebungsmediums Wasser abgeleiteten Bedingungen. Sie kennen diagnostische Möglichkeiten, um den Lernstand von SuS zu beurteilen. Sie verfügen über das Grundwissen, das einen sicheren Schwimmunterricht in der Schule gewährleistet und sind sensibilisiert für die Vielzahl der Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers im Wasser. Sie beherrschen azyklische und zyklische Bewegungsformen zum Bewegen ins und zur Fortbewegung im und unter Wasser an ausgewählten Bei- spielen. Modulbeschreibung c) Gymnastik Studierende sind sensibilisiert für den Reichtum der Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers. Sie sind in der Lage, für verschiedene Zielsetzungen physiologisch-anatomisch adäquate Gymnastikprogramme zu entwickeln. Ferner verfügen sie über methodisch-didaktische Basiskompetenzen, um gymnastische Einheiten unter Zuhilfenahme von Handgeräten und mit Musik zu unterrichten. Sich ergebenden Konsequenzen für das Bewegungslernen und die didaktisch-methodischen Vorgehensweisen in der Schule können von ihnen bei der Gestaltung des Unterrichts sowie bei Übungs- und Trainingsprozessen und deren Vermittlung berücksichtigt werden. Zentrale Inhaltsbereiche a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen - Training und Trainingsprinzipien - Trainingssteuerung - Systematik der motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination) - Klassifizierung von Bewegungen (Reflexe, rhythmische Bewegungsmuster, Willkürbewegungen) - Neurowissenschaftliche Grundlagen der motorischen Kontrolle - Motorisches Lernen b) Bewegen im Wasser - Schwimmen Der Kurs stellt aus dem umfassenden Spektrum, das der Bewegungsraum Wasser bietet, Möglichkeiten dar, die zur Vermittlung grundlegender Bewegungserfahrungen im Wasser geeignet sind. Das Modell der schwimmerischen Grundbildung (Wasservertrautheit, Wasserbewegungsgefühl, Erfahrung vielfältiger Antriebsformen) liefert die Basis, um sich mit den normierten Schwimmtechniken (Kraul-, Brust- und Rückenschwimmtechnik), deren Beschreibung, Erklärung und Vermittlung auseinanderzusetzen. Die Erklärungsmodelle zur Bewegungsorganisation werden anhand konkreter Beispiele erläutert. Die Studierenden erfahren Anwendungsmöglichkeiten der Schwimmtechniken, insbesondere mit Bezug auf die Ökonomisierung der Bewegung und den Ausdaueraspekt. Sie setzen sich mit dem Springen ins Wasser und basalen Aspekten des Tauchens (Strecken- und Tieftauchen) ohne Ausrüstung auseinander. In diesem Zusammenhang werden zur Vorbeugung von Unfällen entsprechende Vorgehensweisen und organisatorische Maßnahmen vorgestellt. Auf besondere Gefahrenquellen wird hingewiesen. Modulbeschreibung c) Gymnastik In diesem Kurs sollen gymnastische Grundlagen der Körper- und Bewegungsbildung erfahren und reflektiert werden. Die Gymnastik wird hierbei als integrativer Bestandteil jeglicher sportlicher Aktivität als funktionelle Gymnastik (z.B. im Sinne der Haltungs- und Bewegungsschulung) und als eigene Bewegungskultur verstanden. Als bestimmende Größen werden die Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers, verschiedene mögliche Krafteinsätze sowie räumliche und zeitliche Variationsmöglichkeiten vermittelt und als Basiswissen für jegliche Bewegungserziehung nutzbar gemacht. Darüber hinaus werden methodisch-didaktische Möglichkeiten der Einbindung von Handgeräten (Pezzi-Ball, Seil, Stab, Ball, Thera- Band u.a.) im Sinne schuladäquater Vermittlungsformen berücksichtigt. Der Einsatz von Musik als methodisches Hilfsmittel wird thematisiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Trainings- und Bewegungswissenschaftliche Grundlagen Bear, M. F., Connors, B. W., & Paradiso, M. A. (2018). Neurowissenschaften: Ein grundlegendes Lehrbuch für Biologie, Medizin und Psychologie. Springer-Verlag. De Marées, H. (2003). Sportphysiologie. 9. Auflage. Köln: Sport und Buch Strauß. Ferrauti, A. (Hrsg.) (2020). Trainingswissenschaft für die Sportpraxis: Lehrbuch für Studium, Ausbildung und Unterricht im Sport. Magill, R., & Anderson, D. (2010). Motor learning and control. New York: McGraw-Hill Publishing. Pinel, JPJ., Pauli, P. (2007). Biopsychologie. 6. Auflage. München: Pearson Studium. Schmidt, R. A., & Lee, T. (2011). Motor Control and Learning: A Behavioral Emphasis. Champaign, IL: Human Kinetics. Schnabel, G., & Krug, J. (2021). Bewegungslehre Sportmotorik: Abriss einer Theorie der sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt. Meyer & Meyer. Tresilian, J. (2012). Sensorimotor control and learning: An introduction to the behavioral neuroscience of action. Bloomsbury Publishing. Weineck, J. (2019). Optimales Training. Balingen: Spitta. Berlin: Springer Spektrum. b) Bewegen im Wasser - Schwimmen Bissig, M., & Gröbli, C. (2004). SchwimmWelt: Schwimmen lernen - Schwimmtechnik optimieren. SchulVerlag. Modulbeschreibung Deutscher Schwimm-Verband e.V. - Jugend (dsv-jugend) (Hrsg.). (2011). Schwimmen lernen - Handbuch zur Kursleiterausbildung (2. überarb. Aufl.). DGUV (Hrsg.). (2019). Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule. Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser. (Download-Link) Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW (Hrsg.). (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport. (Download- Link) Rheker, U. (2011). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 1 (3. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. Rheker, U. (2004). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 2 (2. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. Rheker, U. (2002). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 3. Meyer & Meyer. Ungerechts, B., Volck, G., & Freitag, W. (2002). Lehrplan Schwimmsport. Band 1: Technik (im Auftrag des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V., Hrsg.). Verlag Karl Hofmann. Vogt, T. (Hrsg.). (2020). Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung. Sportartspezifische Perspektiven. Meyer & Meyer. Wilke, K., & Daniel, K. (2007). Schwimmen: Lernen - Üben - Trainieren (6., überarb. Aufl.). Limpert. c) Gymnastik Beck, P. & Brieske-Maiberger S. (1999). Methodik zur Gymnastik mit Handgeräten. Aachen: Meyer und Meyer Verlag. Drefke, H. & Vent, H. (1984). Gymnastik/Tanz Sekundarstufe 2. Bagel Verlag. Freiwald, J. (2013). Optimales Dehnen. Sport-Prävention- Rehabilitation. Balingen Spitt Verlag Klee, A. & Wieman, K. (2005). Beweglichkeit, Dehnfähigkeit. Schorndorf: Hofmann Meinel, K. (1977). Bewegungslehre: Versuch einer Theorie der sportlichen Bewegung unter pädagogischem Aspekt. Volk und Wissen. Meusel, W. & Wieser, R. (1995). Handbuch Bewegungsgestaltung, Kallmeyer/SVK. Schleip, R.& Baker, A. (2019). Faszien in Sport und Alltag. Riva Verlag Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3655 https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. b) Bewegen im Wasser - Schwimmen Lernerfolgskontrollen beziehen sich auf die theoretischen und sportpraktischen Inhaltsbereiche. c) Gymnastik Leistungspunkte werden durch regelmäßige aktive Teilnahme und erfolgreiche Abnahme einer vorgegebenen Körperbildungsstudie erworben. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlusssprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) bezieht sich auf die Veranstaltungen des Moduls (außer Gymnastik) und wird als MC- Klausur von 60 Minuten Dauer durchgeführt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Gymnastik kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 5-7 min. / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B4: Bewegung, Spiel und Sport als Bildungs- und Erziehungsdimension Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Movement, play and sport as an educational dimension Kurzbezeichnung B4 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h / 8 LP / 0,5 LP/ 2 LP 0,5 inklusionsorientierte LP (b) 2 fachdidaktische LP (c) und d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Sportpädagogische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / SE / deutsch / ja c) Ringen und Kämpfen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja d) Gestalten - Tanzen - Darstellen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Sportpädagogische Grundlagen Die Studierenden erwerben u.a. • fundierte Kenntnisse über vielfältige Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Bewegung, Spiel und Sport über die gesamte Lebensspanne hinweg. • Kenntnisse über theoretische Diskurse und empirische Erkenntnisse zu grundlegenden sportpädagogischen Fragestellungen in verschiedenen formalen, non-formalen und informellen Settings, die sie zur kritischen Auseinandersetzung sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • Fähigkeiten, die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse im Sinne der Theorie-Praxisverschränkung exemplarisch auf Erziehungs- und Bildungsfragen in verschiedenen Settings anzuwenden und kritisch zu reflektieren. • einen wissenschaftlichen Habitus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender pädagogischer Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport Rekurrierend auf grundlegende sportpädagogische Kenntnisse wissen die Studierenden, dass Bewegung, Spiel und Sport einen Modulbeschreibung bedeutsamen Einfluss auf die Entwicklung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen globalen Selbstkonzepts im Rahmen von Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozessen haben. Da sie den Lebensphasen Kindheit und Jugend eine besondere Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und vor allem für einen sich entwickelnden Körper beimessen, benennen Sie formale, non-formale und informelle Settings als Orte, an denen diese Entwicklung stattfindet. Die Auffassung des Menschen als aktiver Gestalter seiner Umwelt ist dabei wegweisend, wohl wissend dass sich Entwicklung in sozial- kulturellen Kontexten vollzieht, die eine chancengleiche Persönlichkeitsentwicklung auch verhindern können. Der Sportunterricht als verpflichtendes Setting für alle Schüler*innen stellt für die angehenden Sportlehrkräfte einen Möglichkeitsraum dar, in dem durch bildende, erziehende und sozialisierende Prozesse eine Entwicklung durch und zu Bewegung, Spiel und Sport stattfindet. Dabei nehmen sie sportpädagogische und insbesondere sportdidaktische Perspektiven ein, denen ein weites Sportverständnis zugrunde liegt. Darin sehen sie die beiden modulimmanenten Bewegungsfelder besonders repräsentiert, gehen jedoch auch kritisch reflektiert an naive Ableitungen heran. Durch den Transfer der wissenschaftlichen Grundlagen auf die Bewegungsfelder Ringen und Kämpfen und Gestalten, Tanzen, Darstellen kennen sie verschiedene Möglichkeiten der Analyse, Planung und Organisation, die für die Stärkung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen Selbstkonzepts eingesetzt werden können. Erworbenes handlungsorientiertes Fachwissen nutzen sie begründet zur Anleitung und Reflexion eines selbstkonzeptfördernden Sportunterrichts, der die heterogenen Voraussetzungen von Lerngruppen z.B. über Individualisierungsprozesse berücksichtigt. c) Ringen und Kämpfen Die Studierenden erlernen grundlegende Formen des Kämpfens bei gleichzeitigem Erleben von Fairness und verantwortlichem Handeln. Durch das Kennenlernen, Ausführen und selbst Entwickeln verschiedener Kampfformen erlangen die Studierenden ein eigenes bewegungsspezifisches Können auf dessen Grundlage sie technisch-taktische Lösungsmöglichkeiten reflektieren. Sie verstehen den Einsatz, die Vereinbarung sowie ggf. Veränderung von Regeln als notwendige Voraussetzung für die körperliche Auseinandersetzung. Die Studierenden kennen Möglichkeiten der didaktischen Aufbereitung elementarer technischer Elemente und können die Anwendbarkeit verschiedener Kampfformen im Sportunterricht beurteilen. Modulbeschreibung Die Studierenden wenden die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse an und reflektieren die vielfältigen Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Zweikämpfen kritisch. Sie nutzen darüber hinaus ihr erworbenes handlungsorientiertes Fachwissen zur Reflexion eines selbstkonzeptfördernden Ringen und Kämpfens in heterogenen Lerngruppen. d) Gestalten- Tanzen- Darstellen Die Studierenden kennen verschiedene ästhetisch-expressive Tanz- und Bewegungskulturen, sowie Arbeitsmethoden des Gestaltens und des Umgangs mit Musik. In Improvisation und Komposition wenden sie die Gestaltungs- kriterien Raum, Zeit, (Körper-)Form und Dynamik an. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungsgestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt. Sie qualifizieren sich in schulischer Bewegungserziehung vor dem Hintergrund des persönlichkeitsbildenden Potenzials für inklusive und heterogene Gruppen. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungs- gestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt und qualifizieren sich, durch Haltung und Fachkompetenz schulische Bewegungserziehung nach dem Studium inklusiv und für heterogene Gruppen zu konzeptionieren und zu gestalten. Im Kurs identifizieren und explorieren Studierende ästhetisch- expressive Bewegungsmöglichkeiten, ausgehend von verschiedenen Ausgangspunkten (z.B. Bewegung, Musik, Idee, Text, Bild, Objekt, etc.). Bewegung verstehen sie dabei als ersten Ausgangspunkt, der auch in der Exploration anderer Ausgangspunkte unumgänglich bleibt für ein vertieftes Begreifen und als zentrales Ausdrucksmedium von tänzerisch-abstrakt bis darstellerisch-konkret. Die Studierenden sind in der Lage passende Aufgabenstellungen zu formulieren und damit Improvisationsanlässe zu schaffen, um eigene Haltungen zu kommunizieren und zu reflektieren. Sie kennen Werkzeuge, um Bewegungs- und Ideenbausteine zu analysieren und zu prüfen, um daraus Stücke zu komponieren und diese einem Publikum zu präsentieren. Studierende kennen postdigitale Möglichkeiten im Kontext Tanz und anderen ästhetisch-expressiven Bewegungskulturen und können Risiken mit Schüler*innen verbal-sprachlich und auch ästhetisch reflektieren. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpädagogische Grundlagen Die Veranstaltung zielt auf die Vermittlung fundierter Kenntnisse über grundlegende (sport)pädagogische Begrifflichkeiten Modulbeschreibung (Erziehung, Bildung, Lernen, Sozialisation), Diskurse und Erkenntnisse über die gesamte Lebensspanne hinweg (Kindheit, Jugend, Alter) in verschiedenen Settings (z.B. Verein, informeller Sport). Mit dem Aufzeigen unterschiedlicher Verständnisse und Positionen zu pädagogischen Fragestellungen im Gegenstandsfeld Bewegung, Spiel und Sport soll der Erwerb einer theoriegeleiteten Analyse- und Reflexionsfähigkeit angebahnt werden. Exemplarisch werden einige pädagogischen Handlungsfelder (z. B. Gesundheits-, Leistungserziehung) vertiefend vermittelt. b) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport In diesem Seminar erkennen die Studierenden naive Vorstellungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport und überprüfen sie kritisch vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse auf ihre Zulässigkeit. Sie verstehen die analytische Zergliederung der Gesamtentwicklung von Lernenden in die Teilentwicklungsprozesse der kognitiven, sozialen, emotionalen und motorischen Entwicklung. Sie erarbeiten sich theoretische Grundlagen der erfolgreichen individuellen Förderung eines positiv gefärbten, realitätsangemessenen Selbstkonzepts innerhalb des Erziehungs- und Bildungsauftrags des Schulsports und transferieren dieses Wissen mithilfe unterschiedlicher Medien in die mögliche Praxis. Darüber hinaus analysieren die Studierenden das Phänomen Heterogenität in Bezug auf die individuelle Entwicklung von Lernenden (z.B. Geschlecht, Bildungshintergrund, Behinderung oder Migration) in diesem Zusammenhang schulformorientiert und anhand von Studienergebnissen. c) Ringen und Kämpfen Das Spektrum der Inhalte umfasst im Schulsport anwendbare normungebundene Kämpfe mit direktem und indirektem Körperkontakt sowie mit Gerätschaften in Partner*innen- und Gruppenform. Die Studierenden erfahren dabei u.a. das Kämpfen um Gegenstände, um den Raum, um das Gleichgewicht und um die Körperposition. Exemplarisch werden darüber hinaus einige normierte bzw. elementar normierte Formen des Zweikampfes in verschiedenen Raumlagen vermittelt. d) Gestalten, Tanzen, Darstellen Im Kurs werden verschiedene ästhetisch-expressive Tanz- und Bewegungskulturen thematisiert, der Transfer in den Schulsportunterricht durch die Bewegungspraxis sowie im gemeinsamen Diskurs wird reflektiert. Es findet eine theoriegeleitete Analyse der fachspezifischen pädagogischen Modulbeschreibung Modelle/ Werkzeuge statt. Auf dieser Grundlage wird die Formulierung angemessener Aufgabenstellungen für Improvisations- und Kompositionsanlässe thematisiert. Darüber hinaus werden Potentiale und Risiken des Bewegungsfeldes Gestalten, Tanzen, Darstellen hinsichtlich der Persönlichkeitsbildung aufgezeigt und diskutiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning • Präsentationen etc. Empfohlene Literatur a) u.a. Balz, E., Reuker, S., Scheid, V., & Sygusch, R. (Hrsg.). (2021). Sportpädagogik. Eine Grundlegung. Kohlhammer. Koller, H.-C. (2014). Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft (7. durchgesehene Aufl.). Kohlhammer. Prohl, R. (2006). Grundriss der Sportpädagogik (2., stark überarbeitete Aufl.). Limpert. b) u.a. Breker, T. A. (2016). Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstwirksamkeit & Mindset – Wie können Lehrkräfte Erkenntnisse aus der Sozial-Kognitiven-Psychologie nutzen, um die Potenzialentfaltung von Schülerinnen und Schülern zu fördern? Frankfurt (Oder): Europa-Universität Viadrina. Conzelmann, A., Schmidt, M. & Valkanover, S. (2011). Persönlichkeitsentwicklung durch Schulsport.Huber. Deci, E. L. & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift Für Pädagogik, 39(2), 223–238. Frohn, J. (2015). Impulse der Heterogenitätsforschung für die Schulsportentwicklung. In G. Stibbe (Hrsg.), Grundlagen und Themen der Schulsportentwicklung (S. 103-114). Academia. Hurrelmann, K. (2015). Einführung in die Sozialisationstheorie . Beltz. Kleindienst-Cachay, C., Kastrup, V., & Cachay, K. (2008). Koedukation im Sportunterricht – ernüchternde Realität einer löblichen Idee. Sportunterricht, 57(4), 99–104. Oswald, E., Rubeli, B. & Berger, R. (2018). Kinder stärken durch persönlichkeitsfördernden Bewegungs- und Sportunterricht. hep verlag ag. Schmidt, M., & Conzelmann, A. (2011). Selbstkonzeptförderung im Sportunterricht. Sportwissenschaft, 41(3), 190–201. Shavelson, R. J., Hubner, J. J., & Stanton, G. C. (1976). Self- Concept: Validation of Construct Interpretations. Review of Educational Research 46 (3), 407–441. Stiller, J. & Alfermann, D. (2005). Selbstkonzept im Sport. Zeitschrift für Sportpsychologie, 12 (4), 119-126. Wiesche, D. (2013). „Ich muss immer etwas vormachen, damit die anderen sehen, wie es nicht geht!“ Beschämende Modulbeschreibung Situationen im Sportunterricht. sportunterricht 62 (7), 194- 199. Zimmer, R. (2012). Handbuch der Psychomotorik. Herder. c) u.a. Kursbegleitendes Skript Werner, S., Körner, S., & Staller, M. S. (2020). Vermittlungsmethoden: Kämpfen im Schulsport im Spannungsfeld zwischen Tradition und Nicht-Linearität. In T. Vogt (Ed.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung: Sportartspezifische Perspektiven (pp. 245–276). Meyer & Meyer. Gößling, V.(2008). Handicap-Kämpfe - leicht umsetzbar und vielfältig einsetzbar. sportunterricht (5)57, 141-143. Liebl, S., Ptack, R., & Sygusch, R. (2018). Der Erlanger Kompetenzentwurf Sport. Am Beispiel des Bewegungsfelds "Mit und gegen Partner kämpfen". Sport & Spiel, 69, 42–45 Liebl, S., Happ, S. & Zajonc, O. (2015). Review zu Wirkungen von Kampfkunst und Kampfsport auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. In M. J. Meyer (Hrsg.), Kampfkunst und Kampfsport in Forschung und Lehre: Material Arts Studies in Germany - Defining and Crossing Disciplinary Boundaries. (S. 82-92). Hamburg: Feldhaus. Karsch, J. (2022). Alternative Vermittlungsformen im Sportunterricht. Vom Einsatz des Constraints-Led Approach im Sportunterricht. sportunterricht, 7 (71), 290-296. d) u.a. Behrens, C. (2014). Sich körperlich ausdrücken. Sportpädagogik (3+4), 2-6. Steinberg, C. & Tiedt, W. (2018). Bewegung und Tanz als Gegenstand der ästhetisch-kulturellen Bildung in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen. In M.-S. Meis & G.-A. Mies (Hrsg.), Künstlerisch-ästhetische Methoden in der Sozialen Arbeit (Pädagogik 2013, S. 145-176). Stuttgart: Verlag W. Kolkhammer. Howahl, S. (2016). Inklusiv "Gestalten, Tanzen und Darstellen". In S. Ruin, S. Meier & H. Leineweber (Hrsg.), Inklusion im Schulsport. Anregungen und Reflexionen (Pädagogik, S. 116- 129). Weinheim: Beltz. Howahl, S. (2018). Inklusiv Gestalten, Tanzen und Darstellen. von kleinen und großen Stücken. In Ruin, Sebastian, Becker, Florian, Klein, Daniel, Leineweber, Helga, Meier, Sebastian. & Uhler-Derigs, Hans Georg (Hrsg.), Im Sport zusammen kommen. Inklusiver Schulsport aus vielfältigen Perspektiven (S. 139-152). Schorndorf: Hofmann. Tiedt, A. (2001). Bewegende Verse. Wie aus einem Gedicht Bewegung wurde. Zeitschrift für Sportpädagogik (5), 28-31. Modulbeschreibung Klinge, A. & Schütte, M. (2013). Gestalten und Gestaltung. In A. Güllich & M. Krüger (Hrsg.), Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium (Bachelor, 1. Aufl., S. 597-620). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. Tiedt, W. (2001). Bewegungstheater. In W. Günzel & R. Laging (Hrsg.), Didaktische Konzepte und Unterrichtspraxis (Neues Taschenbuch des Sportunterrichts, / hrsg. von Werner Günzel und Ralf Laging ; Bd. 2, S. 309-336). Baltmannsweiler: Schneider- Verl. Hohengehren. Zühlke, M. & Steinberg, C. (2023). Tanz digital unterstützen [Themaheft]. Sportunterricht (72, 2) Modulart Pflicht / Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: a) In der VL werden Leistungspunkte durch eine abschließende einstündige Lernerfolgskontrolle erworben. b) Im Seminar Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport wird die aktive Teilnahme durch die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit (wissenschaftliches Lerntagebuch oder schriftliche Hausarbeit Umfang 15000 bis 18000 Zeichen) nachgewiesen. c) Im Kurs Ringen und Kämpfen werden Leistungspunkte durch die Übernahme eines Stundenanteils (Umfang 30 min) und durch eine abschließende Lernerfolgskontrolle (praktische Prüfung) erworben. d) Im Kurs Gestalten, Tanzen, Darstellen werden Leistungspunkte durch zwei Lernerfolgskontrollen (praktische Prüfungen) erworben: 1. Nachgestaltung einer Choreographie 2. Neugestaltung eines Tanz-/Bewegungstheaterstückes Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) besteht aus einer 90- minütigen kombinierten Klausur mit einem MC-Teil und offenen Fragen. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Ringen und Kämpfen oder im Kurs d) Gestalten- Tanzen- Darstellen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 5-7 Min / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B5: Bewegung und Körperlichkeit in Kultur, Gesellschaft und individuellem Handeln Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Movement and physicalness in culture, society, and individual behavior Kurzbezeichnung B5 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3./4. Fachsemester / 2 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 210 h/ 7 LP / 0 LP / 1 LP 1 fachdidaktischer LP in d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) b) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein Sozialisation und soziales Lernen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung 1 SWS / 15 h / 15 h / 4. / VL / deutsch / nein d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Leitbild des Moduls ist die Ausbildung einer wissenschaftlich informierten, reflektierten Lehrkraft. Die Studierenden bilden einen breiten wissenschaftlichen Habitus aus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender menschlicher Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. Weiterhin steht der Erwerb berufsfeldbezogener und übergreifender Vermittlungskompetenzen im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen aktuelle Theorien und Erkenntnisse der Psychologie, der Sozialisation und des motorischen Lernens kennen und können sie auf vielfältige Situationen im Sport und in der Schule übertragen. Die Teilnehmer können Unterrichtseinheiten mit spielerischen, motivierenden und erlebnispädagogischen Inhalten für ein diverses Teilnehmerfeld in der Halle und im freien Gelände planen, organisieren und durchführen. a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Die Studierenden beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Psychologie, Motorik und Bewegungssteuerung. Sie verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung, des Bewegungslernens und die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung. Modulbeschreibung b) Sozialisation und soziales Lernen Die Studierenden kennen unterschiedliche Theorien und Ansätze von Sozialisation und sozialem Lernen im Allgemeinen und im Bereich des Sports und können sie auf sportliche Situationen und den Schulsport übertragen. Sie können sozialisations- und lerntheoretisch Grundlagen nutzen, um sich mit spezifischen schulischen (schulsportunterrichtlichen) und gesellschaftlichen Gegebenheiten, Herausforderungen und Stressoren (z.B. Integration, Koedukation, Fairness und Gewalt) reflektiert auseinanderzusetzen. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Die Studierenden erwerben eine übergreifende Sportspielkompetenz. Sie sollen dazu befähigt werden, unterschiedlichste Sportspiele in ihrem komplexen Handlungsfeld zu verstehen, zielgerichtet einzusetzen und aktiv durchzuführen. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) Das Spiel ist ein vielfältig und mannigfaltig auftretendes Phänomen unter Lebewesen und fasziniert seit jeher die Menschen. Durch eigene Erfahrungen mit grundlegenden Bewegungstätigkeiten und Handlungsfähigkeiten sowie deren Reflexion sind die Studierenden in der Lage, Spiele zielgerichtet einzusetzen, wissenschaftsgeleitet zu analysieren und für unterrichtliche Zwecke aufzubereiten. Hierzu lernen sie unterschiedliche Spielformen kennen bzw. zu modifizieren, mit denen sie den Erwerb sportartübergreifender und spezifischer Kompetenzen nach sportdidaktischen Grundsätzen vermitteln und nach dem Prinzip der Variation schulen können. Den Studierenden sind ihre Rollen als Instruktor, Ideengeber oder Beobachter von Lernprozessen bewusst; sie können diese Rollen vor dem Hintergrund der Altersspezifik analysieren und für sich gestalten. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Dieser Inhaltsbereich thematisiert (motorische) Lehr- und Lernprozesse vor dem Hintergrund psychischer und psychosozialer Grundabläufe. Das Themenspektrum beinhaltet (1) eine Übersicht über psychische und psychosoziale Funktionen und Prozesse, die die Grundlage für die Betrachtung von Lehr- und Lernprozessen im Rahmen der Bewegungswissenschaften darstellen. Diese Übersicht beinhaltet gleichermaßen neuropsychologisch-kognitive wie emotional-motivationale und psychosoziale Darstellungen. Hiermit verknüpft ist (2) die Besprechung psychomotorischer und psychosozialer Gegebenheiten im Rahmen der Modulbeschreibung menschlichen Entwicklung, wobei das Spektrum vom komplexen Bewegungshandeln bis hin zu einfachen Reflexen oder zyklischen Bewegungen abgedeckt wird. (3) Grundlagen von (motorischen) Lernprozessen und Abläufen der Bewegungskontrolle stellen einen dritten Inhaltsblock dar. Bewegungskontrolle wird hierbei sowohl als neurophysiologisches oder neuropsychologisches als auch als psychosoziales Geschehen definiert. (4) Emotionale und motivationale Bedingungen von (motorischen) Lehr- und Lernprozessen schließen an diese Darstellung an. Hierbei wird ein Fokus auf emotional-motivationale Beeinflussung von Lernen gelegt (z.B. Lernen und Angst). Im abschließenden Teil werden Lehr- und Lernaspekte vor dem Hintergrund der (5) Schüler-Lehrer-Interaktionen betrachtet. Die richtige Form der Beschreibung und Vermittlung von Bewegungsabläufen (Instruktionen und Feedback) wird hierbei ebenso angesprochen, wie die Steuerung von Motivations- und Emotionsprozessen im Rahmen der Interkation (Motivationales Klima). b) Sozialisation und soziales Lernen In dieser Veranstaltung werden Handlungs- und Erfahrungsmöglichkeiten für eine praxisorientierte Sozialerziehung im Bereich des Sports thematisiert. Dabei werden u.a. Kommunikationsfähigkeit, Identität in Gruppen, motivationale Aspekte, Umgang mit Regeln, Fairness, Konfliktfähigkeit und Toleranz anhand von Theorien der Sozialisationsforschung und des sozialen Lernens vertiefend behandelt. Anhand von evidenzbasierten praktischen Beispiele aus dem Sportunterricht (z.B. besonders stressreiche Phänomene) werden Möglichkeiten des sozialen Lernens und der Sozialisation im Fach Sport diskutiert und analysiert, beispielsweise wird die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung und der Selbstbestimmung im schulischen Kontext anhand von unterschiedlichen Beispielen erörtert. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Sozialerziehung im und durch Sport werden einbezogen. Ferner werden der Umgang mit und die Aufarbeitung von Aggressions- und Gewaltphänomenen sowie die Auseinandersetzung mit Integration im und durch Sport /Sportunterricht behandelt. Neben der Erörterung der Voraussetzungen prosozialen Verhaltens, wie z.B. die Wahrnehmung eigener Kompetenz oder die Erfahrung und Feststellung persönlicher Verantwortung, wird auch die Relevanz von Geschlecht und sozialer Schicht für eine Sozialerziehung im Sport/Sportunterricht analysiert. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Modulbeschreibung Das Themenspektrum beinhaltet portspielübergreifende Theorien, Vermittlungsmodelle und Möglichkeiten der Diagnostik. Grundsätzliche und spezielle Struktur- und Vermittlungsaspekte in unterschiedlichen Sportspielen werden behandelt. Weiterhin werden aktuelle Lern- und Lehrmethoden im Hinblick der Sportspielvermittlung unterrichtet. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) Spielen als eigenständige Form des Lernens wird hier als explorierendes Tun und Alternative zum Üben verstanden. Spielen soll als grundlegende Fähigkeit zielgerichtet eingesetzt werden und in beispielhaften Unterrichtssituationen praktisch erfahrbar gemacht und reflektiert werden. Ausgangspunkte, Beispiele und Aufgabenstellungen sollen bewegungskulturelle, sportartübergreifende und sozial-kommunikative Aspekte und Bezüge haben. Die Studierenden sollen das Phänomen Spiel selbst erleben, Spiele nachahmen, nachspielen und gestalten sowie eigene Spiele erfinden. Dabei entwickeln sie die Fähigkeit, ein für alle gelingendes Spielen aufrecht zu erhalten. Spielstörungen werden als Anlass für die Suche nach Lösungen aufgegriffen, so dass die Lernenden zunehmend mit Veränderungen im Spielgeschehen umgehen können. Sie werden in ihren kreativen und sozialen Fähigkeiten unterstützt bzw. hierzu angeregt. Diese Erfahrungen helfen ihnen, unterschiedlichen Adressatengruppen dieses Spielverständnis zuzutrauen und nahe zu legen. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen: Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. b) Sozialisation und soziales Lernen Aronson, E., Wilson, T., & Akert, R. (2014). Sozialpsychologie. Pearson Studium. Brinkhoff, Klaus-Peter (1998). Sport und Sozialisation im Jugendalter. Weinheim, München: Juventa. Gerlach, E. & Brettschneider, W.D. (2013). Aufwachsen mit Sport.Befunde der 10-jährigen Paderborner Längsschnittstudie "SET" von der Kindheit in die Adoleszenz. Meyer & Meyer Verlag Hurrelmann, K. & Bauer, U. (2015). Einführung in die Sozialisationstheorie. Das Modell der produktiven Verarbeitung von Realität. Beltz. Woolfolk, A. & Schönpflug, U (2014). Pädagogische Psychologie. Pearson Studium. Modulbeschreibung c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele): Güllich, A. & Krüger, M. (2013). Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium. Berlin, Heidelberg: Springer. König, S., Memmert, D. & Moosmann, K. (2012). Das große Limpert-Buch der Sportspiele. Wiebelsheim: Limpert. Memmert, D, & Furley, P. (2014). Zur Schulung einer allgemeinen Spielfähigkeit in Schule und Verein. Bayreuth: Sportbuch- und Medienverlag Weineck e.K. Roth, K. & Kröger, C. (2011). Ballschule - ein ABC für Spielanfänger. Schorndorf: Hofmann. Roth, K., Kröger, C. & Memmert, D. (2007). Ballschule Rückschlagspiele. Schorndorf: Hofmann. Roth, K., Memmert, D. & Schubert, R. (2007). Ballschule Wurfspiele. Schorndorf: Hofmann. Modulart Pflicht / Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernergebnis erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: - Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung - Schriftliche Leistungsüberprüfung - Theorie- und Praxisabnahme (z.B. Demonstrationsfähigkeit) - Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Genaueres wird in der jeweiligen Veranstaltung bekanntgegeben. In den Praxiskursen kann dies durch die Überprüfung des sport- bzw. des vermittlungspraktischen bzw. theoretischen Lernerfolgs erfolgen. Näheres zur Leistungspunktvergabe und zu Lernerfolgskontrollen regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) besteht aus einer 90- minütigen MC- Klausur mit offenen Fragen über die beiden Vorlesungsinhalte (a und b). Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) In der Vorlesung c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung und im Kurs d) Spielen und Spiele inszenieren kann eine fachpraktische Prüfung (FP) absolviert werden. Vorlesung c): Klausur / 60 Min / 40% Kurs d): Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B6: Unterrichten und Vermitteln von Bewegung, Spiel und Sport (I) Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Modultitel (Englisch) Teaching and mediating movement, games and sports Kurzbezeichnung B6 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 4. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h/ 8 LP / 0,5 LP / 5 LP 0,5 inklusionsorientierte LP (a) 6 Fachdidaktische LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Didaktische Grundlagen des Schulsports 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / VL / deutsch / nein b) Aktuelle schulsportbezogene Themen 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / SE / deutsch / nein c) Spielen in und mit Regelstrukturen: Mannschaftssportspiel (I) (eins aus fünf frei wählbar: Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Volleyball) 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja d) Gerätturnen 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Das Studium dieses Moduls befähigt die Studierenden, sportdidaktische und schulsportbezogene Kenntnisse auf Fragen von Bewegung, Spiel und Sport in der Institution Schule als Teil der Gesellschaft anzuwenden. a) Die Studierenden erwerben u.a. • sportdidaktische Planungs-, Durchführungs- und Auswertungskenntnisse im Rahmen curricularer Vorgaben und können diese exemplarisch anwenden. • grundlegende Kenntnisse zu Erkenntnissen der Schulsportforschung und weiteren ausgewählten sportdidaktischen Themen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit unterrichtsbezogenen Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • grundlegende Kenntnisse der pädagogischen Diagnostik und didaktische Vermittlungskenntnisse, die exemplarisch auf Vermittlungsfragen in den verschiedenen Bewegungsfelder angewendet und kritisch reflektiert werden können. b) Die Studierenden erwerben u.a. • theoretisch vertiefte Kenntnisse zu ausgewählten aktuellen schulsportbezogenen Themen (z.B. Diversität und Chancengleichheit, Digitalisierung, Demokratiebildung, Nachhaltigkeit, Schutz vor Gewalt), die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit Modulbeschreibung schulsportbezogenen und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. c) Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual-, gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. d) Die Studierenden erwerben u.a. • aufbauend auf die im Modul „B2 – c): Bewegen an Geräten – Turnen“ erworbenen Kompetenzen eine eingehende schulbezogene Vermittlungskompetenz. Diese soll zur anwendungsbezogenen Auseinandersetzung mit turnspezifischen Fragestellungen im Rahmen der zweiten Ausbildungsphase befähigen. • die Fähigkeit das Potential der Sportart Gerätturnen zur Begegnung aktueller schulsportbezogener Herausforderungen zu erkennen (z. B. Inklusion, Gruppenbildungsprozesse, Angstbewältigung, Notengebung). • Medienkompetenz, um verschiedene Strategien zur Bewältigung turnspezifischer Vermittlungsfragen unter Verwendung verschiedener (auch digitaler) Medien leisten zu können. Hier steht der Transfer des erworbenen Wissens zur Planung und Durchführung erziehenden Sportunterrichts im Vordergrund. • eine turnspezifische Demonstrationsfähigkeit im Erleben der Rolle als sportmotorisch lernende Schüler*innen Zentrale Inhaltsbereiche a) Die Studierenden erhalten einen Überblick über sportdidaktische Planungs- und Auswertungsmodelle, fachdidaktische Konzepte als Gesamtorientierung für den Schulsport (z. B. Kernlehrplan, erziehender Sportunterricht) und weitere didaktisch relevante Themen des Sportunterrichts (z. B. Umgang mit Heterogenität, pädagogische Diagnostik). Zudem Modulbeschreibung werden aktuelle Themen des Schulsports und der Schulsportforschung (z. B. diversitätssensible Schulentwicklung, Scham und Ausgrenzungsprozesse im Sportunterricht) exemplarisch aufgezeigt. b) Das Seminar soll den Studierenden die Möglichkeit bieten, ausgewählte und schulsportrelevante Themen mit besonderer gesellschaftlicher oder bildungspolitischer Relevanz zu vertiefen (z.B. Digitalisierung, Demokratiebildung, Diversität und Chancengleichheit, Schutz vor Gewalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung). Dabei werden verschiedene Themen im Sinn von Wahlpflichtseminaren angeboten, die jeweils vertiefend behandelt werden. Die erworbenen Kenntnisse werden im weiteren Studienverlauf (z.B. Modul M3) auf übergeordneter Ebene („Kulturphänomen Sport als Spiegelbild der Gesellschaft“) eingeordnet und weiterführend thematisiert. c) Die praktische Umsetzung eines Mannschaftssportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und -methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Taktiken und Techniken des Mannschaftssportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltaktische und spieltechnische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. d) Die Studierenden entdecken, erleben und reflektieren Vermittlungswege zur freudvollen Ausbildung turnerischer Grundfertigkeiten (z. B. Überschlagbewegungen vorwärts und rückwärts, Sprung-, Kipp- und Stemmbewegungen). Die dafür ausgewählten Lehr-Lern-Szenarien adressieren anhand exemplarischer Fertigkeiten ausgewählte didaktisch sowie bildungspolitisch relevante Themen. U. a. werden der Umgang mit Ängsten und Schamgefühlen (gegenseitige Hilfeleistung zum Beispiel bei Überschlagbewegungen) oder auch Digitalisierung als didaktisches Hilfsmittel (Videoanalyse zur Bewegungskorrektur) thematisiert. Vor diesen Hintergründen werden Bezüge zu den pädagogischen Perspektiven hergestellt und in lehrkraft- oder studierendenzentrierte Settings eingebettet. Weiterhin ermöglichen Lernanlässe zum gezielten Erleben der Modulbeschreibung Rolle als Lehrkraft die turnspezifische Anwendung des erlernten Wissens. Zudem wird, insbesondere im Rahmen der Lernerfolgskontrollen, im Bezugsrahmen von Demokratiebildung und multifaktoriellen Beurteilungskriterien für die Komplexität der Notenbildung im Gerätturnen sensibilisiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Präsentationen u.a. Empfohlene Literatur a) Bräutigam, M. (2014). Sportdidaktik. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. Fessler, N. & Hummel, A. & Stibbe, G. (Hrsg.). (2010). Handbuch Schulsport. Hofmann. Scheid, V., & Prohl, R. (Hrsg.). (2012). Sportdidaktik. Grundlagen - Vermittlungsformen - Bewegungsfelder. Limpert. Wolters, P., Ehni, H., Kretschmer, J., Scherler, K., & Weichert, W. (Hrsg.). (2000). Didaktik des Schulsports. Hofmann. b) wird in der Veranstaltung bekanntgegeben c) • Basketball: Steinhöfer, D. & Remmert, H. (2011). Basketball in der Schule: spielerisch und spielgemäß vermitteln. Philippka. Bösing, L., Bauer, C., Remmert, H. & Lau, A. (2019). Handbuch Basketball: Technik - Taktik - Training – Methodik. Meyer & Meyer. • Fußball: Dietrich, K., Dürrwächter, G. & Schaller, H.J. (2006): Die großen Spiele. Meyer & Meyer. Schomann, P., Bode, G., Vieth, N. (2014) Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept: DFB Fachbuchreihe. Philippka. • Handball: Estriga. (2019). Team Handball. Teaching and learning step-by-step. Agência Nacional. Greve et al. (2017). Handball in Stundenbildern. Limpert. • Hockey: Hänel, R., Hillmann, W., Lüninghöner, J. (2013). Feld- und Hallenhockey. 2. überarbeitete Auflage. Meyer & Meyer. Wein H (2009). Entwicklung der Spielintelligenz durch Mini-Hockey. H. Knuf. • Volleyball: Modulbeschreibung Czimek, J. & DVV (2022). Volleyball – Training & Coaching (2. Aufl.). Meyer & Meyer. Papageorgiou, A. & Czimek, J. (2020). Volleyball spielerisch lernen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. d) Becker, M., Gerling, I. E., & Rohleder, J. (2020). Vermittlungswege im Gerätturnen: Förderung von Lernprozessen durch zielgruppenadäquaten Methodeneinsatz. In T. Vogt (Hrsg.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung – Sportartspezifische Perspektiven (S. 93-128). Meyer & Meyer. Bosman, M. & Hoeboer, J. (2009). Turnen. Die Bausteine. Fundament für den Sportunterricht. GrafiSelect. Dornbusch, R. & Heyat, A. (2014). Gerätturnen kompetenzorientiert. Kompakte Unterrichtsreihen Klasse 5-10. Cornelsen. Gerling, I. E. (2015). Gerätturnen für Fortgeschrittene – Band 2: Sprung-, Hang- und Stützgeräte (2., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. Gerling, I. E. (2018). Gerätturnen für Fortgeschrittene – Band 1: Boden und Schwebebalken (3., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. Gerling, I. E. (2022). Helfen & Sichern im Turnen. Alle Helfergriffe, Methodik und über 130 kooperative Spiele (4., komplett überarbeitete und ergänzte Aufl.). Meyer & Meyer. Krick, F. (2022). Bewegen an und mit Geräten – Turnen. In V. Scheid & R. Prohl (Hrsg.), Sportdidaktik. Grundlagen – Vermittlungsformen – Bewegungsfelder (S. 155-174). Limpert. Modulart a), d) Pflicht b), c) Wahlpflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I) - Belegung nicht identisch zu B7. - Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: a) abschließende einstündige Lernerfolgskontrolle. b) Präsentation/ Vortrag in der Seminarsitzung c) Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) d) Lehrübung/ praktische Lernerfolgskontrolle Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B6/B7 https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) wird als mündliche Prüfung von 30 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus der Vorlesung (a) oder dem Seminar (b) und Inhalte aus einem der Kurse c) - d) geprüft. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Mannschaftssportspiele oder im Kurs d) Gerätturnen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B7: Unterrichten und Vermitteln von Bewegung, Spiel und Sport (II) Studiengang: B.A. Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Teaching movement, play and sports Kurzbezeichnung B7 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 6. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 240 h / 8 LP/ 0 LP/ 3 LP 2 fachdidaktische LP für a) 1 fachdidaktischer LP für b) und c) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Spezielle Themen der Fachdidaktik 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / SE / deutsch / ja b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / KS / deutsch / ja c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / KS / deutsch / ja d) Weiteres Bewegungsfeld: Sportart (eins aus dem aktuellen Angebot wählbar, vgl. Lehrangebot in LSF) 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Das Studium dieses Moduls befähigt die Studierenden, vertiefte sportdidaktische sowie sportartenspezifische Kenntnisse auf ausgewählte Unterrichtsfragen und -methoden sowie die Sportspielvermittlung im Kontext von Schulsport anzuwenden und kritisch zu reflektieren. a) Spezielle Themen der Fachdidaktik Die Studierenden erwerben u.a. • sportdidaktische Planungs-, Durchführungs- und Auswertungskenntnisse und können diese exemplarisch anwenden. • Kenntnisse über vielfältige Aufgabenfelder einer Sportlehrkraft im Rahmen des unterrichtlichen BSS- Angebots in Schulen und entwickeln ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein. • theoretisch vertiefte Kenntnisse zu ausgewählten aktuellen sportdidaktischen Themen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit unterrichtsbezogenen Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • Fähigkeiten, die erworbenen sportdidaktischen Kenntnisse im Sinne der Theorie-Praxis-Verschränkung exemplarisch auf Vermittlungsfragen im Bewegungsfeld „Spielen in und mit Regelstrukturen“ anzuwenden und kritisch zu reflektieren b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel Die Studierenden erwerben u.a. Modulbeschreibung • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Individualsportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual-, gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. Zentrale Inhaltsbereiche a) Spezielle Themen der Fachdidaktik Neben grundlegenden sportdidaktischen Planungs- und Auswertungsmodellen sowie fachdidaktischen Konzepten als Gesamtorientierung für den Schulsport (z. B. Kernlehrplan, erziehender Sportunterricht), werden auch ausgewählte sportdidaktische Themen (z. B. Medien im Sport, Umgang mit Heterogenität) vertiefend thematisiert. Bei der Auswahl der Themen werden auch solche berücksichtigt, die für das Bewegungsfeld „Spielen in und mit Regelstrukturen“ eine besondere Relevanz haben (z.B. Sozialerziehung, Spielerziehung), so dass im Sinn des Theorie-Praxis-Transfers Anwendungsbezüge aufgezeigt, erprobt und kritisch reflektiert werden können. Zur Anbahnung der zu erwerbenden Kompetenzen werden dabei möglichst problem- und handlungsorientierte Zugänge gewählt. Modulbeschreibung b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel Die praktische Umsetzung eines Individualsportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und – methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Techniken und Taktiken des Individualsportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltechnische und spieltaktische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II Die praktische Umsetzung eines Mannschaftssportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und - methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Taktiken und Techniken des Mannschaftssportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltaktische und spieltechnische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. Lehr- und Lernmethoden Präsentationen, Gruppenarbeiten u.a. Empfohlene Literatur a) Spezielle Themen der Fachdidaktik u.a. Bräutigam, M. (2014). Sportdidaktik. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen. Meyer & Meyer. Döhring, V. & Gissel, N. (2014). Sportunterricht. Planen und Auswerten. (3., überarbeitete Aufl.). Schneider. Lange, H. & Sinning (Hrsg.). (2008). Handbuch Sportdidaktik. Spitta. Scheid, V. & Prohl, R. (Hrsg.). (2012). Sportdidaktik. Limpert. b) und c) Spielen in und mit Regelstrukturen (II und III) u.a. Badminton: Poste, D. & Hasse, H. (2002). Badminton Schlagtechnik- mit dem Schläger denken lernen. Smash. Kelzenberg, H. (2021). Shuttle Time – Badmintontraining in der Schule. Meyer & Meyer. Basketball: Remmert, H. (2006). Basketball: Lernen, Spielen und Trainieren. Hofmann. Steinhöfer, D. & Remmert, H. (2004). Basketball in der Schule. Philippka. Fußball: Modulbeschreibung Dietrich, K., Dürrwächter, G. & Schaller, H.J. (2006): Die großen Spiele. Meyer & Meyer. Schomann P., Bode G., Vieth N.. (2014) Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept: DFB Fachbuchreihe Steinhöfer, D. (2008).Athletiktraining im Sportspiel; Münster: Philippka Sportverlag Handball: Estriga. (2019). Team Handball. Teaching and learning step-by- step. Agência Nacional. Greve et al. (2017). Handball in Stundenbildern. Limpert. Hockey: Hänel, R., Hillmann, W., Lüninghöner, J. (2013). Feld- und Hallenhockey. 2. überarbeitete Auflage. Meyer & Meyer. Wein H (2009). Entwicklung der Spielintelligenz durch Mini- Hockey. H. Knuf. Tennis: Born, P., Seewald, C., & Vogt, T. (2020). Tennis Lehr-Lernvideos - Schritt für Schritt. Ton- und Bildträger - Filmaufnahmen, Mospac - Mobile Sports Academy. Abrufbar unter: www.youtube.com/channel/UC4ghMe3yS1f4y98XdF_CS0g Grambow, R., Born, P., Meffert, D. & Vogt T. (2021). Tennis im Sportunterricht: Ein Einstieg. Sportunterricht. 70(6), 269-275. Tischtennis: Friedrich, W. & Fürste, F. (2012). Tischtennis – verstehen, lernen, spielen. Philippka-Sportverlag. Klein-Soetebier, T. & Klingen, P. (2019). Lehr-Lernvorstellungen im Tischtennis-Anfängerunterricht – Eine didaktisch- methodische Handreichung für Lehrkräfte und Übungsleiter in Schule und Verein. Schneider Verlag Hohengehren. Volleyball: Czimek, J. & DVV (2022). Volleyball – Training & Coaching (2. Aufl.). Meyer & Meyer. Papageorgiou, A. & Czimek, J. (2020). Volleyball spielerisch lernen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II) • Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) • Belegung nicht identisch zu B6. • Vertiefungsmöglichkeit „Sportspiel aufbauend“ im Master (M2) nur möglich, wenn die gewünschte Sportart in B6 oder B7 belegt wurde. Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: http://www.youtube.com/channel/UC4ghMe3yS1f4y98XdF_CS0g https://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung a) Spezielle Themen der Fachdidaktik • Übernahme von Teilen einer Seminarsitzung durch z.B. Referate b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II) • Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III) • Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B6/B/ Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) wird als mündliche Prüfung von 30 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus dem Seminar und Inhalte aus einem der beiden Kurse geprüft. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs b) oder c) kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und fachpraktischen Prüfung Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte PO2023_Deckblatt BA-HRSG-Siegen_blau Leitbild qualifikationsziele-hrsg B1_ Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B2_ Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B3_Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B4_Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B5_Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B6_Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen B7_Modulhandbuch_Lehramt Sport HRSG_Siegen a) Spezielle Themen der Fachdidaktik b) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel c) Spielen in und mit Regelstrukturen (III): Mannschaftssportspiel II

  • MHB-sport-LM-GYMGE-siegen-abWiSe25-26.pdf
    Modulhandbuch Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen - Unterrichtsfach Sport (Kooperation Universität Siegen) Abschluss Master of Education Stand: März 2026 Leitbild zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Studiengang Lehramt Sport Die Deutsche Sporthochschule Köln erkennt die Lehrer*innenbildung als eine Aufgabe von herausragender Wichtigkeit mit großer Verantwortung an. Es ist ihr Anspruch, eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehrer*innenbildung zu gewährleisten und innovative Aspekte in der Lehre zu etablieren, um die Studierenden bestmöglich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Durch vielseitige gesellschaftliche Herausforderungen ist es notwendig geworden, die Kompetenzorientierung in der Lehrer*innenbildung weiter zu stärken und die Studierenden noch gezielter auf die Bedarfe des Berufsfelds vorzubereiten. Die Neustrukturierung der Lehrer*innenbildung der Deutschen Sporthochschule Köln setzt daher bereits im beruflichen Qualifikationsprozess gezielt auf Erfahrung, Reflexion und Interaktion im Zusammenhang mit problemorientiertem Lernen. Reflexion als Bildungsprinzip spielt gerade in den ästhetischen Fächern wie Kunst, Musik und Sport eine besondere Rolle, weil sich Erfahrungen, Lernen und Veränderung stets leiblich verankern. Im Rahmen der Lehrer*innenbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln wird die langläufige Dichotomie zwischen Theorie und Praxis gezielt im Sinne einer reflektierten Praxis aufgebrochen. - Berücksichtigt wird die Theorie-Praxis-Integration stringent im modularen Aufbau in der Form, dass es keine isolierten fachwissenschaftlichen und theoretischen Module oder alleinstehenden Praxismodule gibt und der Kompetenzerwerb stets übergreifend erfolgt. - In den Lehrveranstaltungen wird das sportliche Handeln immer im Rückbezug auf jeweilige theoretische Fokuspunkte bearbeitet. Denken und Handeln wird betont integrativ und nicht separierend auslegt. - Jegliche Praxis ist theoriegeleitet und jegliche Theorie wird in die Praxis integriert. Fachwissenschaftlichen Theorieinhalte werden den sportpraktischen und fachdidaktischen Inhalten nicht nur gegenübergestellt. Vielmehr werden Theorieinhalte aus ihrer Abstraktheit herausgelöst und in den Modulen und Lehrveranstaltungen in konkrete Handlungssituationen des Sports übertragen und wechselseitig beispielhaft veranschaulicht. Daraus ergibt sich die Forderung der Einbettung gezielter Schwerpunktsetzungen (z.B. anatomische oder biomechanische Grundlagen, Persönlichkeitsbildende Potenziale oder Aspekte der Gesundheitsbildung etc.), welche sich in den Modultiteln widerspiegeln und in den Lehrveranstaltungen der Module in Theorie-Praxis-Reflexionen bis hin zur Ausübung bewegungspraktischer Tätigkeiten integriert sind. Es gilt, fachwissenschaftliches und fachpraktisches Wissen nutzbar zu machen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch neues Wissen entstehen zu lassen. Dieser Ansatz erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxispartner*innen (Nutzerbezug), welches sich in der Integration von Schulkooperationen schon auf Bachelorniveau auszeichnet. Sport und Bewegung sind als prädestiniertes Feld für die Erforschung dieses bildungsrelevanten Geschehens zu verstehen, das bereits durch digitale Technologien neue Impulse auf hochschuldidaktischer Ebene an der Deutschen Sporthochschule Köln erfährt. Prämierte Lehrkonzepte greifen die Möglichkeiten der Reflexion und des Feedbacks mit digitalen Technologien auf und werden an der Deutschen Sporthochschule Köln ständig weitergeführt und ausgebaut. Qualifikationsziele Die Absolventinnen und Absolventen • verfügen über ein umfassendes Verständnis physiologischer Reaktionen auf unterschiedliche Belastungen innerhalb der motorischen Hauptbeanspruchungsformen; • kennen das Anforderungsprofil verschiedener Sportarten und nutzen dieses für die Planung und Gestaltung von Lern- und Trainingsprozessen; • beherrschen diagnostische Verfahren zur Einschätzung von Trainingsbeanspruchungen und Anpassungsvorgängen; • kennen die Entwicklungsstadien von Kindern und Jugendlichen und leiten daraus Konzepte zur Gestaltung und Organisation des Übens und Trainierens ab; • entwickeln Konzepte zur Gesundheitserziehung und -förderung im und durch Sport; • besitzen bewegungstechnisches Können zur Demonstration von Grundelementen und -techniken der Sportarten und Bewegungsfelder; • verfügen über ein vertieftes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • können berufsbezogene Theorien und Konzepte in Projekten forschenden Lernens umsetzen; • verfügen über ein ausdifferenziertes kritisches Bewusstsein bzgl. ihrer eigenen Vorstellungen von Schulsport als auch hinsichtlich fachwissenschaftlicher und kultusministerieller Vorgaben zum Fach; • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports; • reflektieren über Leitideen und aktuelle Fragen und Tendenzen der Schulsportentwicklung; • identifizieren Normen, Werte und Einstellungen im Sport und stellen Bezüge zum gesellschaftlichen Kontext her; • setzen sich mit Sinnorientierungen einer ausdifferenzierten Sportkultur und ethischen Fragen des Sporttreibens auseinander; • beobachten, analysieren und reflektieren Sportunterricht kriteriengeleitet; • bewältigen die Komplexität unterrichtlicher Situationen; • gestalten Unterricht in inklusiven Lernumgebungen und beachten die kulturelle und soziale Vielfalt der jeweiligen Lerngruppe. Modulbeschreibung Modultitel: M1: Sportunterricht analysieren, planen und auswerten Studiengang: M. Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Analyzing, planning and evaluating Physical Education Kurzbezeichnung M1 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 270 h / 9 LP / 0 LP / 2 LP 2 fachdidaktische LP in a) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Vertiefende Aspekte der Fachdidaktik 2 SWS / 30 h / 60 h / 1. / SE / deutsch / ja b) Anpassung und Training 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / SE / deutsch / ja c) Leichtathletik 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja d) Schwimmen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Die eingehende Auseinandersetzung mit komplexen fachdidaktischen Fragestellungen und verwandten Problemen unterstützt die Studierenden in der Ausbildung eines zunehmend ausdifferenzierten kritischen Bewusstseins sowohl im Hinblick auf ihre eigenen Vorstellungen von Schulsport als auch hinsichtlich fach- und erziehungswissenschaftlicher sowie kultusministerieller Vorgaben zum Fach. Die Diskussion und Reflexion verschiedener Standpunkte dient der Anbahnung eines-Leitbildes im Sinne einer reflektierenden Lehrperson. Die Studierenden besitzen ein umfangreiches Verständnis physiologischer Reaktionen auf unterschiedliche Belastung innerhalb der motorischen Hauptbeanspruchungsformen. Inhaltsebenen von Üben und Trainieren können im Sinne der mechanischen Effizienz / Bewegungsökonomie oder der strukturellen Anpassungsvorgänge und den daraus resultierenden Beanspruchungen nachvollzogen werden. Der Leistungsbegriff als Einschätzung von Belastung und Beanspruchung des kindlichen und jugendlichen Organismus ist bekannt. Entwicklungsstadien von Kindern und Jugendlichen und deren Bedeutung für die Organisation von Üben und Trainieren sind erarbeitet. Möglichkeiten der Analyse und Diagnostik der Leistungsfähigkeit sowie die Umsetzung von Formen des Übens und Trainierens, insbesondere im Bereich der Schule, sind verstanden und für den Bereich der Leichtathletik und des Schwimmens exemplarisch aufgearbeitet. Modulbeschreibung Fachdidaktische und trainingswissenschaftliche Fragestellungen werden in der Leichtathletik und im Schwimmen aufgegriffen, angewandt und kritisch reflektiert. Zentrale Inhaltsbereiche a) Vertiefende Aspekte der Fachdidaktik Die Studierenden setzen sich vertiefend mit ausgewählten fachdidaktischen Themen auseinander. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit verschiedenen fachdidaktischen Konzepten sowie mit aktuellen Themen des Schulsports (bspw. Scham im SpoU, diversitätssensible Bildung) und der Schulsportentwicklung, die auch schulstufenspezifisch akzentuiert werden. Auf dieser Basis differenzieren die Studierenden ihre Auffassung von Sportunterricht aus und schreiten in der Entwicklung eines professionellen Selbst fort. b) Anpassung und Training Die Grundlagen von Bewegung und Leistung sowie deren Anpassungen, wesentlich im Sinne der motorischen Hauptbeanspruchungsformen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Flexibilität und Koordination, werden gemeinsam erarbeitet. Es werden wissenschaftliche, schulpraxisorientierte diagnostische Verfahren in den verschiedenen Bereichen vorgestellt. In der Auseinandersetzung mit Publikationen zu diesem Bereich werden Grundzüge des wissenschaftlichen Arbeitens bearbeitet und eine kritische Bewertung der Veröffentlichungen insbesondere vor dem Hintergrund der Gütekriterien wissenschaftlichen Arbeitens vorgenommen. Adaptionen an geplante Trainingsbeanspruchungen werden dargestellt sowie deren Besonderheiten im Verlauf der motorischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besprochen. In Kommunikation und Abstimmung mit den Praxisveranstaltungen des Moduls werden Aspekte des Übens als Automatisierung von Bewegungsabläufen zur Steigerung der Bewegungsqualität und damit des Wirkungsgrades und der Bewegungsökonomie thematisiert. Hier soll insbesondere die Bewegungsfreude durch die Verbesserung der Bewegungsqualität von Kindern und Jugendlichen fokussiert werden. c) Leichtathletik Aufbauend auf den im Bachelor erworbenen Kenntnissen werden leichtathletische Inhalte in ihrer Vielfalt aufgegriffen und vertiefend behandelt. Durch die Auseinandersetzung mit vielfältigen und komplexen Bewegungstechniken (wie z.B. Diskuswurf, Hürdensprint, etc.) werden sowohl die Voraussetzungen und Anforderungen leichtathletischer Bewegungsformen als auch die wichtigsten technischen Bewegungsmerkmale erfahren. Die Inhalte werden methodisch- didaktisch reflektiert, eingeordnet und durch variable Anpassungen für die Umsetzung in heterogenen Lerngruppen erarbeitet. Die Studierenden erweitern ihre Erfahrungen in der zielgruppenspezifischen Vermittlung von leichtathletischen Modulbeschreibung Inhalten und erproben sich vertiefend in der Planung, Durchführung und kritischen Reflexion von Unterricht. Hierdurch sind die Studierenden in der Lage, aus den Anforderungen der leichtathletischen Inhalte eigene Unterrichtseinheiten abzuleiten und praktisch so umzusetzen, dass die Schüler/innen individuell gefordert und gefördert werden. Im Besonderen werden hierbei die Möglichkeiten zur Umsetzung in heterogenen Lerngruppen mit sinnvollen Differenzierungsmaßnahmen erarbeitet. d) Schwimmen Aufbauend auf den im Modul B3 erworbenen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten wird die Sportart Schwimmen mit ihren vielfältigen Bewegungsstrukturen und Anforderungen besonders in den Techniken Rückenkraul und Delphin analysiert. Durch die Auseinandersetzung mit komplexen Bewegungstechniken, den zugrunde liegenden mechanischen und physiologischen Gesetzmäßigkeiten und den ablaufenden Lernprozessen erkennen die Studierenden die Bedeutung einer situationsangemessenen Bewegungsführung und Methodik. Kenntnisse über individuelle Lernsituationen und Lernstörungen öffnen den Blick für die im Schwimmsport erforderlichen und sinnvollen Differenzierungsmaßnahmen zur individuellen Förderung. Adaptionen durch Prozesse des Übens und Trainierens werden exemplarisch bearbeitet und deren Bedeutung für den Schulsport und seine Organisation dargestellt. Der Bereich der Sicherheit im schulischen Kontext wird hierbei im Besonderen herausgearbeitet. Lehr- und Lernmethoden Seminare, Kurse mit Gruppenarbeiten Empfohlene Literatur a) Vertiefende Aspekte der Fachdidaktik Aschebrock, H. & Stibbe, G. (Hrsg.) (2013). Didaktische Konzepte für den Schulsport. Meyer & Meyer. Neumann, P. & Balz, E. (Hrsg.) (2013). Sportdidaktik. Pragmatische Fachdidaktik für die Sekundarstufe I und II. Scriptor. Scheid, V. & Prohl, R. (Hrsg.) (2012). Sportdidaktik. Grundlagen – Vermittlungsformen – Bewegungsfelder. Limpert. b) Anpassung und Training De Marées, H. (2003). Sportphysiologie (9. Auflage). Köln: Sportverlag Strauß. Weineck, J. (2007). Optimales Training: leistungsphysiologische Trainingslehre unter besonderer Berücksichtigung des Kinder- und Jugendtrainings (15. Auflage). Balingen: Spitta. c) Leichtathletik Deutscher Leichtathletikverband (2020). Wettkampfsystem Kinderleichtathletik. Darmstadt. Deutscher Leichtathletikverband (2018). Kinderleichtathletik. Philippka-Sportverlag. Deutscher Leichtathletikverband (2017). Modulbeschreibung Grundlagentraining. Jugendleichtathletik U12 bis U16. Münster: Philippka-Sportverlag. Strüder, H. K., Jonath, U., & Scholz, K. (2016). Leichtathletik. Sportverlag Strauß. Wastl, P., & Wollny, R. (2007). Leichtathletik in Schule und Verein. Hofmann. d) Schwimmen Bissig, M. & Gröbli, C. (2004). Schwimmwelt. Schwimmen lernen -Schwimmtechnik optimieren. Bern: Schulverlag bmlv AG. Wilke, K. & Daniel, K. (2004). Schwimmen. Lernen, Üben, Trainieren (5. Auflage). Wiesbaden: Limpert. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regelt die oder der verantwortlich Lehrende zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul muss mit einer Modulprüfung abgeschlossen werden, die sich auf alle Veranstaltungen des Moduls bezieht. Diese ist als schriftliche Prüfung (2 Stunden Klausur) abzulegen. Näheres regelt die Fachprüfungsordnung. In den Kursen Leichtathletik und Schwimmen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Näheres regelt die Fachprüfungsordnung. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modul: M2: Sportspiele wettkampforientiert analysieren und vermitteln Studiengang: M. Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 23/24 Modultitel (Englisch) Analyzing and facilitating sport games competitively Kurzbezeichnung M2 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 6 LP / 0 LP / 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Vermittlungskompetenz in den Sportspielen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / SE / deutsch / ja b) Mannschaftssportspiel (aufbauend) 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja c) Individualsportspiel (aufbauend) 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Vermittlungskompetenz in den Sportspielen Die Studierenden zeigen die Fähigkeit, ... • für die Gestaltung einer Unterrichtseinheit einen anspruchsvollen Themenkomplex didaktisch zu reduzieren und wissenschaftsgeleitet sowie adressatengerecht zu planen, in einer praktischen Durchführung zu vermitteln und im Anschluss selbstreflexiv zu beurteilen. • die Komplexität unterrichtlicher Lehr-/ Lernsituationen vor dem Hintergrund einer umfassenden Vermittlungskompetenz zu bewältigen. • in angemessener Weise ein Lernportfolio zusammenzustellen. • aus der Perspektive der Lernenden, vielschichtige, themenspezifische Fragestellungen kontrovers zu diskutieren und Unterricht zu analysieren und zu reflektieren. b) Mannschaftssportspiel (aufbauend) Die Studierenden vertiefen aufbauend u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • die praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual-, gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. Modulbeschreibung • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. c) Individualsportspiel (aufbauend) Die Studierenden vertiefen aufbauend u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Individualsportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • die praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander im Einzel und/oder Doppel, sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. Zentrale Inhaltsbereiche a) Vermittlungskompetenz in den Sportspielen Ausgehend von einer gemeinsamen Erarbeitung des komplexen Begriffsverständnisses einer umfassenden Vermittlungskompetenz werden vor dem Hintergrund der Vermittlung von Sportspielen im Schulsportunterricht Themen aus dem Bereich der leistungsbestimmenden Faktoren, der Diagnostik und Evaluation sowie der personalen Kompetenzen im Sinne einer spiralcurricularen Vertiefung zum Gegenstand der Auseinandersetzung. b) Mannschaftssportspiel (aufbauend) Aufbauend auf den Erfahrungen eines im Bachelorstudium gewählten Mannschaftssportspiels und der dort erreichten Spielfähigkeit ist die Vermittlungskompetenz von individual-, gruppen- und mannschaftstaktischen Fähigkeiten vor dem Hintergrund der Schulsportvermittlung zentraler Inhalt des Kurses. Möglichkeiten der Schaffung von Bewegungsvorstellung sowie Formen der Bewegungsanalyse und Bewegungskorrektur werden erörtert. Ein besonderer Akzent wird auf das Erkennen von Fehlern und das Anbieten entsprechender Korrekturen im Kontext Schule gelegt. Modulbeschreibung c) Individualsportspiel (aufbauend) Aufbauend auf den Erfahrungen eines im Bachelorstudium gewählten Individualsportspiels und der dort erreichten Spielfähigkeit ist die Vermittlungskompetenz von individual- und/oder doppeltaktischen Fähigkeiten vor dem Hintergrund der Schulsportvermittlung zentraler Inhalt des Kurses. Es werden schulisch angemessene Wege der Vermittlung von Schlag- und Laufbewegungen im Rückschlagspiel aufgezeigt. Möglichkeiten der Schaffung von Bewegungsvorstellung sowie Formen der Bewegungsanalyse und Bewegungskorrektur werden erörtert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Präsentationen u.a. Empfohlene Literatur a) Vermittlungskompetenz in den Sportspielen Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen durch die Lehrkräfte bekannt gegeben. b) Mannschaftssportspiel (aufbauend) Basketball Bösing, L., Bauer, C., Remmert, H. & Lau, A. (2019). Handbuch Basketball: Technik - Taktik - Training – Methodik. Meyer & Meyer. Steinhöfer, D. & Remmert, H. (2011). Basketball in der Schule: spielerisch und spielgemäß vermitteln. Philippka. Fußball Dietrich, K., Dürrwächter, G. & Schaller, H.J. (2006): Die großen Spiele. Meyer & Meyer. Schomann, P., Bode, G., Vieth, N. (2014) Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept: DFB Fachbuchreihe. Philippka. Handball Estriga. (2019). Team Handball. Teaching and learning step-by- step. Agência Nacional. Greve et al. (2017). Handball in Stundenbildern. Limpert. Hockey Anders E, Myers S (2008). Field hockey – steps to success. 2nd edition. Champaign, Ill [u.a.]: Human Kinetics. Hänel R, Hillmann W, Lüninghöner J (2013). Feld- und Hallenhockey. 2. Auflage. Aachen: Meyer & Meyer. Volleyball Czimek, J. & DVV (2022). Volleyball – Training & Coaching (2. Aufl.). Meyer & Meyer. Modulbeschreibung Papageorgiou, A. & Czimek, J. (2020). Volleyball spielerisch lernen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. c) Individualsportspiel (aufbauend) Badminton Barth, K., Kelzenberg, H. (2010). Ich lerne Badminton. Aachen: Meyer & Meyer Verlag. Hoffmann, D. & Vogt, T. (2019). Badmintonspezifische Vermittlungsmodelle: Vergleich und Anwendbarkeit im Sportunterricht. Sportunterricht. 68, 2, S. 59-65. Tennis Ferrauti, A., Maier, P. & Weber, K. (2016). Handbuch für Tennistraining. Aachen: Meyer & Meyer. Grambow, R., Born, P., Meffert, D. & Vogt T. (2021). Tennis im Sportunterricht: Ein Einstieg. in Sportunterricht. 70, 6, S. 269- 275 Born, P., Höfken, N., & Vogt, T. (2018). Tennisvermittlung in der Schule: Vielfalt inklusive. in S. Ruin, F. Becker, D. Klein, H. Leineweber, S. Meier, & H. G. Uhler-Derigs (Hrsg.), Im Sport zusammenkommen: inklusiver Schulsport aus vielfältigen Perspektiven. (S. 153-177). [C.3] (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport; Band 195). Schorndorf: Hofmann Born, P. & Grambow, R., (2020) Eine kompetenzorientierte Einordnung zur Tennisvermittlung im Sportunterricht. In Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung : Sportartspezifische Perspektiven. Vogt, T. (Hrsg.). 1 Aufl. Aachen: Meyer & Meyer, S. 207-217 Born, P., Schlebusch, H., Grambow, R., Meffert, D. & Vogt, T. (2020). Tennis in der Schule: Eine Einschätzung zum Status Quo und der Umsetzbarkeit aus Lehrperspektive. SportPraxis, 61, S. 56- 59. Tischtennis Friedrich, W. & Fürste, F. (2012). Tischtennis – verstehen, lernen, spielen. Münster: Philippka-Sportverlag. Klein-Soetebier, T. & Klingen, P. (2019). Lehr-Lernvorstellungen im Tischtennis-Anfängerunterricht – Eine didaktisch-methodische Handreichung für Lehrkräfte und Übungsleiter in Schule und Verein. Schneider Verlag, Baltmannsweiler. Klein-Soetebier, T. & Binnenbruck, A. (2023). Tischtennis - Das Lehrbuch für das Sportstudium, den Freizeit- und Vereinssport. Springer Spektrum, Heidelberg. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle (LEK) a) Planung und Durchführung einer Unterrichtseinheit b) Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/voraussetzungen/ Modulbeschreibung c) Theorie- und Praxisprüfung (Demonstrations- und/oder Spielfähigkeit) Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Modulabschlussprüfung (MAP) Das Modul muss mit einer Modulabschlussprüfung (MAP) abgeschlossen werden. Die Modulprüfung wird als Klausur mit offenen Aufgabenstellungen von 120 min. Dauer durchgeführt. Dabei werden zu gleichen Anteilen Inhalte aus der Seminarveranstaltung (a) und Inhalte aus einem der Kurse b) oder c) geprüft. Klausur/ 120 min Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs b) Mannschaftssportspiele (aufbauend) und im Kurs c) Individualsportspiele (aufbauend) kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur/ 60 min/ 50% Praxisprüfung/ 50% Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und/ oder b) mit dem Bestehen der Modulprüfung und ggf. einer oder zwei fachpraktischen Prüfung/en. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: M3: Gesellschaftlichen Wandel verstehen und auf Sport beziehen Studiengang: M. Ed. Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Understanding social change and relating it to sport Kurzbezeichnung M3 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 4. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 270 h / 9 LP / 1 LP / 0 LP 1 inklusionsorientierter LP in b) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Sport und Gesellschaft 2 SWS / 30 h / 50 h / 4. / VL / deutsch / nein b) Vertiefende Aspekte der Gesundheitserziehung und -förderung 2 SWS / 30 h / 50 h / 4. / SE / deutsch / ja c) Kulturphänomen Sport 2 SWS / 30 h / 50 h / 4. / SE / deutsch / ja d) Grundlagen der Ernährung (= B.A./B.Sc.: PE 1.15a) 2 SWS / 30 h / 0 h / 4. / VL / deutsch / nein Kompetenzorientierte Lernziele Die Studierenden sind in der Lage, das Kulturphänomen Sport als Spiegelbild der Gesellschaft zu analysieren. Der Erkenntnisgewinn wird geleitet durch Wissen über die in den Sozial-, Kultur- und Lebenswissenschaften vorherrschende Theorien- und Methodenvielfalt. Die Studierenden erwerben – unter Einbeziehung von Grundlagen zum Thema Sport und Ernährung – fundierte Kenntnisse darüber, wie gesellschaftlicher Wandel zu Veränderungen in der Pluralität von Sinnorientierungen im Sporttreiben (Leistungs-, Erlebnis-, Erfahrungs- und Gesundheitsorientierung) geführt haben. Auf der Basis dieses Wissens sind die Studierenden in der Lage, Normen, Werte und Einstellungen im Sport sowie deren Veränderungen unter Einbeziehung des gesellschaftlichen Kontexts zu identifizieren und zu erläutern. Das so entwickelte Verständnis einer sich ausdifferenzierenden Sportlandschaft kann in Bezug auf das Profil des Schulsports und dessen Gestaltung kritisch-reflexiv beurteilt werden. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sport und Gesellschaft Zentral geht es darum, das Beziehungsgeflecht von Gesellschaft, Sport und Schulsport kritisch zu durchleuchten. Dies soll vor allem dadurch geleistet werden, dass zunächst die Genese verschiedener Sinnorientierungen von Leibeserziehung und Sport auf der Folie gesellschaftlicher Veränderungsprozesse und des damit in Zusammenhang zu bringenden Wertewandels dargestellt wird. Aufbauend darauf wird analysiert, wie sich die Sinnvielfalt des Sporttreibens in der außerschulischen Praxis widerspiegelt und welche Konsequenzen sich daraus für den Schulsport sowie Sportunterricht ergeben haben bzw. perspektivisch noch ergeben können. Dabei führt die unterschiedliche Perspektivierung von Modulbeschreibung Gesellschaft (z. B. Leistungsgesellschaft, Postmaterialismus, Erlebnisgesellschaft) zur Thematisierung unterschiedlicher Wechselwirkungen zwischen Sport und Gesellschaft. Zudem werden vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen aktuelle Problemlagen und Spannungsfelder der Sportentwicklung in den Blick genommen. b) Vertiefende Aspekte der Gesundheitserziehung und -förderung Im Rahmen des Seminars sollen vertiefende Kenntnisse in Bezug auf Gesundheitskompetenz, Gesundheitsrisiken und Handlungsstrategien im Unterrichtsfach Sport vermittelt werden. Hierbei werden sowohl der physiologische Entwicklungsprozess von Schüler/innen als auch ausgewählte psychische oder physische Erkrankungen bzw. Einschränkungen im Sinne eines holistischen Ansatzes in der Schule berücksichtigt. Zudem werden der aktuelle gesellschaftliche Wandel und die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung mit einbezogen. Im Mittelpunkt steht dabei die theoretische und praktische Erarbeitung von Themen zur Gesundheitserziehung, - förderung und Prävention. Behandelt werden u.a. Themen wie Schüler- und Lehrer/innengesundheit, Unfallgeschehen, (Schul-) Angst und Depression, Kopfschmerzen, Infektionsschutz, schulbezogene Ernährung, digitale Medien, Mobbing, sexualisierte Gewalt, Klimawandel und Nachhaltigkeit. c) Kulturphänomen Sport Die Beschreibung und Analyse von Kulturphänomenen verlangen spezifische Zugänge und Forschungsweisen, mit denen sich die Studierenden vertraut machen. In diesem Kontext wird insbesondere untersucht, was Sport als Kulturphänomen charakterisiert und warum er sich zu einem bedeutenden Teil unseres Kulturverständnisses entwickelt hat. Aufbauend auf den erworbenen Kenntnissen werden Sinnorientierungen, Werte und Normen einer ausdifferenzierten Sportkultur in den Mittelpunkt gerückt. Dies schließt vor allem die Entstehung und den Wandel institutioneller Rahmenbedingungen für den Sport (Schulsport, Vereinssport, Olympische Bewegung etc.) ein, aber auch neuerer Bewegungskulturen abseits etablierter Institutionen. Neben der kritischen Analyse aktueller Entwicklungen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umbrüche und Problemlagen des Erwachsenen-, Kinder- und Jugendsports sowie der Diskussion diesbezüglicher Lösungsansätze zählen hierzu auch der Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Implizitheit von Praktiken sowie die Gemachtheit und Perspektivität von (Sport-) Kultur. d) Grundlagen der Ernährung Behandelt werden ernährungswissenschaftliche Grundlagen sowie deren Anwendung im sportwissenschaftlichen und gesundheitlichen Kontext. Hierzu gehören das Verständnis grundlegender Aspekte (Verdauung, Stoffwechsel der Modulbeschreibung Makronährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, Flüssigkeitshaushalt, Erfassung des Ernährungsstatus) sowie der Erwerb von Basiswissen zu relevanten Aspekten der Sporternährung und den sportartspezifischen Anforderungen an diese. Insbesondere behandelt werden Fragen nach der Bedeutung von Kohlenhydraten, dem Proteinstoffwechsel, dem Flüssigkeitshaushalt und dem Mikronährstoffbedarf im Sport, auch unter Berücksichtigung besonderer Trainings- und Wettkampfsituationen. Das Modul enthält Leistungen im Umfang von 1 ECTS/ Leistungspunkten zu inklusionsorientierten Fragestellungen. Lehr- und Lernmethoden Vorlesungen, Seminare mit Gruppenarbeiten Empfohlene Literatur a) Sport und Gesellschaft (Auswahl) Krüger, M. (2020a). Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 2: Leibeserziehung im 19. Jahrhundert. Turnen fürs Vaterland (= Sport und Sportunterricht, Grundlagen für Studium, Ausbildung und Beruf, Bd. 9). (3., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage). Hofmann. Krüger, M. (2020b). Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibesübungen im 20. Jahrhundert. Sport für alle (= Sport und Sportunterricht, Grundlagen für Studium, Ausbildung und Beruf, Bd. 10). (3., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage). Hofmann. Lamprecht, M., & Nagel, S. (2022). Sportsoziologie. Einführung. Nomos. Thiel, A., Seiberth, K., & Mayer, J. (2023). Sportsoziologie – Ein Lehrbuch in 14 Lektionen (3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). Meyer & Meyer. Weitere Literaturempfehlungen werden in der Lehrveranstaltung ausgesprochen. b) Vertiefende Aspekte der Gesundheitserziehung und -förderung (Auswahl) Dür, W & Felder Puig, R. (Hrsg.) (2011). Lehrbuch der schulischen Gesundheitsförderung. Huber Verlag. Hurrelmann, K., Klotz, T. & Haisch, J. (Hrsg.) (2010). Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung (3. Auflage). Huber Verlag. Krieschke K. & Krumrey F. (2019). Gesundheit und Gesundheitsförderung im Lehrberuf. Kohlhammer. Naidoo J. (2019). Lehrbuch Gesundheitsförderung. Hogrefe. Reinhardt, D., Nicolai, T. & Zimmer, P. (Hrsg.) (2014). Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter (9. Auflage). Springer. Speer C. & Gahr, M. (2013). Pädiatrie (4. Auflage). Springer. Wulfenhorst B. & Hurrelmann, K. (Hrsg.) (2009). Handbuch Gesundheitserziehung. Huber Verlag. www.schulministerium.nrw/gesundheitsfoerderung http://www.schulministerium.nrw/gesundheitsfoerderung Modulbeschreibung Weitere Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen ausgesprochen. c) Kulturphänomen Sport (Auswahl) Alkemeyer, T. & Schmidt, R. (2003). Habitus und Selbst. Zur Irritation der körperlichen Hexis in der populären Kultur. In T. Alkemeyer, B. Boschert, R. Schmidt & G. Gebauer (Hrsg.), Aufs Spiel gesetzte Körper. Aufführungen des Sozialen in Sport und populärer Kultur (S. 77-102). UVK. Breuer, C., Joisten, C., & Schmidt, W. (Hrsg.) (2021). Vierter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht. Gesundheit, Leistung und Gesellschaft. Hofmann. Deutscher Sportbund (Hrsg.) (2006). Die SPRINT-Studie. Eine Untersuchung zur Situation des Schulsports in Deutschland. Meyer & Meyer. Elias, N. (o. J.). Die Genese des Sports als soziologisches Problem. In N. Elias & E. Dunning (Hrsg.), Sport im Zivilisationsprozess: Studien zur Figurationssoziologie (S. 9–46). Münster. Geßmann, R. (2008). Richtlinien und Lehrpläne für den Schulsport in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR. Eine kommentierte Dokumentation 1945 – 2007 (Schriftenreihe der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften der Deutschen Sporthochschule Köln, Band 8). Sportverlag Strauß. Gieß-Stüber, P. & Thiel, A. (2016). Beitrag des Schulsports zum Lernbereich Globale Entwicklung. Sekundarstufe I. In KMK & BMZ (Hrsg.), Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (S. 357-378). Lohmann, J. et al. (2023). Schwerpunktheft „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sportunterricht“. Sportunterricht, 72(9), 388-394. Pietsch, S. et al. (Hrsg.) (2021). Bildungspotenziale der Olympischen Idee. Academia/Nomos. Weitere Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen ausgesprochen. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regelt die oder der verantwortlich Lehrende zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul muss mit einer Modulprüfung abgeschlossen werden, die sich auf die Veranstaltungen a), b) und c) des Moduls bezieht. Diese ist als schriftliche Prüfung (2 Stunden Klausur) abzulegen. Näheres regelt die Fachprüfungsordnung. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Änderungen vorbehalten Modulbeschreibung Modultitel: VB PS: Vorbereitung Praxissemester Studiengang: M. Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Internship preparation Kurzbezeichnung VB PS Studiensemester / Studiendauer (Semester) 2. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 100 h / 3 LP / 0 LP / 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) PS - Basismodul Vorbereitung Praxissemester (10 Wochen in allen studierten Fächern) 2 SWS / 20 h / 30 h / 2. / SE / deutsch / nein b) PS - Basismodul Profilgruppe Praxissemester (nur für Studierende, die das Studienprojekt im Fach Sport absolvieren) 2 SWS / 10 h / 40 h / 2. / SE / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Die Studierenden lernen, Unterricht kriteriengeleitet zu beobachten und alleine, aber auch im Austausch mit anderen zu analysieren. Sie verfügen über die Fähigkeit, aktuelle fachdidaktische Überlegungen zum Schulsport mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zu verknüpfen und zu reflektieren. Die Studierenden setzen sich mit wissenschaftlichen Studien zum Schulsport auseinander, reflektieren Ziele, Inhalte und methodische Herangehensweisen und können diese auf eigene Fragestellungen an den Schulsport übertragen. Unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes und antizipierter Probleme im Sportlehreralltag entwickeln die Studierenden eine Projektskizze als Grundlage für das Forschungsprojekt im Praxissemester. Zentrale Inhaltsbereiche a) Basismodul: Allgemeine Vorbereitung Praxissemester Die Studierenden werden auf mögliche Fragestellungen des Studienprojektes, auf Hospitationsaufgaben sowie auf erste Lehrversuche im Praxissemester vorbereitet. Unter Berücksichtigung maßgeblicher curricularer Vorgaben und fachdidaktischer Überlegungen setzen sich die Studierenden mit grundlegenden Planungsaspekten, wie z.B. der Phasierung von Unterricht oder der Interdependenz von Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen auseinander. Anlagen und Erkenntnisse aktueller wissenschaftlicher Studien Bewegung, Spiel und Sport im Sportunterricht und im Schulleben werden diskutiert. Sie liefern Bezugspunkte für die Entwicklung eigener Forschungsfragen. Modulbeschreibung b) Studienprojektgruppe Im Fokus der Profilgruppenarbeit steht die Überwindung des Grabens zwischen wissenschaftlichem Denken und praktischer Berufsorientierung durch die Brücke des Forschenden Lernens, welches zentrales Element des bevorstehenden Praxissemesters ist. Ausgehend von aktuellen Themen und Ergebnissen der Unterrichts-, Schüler(innen)- und Lehrer(innen)forschung werden Probleme aus dem Berufsfeld Schulsport/Sportunterricht in den Blick genommen. In Vorbereitung auf das im Praxissemester durchzuführende Studienprojekt werden Forschungsfragen abgeleitet und mögliche methodische Vorgehensweisen erörtert, die schließlich in erste Projektskizzen münden. Lehr- und Lernmethoden Seminare mit Einzel- und Gruppenarbeiten Empfohlene Literatur Balz, E., Bräutigam, M., Miethling, W.-D. & Wolters, P. (2013). Empirie des Schulsports. Aachen: Meyer & Meyer. Dortmunder Zentrum für Schulsportforschung (Hrsg.). (2008). Schulsportforschung. Grundlagen, Perspektiven und Anregungen. Aachen: Meyer & Meyer. Miethling, W.-D. & Gieß-Stüber, P. (Hrsg.). (2007). Beruf: Sportlehrer/in. Baltmannsweiler: Schneider. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regelt die oder der verantwortlich Lehrende zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Projektskizze Studienprojekt: Das Modul wird mit einer Projektskizze abgeschlossen, die eine realistische, wissenschaftlich fundierte Grundlage für das Forschungsprojekt im Praxissemester bietet (vorbehaltlich spezifischer schulischer Bedingungen). Dies gilt nur für die Studierenden, die das Studienprojekt im Fach Sport absolvieren. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: PS: Praxissemester Studiengang: M. Ed. Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Internship Kurzbezeichnung PS Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 750 h / 25 LP / 0 LP / 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule 16 SWS / 250 h / 140 h / 3. / SE / deutsch / ja b) PS - Aufbaumodul Praxissemester (sofern gewählt) 2 SWS / 30 h / 270 h / 3. / SE / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule Lernort Schule/ZfsL • Die Studierenden zeigen die Fähigkeit, ... • fachliches Lernen zu planen. • die Komplexität unterrichtlicher Situationen zu bewältigen. • Lern- und Leistungssituationen zu unterscheiden sowie fachspezifische Formen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung zu erproben. • Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern zu beschreiben und in Ansätzen zu diagnostizieren. • Werte und Normen zu vermitteln und selbstbestimmtes Urteilen und Handeln von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. • über reflexive Prozesse ihre Rolle weiterzuentwickeln. b) Begleitung durch die Universität und Betreuung des Studienprojekts (sofern gewählt) Lernort Universität • Die Studierenden zeigen die Fähigkeit, ... • Fachunterricht theoriegeleitet zu analysieren und zu reflektieren. • aus ihren ersten Erfahrungen mit der Lehrtätigkeit Fragen für die Fachdidaktiken und die Bildungswissenschaften zu entwickeln. • vor dem Hintergrund relevanter didaktischer Modelle Studienprojekte durchzuführen und zu reflektieren. • ausgewählte Methoden bildungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Forschung in begrenzten eigenen Untersuchungen anzuwenden. • bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Modulbeschreibung Lösungsansätze für Anforderungen aus der Praxis aufeinander zu beziehen. • das eigene Forschungsprojekt in geeigneter Weise zu dokumentieren und präsentieren. Zentrale Inhaltsbereiche a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule Lernort Schule/ZfsL • Einführungsveranstaltungen durch ZfsL • begleitete Auseinandersetzung mit schulischen Handlungsfeldern • Bilanz- und Perspektivgespräch (ZfsL) b) Begleitung durch die Universität und Betreuung des Studienprojekts (sofern gewählt) Lernort Universität • Fachdidaktische Begleitung und Beratung • Planung, Durchführung und Auswertung eines individuellen Studienprojekts im Sinne des Forschenden Lernens (Betreuung im Begleitseminar) Lehr- und Lernmethoden Variierend je nach Lernort (Universität: Blended Learning; Schule/ZfsL: seminaristischer Unterricht, Hospitationen, Unterricht unter Begleitung (70 h), davon zwei Unterrichtsvorhaben pro Fach bzw. Lernbereich1 (12-15 h pro UV) Empfohlene Literatur Balz, E., Bräutigam, M., Miethling, W.-D. & Wolters, P. (2013). Empirie des Schulsports. Aachen: Meyer & Meyer. Dortmunder Zentrum für Schulsportforschung (Hrsg.). (2008). Schulsportforschung. Grundlagen, Perspektiven und Anregungen. Aachen: Meyer & Meyer. Miethling, W.-D. & Gieß-Stüber, P. (Hrsg.). (2007). Beruf: Sportlehrer/in. Baltmannsweiler: Schneider. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Regelmäßige Teilnahme an der universitären Begleitung und der vorbereitenden und begleitenden Veranstaltungen des zuständigen ZfsL, Absolvieren des fünfmonatigen Praktikums, Führen des obligatorischen Portfolios, Durchführung eines Studienprojekts und der vorgesehenen Unterrichtsvorhaben, Führen eines Bilanz- und Perspektivgesprächs (ZfsL), Dokumentation des Studienprojekts, bestandene kombinierte Prüfung über das Studienprojekt Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Kombinierte schriftliche und mündliche Prüfung: Das Studienprojekt wird entsprechend der Projektskizze aus dem Vorbereitungsmodul in geeigneter Form dokumentiert, sowie im Rahmen eines Abschlusskolloquiums präsentiert. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte 1d1bb328-34a5-4e18-96c5-32eba61863ba.pdf b) Anpassung und Training c) Leichtathletik 5642cfa2-bfa6-4add-b3d6-84d0b88625aa.pdf 1d1bb328-34a5-4e18-96c5-32eba61863ba.pdf b) Anpassung und Training c) Leichtathletik

  • MHB-sport-LM-GS-siegen-abWiSe25-26.pdf
    Modulhandbuch Lehramt an Grundschulen - Unterrichtsfach Sport (Kooperation Universität Siegen) Abschluss Master of Education Stand: Mai 2026 Leitbild zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Studiengang Lehramt Sport Die Deutsche Sporthochschule Köln erkennt die Lehrer*innenbildung als eine Aufgabe von herausragender Wichtigkeit mit großer Verantwortung an. Es ist ihr Anspruch, eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehrer*innenbildung zu gewährleisten und innovative Aspekte in der Lehre zu etablieren, um die Studierenden bestmöglich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Durch vielseitige gesellschaftliche Herausforderungen ist es notwendig geworden, die Kompetenzorientierung in der Lehrer*innenbildung weiter zu stärken und die Studierenden noch gezielter auf die Bedarfe des Berufsfelds vorzubereiten. Die Neustrukturierung der Lehrer*innenbildung der Deutschen Sporthochschule Köln setzt daher bereits im beruflichen Qualifikationsprozess gezielt auf Erfahrung, Reflexion und Interaktion im Zusammenhang mit problemorientiertem Lernen. Reflexion als Bildungsprinzip spielt gerade in den ästhetischen Fächern wie Kunst, Musik und Sport eine besondere Rolle, weil sich Erfahrungen, Lernen und Veränderung stets leiblich verankern. Im Rahmen der Lehrer*innenbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln wird die langläufige Dichotomie zwischen Theorie und Praxis gezielt im Sinne einer reflektierten Praxis aufgebrochen. - Berücksichtigt wird die Theorie-Praxis-Integration stringent im modularen Aufbau in der Form, dass es keine isolierten fachwissenschaftlichen und theoretischen Module oder alleinstehenden Praxismodule gibt und der Kompetenzerwerb stets übergreifend erfolgt. - In den Lehrveranstaltungen wird das sportliche Handeln immer im Rückbezug auf jeweilige theoretische Fokuspunkte bearbeitet. Denken und Handeln wird betont integrativ und nicht separierend auslegt. - Jegliche Praxis ist theoriegeleitet und jegliche Theorie wird in die Praxis integriert. Fachwissenschaftlichen Theorieinhalte werden den sportpraktischen und fachdidaktischen Inhalten nicht nur gegenübergestellt. Vielmehr werden Theorieinhalte aus ihrer Abstraktheit herausgelöst und in den Modulen und Lehrveranstaltungen in konkrete Handlungssituationen des Sports übertragen und wechselseitig beispielhaft veranschaulicht. Daraus ergibt sich die Forderung der Einbettung gezielter Schwerpunktsetzungen (z.B. anatomische oder biomechanische Grundlagen, Persönlichkeitsbildende Potenziale oder Aspekte der Gesundheitsbildung etc.), welche sich in den Modultiteln widerspiegeln und in den Lehrveranstaltungen der Module in Theorie-Praxis-Reflexionen bis hin zur Ausübung bewegungspraktischer Tätigkeiten integriert sind. Es gilt, fachwissenschaftliches und fachpraktisches Wissen nutzbar zu machen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch neues Wissen entstehen zu lassen. Dieser Ansatz erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxispartner*innen (Nutzerbezug), welches sich in der Integration von Schulkooperationen schon auf Bachelorniveau auszeichnet. Sport und Bewegung sind als prädestiniertes Feld für die Erforschung dieses bildungsrelevanten Geschehens zu verstehen, das bereits durch digitale Technologien neue Impulse auf hochschuldidaktischer Ebene an der Deutschen Sporthochschule Köln erfährt. Prämierte Lehrkonzepte greifen die Möglichkeiten der Reflexion und des Feedbacks mit digitalen Technologien auf und werden an der Deutschen Sporthochschule Köln ständig weitergeführt und ausgebaut. Qualifikationsziele Die Absolventinnen und Absolventen • kennen das Anforderungsprofil verschiedener Sportarten und nutzen dieses für die Planung und Gestaltung von Lern- und Trainingsprozessen; • kennen die Entwicklungsstadien von Kindern und Jugendlichen und leiten daraus Konzepte zur Gestaltung und Organisation des Übens und Trainierens ab; • entwickeln Konzepte zur präventiven und kompensatorischen Bewegungserziehung im und durch Sport; • besitzen bewegungstechnisches Können zur Demonstration von Grundelementen und -techniken der Sportarten und Bewegungsfelder; • verfügen über ein vertieftes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • können berufsbezogene Theorien und Konzepte in Projekten forschenden Lernens umsetzen; • verfügen über ein ausdifferenziertes kritisches Bewusstsein bzgl. ihrer eigenen Vorstellungen von Schulsport als auch hinsichtlich fachwissenschaftlicher und kultusministerieller Vorgaben zum Fach; • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports; • reflektieren über Leitideen und aktuelle Fragen und Tendenzen der Schulsportentwicklung; • beobachten, analysieren und reflektieren Sportunterricht kriteriengeleitet; • bewältigen die Komplexität unterrichtlicher Situationen; • gestalten Unterricht in inklusiven Lernumgebungen und beachten die kulturelle und soziale Vielfalt der jeweiligen Lerngruppe. Modulbeschreibung Modultitel: M1 – Sportunterricht analysieren, planen und auswerten Studiengang: Sport M.Ed. Lehramt an Grundschulen Kooperation Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Analyzing, planning and evaluating Physical Education Kurzbezeichnung M1 GS Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. FS / 1 Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 8 LP / 0 / 2 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Vertiefende Aspekte der Fachdidaktik 2 SWS / 30 h / 60 h / 1. / SE / Deutsch / Ja b) Schwimmen oder Laufen – Springen – Werfen 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / Deutsch / Ja c) Gleiten – Rollen - Fahren 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / Deutsch / Ja Kompetenzorientierte Lernziele Die eingehende Auseinandersetzung mit komplexen fachdidaktischen Fragestellungen und verwandten Problemen unterstützt die Studierenden in der Ausbildung eines zunehmend ausdifferenzierten kritischen Bewusstseins sowohl im Hinblick auf ihre eigenen Vorstellungen von Schulsport als auch hinsichtlich fach- und erziehungswissenschaftlicher sowie kultusministerieller Vorgaben zum Fach. Die Diskussion und Reflexion verschiedener Standpunkte dient der Anbahnung eines-Leitbildes im Sinne einer reflektierenden Lehrperson. Fachdidaktische Fragestellungen werden in den Bewegungsfeldern aufgegriffen, angewandt und kritisch reflektiert. Zentrale Inhaltsbereiche a) Vertiefende Aspekte der Fachdidaktik (SE) Die Studierenden setzen sich vertiefend mit ausgewählten fachdidaktischen Themen auseinander. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit verschiedenen fachdidaktischen Konzepten sowie mit aktuellen Themen des Schulsports (bspw. Scham im SpoU, diversitätssensible Bildung) und der Schulsportentwicklung, die auch schulstufenspezifisch akzentuiert werden. Auf dieser Basis differenzieren die Studierenden ihre Auffassung von Sportunterricht aus und schreiten in der Entwicklung eines professionellen Selbst fort. b) Schwimmen oder Laufen – Springen – Werfen (KS) Schwimmen Aufbauend auf den im Modul B1 erworbenen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten wird die Sportart Schwimmen mit ihren vielfältigen Bewegungsstrukturen und Anforderungen besonders in den Techniken Rückenkraul und Delphin analysiert. Durch die Auseinandersetzung mit komplexen Bewegungstechniken, den zugrunde liegenden mechanischen und physiologischen Gesetzmäßigkeiten und den ablaufenden Lernprozessen erkennen die Studierenden die Bedeutung einer situationsangemessenen Bewegungsführung und Methodik. Kenntnisse über individuelle Lernsituationen und Lernstörungen öffnen den Blick für die im Schwimmsport erforderlichen und sinnvollen Differenzierungsmaßnahmen zur individuellen Förderung. Adaptionen durch Prozesse des Übens und Trainierens werden exemplarisch bearbeitet und deren Bedeutung für den Schulsport und seine Organisation dargestellt. Der Bereich der Sicherheit im schulischen Kontext wird hierbei im Besonderen herausgearbeitet. Laufen – Springen – Werfen Aufbauend auf den im Bachelor erworbenen Kenntnissen werden leichtathletische Inhalte in ihrer Vielfalt aufgegriffen und vertiefend behandelt. Durch die Auseinandersetzung mit vielfältigen und komplexen Bewegungstechniken aus den Bereichen laufen-springen- werfen werden die Voraussetzungen und Anforderungen leichtathletischer Bewegungsformen erfahren. Die Inhalte werden methodisch-didaktisch reflektiert, eingeordnet und durch variable Anpassungen für die Umsetzung in heterogenen und inklusiven Lehr-Lernsettings erarbeitet. Die Studierenden erweitern ihre Erfahrungen in der zielgruppenspezifischen Vermittlung von leichtathletischen Inhalten und erproben sich vertiefend in der Planung, Durchführung und kritischen Reflexion von Unterricht im Inhaltsbereich laufen-springen-werfen. Die Studierenden setzen sich im Besonderen mit den spezifischen Anforderungen im Schulsportunterricht mit Kindern im Grundschulalter sowie mit Kindern und Jugendlichen verschiedenen Alters mit unterschiedlichem Förderbedarf auseinander. Hierdurch sind die Studierenden in der Lage, aus den Anforderungen der leichtathletischen Inhalte eigene Unterrichtseinheiten abzuleiten und praktisch so umzusetzen, dass die Schüler*innen individuell gefordert und gefördert werden. Im Besonderen werden hierbei die Möglichkeiten zur Umsetzung in heterogenen und inklusiven Lerngruppen mit sinnvollen Differenzierungsmaßnahmen erarbeitet. c) Gleiten – Rollen - Fahren (KS) Dieses inhaltliche Segment soll verschiedene Möglichkeiten darstellen, die zur Schulung des Gleichgewichtssinns in unterschiedlichen Bewegungssituationen und mit vielfältigen Sport- und Spielgeräten geeignet sind. Dabei werden Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Geräte zur Modulbeschreibung Fortbewegung thematisiert; an ausgewählten Beispielen werden Vermittlungsformen im Blick auf heterogene Lerngruppen demonstriert und geübt. Im Mittelpunkt stehen dabei solche Geräte und Bewegungsformen, die einen hohen Bezug zum Alltag der Schülerinnen und Schüler haben, wie z.B. Geräte zur Fortbewegung auf festem Boden (Rollgeräte, Räder). Lehr- und Lernmethoden Seminare, Kurs mit Gruppenarbeiten Empfohlene Literatur a) u.a.: Aschebrock, H. & Stibbe, G. (Hrsg.) (2013). Didaktische Konzepte für den Schulsport. Meyer & Meyer. Neumann, P. & Balz, E. (Hrsg.) (2013). Sportdidaktik. Pragmatische Fachdidaktik für die Sekundarstufe I und II. Scriptor. Scheid, V. & Prohl, R. (Hrsg.) (2012). Sportdidaktik. Grundlagen – Vermittlungsformen – Bewegungsfelder. Limpert. Laufen-Springen-Werfen Deutscher Leichtathletikverband (2022). Wettkampfsystem Kinderleichtathletik - inklusiv. Darmstadt. Deutscher Leichtathletikverband (2018). Kinderleichtathletik. Philippka-Sportverlag. Deutscher Leichtathletikverband (2017). Grundlagentraining. Jugendleichtathletik U12 bis U16. Münster: Philippka-Sportverlag. Strüder, H. K., Jonath, U., & Scholz, K. (2016). Leichtathletik. Sportverlag Strauß. Wastl, P., & Wollny, R. (2007). Leichtathletik in Schule und Verein. Hofmann. Schwimmen: Bissig, M. & Gröbli, C. (2004). Schwimmwelt. Schwimmen lernen -Schwimmtechnik optimieren. Bern: Schulverlag bmlv AG.. Wilke, K. & Daniel, K. (2004). Schwimmen. Lernen, Üben, Trainieren (5. Auflage). Wiesbaden: Limpert. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul muss mit einer Modulprüfung abgeschlossen werden, die sich auf alle Veranstaltungen des Moduls bezieht. Diese ist als schriftliche (2 Stunden Klausur) Prüfung abzulegen. Näheres regelt die Fachprüfungsordnung. http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/voraussetzungen/ In den Kursen Leichtathletik und Schwimmen kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Näheres regelt die Fachprüfungsordnung. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modul: M2 – Kindliche Bewegung diagnostizieren und fördern Studiengang: Sport M.Ed. Lehramt für Grundschulen Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger/innen ab: Wintersemester 2025/26 Modultitel (Englisch) M2 – Diagnosing and supporting childhood movement Kurzbezeichnung M2 GS Studiensemester / Studiendauer (Semester) 2. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 120 h / 4 LP / 1 / 0 LP Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / SE / deutsch / Nein b) Bewegungsdiagnostik und Bewegungsförderung 2 SWS / 30 h / 30 h / 2. / KS / deutsch / Ja Kompetenzorientierte Lernziele Die Studierenden erwerben in diesem Modul Kompetenzen, die sie zur Bewegungserziehung und Bewegungsförderung unter Berücksichtigung altersentsprechender Entwicklungsaufgaben und diagnostischer Verfahren in heterogenen Lerngruppen im Schulsport befähigen. Im Fokus steht dabei die Ausbildung des Selbstkonzepts als Teil einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung. a) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport Die Studierenden: • verfügen über ein vertieftes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • messen der Entwicklung eines realitätsangemessenen, positiv gefärbten Selbstkonzepts insbesondere im frühen Schulkindalter eine hohe Bedeutung bei; • benennen formale, nonformale und informelle Settings als Orte dieser Entwicklung; • kennen Faktoren, die sich unterschiedlich beeinflussend auf die Entwicklung der Persönlichkeit im Sinne der Teilhabe von Heranwachsenden auswirken; • nehmen sportpädagogische und vor allem sportdidaktische Perspektiven ein und legen ein weites Sportverständnis zugrunde; • reflektieren kritisch naive Ableitungen zur Persönlichkeitsentwicklung durch Bewegungserziehung; • überprüfen verschiedene Möglichkeiten der Analyse, Planung und Organisation, die für die Entwicklung des Selbstkonzepts im Schulsport eingesetzt werden; • beurteilen Maßnahmen zur Anleitung und Reflektion eines selbstkonzeptfördernden Sportunterrichts, der die Modulbeschreibung heterogenen Voraussetzungen von Lerngruppen z.B. über Individualisierungsprozesse oder Feedback berücksichtigt. b) Bewegungsdiagnostik und Bewegungsförderung Die Studierenden: • verfügen über ein ausdifferenziertes kritisches Bewusstsein bzgl. ihrer eigenen Vorstellungen von Schulsport als auch hinsichtlich fachwissenschaftlicher und kultusministerieller Vorgaben zum Fach • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports • Diagnostizieren Lernvoraussetzungen und -prozesse von Schülerinnen und Schülern mittels verschiedener Verfahren und leiten Fördermaßnahmen ab • erwerben theoretische und praktische Kompetenzen zur Durchführung von Bewegungsförderangeboten für Lerngruppen in inklusiven Schulen sowie in Förderschulen einschließlich ihrer Modifikation- und Differenzierungsmöglichkeiten • erproben und reflektieren verschiedene Möglichkeiten der ganzheitlichen Bewegungsförderung • Planen, erproben und bewerten Maßnahmen des Turnhallenmanagements Zentrale Inhaltsbereiche a) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport • Wissenschaftliche Grundlagen (Strukturen, Modelle, Definitionen) zur Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung; • Aktueller Forschungsstand zum selbstkonzeptfördernden Sportunterricht und kritische Reflexion; • Sensibilisierung für die Bedeutsamkeit der Lebensphase für die Selbstkonzeptentwicklung; • Kenntnis und beispielhafte Anwendung von Maßnahmen zur Umsetzung einer erfolgreichen individuellen Entwicklungsförderung; • Analyse des Phänomens Heterogenität in Bezug auf die individuelle Entwicklung von Lernenden (z.B. Geschlecht, Bildungshintergrund, Behinderung oder Migration). b) Bewegungsdiagnostik und Bewegungsförderung • Grundlagen zur Bewegungsdiagnostik und Bewegungsförderung • verschiedene diagnostische Verfahren • sicherheitsrelevant und rechtliche Rahmenbedingungen • Förderschwerpunkte • Psychomotorik • Bewegungslandschaften und –baustellen • Wahrnehmungsförderung • Individuelle Förderplanung • Planung von Sportunterricht in heterogenen und inklusiven Lerngruppen • Kindgerechte Methoden aus dem Bereich der Entspannungsverfahren Modulbeschreibung • Turnhallenmanagement Lehr- und Lernmethoden Seminar, Kurs mit Gruppenarbeit Empfohlene Literatur a) Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungserziehung im Sport Literaturempfehlungen werden in den jeweiligen Veranstaltungen durch die Dozierenden im Verlauf des Semesters bekannt gegeben. b) Bewegungsdiagnostik und Bewegungsförderung Literaturempfehlungen werden in den jeweiligen Veranstaltungen durch die Dozierenden im Verlauf des Semesters bekannt gegeben. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Modulabschlussprüfung (MAP) Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulprüfung. Diese ist als schriftliche (2 Stunden Klausur) Prüfung abzulegen. Modulbeauftragte/r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: Vorbereitung Praxissemester Studiengang: Sport M.Ed. Lehramt Grundschulen Kooperation Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Internship preparation Kurzbezeichnung M GS VP Studiensemester / Studiendauer (Semester) 2. FS / 1 Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 100 h / 3 Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) PS - Basismodul Vorbereitung Praxissemester (10 Wochen in allen studierten Fächern) (SE) 2 SWS / 20 h / 30 h / 2. / SE / Deutsch / Nein b) PS - Basismodul Profilgruppe Praxissemester (nur für Studierende, die das Studienprojekt im Fach Sport absolvieren) (SE) 2 SWS / 10 h / 40 h / 2. / SE / Deutsch / Ja Kompetenzorientierte Lernziele Die Studierenden lernen, Unterricht kriteriengeleitet zu beobachten und alleine, aber auch im Austausch mit anderen zu analysieren. Sie verfügen über die Fähigkeit, aktuelle fachdidaktische Überlegungen zum Schulsport mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zu verknüpfen und zu reflektieren. Die Studierenden setzen sich mit wissenschaftlichen Studien zum Schulsport auseinander, reflektieren Ziele, Inhalte und methodische Herangehensweisen und können diese auf eigene Fragestellungen an den Schulsport übertragen. Unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes und antizipierter Probleme im Sportlehreralltag entwickeln die Studierenden eine Projektskizze als Grundlage für das Forschungsprojekt im Praxissemester. Zentrale Inhaltsbereiche a) Allgemeine Vorbereitung (SE) Die Studierenden werden auf mögliche Fragestellungen des Studienprojektes, auf Hospitationsaufgaben sowie auf erste Lehrversuche im Praxissemester vorbereitet. Unter Berücksichtigung maßgeblicher curricularer Vorgaben und fachdidaktischer Überlegungen setzen sich die Studierenden mit grundlegenden Planungsaspekten, wie z.B. der Phasierung von Unterricht oder der Interdependenz von Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen auseinander. Anlagen und Erkenntnisse aktueller wissenschaftlicher Studien Bewegung, Spiel und Sport im Sportunterricht und im Schulleben werden diskutiert. Sie liefern Bezugspunkte für die Entwicklung eigener Forschungsfragen. b) Studienprojektgruppe (SE) Im Fokus der Profilgruppenarbeit steht die Überwindung des Grabens zwischen wissenschaftlichem Denken und praktischer Berufsorientierung durch die Brücke des Forschenden Lernens, welches zentrales Element des bevorstehenden Praxissemesters ist. Ausgehend von aktuellen Themen und Ergebnissen der Unterrichts-, Schüler(innen)- und Lehrer(innen)forschung werden Probleme aus dem Berufsfeld Schulsport/Sportunterricht in den Blick genommen. In Vorbereitung auf das im Praxissemester durchzuführende Studienprojekt werden Forschungsfragen abgeleitet und mögliche methodische Vorgehensweisen erörtert, die schließlich in erste Projektskizzen münden. Lehr- und Lernmethoden Seminare mit Einzel- und Gruppenarbeiten Empfohlene Literatur Balz, E., Bräutigam, M., Miethling, W.-D. & Wolters, P. (2013). Empirie des Schulsports. Aachen: Meyer & Meyer. Dortmunder Zentrum für Schulsportforschung (Hrsg.). (2008). Schulsportforschung. Grundlagen, Perspektiven und Anregungen. Aachen: Meyer & Meyer. Miethling, W.-D. & Gieß-Stüber, P. (Hrsg.). (2007). Beruf: Sportlehrer/in. Baltmannsweiler: Schneider. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regelt die oder der verantwortlich Lehrende zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Projektskizze Studienprojekt: Das Modul wird mit einer Projektskizze abgeschlossen, die eine realistische, wissenschaftlich fundierte Grundlage für das Forschungsprojekt im Praxissemester bietet (vorbehaltlich spezifischer schulischer Bedingungen). Dies gilt nur für die Studierenden, die das Studienprojekt im Fach Sport absolvieren. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: Praxissemester Studiengang: Sport M.Ed. Lehramt an Grundschulen Kooperation Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Englischer Modultitel Internship Kurzbezeichnung M GS PS Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. FS / 1 Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 750 h / 25 Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule 16 SWS / 250 h / 140 h / 3. / SE / Deutsch / Ja b) PS - Aufbaumodul Praxissemester (sofern gewählt) 2 SWS / 30 h / 270 h / 3. / SE / Deutsch / Ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule Lernort Schule/ZfsL: • Die Studierenden zeigen die Fähigkeit, ... • fachliches Lernen zu planen. • die Komplexität unterrichtlicher Situationen zu bewältigen. • Lern- und Leistungssituationen zu unterscheiden sowie fachspezifische Formen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung zu erproben. • Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern zu beschreiben und in Ansätzen zu diagnostizieren. • Werte und Normen zu vermitteln und selbstbestimmtes Urteilen und Handeln von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. • über reflexive Prozesse ihre Rolle weiterzuentwickeln. b) Begleitung durch die Universität und Betreuung des Studienprojekts (sofern gewählt) Lernort Universität: • Die Studierenden zeigen die Fähigkeit, ... • Fachunterricht theoriegeleitet zu analysieren und zu reflektieren. • aus ihren ersten Erfahrungen mit der Lehrtätigkeit Fragen für die Fachdidaktiken und die Bildungswissenschaften zu entwickeln. • vor dem Hintergrund relevanter didaktischer Modelle Studienprojekte durchzuführen und zu reflektieren. • ausgewählte Methoden bildungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Forschung in begrenzten eigenen Untersuchungen anzuwenden. • bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Lösungsansätze für Anforderungen aus der Praxis aufeinander zu beziehen. das eigene Forschungsprojekt in geeigneter Weise zu dokumentieren und präsentieren. Zentrale Inhaltsbereiche a) Vorbereitung und Begleitung durch das zuständige ZfsL + fünfmonatiges Praktikum am Lernort Schule Lernort Schule/ZfsL: • Einführungsveranstaltungen durch ZfsL • begleitete Auseinandersetzung mit schulischen Handlungsfeldern • Bilanz- und Perspektivgespräch (ZfsL) c) Begleitung durch die Universität und Betreuung des Studienprojekts (sofern gewählt) Lernort Universität: • Fachdidaktische Begleitung und Beratung • Planung, Durchführung und Auswertung eines individuellen Studienprojekts im Sinne des Forschenden Lernens (Betreuung im Begleitseminar) Lehr- und Lernmethoden Variierend je nach Lernort (Universität: Blended Learning; Schule/ZfsL: seminaristischer Unterricht, Hospitationen, Unterricht unter Begleitung (70 h), davon zwei Unterrichtsvorhaben pro Fach bzw. Lernbereich1 (12-15 h pro UV) Empfohlene Literatur Balz, E., Bräutigam, M., Miethling, W.-D. & Wolters, P. (2013). Empirie des Schulsports. Aachen: Meyer & Meyer. Dortmunder Zentrum für Schulsportforschung (Hrsg.). (2008). Schulsportforschung. Grundlagen, Perspektiven und Anregungen. Aachen: Meyer & Meyer. Miethling, W.-D. & Gieß-Stüber, P. (Hrsg.). (2007). Beruf: Sportlehrer/in. Baltmannsweiler: Schneider. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Regelmäßige Teilnahme an der universitären Begleitung und der vorbereitenden und begleitenden Veranstaltungen des zuständigen ZfsL, Absolvieren des fünfmonatigen Praktikums, Führen des obligatorischen Portfolios, Durchführung eines Studienprojekts und der vorgesehenen Unterrichtsvorhaben, Führen eines Bilanz- und Perspektivgesprächs (ZfsL), Dokumentation des Studienprojekts, bestandene kombinierte Prüfung über das Studienprojekt Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Kombinierte schriftliche und mündliche Prüfung: Das Studienprojekt wird entsprechend der Projektskizze aus dem Vorbereitungsmodul in geeigneter Form dokumentiert, sowie im Rahmen eines Abschlusskolloquiums präsentiert. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte 56ae3399-a4fe-4de6-a9af-c3853e16548d.pdf b) Schwimmen oder Laufen – Springen – Werfen (KS) c) Gleiten – Rollen - Fahren (KS) 553f6243-f9f8-42fd-9a4a-5c032d453343.pdf b) Studienprojektgruppe (SE)

  • MHB-sport-LB-GS-siegen-abWiSe25-26.pdf
    Modulhandbuch Lehramt an Grundschulen - Unterrichtsfach Sport (Kooperation Universität Siegen) Abschluss Bachelor of Arts Studienanfänger*innen ab Wintersemester 2025/26 Stand April 2026 Leitbild zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Studiengang Lehramt Sport Die Deutsche Sporthochschule Köln erkennt die Lehrer*innenbildung als eine Aufgabe von herausragender Wichtigkeit mit großer Verantwortung an. Es ist ihr Anspruch, eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehrer*innenbildung zu gewährleisten und innovative Aspekte in der Lehre zu etablieren, um die Studierenden bestmöglich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Durch vielseitige gesellschaftliche Herausforderungen ist es notwendig geworden, die Kompetenzorientierung in der Lehrer*innenbildung weiter zu stärken und die Studierenden noch gezielter auf die Bedarfe des Berufsfelds vorzubereiten. Die Neustrukturierung der Lehrer*innenbildung der Deutschen Sporthochschule Köln setzt daher bereits im beruflichen Qualifikationsprozess gezielt auf Erfahrung, Reflexion und Interaktion im Zusammenhang mit problemorientiertem Lernen. Reflexion als Bildungsprinzip spielt gerade in den ästhetischen Fächern wie Kunst, Musik und Sport eine besondere Rolle, weil sich Erfahrungen, Lernen und Veränderung stets leiblich verankern. Im Rahmen der Lehrer*innenbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln wird die langläufige Dichotomie zwischen Theorie und Praxis gezielt im Sinne einer reflektierten Praxis aufgebrochen. - Berücksichtigt wird die Theorie-Praxis-Integration stringent im modularen Aufbau in der Form, dass es keine isolierten fachwissenschaftlichen und theoretischen Module oder alleinstehenden Praxismodule gibt und der Kompetenzerwerb stets übergreifend erfolgt. - In den Lehrveranstaltungen wird das sportliche Handeln immer im Rückbezug auf jeweilige theoretische Fokuspunkte bearbeitet. Denken und Handeln wird betont integrativ und nicht separierend auslegt. - Jegliche Praxis ist theoriegeleitet und jegliche Theorie wird in die Praxis integriert. Fachwissenschaftlichen Theorieinhalte werden den sportpraktischen und fachdidaktischen Inhalten nicht nur gegenübergestellt. Vielmehr werden Theorieinhalte aus ihrer Abstraktheit herausgelöst und in den Modulen und Lehrveranstaltungen in konkrete Handlungssituationen des Sports übertragen und wechselseitig beispielhaft veranschaulicht. Daraus ergibt sich die Forderung der Einbettung gezielter Schwerpunktsetzungen (z.B. anatomische oder biomechanische Grundlagen, Persönlichkeitsbildende Potenziale oder Aspekte der Gesundheitsbildung etc.), welche sich in den Modultiteln widerspiegeln und in den Lehrveranstaltungen der Module in Theorie-Praxis-Reflexionen bis hin zur Ausübung bewegungspraktischer Tätigkeiten integriert sind. Es gilt, fachwissenschaftliches und fachpraktisches Wissen nutzbar zu machen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch neues Wissen entstehen zu lassen. Dieser Ansatz erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxispartner*innen (Nutzerbezug), welches sich in der Integration von Schulkooperationen schon auf Bachelorniveau auszeichnet. Sport und Bewegung sind als prädestiniertes Feld für die Erforschung dieses bildungsrelevanten Geschehens zu verstehen, das bereits durch digitale Technologien neue Impulse auf hochschuldidaktischer Ebene an der Deutschen Sporthochschule Köln erfährt. Prämierte Lehrkonzepte greifen die Möglichkeiten der Reflexion und des Feedbacks mit digitalen Technologien auf und werden an der Deutschen Sporthochschule Köln ständig weitergeführt und ausgebaut. Qualifikationsziele Die Absolventinnen und Absolventen • verfügen über physiologische, anatomische und sportmedizinische Grundkenntnisse sportlichen Handelns; • beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Motorik und der Bewegungssteuerung und verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung und des Bewegungslernens; • kennen die Lebens- und Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen, ordnen sie bedeutsamen Entwicklungsphasen zu und stellen Bezüge zur Ausbildung des Körperkonzepts her; • besitzen bewegungstechnisches Können zur Demonstration von Grundelementen und -techniken der Sportarten und Bewegungsfelder; • verfügen über ein anwendungsbezogenes pädagogisches Wissen zur Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen durch Bewegung, Spiel und Sport; • entwickeln didaktische Konzepte zum Erwerb sportartspezifischer Technik und Taktik; • verfügen über professionsspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten zur Planung, Organisation und Analyse von Sportunterricht und zu außerunterrichtlichen Einsatz- und Angebotsmöglichkeiten; • analysieren sportartübergreifendes und sportartbezogenes Bewegungskönnen wissenschaftsgeleitet und bereiten es für unterrichtliche Zwecke auf; • können berufsbezogene Theorien und Konzepte in Projekten forschenden Lernens umsetzen; • kennen die sicherheitsrelevanten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Schulsports; • übertragen unterschiedlichste Aspekte der Sozialisation und des sozialen Lernens auf Bewegung, Spiel und Sport und schaffen in vielfältigen Spiel- und Übungssituationen Anlässe für soziales Lernen; • reflektieren allgemeine, sportdidaktische und schulsportdidaktische Kenntnisse; • wenden Grundprinzipien der Diagnostik von Lernentwicklung an und konstruieren individuelle Förderungsmaßnahmen für das Handlungsfeld Schulsport; • kennen integrationspädagogische und inklusive Theorien und gestalten Unterricht in inklusiven Lernumgebungen. Modulbeschreibung Modul: B1: Grundlagen von Bewegung und Leistung Studiengang: B.A. Lehramt an Grundschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Modultitel (Englisch) Basics/Fundamentals of Movement and performance Kurzbezeichnung B1 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 1. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 225 h / 7 LP / 0 LP / 2 LP 2 fachdidaktische LP (b), c)) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 15 h / 1. / VL / deutsch / nein a) Laufen - Springen - Werfen (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja b) Bewegen an Geräten - Turnen (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja c) Bewegen im Wasser - Schwimmen (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 1. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen An ausgewählten Themen aus den Bereichen Muskelsystem, Energiestoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, und Atmung, können die Studierenden Bezüge zu den in diesem Modul behandelten Bewegungsfeldern herstellen. Insbesondere kennen sie mögliche Anpassungen von biologischen Strukturen (Geweben, Organen und Organsystemen), sowie Indikatoren zur Belastungssteuerung und können diese bei der Gestaltung von Bewegungsaufgaben bei Lern- und Trainingsprozessen berücksichtigen. Weiterhin kennen die Studierenden die grundlegenden biomechanischen Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung sowie wissenschaftliche Methoden der Bewegungsanalyse. b) Laufen - Springen - Werfen (für Grund- und Förderschulen) Durch die Auseinandersetzung mit den Inhaltsbereichen des Laufens, Springens und Werfens erwerben die Studierenden ein handlungsorientiertes Fachwissen ausgewählter Disziplinen und Techniken der Leichtathletik. Die Studierenden sind in der Lage, leichtathletisches Bewegen auszuführen und adäquat zu demonstrieren, sowie das Gelernte im schulischen Kontext variabel, zielgruppenorientiert und altersgemäß anzuwenden. Die Studierenden setzen sich im Besonderen mit den spezifischen Anforderungen im Schulsportunterricht mit Kindern im Grundschulalter sowie mit Kindern/Jugendlichen mit unterschiedlichem Förderbedarf auseinander. Sie sind in der Lage, differenziert auch in heterogenen Gruppen leichtathletische Inhalte umzusetzen und die Schüler*innen individuell adäquat zu fordern und zu fördern. Die Studierenden lernen kindgerechte Spiel- und Übungsformen kennen und können diese in heterogenen Gruppen anleiten. Modulbeschreibung Die Studierenden erproben sich in der Planung und Durchführung von leichtathletischen Unterrichtsinhalten und können diese bewerten und reflektieren. Sie verstehen die Zusammenhänge zwischen den in der Vorlesung vermittelten biologischen, physiologischen und biomechanischen Grundlagen und können diese bei der Aufbereitung leichtathletischer Unterrichtsinhalte einbeziehen. Auf Grundlage von Bewegungsbeobachtungen können die Studierenden adäquates Feedback zu leichtathletikspezifischen Bewegungsausführungen geben. c) Bewegen an Geräten - Turnen (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden erschließen über das Bewegen an Hang-, Stütz-, Balancier- und Sprunggeräten sowie an deren Gerätekombinationen die Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten an Großgeräten in einem schulischen Zuschnitt und betrachten diese unter verschiedenen (pädagogischen) Perspektiven. Turnspezifische Bewegungsgrundformen (Schwingen, Schaukeln, Balancieren, Springen, Stützen, ...) werden erlernt, variiert und gestaltend genutzt, so dass der Übergang zu sportartspezifischen Fertigkeiten transparent wird. In der Auseinandersetzung mit spezifischen Anforderungen des schulischen Turnunterrichts für Kinder im Grundschulalter mit unterschiedlichem Förderbedarf verstehen die Studierenden zielgruppenadäquate methodische Vorgehensweisen zur Vermittlung des Bewegungsfeldes. Sie sind in der Lage, einen ziel- und/oder prozessdifferenzierten Unterricht mit turnerischen Inhalten in heterogenen Gruppen unter Berücksichtigung der Sicherheitsanforderungen umzusetzen und die Schüler*innen individuell zu fordern und zu fördern. d) Bewegen im Wasser - Schwimmen (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden ordnen das Wasser als besonderen Bewegungsraum ein und leiten Bedingungen für die Vermittlung des Schwimmen(lernen)s ab. Sie sind in der Lage, das Schwimmen(lernen) für den Schwimmunterricht in der Grundschule didaktisch zu strukturieren und die spezifischen Lernausgangslagen der Lernenden individuell zu diagnostizieren. Unter Einhaltung der für den Schwimmunterricht notwendigen Sicherheitsmaßnahmen treffen sie methodische Entscheidungen und ermöglichen allen Kindern einen individuellen Kompetenzfortschritt im Bewegungsraum Wasser. Zentrale Inhaltsbereiche a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen Im Rahmen dieses Inhaltsbereiches werden die anatomischen und physiologischen Grundlagen biologischer Gewebe, sowie deren Anpassung vermittelt, die bei körperlicher Belastung und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen exemplarische Fragestellungen zum Muskelaufbau, zum muskulären Energiestoffwechsel und den notwendigen akuten Regulationen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung, sowie zur Leistungsdiagnostik. Dabei werden die Zusammenhänge der Systeme untereinander verdeutlicht. Ausgehend von den in diesem Modul ausgewählten Bewegungsformen werden die allgemeinen Konsequenzen für die Vermittlung und die Ausübung von sportlichen Bewegungen erläutert. Auf der Basis mechanischer Gesetzmäßigkeiten werden sportliche Modulbeschreibung Bewegungstechniken analysiert, wobei die Möglichkeiten der Fertigkeitsanalyse am Anfang der Betrachtungen stehen. Die biomechanischen Anforderungen ausgewählter sportlicher Disziplinen werden dargestellt und Schlüsselelemente der Bewegungsstruktur identifiziert. Bewegungslernen und Bewegungskorrektur werden aus der Sicht der Biomechanik erörtert. Dabei werden einfache, auch im Sportunterricht anwendbare Verfahren dargestellt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die orthopädische Biomechanik. Mechanische Belastungen und Beanspruchungen des Bewegungsapparates stehen hier im Zentrum der Betrachtungen. Belastungsgrößen und die sich daraus ergebenden Beanspruchungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates werden an ausgewählten Sportarten exemplarisch vertieft. Externe Belastung und interne Beanspruchung werden anhand einfacher und komplexer biomechanischer Modelle miteinander in Beziehung gebracht. Möglichkeiten der Risikominimierung im Sportunterricht werden daraus abgeleitet. b) Laufen - Springen - Werfen (für Grund- und Förderschulen) Als zentrale Inhaltsbereiche werden die Grundlagen des Laufens, Springens und Werfens vermittelt und in ihrer Vielfalt dargestellt. In der Auseinandersetzung mit den koordinativ-technischen sowie konditionell- athletischen Inhalten des Laufens, Springens und Werfens erfahren die Studierenden Praxisbeispiele zu den in der Vorlesung vermittelten Inhalten. Es werden verschiedene Vermittlungswege zielgruppenorientiert aufgezeigt, ausprobiert und diskutiert. So entdecken, erfahren und reflektieren die Studierenden verschiedene Spiel-/Übungs- und Wettkampfformen, die durch variable Anpassungen in heterogenen und inklusiven Lerngruppen (in der Schule) Anwendung finden können. Durch das freudvolle Erleben leichtathletischer Bewegungsformen wird die Faszination des Laufens, Springens und Werfens erfahren. In kleinen Lehr-Lern-Settings probieren sich die Studierenden als anleitende Personen in der Planung, Durchführung und Reflexion von leichtathletischen Unterrichtsinhalten aus. c) Bewegen an Geräten - Turnen (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden entdecken, erleben und reflektieren schulbezogene Vermittlungswege zur freudvollen Ausbildung motorischer Grundbewegungsformen durch die Einbeziehung und Kombination von Hang-, Stütz-, Balancier- und Sprunggeräten des Turnens. Sie lernen das Bewegungsfeld Turnen als Handlungsfeld zwischen genormten Bewegungen und freier Bewegungsentfaltung auf individueller und kooperativer Handlungsbasis kennen. Vor diesem Hintergrund werden konkrete Bezüge zu zielführenden Partner*innenhilfen (z. B. das Erlernen manueller Hilfeleistung) sowie Geräte- und Orientierungshilfen hergestellt und in lehrkraft- oder studierendenzentrierte Settings eingebettet. Es werden verschiedene Vermittlungswege zielgruppenorientiert aufgezeigt, diskutiert und ausprobiert. Hierzu gehören verschiedene Spiel-/Übungs- und Wettkampfformen, die durch variable Anpassungen in heterogenen und inklusiven Lerngruppen (in der Schule) Anwendung finden können. Ein sicherheitsbewusstes Handeln sowie der Umgang und die Handhabung von (Groß-) Geräten werden erlernt. Modulbeschreibung d) Bewegen im Wasser - Schwimmen (für Grund- und Förderschulen) Der Kurs thematisiert die Auswirkung der spezifischen Eigenschaften des Wassers auf den menschlichen Körper sowie die damit verbunden organisatorischen Besonderheiten für den schulischen Schwimmunterricht. Abgeleitet aus der Bedeutung der schwimmerischen Grundfertigkeiten für das Bewegen im Wasser wird das Vermittlungsmodell der Schwimmerischen Grundbildung vorgestellt und diskutiert. Dazu gehört eine Auseinandersetzung mit der Vermittlung einer grundlegenden Wasservertrautheit, der Erarbeitung eines Wasserbewegungsgefühl und der Erfahrung vielfältiger Antriebsformen. Vielfältige Beobachtungssituationen ermöglichen den Studierenden ein Verständnis über das Bewegungsverhalten von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf im Wasser. Darauf aufbauend wird das strukturierte Diagnostizieren der individuellen Lernausgangslagen als Grundlage für einen passgenauen Schwimmunterricht behandelt und erprobt. Im Rahmen des Kurses lernen die Studierenden verschiedene Methoden kennen, Schwimmunterricht für heterogene Lerngruppen zu gestalten und adäquate Lernanlässe zu schaffen. Dazu gehört das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Spiel- und Übungsformen sowie Bewegungsaufgaben für das Schwimmen(lernen) in der Grundschule. Die Studierenden erhalten die Gelegenheit Unterricht zu planen, Lehrversuche durchzuführen und zu reflektieren. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Biologische, Physiologische und Biomechanische Grundlagen • Cowin, S. C., & Doty, S. B. (2007). Tissue Mechanics. Springer Science & Business Media, New York, USA. • De Marées, H. (2003). Sportphysiologie. Sportverlag Strauß. • Enoka, R. M. (2008). Neuromechanics of human movement. Human Kinetics. • Hamill, J., Knutzen, K. M., & Derrick, T. R. (2015). Biomechanical Basis of human movement. Wolters Kluwer, Baltimore, USA. • Kenney (2015). Physiology of Sport and Exercise (6. Aufl.). Human Kinetics. • Mc Ardle, W. D., & Katch, F. I. & Katch, V. L. (2010). Exercise Physiology. Philadelphia, Pa. [u.a.]: Wolters Kluwer Lippincott Williams & Wilkins. • Nigg, B. M., & Herzog, W. (Eds.) (2007). Biomechanics of the musculoskeletal system. John Wiley & Sons, Chichester, England. • Nordin, M., & Frankel, V. H. (2012). Basic Biomechanics of the Musculoskeletal System. Lippincott Williams & Wilkins, Baltimore, USA. • Silverthorn, D. U. (2009). Physiologie (4., aktualisierte Aufl.). Pearson. • Zatsiorsky, V. M. (2000). Kinetics of human motion. Human Kinetics. • Zatsiorsky, V. M. (2011). Biomechanics of muscle. Human Kinetics. Modulbeschreibung b) Laufen - Springen - Werfen (für Grund- und Förderschulen) • Deutscher Leichtathletikverband (2022). Wettkampfsystem Kinderleichtathletik - inklusiv. Darmstadt. • Deutscher Leichtathletikverband (2018). Kinderleichtathletik. Philippka-Sportverlag. • Deutscher Leichtathletikverband (2017). Grundlagentraining. Jugendleichtathletik U12 bis U16. Münster: Philippka-Sportverlag. • Strüder, H. K., Jonath, U., & Scholz, K. (2016). Leichtathletik. Sportverlag Strauß. • Wastl, P., & Wollny, R. (2007). Leichtathletik in Schule und Verein. Hofmann. c) Bewegen an Geräten - Turnen (für Grund- und Förderschulen) • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2018). Matten im Sportunterricht. Sicherheit im Schulsport. Abgerufen von https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 • Gerling, I. E. (2014). Basisbuch Gerätturnen. Von Bewegungsgrundformen mit Spiel und Spaß zu Basisfertigkeiten (8., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E. (2022). Helfen & Sichern im Turnen. Alle Helfergriffe, Methodik und über 130 kooperative Spiele (4., komplett überarbeitete und ergänzte Aufl.). Meyer & Meyer. • Gerling, I. E., Rohleder, J., & Becker, M. (2020). „Teamsport“ Turnen: Gegenseitiges Helfen und Sichern zur Förderung sozialer Kompetenzen. In T. Vogt (Hrsg.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung – Sportartspezifische Perspektiven (S. 106- 128). Meyer & Meyer. • Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein- Westfalen (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport.Abgerufen von https://www.schulsport- nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf • Ruin, S., Meier, S., Leineweber, H., Klein, D. & Buhren, S.G. (2016). Inklusion im Schulsport: Anregungen und Reflexionen. Beltz Verlag, Weinheim Basel d) Bewegen im Wasser - Schwimmen (für Grund- und Förderschulen) • Bissig, M., & Gröbli, C. (2004). SchwimmWelt: Schwimmen lernen - Schwimmtechnik optimieren. SchulVerlag. • Deutscher Schwimm-Verband e.V. - Jugend (dsv-jugend) (Hrsg.). (2011). Schwimmen lernen - Handbuch zur Kursleiterausbildung (2. überarb. Aufl.). • DGUV (Hrsg.). (2019). Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule. Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser. (Download-Link) • Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW (Hrsg.). (2020). Sicherheitsförderung im Schulsport. (Download-Link) • Rheker, U. (2011). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 1 (3. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. • Rheker, U. (2004). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 2 (2. überarb. Aufl.). Meyer & Meyer. • Rheker, U. (2002). Alle ins Wasser: Spielend schwimmen - schwimmend spielen, Band 3. Meyer & Meyer. • Ungerechts, B., Volck, G., & Freitag, W. (2002). Lehrplan Schwimmsport. Band 1:Technik (im Auftrag des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V., Hrsg.). Verlag Karl Hofmann. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1397 https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3655 https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/1033_Inhalt.pdf Modulbeschreibung • Vogt, T. (Hrsg.). (2020). Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung. Sportartspezifische Perspektiven. Meyer & Meyer. • Wilke, K., & Daniel, K. (2007). Schwimmen: Lernen - Üben - Trainieren(6., überarb. Aufl.). Limpert. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres Zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B1/B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Eine Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer Klausur (90 Min.) mit MC- und offenen Fragen statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Bewegen an Geräten und im Kurs d) Bewegen im Wasser kann eine fachpraktische Prüfung (FP) abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modultitel: B2: Bewegung, Spiel und Sport als Bildungs- und Erziehungsdimension Studiengang: B.A. Lehramt an Grundschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Englischer Modultitel Movement, play and sport as an educational dimension Kurzbezeichnung B2 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 3. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 210 h / 7 LP / 0 LP / 2 LP 2 fachdidaktische LP (c), d)) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Sportpädagogische Grundlagen 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / VL / deutsch / nein b) Sozialisation und soziales Lernen 1 SWS / 15 h / 15 h / 3. / VL / deutsch / nein c) Ringen und Kämpfen (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja d) Gestalten - Tanzen - Darstellen (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 3. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Sportpädagogische Grundlagen Die Studierenden erwerben u.a. • fundierte Kenntnisse über vielfältige Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Bewegung, Spiel und Sport über die gesamte Lebensspanne hinweg. • Kenntnisse über theoretische Diskurse und empirische Erkenntnisse zu grundlegenden sportpädagogischen Fragestellungen in verschiedenen formalen, non-formalen und informellen Settings, die sie zur kritischen Auseinandersetzung sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • Fähigkeiten, die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse im Sinne der Theorie-Praxisverschränkung exemplarisch auf Erziehungs- und Bildungsfragen in verschiedenen Settings anzuwenden und kritisch zu reflektieren. • einen wissenschaftlichen Habitus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender pädagogischer Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. b) Sozialisation und soziales Lernen Die Studierenden kennen unterschiedliche Theorien und Ansätze von Sozialisation und sozialem Lernen im Allgemeinen und im Bereich des Sports und können sie auf sportliche Situationen und den Schulsport übertragen. Sie können sozialisations- und lerntheoretisch Grundlagen nutzen, um sich mit spezifischen schulischen (schulsportunterrichtlichen) und gesellschaftlichen Modulbeschreibung Gegebenheiten, Herausforderungen und Stressoren (z.B. Integration, Koedukation, Fairness und Gewalt) reflektiert auseinanderzusetzen. c) Ringen und Kämpfen (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden erlernen grundlegende Formen des Kämpfens bei gleichzeitigem Erleben von Fairness und verantwortlichem Handeln. Durch das Kennenlernen, Ausführen und selbst Entwickeln verschiedener Kampfformen erlangen die Studierenden ein eigenes bewegungsspezifisches Können auf dessen Grundlage sie technisch-taktische Lösungsmöglichkeiten reflektieren. Sie verstehen den Einsatz, die Vereinbarung sowie ggf. Veränderung von Regeln als notwendige Voraussetzung für die körperliche Auseinandersetzung. Die Studierenden kennen Möglichkeiten der didaktischen Aufbereitung elementarer technischer Elemente und können die Anwendbarkeit verschiedener Kampfformen im Sportunterricht beurteilen. Die Studierenden wenden die erworbenen sportpädagogischen Kenntnisse an und reflektieren die vielfältigen Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse im Gegenstandfeld Zweikämpfen kritisch. Sie nutzen darüber hinaus ihr erworbenes handlungsorientiertes Fachwissen zur Reflexion eines selbstkonzeptfördernden Ringen und Kämpfens in heterogenen Lerngruppen. d) Gestalten - Tanzen - Darstellen (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden kennen verschiedene ästhetisch-expressive Tanz- und Bewegungskulturen, sowie Arbeitsmethoden des Gestaltens und des Umgangs mit Musik. In Improvisation und Komposition wenden sie die Gestaltungs- kriterien Raum, Zeit, (Körper-)Form und Dynamik an. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungsgestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt. Sie qualifizieren sich in schulischer Bewegungserziehung vor dem Hintergrund des persönlichkeitsbildenden Potenzials für inklusive und heterogene Gruppen. Sie erlangen Basiskompetenzen der Bewegungs- gestaltung und entwickeln eine Grundhaltung, die die Perspektiven aller Teilnehmenden mit ihren Potentialen und Grenzen voranstellt und qualifizieren sich, durch Haltung und Fachkompetenz schulische Bewegungserziehung nach dem Studium inklusiv und für heterogene Gruppen zu konzeptionieren und zu gestalten. Im Kurs identifizieren und explorieren Studierende ästhetisch- expressive Bewegungsmöglichkeiten, ausgehend von verschie- denen Ausgangspunkten (z.B. Bewegung, Musik, Idee, Text, Bild, Objekt, etc.). Bewegung verstehen sie dabei als ersten Ausgangspunkt, der auch in der Exploration anderer Modulbeschreibung Ausgangspunkte unumgänglich bleibt für ein vertieftes Begreifen und als zentrales Ausdrucksmedium von tänzerisch-abstrakt bis darstellerisch-konkret. Die Studierenden sind in der Lage passende Aufgabenstellungen zu formulieren und damit Improvisationsanlässe zu schaffen, um eigene Haltungen zu kommunizieren und zu reflektieren. Sie kennen Werkzeuge, um Bewegungs- und Ideenbausteine zu analysieren und zu prüfen, um daraus Stücke zu komponieren und diese einem Publikum zu präsentieren. Studierende kennen postdigitale Möglichkeiten im Kontext Tanz und anderen ästhetisch-expressiven Bewegungskulturen und können Risiken mit Schüler*innen verbal-sprachlich und auch ästhetisch reflektieren. Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpädagogische Grundlagen Die Veranstaltung zielt auf die Vermittlung fundierter Kenntnisse über grundlegende (sport)pädagogische Begrifflichkeiten (Erziehung, Bildung, Lernen, Sozialisation), Diskurse und Erkenntnisse über die gesamte Lebensspanne hinweg (Kindheit, Jugend, Alter) in verschiedenen Settings (z.B. Verein, informeller Sport). Mit dem Aufzeigen unterschiedlicher Verständnisse und Positionen zu pädagogischen Fragestellungen im Gegenstandsfeld Bewegung, Spiel und Sport soll der Erwerb einer theoriegeleiteten Analyse- und Reflexionsfähigkeit angebahnt werden. Exemplarisch werden einige pädagogische Handlungsfelder (z. B. Gesundheits-, Leistungserziehung) vertiefend vermittelt. b) Sozialisation und soziales Lernen In dieser Veranstaltung werden Handlungs- und Erfahrungsmöglichkeiten für eine praxisorientierte Sozialerziehung im Bereich des Sports thematisiert. Dabei werden u.a. Kommunikationsfähigkeit, Identität in Gruppen, motivationale Aspekte, Umgang mit Regeln, Fairness, Konfliktfähigkeit und Toleranz anhand von Theorien der Sozialisationsforschung und des sozialen Lernens vertiefend behandelt. Anhand von evidenzbasierten praktischen Beispiele aus dem Sportunterricht (z.B. besonders stressreiche Phänomene) werden Möglichkeiten des sozialen Lernens und der Sozialisation im Fach Sport diskutiert und analysiert, beispielsweise wird die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung und der Selbstbestimmung im schulischen Kontext anhand von unterschiedlichen Beispielen erörtert. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Sozialerziehung im und durch Sport werden einbezogen. Ferner werden der Umgang mit und die Aufarbeitung von Aggressions- und Gewaltphänomenen sowie die Auseinandersetzung mit Integration im und durch Sport /Sportunterricht behandelt. Neben der Erörterung der Voraussetzungen prosozialen Verhaltens, wie z.B. die Wahrnehmung eigener Kompetenz oder die Erfahrung und Modulbeschreibung Feststellung persönlicher Verantwortung, wird auch die Relevanz von Geschlecht und sozialer Schicht für eine Sozialerziehung im Sport/Sportunterricht analysiert. c) Ringen und Kämpfen (für Grund- und Förderschulen) Es werden grundlegende Formen des Kräftemessens bei gleichzeitigem Erleben von Fairness und verantwortlichem Handeln erarbeitet. Das Spektrum der Inhalte umfasst im Schulsport anwendbare Kampfspiele in Partner- und Gruppenform sowie einige normierte Formen des Zweikampfes. Spielerische Formen kennenlernen, ausführen und selbst entwickeln, dabei Regeln als notwendige Voraussetzung für körperliche Auseinandersetzung verstehen, vereinbaren und ggf. verändern sind ebenso wichtige Ziele dieser Veranstaltung wie Erwerb und didaktische Aufbereitung elementarer technischer Fertigkeiten. d) Gestalten - Tanzen - Darstellen (für Grund- und Förderschulen) Im Kurs Gestalten - Tanzen - Darstellen erwerben Studierende Basiskompetenzen der Bewegungsgestaltung, das heißt, ihre Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit den Gestaltungsparametern (Raum, Zeit, Technisch-Anatomische Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers und Dynamik/Krafteinsatz). Weiterführend erfahren und verstehen Studierende Gestaltungsprinzipien (ähnlich machen, abstrahieren, komprimieren, irritieren, stilisieren, kontrastieren, polarisieren, verändern, verfremden, ...) und wenden diese im Unterricht und während der Bearbeitung außerunterrichtlicher Gestaltungsaufgaben an. Studierende gestalten Tanzformen nach und verändern diese im Rahmen eigener Umgestaltungen. Nicht nur ausgehend von musikalischen Vorlagen, sondern auch ausgehend von Ideen, Texten, Bildern und Objekten gestalten Studierende Bewegung neu. Sie verknüpfen in diesem Rahmen tänzerische und spielerische Elemente und drücken in einem kurzen Stück eigene Ideen und Einstellungen aus. Die Bandbreite der Ausdrucksformen reicht dabei bis hin zum Tanz-/ Bewegungstheater. Basierend auf der eigenen künstlerischen Erfahrung in Prozess und Produkt erwerben Studierende ein Verständnis für die persönlichkeitsbildenden Potentiale von Spiel und Tanz als wichtige Bestandteile einer umfassenden schulischen Bewegungserziehung. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Modulbeschreibung • Präsentationen etc. Empfohlene Literatur a) Sportpädagogische Grundlagen u.a. Balz, E., Reuker, S., Scheid, V., & Sygusch, R. (Hrsg.). (2021). Sportpädagogik. Eine Grundlegung. Kohlhammer. Koller, H.-C. (2014). Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft (7. durchgesehene Aufl.). Kohlhammer. Prohl, R. (2006). Grundriss der Sportpädagogik (2., stark überarbeitete Aufl.). Limpert. b) Sozialisation und soziales Lernen Aronson, E., Wilson, T., & Akert, R. (2014). Sozialpsychologie. Pearson Studium. Brinkhoff, Klaus-Peter (1998). Sport und Sozialisation im Jugendalter. Weinheim, München: Juventa. Gerlach, E. & Brettschneider, W.D. (2013). Aufwachsen mit Sport. Befunde der 10-jährigen Paderborner Längsschnittstudie "SET" von der Kindheit in die Adoleszenz. Meyer & Meyer Verlag Hurrelmann, K. & Bauer, U. (2015). Einführung in die Sozialisationstheorie. Das Modell der produktiven Verarbeitung von Realität. Beltz. Woolfolk, A. & Schönpflug, U (2014). Pädagogische Psychologie. Pearson Studium. c) Ringen und Kämpfen (für Grund- und Förderschulen) Kursbegleitendes Skript Werner, S., Körner, S., & Staller, M. S. (2020). Vermittlungsmethoden: Kämpfen im Schulsport im Spannungsfeld zwischen Tradition und Nicht-Linearität. In T. Vogt (Ed.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel und Bewegung: Sportartspezifische Perspektiven (pp. 245–276). Meyer & Meyer. Gößling, V.(2008). Handicap-Kämpfe - leicht umsetzbar und vielfältig einsetzbar. sportunterricht (5)57, 141-143. Liebl, S., Ptack, R., & Sygusch, R. (2018). Der Erlanger Kompetenzentwurf Sport. Am Beispiel des Bewegungsfelds "Mit und gegen Partner kämpfen". Sport & Spiel, 69, 42–45 Liebl, S., Happ, S. & Zajonc, O. (2015). Review zu Wirkungen von Kampfkunst und Kampfsport auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. In M. J. Meyer (Hrsg.), Kampfkunst und Kampfsport in Forschung und Lehre: Material Arts Studies in Germany - Defining and Crossing Disciplinary Boundaries. (S. 82-92). Hamburg: Feldhaus. Karsch, J. (2022). Alternative Vermittlungsformen im Sportunterricht. Vom Einsatz des Constraints-Led Approach im Sportunterricht. sportunterricht, 7 (71), 290-296. d) Gestalten - Tanzen - Darstellen (für Grund- und Förderschulen) Behrens, C. (2014). Sich körperlich ausdrücken. Sportpädagogik (3+4), 2-6. Modulbeschreibung Steinberg, C. & Tiedt, W. (2018). Bewegung und Tanz als Gegenstand der ästhetisch-kulturellen Bildung in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen. In M.-S. Meis & G.-A. Mies (Hrsg.), Künstlerisch-ästhetische Methoden in der Sozialen Arbeit (Pädagogik 2013, S. 145-176). Stuttgart: Verlag W. Kolkhammer. Howahl, S. (2016). Inklusiv "Gestalten, Tanzen und Darstellen". In S. Ruin, S. Meier & H. Leineweber (Hrsg.), Inklusion im Schulsport. Anregungen und Reflexionen (Pädagogik, S. 116- 129). Weinheim: Beltz. Howahl, S. (2018). Inklusiv Gestalten, Tanzen und Darstellen. von kleinen und großen Stücken. In Ruin, Sebastian, Becker, Florian, Klein, Daniel, Leineweber, Helga, Meier, Sebastian. & Uhler- Derigs, Hans Georg (Hrsg.), Im Sport zusammenkommen. Inklusiver Schulsport aus vielfältigen Perspektiven (S. 139-152). Schorndorf: Hofmann. Tiedt, A. (2001). Bewegende Verse. Wie aus einem Gedicht Bewegung wurde. Zeitschrift für Sportpädagogik (5), 28-31. Klinge, A. & Schütte, M. (2013). Gestalten und Gestaltung. In A. Güllich & M. Krüger (Hrsg.), Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium (Bachelor, 1. Aufl., S. 597-620). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. Tiedt, W. (2001). Bewegungstheater. In W. Günzel & R. Laging (Hrsg.), Didaktische Konzepte und Unterrichtspraxis (Neues Taschenbuch des Sportunterrichts, / hrsg. von Werner Günzel und Ralf Laging ; Bd. 2, S. 309-336). Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren. Zühlke, M. & Steinberg, C. (2023). Tanz digital unterstützen [Themaheft]. Sportunterricht (72, 2) Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben, der über die Bewältigung der folgenden Anforderungen nachgewiesen wird: Veranstaltung a) und b): In den VL werden Leistungspunkte durch eine abschließende einstündige Lernerfolgskontrolle erworben. Veranstaltung c): Im Kurs Ringen und Kämpfen werden Leistungspunkte durch die Übernahme eines Stundenanteils (Umfang 30 min) und durch eine abschließende Lernerfolgskontrolle (praktische Prüfung) erworben. Veranstaltung d): Im Kurs Gestalten - Tanzen - Darstellen werden Leistungspunkte durch zwei Lernerfolgskontrollen (praktische Prüfungen) erworben: 1. Nachgestaltung einer Choreographie 2. Neugestaltung eines Tanz-/Bewegungstheaterstückes Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B1/B2/B3. Modulbeschreibung Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer Klausur (90 Min.) mit MC- und offenen Fragen statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Ringen und Kämpfen und im Kurs d) Gestalten - Tanzen - Darstellen kann eine fachpraktische Prüfung (FP) abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Modul: B3: Unterrichten, Vermitteln und Schulsport gestalten Studiengang: B.A. Lehramt an Grundschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2025/26 Modultitel (Englisch) Teaching, mediating movement and design school sports Kurzbezeichnung B3 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 4. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 195 h / 6 LP / 0,5 LP / 2 LP 0,5 inklusionsorientierte LP in a) 3 fachdidaktische LP in a) 1 fachdidaktische LP in b) 1 fachdidaktischer LP in c) 1 fachdidaktischer LP in d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Didaktische Grundlagen des Schulsports 2 SWS / 30 h / 15 h / 4. / VL / deutsch / ja b) Didaktik der Bewegungserziehung 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / SE / deutsch / ja c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung 1 SWS / 15 h / 15 h / 4. / VL / deutsch / nein d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 4. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Das Studium dieses Moduls befähigt die Studierenden, sportdidaktische und schulsportbezogene Kenntnisse auf Fragen von Bewegung, Spiel und Sport in der Institution Schule als Teil der Gesellschaft anzuwenden. a) Didaktische Grundlagen des Schulsports Die Studierenden erwerben u.a. • sportdidaktische Planungs-, Durchführungs- und Auswertungskenntnisse im Rahmen curricularer Vorgaben und können diese exemplarisch anwenden. • grundlegende Kenntnisse zu Erkenntnissen der Schulsportforschung und weiteren ausgewählten sportdidaktischen Themen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit unterrichtsbezogenen Fragestellungen sowie theoretisch begründeten Positionierung befähigen. • grundlegende Kenntnisse der pädagogischen Diagnostik und didaktische Vermittlungskenntnisse, die exemplarisch auf Vermittlungsfragen in den verschiedenen Bewegungsfelder angewendet und kritisch reflektiert werden können. b) Didaktik der Bewegungserziehung Die Studierenden kennen grundlegende Konzepte der Bewegungserziehung und Psychomotorik. Durch die inhaltliche Vorbereitung grundlegender wissenschaftlicher Texte reflektieren sie mögliche Einflussfaktoren auf die untergeordneten Teilkonzepte Modulbeschreibung kritisch. Den Lebensphasen Kindheit und Jugend ordnen sie bedeutsame Entwicklungsphasen zu. Die Studierenden verstehen, dass sich soziodemographische Einflussfaktoren auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag im Sportunterricht der Schule auswirken. Sie kennen Theorien zur Resilienz von Kindern und Jugendlichen und wissen um die Bedeutsamkeit der Förderung. Die Studierenden • werden die Rolle von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen für die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern bewerten, • didaktisch-methodische Grundlagen einer kindgemäßen Bewegungserziehung erfassen und auf Ihre studierte Schulform (Grundschule bzw. Förderschule) beziehen, • verschiedene Konzepte und Ansätze der Bewegungserziehung (z.B. Psychomotorik, Bewegte Schule) analysieren und miteinander vergleichen • Voraussetzungen, Chancen und Herausforderungen inklusiven Sportunterrichts analysieren, • eine eigene Unterrichtseinheit theoretisch konzipieren, ggf. praktisch im Sportunterricht an einer Grundschule oder Förderschule umsetzen und reflektieren. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Die Studierenden erwerben eine übergreifende Sportspielkompetenz. Sie sollen dazu befähigt werden, unterschiedlichste Sportspiele in ihrem komplexen Handlungsfeld zu verstehen, zielgerichtet einzusetzen und aktiv durchzuführen. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) (für Grund- und Förderschulen) Das Spiel ist ein vielfältig und mannigfaltig auftretendes Phänomen unter Lebewesen und fasziniert seit jeher die Menschen. Durch eigene Erfahrungen mit grundlegenden Bewegungstätigkeiten und Handlungsfähigkeiten sowie deren Reflexion sind die Studierenden in der Lage, Spiele zielgerichtet einzusetzen, wissenschaftsgeleitet zu analysieren und für unterrichtliche Zwecke aufzubereiten. Hierzu lernen sie unterschiedliche Spielformen kennen bzw. zu modifizieren, mit denen sie den Erwerb sportartübergreifender und spezifischer Kompetenzen nach sportdidaktischen Grundsätzen vermitteln und nach dem Prinzip der Variation schulen können. Den Studierenden sind ihre Rollen als Instruktor, Ideengeber oder Beobachter von Lernprozessen bewusst; sie können diese Rollen vor dem Hintergrund der Altersspezifik analysieren und für sich gestalten. Zentrale Inhaltsbereiche a) Didaktische Grundlagen des Schulsports Die Studierenden erhalten einen Überblick über sportdidaktische Planungs- und Auswertungsmodelle, fachdidaktische Konzepte als Gesamtorientierung für den Schulsport (z. B. Kernlehrplan, erziehender Sportunterricht) und weitere didaktisch relevante Modulbeschreibung Themen des Sportunterrichts (z. B. Umgang mit Heterogenität, pädagogische Diagnostik). Zudem werden aktuelle Themen des Schulsports und der Schulsportforschung (z. B. diversitätssensible Schulentwicklung, Scham und Ausgrenzungsprozesse im Sportunterricht) exemplarisch aufgezeigt. b) Didaktik der Bewegungserziehung Ausgehend von der grundlegenden Bedeutung von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung wird der Einfluss auf Lernprozesse erarbeitet und auf schulische Unterrichtssituationen übertragen. Dabei werden mögliche Entwicklungsstörungen, Förderschwerpunkte sowie motodiagnostische Testverfahren thematisiert. Verschiedene Konzepte der kindgemäßen Bewegungserziehung, der Psychomotorik und der Bewegten Schule werden miteinander verglichen und auf die methodisch-didaktische Umsetzbarkeit in der Grundschule, Förderschule und in inklusiven Unterrichtssettings hin überprüft. Zentral ist das Erarbeiten und ggf. praktische Durchführen einer Sportstunde in einer Grundschule oder Förderschule im Team-Teaching. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Das Themenspektrum beinhaltet sportspielübergreifende Theorien, Vermittlungsmodelle und Möglichkeiten der Diagnostik. Grundsätzliche und spezielle Struktur- und Vermittlungsaspekte in unterschiedlichen Sportspielen werden behandelt. Weiterhin werden aktuelle Lern- und Lehrmethoden im Hinblick der Sportspielvermittlung unterrichtet. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) (für Grund- und Förderschulen) Spielen als eigenständige Form des Lernens wird hier als explorierendes Tun und Alternative zum Üben verstanden. Spielen soll als grundlegende Fähigkeit zielgerichtet eingesetzt werden und in beispielhaften Unterrichtssituationen praktisch erfahrbar gemacht und reflektiert werden. Ausgangspunkte, Beispiele und Aufgabenstellungen sollen bewegungskulturelle, sportartübergreifende und sozial-kommunikative Aspekte und Bezüge haben. Die Studierenden sollen das Phänomen Spiel selbst erleben, Spiele nachahmen, nachspielen und gestalten sowie eigene Spiele erfinden. Dabei entwickeln sie die Fähigkeit, ein für alle gelingendes Spielen aufrecht zu erhalten. Spielstörungen werden als Anlass für die Suche nach Lösungen aufgegriffen, so dass die Lernenden zunehmend mit Veränderungen im Spielgeschehen umgehen können. Sie werden in ihren kreativen und sozialen Fähigkeiten unterstützt bzw. hierzu angeregt. Diese Erfahrungen helfen ihnen, unterschiedlichen Adressatengruppen dieses Spielverständnis zuzutrauen und nahe zu legen. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen Modulbeschreibung • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Didaktische Grundlagen des Schulsports u.a. • Bräutigam, M. (2014). Sportdidaktik. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (5. Aufl.). Meyer & Meyer. • Fessler, N. & Hummel, A. & Stibbe, G. (Hrsg.). (2010). Handbuch Schulsport. Hofmann. • Scheid, V., & Prohl, R. (Hrsg.). (2012). Sportdidaktik. Grundlagen - Vermittlungsformen - Bewegungsfelder. Limpert • Wolters, P., Ehni, H., Kretschmer, J., Scherler, K., & Weichert, W. (Hrsg.). (2000). Didaktik des Schulsports. Hofmann b) Didaktik der Bewegungserziehung Wird im Seminar bekannt gegeben. c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung Wird in der Vorlesung bekannt gegeben. d) Spielen und Spiele inszenieren (kleine Spiele) (für Grund- und Förderschulen) • Güllich, A. & Krüger, M. (2013). Sport. Das Lehrbuch für das Sportstudium. Springer. • König, S., Memmert, D. & Moosmann, K. (2012). Das große Limpert-Buch der Sportspiele. Limpert. • Memmert, D, & Furley, P. (2014). Zur Schulung einer allgemeinen Spielfähigkeit in Schule und Verein. Bayreuth: Sportbuch- und Medienverlag Weineck e.K. • Roth, K. & Kröger, C. (2011). Ballschule - ein ABC für Spielanfänger. Hofmann. • Roth, K., Kröger, C. & Memmert, D. (2007). Ballschule Rückschlagspiele. Hofmann. • Roth, K., Memmert, D. & Schubert, R. (2007). Ballschule Wurfspiele. Hofmann. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zu Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B1/B2/B3. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Eine Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer Klausur (90 Min.) mit MC- und offenen Fragen statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) In der Vorlesung c) Theorie, Didaktik und Methodik der Sportspielvermittlung und im Kurs d) Spielen und Spiele inszenieren kann eine fachpraktische Prüfung (FP) absolviert werden. Vorlesung c): Klausur / 60 Min / 40% Kurs d): Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modul: B4: Bewegungstheorien und sportliches Handeln Studiengang: B.A. Lehramt an Grundschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Modultitel (Englisch) Movement theories and sports practices Kurzbezeichnung B4 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 5. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 195 h / 6 LP / 0 LP / 1 LP 1 fachdidaktischer LP in d) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium (h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen 2 SWS / 30 h / 15 h / 5. / VL / deutsch / nein b) Koordinationstraining und motorisches Lernen 1 SWS / 15 h / 15 h / 5. / KS / deutsch / ja c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I): Mannschaftssportspiel (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 5. / KS / deutsch / ja d) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 5. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele Leitbild des Moduls ist die Ausbildung einer wissenschaftlich informierten, reflektierten Lehrkraft. Die Studierenden bilden einen breiten wissenschaftlichen Habitus aus, der sich insbesondere in einer vertieften Analyse- und Reflexionsfähigkeit grundlegender menschlicher Phänomene und Entwicklungen innerhalb verschiedener Handlungsfelder niederschlägt. Weiterhin steht der Erwerb berufsfeldbezogener und übergreifender Vermittlungskompetenzen im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen aktuelle Theorien und Erkenntnisse der Psychologie, der Trainingswissenschaft und des motorischen Lernens kennen und können sie auf vielfältige Situationen im Sport und in der Schule übertragen. Durch Reflexion und Wahrnehmung zentraler Aufgaben des Berufs der Sportlehrerin bzw. des Sportlehrers erwerben sie Kompetenzen im Umgang mit sportbezogenen Fragen zu Lehrplänen, Schulprogrammen und zur inklusiven Unterrichtsentwicklung. Die Teilnehmer können Unterrichtseinheiten mit spielerischen und übungs-orientierten Inhalten für ein diverses, inklusives Teilnehmerfeld in der Halle und im freien Gelände planen, organisieren und durchführen. a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Die Studierenden beherrschen die Grundlagen und theoretischen Zusammenhänge der Psychologie, Motorik und Bewegungssteuerung. Sie verstehen die wesentlichen Aspekte der Bewegungsentwicklung, des Bewegungslernens und die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten sportlicher Bewegung. Modulbeschreibung b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Studierende kennen die primären koordinativen Fähigkeiten (nach Meinel / Schnabel) und Möglichkeiten, sie sportartübergreifend und altersspezifisch zu entwickeln. In den Kursen des Moduls haben sie erfahren und gelernt, wie auf der Basis einer gut entwickelten Koordinationsfähigkeit das Bewegungslernen spezifischer Sportarten und Bewegungsfelder initiiert werden kann. Den Studierenden sind ihre Rollen als Instruktor, Ideengeber oder Beobachter von Lernprozessen bewusst; sie können diese vor dem Hintergrund der Altersspezifik analysieren und gestalten und verfügen über entsprechende Vermittlungskompetenz. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I): Mannschaftssportspiel (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Mannschaftssportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander individual-, gruppen- und mannschaftstaktisch sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. d) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden erwerben u.a. • Kenntnisse über unterschiedliche Vermittlungskonzepte in den Individualsportspielen und können diese umsetzen. • Fähigkeiten, Spielsituationen zu initiieren, zu gestalten und zu verändern. • praxisbezogene Handlungsfähigkeit in regelbasierten Spielsituationen im Mit- und Gegeneinander sowie die Demonstrationsfähigkeit ausgewählter Techniken und Taktiken. • Fähigkeiten, die Lernprozesse adressatengerecht und methodisch vielfältig anzuleiten und prozessorientiert zu reflektieren. • Kenntnisse über schulsportspezifischen Gegebenheiten (z.B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation), die sie exemplarisch anwenden und kritisch reflektieren können. Modulbeschreibung Zentrale Inhaltsbereiche a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Dieser Inhaltsbereich thematisiert (motorische) Lehr- und Lernprozesse vor dem Hintergrund psychischer und psychosozialer Grundabläufe. Das Themenspektrum beinhaltet (1) eine Übersicht über psychische und psychosoziale Funktionen und Prozesse, die die Grundlage für die Betrachtung von Lehr- und Lernprozessen im Rahmen der Bewegungswissenschaften darstellen. Diese Übersicht beinhaltet gleichermaßen neuropsychologisch-kognitive wie emotional-motivationale und psychosoziale Darstellungen. Hiermit verknüpft ist (2) die Besprechung psychomotorischer und psychosozialer Gegebenheiten im Rahmen der menschlichen Entwicklung, wobei das Spektrum vom komplexen Bewegungshandeln bis hin zu einfachen Reflexen oder zyklischen Bewegungen abgedeckt wird. (3) Grundlagen von (motorischen) Lernprozessen und Abläufen der Bewegungskontrolle stellen einen dritten Inhaltsblock dar. Bewegungskontrolle wird hierbei sowohl als neurophysiologisches oder neuropsychologisches als auch als psychosoziales Geschehen definiert. (4) Emotionale und motivationale Bedingungen von (motorischen) Lehr- und Lernprozessen schließen an diese Darstellung an. Hierbei wird ein Fokus auf emotional-motivationale Beeinflussung von Lernen gelegt (z.B. Lernen und Angst). Im abschließenden Teil werden Lehr- und Lernaspekte vor dem Hintergrund der (5) Schüler-Lehrer- Interaktionen betrachtet. Die richtige Form der Beschreibung und Vermittlung von Bewegungsabläufen (Instruktionen und Feedback) wird hierbei ebenso angesprochen, wie die Steuerung von Motivations- und Emotionsprozessen im Rahmen der Interkation (Motivationales Klima). b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Eine optimale Ausbildung koordinativer Fähigkeiten bildet die Basis für den Erwerb und die Optimierung sportmotorischer Fertigkeiten. Das Verständnis um die Wichtigkeit der primären koordinativen Fähigkeiten (Gleichgewichtsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, kinästhetische Differenzierungsfähigkeit) sowie die Bedeutung sensorischer Informationen und Druckbedingungen bei der Durchführung körperlicher Bewegungen (Koordinations-Anforderungsregler nach Neumaier) wird durch praktisches Erleben in beispielhaften Unterrichtsstunden mit Einsatz verschiedenartiger (Groß- )Geräte verdeutlicht. Die einzelnen motorischen Lernphasen während eines Lernprozesses werden anhand eines einfachen motorischen Lerntestes (Tracking-Test) aufgezeigt und verständlich gemacht. Ein weiterer Aspekt der Veranstaltung ist die praktische Durchführung allgemeiner sportmotorischer Testverfahren für verschiedene Altersgruppen. Diese Ist-Wert-Erhebung soll bei der Gestaltung von Lernprozessen sowie zum Erkennen und Einschätzen von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen im Schulalltag helfen. c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I): Mannschaftssportspiel Modulbeschreibung (für Grund- und Förderschulen) Die praktische, inklusive Umsetzung eines Mannschaftssportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und - methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Taktiken und Techniken des Mannschaftssportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltaktische und spieltechnische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. Die Förderung der sozialen Kompetenz bietet sich vor allem in der Möglichkeit der gemeinsamen Abstimmung auf Handlungsziele sowie in der Fairnesserziehung, der Regelgestaltung, der Rollenübernahme und Rollengestaltung und im Umgang mit Erfolg und Misserfolg an. Einbezogen werden zudem Möglichkeiten zum Abbau von Aggressionen und zur Bewältigung von Stresssituationen. d) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel (für Grund- und Förderschulen) Die praktische Umsetzung eines Individualsportspiels in der Schule wird anhand geeigneter Vermittlungskonzepte und -methoden aufgezeigt. Es erfolgt eine problemorientierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Techniken und Taktiken des Individualsportspiels. Die Notwendigkeit der Veränderung von Spielsituationen wird von den Studierenden erlebt und reflektiert. Spieltechnische und spieltaktische Fähigkeiten werden sowohl im kooperativen, herausfordernden als auch im kompetitiven Spiel entwickelt. Weitere schulbezogene Gegebenheiten (z. B. Mehrperspektivität, Heterogenität, Koedukation) werden exemplarisch aufgegriffen und an konkreten Situationen reflektiert. Lehr- und Lernmethoden • Lehrkraft- und studierendenzentriertes Lernen • Kooperatives Lernen • Entdeckendes Lernen • Problemorientiertes Lernen • Analytisch-synthetische und ganzheitliche Methoden • Blended Learning Empfohlene Literatur a) Sportpsychologische Grundlagen und motorisches Lernen Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. b) Koordinationstraining und motorisches Lernen Meinel, K. & Schnabel, G. (2007). Bewegungslehre – Sportmotorik. Abriss einer Theorie der sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt (11. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer. Neumaier, A. (2006). Koordinatives Anforderungsprofil und Koordinationstraining. Grundlagen, Analyse, Methodik. (3. Aufl.). Köln: Sport und Buch Strauß. Modulbeschreibung c) Spielen in und mit Regelstrukturen (I): Mannschaftssportspiel (für Grund- und Förderschulen) Wird in den jeweiligen Kursen bekanntgegeben. d) Spielen in und mit Regelstrukturen (II): Individualsportspiel (für Grund- und Förderschulen) Wird in den jeweiligen Kursen bekanntgegeben. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zu Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) Die Modulabschlussprüfung (MAP) findet in Form einer mündlichen Prüfung (30 Min.) statt. Die MAP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Mannschaftssportspiel oder im Kurs d) Individualsportspiel kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Klausur / 60 Min / 40% Praxisprüfung / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte Modulbeschreibung Modul: B5: Gesundheitsbildung und Teilhabe durch Sport und Bewegung Studiengang: B.A. Lehramt an Grundschulen Unterrichtsfach Sport Kooperation: Universität Siegen Gültig für Studienanfänger*innen ab: Wintersemester 2023/24 Modultitel (Englisch) Health education and participation through sports Kurzbezeichnung B5 Studiensemester / Studiendauer (Semester) 6. Fachsemester / 1 Semester Workload gesamt (h) / Leistungspunkte gesamt / Inklusionsorientierte Leistungspunkte / Fachdidaktische Leistungspunkte 180 h / 6 LP / 2 LP / 5 LP 2 inklusionsorientierter LP in b) 3 fachdidaktische LP in b) 2 fachdidaktische LP in a) Lehrveranstaltungen des Moduls Titel SWS / Kontaktzeit (h) / Selbststudium(h) / Studiensemester / Veranstaltungsart / Veranstaltungssprache / Anwesenheitspflicht a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / SE / deutsch / ja b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / ÜB / deutsch / ja c) Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten (für Grund- und Förderschulen) 2 SWS / 30 h / 30 h / 6. / KS / deutsch / ja Kompetenzorientierte Lernziele a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht Die Studierenden… • definieren die Begriffe „Gesundheit“, „Gesundheitskompetenz“ und „Gesundheitsförderung“ • entwickeln ein ganzheitliches und ressourcenorientiertes Verständnis von Gesundheit • analysieren gesundheits- und bewegungsbezogene Konzepte (z.B. Physical Literacy, Salutogenese) und leisten einen entsprechenden Transfer zum Schulsport • erwerben diagnostische Kompetenzen in Bezug auf die Körperhaltung und können eine entsprechende Haltungsschulung vermitteln • erwerben grundlegende Kenntnisse zu Verhaltensauffälligkeiten, psychischen und chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und leiten Konsequenzen für die Planung und Durchführung im Schulsport ab • beziehen die pädagogische Perspektive „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln“ auf die motorischen Fähigkeiten Koordination und Ausdauer • erwerben zielgruppenspezifische Vermittlungskompetenzen für den Schulsport b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer Die Studierenden… Modulbeschreibung • können für die Schule relevante Aussagen der UN- Behindertenrechtskonvention wiedergeben • entwickeln ein ganzheitliches Inklusionsverständnis mit besonderem Fokus auf Schüler:innen mit Beeinträchtigung • können die sonderpädagogischen Förderschwerpunkte NRWs benennen • analysieren didaktisch-methodische Modelle zur Planung inklusiven schulischen Sportunterrichts (z.B. 6+1-Modell, CHANGE-IT, TREE) und wenden diese in praktischen Unterrichtssituationen an • planen eine inklusive Sportunterrichtseinheit und unterrichten diese im Praxistransfer (z.B. an einer Kooperationsschule) • reflektieren Unterrichtssituationen und können konstruktives, vermittlungsbezogenes Feedback geben c) Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten (für Grund- und Förderschulen) Die Studierenden… • können Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten planen und rechtliche Grundlagen (z.B. zur Aufsichtspflicht) wiedergeben • planen praktische Inhalte (z.B. Erlebnispädagogik, Schnitzeljagd, Kooperationsspiele, Entspannungsverfahren), leiten diese mit der Gruppe an und reflektieren diese im Anschluss • analysieren kritisch Chancen und Grenzen der Erlebnispädagogik im Schulsport unter besonderer Berücksichtigung heterogener Lerngruppen • beurteilen kritisch die verschiedenen Formen der Bundesjugendspiele (Wettkampf, Wettbewerb, Mehrkampf) • können Inhalte auf Schulsporttagen und sportpädagogischen Schulfreizeiten situativ anpassen (z.B. witterungsbedingt) Zentrale Inhaltsbereiche a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht • Pädagogische Perspektive „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein vermitteln“ • Gesundheits- und bewegungsbezogene Vermittlungskompetenz • Körperhaltung und Haltungsschulung • Koordination und Ausdauerleistungsfähigkeit • Verhaltensauffälligkeiten, psychische und chronische Erkrankungen im Schulsport b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer • UN-Behindertenrechtskonvention Modulbeschreibung • Inklusion und Teilhabe • Sonderpädagogische Förderschwerpunkte NRWs • Didaktisch-methodische Modelle zur Planung und Umsetzung inklusiven Sportunterrichts (z.B. 6+1-Modell, CHANGE-IT, TREE) c) Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten (für Grund- und Förderschulen) • (Rechtliche) Grundlagen von Schulsporttagen und sportpädagogischen Schulfreizeiten • Erlebnispädagogik • Kooperationsspiele • Indoorspiele • Entspannungsverfahren • Bundesjugendspiele Lehr- und Lernmethoden a) Gesundheitskompetenz und Bewegungsvermittlung im Sportunterricht Im Seminar werden sowohl lehrzentrierte als auch schwerpunktmäßig lernzentriert-aktivierende Methoden eingesetzt. Durch die Studierenden wird ein forschungsgeleiteter Kurzvortrag in Kleingruppen zur Präsentation erarbeitet. b) Teilhabe am Schulsport im Praxistransfer In der Übung werden neben lehrzentrierten und lernzentriert- aktivierenden Methoden auch praxisorientierte Gruppenarbeiten und Reflexionen eingesetzt; im Fokus steht dabei das Prinzip „Lernen durch Lehren“ (z.B. in Form einer Projektarbeit). c) Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten (für Grund- und Förderschulen) Der Kurs findet in der Regel als Exkursion statt. Neben lernzentriert- aktivierenden Methoden werden praxisorientierte Gruppenarbeiten und Reflexionen eingesetzt; im Fokus steht dabei das Prinzip „Lernen durch Lehren“. Empfohlene Literatur Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen durch die Lehrkräfte bekanntgegeben. Modulart Pflicht Teilnahme- bzw. Zulassungsvoraussetzungen Siehe Übersicht Voraussetzungen Lernerfolgskontrolle Leistungspunkte werden durch regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit mit erkennbarem Lernfortschritt erworben. Näheres zur Leistungspunktevergabe regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Prüfungsleistung / Umfang / Anteil an Modulnote Das Modul ist Teil der Modulgruppe B4/B5. Ein Modul der Modulgruppe muss mit Prüfungen (MAP und FP) abgeschlossen werden. Das Modul wird mit Anmeldung zu einer Prüfung festgelegt. Näheres zu den möglichen Prüfungen in diesem Modul folgend. Modulabschlussprüfung (MAP) http://www.dshs-koeln.de/studium/studienorganisation/studienunterlagen/lehramt/voraussetzungen/ Modulbeschreibung Das Modul kann mit einer Modulabschlussprüfung (MAP) in Form einer mündlichen Prüfung (30 Min.) abgeschlossen werden. Fachpraktische Prüfung (FP) Im Kurs c) Schulsporttage und sportpädagogische Schulfreizeiten (für Grund- und Förderschulen) kann eine fachpraktische Prüfung abgelegt werden. Schriftliche Dokumentation / 40% Präsentation / 60% Die FP hat einen Anteil von 50% an der Modulnote. Näheres zur Prüfungsgestaltung regeln die Lehrenden zum Beginn des Semesters. Das Modul wird abgeschlossen a) mit der erfolgreichen Teilnahme an den für das Modul vorgesehenen Lehrveranstaltungen und b) mit dem Bestehen der Modulabschlussprüfung und fachpraktischen Prüfung, sofern das Modul als Prüfungsmodul gewählt wurde. Modulbeauftragte*r Siehe Übersicht Modulbeauftragte Änderungen vorbehalten http://www.dshs-koeln.de/Modulbeauftragte PO2023_Deckblatt BA-GS-Siegen_blau Leitbild Qualifikationsziele_GS B1_Modulhandbuch_Lehramt Sport GS_Siegen B2_Modulhandbuch_Lehramt Sport GS_Siegen B3_Modulhandbuch_Lehramt Sport GS_Siegen B4_Modulhandbuch_Lehramt Sport GS_Siegen B5_Modulhandbuch_Lehramt Sport GS_Siegen

  • INOEK_Band_24_Kongressbericht_2008_Biodiversitaet_Sport_deutsch.pdf
    K o n g r e s s b e r i c h t » U m w e l t , N a t u r s c h u t z u n d S p o r t i m D i a l o g « B i o l o g i s c h e V i e l f a l t u n d S p o r t – C h a n c e n e i n e r n a c h h a l t i g e n E n t w i c k l u n g 4 . K o n g r e s s a n d e r D e u t s c h e n S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n a m 4 . u n d 5 . M ä r z 2 0 0 8 e i n B e i t r a g z u r 9 . V e r t r a g s s t a a t e n k o n f e r e n z d e r K o n v e n t i o n ü b e r b i o l o g i s c h e V i e l f a l t I ns t i t u t f ü r N a t u r s p o r t und Ö k o l o g ie I n s t i t u t e o f O u t d o o r S p o r t s a n d E n v i r o n m e n t a l S c i e n c e Eine Initiative des Beirats für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit S c h r if t e n r e ih e N a t u r s p o r t u n d Ö k o lo g ie – B a n d 2 4 D e u t s c h e S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n I m p r e s s u m Herausgeber Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) Bundesamt für Naturschutz (BfN) Institut für Natursport und Ökologie (INOEK) Deutsche Sporthochschule Köln Projektmanagement BfN Michael Pütsch, FG II 1.2 Redaktion Ralf Roth, Edwin Jakob, INOEK Layout Frank Armbruster Druck Sikora, Offenburg Bildnachweis Deckblatt: INOEK Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Ausführungen der Autoren müssen nicht mit der Meinung der Herausgeber übereinstimmen. ISSN 1612-2437 © 2008 – Alle Rechte vorbehalten Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Zustimmung der Herausgeber S c h r i f t e n r e i h e N a t u r s p o r t u n d Ö k o l o g i e Herausgegeben vom Institut für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Band 24 K o n g r e s s b e r i c h t » U m w e l t , N a t u r s c h u t z u n d S p o r t i m D i a l o g « B i o l o g i s c h e V i e l f a l t u n d S p o r t – C h a n c e n e i n e r n a c h h a l t i g e n E n t w i c k l u n g 4 . K o n g r e s s a n d e r D e u t s c h e n S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n a m 4 . u n d 5 . M ä r z 2 0 0 8 © INOEK / BMU / BfN Kongresseröffnung Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Grußwort 7 Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes Willkommen 8 Erwin Lauterwasser, Vorsitzender des Beirats für Umwelt und Sport Einführung 11 Stellungnahme des Beirats für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Biologische Vielfalt und Sport – Chancen einer nachhaltigen Entwicklung 15 Vorträge Kari Lahti Schutzgebiete als Zielregion mit Erholungs- und Freizeitwert 19 Michael Vogel Lebensraum Großschutzgebiet: Schutz der biologischen Vielfalt, Erholung und Sport 27 Ulrike Pröbstl, Petra Sterl Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung 33 Neil McCarthy Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 45 Ralf Roth, Stefan Türk Menschen bewegen – Grünflächen entwickeln 67 Vladivoj Vancura Tourismusdienstleister als Partner für den Schutz der biologischen Vielfalt – die Strategie für nachhaltige Tourismusentwicklung der PAN Parks 73 Hansruedi Müller Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfad – drei Jahrzehnte nach den „Landschaftsfressern“ von Jost Krippendorf 81 Inhalt Inhalt Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Workshops Ulrike Pröbstl Workshop 1: Management für Naturschutz und Erholung in Schutzgebieten 89 Stefan Türk Workshop 2: Nachhaltige Entwicklung von Sport- und Bewegungsräumen 95 Klaus Hübner, Tina Jacoby Workshop 3: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und biologische Vielfalt im Sport 101 Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Grußwort Die intakte Natur ist für Natursportler ebenso wichtig wie für Naturschützer. Ich be- grüße es deshalb, dass sich der 4. Kongress „Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog“ mit dem Schwerpunkt „Biologische Vielfalt und Sport“ auseinander gesetzt hat. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeiten und die Grenzen einer Verbin- dung von Schutz und nachhaltiger Nutzung diskutiert und ausgearbeitet. Dies war gerade im Vorfeld der im Mai in Bonn stattfindenden 9. Vertragsstaatenkonferenz des Überein- kommens über die biologische Vielfalt und vor dem Hintergrund der von der Bundesre- gierung verabschiedeten Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Anliegen, das die Zusammenarbeit zwischen Sport und Natur- schutz stärken sollte. Der Erhalt der biologischen Vielfalt stellt eine ebenso große globale Herausforderung dar, wie die Bewältigung des Klimawandels. Er ist existenziell für die Menschheit. Täglich gehen Arten, Lebensräume und genetische Ressourcen verloren. Wenn wir so weiter ma- chen wie bisher, gefährden wir unsere eige- ne Existenzgrundlage und löschen damit die Festplatte des Betriebssys- tems Erde. Unser Umgang mit der Ressource Natur muss deshalb rücksichtsvol- ler werden. Hierfür möchten wir Sportlerinnen und Sport- ler sensibilisieren. Ich sehe den Kongress als Teil unserer Kampagne über die Bedeutung der biolo- gischen Vielfalt für unser Le- ben. Sie findet ihren Höhe- punkt mit der Naturschutzkonferenz im Mai 2008. Ich danke dem Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesumweltministerium für die Initiative zu der diesjährigen Konferenz und der Deutschen Sporthochschule in Köln für die erfolgreiche Durchführung. Sigmar Gabriel Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesumwelt- minister © INOEK / BMU / BfN Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes Willkommen Sehr geehrter Herr Lauterwasser, sehr geehrter Herr Professor Roth, sehr geehrte Kongressteilnehmer, sehr geehrte Damen und Herren, zunächst darf ich das Bundesumweltminis- terium, das Bundesamt für Naturschutz und die Deutsche Sporthochschule zur Kontinuität der Kongressreihe „Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog“ beglückwünschen. Ich darf zugleich den Veranstaltern für die Einladung danken und Ihnen allen die besten Grüße des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes und seines Präsidenten, Dr. Tho- mas Bach, überbringen. Ich darf darüber hinaus den Veranstaltern gratulieren, dass Sie mit dem Thema „Biolo- gische Vielfalt und Sport“ einen ebenso aktu- ellen wie wichtigen Aspekt aufgreifen, denn die Sportpraxis bedarf der theoretischen Be- gleitung und politischen Weichenstellung auch in diesem Themenkomplex. Deshalb ist die Beteiligung des DOSB an diesem Kongress mehr als eine Pflichtübung. Experten aus Wissenschaft, Politik und Sport werden Sie an beiden Kongresstagen umfassend über die Chancen einer nachhal- tigen sportbezogenen Entwicklung, über Na- tura 2000 und Sport oder über Grünflächen- entwicklung informieren. Ich werde nicht der Versuchung erliegen, den Rednern und Referenten vorzugreifen. Gestatten Sie mir je- doch, zu Beginn drei Aspekte hervorzuheben, die dem Deutschen Olympischen Sportbund besonders wichtig sind: Erstens: Ich darf zunächst einen uns be- kannten und doppelten Perspektivenwechsel in Erinnerung rufen: Zum einen hat sich das Verhältnis von Sport und Umwelt und seiner Akteure deutlich verbessert. Während bei der Konferenz hier in Köln im Jahr 2002 noch auf ein „schwieriges und konfliktbeladenes Wechselspiel“ verwiesen wurde, gehen wir seit vielen Jahren schon gemeinsame und immer gemeinsamere Wege. Die Sportorga- nisationen unter dem Dach des DOSB, die staatlichen Umweltakteure mit dem Umwelt- ministerium an der Spitze und die Umwelt- und Naturschutzverbände sind regelmäßig im Dialog, stimmen sich ab und gestalten zunehmend gemeinsam die nicht geringer werdenden umwelt- und klimapolitischen Herausforderungen. Ich darf an dieser Stelle dem Beirat „Umwelt und Sport“ beim BMU und seinem Vorsitzenden Herrn Erwin Lauter- wasser für die vielfältigen Impulse für diese Entwicklung danken. Der andere Perspektivenwechsel betrifft die Betonung ganzheitlicher Nachhaltigkeits- ansätze im Sport, die zunehmend an die Stel- le des reinen Umweltschutzes treten. Die IOC Umweltkonferenz vor wenigen Monaten an der auch Prof. Dr. Franz Brümmer teilgenom- men hat, hat deutlich gemacht, dass dieser Perspektivenwechsel acht Jahre nach der Ver- Willkommen Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN öffentlichung von IOC und UNEP zu „Agenda 21 for Sport and Environment“ im interna- tionalen Sport eingeleitet und unumkehrbar geworden ist. Diese beiden Grundpositionen bilden, zweitens, die Folie für unser gemeinsames Handeln. Ich habe den Eindruck, dass mit der Gründung des Deutschen Olympischen Sport- bundes im Hinblick auf die Kooperation zwi- schen Umwelt und Sport nicht nur nahtlos an die Aktivitäten der Vorgängerorganisationen des DOSB angeknüpft wurde, sondern dass vielfältige neue Impulse von beiden Seiten er- kennbar sind. Entsprechend der eingangs er- läuterten Perspektivenwechsel sollten Sport- verbände, staatlicher Umwelt- und Natur- schutz sowie die entsprechenden Verbände nicht nur den Interessenausgleich verbessern, sondern noch stärker kooperieren, wenn es darum geht, durch geeignete Projekte und Maßnahmen mit dem Medium Sport die umweltpolitischen Herausforderungen kon- kret zu gestalten und die flächendeckenden Netzwerke unserer 91.000 Vereine ebenso aktiv für das Thema Nachhaltigkeit zu gewin- nen wie unsere über 27 Millionen Mitglieder in unseren Sportvereinen. Ich bekräftige die Bereitschaft und den Willen des Deutschen Olympischen Sportbundes, hieran tatkräftig mitzuwirken. Die Sportvereine sollten noch stärker die Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes in ihre Programmatik aufnehmen. Und gleichzeitig gibt es kaum ein besseres Medium für eine zeitgemäße und bürgerorientierte Umweltpolitik als den Sport. Dies gilt für die wichtige Arbeit im Vereins- und Breitensport ebenso wie für herausra- gende Vorhaben mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung wie z. B. die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 in München. Ich darf an dieser Stelle auf die vielen konkreten Ak- tivitäten des DOSB und sei- ner Mitgliedsorganisationen verweisen, von denen wir einige Projekte mitgebracht haben und die wir in der Posterausstellung im Foyer darstellen. In etwas mehr als zwei Monaten findet in Bonn die UN-Konferenz zur biolo- gischen Vielfalt statt – hier leisten wir mit unserer Sport- jugend und in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt einen Beitrag – ich darf Sie auf den Wettbewerb „Entdecke die Vielfalt“ hinweisen. Erlauben Sie mir, drittens, noch einige abschließende Anmerkungen aus aktuellem Anlass: Das Bundesnaturschutzgesetz 2002 ist ein gutes Beispiel für einen gelungenen Ausgleich zwischen den Interessen des Sports und des Natur- und Landschaftsschutzes. Wir alle wissen, dass derzeit an einem Umwelt- gesetzbuch gearbeitet wird. Die vorgesehene Novellierung des Naturschutzrechts darf un- ter keinen Umständen hinter diesen Status zurückfallen. Der umweltverträgliche Sport ist ein Mehrwert für Natur, Landschaft und die Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Er sollte daher als abweichungsfester Grund- satz in der Zielbestimmung des Umweltge- setzbuches verankert werden. Darüber hin- aus könnten wir uns noch eine Reihe weiterer Präzisierungen im UGB wünschen, haben dies bereits im bisherigen Verfahren deutlich ge- macht und werden uns auch weiterhin aktiv an der Gestaltung des UGB beteiligen. Meine Damen und Herren, ich gehe da- von aus, dass der fünfte Kongress im Jahr Walter Schnee- loch, Vizeprä- sident Breiten- sport/Sport- entwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes 10 © INOEK / BMU / BfN 2010 erneut hier in Köln stattfinden wird. Ich würde mich freuen, wenn wir unsere Zu- sammenarbeit auch auf dieses Kongressfor- mat und über das bestehende Maß hinaus ausdehnen könnten. Wir bringen hier gerne das Leistungsspektrum und die Potenziale des Vereins- und Verbandssports unter dem Dach des DOSB aktiv ein. Ich wünsche Ihnen, den Kongressteilneh- merinnen und -teilnehmern viele positive Ein- drücke und Kontakte sowie interessante Dis- kussionen und gute Kongressergebnisse, die zukunftsweisende Weichenstellungen nach sich ziehen mögen. Vielen Dank. Willkommen 11Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Erwin Lauterwasser, Vorsitzender des Beirats für Umwelt und Sport Einführung Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem Frau Staatssekretärin Klug leider verhindert ist, fällt es mir als dem Vorsitzen- den des Beirats Umwelt und Sport zu, Sie mit ihren Überlegungen vertraut zu machen und den 4. Kongress „Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog“ zu eröffnen. Zunächst gilt der herzliche Dank Herrn Prof. Roth und seinen Mitarbeitern für die Organisation und Durchführung des Kongresses. Der Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesumweltmi- nisterium ergriff erneut die Initiative zur Fort- setzung des Dialogs Umwelt - Naturschutz – Sport in der Reihe von Kongressen, die 2002 erfolgreich begann und allgemein dem Dialog über Umwelt, Naturschutz und Sport gewidmet war. 2004 wurde der Schwerpunkt auf Sport in Schutzgebieten gelegt und dabei die Ver- ankerung des Sports in der Naturschutzge- setzgebung und die Verbesserung des Sport- und Umweltmanagements in Schutzgebieten diskutiert. Der Kongress im Jahr der Fußball- WM (2006) hatte die Verantwortung für die Umwelt bei Sportgroßveranstaltungen zum Fokus. Dabei wurde dargestellt, welche Um- weltbelange bei der Durchführung von Sport- großveranstaltungen berücksichtigt werden können und müssen und wie sich besonders der Sport eignet, mit dem hohen Sympathie- wert seiner Veranstaltungen in allen Bevölke- rungsschichten hervorragend für einen rück- sichtsvollen Umgang mit der Umwelt und ih- rer Ressourcen einzutreten und zu werben. Im Rahmen des heute und morgen stattfindenden 4. Kongresses werden wir uns vor allem mit der Frage befassen: Wie können wir den Erhalt der biologischen Vielfalt mit nachhaltiger Nutzung durch den Sport verbinden? Dieser Themenschwer- punkt ist nicht zufällig gewählt. Der diesjährige Kongress steht vielmehr in einem direkten Zusammenhang zu der im Mai in Bonn statt- findenden 9. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Viel- falt. Der Erhalt der biologischen Vielfalt stellt eine ebenso große globale Herausforderung dar wie die Bewältigung des Klimawandels. Und diese Frage ist genauso existenziell für die Menschheit. Leider ist sie noch nicht in dem Maße angekommen, wie dies beim Kli- mawandel inzwischen erreicht ist. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Verlust bio- logischer Vielfalt anders als der Klimawan- del nicht durch Extremereignisse wie Stür- me, Hochwasser und Hitzeperioden, spür- bar wird. Es handelt sich vielmehr um einen schleichenden Prozess, der in einer breiteren Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wird. Die Naturschutzkonferenz im kommen- den Mai wird deshalb auch zum Anlass ge- Erwin Lauter- wasser, Vorsit- zender des Bei- rats für Umwelt und Sport 12 © INOEK / BMU / BfN nommen, eine Kampagne über die Bedeu- tung der biologischen Vielfalt für unser Leben zu starten. Und dieser Kongress ist Teil dieser Kampagne. Im vergangenen Jahr machte die Deutsch- landtour „Unterwegs für Vielfalt“ in 16 Städ- ten auf den Wert und den Nutzen der bio- logischen Vielfalt aufmerksam. Biologische Vielfalt ist ein Garant dafür, dass das kom- plexe System Erde funktioniert und auch wei- ter funktionieren kann. Diese Botschaft wur- de direkt in die Fußgängerzonen der Städte transportiert. Im Augenblick fährt der Zug aber leider in eine andere Richtung: Täglich gehen Arten, Lebensräume und genetische Ressourcen verloren. Bundesumweltminister Gabriel be- schreibt diesen Vorgang mit einem Vergleich: Wenn wir so weiter machen wie bisher, ge- fährden wir unsere eigene Existenzgrundlage und löschen damit die Festplatte des Betriebs- systems Erde! Die Leistungen der Ökosysteme für sau- bere Luft, Trinkwasserqualität, ertragreiche Böden und vieles mehr sind in ihrem genauen ökonomischen Wert schwierig zu berechnen. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 1997 hat aber immerhin eine Schätzung des jährlichen Nutzens der gesamten Ökosysteme der Welt vorgelegt, die sich zwischen 16 und 64 Billionen US Dollar bewegt. Etwas genauer lässt sich der jährliche Marktwert der aus den genetischen Res- sourcen abgeleiteten Produkte beziffern, der zwischen 500 und 800 Milliarden US Dollar beträgt. Mit dem Aussterben von Arten, der Entwertung der Ökosysteme und der Einen- gung der genetischen Vielfalt sinkt dieser Nutzen dramatisch. Ein Beispiel hierfür ist die Überfischung der Meere. Wenn durch ruinöse Fischerei Fischbestände an den Rand des Aus- sterbens gedrängt werden, dann wird schließ- lich auch die Fischereiindustrie an den Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz kommen. Die Staatengemeinschaft hat eine signifi- kante Reduzierung des aktuellen Rückgangs der biologischen Vielfalt bis 2010 beschlos- sen. Auch Deutschland hat sich diesem Ziel verpflichtet und hierzu eine nationale Stra- tegie zur biologischen Vielfalt vorgelegt, die das Bundeskabinett am 7. November 2007 verabschiedet hat. Die Strategie stellt ein konsistentes System von Visionen, konkreten Qualitäts- und Handlungszielen meistens mit genauen Zieljahren und konkreten Maßnah- men zur Erreichung der Ziele dar. Insgesamt enthält die Strategie rund 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen zu allen für die Biodiversität relevanten Themen. Dazu gehören auch Sport und Erholung. Menschen erleben dabei den Wert der bio- logischen Vielfalt ganz nah. Sport und Erho- lung sind angewiesen auf intakte Natur und lebenswerte Landschaft. Die nationale Stra- tegie zur biologischen Vielfalt hebt deshalb diese Vision hervor: die Bedeutung der Erho- lung in Natur und Landschaft für das Wohl- befinden und die physische und psychische Gesundheit der Menschen. Sport und Erho- lung sind zudem gute Beispiele dafür, dass sich der Schutz von Natur und Landschaft nicht auf ländliche Räume beschränken darf. Eines der Ziele der Strategie sieht deshalb vor, bis 2020 siedlungsnahe, qualitativ hochwer- tige Erholungsgebiete in ausreichendem Um- fang zu schaffen: barrierefrei, d. h. auch für Menschen mit einem Handikap nutzbar, mit guten ÖPNV Verbindungen und schlüssigen Einführung 13Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Besucherlenkungskonzepten. Ein anderes Ziel lautet, die Anzahl von Regionalparks und Frei- raumverbünden im Umfeld von großen Städ- ten deutlich zu erhöhen. Millionen Menschen treiben in Deutsch- land regelmäßig Sport im Freien oder erholen sich beim Spazierengehen in der Natur. Das darf nicht nur denjenigen vorbehalten sein, die auf dem Lande wohnen. Auch die in un- seren Städten wohnenden Bürger und Bürge- rinnen haben ein Recht auf Sport und Erho- lung in Natur und Landschaft. Trotzdem ma- chen wir immer häufiger die Erfahrung, dass Vorranggebiete für Naturschutz und Erholung in Ballungsräumen wirtschaftlichen Interessen weichen müssen. Dies ist eine kurzsichtige Kommunalpolitik. Eine Online-Umfrage der kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwal- tungsmanagement ergab im Jahr 2004, dass für 98 Prozent aller Stadtbewohner Grün- und Parkanlagen sehr wichtig sind. Städte, die über ausreichende Grünflächen verfügen, haben deshalb im Wettbewerb um Standort- qualität ganz klar Vorteile. Das Bundesumweltministerium fordert von den Kommunen die Schaffung von Na- turerlebnis- und Bewegungsräumen in sied- lungsnahen Bereichen und unterstützt dieses Ziel aktuell durch die Herausgabe eines Leitfa- dens, der von der Deutschen Sporthochschu- le erarbeitet wurde. Dies gibt den Kommunen ein Handlungskonzept für das Management von Bewegungsräumen in der Stadt an die Hand, und es ist zu wünschen, dass dies als Hilfe bei der Schaffung entsprechender Frei- flächen verstanden wird und kommunales Handeln dem entsprechend beeinflusst. Dieses Beispiel steht aber auch für eine moderne Naturschutzpolitik, die den Schutz der Biodiversität mit nachhaltiger Nutzung verbindet. Sportler und Erholungssuchende, die eine intakte Natur und Landschaft zu schätzen wissen, sind Verbündete des Natur- schutzes. Solche Verbündete sind von Nöten, wenn die Visionen und Ziele der Nationalen Strategie für biologische Vielfalt umgesetzt werden sollen. Das wird nur gehen, wenn staatliche und nicht-staatliche Akteure gemeinsam daran ar- beiten. Ein paar Maßnahmen, die nicht-staat- liche Akteure im Bereich des Sports ergreifen können, seien genannt: An erster Stelle ist die Erarbeitung von Konzepten zur naturverträglichen Sportausübung zu nennen, die z.B. in Zu- sammenarbeit von Sportverbänden und Naturschutzverbänden entwickelt werden können. Auch der Sport kann Umweltmanage- mentsysteme wie EMAS oder das Skige- biets-Audit einsetzen. Die Sportartikelbranche sollte auf die Dar- stellung Natur schädigender Nutzungs- formen in ihrer Werbung verzichten. Naturschutzziele können bei der Planung von Sportanlagen, wie z. B. Golfplätze oder Segelfluggelände, frühzeitig berück- sichtigt werden. Solche Anlagen können oft ohne großen Aufwand bei der Schaf- fung von Trittsteinen für einen Biotopver- bund genutzt werden. Bildungsangebote im Sport sollten häu- figer mit Umweltbildungsangeboten kom- biniert werden. Diese Auswahl zeigt schon, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Aber auch die staatli- chen Akteure sind gefragt. Dazu gehört, dass die Bundesregierung ein Mal pro Legislatur- 14 © INOEK / BMU / BfN periode über die Umsetzung der Strategie und den Grad der Zielerreichung berichten wird. Viele Ziele sollen in nicht zu weiter Fer- ne realisiert werden; Verzug und Nachlassen der Anstrengungen darf es nicht geben! Deshalb wurde unmittelbar nach Verab- schiedung der Strategie durch das Bundes- kabinett mit der Umsetzung begonnen und im Dezember 2007 ein Follow up–Prozess sowohl mit nicht-staatlichen wie mit staatli- chen Akteuren eingeleitet. Auftakt war das 1. Nationale Forum zur biologischen Vielfalt am 5./6. Dezember 2007 in Berlin, dem insgesamt sieben Regionalforen in der Zeit von Januar bis Juni 2008 folgen. Die Regionalforen kon- zentrieren sich jeweils auf ein zentrales The- ma der nationalen Strategie und tragen den Strategieprozess in die verschiedenen Teile Deutschlands. Mit diesen Veranstaltungen soll die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt weiten Akteurskreisen und in allen Re- gionen Deutschlands bekannt gemacht und zur Mitwirkung bei der Umsetzung der Stra- tegie eingeladen und motiviert werden. Bei den Regionalforen diskutieren hochrangige Vertreter und Vertreterinnen aus Bund und Ländern, aus Politik, Verwaltung und Verbän- den, kommunale Vertreter aus der Region, re- gionale Akteure aus Politik, Naturschutz und Naturnutzung sowie Expertinnen und Exper- ten zum jeweiligen Thema miteinander. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Gele- genheit, ihre Wünsche zum Umsetzungspro- zess mitzuteilen. Informationen über geplante Projekte und Maßnahmen der verschiedenen Akteure zur Umsetzung der Nationalen Biodi- versitätsstrategie werden gesammelt. Die Er- gebnisse aller Regionalforen werden in einer Veröffentlichung zusammengefasst und beim 2. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt im Herbst 2008 diskutiert. Mit der Bedeutung der biologischen Viel- falt für Sport und Erholung und den Wir- kungen dieser Nutzungen auf die biologische Vielfalt wird sich dieser Kongress heute und morgen befassen. Im Herbst wird eine ähn- liche Veranstaltung diese Wechselwirkungen im Themenfeld Tourismus beleuchten. Wan- dern, Joggen, Spazieren gehen, Kanu fahren, Segeln, Rudern oder einfach nur das stille Naturerlebnis ist vor allem dort besonders attraktiv, wo es in schöner Umgebung aus- geübt werden kann, und dafür wiederum ist die biologische Vielfalt eine Grundvoraus- setzung. Sowohl für den Tourismus als auch für den Natursport stellt die natürliche und landschaftliche Vielfalt eine Ressource dar, die nicht selbstverständlich ist und die wir vor Übernutzung schützen müssen. In den kommenden zwei Tagen werden Sie zu diesen Fragestellungen sehr interes- sante Beiträge und zahlreiche Ideen hören. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind herzlich eingeladen, mit den nationalen und internationalen Experten zu diskutieren und den Umsetzungsprozess zur Erhaltung der bi- ologischen Vielfalt insbesondere im Kontext mit sportlicher Aktivität nach Kräften zu un- terstützen. Meine Damen und Herren, ich wünsche dem Kongress einen guten Verlauf. Einführung 15Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Stellungnahme des Beirats für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Biologische Vielfalt und Sport – Chancen einer nachhaltigen Entwicklung Der Beirat für Umwelt und Sport erkennt die großen Leistungen an, die seitens des Na- turschutzes und der Sportverbände in den letzten Jahren für ein erfolgreiches Mitein- ander vollbracht wurden. Zahlreiche Verein- barungen und Kooperationen auf regionaler und lokaler Ebene zeigen, dass eine verant- wortliche und nachhaltige Nutzung der na- türlichen Ressourcen für Sport und Erholung auch in einem bevölkerungsreichen Land wie Deutschland möglich ist. Der Beirat begrüßt ausdrücklich die mit der Novellierung des Bundesnaturschutzge- setzes gemachten Fortschritte bei der Ein- bindung des Sports und der Erholung in die Naturschutzgesetzgebung. Der Beirat fordert eine konsequente Übernahme in das Um- weltgesetzbuch und in die entsprechenden Ländergesetze. Fast überall auf unserer Erde ist Leben, und das Geheimnis dieses Erfolges heißt Viel- falt: Je mehr Arten und genetische Vielfalt es gibt, desto größer ist die Chance der Anpas- sung an neue Bedingungen und des Überle- bens. Deshalb muss alles getan werden, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu schützen! Doch diese Vielfalt ist bedroht! Besonders augenfällig leiden die biologische Vielfalt und das Bewegungs- und Erholungsangebot unter dem Verlust oder der Zerschneidung von Le- bensräumen in siedlungsnahen Gebieten, wo Möglichkeiten prägender Naturerfahrungen zunehmend knapper werden. Dieser Verlust ist damit nicht nur eine Gefahr für die biolo- gische Vielfalt, sondern auch eine Bedrohung der Gesundheit, der Lebensqualität und der Ausprägung einer regionalen Identität. Der Beirat sieht in der Wirtschaftsweise und dem Lebensstil unserer Gesellschaft eine weitere wesentliche Ursache für den Rück- gang der biologischen Vielfalt und damit die Bedrohung heimischer Tier- und Pflanzen- arten. Dies ist nicht nur ein ökologisches oder ökonomisches Problem. Es spiegelt eine sozi- ale und kulturelle Entfremdung großer Teile der Gesellschaft von Werten wie Heimat oder natürlicher Lebensgrundlage wider. Biologische Vielfalt ist für viele Menschen ein Begriff geworden, dem zwar ein abstrak- ter Wert zugeordnet wird, der aber gerade in Ballungsräumen nicht mit der Erhaltung von Natur und Landschaft als unverzichtbare Le- bensgrundlage verbunden wird. Ein weiterer Verlust an geeigneten Lebensräumen und der damit verbundene Artenrückgang sind nicht hinzunehmen. Der Beirat unterstützt daher die Kampagne der Naturallianz zur biologischen Vielfalt und fordert die Sport- verbände und Sportvereine auf, noch stärker Prinzipien der Nachhaltigkeit und damit auch Ziele der Erhaltung der biologischen Vielfalt und Schutz in ihre Programmatik aufzuneh- 16 © INOEK / BMU / BfN men und so zur Vorbildfunktion des Sports beizutragen. Der Beirat für Umwelt und Sport fordert im Einklang mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt die Sicherung und Aus- weisung siedlungsnaher Flächen für Sport und naturnahe Erholung. Dabei muss es ganz besonders auch um die naturverträgliche Ent- wicklung und Aufwertung solcher Flächen gehen, um räumliche Konflikte bei einer Un- terversorgung mit naturnahen Erholungsräu- men zu entschärfen. Bewegung, Gesundheit und Sport sind als Schlüsselthemen in Parken und Schutzgebie- ten von erheblichem Belang für die Bevölke- rung. Der Beirat stellt fest, dass Natura 2000 (FFH)-Gebiete einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. In zahlreichen Natura 2000 - Gebieten sind Sport und Erholung relevante und traditi- onelle Nutzungen. Der Beirat befürwortet daher die Erarbeitung von Managementkon- zepten für naturverträglichen Sport und Er- holung, welche die Schutzziele der FFH- und Vogelschutzrichtlinie berücksichtigen. Alle Angebote müssen sich an der ökologischen und sozialen Tragfähigkeit ausrichten. Partizi- pation der betroffenen Nutzergruppen ist der Schlüssel für die Akzeptanz von FFH-Manage- mentplänen. Runde Tische stellen dabei ein bewährtes Mittel dar, Sport und Erholungs- nutzungen an den Planungen und deren kon- kreten Umsetzung zu beteiligen. Der Beirat fordert die Naturschutzverbän- de, den behördlichen Naturschutz und die Sportverbände auf, gemeinsam die Chancen zu nutzen, die sich aus der Verbindung von sportlicher Betätigung in der Natur sowie den Inhalten und Methoden der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ergeben. Effektives Management von Sport und Erholung in Schutzgebieten braucht ein klares Bekenntnis zum integrativen Naturschutz, eine solide Da- tengrundlage und geeignete Methoden. Biologische Vielfalt und Sport – Chancen einer nachhaltigen Entwicklung 17Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Prof. Dr. Franz Brümmer Ministerialrat Harald Jendrike Erwin Lauterwasser Prof. Dr. Ralf Roth Michael Stoldt Pia Kremer Klaus Hübner Regierungsdirektor Torsten Kram Helmut Opitz Prof. Dr. Christian Schrader Silva Voss Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann Regierungsdirektor Dr. Gordo Jain Kuratorium Sport und Natur Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft Internationaler Skiverband (FIS) Umweltbe- auftragter Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Natursport und Ökologie Deutscher Seglerverband Bundesministerium des Innern Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Ministerium für Umwelt, Forsten und Ver- braucherschutz, Rheinland – Pfalz Vizepräsident Naturschutzbund Deutschland Fachhochschule Fulda, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland Bundesamt für Naturschutz Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 18 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Kari Lahti Kari Lahti Superintendent, Oulanka National Park METSÄHALLITUS, Natural Heritage Services, Ostrobothnia Torangintaival 2, 93600 Kuusamo http://www.metsa.fi Kurzvita Kari Lahti, Jahrgang 1965 und studierter Botaniker, ist als Parks Superintendent Ostrobothnia/ Nordfinnland Direktor und „Team-Leader“ des Oulanka und des Riisitunturi Nationalparks sowie zweier großer Naturreservate. In seinen Verantwortungsbereich fällt das operative Management aller Einrichtungen der Schutzgebiete (einschließlich dreier Besucherzentren) sowie Budget- und Finanzmanagement. Eines seiner aktuellen Projekte und auch eines der bedeutendsten Pro- jekte der Region, ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit der „Zwillingsparks“ Oulanka in Finnland und Paanajärvi in Russland. 2007 war Kari Lahti als „Program Officer“ im IUCN Head Quarter in Gland tätig und wurde für diese Zeit von seinem Arbeitgeber „Metsähallitus Natural Heritage Service (NHS)“ freigestellt. Bei der IUCN war er mitverantwortlich für die Wei- terentwicklung des „CBD Program on Protected Areas“ und der „Protected Area Management Categories“. Zudem bereitete er den „World Conservation Congress 2008“ und das „World Protected Area Leadership Forum“ vor. Seine berufliche Erfahrung auf dem Gebiet des Ma- nagements von Großschutzgebieten sammelte er als Customer Service Manager des Metsähal- litus Natural Heritage Service, Managing Director eines Besucherzentrums in Liminganlahti bay, Projektmanager bei der Entwicklung eines nachhaltigen Naturtourismus im Oulanka-Paanajärvi Gebiet (Interreg III C Projekt) sowie als Tourguide in Finnland, Estland und Norwegen. Darüber hinaus war er zweieinhalb Jahre als Redakteur für Natursendungen beim finnischen Fernsehen beschäftigt. 19Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Kari Lahti Schutzgebiete als Zielregion mit Erholungs- und Freizeitwert Metsähallitus, Natural Heritage Services (NHS), Finnland Überblick Es besteht zunehmender Bedarf an einer umfassenden Erschließung und Nutzung der gesamten Bandbreite an Leistungen, die in Schutzgebieten angeboten werden können. Hieraus ergeben sich Herausforderungen hin- sichtlich der grundlegenden Zielsetzung des Naturschutzes, nämlich der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Das Management von Schutzgebieten sollte den hierdurch entste- henden Druck sehr viel öfter als potentielles Hilfsmittel erkennen, um die Unversehrtheit und den Erhaltungswert der Schutzgebiete zu sichern, d. h. dieser Druck sollte nicht nur als Herausforderung, sondern auch als eine Chance betrachtet werden. Die freizeitbezogene Nutzung von Schutz- gebieten lässt sich in zwei grundlegende An- sätze aufteilen: Nutzung durch die Bevölke- rung vor Ort und touristische Nutzung. Die Nutzung durch die Bevölkerung vor Ort ist in stadtnahen Schutzgebieten intensiv, die tou- ristische Nutzung konzentriert sich eher auf Schutzgebiete in ländlichen Gebieten. Insbe- sondere in Regionen, in denen der Tourismus einen Motor für die lokale Wirtschaft darstellt oder darstellen könnte, müssen die Schutz- gebiete in der Lage sein, die mit ihnen ver- bundenen Vorteile und Leistungen für die Re- gionalentwicklung nach außen darzustellen. Das Management von Schutzgebieten sollte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die „herkömmliche“ Entwicklung einer Tou- rismusdestination in die Entwicklung einer umweltfreundlichen Zielregion umgewandelt wird, bei der die nachhaltige Nutzung von Flä- chen und Ressourcen im Vordergrund steht. Die folgenden Faktoren nehmen maßgeb- lichen Einfluss auf den Erfolg einer derartigen Strategie: die Fähigkeit, die vielfältigen Vor- teile darzustellen, die Schutzgebiete zu bieten haben, die Fähigkeit, partizipative Strategien zu entwickeln sowie schließlich die Fähigkeit und das Engagement, die verfügbaren Ver- fahren und Hilfsmittel zu nutzen, um diese Strategien auf allen Ebenen sowohl vertikal als auch horizontal umzusetzen. 1. Hintergrund: Traditionell bieten Schutzgebiete dem Be- sucher ein besonderes Erlebnis für Körper und Geist. Schutzgebiete werden zunehmend als Orte der körperlichen Regeneration und folg- lich der Förderung der mentalen Gesundheit und Ausgeglichenheit wahrgenommen, da in städtischen Gebieten nur in sehr begrenztem Abb. 1: Eine „umweltfreund- liche Tourismus- destination“: Flusslauf des Oulankajoki im Nationalpark Oulanka in Nordostfinnland. Foto: Metsähal- litus 20 © INOEK / BMU / BfN Schutzgebiete als Zielregion mit Erholungs- und Freizeitwert Umfang Naturräume zur Verfügung stehen. Der Druck, der sich aus dem zunehmenden Bedarf an einer Mehrfachnutzung von Schutzgebieten ergibt, nimmt daher zu, und es zeichnen sich Folgen und Chancen ab. Es gibt verschiedene Gefahren, die spe- ziell mit den steigenden Besucherzahlen in Schutzgebieten zusammenhängen. Daher ist es von größter Bedeutung, diese Gefahren zu erkennen und gründlich zu analysieren, bevor freizeit-/tourismusbezogene Strategien und vergleichbare Ansätze entwickelt werden. Konzepte wie die LAC (Limits of Acceptable Changes – Grenzen akzeptierter Verände- rungen), mit denen die Auswirkungen einer freizeitbezogenen Nutzung gemessen wer- den, sind unabdingbar, da das vorrangige Ziel eines Schutzgebiets nach wie vor darin besteht, die biologische Vielfalt sowie andere Naturschätze des Schutzgebiets zu schützen. Die Vorteile, die Schutzgebiete für das Leben auf der Erde bieten, umfassen ökolo- gische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Elemente. Die freizeitbezogene Nutzung der in Schutzgebieten verfügbaren Leistungen nimmt für viele dieser Elemente eine zentrale Rolle ein. Bei Diskussionen über die Beziehung zwi- schen Freizeit und Erholung einerseits und Schutzgebieten andererseits sind zwei grund- legende Ansätze zu berücksichtigen. Die Her- ausforderungen an das Management von Schutzgebieten und die praktische Umset- zung unterscheiden sich in Abhängigkeit von den folgenden Ausgangssituationen grundle- gend: 1. Befindet sich das Schutzgebiet in der Nähe eines städtischen Gebiets, besteht die größte Herausforderung oft darin, die Ergebnisse der Erhaltungsbestrebungen vor den Auswirkungen der oft immensen Nutzungsintensität zu schützen, die häu- fig mit illegalen Aktivitäten wie Vandalis- mus oder einer nicht erholungsbezogenen Nutzung einhergeht. 2. Liegt das Schutzgebiet in einer ländlichen Region oder in einem entlegenen Gebiet, in der/dem die Bevölkerung und/oder Un- ternehmen vor Ort auf die vom Schutzge- biet erbrachten Ökosystemdienstleistun- gen angewiesen sind, besteht die größte Herausforderung für das Management des Schutzgebiets darin, die Erhaltungs- ziele zu erreichen und gleichzeitig die Be- völkerung vor Ort zu unterstützen sowie negative Einflüsse zu vermeiden. 2. Erholung in Schutzgebieten als Motor wirtschaftlicher Entwicklung für die lokale Bevölkerung Die Tourismusindustrie im Allgemeinen und der naturnahe Tourismus im Besonderen Abb. 2: Eine „umweltfreund- liche Tourismus- destination“: der Braunbär, endemischer Bewohner des Nationalparks Oulanka. Foto: Jari Peltomäki 21Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN gehören heute zu den wichtigsten Antriebs- kräften für die Wirtschaft (in 2004 verzeich- nete der Tourismussektor international ein Wachstum von 10%) und erzeugen erhebliche direkte wirtschaftliche Vorteile für die Volks- wirtschaften der meisten weniger entwickel- ten Länder. Dieses Wachstum ist zu einem großen Teil auf das zunehmende Interesse an Abb. 3: 1. Die Erhaltung wertvoller Biome, Ökotypen, Wälder, Korallenriffe, Arten, Regionen, Landschaften usw. erfordert Schutzmaßnahmen sowie ein Verständnis der ihr zugrunde liegenden ökologischen Nachhaltigkeit. 2. Auf globaler Ebene besteht eines der grundlegenden Elemente der Erhaltung von Natur darin, die mit Schutzge- bieten verbundenen Chancen und Risiken gleichermaßen zu erkennen und zu verstehen. 3. Umweltrisiken wie Klimawandel, invasive Arten, Umweltverschmutzung usw. sind extrem wichtige, leicht er- kennbare Probleme, während die sozioökonomischen Risiken weniger offensichtlich sind. 4. Mit dem Naturschutz verbundene sozioökonomische Risiken wie zunehmende Armut, unzureichender Vorteils- ausgleich oder geringere Zufriedenheit der Bevölkerung vor Ort, die illegale Aktivitäten sowie eine feindselige Stimmung in der Bevölkerung mit sich bringen, sind negative Einflüsse auf Schutzgebiete und ihr nachhaltiges Management, die besonders schwer zu überwinden sind. 5. Das Management von Schutzgebieten muss die verfügbaren Hilfsmittel und bereits gemachten Erfahrungen im Hinblick auf sozioökonomische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und fairen Vorteilsausgleich in die tägliche Arbeit integrieren und Wege für eine Unterstützung der Bevölkerung vor Ort erschließen, um das Element zu erzeugen, das den Schlüssel zum Erfolg bildet – ein POSITIVES UMFELD. 6. Ein POSITIVES UMFELD erzeugt Chancen und löst Probleme. Ökosystemdienstleistungen wie „Erholungsange- bote“ und „Angebote zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden“ können als indirekte Vorteile und Leistungen von Schutzgebieten bezeichnet werden, da sie in den meisten Fällen ein aktives Management und damit ein Eingreifen des Menschen erfordern. Erholungsangebote sind Schutzgebietsleistungen, über die der Besucher Zugang zu Abenteuererlebnissen, Naturerfahrung, neuen Fähigkeiten usw. erhält. Angebote zur För- derung von Gesundheit und Wohlbefinden sind Leistungen, die sich stärker auf einen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit konzentrieren. 7. Um die für eine nachhaltige Nutzung von Schutzgebieten gesetzten Ziele zu erreichen, ist ein Verfahren erfor- derlich, in das nicht nur das Management des Schutzgebiets, sondern alle betroffenen Parteien, die lokale Bevöl- kerung, der Tourismussektor, Behörden usw. einbezogen werden, hierin eingeschlossen wirksame Maßnahmen sowie eine umfassende Partizipation und Kooperation. 8. Am Ende der in dieser Abbildung dargestellten Maßnahmenkette kann als zentrales Ergebnis eine Tourismusdes- tination stehen, die sämtliche Kriterien einer „umweltfreundlichen Zielregion“ erfüllt. Metsähallitus 2008, K. Lahti Schutzgebiete Schutz der biologischen Vielfalt Ökologische Nachhaltigkeit 1 2 Risiken Umweltrisiken 3 Sozioökonomische Risiken Soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit Gerechtigkeit und fairer Vorteilsausgleich Lokale Wirtschaft 4 POSITIVES UMFELDChancen Ökosystemdienstleistungen Freizeit und Erholung Gesundheit und Wohlbefinden 5 6 Effektives Management Kooperation Partizipation 7 8 Umweltfreundliche Zielregion 6 22 © INOEK / BMU / BfN einem naturnahen Tourismus und somit auf steigende Besucherzahlen in Schutzgebieten zurückzuführen. Beispiele: 1. Die 50.000 Einwohner des Wildschutzge- biets Lupane in Sambia erwirtschaften aus zwei Jagdkonzessionen einen Jahresum- satz von 230.000 USD. 2. Das Maya-Biosphärenreservat in Guate- mala erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 47 Mio. USD und bietet Arbeits- plätze für 7.000 Menschen. Die größten Gefahren für Schutzgebiete ergeben sich in politisch instabilen Ländern und Regionen, in denen die Finanzierung von Schutzgebieten ausschließlich von Touris- museinnahmen abhängig ist. Politische Krisen können schnell dazu führen, dass die meisten Einrichtungen mangels Besuchern und damit Einnahmen geschlossen werden. Darüber hinaus ist auch die Naturerhaltung an sich ohne eine nachhaltige Finanzierung massiv gefährdet. Die durch Schutzgebiete erzeugten Vor- teile wirken sich weit über die Gebietsgren- zen hinaus aus. Um diese Vorteile zu unter- stützen und argumentativ zu nutzen, müssen Schutzgebiete in umfassendere Strategien für nachhaltige und wirtschaftliche Entwicklung integriert werden. 3. Schutzgebiete – umweltfreundliche Tourismusdestinationen? Das Management eines Schutzgebiets muss zahlreiche Aspekte berücksichtigen, um ein adäquates Management im Hinblick auf die erholungsbezogene Nutzung und die aus einem naturnahen Tourismus erwachsenden Vorteile einzurichten. Naturerhaltung und Freizeitnutzung können mithilfe einer geeig- neten Planung erfolgreich verknüpft werden. Hierzu müssen verschiedene Schlüsselele- mente als Hilfsmittel für das Management von Schutzgebieten in der richtigen Reihen- folge kombiniert werden, um einen stabilen Prozess und solide Ergebnisse zu ermöglichen (Abbildung 3). Schutzgebiete als Zielregion mit Erholungs- und Freizeitwert Abb. 4: Schutz- gebietsnetzwerk mit hohem touristischen Entwicklungs- potential in der Region Nord- Ostrobothnien 1) Basis für eine fokussierte Planung und Ressourcenallokation. 2) Alle Aspekte einer nachhaltigen Entwick- lung müssen in diesen ausgewählten Gebieten in besonderem Maße beachtet werden. 3) Verstärktes Engagement und mehr Res- sourcen für eine Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien einschließlich lokale Bevölkerung, Städte und Gemein- den, Universitäten und andere Bildungs- einrichtungen, Unternehmen im Bereich des naturnahen Tourismus, Vereine und Verbände usw. Metsähallitus 2008, K. Lahti Schutzgebietsnetzwerk mit hohem touristi- schen Entwicklungspotential in der Region Nord-Ostrobothnien 23Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN 4. Nationale Schutzgebietsnetzwerke mit hohem touristischem Entwick- lungspotential Eine nachhaltige Mittelbeschaffung und Finanzierung stellt für Schutzgebiete welt- weit eine zwingende Notwendigkeit und eine enorme Herausforderung dar. Die für Natur- schutz zuständigen Behörden und Organisati- onen sollten ermutigt werden, die touristische Entwicklung auf allen Ebenen strategisch zu planen. Wird eine derartige Planung partizi- pativ erarbeitet, ergeben sich zahlreiche Vor- teile für alle beteiligten Parteien. Das Amt für Naturschutz (Natural Heritage Services – NHS) der staatlichen Forstbehörde Metsähallitus in der Region Ostrobothnien hat ein Projekt zur Einrichtung eines „Netzwerks von Sonderschutzgebieten mit hohem touris- tischem Entwicklungspotential“ (Abbildung 4) ins Leben gerufen. Das Projekt umfasste die folgenden Maßnahmen: 1) Prüfung der vorhandenen und geplanten Tourismusstrategien der regionalen/lo- kalen Behörden, Städte und Gemeinden usw., um mögliche Überschneidungen und Lücken zwischen den Zielsetzungen des NHS und anderer Behörden zu ermit- teln. 2) Entwicklung und Einrichtung einer gemein- samen Übersicht, aus der die interessen- bezogenen Übereinstimmungen zwischen den Strategien der regionalen Behörden und des NHS im Bereich der Tourismus- entwicklung hervorgehen. 3) Integration des Konzepts „Netzwerk von Sonderschutzgebieten mit hohem touristi- schem Entwicklungspotential“ in die Regi- Abb. 5: Vom NHS entwickel- tes Modell zur Einrichtung einer stabilen Zusam- menarbeit zwi- schen dem Ma- nagement von Schutzgebieten, Behörden und anderen betei- ligten Parteien innerhalb einer Region/Desti- nation Alle beteiligten Parteien müssen das Schutzgebiet als zentrale touristische Attraktion in der Region sehen. Einigkeit darüber, dass jedwede Entwicklung der Zielregion in Übereinstimmung mit den Grundsätzen einer UMWELTFREUNDLICHEN ZIELREGION erfolgt. Naturnahe touristische Entwicklungsstrategie auf Ebene der Zielregion Strategie/Plan für eine nachhaltige Tourismusentwicklung für das Schutzgebiet Qualitätsnetzwerk Grüne Zielregion (Green Destination Quality Net, G DQN) – Zertifizierungsprogramm vorhanden Natural Heritage Services Nationale Tourismusbehörde Städte und Gemeinden Regionaler Marketingverbund Tourismusverbände Unternehmen aus Schlüsselbranchen Reiseveranstalter Regionalverwaltungen Lokale NRO Bildungssektor Voraussetzungen Gemeinsame Vision und Ziele Akteure Zusammenarbeit auf Ebene der Zielregion Zusammenarbeit lokaler Partner Formen der Zusammenarbeit von Metsähallitus NHS auf lokaler Ebene Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen lokalen Unternehmen und dem NHS Zertifizierung offizieller Führer für das Schutzgebiet (z. B. Führer Nationalpark Oulanka) Metsähallitus 2008, K. Lahti 24 © INOEK / BMU / BfN onalplanung und in die tägliche Arbeit. 4) Beschluss über eine strategische Mittel- zuweisung als ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit. 5) Dieses Netzwerk von Sonderschutzgebie- ten bildet die Grundlage für die Erarbei- tung von Richtlinien durch das NHS, um den Herausforderungen zu begegnen, die mit einer nachhaltigen Entwicklung dieser ländlichen und entlegenen Gebiete mit besonderem Schwerpunkt auf einem na- turnahen Tourismus verbunden sind. 5. Kooperation auf Ebene der Touris- musdestination und auf lokaler Ebene Um eine umfassende Kooperation sicher- zustellen, müssen bestimmte zentrale Vor- aussetzungen erfüllt werden. Darüber hinaus sollte die Kooperation auf regionaler Ebene mit der Zusammenarbeit auf lokaler Ebene verknüpft sein. In der Praxis besteht eine Zu- sammenarbeit auf lokaler Ebene oft schon lange bevor eine Kooperation auf regionaler Ebene eingerichtet ist. 6. Wert der freizeitbezogenen Nutzung von Schutzgebieten für alle beteilig- ten Parteien Die mit der Nutzung von Schutzgebieten und ihren Ressourcen befassten Interessen- gruppen lassen sich in vier allgemeine Grup- pen einordnen: 1. Management von Schutzgebieten 2. Bevölkerung und beteiligte Parteien vor Ort 3. Tourismusindustrie 4. Besucher 1) Aus Sicht des Managements von Schutz- gebieten ist eine freizeitbezogene Nut- zung erforderlich um: die Naturerhaltung zu fördern, ein positives Umfeld für eine nachhal- tige Entwicklung zu schaffen, um die biologische Vielfalt der Schutzgebiete zu bewahren, eine nachhaltige Finanzierung des Schutzgebiets zu sichern. 2) Aus Sicht der Bevölkerung vor Ort bietet die freizeitbezogene Nutzung von Schutz- gebieten: einen Weg, um die sich aus dem Na- turschutz ergebenden Nachteile für die traditionelle Lebensweise und Land- nutzung zu kompensieren, Beschäftigungschancen, Bildungschancen in ländlichen/entle- genen Gebieten. 3) Aus Sicht der Tourismusindustrie bietet die freizeitbezogene Nutzung von Schutzge- bieten: neue Geschäftschancen, Image- und Marketingvorteile, ein außergewöhnliches Umfeld für die angebotenen Leistungen und Pro- dukte. 4) Aus Sicht der Besucher sind Schutzgebiete ein Ort: an dem eine Interaktion mit der Natur möglich ist, an dem sie Neues lernen und sich wei- terbilden können, an dem sie körperlich und mental ent- spannen können, an dem in einer einzigartigen Umge- bung Abenteuererlebnisse möglich sind. Schutzgebiete als Zielregion mit Erholungs- und Freizeitwert 25Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN 26 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Michael Vogel Michael Vogel, Dr. Leiter des Nationalparks Berchtesgaden Nationalpark Berchtesgaden Doktorberg 6 D-83471 Berchtesgaden http://www.nationalpark-berchtesgaden.de Kurzvita Dr. Michael Vogel, Jahrgang 1952, studierte und arbeitete von 1974 bis 1986 an der Philipps Universität Marburg bei Prof. Dr. H. Remmert. An das Studium für das Höhere Lehramt an Gymnasien in den Fächern Biologie und Geographie schloss sich ein erfolgreiches Promotions- studium an. Seine universitären Forschungsarbeiten im Bereich der tierökologischen Ökosystem- forschung führten ihn zu Studien- und Forschungsaufenthalten an die University of Minnesota, als einen der ersten deutschen Wissenschaftler mehrmals auf Stationen des British Antarctic Surveys in die Subantarktis und Antarktis (im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Ökologie antarktischer Landinsekten“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft) und später auch an das Instituto de la Patagonia nach Punta Arenas in Chile. Nach seinem Wechsel im Jahre 1986 an die Bayerische Akademie für Naturschutz und Land- schaftspflege (ANL) leitete er das Referat Forschungsplanung und -koordination und später die Ökologische Lehr- und Forschungsstation der ANL in Laufen/Straß. Im Jahre 1996 wechselte er an das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen nach München und übernahm die Geschäftsführung der Länderarbeitsgemeinschaft für Naturschutz, Land- schaftspflege und Erholung (LANA). Ab dem Jahre 2000 war Dr. Vogel Mitarbeiter im Grund- satzreferat Naturschutz der Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege und Team-Leiter für den Regierungsbezirk Oberbayern beim Verfahren zur Umsetzung der FFH- und Vogelschutz- richtlinie in Bayern. Seit 01.07.2001 ist Michael Vogel Leiter der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Berchtesgaden. 27Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Michael Vogel Lebensraum Großschutzgebiet: Schutz der biologischen Vielfalt, Erholung und Sport Geschichte, Zonierung des Nationalparks Berchtesgaden Der Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige alpine Nationalpark Deutschlands und liegt im Südosten Bayerns direkt an der Grenze zu Österreich. Bereits 1910 wurde eine Fläche von 8.600 ha im südöstlichen Teil des heutigen Nationalparkgebietes als „Pflanzenschonbezirk Berchtesgadener Al- pen“ ausgewiesen. Damit sollte vor allem der Handel mit Alpenpflanzen eingedämmt wer- den. Eine Erweiterung des Schutzgebietes auf rund 20.400 ha erfolgte im März 1921 mit der Ausweisung des „Naturschutzgebietes Königssee“. Als Reaktion auf die Idee, den Watzmann mit einer Seilbahn zu erschließen, ergriff 1953 der Deutsche Naturschutzring mit der Forderung nach einem Nationalpark die Initiative. Im Europäischen Naturschutzjahr 1970 wurde diese Idee wieder aufgegriffen und mündete am 13.7.1972 in den Beschluss des Bayerischen Landtags, einen Bayerischen Alpenpark im Naturschutzgebiet Königssee zu planen. Am 1.8.1978 trat die „Verord- nung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden“ mit einer Gesamtgröße von 20.808 ha in Kraft. Der Nationalpark Berchtes- gaden ist ein Nationalpark der IUCN-Katego- rie II. Noch beträgt der prozentuale Anteil der Kernzone (natürliche Entwicklungsdynamik) an der Gesamtfläche 66,6%, der Anteil der permanenten Pflegezone 23,5% (Erhaltung der Kulturlandschaft, aktive Management- maßnahmen) und der Anteil der temporären Pflegezone 9,9%. Seit dem Jahre 1991 bilden der Nationalpark und sein Vorfeld ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat. Funktionen Nationalparke sind wichtige Knoten in einem Schutzgebietssystem, so z.B. national (Deutschland beherbergt 14 Nationalparks) als auch international (im Gebiet der Abgren- zung der Alpenkonvention sind ebenfalls 14 Nationalparks ausgewiesen). Nationalparke besitzen generell gesehen den höchsten ge- setzlichen Schutzstatus und sind als Groß- schutzgebiete ausgewiesen. Grundlagen Die Rechtsgrundlagen und Leitlinien für die Entwicklung des Nationalpark Berchtes- gaden umfassen die Naturschutzgesetze des Bundes und des Landes Bayern, die Natio- nalparkverordnung, europäische Richtlinien wie FFH- und Vogelschutz-Richtlinie, die Ver- pflichtungen aus der Alpenkonvention, die international gültigen IUCN-Richtlinien, oder Abb. 1: Watz- mann (2713 m ü. NN) im National- park Berchtes- gaden 28 © INOEK / BMU / BfN mehr spezielle Vereinbarungen und/oder Verpflichtungen wie der Aktionsplan für die Schutzgebiete in Europa, die Auflagen für das Europadiplom zum Schutz ökologischer Kostbarkeiten (verlängert 2005 – 2010) oder die ARGE-ALP-Resolution zur Errichtung und zum Management alpiner Nationalparke. Zielsystem Das Zielsystem des Nationalpark Berchtes- gaden hat als übergeordnete Aufgabe Schutz der Natur in ihrer natürlichen Dynamik und als Prozessschutz, mit den lokalen Unterzielen und Aufgaben der Forschung, der Erholungs- nutzung, der Denkmalpflege sowie der Um- weltbildung und Kommunikation. Besonderheiten alpiner Lebensräume Mit der Höhe verringern sich Temperatur (pro 200 Höhenmeter 1°C), Feuchtigkeit trotz steigender Niederschläge, Sauerstoffgehalt der Luft sowie der Luftdruck. Mit der Höhe nehmen die Sonneneinstrahlung (UV-Strah- lung) und die Windstärke zu. Die Anpas- sungsstrategien der alpinen Flora richten sich aus an einer kurzen Vegetationszeit (pro 100 m 1 Woche weniger Wachstumsperiode), einer langen Schneebedeckung und vielen Frosttagen. Die Anpassungsstrategien der al- pinen Fauna sind gesteuert von tiefen Tempe- raturen, einer langen Schneebedeckung und einem kargen Nahrungsangebot. Biologische Vielfalt des Nationalparks Berchtesgaden Alle Tier- und Pflanzenarten, die im Park vorkommen, sind nicht bekannt. Bis jetzt sind an Tierarten nachgewiesen: 15 Fischarten, 8 Amphibienarten, 7 Reptilienarten, ca. 100 Brutvogelarten + 40 Gastvogelarten, 55 Säu- getierarten sowie unzählige Insektenarten. Von den bekannten Tierarten (quer durch alle Gruppen) stehen 113 Arten in der Ro- ten Liste Deutschland und/oder Bayern. An Pflanzenarten sind bis jetzt 2.000 Pilzarten, 640 Flechtenarten, 400 Moosarten sowie über 1.000 Gefäßpflanzenarten nachgewie- sen. Von den Gefäßpflanzenarten sind 108 Arten geschützte Arten und 69 Arten sind in der Roten Liste Deutschland und/oder Bayern aufgeführt. Von diesen sind 20 Arten poten- tiell gefährdet. Besucher im Nationalpark Berchtesgaden Der Nationalpark Berchtesgaden wird jährlich von ca. 1.5 Mio Menschen besucht. Naturschutz und Erholung bewegen sich je- doch in einem Spannungsfeld: Touristen und Nah- bzw. Nächsterholer können Beeinträch- tigungen natürlicher Ressourcen verursachen. Die Auseinandersetzung mit dem Themen- komplex Erholung – Naturschutz wird spezi- ell angesichts sich verändernder gesellschaft- licher Rahmenbedingungen unentbehrlicher Lebensraum Großschutzgebiet: Schutz der biologischen Vielfalt, Erholung und Sport Abb. 2: Alpensteinbock (Capra ibex) 29Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Bestandteil des Schutzgebietsmanagements. In diesem Kontext steigt insbesondere die Bedeutung von Naturlandschaften für die Ausübung von Erholungsaktivitäten. Dazu ist die Differenzierung verschiedener Erho- lungsaktivitäten erforderlich, da jede Nut- zungsform den Naturraum unterschiedlich beansprucht und daher mit unterschiedlichen Auswirkungen verbunden ist. Weiterhin sind Informationen über den Raumanspruch der verschiedenen Aktivitäten unabdingbar. Da- her müssen die einzelnen Aktivitäten konkret im Raum lokalisiert werden, um eine Konflikt- analyse vornehmen zu können. Die Motive der Besucher für den Aufent- halt im NP Berchtesgaden sind bei 35% das Erlebnis von Natur und Landschaft, bei 30% der Wunsch nach körperlicher Betätigung, einen Ausflug machen (19%) oder auch sich entspannen und erholen (12%). Die Aufent- haltsdauer von Besuchern im NP Berchtesga- den beträgt bei 60% mehr als vier Stunden, bei 27% bis zu vier Stunden und nur bei 1% weniger als eine Stunde. Die Aktivitäten von Besuchern im NP Berchtesgaden beziehen sich auf Natur- und Landschaftserlebnis (72%), Bergwandern (71%), Fotografieren (59%) oder auch Pflan- zen und Tiere beobachten (51% bzw. 40%). Aktiv Sport machen wurde von 11% als be- vorzugte Aktivität genannt. Hauptmotivation des Besuches ist daher nicht in erster Linie die sportliche Betätigung. Dennoch gibt es auf bestimmten Themenfeldern enge Berüh- rungen zu Sport- bzw. sportlichen Freizeitak- tivitäten. Beispiel: Schwebend Natur erleben; Hän- gegleiter und Steinadler im Nationalpark Berchtesgaden: Kaum ein anderer Luftsport kommt dem Vogelflug so nahe wie das Drachen- und Gleitschirmfliegen. Gerade in der Anfangs- zeit des Drachen- und Gleitschirmfliegens befürchtete der Naturschutz negative Aus- wirkungen auf die Natur. Zum vorbeugenden Schutz des Steinadlers wurde vom National- park Berchtesgaden mit Hilfe der Allianz- Umweltstiftung ein Leitfaden erarbeitet. Neu am Berchtesgadener Weg war, dass man die Kooperation mit den Piloten gesucht hat. Hauptzielsetzung des Projektes war das Mot- to „Kooperation statt Konfrontation“, d. h. die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Natursport (und anderen Nutzergruppen wie z. B. Hubschrauberverbänden) wurde stark priorisiert, indem Daten von sensiblen Bereichen (= aktuellen Horstbereichen) wei- tergegeben wurden, um Störungen in diesen Bereichen von vornherein zu meiden. Auch automatisierte Informationsmöglichkeiten wurden installiert (Homepage mit aktuellen Hinweisen auf sensible Bereiche sowie Infota- Abb. 3: Besucher in der Wimbach- klamm 30 © INOEK / BMU / BfN feln an Bergbahnstationen und Startplätzen von Hängegleitern). Diese Maßnahmen ha- ben sich schnell etabliert und werden inzwi- schen in ganz Bayern angewandt. Umwelt- bildung und Öffentlichkeitsarbeit waren und sind weitere Schwerpunkte des Projekts. Beispiel: (Winterliche) Erholungsnutzung mit potentiellen Auswirkungen auf Raufuß- hühner (Auerhuhn, Haselhuhn, Birkhuhn und Alpenschneehuhn): Hauptaktivitäten im Nationalpark Berch- tesgaden sind hierzu das Skibergsteigen mit folgenden Charakteristika: Aufstieg und flächenintensive Abfahrt („Aufschrecken“) Hauptmotiv: körperliche Betätigung, Na- turerlebnis Räumliche Verteilung: Talgrund bis Gipfel Zeitliche Verteilung: Nov. - Mai (Feb. - Mit- te April), nach Tagesanbruch Konflikte: morgendliche Aktivitätszeit der Raufußhühner, Balzzeit im Frühjahr Entwicklung: starke Zunahme sowie das Schneeschuhgehen mit den Cha- rakteristika: Leicht zu lernen, flächenintensiv, abseits der Wege/Routen Hauptmotiv: Einsamkeit, Naturerlebnis ohne Infrastruktur Räumliche Verteilung: wenig steiles Ge- lände, unterhalb der Waldgrenze Zeitliche Verteilung: Jan. - März, Morgen – später Nachmittag Konflikte: große Tageszeitspanne mit Le- bensraum-Überschneidung, Balzzeit im Frühjahr Entwicklung: starke Zunahme, Mond- scheintouren, Alternative bzgl. Schnee- mangel, Nicht-Skifahrer In Bayern und speziell im Nationalpark Berchtesgaden sind hierzu zwei große Pro- jekte umgesetzt worden: „Untersuchung Wildtiere und Skilauf im Gebirge“, gefördert durch das Bayerische Umweltministerium so- wie das DAV-Projekt „Skibergsteigen umwelt- freundlich“. Gemeinsame Leitlinien, Themen und Ziele sind dabei die Sicherstellung öko- logischer Verträglichkeit, die Erhaltung sport- licher Nutzungsmöglichkeiten, eine intensive Beteiligung von Behörden und Verbänden sowie das Prinzip der Freiwilligkeit als Prio- rität. Einhergehen eine Erfolgskontrolle und Optimierung der Maßnahmen und Verein- barungen sowie eine intensive Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Grundlagenermittlung und Besucherlenkung Außer der Erfassung der Erholungssuchen- den und Freizeitaktiven, ihrer Aktionen, den räumlichen und zeitlichen Nutzungsmustern und ihrem Verhalten mit Auswirkung für das Schutzgebietsmanagement mit Zielsetzung „Schutz der Natur“ müssen die erhoben Da- ten auch verwaltet, analysiert und entspre- chend aufbereitet zugänglich gemacht und Abb. 4: Kinder- gruppe im Garten der Informations- stelle Hintersee Lebensraum Großschutzgebiet: Schutz der biologischen Vielfalt, Erholung und Sport 31Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN präsentiert werden. Wichtig ist eine Grundlagenermittlung für konkretes Handeln nämlich durch: Informationen verknüpfen Bewusstsein bilden, Zusammenhänge wahrnehmen, langfristige Entwicklungen und Trends er- kennen, Partner kennen / Kooperationen stärken, Konflikt- und Entwicklungspotentiale identifizieren. Daraus ergibt sich eine Besucherlenkung mit Maßnahmen zur Beeinflussung von Besu- chern in Bezug auf ihre räumliche und quan- titative Verteilung sowie auf ihre Verhaltens- weisen. Diese sollen Aktivitäten von sensiblen Räumen fernhalten bzw. versuchen, diese zu kanalisieren oder in weniger sensible Räu- me zu lenken. Die Instrumente dazu können „hart“ durch Lenkung (direkte Maßnahmen) und/oder Zwangsmaßnahmen (gesetzliche Beschränkungen; Ge- und Verbote) oder „weich“ durch ein gutes Kommunikations- angebot sein. Zum Einsatz hierzu können Instrumente wie Führungen, Hinweisschilder, geführte Exkursionen, Lehrpfade, Faltblätter, Karten, Führer, usw. kommen. Fazit Jedes Management sollte wissen: Welche Sommer- und Winteraktivitäts- formen sind zu unterscheiden? Wie viele Personen führen welche Aktivi- tätsform aus? Wo erfolgen die einzelnen Aktivitäts- formen? Welche Infrastruktur ist essentiell zur Aus- führung der einzelnen Aktivitätsformen? Welche Infrastruktur steht dem Manage- ment bzgl. Besucherlenkung / -leitung zur Verfügung? Welche Infrastruktur ist eigentlich für na- tur- / landschaftsabhängige Erholungsnut- zung relevant? Wie viele Besucher nutzen die Infrastruk- tur? Entspricht die infrastrukturelle Ausstat- tung dem Besucheraufkommen? Von wem werden die einzelnen infrastruk- turellen Elemente unterhalten / gewartet? Welche Einrichtungen unterstützen / be- werben die verschiedenen Sommer- Win- teraktivitätsformen? Welche Organisationen verfügen über Be- sucherzahlen? Welche Organisationen / Infrastrukturellen lokalisiert außerhalb des Schutzgebiets sind relevant? Literatur (Auswahl) Hennig, S. (2005): Monitoring-System „Recre- ational Use“ – Das Beispiel Nationalpark Berchtesgaden. In, Schrenk, M. (Hrsg.): Tagungsband CORP 2005, Wien. Hennig, S. & Künzl, M. (2005): „Toward a Gui- ding Principle Recreational Use” The Pro- tected Area Berchtesgaden National Park within the Region. Conference Volume 3rd Symposium of the Hohen Tauern National Park for Research in Protected Areas. 15.- 17. September 2005. Castle of Kaprun. Hennig, S & Baumann, D. (2007): Charakterisie- rung der Besucher im Nationalpark Berch- tesgaden. Unveröffentl. Manuskript StMLU Bayerisches Staatsministerium für Lan- desentwicklung und Umweltfragen (Hrsg.) (2001): Nationalparkplan. http://www.na- tionalpark-berchtesgaden.de 32 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Ulrike Pröbstl Ulrike Pröbstl, Prof. Dr. Leiterin des Instituts für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung Universität für Bodenkultur Wien Peter Jordanstraße 82 A-1190 Wien http://ifl.boku.ac.at Kurzvita Prof. Dr. Ulrike Pröbstl schloss 1984 an der TU München ihr Diplomstudium zum Dipl. Ing. ab. Anschließend promovierte sie an der forstwissenschaftlichen Fakultät der Ludwig Maximilian Universität München zum Dr. rer. silv.. Ihre Habilitation schloss sie im Jahr 2000 an der TU München ab. Bereits seit 1988 betreibt Ulrike Pröbstl das freie Planungsbüro AGL. Zu ihren be- ruflichen Arbeitsschwerpunkten zählten in der Vergangenheit insbesondere die Bereiche Freizeit und Erholung sowie Naturschutz, Ortsentwicklung und Landschaftsplanung. Seit 1990 ist Ulrike Pröbstl Mitglied der Bayerischen Architektenkammer. In ihrem beruflichen Werdegang ist es ihr gelungen die wissenschaftliche und privatwirtschaft- liche Laufbahn miteinander zu verbinden. 2003 erfolgte die Berufung an die Universität für Bodenkultur Wien, wo sie die neu eingerichtete Professur für Landschaftsentwicklung besetzt. Zu den aktuellen Forschungsthemen im Tourismus gehören unter anderem: Konfliktlösung im Naturschutz, Klimawandel und Tourismus, das Konfliktfeld Natura 2000 Sport und Tourismus, GPS-Nutzung für Freizeit und Tourismus sowie die Anforderungen einer älter werdenden Ge- sellschaft. Neben zahlreichen Mitgliedschaften in Berufs- und wissenschaftlichen Vereinigungen (u. a. IUFRO, IASNR) ist Prof. Pröbstl in der Förderung von Frauen in der Wissenschaft und im integrativen Naturschutz engagiert. So ist sie u. a. Mitglied im Obersten Naturschutzbeirat am Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, im Präsidium der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landespflege und im Umweltbeirat des Deutschen Skiverbandes. 33Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Ulrike Pröbstl und Petra Sterl Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung 1. Einführung Die Idee zu „Natura 2000“ ist faszinierend: Ohne Rücksicht auf Landesgrenzen entsteht in Europa ein Netz des Lebens. Das reiche Natur- erbe der europäischen Gemeinschaft soll für uns und zukünftige Generationen bewahrt werden. So lassen sich in kurzen Worten die Ziele von Natura 2000, dem europäischen Netzwerk von Schutzgebieten im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz- Richtlinie (Europäische Kommission 1992 und 1979), beschreiben. Mit einem Verbund wertvoller Lebensräu- me soll dem stetigen Rückgang vieler Arten entgegengewirkt werden. Seit den 1980er Jah- ren, als sich die Forschung vermehrt den Aus- wirkungen von Tourismus und Erholungsnut- zung zugewandt hat, ist klar, dass auch diese Nutzungsformen wesentlich zum Artenrück- gang in Deutschland beitragen. Korneck und Sukopp (1988) zählen Tourismus und Erho- lung, nach Land-, Forstwirtschaft und Jagd zur drittwichtigsten Ursachengruppe von Ar- tenrückgang. Die für den Tourismus besonders attrak- tiven Berg- und Küstengebiete weisen auch besonders viele wertvolle Gebiete auf, die durch das europäische Schutzgebietskonzept Natura 2000 geschützt sind. Gerade in vielen Berggebieten, wie dem Schwarzwald oder den Alpen wird die Belastung immer deut- licher. So muss der sensible Lebensraum der Alpen rund 120 Millionen Besucher pro Jahr „bewältigen“. Dadurch stellt sich für viele Mitgliedstaa- ten der Europäischen Union die Frage, wie diese wertvollen Bereiche, die Natura 2000- Gebiete, geschützt werden können und wel- che Maßnahmen und gegebenenfalls auch Einschränkungen erforderlich sind um die Qualität zu erhalten oder zu verbessern. Ein geeignetes Mittel dazu stellt der so genannte Bewirtschaftungs- oder Manage- mentplan dar (Europäische Kommission 2005). Er ist, entsprechend der FFH-Richtlinie, nicht verpflichtend aufzustellen, hilft aber im- mer dann, wenn unterschiedliche Nutzungen geregelt und aufeinander abgestimmt wer- den müssen. Dies gilt für die meisten Natura 2000-Gebiete. 2. Der Managementplan für Natura 2000-Gebiete Der Managementplan schlägt neben den erforderlichen Pflege- und Entwicklungsmaß- nahmen auch mögliche Nutzungsbeschrän- kungen vor und setzt sich mit bestehenden Belastungen oder Beeinträchtigungen ausein- ander. Somit könnten auch Einschränkungen für Sport und Tourismus im Managementplan behandelt und dargelegt werden. Zu den wichtigsten Inhalten des Manage- mentplans gehören: Gebietsbeschreibung ggf. einschließlich früherer Landnutzungsformen, Erfassung und Bewertung des Ist-Zustan- des, 34 © INOEK / BMU / BfN Definition von Schutzzielen und von Hemmnissen, die diesen Zielen entgegen- stehen, Zusammenstellung von Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Entwicklung, Kostenplanung, Vorschläge für Monitoring und Erfolgs- kontrolle. In diesem Zusammenhang ist hervorzuhe- ben, dass die Europäische Kommission in den Orientierungshilfen zum Natura 2000 - Ge- bietsmanagement ausdrücklich vorsieht, die Managementpläne kooperativ zu entwickeln. Alle örtlichen Akteure und Interessengruppen sollen in den Planungsprozess miteinbezogen werden. Deshalb sollten die Management- pläne auch allgemeinverständlich formuliert werden, die Nutzungsinteressen mitberück- sichtigen und die Kosten geplanter Maß- nahmen beschreiben. Die wesentlichen Auf- gaben des Planungsprozesses, einschließlich der Partizipation, sind in der nachstehenden Abbildung 1 dargestellt. Die nachstehende Erläuterung zur Be- deutung, Rolle und zu guten Praxisbeispielen rund um die Managementplanung bezieht sich auf diese wichtigen drei Aufgabenblö- cke: die Bestandsaufnahme und Bewertung, die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und die Beteiligung unter Berücksichtigung sozio- ökonomischer Zusammenhänge. Dabei wird jeweils die mögliche Rolle von Sport und Tou- rismus erläutert und diskutiert. 2.1 Zur Bedeutung von Bestandsaufnah- me und Bewertung Jede Planung baut auf einer Bestandsauf- nahme und Bewertung auf. Dies gilt auch für die Managementplanungen. Fehleinschät- zungen und in der Folge nicht erforderliche Einschränkungen der Erholungsnutzung bzw. der Angebote für Tourismus und Sport kön- nen dann entstehen, wenn keine differen- zierte Analyse des Wirkungszusammenhangs zwischen den Aktivitäten und den Schutzob- jekten (Arten oder Lebensräumen) besteht. Dies lässt sich sehr anschaulich an zwei Beispielen aus hochwertigen Schutzgebieten zeigen. Fallbeispiel Karwendelgrube: Natura 2000- Gebiet und Naturschutzgebiet Karwendelge- birge (Deutscher Alpenraum). Im Teilbereich der Karwendelgrube, die an ein Seilbahngebäude anschließt, soll neben Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung Planungsprozess des Natura 2000 Managementplans Bestandsaufnahme und Bewertung Maßnahmen Beteiligung Bewertung des günstigen Erhaltungszustands bezogen auf Pflanzen, Tiere und Lebensräume Aufnahme von Störungen / Belastungen Berücksichtigung der ökologischen Dynamik Schutz, Erhaltung, Pflege und Förderung Angebotsplanung Lenkungsmaßnahmen Information Monitoring Berücksichtigung der sozio-ökonomischen Zusammenhänge Maßnahmen zur Akzeptanzförderung Ablauf und Qualität des Beteiligungs- prozesses Abb. 1: Bestand- teile des Pla- nungsprozesses für Natura 2000 Management- pläne 35Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN der Vegetation auch das dort vorkommende Schneehuhn geschützt werden. Aus diesem Grund wurde ein Betretungsverbot für die Grube ausgesprochen, an die sich vor allem Kinder ungern hielten, weil das Gelände zum Hineinrutschen in die Grube verleitet und dort auch im ausgehenden Winter, wenn es in tief- eren Lagen bereits keinen Schnee mehr gibt, dort immer noch große Mengen an Schnee durch Lawinenabgänge zu finden sind. Die Bergbahn bemühte sich, diese schnee- bezogenen Aktivitäten für ihre Besucher zu „legalisieren“. Daraus entstand eine langjäh- rige Auseinandersetzung, die erst beendet werden konnte, als die Ergebnisse einer diffe- renzierten Kartierung der Schneehuhnaufent- haltsräume in Winter und Sommer vorlagen (vgl. dazu Zeitler 2002). Die Winteraktivitäten sind nach dieser Studie aufgrund der Lebensraumnutzung der Schneehühner völlig unproblematisch, es ist nur im Sommer darauf zu achten, dass die Grube nicht aufgesucht wird. In diesem Fall sind nur minimale Besucherlenkungsmaß- nahmen (Informationstafel im Sommer) er- forderlich, da der Bereich zu dieser Jahreszeit kaum aufgesucht wird. Fallbeispiel: Reiten im Natura 2000-Gebiet De Hoge Veluwe (Nationalpark in den Nieder- landen) Der Nationalpark De Hoge Veluwe in den Niederlanden zählt zu den ältesten National- parken des Landes. Der Park ist der Lebens- raum zahlreicher gefährdeter Arten und wur- de als FFH- und Vogelschutzgebiet gemeldet. Das Besondere des Gebietes ist sein Manage- ment im Hinblick auf den Reitsport. Seit Mai 2006 wurde auf der Grundlage einer diffe- renzierten Bestandsaufnahme und Bewer- tung aller ökologischer Wechselwirkungen das Reiten nicht nur auf den bestehenden 45 Kilometern ausgewiesener Reitwege, sondern überall erlaubt. Nur in den stärker besuchten Bereichen werden die Reitwege gepflegt. Die detaillierte ökologische Bestands- aufnahme mit den Wechselwirkungen des dort ausgeübten Reitsports war die Ursache dafür. Die meisten Reiter nutzen die ausge- wiesenen Wege. Einige wenige Reiter, die sich besser auskennen, verlassen dagegen die Reitwege und reiten quer durch die ge- schützten Flächen. Diese extensive Nutzung und geringfügige Störung des Oberbodens hat verschiedene positive Konsequenzen für die Natur. Die kleinflächige Öffnung durch die Hufe legt partiell den sandigen Boden frei. Dieses Mosaik stellt ein ideales Habitat für seltene Grashüpferarten dar. Die Reiter tragen damit dazu bei, den Lebensraum für den gefährdeten Grashüpfer, der auf sandige Bereiche angewiesen ist, zu erhalten. Die Be- standsaufnahme hat weitere positive Effekte ergeben. Gerade in den Randbereichen der Wege kommen Pflanzensamen besser auf. So wurden junge Wacholderpflanzen vor allem am Rande der Pferdewege gefunden. Gemeinsam mit den Reitern wurde die Konsequenz dieser Ergebnisse diskutiert. Bei weiterhin verträglichem Verhalten der Reiter wird dieses Konzept beibehalten (vgl. dazu http://www.hogeveluwe.nl). 2.2 A nforderungen an Bestandsaufnah- me und Bewertung Diese beiden Fallbeispiele unterstreichen die Bedeutung einer schutzgutbezogenen Bestandsaufnahme, die sich in differenzierter Form auch die Wechselwirkungen zwischen Sport und Schutzobjekt ansieht. 36 © INOEK / BMU / BfN Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung Bevor Verbotstatbestände für Erholung, Sport und Tourismus in Managementplänen diskutiert werden, bedarf es folglich einer entsprechenden Analyse im Einzelfall. Aber nicht nur im Sinne eines adäquaten Schutzes von Lebensräumen und Arten ist eine differenzierte Bestandsaufnahme un- erlässlich sondern auch - wie die folgenden Beispiele zeigen – dann, wenn gezielt eine Angebotsentwicklung und/oder Lenkungs- maßnahmen bezogen auf Erholungssuchen- de und Touristen durchgeführt werden sollen. In Gebieten, in welchen geschützte Arten und/oder Lebensräume vorkommen, und in welchen daher eine angepasste Planung für Erholungssuchende, Sportler oder Touristen erstellt werden soll, sind folgende Informati- onen für die Managementplanung unerläss- lich (siehe Abb. 2). Abbildung 2 zeigt deutlich, dass die In- formationen, die benötigt werden um Maß- nahmen gegen Störungen und Belastungen von Arten und Lebensräumen zu entwickeln, und die Informationen, die unerlässlich sind um eine Planung im Interesse von Erholungs- suchenden und Touristen anzubieten, vielfach identisch sind. Eine abgestimmte und koope- rative Erhebung dieser Daten kommt beiden Zielsetzungen zugute. Leider werden diese Synergieeffekte und Grundlagen für effizi- ente Lenkungsmaßnahmen selten genutzt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie und mit welchem Aufwand die oben genannten Daten zur Verteilung, zur Anzahl, zu den Aktivitäten und Motiven der Besucher gewonnen werden können. Die nachstehende Abbildung verdeutlicht, dass grundsätzlich viele verschiedene Informati- onsquellen bestehen, die u.U. zu denselben Ergebnissen führen können. In Abbildung 3 sind beispielhaft verschiedene Quellen dar- gestellt. In jedem Einzelfall ist zu überprüfen, welche Kombination von Daten, z.B. Zäh- lungen und Luftbild oder die Nutzung beste- hender touristischer Daten, wie Eintrittskar- ten, kombiniert mit Fragebogen, hilft die, für die jeweilige Fragestellung entscheidenden, Antworten zu finden. Durch eine kreative und gezielte Auswahl können hier – auch Kosten sparend – die entscheidenden Informationen für das Management (z.B. Besucherlenkung zum Schutz der Wildtiere) abgeleitet werden (vgl. Abb. 3). Allerdings zeigt das nachfol- gende Beispiel vom Ötscher/Österreich, dass die Auswahl der Methode einen großen Ein- fluss auf die Bewertung und die Ableitung von Maßnahmen hat. Eine leichtfertige Ent- scheidung aus Kostengründen kann weit rei- chende Folgen haben. Störungen und Belastungen der Arten und Lebensräume Interessen von Erholungs- suchenden und Touristen Zum Beispiel Störungen Schäden an der Vegetation Betroffene Arten Anzahl der Besucher Verteilung während des Tages und während der Saison Verteilung der Besucher Aktivitäten der Besucher Bedeutung des Gebietes für den Tourismus Touristische Angebote, Dienstleistungen und Infrastruktur Anzahl der Besucher Verteilung der Besucher (crowding) Aktivitäten der Besucher (Attraktivität) Zukünftige Entwicklung... Abb. 2: Für die Management- planung in Erholungs- und Tourismusge- bieten sind bezogen auf die Besucher viel- fach dieselben Informationen wie bezogen auf die Schutzgüter erforderlich. 37Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Beispiel Tourengehen im Bereich von Le- bensräumen des Birkhuhns am Ötscher/Ös- terreich In der vorliegenden Untersuchung ging es darum für das Gebiet des Ötschers die touristische Nutzungsintensität im Winter zu erfassen. Nach einer Geländebegehung, Ge- sprächen mit Ortskundigen (Tourismusbüro, Personal des Skigebietes) und der Recherche in Skitourenführern und Tourismusprospekten stellte sich heraus, dass im Rahmen des Ma- nagementplans und der Besucherlenkung das Konfliktpotential bezogen auf das Birkhuhn und die Nutzergruppe der Skitourengeher zu untersuchen und abzuklären ist (vgl. dazu Sterl et al 2007). Das Tourengehen im Lebensraum des Birkhuhns kann zu erheblichen Störungen führen. Für Birkwild sind vor allem mensch- liche Aktivitäten im Winter bedrohlich, da- gegen werden Störungen im Sommer und Herbst als weniger gravierend eingestuft (Me- noni und Magnani 1998). Mehrere Studien zeigen, dass der Wintersport einen großen Anteil am Rückgang lokaler Populationen ha- ben kann (Meile 1982, Miquet 1988, Miquet 1990, Zeitler 2000). Skifahrer, Skitouren- geher und – in den letzten Jahren vermehrt – auch Schneeschuhwanderer nutzen die Winterlebensräume von Birkwild (Menoni und Magnani 1998), wobei attraktive Orte für Wintersportler, wie Kuppen, Rücken oder Verebnungen, mit traditionellen Balzplätzen des Birkwildes, oft räumlich zusammenfallen. Durch die im Winter begrenzte und energie- arme Nahrung können gerade energieauf- wendige Fluchten erhebliche Auswirkungen haben. Neben einer Raumkonkurrenz, spielt auch die Zeitkonkurrenz zwischen Winter- sportlern und Birkwild eine wesentliche Rolle: so haben inzwischen abendliche Aktivitäten z.T. mit Stirnlampen zugenommen, wodurch die Tagesrandzeiten, in welchen das Birkwild ungestört Nahrung aufnehmen kann, immer mehr abnehmen (Zeitler 2006). In diesem Zu- sammenhang weist Zeitler (2006) auch dar- auf hin, dass zwischen vereinzelten Störereig- nissen, die kompensiert werden können, und häufigen Störungen zu unterscheiden ist. Bei der Auswahl der Erhebungsmetho- den standen einige Methoden von vornher- ein nicht zur Diskussion. Feldbeobachtungen kamen aufgrund der räumlichen Lage, der Steilheit des Geländes, fehlender Infrastruk- Luftbild- Interpretation Modellie- rung Fragebogen/ Interviews Zählungen Nutzung bestehender touristischer Daten GPS- tracking Verteilung über den Tag und die Saison Aktivitäten der Besucher Anzahl der Besucher Räumliche Vertei- lung der Besucher Wünsche für die zu- künftige Entwicklung Methodenset Aus dem im Einzelfall die geeignete Methoden für die jeweilige Situation ausgewählt werden muss: Abb. 3: Meist führt die gezielte Kombination von Methoden zu den Informati- onen, die für den Management- plan benötigt werden. 38 © INOEK / BMU / BfN tureinrichtungen und der Wettersituation nicht in Frage. Da es im Untersuchungsgebiet keine Möglichkeit für die Montage einer Vi- deokamera an einem geeigneten Standort gab, waren Videobeobachtungen ebenfalls nicht möglich. Ebenso sind Drehkreuze und Trittmatten nicht für die Erfassung von Ski- tourengehern geeignet. Mit dem Ziel, die zeitlich-räumliche Verteilung der Besucher zu erheben, und daraus Rückschlüsse auf die möglichen Einflüsse auf die Bewertung der sportlichen Aktivitäten bezogen auf die Le- bensräume zu erhalten, wurden folgende vier Methoden am Ötscher angewandt: Besucherzählungen Routenbefragung Befliegungen des Gebietes Routenaufzeichnung mittels GPS-Gerä- ten. Besucherzählungen Ein Vorteil bei den Zählungen war, dass es nur einige wenige Ausgangspunkte für Ski- touren in das Gebiet gibt, weshalb es möglich war mit nur zwei Zählstationen sämtliche Ski- tourengeher zu erfassen. Aufgrund der Zäh- lungen erhält man Informationen zur Besu- chergesamtzahl und zur zeitlichen Verteilung der Besucherdichten im Tagesverlauf, über die räumliche Verteilung der Besucher innerhalb des Untersuchungsgebietes können jedoch keine Aussagen getroffen werden. Befliegungen des Gebietes Mittels Luftbildaufnahmen ist es möglich die räumliche Verteilung von Besuchern zu erfassen. Dabei wird die räumliche Verteilung der Sportler zum Aufnahmezeitpunkt wie- dergegeben. Der Vorteil der nur punktuellen Aufnahme ist, dass man gleichzeitig große Untersuchungsgebiete in kurzer Zeit erfassen kann. Routenbefragungen An die Sportler wurden Fragebögen aus- geteilt, denen eine Karte beigelegt war, in die sie die gewählte Skitour einzeichnen sollten. Zusätzlich wurden weitere Informationen zum regelmäßigen Verhalten und der bevor- zugten Nutzung abgefragt. Die Befragten konnten dabei bereits eingetragene typische Routen markieren oder eigene von ihnen ge- nutzte Routen in der Karte einzeichnen. Die Ergebnisse geben Hinweise auf die räumliche Verteilung sowie die saisonale Nutzung des Gebietes. Die Bereitschaft zur Teilnahme war am Ötscher sehr hoch. Routenaufzeichnung mittels GPS-Geräten Bei Routenaufzeichnungen werden GPS- Geräte am Beginn der Tour an die Sportler ausgeteilt und am Ende wieder eingesam- melt. Mittels der GPS-Geräte können Infor- mationen über die räumliche Verteilung der Besucher gewonnen werden. Die zeitliche Auflösung der Daten ist hoch, da die Positi- on des Besuchers, der das GPS-Gerät mitführt permanent aufgezeichnet wird. Über diese Aufzeichnung sind auch Rückschlüsse auf das Verhalten des Besuchers (z.B. Pausen) mög- lich. Neben der Bereitschaft der Besucher ein Gerät mitzunehmen spielte auch das Wetter eine wesentliche Rolle bei den Erhebungen. Probleme mit der Abschirmung durch Ve- getation oder steile Rinnen bestanden nicht (Heine et al. 2004). Nachstehend sind die Ergebnisse dieser verschiedenen Erhebungsmethoden verglei- chend dargestellt. Der Kernlebensraum des Birkwilds ist in den Kartenausschnitten jeweils hellgrau abgegrenzt. Die dunklen Linien ge- ben die jeweiligen Ergebnisse zur Verteilung der Skitourengeher wieder. Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung 39Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Abb. 4: Skitourengeher im Vor- kommensgebiet des Birkhuhns (Luftbildauswertung) (Sterl et al. 2007) Abb. 5: Skitourengeher im Vor- kommensgebiet des Birkhuhns (Routenbefragung) (Sterl et al. 2007) Abb. 6: Skitourengeher im Vor- kommensgebiet des Birkhuhns (GPS-Tracks) (Sterl et al. 2007) Vorkommen Birkhuhn Tourengeher Vorkommen Birkhuhn Ergebnisse Routenbefragung Routen (bei Befragung nicht genannt) 10 - 20 Tourengeher 30 - 40 Tourengeher 20 - 30 Tourengeher 50 - 60 Tourengeher 60 - 70 Tourengeher 0 Tourengeher 1 - 5 Tourengeher 5 - 10 Tourengeher Vorkommen Birkhuhn GPS-Track 40 © INOEK / BMU / BfN Die Ergebnisse zeigen, dass es allein auf- grund der unterschiedlichen Methode passie- ren kann, dass die Gefährdung des Birkwild- Lebensraums falsch eingeschätzt und mögli- cherweise von einem günstigen Erhaltungs- zustand ausgegangen wird. Die GPS-Tracks lassen besonders gut die flächige Dimension der Belastung erkennen. Eine angemessene Managementplanung muss daher nicht nur bezogen auf die Wildtiere, sondern auch be- zogen auf die Nutzergruppen die „richtige“ Methode auswählen. Bei der Analyse der Er- holungsnutzung durch Badegäste im Bereich der Seenkette zwischen Ruhpolding und Reit im Winkel erwies sich demgegenüber die Be- fliegung als eine sehr geeignete Methode. 2.3 A ngepasste Maßnahmen und Lenkungskonzepte Neben der Erhebungsmethodik sind für eine angepasste Managementplanung wei- tere Kriterien erforderlich. Hierzu gehören, wie Abbildung 7 zeigt, nicht nur eine ange- messene Berücksichtigung der Empfindlich- keit einer Art (z.B. Birkhühner gegenüber Störungen durch Variantenskifahrer im Win- ter) und die Nutzungsintensität, die sich aus der Anzahl der Besucher und der Effizienz des Managements, wie etwa der Besucherlen- kung, ergibt. Bei einer wirksamen Lenkung der Skisportler sinkt das Risiko für die Wild- tiere. Fallbeispiel: Besucherlenkungskonzepte für den Oulanka Nationalpark, Finnland Anpassungen an die Empfindlichkeiten von Arten müssen – wie das Fallbeispiel aus Finn- land zeigt - nicht automatisch zu negativen Auswirkungen auf den Tourismus führen. Im Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung Empfindlichkeit A B C 0 0 0 0 1 0 1 2 2 1 2 3 3 2 3 3 Erhaltungs- zustand Relevanz der Aktivität oder Landnutzung im Hinblick auf den Erhal- tungszustand bzw. die Lebensraumqualität Nutzungsintensität 0 1 2 3 1 0 0 1 2 2 0 1 2 3 3 0 2 3 3 Nutzungs- intensität Effizienz des Manage- ments (Anreize, Maß- nahmen) Risiko 0 1 2 3 0 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 1 2 3 3 3 1 2 3 3 Risiko einer Beeinträchtigung Abb. 7: Risi- koanalyse als Grundlage für angepasste Managementpla- nungen 41Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Nationalpark, in der abwechslungsreichen Landschaft nördlich von Kuusamo, befinden sich wertvolle sehr sensible Lebensräume und Arten. Zum Schutz von seltenen Arten kann der Park nur in Begleitung professioneller Guides besucht werden. Die touristischen Aktivitäten im Park werden von zertifizierten Tour-Anbietern durchgeführt. Aus der Sicht der Besucher entsteht durch die hohe Qua- lität der Führungen und die Begrenzung ein besonderes touristisches Produkt, das durch die lokale Führung einen wirtschaftlichen Bei- trag für die Region gewährleistet (vgl. dazu http://www.panparks.org/Network/OurParks/ Oulanka). 3. Zusammenfassung und Vorausset- zungen für eine erfolgreiche Koope- ration Die Managementplanung schafft die Vor- aussetzungen dafür, dass die Zusammenhän- ge angemessen eingeschätzt werden und das mögliche Risiko richtig bewertet wird. Die Managementplanung kann gleichzeitig auch die Voraussetzungen für neue Produkte und Kooperationen schaffen. Neben verträglichen touristischen Angeboten und Aktivitäten ge- hört dazu auch ein zukunftsfähiges Konzept für Sport und Tourismus in Natura 2000-Ge- bieten. Dies setzt Folgendes voraus: Eine Information - vor allem der Touristiker - damit gleiche Gesprächsebenen entste- hen, eine qualitätsvolle Bestandsaufnahme, die nicht nur die Belange des Natur- und Ar- tenschutzes betrifft, eine kooperative Managementplanung am runden Tisch und eine Maßnahmenentwicklung, die win- win-Lösungen fördert. Verschiedene Beispiele aus Europa, veröf- fentlicht in der neu erschienenen Broschüre Natura 2000 Sport und Tourismus (Pröbstl et al. 2008), illustrieren, dass unter diesen Vor- aussetzungen kooperative Lösungen und ein positiver Effekt auf die Regionalwirtschaft möglich ist. Literatur European Commission (1979): Richtlinie 79/409 des Rates 1979 (79/409 EEC). European Commission (1992): Richtlinie 92/43 des Rates 1992 (92/43 EEC). European Commission (2005): Natura-2000-Ge- bietsmanagement. Die Vorgaben des Arti- kels 6 der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG. Heine, E., Lampl, R., Schadauer, K. (2004): Sport im alpinen Raum. Potenzial und Beschrän- kungen im Einsatz von GPS in Waldgebie- ten. AHORN-Tagung 2004, Spitzingsee/ Bayern. Korneck, D., H. Sukopp (1988): Rote Liste der in der Bundesrepublik Deutschland ausge- storbenen, verschollenen und gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen und ihre Aus- wertung für den Arten- und Biotopschutz. BfN – Schriftenreihe für Vegetationskunde 19. Meile, P. (1982): Skiing facilities in alpine habi- tat of black grouse and capercaillie. Proc. Int. Grouse Symp. 2:87-92. Menoni, E., Magnani, Y. (1998): Human distur- bance of grouse in France. Grouse News 15: 4-8. Miquet, A. (1988): Effects of winter distur- bance on the black grouse (Effets du de- rangement hivernal sur les deplacements et la reproduction du tetras lyre) Gibier 42 © INOEK / BMU / BfN Natura 2000: Integration von Sport und Tourismus in die Managementplanung Faune Sauvage 5:321-330. Miquet, A. (1990): Mortality in black grouse Tetrao tetrix due to elevated cables. Biolo- gical Conservation 54: 349-355. Pröbstl U., Prutsch, A., Ellmauer, T., Bruls, E. (2008): Natura 2000 - Sport und Touris- mus, Fachbroschüre herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn, im Druck. Sterl, P., Koch, V., Pröbstl, U. (2007): Erfassung von Tourismus und Erholungsnutzung in alpinen Natura-2000-Gebieten – Bedeu- tung für die Managementplanung. Na- turschutz und Landschaftsplanung, 39, 6, 185-190. Zeitler, A. (2000): Human disturbance, behavi- our and spatial distribution of Black Grou- se in skiing areas in the Bavarian Alps. Ca- hiers d’Ethologie 20 (2-3-4):381-400. Zeitler, A. (2006): Birkwild und Wintertouris- mus. Bericht über die 12. Österreichische Jägertagung 2006 „Erhaltung und Ge- staltung von Wildlebensräumen“, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, 14.-15.02.2006: 23-28. Websites http://www.hogeveluwe.nl (März 2008) http://www.panparks.org/Network/OurParks/ Oulanka (März 2008) 43Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN 44 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Neil McCarthy Neil McCarthy General Manager Parks and Marine Parks Victoria Parks Victoria Level 10, 535 Bourke Street Melbourne Vic 3000 http://www.parkweb.vic.gov.au Kurzvita Neill Mc Carthy erwarb nach seinem Bachelor Abschluss in Forstwissenschaften einen Master Abschluss in Business Administration. Zudem absolvierte er 1999 erfolgreich eines der höchstan- gesehenen Führungskräfteprogramme Australiens, das „Leadership Victoria Program“. Seit 25 Jahren ist er professionell im Bereich des Managements von natürlichen Ressourcen tätig u. a. in der Forstwirtschaft (wo er u. a. Berufserfahrung in Japan erwarb), im Park Management und im Naturschutz. Neil McCarthy spielte eine führende Rolle bei der Gründung von Parks Victoria und Melbourne Parks and Waterways. Er war wesentlich verantwortlich für die Einführung eines strategischen Managementansatzes in der Australischen Park-Industrie. Neil McCarthy ist seit zehn Jahren Kurator beim Centre for Economic Development of Australia. Er war leitend bei der Gründung des Park Forums, des Spitzenverbandes der Australischen und Neuseeländischen Parkverwaltungen und ist gegenwärtig dessen Vorsitzender. Neil McCarthy ist außerdem Mit- glied der IUCN World Commission on Protected Areas (WCPA). 45Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Neil McCarthy Healthy Parks - Healthy People Ein neuer Ansatz im Parkmanagement Einleitung Parken kommt auf nationaler und interna- tionaler Ebene die wichtige Aufgabe zu, die biologische Vielfalt und das kulturelle Erbe zu schützen und den Besuchern Möglichkeiten zu bieten, die Natur- und Kulturlandschaften zu genießen und zu bewundern. Die Parke in Victoria, Australien, schützen große Gebiete spektakulärer Landschaften, bewahren die reiche einheimische Flora und Fauna und er- zeugen frisches Wasser und saubere Luft. Sie geben den indigenen Völkern die Möglichkeit, mit ihrem Land verbunden zu sein, bieten An- knüpfungspunkte für das kulturelle Erbe Vic- torias vor der Ankunft der Siedler und bieten eine spektakuläre Umgebung für Menschen, die die Natur genießen möchten. Außerdem tragen sie zum sozialen und wirtschaftlichen Wohlergehen des Bundesstaats bei. Parke begeistern so gut wie jeden, was bereits an sich ein Maß für den ihnen inne- wohnenden Wert für den Menschen darstellt. Dennoch werden die umfassenden Vorteile, die sich für uns aus Parken ableiten, oft ver- kannt. Neben den offensichtlichen Vorteilen wie beispielsweise Freiflächen für körperliche Aktivität, sind Parke auch Orte der Zuflucht, um der Hektik urbaner Umgebungen zu ent- fliehen, sich mit anderen Menschen zu tref- fen und die Wunder der Natur zu erforschen. Parke helfen uns dabei, ein Gefühl für unse- re Umwelt und unsere kulturelle Identität zu entwickeln, sie sind Orte mentaler Erholung. Wir fühlen uns gesünder und besser, verbun- dener und bedeutungsvoller, wenn wir in die Lebenswelten eintauchen, die uns umgeben. Die Aufgabe von Parks Victoria besteht da- her darin, es dem Menschen zu ermöglichen, die mit unserer wertvollen natürlichen Umge- bung verbundenen Vorteile für die Gesund- heit zu nutzen. Wie viele andere Behörden, die weltweit für das Management natürlicher Ressourcen verantwortlich sind, muss auch Parks Victoria inmitten zahlreicher anderer wichtiger Frage- stellungen für die Bevölkerung und die Regie- rungen vor Ort bedeutsam sein. Probleme in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sicher- heit, Verkehr, Energie und Wasser können die Frage der Parke überschatten, wenn es für den Gesetzgeber darum geht, in umweltbe- zogener Sicht Prioritäten zu setzen. Es ist je- doch nicht nötig, eine Priorität zulasten einer anderen zu fördern. Die Regierungen fördern in zunehmendem Maße ganzheitliche Strate- gien, die sektorübergreifende Partnerschaften fördern und eine Zusammenarbeit, die ge- meinsame Interessen verknüpft, erforderlich machen. Im Einklang mit einem stärker symbiotisch ausgerichteten Ansatz der Leistungserbrin- gung ist Parks Victoria derzeit damit befasst, sich als Dienstleister neu zu positionieren, der nicht nur für die Erhaltung des Naturerbes ver- antwortlich ist, sondern darüber hinaus weit reichende soziale Vorteile bietet. Wir definie- ren die Rolle der Parke für die Bevölkerung und den Wert von Parken für die Gesellschaft neu. Dieses Dokument bietet einen Überblick über Parks Victoria. Vorgestellt werden die Vorteile 46 © INOEK / BMU / BfN von Parken, die Aufgaben der Organisation und die begonnene Umstrukturierung. Was bietet ein Park? Als die ersten Parke zu Beginn des neun- zehnten Jahrhunderts gegründet wurden, hoffte man, auf diese Weise Krankheiten, Verbrechen und soziale Unruhen senken zu können und gleichzeitig „grüne Lungen“ für die Städte sowie Gebiete für Freizeit und Er- holung zu schaffen. Diese Ziele wurden als Rechtfertigung verwendet, um in Städten Parke und andere natürliche Rückzugsge- biete einzurichten und außerhalb der Städte Wildnisgebiete für die öffentliche Nutzung zu erhalten. Heute sind diese frühen Ziele durch Forschung und praktische Erfahrung belegt, das moderne Parkmanagement passt seine Rolle zunehmend daran an, zu einer Vielzahl dieser Ziele beizutragen. Die vorrangige Rolle des Parknetzwerks ist die Erhaltung und das Management des Naturerbes. Das Naturerbe umfasst die ökolo- gischen und geologischen Schätze innerhalb der Parke und erstreckt sich auf eine vielfäl- tige Flora und Fauna einschließlich vieler be- drohter, endemischer Arten, Lebensgemein- schaften und Ökosysteme. Der Zustand dieses Naturerbes variiert je nachdem, ob es sich um alte, unberührte Wildnisgebiete handelt oder um Parke, deren natürliche Ökosysteme durch vergangene Landnutzung stark verän- dert wurden. Parke bieten neben der grund- legenden Erhaltungsaufgabe jedoch noch viele weitere Vorteile. In den letzten zwanzig Jahren haben die Regierungen erkannt, dass Parke und Freiflächen wesentlich zum wirt- schaftlichen Kapital einer Gesellschaft beitra- gen. In Australien hat der Sektor für natur- nahen Tourismus einen Wert von über einer Milliarde Dollar jährlich. Viele Parke, wie der international bekannte Philip Island Nature Park mit seiner Philip Island Penguin Parade, tragen über einhundert Millionen Dollar jähr- lich zur australischen Wirtschaft bei. Darüber hinaus tragen Parke zum sozialen Kapital bei. Das Konzept des sozialen Kapi- tals ist relativ neu und unscharf, jedoch sehr wichtig. Mit sozialem Kapital werden die Be- ziehungen zwischen Menschen bezeichnet, auf denen Netzwerke, Normen, Vertrauen und Zusammenarbeit aufbauen. Im Lichte dieser Definition spielen Parke eindeutig eine signifikante Rolle bei der Schaffung und Be- wahrung von sozialem Kapital, indem eine attraktive Umgebung bereit gestellt wird, die für eine große Vielzahl sozialer Aktivitäten förderlich ist. PFLANZEN, TIERE UND LANDSCHAFTEN – die biologische Vielfalt schützen Das in Parken geschützte Naturerbe ist auf zweierlei Arten bedeutsam. Es hat eine imma- nente Bedeutung, das heißt eine ihm inne- wohnenden Bedeutung, die unabhängig von der Anwesenheit oder dem Bedarf des Men- schen vorhanden ist, und eine instrumentelle Bedeutung, d. h. es bietet direkte und indi- rekte Vorteile für den Menschen. Parke in jedweder Form schützen unsere natürlichen Ressourcen, Wasser, Böden, Fel- sen, Landschaften, Höhlen, die unersetzliche biologische Vielfalt der einzigartigen einhei- mischen Flora und Fauna (terrestrisch und aquatisch) sowie eingeführte Arten in orna- mentalen und historischen Anpflanzungen. Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 47Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Die Parke in Australien sind von unschätz- barer immanenter, kultureller und ästhe- tischer Bedeutung. In einer Welt, die von schneller Entwicklung und rapidem Bevölke- rungswachstum sowie einer damit verbunde- nen Nachfrage nach natürlichen Ressourcen gekennzeichnet ist, ist ein integrierter Ansatz erforderlich, um die Auswirkungen auf die Fragmentierung von Landschaft und Umwelt zu minimieren. VERBORGENE GESCHENKE DER NATUR – Ökosystemdienstleistungen Parke spielen eine unterschätzte, jedoch bedeutende Rolle bei der Erbringung von Ökosystemdienstleistungen, d. h. der natür- lichen Prozesse und Produkte, die die Natur kostenlos bereithält. Zu diesen wichtigen Leis- tungen gehören: Reinigung von Luft und Wasser Entgiftung und Zersetzung von Abfällen Klimaregulierung Flussläufe und Grundwasser Vermeidung von Bodenerosion Regenerierung der Fruchtbarkeit der Bö- den Bestäubung von Blüten Schädlingskontrolle Schaffung und Erhaltung der biologischen Vielfalt. Trotz der aktuellen Besorgnis im Hinblick auf den Klimawandel wird die wichtige Rolle, die die (in Parken geschützte) Vegetation bei der Speicherung von Kohlenstoff, der Bereit- stellung von Wärmesenken, der Freisetzung von Sauerstoff, der Regulierung der Nieder- schläge und der Stabilisierung des Grund- wasserpegels spielen, als selbstverständlich hingenommen. MOTOR FÜR WIRTSCHAFTSWACHSTUM – finanzielle Erträge Auch wenn die Parke selbst oft kostenlos zugänglich sind, erzeugen sie auf vielfältige Weise wirtschaftlichen Nutzen. Die nationale, regionale und lokale Wirtschaft profitiert durch die im Tourismussektor erzeugten Um- sätze und Arbeitsplätze. Die Tourismusförde- rung ist bei der Vermarktung einer Region in großem Maße vom Image der Parke als „An- ziehungspunkt“ und Attraktion abhängig. Städtische Parke haben einen hohen wirt- schaftlichen Wert für die jeweils vor Ort le- bende Bevölkerung. Sie werden oft genutzt, um den Tourismus in der Region anzukurbeln und Investitionen in den Bereichen Tourismus und Lifestyle anzukurbeln. In städtischen Ge- bieten haben Wohnimmobilien in der Nähe von Parken stets nachfragebedingt einen hö- heren Wert. Parke haben auch einen hohen therapeu- tischen Wert und sind daher von wirtschaft- licher Bedeutung, da sie Gesundheitsleistun- gen in den Bereichen Prävention und Heilung anbieten. Die zukünftige Belastung der Ge- sundheitssysteme wird gesenkt, da sich die Gesundheit der Bevölkerung verbessert, be- stehende gesundheitliche Probleme werden gemildert, da sich eine schnellere Genesung, weniger verschriebene Medikamente und eine geringere Inanspruchnahme von Pflege- personal ergeben. Ökosystemdienstleistungen sind aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität uner- setzbar. Würde diesen Leistungen ein mone- tärer Wert zugeordnet, beliefe sich dieser auf mehrere Milliarden Dollar jährlich. 48 © INOEK / BMU / BfN VERBINDUNGEN MIT DEM LAND – Anerkennung historischer Eigen- tumsverhältnisse Die meisten von uns kennen das Gefühl von Ehrfurcht oder Inspiration, das uns beim Anblick einer fantastischen Aussicht, eines schönen Vogels oder eines majestätischen Bergwalds erfüllt. Manchmal wird diesen „Orten“ sogar ein spiritueller Charakter zu- geschrieben. Viele indigene Völker betrach- ten das Land und die Landschaft als das Herz- stück ihrer Kultur. Der sorgsame Umfang mit dem Land bildet die Grundlage für das sozi- ale, mentale, wirtschaftliche und physische Wohlergehen der Ureinwohner und den Grundstein ihres überlieferten Wissens. Parks Victoria unterstützt die Aufgaben und Rechte der Ureinwohner Victorias. Hierzu gehören die Anerkennung historischer Eigen- tumsverhältnisse, die Bedeutung der Fortfüh- rung kultureller Lebensformen einschließlich Ernten und Jagen sowie ein gerechter Vor- teilsausgleich bei der Nutzung traditioneller Ressourcen. Viele Stätten, die für die indigene Bevölkerung von Bedeutung sind, befinden sich innerhalb von Parken. Dort werden sie nicht nur geschützt, sondern fördern auch bei den Besuchern das Verständnis und den Respekt für die Ureinwohner Victorias. FEEL BLUE, TOUCH GREEN – Förderung des mentalen Wohlbe- findens Unsere Beziehung zur Natur ist eng mit dem bewussten und unterbewussten mensch- lichen Empfinden verbunden. In jüngster Zeit gibt es konzertierte Bemühungen, diese Be- ziehung empirisch zu untersuchen, insbeson- dere auf dem Gebiet der Biologie, Ökologie, Psychologie und Psychiatrie. Viele Forscher haben gefolgert, dass der Mensch aufgrund psychologischer, emotionaler und mentaler Bedürfnisse von der Natur abhängig ist. Der bekannte amerikanische Biologe E. O. Wilson machte den Begriff und das Konzept der Bi- ophilie bekannt und definierte diese als „die Verbindungen, die der Mensch unbewusst zum Lebendigen sucht und braucht“. Die Vor- teile, die sich aus einer Interaktion mit der Na- tur ergeben, werden weiter erforscht. Frühe Ergebnisse haben belegt, dass Parke, indem sie Zugang zur Natur gewähren, eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefin- den des Menschen spielen. Bei der Planung der ersten Stadtparke im neunzehnten Jahrhundert war man davon überzeugt, dass sich aus der Nutzung die- ser Freiflächen mögliche Vorteile für die Ge- sundheit ergeben würden. Man ging davon aus, dass die Begegnung mit der Natur das psychische Wohlergehen fördert, den mit dem Leben in der Stadt verbundenen Stress reduziert und die körperliche Gesundheit ver- bessert. Die in den letzten zwei Jahrzehnten durchgeführten Forschungsaktivitäten zu den positiven Auswirkungen einer Interaktion mit der Natur haben diese aus dem neunzehnten Jahrhundert stammenden Überzeugungen bestätigt. Parke können dazu beitragen, das psychische Wohlbefinden zu verbessern, Stress abzubauen, die Abwehrkräfte zu stär- ken und den Heilungsprozess bei psychia- trischen und anderen Patienten zu beschleu- nigen. Die Interaktion mit der Natur gilt als wesentlich für die menschliche Entwicklung sowie eine dauerhafte Gesundheit und ein langfristiges Wohlbefinden. Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 49Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN SPORT IM GRÜNEN – Erholung im Freien Unsere sitzende Lebensweise bringt eine zunehmende Fettleibigkeit der Bevölkerung mit sich. Für fettleibige Menschen ist die Ge- fahr erhöht, Bluthochdruck, hohe Choleste- rinwerte, kongestive Herzinsuffizienz, Schlag- anfall, Gallensteine, Arthrose, bestimmte Krebsarten (Brust- und Prostatakrebs), Erkran- kungen der weiblichen Fortpflanzungsorgane sowie Inkontinenz zu entwickeln. Darüber hin- aus haben sie ein höheres Risiko, psychische Störungen wie Depressionen, Essstörungen, ein gestörtes Körpergefühl oder ein vermin- dertes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Parke stellen die wichtigsten Freiflächen dar, die für Freizeitaktivitäten und körperliche Betätigung genutzt werden. Hierzu gehören formale, organisierte Angebote wie Sporttur- niere sowie informelle Aktivitäten wie Spazie- rengehen oder Radfahren. Schließlich gibt es Parke, in denen Aktivitäten unter Tage oder im Wasser möglich sind, wie z. B. Höhlenklet- tern, Schwimmen, Tauchen und Kanufahren. Parke nehmen darüber hinaus eine wich- tige Rolle in der kindlichen Entwicklung ein. Sie umfassen Spielplätze, bieten die Möglich- keit, Radfahren zu lernen und Drachen stei- gen zu lassen, sowie einfach sehr viel Platz zum Herumtoben. Durch die Einrichtung von Hundeausführstrecken und Hundefreilaufbe- reichen in Parken werden die körperliche Ak- tivität und der Kontakt zu Tieren gefördert, was sich wiederum förderlich auf die mensch- liche Gesundheit auswirkt. EMOTIONALE VERBINDUNG – Inspiration für Seele und Geist Parke stimulieren Emotionen. Versuchen Sie, einen Park zu schließen oder umzuge- stalten, und Sie werden erleben, wie die nor- malerweise schweigende Mehrheit plötzlich lautstark protestiert! Stellen Sie sich eine Welt ohne Parke vor. Jeder von uns hat einen Lieblingsort drau- ßen, den er gerne besucht. Dieses Gefühl der Verbundenheit nimmt tief greifenden Einfluss auf unsere Persönlichkeit. Es kann sich um ei- nen Ort handeln, der aufregend ist, der uns als Rückzugsort dient oder der einfach nur Erinnerungen birgt. Unabhängig davon, ob wir sie alleine oder in der Gruppe besuchen, können Parke Inspiration, Ehrfurcht, Freude und Spaß erzeugen! RAUM FÜR SOZIALE KONTAKTE – für Familien und Gemeinschaften In Parken durchgeführte Aktivitäten stel- len einen Beitrag zum Sozialkapital dar, denn sie bieten Raum für soziale Kontakte, die Bil- dung von familiären und freundschaftlichen Banden und ermöglichen ein gemeinsames Gefühl des Wohlbefindens, und dies unab- hängig davon, ob man an diesen Aktivitäten als Besucher oder als ehrenamtlicher Helfer teilnimmt. Sportclubs und Sportprogramme in Par- ken bieten nicht nur Möglichkeiten der kör- perlichen Betätigung, sondern können auch – vielleicht noch wichtiger – den Aufbau von Teams, sozialen Kontakten, Freundschaften, Verbundenheit mit der Gemeinschaft und Bürgerstolz fördern. 50 © INOEK / BMU / BfN Einige der Einwanderer der jüngeren Zeit betrachten und nutzen Parke auf unter- schiedliche Weise entsprechend ihrem jewei- ligen kulturellen Hintergrund. Viele kommen aus ländlichen Lebensverhältnissen, in denen der Boden und das Land für das Überleben und die Kultur von wesentlicher Bedeutung waren. Erst in jüngster Zeit haben die Parkver- waltungen begonnen, diese Wahrnehmungen aktiv anzuerkennen und zu versuchen, eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse der lo- kalen Gemeinschaften zu gewährleisten. NATUREWORKS – ein Klassenzimmer unter freiem Himmel Parke sind Orte, an denen Menschen in Kontakt mit der natürlichen Umgebung, der indigenen Kultur, dem Naturerbe sowie öko- logischen und geologischen Prozessen kom- men. Parke bieten Gelegenheit, experimen- telles Lernen in die Schul- und Universitäts- ausbildung sowie Forschung zu integrieren, um unser Verständnis zu schärfen und die Bedeutung des Schutzgedankens zu unter- streichen – dies ist ein weiterer Wert, den wir der Existenz von Parken verdanken. Parke bieten zudem sowohl direkt als auch indirekt die Möglichkeit, ein Bewusstsein zu erzeugen, zu lernen und zu verstehen. Dies kann über Broschüren oder Schilder oder auch durch zufällige Beobachtung gesche- hen. Schulgruppen nutzen Parke für den Um- weltunterricht, unter anderem bei Spazier- gängen durch die Felslandschaften der Küste bei Ebbe. Studien haben gezeigt, dass der Kontakt zur Natur die kognitiven Fähigkeiten fördert, so dass es kaum einen besseren Ort gibt, um zu lernen! Über Parks Victoria Vision Ein herausragendes System geschützter und gemanagter Parke und Wasserwege, das den Menschen für immer zur Verfügung steht. Zweck Unsere Zielsetzungen sind: Erhaltung, Schutz und Verbesserung von Umwelt- und Kulturerbe Verantwortungsvolle Erfüllung des Bedarfs unserer Kunden an qualitativ hochwer- tigen Informationen, Leistungen und Er- fahrungen Erstklassigkeit und Innovation im Bereich des Parkmanagements Positiver Beitrag zum sozialen und wirt- schaftlichen Leben der Bürger von Victo- ria. Wer wir sind Parks Victoria wurde im Dezember 1996 als staatliche Behörde gegründet, die dem Ministerium für Umwelt und Klimawandel unterstellt ist. Die Aufgabe von Parks Victoria besteht darin, Parke und anderes Naturerbe in staatlichem Auftrag zu verwalten. Parks Victoria verfügt über einen unab- hängigen Vorstand, der für die Lenkung und Kontrolle der Organisation im Auftrag des Mi- nisteriums zuständig ist. Der Vorstand ist für die Leitung von Parks Victoria verantwortlich und bestimmt die strategische und politische Ausrichtung. Der Vorstand beauftragt die Geschäftsführung von Parks Victoria mit der betrieblichen und administrativen Geschäfts- tätigkeit im Tagesgeschäft. Die Geschäftsfüh- rung von Parks Victoria arbeitet eng mit dem Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 51Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Vorstand zusammen und besteht aus einem Geschäftsführer, einem stellvertretenden Ge- schäftsführer und vier Bereichsleitern. Der Jahresumsatz von Parks Victoria be- läuft sich auf 160 Millionen Australische Dollar. Als dezentral organisierte Behörde beschäftigt Parks Victoria über 1.000 Mitar- beiter an 120 Standorten in fünf Regionen im gesamten Bundesstaat. Etwa 70 Prozent der Beschäftigten verfügen über eine for- male Ausbildung in den Bereichen Park- und Schutzgebietsmanagement, Umwelt- oder Freizeitmanagement. Dieses hochqualifizierte und erfahrene Team umfasst Experten aus den Bereichen Geschäftssysteme, Finanzmanage- ment, Planung und Marketing sowie über 400 Park-Ranger, die vor Ort im Bereich der Parke, Buchten und Wasserwege tätig sind. Was wir managen Parks Victoria wacht über einen sehr viel- fältigen Bestand bedeutender Parke in Victo- ria und ist darüber hinaus verantwortlich für das Management der Freizeitnutzung für Port Philip Bay, Western Port sowie die Flüsse Yarra und Maribyrnong. Der Parkbestand umfasst: 40 Nationalparke 13 Meeresnationalparke 11 Meeresschutzgebiete 3 Wildnisparke 27 Staatsparke 31 Stadtparke 61 andere Parke (einschließlich Regional- parke und Stauseeschutzgebiete) 2.789 geschützte Landschaften und Erhal- tungsgebiete 8.400 von Aboriginal Affairs Victoria re- gistrierte Kulturstätten/-orte der indigenen Bevölkerung 2.500 (nicht indigene) historische Stätten Gesamtfläche an Parken und Schutzgebie- ten von 3,96 Millionen Hektar (17% der Fläche Victorias) SCHUTZ DER NATÜRLICHEN UMGEBUNG Über das Parknetzwerk werden reprä- sentative Beispiele der größten unberührten Ökosysteme in Victoria sowie eine große Bandbreite bedeutsamer Flora, Fauna und typischer Restvegetation innerhalb stärker entwickelter landwirtschaftlich genutzter und urbaner Landschaften geschützt. Die Parke in Victoria umfassen: Exemplare von 93% der verzeichneten einheimischen Pflanzenarten des Bundes- staats Exemplare von 86% der verzeichneten einheimischen Tierarten des Bundesstaats 31 von 35 bedrohten Vegetationsgemein- schaften Über 50% der Fläche der Ramsar-Feucht- gebiete in Victoria 1.464 bedrohte Pflanzenarten (88% aller bedrohten Pflanzenarten in ganz Victoria) 280 bedrohte Tierarten (89% aller be- drohten Tierarten in ganz Victoria) 32 bedrohte Gemeinschaften (89% aller bedrohten Gemeinschaften in ganz Victo- ria) 115 Referenzgebiete (80% aller Referenz- gebiete in ganz Victoria) und erzeugen mehr als ein Drittel des Oberflächenwassers in ganz Victoria. Im Jahr 2002 übernahm Parks Victoria die Verantwortung für das Management der einzigartigen und sehr vielfältigen Meeres- nationalparke und Meeresschutzgebiete des 52 © INOEK / BMU / BfN Bundesstaats Victoria. Das System umfasst 13 Meeresnationalparke und 11 Meeresschutz- gebiete, die mehr als 5% der Küstengewässer Victorias ausmachen. SCHUTZ UNSERES KULTURERBES Parks Victoria ist für die Verwaltung des umfassendsten und vielfältigsten Bestands an Kulturerbe im Bundesstaat zuständig. Über 7.800 Kulturstätten der indigenen Bevölke- rung und 2.800 Kulturstätten der Siedler wur- den bislang in Parken im Bundesstaat Victoria registriert. Diese Kulturstätten sind Zeugnisse unserer Vergangenheit und geben einen Ein- blick in die indigene Kultur, die Anfänge der Besiedelung, die Küstenschifffahrt, die Ver- teidigung der Kolonien, den Bergbau, Na- turschätze und historische Siedlungsformen. Durch den Schutz unseres gemeinsamen Erbes können wir aus der Vergangenheit ler- nen und gemeinsam die Zukunft gestalten. Zu den Stätten, die für die indigene Bevöl- kerung von Bedeutung sind, gehören Zeug- nisse früher Lebensweisen wie Höhlen, Stein- hüttenfundamente, Felszeichnungen, Grab- stätten, Scar Trees sowie Steinbrüche und Steinansammlungen, die mit der Herstellung von Werkzeugen in Verbindung stehen. Die mehr als 7.800 registrierten indigenen Kulturstätten machen etwas mehr als zwei Prozent der Gesamtfläche des Parknetzwerks und 31% der insgesamt in Victoria registrier- ten Kulturstätten der indigenen Bevölkerung aus, hierin eingeschlossen ein Großteil (85%) der bekannten kunsthistorischen Fundstätten des Bundesstaats. Als historische Ureinwohner von Victoria hat die indigene Bevölkerung ein starkes In- teresse daran, ihr traditionelles Land zu be- wahren, und fühlt eine kulturelle und spiri- tuelle Verpflichtung gegenüber diesem Land sowie Verantwortung dafür. Für die indigene Bevölkerung Victorias bildet das kulturelle Erbe die Grundlage ihrer Identität und ihrer Beziehung zum Land, zum Volk und zur spi- rituellen Welt. Die Ältesten geben die Ver- antwortung, die Verpflichtung, den Respekt und das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber der Familie, der Gemeinschaft und dem Land an jede neue Generation weiter. Für die indigene Bevölkerung stellt das Kulturerbe die Zukunft dar; eine Entfremdung würde negative Aus- wirkungen auf die Gesundheit, das Wohler- gehen und die kulturellen Pflichten der Bevöl- kerung nach sich ziehen. Zum Kulturerbe Victorias aus der Zeit nach der Ankunft der Siedler gehören Leuchttürme, bedeutende Gebäude, archäologische Fund- stätten, Gärten, Hütten und Schiffswracks. Über 2.800 historische Kulturgüter wurden in 374 Parken in Victoria registriert, die meisten in terrestrischen Nationalparken (58%). VERBESSERUNG DER BESUCHERERFAHRUNG Die Parke in Victoria bieten eine große Vielfalt unterschiedlicher Umgebungen für die Freizeitgestaltung, die von sozialen Ver- anstaltungen in Stadtparken bis hin zu Wan- derungen mit Übernachtung in entlegenen Wildnisgebieten reichen. Parks Victoria ist der größte Anbieter naturnaher Tourismus- dienstleistungen in Victoria. Von 2006-2007 besuchten 76,1 Millionen Menschen die von Parks Victoria gemanagten Gebiete. Der überwiegende Teil der Parke ist für Besucher Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 53Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN zugänglich, ausgenommen sind lediglich Referenzgebiete sowie einige Wassergewin- nungsbereiche. In den Parken stehen 1.400 Besuchereinrichtungen und ein Wegenetz mit einer Länge von 3.700 Kilometern zur Verfü- gung. Von den 14.000 Straßenkilometern in den Parken sind 8.900 Kilometer für Privat- fahrzeuge und die meisten auch für andere Freizeitaktivitäten zugänglich. Die von Park-Rangern geführten Informa- tionsprogramme zählten von 2006-2007 über 40.000 Teilnehmer. Angeboten werden auch umfassende Lernprogramme für Kinder, mit denen die Jüngsten lernen, ihre Umwelt und Kulturgeschichte zu verstehen. Parks Victo- ria bestärkt die Einwohner des Bundesstaats über spezielle Bürgerbeteiligungs- und Frei- willigenprogramme darin, sich aktiv an der Verwaltung von Parken und Schutzgebieten zu beteiligen. BEITRAG ZUR WIRTSCHAFT VON VICTORIA Die Parke in Victoria erzeugen einen mess- baren, direkten und kontinuierlichen Nutzen für die lokale, regionale und nationale Wirt- schaft. Sie unterstützen die tägliche Funktion und den Wohlstand vieler regionaler Gemein- schaften und generieren direkte und indirekte Vorteile für die Sektoren Tourismus, Bildung, Gesundheit, Verkehr, Sport und Freizeit. Drei der Nationalparke Victorias allein (Grampia- ns, Port Campbell und Wilsons Promontory) leisten einen Beitrag von 487 Millionen Dollar jährlich zur australischen Volkswirtschaft. Das Parkmanagement kostet Geld, doch mit diesem Geld werden erhebliche wirt- schaftliche Vorteile erzeugt. Letztendlich übersteigt der Nutzen die anfänglichen Inves- titionen. So werden mithilfe von Investitionen in Höhe von 2,6 Millionen Dollar in Parkma- nagementleistungen im Nationalpark Gram- pians Erträge von 246 Millionen Dollar jähr- lich erwirtschaftet, vor allem über touristische Aktivitäten. VORTEILE FÜR GESELLSCHAFT UND GESUNDHEIT Die Freude, die die in den Parken von Vic- toria möglichen Aktivitäten den Menschen bereiten, ist nur der Anfang dessen, was Parke tatsächlich zu bieten haben. Weltweit haben Studien belegt, dass die Interaktion mit der Natur sich sehr positiv auf die Ge- sundheit auswirkt und zu einer gesünderen Gesellschaft mit mehr sozialem Zusammen- halt führen kann. Parke nehmen in der Bereitstellung eines derartigen Kontakts zur Natur in Victoria eine bedeutende Rolle ein, da sie in manchen Fällen die einzige Möglichkeit für Menschen darstellen, diese Erfahrung zu machen, insbe- sondere in städtischen Gebieten. Der Besuch eines Parks, in dem man Ruhe und Einsamkeit finden, Zeit mit anderen verbringen, mit der Natur interagieren und sich für diese interes- sieren, körperlich aktiv sein und etwas über die Umwelt sowie die kulturelle Identität ler- nen kann, kann sehr positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Einzelnen nehmen und das gesellschaftliche Zusammenleben positiv beeinflussen. Der wirtschaftliche und ökologische Wert von Parken ist quantifizierbar. Gleichzeitig tragen sie jedoch auch zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei, indem sie die bio- 54 © INOEK / BMU / BfN logische Vielfalt und Ökosystemdienstleistun- gen wie Wasser und saubere Luft schützen und Möglichkeiten für Freizeitgestaltung, Tourismus und Beschäftigung bieten. Studien, die zunächst von Parks Victoria in Auftrag gegeben und dann von Parks Forum erweitert wurden, unterstreichen die Bedeu- tung der Natur für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Auch wenn die Erkenntnisse dieser Literatur nicht neu sind, wurden erstmals internationale Forschungser- gebnisse in diesem Bereich zusammengestellt und auf der Grundlage der Gesamtevidenz präsentiert, insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Gesundheit. Sie zeigt, dass Menschen, die aktiv sind und Beziehungen zu anderen und zur Gemeinschaft, in der sie leben, pflegen, körperlich und geistig gesünder sind. Unter Anerkennung der zentralen Verbin- dung zwischen Parken und sozialem Nutzen, war Parks Victoria an der Gründung der Stif- tung People and Parks Foundation beteili- gt, um eine Beteiligung der Bevölkerung an Parken zu fördern. Zu den von der Stiftung gemanagten Projekten gehören das Überwa- chungsprogramm Sea Search mit Beteiligung der Bevölkerung, die Initiative Feel Blue Touch Green zur Förderung der geistigen Gesund- heit und das Programm Green Connections zur Unterstützung von Rekultivierungspro- jekten. Healthy Parks - Healthy People ein neuer Ansatz im Parkmanagement Über die Philosophie Healthy Parks – Heal- thy People (Gesunde Parke – Gesunde Men- schen) versucht Parks Victoria, die Verbindung zwischen einer gesunden Umwelt und einer gesunden Gesellschaft zu stärken und zu för- dern, insbesondere angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen in städtischen Gebieten leben und immer seltener regelmä- ßigen Kontakt zur Natur haben. Parks Victoria ist damit befasst zu ermit- teln, wie Parke und die natürliche Umgebung zu umfassenderen gesellschaftlichen Zielset- zungen beitragen können. Hierzu ist eine Zu- sammenarbeit mit neuen Partnern erforder- lich, beispielsweise aus der Gesundheitsbran- che oder dem Gemeinwesen. Gemeinsam hoffen wir, den Parken eine neue Aufgabe als Anbieter grundlegender gesellschaftlicher Vorteile zuordnen zu können, die über die bisherige Rolle des bloßen Hüters von Natur- erbe hinausgeht. Diese Art der Zusammenarbeit stellt sich jedoch nicht automatisch ein. Eine Verände- rung der tief verankerten und sehr fragmen- tierten Sichtweise dessen, was Parke zu bie- ten haben, ist in einer Vielzahl verschiedener Sektoren gefordert. Politische Unterstützung, die Übernahme einer Vorreiterrolle, Führungs- kompetenzen, Forschungsarbeit und Kam- pagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind vonnöten, um einen Paradigmenwechsel im Bereich des Parkmanagements herbeizu- führen. Healthy Parks – Healthy People war zu- nächst eine Werbekampagne mit dem Ziel, die Verbindung zwischen einer gesunden Umwelt und einer gesunden Gesellschaft hervorzuheben, hat sich inzwischen jedoch zu einem neuen Modell für das Parkmanage- ment entwickelt und wird von vielen führen- den Park- und Gesundheitsorganisationen in Australien unterstützt. Die zentralen Elemente Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 55Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN dieses neuen Ansatzes werden nachstehend beschrieben. FÖRDERUNG VON ENGAGEMENT UND BETEILIGUNG DER BÜRGER VICTORIAS Auch wenn der Grundsatz, Flächen für Parke zur Verfügung zu stellen, in den west- lichen Gesellschaften gemeinhin unterstützt wird, gestaltet sich die Realität oft anders, sobald geschäftliche Interessen ins Spiel kom- men. Die Bedeutung von Parken steht nur dann ganz oben auf der Agenda, wenn die Integrität eines bekannten Parks gefährdet ist. So besteht eine weitere Herausforderung für Parks Victoria – wie für viele andere Park- verwaltungsgesellschaften auch – darin, das Bewusstsein der Menschen für den Wert von Parken zu schärfen. Durch den Besuch eines Parks ergeben sich für so gut wie alle Men- schen positive Auswirkungen auf das kör- perliche und geistige Wohlbefinden. Parks Victoria hat eine umfassende und integrierte Kommunikationsstrategie entwickelt, um die Einwohner Victorias zu motivieren, Parke zu besuchen, sich an ihrer Pflege zu beteiligen und damit „gesunde“ Orte für Körper, Geist und Seele zu schaffen. Die erste Herausforderung bestand darin, eine einzigartige und wirksame Positionierung in Übereinstimmung mit den zentralen Wer- ten von Parks Victoria zu entwickeln. Mithilfe dieser Positionierung sollte Parks Victoria von der Öffentlichkeit als eine Organisation wahr- genommen werden, die die mit der Wahrung des Naturerbes, dem Umweltschutz und dem Beitrag zur Bürgergesellschaft verbundenen Aufgaben auf beispielhafte Weise erfüllt. Zu diesem Zweck wurde das einfache und kla- re Motto „Healthy Parks – Healthy People“ entwickelt, das impliziert, dass eine gesunde Umwelt in Parken die Gesundheit der Bevöl- kerung fördert und dass durch eine aktive Freizeitgestaltung in einer gut gemanagten Parkumgebung die Gesundheit und Fitness von Einzelpersonen und der Gesellschaft ins- gesamt verbessert werden können. Ein hoher Bekanntheitsgrad wurde durch eine achtwöchige Werbekampagne in Radio und Printmedien erzielt. Darüber hinaus wur- de das Programm in der nationalen Presse in Leitartikeln vorgestellt. Im Rahmen eines Fests wurden Parke und Freizeitangebote im gesamten Bundesstaat sowie Gemeinschafts- und Freizeitgruppen vorgestellt, um die Vor- teile einer Freizeitbetätigung im Freien zu un- terstreichen. Die TV-Werbekampagne „Healthy Parks – Healthy People“ von Parks Victoria wurde zwei Wochen im April 2006 von den Stadt- sendern 7, 9, 10 und SBS sowie den Regio- nalsendern Prime, WIN und Southern Cross ausgestrahlt. Die Kampagne fand bei der Be- völkerung, den Mitarbeitern und beteiligten Parteien guten Anklang. Während der Dau- er der Kampagne erhöhte sich die Zahl der beim Informationszentrum von Parks Victoria eingehenden Anfragen sowie der Zugriffe auf die Internetseite. Den Interessenten wur- de der kostenlose Führer „Guide to Victoria’s Park Reserves & Waterways“ übersendet. Darüber hinaus wurde eine Partnerschaft mit der landesweit ausgestrahlten Fernseh- sendung „Postcards“ eingerichtet, in de- ren Rahmen ein Park-Ranger als Moderator auftritt und Parke sowie Veranstaltungen in Parken vorstellt. Bei jedem Segment wurde das Motto „Healthy Parks – Healthy People“ sowie die Telefonnummer des Informations- 56 © INOEK / BMU / BfN zentrums von Parks Victoria eingeblendet. Die Serie war derart erfolgreich, dass sie in der Hauptsendezeit am Samstag Abend um 19.30 Uhr platziert wurde und an Beliebtheit noch zugelegt hat. Diese Zusammenarbeit mit dem Fernsehen mündete später in eine Partnerschaft mit der ebenfalls sehr popu- lären Reisesendung „Coxy’s Big Break“. Zur Erweiterung des Programms „Healthy Parks – Healthy People“ gehörte auch der Aufbau von Partnerschaften mit mehreren hochrangigen Gesundheitsorganisationen. Durch diese Allianzen erhielt die Kampagne zusätzliche Glaubwürdigkeit, da auf diese Weise die Verbindung zwischen gesunden Parken und einer gesunden Gesellschaft von offizieller Seite legitimiert wurde. Als Koo- perationspartner wurden das Royal Australi- an College of General Practitioners, Asthma Victoria, die National Heart Foundation und Arthritis Victoria gewonnen. FÜHRUNGSKOMPETENZ UND AUFBAU STRATEGISCHER ALLIANZEN Parks Victoria hat einen aktiven Führungs- stil entwickelt, mit dem die Organisation schnell auf Notsituationen wie die jüngsten Waldbrände reagieren konnte, die im Bun- desstaat wüteten, und gleichzeitig in der Lage war, innovative Lösungen für langfristigere Probleme zu erarbeiten. Alle Führungsmitar- beiter nehmen regelmäßig an internen und externen Schulungen zur Entwicklung von Führungskompetenzen teil. Darüber hinaus sind die meisten Geschäftsführer Teilnehmer des innovativen einjährigen Führungskompe- tenzprogramms von Leadership Victoria. Die Investitionen in den Aufbau von Führungs- kompetenzen haben zu einem aktiveren und partnerschaftlicheren Ansatz bei der Bewälti- gung der gemeinsamen Herausforderungen im Bereich des Parkmanagements und zur Entwicklung verschiedener innovativer Initia- tiven geführt. Sportschützen – ungewöhnliche Partner Im Jahr 2003 ging Parks Victoria eine Part- nerschaft mit dem australischen Sportschüt- zenverband Sporting Shooters Association of Australia (Victoria) ein, um ein Pilotprojekt zur Kontrolle des Wildziegenbestands im Murray- Sunset-Nationalpark einzurichten. Im Rah- men der Vereinbarung nahmen die Verbands- mitglieder an einer Akkreditierungsschulung teil, um die Schussgenauigkeit, die Sicherheit und das Umweltbewusstsein der Teilnehmer sicherzustellen. In 2005 wurde eine Koope- rationsvereinbarung zwischen Parks Victo- ria und dem Sportschützenverband über die Fortsetzung der Kontrolle des Wildziegen- bestands und die Erweiterung des Projekts auf wildlebende Schweine und andere Parke vereinbart. Mithilfe dieses Programms konnte der Wildziegenbestand im Murray-Sunset- Nationalpark erfolgreich gesenkt werden. Es dient als Modell für andere Kooperationspro- gramme zur Bestandskontrolle wildlebender Tiere und wird in anderen Regionen Australi- ens inzwischen erfolgreich kopiert. Verbindung von Radwegen Parks Victoria arbeitet kontinuierlich mit Schlüsselpartnern und Interessengruppen, zu denen die lokale Regierung, VicRoads und Bi- cycle Victoria gehören, an der Umsetzung der Initiative „Bike trails for a liveable city“ (Rad- wege für eine lebenswerte Stadt), mit der der Bau neuer Radwege in Neubaugebieten gefördert, die Verbindungen zwischen beste- henden Radwegen verbessert und die Verbin- dung von Stadtvierteln und Arbeitsplätzen, Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 57Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Freizeitzentren und dem Parknetzwerk von Melbourne durch Radwege vorangetrieben werden. Partnerschaften mit der indigenen Bevölkerung Parks Victoria arbeitet gemeinsam mit anderen Regierungsorganisationen Victorias zusammen daran, die Geschäfts- und Touris- muschancen der indigenen Bevölkerung zu verbessern und an verschiedenen Standorten Bildungs- und Informationsmaterial zu entwi- ckeln. Parks Victoria ist auch an integrierten Mediationsgesprächen über Landrechtsan- sprüche der Ureinwohner beteiligt. Es beste- hen zwei formale Partnerschaften, Yorta Yor- ta Cooperative Management Agreement und Brambuk, weitere sind in Vorbereitung. Beschäftigung der indigenen Bevölkerung Parks Victoria beschäftigt derzeit 60 Mit- arbeiter, die zur indigenen Bevölkerung gehö- ren, was rund 6% der Gesamtbeschäftigten entspricht. Diese Mitarbeiter sind in verschie- denen Positionen vor Ort sowie auf regionaler und Unternehmensebene tätig. Darüber hin- aus wurden Mitarbeiter, die zur indigenen Be- völkerung gehören, als Aushilfs-, Saison- oder befristete Arbeitskräfte eingestellt, wenn sich die Gelegenheit ergab. Parks Victoria verfolgt kurzfristig das Ziel, den Anteil der indigenen Bevölkerung auf 10% der Mitarbeiter zu er- höhen. Interaktion mit einer von Vielfalt geprägten Bevölkerung Parks Victoria führt Programme zur Unter- stützung von Bevölkerungsgruppen mit un- terschiedlichem kulturellen und sprachlichen Hintergrund durch. Besonders hervorzuheben sind die folgenden Initiativen: Erarbeitung eines mehrsprachigen Parkin- formationsblatts in 33 Sprachen Schulungen für Mitarbeiter des Informati- onszentrums von Parks Victoria, um die Fähigkeit zur Bearbeitung von Anrufen nicht englischsprachiger Interessenten zu verbessern, hierin eingeschlossen die Inan- spruchnahme von Dometscherleistungen, Aufnahme von Informationen über Parke in das Willkommenspaket des Bundes- staats Victoria, das jährlich bei der Ein- schulung an alle neu zugezogenen Kinder verteilt wird, Partnerschaft mit der Victorian Multicultu- ral Commission zur Förderung von Veran- staltungen in Parken, neues Programm zur Ausbildung ehren- amtlicher zweisprachiger Parkführer in Zu- sammenarbeit mit dem Northern Mel- bourne Institute of TAFE, dem Merri Creek Management Committee, der Stadt Whitt- lesea, dem Department for Victorian Com- munities (Büro für Frauenpolitik) und Go For Your Life. Die 11 bislang ausgebildeten Führer bieten Führungen in einer zweiten Sprache, unter anderem Türkisch, Ara- bisch, Spanisch, Mazedonisch, Sudane- sisch und Griechisch, für neue Migranten sowie Mitglieder kulturell und sprachlich vielfältiger Gemeinschaften an, um diesen Bevölkerungsgruppen dabei zu helfen, die natürlichen Lebensräume sowie die Flora und Fauna in ihrer Umgebung kennen und schätzen zu lernen. Aktiv im Alter Parks Victoria unterstützte das Victorian Seniors Festival und rief ältere Menschen dazu auf, sich aktiv in Parken zu betätigen und sich an verschiedenen gesundheitsfördernden Ak- tivitäten im gesamten Bundesstaat zu betei- ligen. 58 © INOEK / BMU / BfN People & Parks Foundation Über die Stiftung People & Parks Founda- tion wurden in Zusammenarbeit mit dem Va- riety Club mehr als 100 benachteiligte junge Menschen unterstützt und konnten in Camps die Natur erleben. Darüber hinaus engagier- ten sich ehrenamtliche Helfer über 500 Stun- den aktiv im Sea Search-Programm, mit dem die Meeresnationalparke und Meeresschutz- gebiete in Victoria überwacht werden. Die Daten aus diesem Programm über 15 Mee- resnationalparke und Meeresschutzgebiete helfen Parks Victoria dabei, diese Gebiete zu managen. Parks Forum Parks Victoria beteiligt sich weiterhin aktiv am Parks Forum (australasiatische Spitzen- organisation als Vertretung von im Parkma- nagement tätigen Organisationen, gegründet im April 2004) und ist im Vorstand (Vorsitz) und in den ständigen Ausschüssen der Orga- nisation vertreten. Walk 21 Parks Victoria war Mitglied des Organi- sationskomitees der 7. Internationalen Walk 21-Konferenz, die vom 23.-25. Oktober 2006 in Melbourne stattfand und beteiligte sich durch Vorträge und eine Ausstellung zum Great Ocean Walk an dieser Veranstaltung. ERSTKLASSIGKEIT IM PARKMANAGE- MENT – EINE NEUE MANAGEMENT- STRUKTUR Rechtliche Rahmenbedingungen Die allgemein gültigen Bedingungen für die mit der Erbringung von Leistungen für das Ministerium für Nachhaltigkeit und Umwelt (Department of Sustainability and Environ- ment – DSE) verbundenen Beziehungen und Verantwortlichkeiten sind in einer „Manage- mentvereinbarung“ zwischen Parks Victoria, dem Minister und dem Sekretär des DSE fest- geschrieben. Parks Victoria erbringt sämtliche Managementleistungen in Übereinstimmung mit der Politik des Bundesstaats, den vertrag- lichen Vereinbarungen sowie den besonderen gesetzlich verankerten Verantwortlichkeiten. Erstklassigkeit im Parkmanagement erfor- dert ein genaues Verständnis der vielfältigen Natur-, Kultur- und freizeitbezogenen Werte, die in Parken zu finden sind sowie ihrer Be- deutung und Einflussfaktoren. Dieses Wissen bildet zusammen mit rechtlichen und po- litischen Leitlinien die Basis für eindeutige, langfristig angelegte Strategien mit dem Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse für die Parke und Schutzgebiete in Victoria zu erzielen. Parks Victoria verfolgt einen systematischen, integrierten Ansatz im Parkmanagement. Die langfristige Zielsetzung des Parkma- nagements in Victoria besteht darin zu er- reichen, dass die Parke im Bundesstaat Orte sind, an denen: das Naturerbe und die ökologischen Pro- zesse bewahrt und wiederhergestellt wer- den, um ihre langfristige Erhaltung zu si- chern, die Rechte, Wünsche und Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung anerkannt werden und die Kultur der Ureinwohner in Zusam- menarbeit mit den historischen Landbesit- zern und den indigenen Gemeinschaften bewahrt und verwaltet wird, Orte und Objekte mit bedeutendem kultu- rellen Wert aus der Zeit nach der europä- ischen Besiedelung für die aktuellen und Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 59Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN zukünftigen Generationen bewahrt wer- den, damit diese das Erbe der Vorfahren erleben und verstehen können, den Einwohnern Victorias ökologisch nachhaltige und kulturell adäquate Vor- teile zur Verfügung stehen, die Parke in freizeitbezogener, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht bieten. Um diese Zielsetzung zu erreichen, hat Parks Victoria ein integriertes Management- modell auf der Grundlage der von der IUCN (International Union for Conservation of Na- ture and Natural Resources) anerkannten Normen entwickelt. Aus den Detailplanungen geht hervor, wie die Ziele erreicht werden sollen und welche Ressourcen erforderlich sind. Nach der Um- setzung der Pläne erfolgt eine Bewertung dessen, was erreicht wurde und ob Verände- rungen vonnöten sind. Dies ist von entschei- dender Bedeutung, um eine kontinuierliche Managementeffektivität sicherzustellen. Das Managementmodell von Parks Victoria basiert auf bewährten Verfahren, die bereits seit vielen Jahren Teil des Parkmanagements von Parks Victoria sind. Wie bei allen Parken sind die verfügbaren Mittel, um die gesetz- ten Ziele zu erreichen, begrenzt. Aus diesem Grund hat Parks Victoria verschiedene sys- tematische Hilfsmittel entwickelt, mit denen das Management auf die aus ökologischer, kultureller oder freizeitbezogener Sicht wert- haltigsten Gebiete sowie die am stärksten gefährdeten Gebiete konzentriert wird. Bei- spiele für diese Hilfsmittel sind das Leistungs- qualitätsmodell und das Schutzgradmodell. Abb. 1: Manage- mentmodell von Parks Victoria Schutzgrade Gesetzgebung & Politik Mittelbeschaffung & Umsetzung Jährliche Maßnahmen durchführen Leistungs- & Schutzergebnisse Merkmale gesunder Parke Jährliche Berichterstattung Unternehmenspla- nung & Prüfung Zustand der Parke Bewertung & Berichterstattung Ziele setzen Prioritäten definieren Planung erstellen 10 Jahre 3 Jahre 1 Jahr 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 60 © INOEK / BMU / BfN Strategische Zuweisung und Entschei- dungshilfsmittel – eine geeignete Leis- tungsqualität anbieten Parks Victoria hat ein Leistungsqualitäts- modell entwickelt, um einen objektiven und eindeutigen Rahmen für die Entwicklung und Erbringung von Leistungen und Einrich- tungen zur Verfügung zu stellen. Mithilfe dieses Modells ist Parks Victoria in der Lage, vorrangige Besucherdienstleistungen zu er- mitteln und Ressourcen dort zuzuweisen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Das Modell kombiniert verschiedene Schlüsselfak- toren wie Nutzungsprofile der Besucher, Be- sucherzufriedenheit, Wirtschaftsindikatoren, Kapitalbedarf und Umweltfaktoren. Es wurden verschiedene Leistungskatego- rien eingerichtet, unter anderem: Zugang (Straßen, Wege, Parkplätze) Managementleistungen (Präsenz der Park- Ranger, Reinigung, Abfallbeseitigung) Informationen, Erläuterungen und Bildung (Schilder, Informationsstände) Freizeit- und Besuchereinrichtungen (Toi- letten, Trinkwasser). Parks Victoria führt alle zwei Jahre eine Umfrage zur Besucherzufriedenheit durch, um ein demografisches Besucherprofil zu erhalten und die bevorzugten Aktivitäten zu ermitteln. Erhoben wird die Zufriedenheit der Besucher mit den in den Parken und an den Eingängen angebotenen Einrichtungen und Leistungen. Außerdem wird die Gesamterfahrung der Be- sucher abgefragt. Diese Informationen nutzt Parks Victoria, um das besucherorientierte Angebot in den Parken zu verbessern. Geeigneten Schutzgrad anbieten Das Schutzgradmodell ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung der Planung und Zuwei- sung von Ressourcen, bei dem die einzelnen Parke in einen bundesstaatsweiten Kontext gesetzt werden. Die Parke werden anhand von die biologische Vielfalt betreffenden Kri- terien in Gruppen eingeordnet. Anschließend werden jeder Gruppe allgemeine Erhaltungs- ziele zugeordnet. Das Schutzgradmodell wurde unter Be- zugnahme auf verschiedene gemeinsame Elemente, die Bestandteil der bundesstaatli- chen und nationalen Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt sind, entwickelt mit dem Ziel, den Biodiversitätsmerkmalen in den Parken und Schutzgebieten des Netzwerks einen relativen Wert zuzuordnen. Auf dieser Grundlage werden dann die Prioritäten für das Management dieser Merkmale in den Parken und Schutzgebieten festgelegt. Ein Schlüsselprinzip dieses Modells besteht darin, dass die Planung und das Management von Schutzgebieten in bioregionalem Zusam- menhang erfolgen. Der bioregionale Wert – und damit die Managementpriorität – der Biodiversitätsmerkmale in Parken und Schutz- gebieten wird auf der Grundlage folgender Kriterien bewertet: Erhalt der vorhandene Ökosysteme und biotischen Vielfalt; Vorhandensein von Merkmalen, die nur in einem bestimmten Park bewahrt werden können; Erhalt der Struktur und Funktion von Öko- systemen durch Bekämpfung besonderer Gefahren und Bedrohungen; Höhere ökologische Lebensfähigkeit und Integrität der Populationen. Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 61Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Mit dem Schutzgradmodell werden die managementbezogenen Maßnahmen hier- archisch strukturiert, was den Parkmanagern dabei hilft, diese Maßnahmen in den Parken und Schutzgebieten der einzelnen Gruppen zu begrenzen und Prioritäten für das Ma- nagement und die Ressourcenzuweisung festzulegen. Definiert wurden sechs Gruppen für terrestrische Parke (A1, A2, B, C, D. E) und drei Gruppen für Meeresparke (A, B, C). Jeder Gruppe wurden die folgenden Merkmale zu- gewiesen: Eigenschaften Erhaltungsziele Schutzgrad. An einem Ende des Spektrums findet sich die Gruppe A1, zu der große, intakte Parke gehören, die die meisten Arten und Lebens- räume schützen. Die Erhaltungsziele von Par- ken der Gruppe A1 bestehen darin, den Zu- stand des Naturerbes zu erhalten oder zu ver- bessern. Der zugeordnete Schutzgrad lautet „hohe Priorität für ein aktives Management“. Am anderen Ende der Skala finden sich Parke der Gruppe E, bei denen es sich in der Re- gel um kleine Parke mit wenigen natürlichen Werten handelt. Das Erhaltungsziel besteht hier darin, das Naturerbe zu bewahren und eine vorrangige Behandlung nur bei auftre- tenden Bedrohungen anzuwenden. Zustand der Parke Die Managementstrategie umfasst jedoch auch Komponenten, die eines weiteren Aus- baus und einer Umsetzung bedürfen. Hier- zu gehören insbesondere die Messung und Bewertung der Managementergebnisse in diesem aus rund 3.000 Parken und Schutzge- bieten bestehenden Netzwerk. Berichte zum Zustand der Parke spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung der Managementqualität im Netzwerk, da über sie die Möglichkeit be- steht, Maßnahmen zu ermitteln, die auf brei- terer Ebene umgesetzt werden sollten sowie Bereiche mit Verbesserungsbedarf. Abb. 2: Manage- mentmodell von Parks Victoria und Rolle der Be- richterstattung zum Zustand der Parke Planen Was muss getan werden, um das Ziel zu erreichen? Ressourcen beschaffen Welche Mitarbeiter, Ausrüstung und Geldmittel sind erforderlich? Umsetzen Welche Maßnahmen wurden durchgeführt? Ergebnisse Was wurde mit den Maßnahmen erreicht? Erfolge Welcher Fortschritt wurde im Hinblick auf das Ziel erreicht? Bewerten Muss sich etwas verändern? Ziele setzen Was soll erreicht werden? ZUSTAND DER PARKE 62 © INOEK / BMU / BfN Parks Victoria hat einen integrierten Ansatz für das Parkmanagement entwickelt, bei dem der jährliche Zyklus der Ressourcenallokation (Unternehmensplanung und Geschäftsplan) mit den langfristigen Ergebnissen und Vor- gaben aus den Managementplänen und Re- gierungsprogrammen kombiniert wird. Der integrierte Managementzyklus (Abbildung 2) wurde zum Zwecke der Berichterstattung über den Zustand der Parke weiterentwickelt. Unternehmensstrategie Die Unternehmensplanung von Parks Vic- toria ist ein zukunftsorientiertes Dokument, das sich an den gesetzlichen Pflichten von Parks Victoria, der Vision der Regierung von Victoria und den relevanten Politiken und Strategien der Regierung orientiert. Sie bietet einen Überblick über unsere langfristige Visi- on und die zur Verwirklichung dieser Vision umzusetzende Dreijahresstrategie. Sie defi- niert die externe Beziehung zwischen den von Parks Victoria erbrachten Leistungen und der Vision der Regierung für Victoria. Die Unter- nehmensplanung umfasst den auf ein Jahr an- gelegten Geschäftsplan mit den im laufenden Jahr umzusetzenden Programmen und Prio- ritäten, der das Hilfsmittel darstellt, mit dem wir die jährlich zu erbringenden Leistungen spezifizieren. Die Unternehmensplanung wird jährlich unter Mitwirkung des Vorstands, der Geschäftsführung und der Mitarbeiter von Parks Victoria sowie des DSE unter Stützung auf die Politiken und spezifischen Initiativen der Regierung erstellt. Die Unternehmens- planung und der Geschäftsplan werden vom Vorstand von Parks Victoria genehmigt und dem zuständigen Minister jährlich zur Einwil- ligung vorgelegt. Die Unternehmensplanung und der Ge- schäftsplan werden auch intern eingesetzt, um die Entwicklung unserer internen regio- nalen und abteilungsspezifischen Ergebnis- pläne zu lenken, die dann als Beitrag zur Er- arbeitung unserer Maßnahmenpläne genutzt werden. Die Maßnahmenpläne dienen als Leitfaden für die Erstellung der individuellen Arbeitspläne. Die einzelnen Planungskompo- nenten sind in Abbildung 2 veranschaulicht. Das Parkmanagement wird immer kom- plexer und die Mitarbeiter von Parks Victoria verfügen über die erforderlichen Qualifikati- onen, um die Herausforderungen anzuneh- men, die mit der Schaffung eines gesunden Gleichgewichts zwischen dem Schutz unseres Naturerbes und den Bedürfnissen der Besu- cher verbunden sind. Dank der Effizienz einer einzigen, voll integrierten Organisation ist es möglich, mehr Ressourcen für den Umwelt- schutz und die Entwicklung von Besucher- dienstleistungen vorzusehen. Eine integrierte Umweltpolitik einschließlich Planungs- und Forschungsaufgaben wurde ins Leben geru- fen, um zu gewährleisten, dass die gesetzten Normen in Sachen Erstklassigkeit und Effizi- enz erfüllt werden. Dies wird unter Stützung auf hochmoderne Umweltmanagementsyste- me zu einer stärkeren Konzentration auf die Erhaltungsziele führen. Projekt „Linking People and Spaces“ Im Großraum Melbourne sind insgesamt 31 Stadt- und Gemeinderäte sowie ver- schiedene Einzelorganisationen, zu denen auch Parks Victoria gehört, für die Frei- und Grünflächen der Region verantwortlich. Als einzige Organisation mit Zuständigkeit für den gesamten Großraum (37 Parke mit einer Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 63Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Gesamtfläche von 6.200 Hektar) beauftragte die Regierung von Victoria Parks Victoria mit der Erarbeitung einer Strategie und Vision für einen kontinuierlichen Ausbau und eine Ver- besserung des Netzwerks von Frei- und Grün- flächen im Großraum Melbourne. Das Projekt „Linking People and Spaces“ wurde parallel zur Metropolitan Strategy (des Ministeriums für Infrastruktur) unter Berücksichtigung des prognostizierten Bevölkerungswachstums (nu- merisch und räumlich) für die nächsten 20 Jahre sowie der Indikatoren für die demogra- fische Bedeutung entwickelt. Zu den Schlüsselgrundsätzen der Strategie gehören Partnerschaften, gleichberechtigter Zugang, Vielfalt, Flexibilität und Nachhaltig- keit. Im Rahmen der Strategie werden die Vorteile von Freiflächen in die Kategorien Er- haltung (einschließlich der Tatsache, dass viele der seltensten Tier- und Pflanzenarten des Bundesstaats im Großraum Melbourne zu fin- den sind), urbaner Lebensstil, Wirtschaft so- wie Gesundheit/Wohlbefinden eingeordnet. Sie definiert einen koordinierten und konsis- tenten Ansatz für die zukünftige Flächenpla- nung und stellt eine logische Verbindung zu den mit Schutzgebieten verbundenen Werten und Fragestellungen her. Parks Victoria hat für die Meeresnationalparke einen vergleich- baren Ansatz verfolgt. Der Bericht wurde im Rahmen einer Bür- gerkonsultation erarbeitet und anschließend als eine von der Regierung bestätigte Richt- linie veröffentlicht. Dieser Prozess sowie die zukünftige Umsetzung bieten kontinuierlich Gelegenheit, immer wieder auf die Bedeu- tung hinzuweisen, die Frei- und Grünflächen in städtischen Gebieten sowie ihrer Verbin- dung zu Parken über Habitatkorridore zu- kommt. Zukunft von Parks Victoria Parks Victoria wird auch in Zukunft den Wert der Parke in Victoria für die Gesellschaft unterstreichen. Wir werden die Rolle der Parke ausweiten und in ganz Australien ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Parke einen wesentlichen Bestandteil einer gesunden und nachhaltigen Zukunft bilden. Parks Victoria hat einen Prozess in Gang gesetzt, der dazu beitragen wird, dieses Ziel zu erreichen. Das Projekt „Future of Parks“ wurde im Oktober 2007 eingeführt mit dem Ziel, die zukünftige Ausrichtung für das Parkmanage- ment und die Erhaltungsaufgaben von Parks Victoria zu definieren und die Rolle der Parks Division neu zu gestalten. Zwei abteilungs- weite Seminare wurden im Oktober und De- zember durchgeführt. Zwischen den beiden Seminaren arbeiteten die Mitarbeiter in sog. Discovery Teams zusammen, um die im Rah- men des ersten Seminars ermittelten Schlüs- selfragen zu bearbeiten. In diesem Zusammenhang wurden die fol- genden Fragestellungen behandelt: Unter Anerkennung der Tatsache, dass die Verbindung zwischen Mensch und Parken sowie Natur eine lange Geschichte auf- weist und einen dauerhaften Wert bildet, den es zu erhalten gilt, müssen wir dafür Sorge tragen, dass wir für die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft relevant sind, und für die Zukunft planen. Reaktion auf den Klimawandel – Wir brau- chen einen Plan, Maßnahmen und eine Kommunikationsstrategie bezüglich der Bedeutung des Klimawandels für Parke. Wir müssen das Engagement in der Ge- meinschaft fördern – zuhören, Wissen ver- 64 © INOEK / BMU / BfN mitteln, Unterstützung und Partner- schaften aufbauen und den Bedarf der Menschen erfüllen. Um erstklassige Parkmanager zu sein, be- nötigen wir eine evidenzbasierte Grundla- ge für unsere Entscheidungsprozesse. Wir brauchen Wissen, Fachkenntnisse, Daten und Engagement für eine Leistungsbe- wertung. Wir müssen das Wissen der Menschen über die Vorteile von Parken verbessern und die Verbindungen zwischen Men- schen und Parken stärken, um Vorteile für beide Seiten zu erzeugen (Healthy Parks – Healthy People). Wir müssen eine aus umweltbezogener, gesellschaftlicher und finanzieller Sicht nachhaltige Organisation sein. Wir müs- sen nachhaltig mit unserer Umwelt umge- hen, den sozialen Zusammenhalt unserer Mitarbeiter fördern und die für ein gutes Parkmanagement erforderlichen Finanz- mittel sicherstellen. Parks Victoria wird die von der Parks Divisi- on aufgebaute Geschäftstätigkeit ausweiten, um eine breitere Zielgruppe innerhalb und ggf. auch außerhalb von Parks Victoria anzu- sprechen. In Verbindung mit dem Projekt „Future of Parks“ wurde die Parks Division von Parks Vic- toria umstrukturiert, um eine stärkere Kon- zentration auf das Konzept „Healthy Parks – Healthy People“ zu erreichen. Diese Um- strukturierung bietet die Chance, die Aufga- ben und Zuständigkeiten derart zu organisie- ren, dass die sich aus dem Projekt „Future of Parks“ ergebenden Leitlinien erfüllt werden können. Allgemein wird Parks Victoria auch in Zu- kunft zur Verbesserung unseres Wissens und unserer Fähigkeit beitragen, uns um das viel- fältige Natur- und Kulturerbe des Parknetz- werks zu kümmern und potentielle Gefahren effizienter zu erkennen und zu bekämpfen, die Möglichkeiten, Parke zu erfahren und zu erleben, zu verbessern und die zukünftigen Managementprogramme zielgerichteter und fokussierter zu gestalten. Engagement für eine gesunde Bevölkerung Zukunftsaussichten im Bereich Freizeit, Tourismus und Management von Besucher- dienstleistungen: Erheblich mehr Finanzmittel, um die im- mer älter werdende Parkinfrastruktur zu ersetzen, z. B. Besuchereinrichtungen und Straßen an als vorrangig eingestuften Standorten. Angesichts der zunehmenden Verstädte- rung im Norden, Westen und Südosten von Melbourne werden die neuen Ein- wohner Freiflächen zur Freizeitgestaltung benötigen. Derzeit werden verschiedene neue Parke geplant oder eingerichtet, um diesen zunehmenden Bedarf zu befriedi- gen. Die demografische Struktur und die Vor- lieben der Parkbesucher in Melbourne so- wie in der Region Victoria verändern sich. Parks Victoria wird sich anpassen und ent- sprechend vorausplanen müssen, um die- sen veränderten Bedarf zu erfüllen. Fragen wie die alternde Bevölkerung, zuneh- mende Fettleibigkeit und veränderte Frei- zeitnutzung sind hier zu berücksichtigen. Healthy Parks - Healthy People – Ein neuer Ansatz im Parkmanagement 65Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Zukunftsaussichten im Bereich der Einbin- dung der Bevölkerung: Parks Victoria wird neue Partnerschaften aufbauen, um gemeinschaftsorientierte Programme umzusetzen, z. B. Forschungs- arbeiten zur Quantifizierung des Beitrags, den Parke zur körperlichen und geistigen Gesundheit sowie zum sozialen Wohler- gehen leisten. Die Einbindung der Bevölkerung wird durch Partnerschaften mit einer Vielzahl externer Organisationen gefördert. Angesichts der sinkenden Zahl ehrenamt- licher Helfer in einigen Organisationen wird sich die Zusammenarbeit von Parks Victoria mit ehrenamtlichen Mitarbeitern auf vorrangige Aufgaben konzentrieren sowie auf eine Ausweitung der auf der Mitwirkung der Bevölkerung basierten Überwachungsprogramme, bei denen eh- renamtliche Helfer Daten zusammentra- gen, die beim Management des Erbes in Parken zum Einsatz kommen. Engagement für ein gesundes Parknetzwerk Zukunftsaussichten im Bereich des Ma- nagements von Naturerbe in Parken: Programme zur Unkraut- und Schädlings- kontrolle werden in den Parken gezielt fortgeführt, die das wertvollste Naturerbe und die größte Gefährdung aufweisen. Verschiedene neue Partnerschaften und Projekte werden entwickelt, um eine Sa- nierung von Flächen und Böden in Parken durchzuführen und isolierte Schutzgebiete wieder zu verbinden. Die Sicherung des Schutzes und der Über- lebensfähigkeit bedrohter Arten/Populati- onen wird eine der größten Herausforde- rungen bleiben. Die Auswirkungen des Bevölkerungs- wachstums auf das Naturerbe in Parken, die sich in der Nähe städtischer Ballungs- gebiete und küstennaher Siedlungsräume mit Bevölkerungswachstum befinden, sind unklar und werden im Zentrum zukünf- tiger Forschungsbemühungen stehen. Erhaltungsstrategien auf Landschaftsebe- ne werden weiterhin entwickelt und um- gesetzt werden. Das Parknetzwerk wird gemanagt, um die Kapazität der natürlichen Systeme zu er- höhen, mit den zukünftigen Klimaverän- derungen umzugehen oder sich an diese anzupassen. Durch eine Stärkung der Verbindungen zwischen der Gesundheit unseres Parknetz- werks und der Gesundheit der Bevölkerung trägt Parks Victoria zum Aufbau einer wahr- haft nachhaltigen Gesellschaft bei, die ihre Abhängigkeit von und ihren Platz in der Um- welt anerkennt. 66 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Ralf Roth Ralf Roth, Prof. Dr. Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Am Sportpark Müngersdorf 6 D-50933 Köln http:// www.dshs-koeln-natursport.de Kurzvita Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth, Jahrgang 1963, verheiratet, 3 Kinder. Ralf Roth ist Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, Studiengangsleiter des „M.A. Sporttourismus und Erholungsmanagement“ und Vorsit- zender des Innovations- und Technologiezentrums für Nachhaltige Sportentwicklung (CENA). Er ist Gründungsmitglied der Future Mountain Int. und Sprecher der Kommission „Sport und Raum“ im Verband Deutscher Sportwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Angebots- und Produktentwicklungen im Sporttourismus, umweltbezogene Wirkungsanalysen und Risikomanagement, nachhaltige Sportraumentwick- lung und Destinationsmanagement, aktuelle Entwicklungen im Sport- und Freizeitmarkt. 67Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Ralf Roth und Stefan Türk Menschen bewegen – Grünflächen entwickeln Bewegung in Natur und Landschaft ist das zentrale Element der Erholungsnachfrage in Deutschland und das nicht nur im siedlungs- fernen Raum. Aktuelle Studien belegen, dass vermehrt die Freiflächen im Siedlungsbereich als informeller Sportraum genutzt werden. So tragen siedlungsnahe Grün- und Freiflächen zweifelsfrei zur Gesundheitsvorsorge, der Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens und damit zu einer Erhöhung der Lebensqualität bei. Weitere Aspekte mit sozialem Bezug sind die Schärfung des Umweltbewusstseins durch Vermittlung ökologischer Zusammenhänge, der Kontrast als Naturerlebnisraum zur be- bauten Umwelt oder der positive Ausdruck der kulturellen Entwicklung. Daneben las- sen sich auch ökologische Funktionen, wie Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die Ver- besserung des Bioklimas durch Filterung von Luftschadstoffen und Feinstaub, die Erhö- hung der Luftfeuchtigkeit, der Luftaustausch und Temperaturausgleich sowie der Beitrag zur Grundwasserbildung nennen. Zuneh- mend von Bedeutung sind die ökonomischen Aspekte einer kommunalen Standortsaufwer- tung sowie der deutlichen Steigerung des lo- kalen und regionalen Images beispielsweise für den zunehmenden Städte- und Business- tourismus. Gerade der Aspekt der Verantwortung ei- ner Gesundheitsvorsorgeleistung für die Be- völkerung stellt das zentrale gesellschaftliche Handlungsfeld dar. Unterschiedliche Quellen, wie zum Beispiel der Weltgesundheitsbericht oder der Sachverständigenrat im Gesund- heitswesen weisen für Deutschland nach, dass aktuell ca. 2/3 der Schulkinder aufgrund von Bewegungsmangel gesundheitsgefähr- det sind, oder dass 80% der Erwachsenen Rückenprobleme haben. In Konsequenz könnten nach Aussagen der Experten die Deutschen 5-10 Jahre länger gesund bleiben, wenn sie sich mehr bewegen bzw. gesünder ernähren würden. Auch wäre eine Einspa- rung von bis zu 25% der Gesundheitsausga- ben durch gezielte Prävention möglich. Man kann es auch so ausdrücken, dass eine ge- sundheitsbewusste Ernährung in Verbindung mit regelmäßiger und moderater Sportausü- bung in einem attraktiven Landschaftsraum eine Art Allradantrieb für Wohlbefinden und Gesundheit darstellt. Diese zunehmende Bedeutung von Grün- flächen als Bewegungsraum wird begleitet durch grundlegende Veränderungen inner- halb des Sportsystems selbst, aber auch gene- relle gesellschaftliche Werteverschiebungen. Während die Bewegungsaktiven immer sel- tener den Wettkampf mit anderen Sportle- rinnen und Sportlern suchen, treten Motive wie Spaß und Wohlbefinden immer stärker in den Vordergrund. Damit werden insbesonde- re gesundheitsorientierte und Bewegungsan- gebote nachgefragt, wie z.B. Laufen, Radfah- ren oder Nordic Walking. Gleichzeitig werden diese Freizeitaktivitäten vor dem Hintergrund eines knappen Zeitfensters möglichst indivi- duell, kurzfristig und damit flexibel gestaltet werden können. Der organisierte Sport mit seinen oftmals starren Organisationsrahmen und verbindlichen Mitgliedschaften muss sich diesen Herausforderungen stellen. Viel- 68 © INOEK / BMU / BfN Menschen bewegen – Grünflächen entwickeln mehr sind informelle bzw. selbstorganisierte Angebote bei bereits rund zwei Drittel aller Sport- und Bewegungsaktivitäten zu finden. Siedlungsnahe Freiflächen eignen sich hierfür besonders, da sie im Gegensatz zu traditio- nellen Sportanlagen und Sportstätten frei zu- gänglich, kurzfristig „buchbar“ und schnell erreichbar sind. Im Übrigen bestätigen Studi- en zum Sportverhalten der Bevölkerung, dass dieses Verlangen nach Ausdauer, Gesundheit und Fitness in nahezu allen Altersgruppen > 20 Jahre die höchste Bedeutung aufweist. Da die Bedeutung der Grünflächen für Bewegung und Erholung sowie die damit verbundenen Handlungsfelder, Chancen und Risiken zunehmen werden, stellen sich eine Reihe an Fragen zum Umgang mit dem ge- stiegenem Nutzungsdruck. Es muss geklärt werden, welche Bedeutung siedlungsnahe Grünflächen für Bewegung/Sport tatsächlich und im Detail haben. Die Auswirkungen des veränderten Sportverhaltens auf die Eignung und Nutzung siedlungsnaher Erholungsflä- chen müssen untersucht werden. Sind aus- reichend geeignete Methoden zur Erfassung der Realnutzung und des Sportverhaltens vorhanden oder müssen neue Methoden ent- wickelt werden? Welche Ansprüche werden an „grüne“ Bewegungsräume gestellt und wer entscheidet darüber, wie mit geänderten Ansprüchen umzugehen ist? Und schließlich gilt es zu klären, wie Angebote und Produkte für Grünflächen entwickelt werden können und unter welchen planungsrechtlichen Rah- menbedingungen siedlungsnahe Freizeit- und Erholungsaktivitäten möglich sind. Die systematische Erfassung und Bewer- tung von Erholungs- und Sportnutzung sowie der damit verbundenen Motive, Bedürfnisse und Konflikte bedürfen in jedem Fall entspre- chend angepasster Untersuchungsmethoden. Im Rahmen einer Aktionsraumforschung können hier insbesondere durch die Erfas- sung der Realnutzung der siedlungsnahen Sport- und Erholungsräume in Natur und Landschaft wichtige Daten erfasst werden. Hierzu zählen zunächst direkte Beobachtung wie zum Beispiel durch Feldbeobachter und fixe Zählstationen. Indirekt werden entspre- chende Daten über automatische Kameras, Videosysteme, Luftbilder, Satellitenbilder oder Drohnenbefliegung erhoben. Bei letzt- Abb. 1: Un- bemanntes Ultraleichtflug- zeuge (UAV) zum Monitoring von Besuchern, Spuren und landschaftsbe- zogenen Para- metern 69Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN genannter Methode kommen unbemannte Ultraleichtflugzeuges (UAV) zum Monitoring von Besuchern, Spuren und landschaftsbezo- genen Parametern zum Einsatz. Aus der Luft lassen sich koordinatengenau in einer relativ kurzen Zeiteinheit große Räume entspre- chend erfassen, was gleichbedeutend ist mit einer sehr umfassenden Momentaufnahme der Nutzung und Nutzungsangebote eines definierten Erholungsraumes. Auch über die Erfassung von Eintrittskar- ten oder Sondergenehmigungen lassen sich Besucher registrieren. Diesen quantitativen Erfassungen dienen genauso Eingangs-/Tou- renbücher oder die Auswertung von Inter- netforen/GPS-Tracks. Mechanische oder elek- tronische Zählvorrichtungen, wie wir sie in Form von Drehkreuzen oder Sensorsystemen kennen oder auch Induktionsschleifen lie- fern weitere wichtige Nutzungsgrößen. Und schließlich darf man die Bewertung der indi- rekten Nutzungsspuren – Abfallaufkommen, Trittschäden und Erosionserscheinungen nicht vergessen. Mit der visitor employed photography kam im Rahmen der Forschungsstudie au- ßerdem eine insbesondere im anglikanischen Raum sehr probate Untersuchungsmethode der Sozialforschung zur Anwendung. Hier- bei werden bildunterstütze Interviews mit Probanden geführt. Die Probanden werden mit einem Positiv/Negativ Abbildungsauftrag zum Fotografieren in den zu untersuchenden Raum geschickt, die Bilder werden erfasst und müssen anschließend in mindestens halbstün- digen Gesprächen dazu Stellung nehmen. Diese Interviews werden transkribiert und an- schließend über Codingsysteme ausgewertet. Auf diesem Weg lassen sich sehr interessante qualitative Aussagen treffen und absichern. Impressionen zum Landschaftsbild und sub- jektive Empfindungen, die den Wert eines Erholungsraumes letztendlich entscheidend prägen, werden mit dieser Methode greifbar. Das Erlebnis von Natur und auch das, was un- ter dem Begriff Natur alles verstanden wird, lässt sich nun viel leichter fassen und bleibt nicht mehr abstrakt im Raum stehen. Gerade für das geforderte bessere Verständnis zwi- schen Natursport und Naturschutz ist das von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung. So geht es den meisten Natursportlern natür- lich um die Sportausübung, aber eben nicht nur darum. Natur und Naturnähe sind wich- tig, um das Erholungs- und Ausgleichspoten- tial tatsächlich auch voll auszuschöpfen und körperliche Aktivität wirklich zum Genuss werden zu lassen. Darüber hinaus helfen schließlich noch Studien zur Erfassung des Sportverhaltens, Datenlücken bei der Beurteilung von urbanen Erholungs- und Bewegungsräumen zu schlie- ßen. Hier hat sich als Methode zum Beispiel die Fragebogenaktion vor Ort an den be- kannten Spots bewährt. Allerdings muss ge- rade bei der Befragung aktiver Sportler dar- Abb. 2: Besu- cherzahlen und deren zeitliche Verteilung können mit automatischen Zählschranken registriert wer- den 70 © INOEK / BMU / BfN Menschen bewegen – Grünflächen entwickeln auf geachtet werden, dass diese in Bewegung sind und nur für wenige Minuten vor oder nach der tatsächlichen Aktivitätsausübung zur Verfügung stehen. Die Konzentration auf das Wesentliche ist damit zwingend erforder- lich, was eine entsprechend sorgfältige Vor- bereitung erfordert. All die oben genannten Methoden der Besuchererfassung geben im Resultat einen interessanten Überblick über die Nutzungsan- forderungen an siedlungsnahe Bewegungs- räume. So umfassen die Anforderungen der bewegungsaktiven Nutzerinnen und Nutzer den Themenbereich Natur und Landschaft mit den Forderungen nach attraktiven und abwechslungsreichen Landschaftsbildern. Die vorhandene Infrastruktur muss ein aus- reichend großes Wegenetz aufweisen, wobei der Streckenbelag den Sportaktivitäten ent- sprechen muss. Die Wege sollten gepflegt und intakt sein, entlang der Wege darf kein Unrat rumliegen. Nur dann ist der herausragende Wunsch nach Pflege und Instandhaltung zu erfüllen. Und schließlich sind die Wege und Plätze auf den jeweiligen Freiflächen so zu gestalten, dass Nutzungskonflikte, wie sie von Verkehr und andere Nutzergruppen be- kannt sind. Es lassen sich auf jeder Grünflä- che Nutzungsschwerpunkte und bestimmte Profile erkennen. Dabei variieren die ausge- übten Aktivitäten je nach Ausstattung der Flächen. Schließlich lassen sich unterschied- liche Raumtypen charakterisieren. So gibt es Bewegungsräume von gesamtstädtischer Be- deutung, solche, die eher lokale Bedeutung haben und natürlich Achsen, die als Transfer- räume zu werten sind. Ergänzend zu dieser Mixtur aus unter- schiedlichen Methoden findet sich schließlich auch eine deutschlandweite Bereisung von 20 Städten, in deren Behörden leitfaden- gestützte Interviews mit den zuständigen Fachleuten für die Nutzung und Gestaltung kommunaler Freiräume geführt wurden. Da- bei brachten über 50 GesprächspartnerInnen aus Schul-, Jugend- und Sportamt, Grünflä- chen-, Forst- und/oder Umweltamt sowie Bau- und Stadtentwicklungsreferat nach ein- bis zweistündigen Gesprächen transkribierte Informationen auf insgesamt über 700 Seiten ein. Diese Akteure und Entscheidungsträger bemängeln im Ergebnis das vielerorts zu fin- dende sektorale Denkmuster, verbunden mit in der Regel unzureichenden Kommunikati- onsstrukturen untereinander. Häufig herrscht tatsächlich Unkenntnis über verwaltungsin- terne, aber fachfremde Kompetenzen. Die Möglichkeiten der Synergien durch inter- sektorale Arbeit werden stark unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen. Stattdessen werden oftmals Entscheidungen mit dem Problem der Rechtfertigung von öffentlichen Ausgaben erst gar nicht getroffen. Schließlich fehlt es den Akteuren häufig an den nachvoll- ziehbaren Grundlagendaten, um tragfähige Entscheidungen für das entsprechend ange- passte Management ihrer Grünflächen tref- fen zu können. Letztendlich wird auch darin deutlich, dass die kommunalen Planungsinstanzen sich bislang den veränderten Ausgangsvor- aussetzungen nur in unzureichendem Maße angenommen haben. Dies gilt sowohl für den Sport als auch für die Landschaftsplanung. Die bislang existierenden oder herangezogenen Konzepte der Sportentwicklungsplanung, wie der „Leitfaden für die Sportentwicklungs- planung“ des Bundesinstituts für Sportwis- senschaft, oder die Kooperative Planung von Wetterich und Eckl greifen das Thema zwar auf, bieten aber keine wirklich praktikablen 71Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Umsetzungsanleitungen für die Planungspra- xis. Die zielgerichtete Planung von sog. Sport- gelegenheiten, d.h. von Räumen, die nicht primär für die Ausübung von Sport- und Frei- zeitaktivitäten gedacht sind, gilt bis dato als unmöglich bzw. kann sich nur auf eine Ange- botsplanung beschränken. Auch die Ansätze der Landschaftsplanung im siedlungsnahen Raum greifen eher ruhige bzw. traditionelle Erholungsformen auf. Der Grund hierfür liegt vor allem in einem begrenzten Wissen über die tatsächlichen Anforderungen der bewe- gungsaktiven Erholungssuchenden, dass über die allgemeinen Veränderungen des Bewe- gungsverhaltens hinausgeht. Erst auf Basis einer umfassenden Analyse des Bewegungs- verhaltens auf siedlungsnahen Freiflächen scheint die Erarbeitung von nachhaltigen Nutzungs-, Planungs- und Schutzkonzepten möglich. Zusätzlich ist es notwendig, die Pla- nungen auf eine breite Basis zu stellen. Es ist daher notwendig, ein intersektorales Konzept zu entwickeln, welches alle relevanten Ent- scheidungsträger für die Planung von aktiver Erholung zusammenführt und die Kompe- tenzen der einzelnen Träger bündelt. Nur ein Zusammenwirken der einzelnen Planungsträ- ger kann den veränderten Anforderungen ge- recht werden. Ein solch intersektorales Konzept wurde im Rahmen des F&E-Vorhabens „Siedlungs- nahe Flächen für Erholung, Natursport und Naturerlebnis“ vom Institut für Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschu- le Köln - im Auftrag des Bundesamtes für Na- turschutz und gefördert mit Mitteln des Bun- desministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - erarbeitet. Das Resultat des Forschungsprozesses liegt jetzt in kom- primierter Form mit dem Handlungskonzept für das Management von Bewegungsräumen in der Stadt vor. Menschen bewegen – Grün- flächen entwickeln heißt dieser Leitfaden, der sich als Anleitung für ein Bewegungsraum- Management versteht, das nicht nur den Sport, sondern auch die Stadtentwicklung und die Landschaftsplanung in die Planung von Erholung, Natursport und Naturerleb- nis auf siedlungsnahen Flächen einbezieht. Damit wird eine möglichst umfassende und nachhaltige Entwicklung von siedlungsnahen Freiflächen möglich. Der Leitfaden ist für die Planungspraxis erarbeitet. Das heißt, dass hier anhand von praktischen und bereits prakti- zierten Beispielen, kompakten Checklisten und weiteren Arbeitsmaterialien zahlreiche Möglichkeiten für die praktische Umsetzung eines Bewegungsraummanagements auf- zeigt werden. Die Anleitung zur Umsetzung steht im Vordergrund. Als Hilfestellung für die Entscheidungsträger in den Kommunen kann und soll er helfen, dass siedlungsnahe Grün- flächen auch in Zukunft nicht nur zur Verfü- gung gestellt werden, sondern bedürfnisge- recht und zur Förderung der Gesundheit der Mitmenschen entwickelt werden. Der Leitfa- den kann kostenfrei über das Bundesamt für Naturschutz bezogen werden. Im entsprechenden Forschungsbericht werden die oben genannten Forschungsme- thoden sowie der detaillierte Untersuchungs- ablauf des F&E-Vorhabens ausführlich be- schrieben und die erzielten Einzelergebnisse zusammengefasst. Die daraus entwickelte grundlegende Struktur des Bewegungsraum- Managements wird beschrieben. Der For- schungsbericht ist erschienen in der Reihe Naturschutz und Biologische Vielfalt, Heft 51 (BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsver- lag Münster). Weiterführende Literatur kann bei den Autoren erfragt werden. 72 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Vladivoj Vancura Vladivoj Vancura Conservation Manager PAN Parks Foundation PAN Parks Foundation Pf 264 9002 Györ, Hungary http://www.panparks.org Kurzvita Vladivoj Vancura machte 1981 sein Diplom als Forstwissenschaftler an der Forstuniversität in Zvolen, Slovakei und nahm im Anschluss am postgraduierten Programm „Management of Na- tural Ressources“ teil, das er 1986 erfolgreich abschloss. Von 1982 bis 1996 arbeitete Vlado Vancura für den Nationalparkservice der Slowakei. Um seine Erfahrung und sein Wissen im Be- reich des Management von Schutzgebieten im internationalen Bereich zu erweitern, entschloss er sich für zwei Jahre im Mutterland der Nationalparkidee als Volunteer für den US National Park Service zu arbeiten. Anschließend arbeitete er noch ein halbes Jahr für Parks Canada. Nach 1996 engagierte sich Vladivoj Vancura stark in der slowakischen NGO „A-Project“ und wurde 2000 zum Regionalkoordinator der PAN Parks Stiftung für Zentral- und Osteuropa ernannt. Seit 2002 ist er als Conservation Manager federführend für den Verifizierungsprozess zuständig, der die Umsetzung und Einhaltung der strengen „PAN Parks Principles and Criteria“ sowie der nach- haltigen Tourismus Strategien der Parks zum Ziel hat. Zudem wirkt er strategisch an der Weiter- entwicklung der PAN Parks- Prinzipien und Kriterien mit und fungiert als wichtige Schnittstelle zwischen Parkverwaltungen, NGOs und der PAN Parks Stiftung. 73Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Vladivoj Vancura Tourismusdienstleister als Partner für den Schutz der biologischen Vielfalt – die Strategie für nachhaltige Tourismusentwicklung der PAN Parks Vorwort Europa ist zweifelsohne der Kontinent, auf dem die Natur am stärksten durch das Eingreifen des Menschen verändert wurde. Die reiche biologische Vielfalt, die sich in ei- nigen Teilen des „alten“ Kontinents“ finden lässt, ist in der Tat in hohem Maße mit einem geeigneten Management durch den Men- schen verbunden und von diesem abhängig. Die Landschaften in Europa wurden über Tausende von Jahren durch die Aktivitäten des Menschen geformt und bilden einen Teil unseres kulturellen, sozialen und wirtschaft- lichen Erbes. Aufgrund dieser engen Beziehung zwi- schen Natur und menschlicher Entwicklung wird manchmal vergessen, dass es noch in Fragmenten, die zusammen nicht mehr als 1% des gesamten Gebiets ausmachen, klei- ne, jedoch wichtige Überreste von Land- schaften gibt, die man noch als „unberührt“, „natürlich“ und „wild“ oder als „Wildnis“ bezeichnen kann. In diesen Gebieten finden sich immer noch natürliche Systeme, die vom Menschen nur minimal beeinflusst sind. PAN Parks ist gerne bereit, die in der Pra- xis gemachten Erfahrungen in den Bereichen Management von Wildnisschutzgebieten, Einrichtung einer nachhaltigen Gebietsnut- zung und Schaffung von Mehrwert für die Bevölkerung vor Ort durch ein adäquates Ma- nagement von Wildnisschutzgebieten weiter- zugeben. (Miko 2007) A. PAN Parks im Überblick Möglichkeiten zu Begegnungen mit der Wildnis in den zertifizierten PAN Parks in Europa Eine kleine, hoffentlich jedoch steigende Zahl von Menschen misst dem Naturerbe Europas ebenso viel Wert bei wie dem kultu- rellen Erbe. Wildnis war jedoch – zumindest bis vor kurzem – etwas, das nicht zum Image von Europa passte. Wildnis ist ein Konzept, mit dem das Herz und die Emotionen der meisten Menschen erreicht werden. Wild- nis wird mit Regionen in der ganzen Welt in Verbindung gebracht, doch die meisten Eu- ropäer wissen nicht, dass sie außergewöhn- liche Überreste von Wildnis auch heute noch auf ihrem eigenen Kontinent finden können. Diese Wildnisregionen sind die PAN Parks (Protected Area Network Parks), in denen die Menschen die Vielfalt der Natur in ihrer reins- ten Form erleben können und die Möglich- keiten zu Entspannung, aktiver Freizeitgestal- tung und Naturgenuss bieten. Erfahrungen in den Wildnisschutzgebieten Europas können das Leben verändern. Abb. 1: Die drei Säulen der PAN Parks-Vision: Menschen – Respekt – Natur 74 © INOEK / BMU / BfN Alles begann mit einem Traum Vor fast 10 Jahren wurden die ersten Schritte unternommen, um Naturschutz und Tourismus in den wichtigsten Wildnisgebie- ten Europas miteinander zu kombinieren. Im Rahmen dieser Initiative, die von der Stiftung PAN Parks Foundation (PPF) durchgeführt wird, erhalten Wildnisgebiete, die höchste Managementanforderungen im Hinblick auf Naturschutz und nachhaltige Nutzung durch den Menschen erfüllen, das PAN Parks-Quali- tätssiegel. Dieses Siegel gilt als Goldstandard für gut gemanagte Schutzgebiete. Bei diesem Programm wird der Tourismus weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als Chance für den Naturschutz betrachtet. Er wird genutzt, um Wildnisgebieten einen wirt- schaftlichen Wert beizumessen und Engage- ment für den Naturschutz zu erzeugen. Diese Kombination, mit der einzigartige und hoch- wertige Angebote zur Erholung und Entspan- nung in der Wildnis geschaffen werden, hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, da sie Vor- teile für die Natur und für die in den Schutz- gebieten sowie in der Umgebung lebenden Menschen mit einzigartigen Möglichkeiten der Naturerfahrung für Besucher verknüpft. Leitsatz der PAN Parks Der Leitsatz der PAN Parks lautet: „Um Urwälder oder unberührte Berglandschaften zu erleben, in denen Wölfe, Luchse oder Braunbären noch heute in freier Wildbahn leben, muss man – zumindest noch – nicht an ferne Orte reisen. Es genügt, einen der zertifizierten PAN Parks in Europa zu besu- chen“ (www.panparks.org). Wenn Sie einen durchschnittlichen Europäer bitten, einen ihm bekannten Nationalpark zu nennen, wer- den Sie wahrscheinlich Namen wie Yosemite oder Yellowstone (in den USA) oder Krüger (in Südafrika) hören. Wenn Sie dann ge- nauer nach dem Namen eines europäischen Nationalparks fragen, werden Sie höchstens einen Namen genannt bekommen, der in der Nähe des Wohnorts des Befragten liegt. Um Kenntnisse über und ein Bewusstsein für die Wildnisgebiete in Europa zu schaffen, ist es nicht nur erforderlich, mehr Touristen in die weniger besuchten Wildnisparke zu bringen, sondern auch die Besucherströme in den stark frequentierten Nationalparken neu zu strukturieren. PAN Parks fördert eine derartige Tourismusentwicklung in den eu- ropäischen Wildnisschutzgebieten, da diese so einen wirtschaftlichen Wert erhalten, der eine größere politische und gesellschaftliche Unterstützung auf lokaler, nationaler und in- ternationaler Ebene mit sich bringt. PAN Parks arbeitet auch mit lokalen Unternehmen in entlegenen Gebieten zusammen und schafft auf diese Weise Engagement für den Natur- schutz und für eine nachhaltige Tourismusen- twicklung in der Region. Vision von PAN Parks PAN Parks ist für Regierungen, lokale Be- völkerung und Besucher weltweit der Gold- Abb. 2: Den Besuchern ein Naturerlebnis in unberührter Wildnis zu er- möglichen, ist ein Weg, um den Naturschutz und die Bevölkerung vor Ort zu un- terstützen. Foto: Pascal Languillon Tourismusdienstleister als Partner für den Schutz der biologischen Vielfalt – PAN Parks 75Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN standard, wenn es um die Kombination von Erstklassigkeit im Management von Schutz- gebieten mit einer nachhaltigen Tourismusen- twicklung geht. PAN Parks-Konzept Das PAN Parks-Konzept basiert auf einem transparenten Zertifizierungsprozess. Für eine Aufnahme in das PAN Parks-Netzwerk muss ein Schutzgebiet jeden einzelnen der stren- gen Grundsätze und jedes einzelne Krite- rium der PAN Parks erfüllen. Mithilfe dieses Prozesses soll der Qualitätsstandard definiert werden, den sowohl die Schutzgebiete als auch die lokalen Geschäftspartner erfüllen müssen, um eine Zertifizierung zu erhalten und zu behalten. Der Prüfprozess umfasst ein transparentes Audit durch einen unabhän- gigen Anbieter. Eine erfolgreiche Aufnahme bedeutet für die beteiligten Parteien (d. h. Geldgeber und Besucher) eine Garantie, dass die Managementziele und Managementakti- vitäten des Schutzgebiets mit dem Schutz der biologischen Vielfalt und einem nachhaltigen Tourismus kompatibel sind. Zehn Jahre Erfahrung Innerhalb von zehn Jahren hat sich PAN Parks zu einer einzigartigen Initiative entwi- ckelt, und dies aus zwei Gründen: 1. Grundsätze und Kriterien, die auf Na- turschutz, Besuchermanagement und eine aktive Rolle der Bevölkerung und Unter- nehmen vor Ort beim Schutz des Wildnis- gebiets abzielen 2. Netzwerke und Partnerschaften zwi- schen dem Naturschutz- und dem Touris- mussektor, um eine engere Beziehung der Geberorganisationen zur Projektumset- zung in den Schutzgebieten herzustellen Qualitätsstandard der PAN Parks Das PAN Parks-Konzept beruht auf stren- gen Grundsätzen und Kriterien, die von un- abhängigen Prüforganisationen kontrolliert und überwacht werden. Jeder Grundsatz ist gleichermaßen wichtig, so dass eine Zerti- fizierung als Schutzgebiet nur möglich ist, wenn alle den Qualitätsstandard bildenden fünf Grundsätze in vollem Umfang erfüllt werden. Um das PAN Parks-Qualitätssiegel zu behalten, muss die Erfüllung aller fünf Grund- sätze in regelmäßigen Abständen erfolgreich bestätigt werden. Abb. 3: Im Feb- ruar 2008 gab es zehn zertifizierte PAN Parks. In den kommen- den Jahren soll das Netzwerk durch weitere Nationalparke in Europa erweitert werden. Nationalpark Parkfläche Wildnisfläche Bieszczady 29 202 ha 18 425 ha Fulufjället 38 414 ha 22 140 ha Oulanka 27 720 ha 15 027 ha Central Balkan 71 669 ha 21 019 ha Retezat 38 138 ha 14 215 ha Panajarvi 104 000 ha 30 000 ha Rila 81 046 ha 16 350 ha Majella 74 095 ha 16 200 ha Borjomi Kragauli 76 000 ha 50 325 ha Archipelago 50 219 ha 10 600 ha Gesamt 590 503 ha 214 301 ha Tabelle 1: Größe der Wildnis- schutzgebiete in zertifizierten PAN Parks. Die Einrichtung zerti- fizierter Wildnis- gebiete gehört zu den zentralen Leistungen der PAN Parks. Diese Tabelle gibt eine kurze Übersicht. 76 © INOEK / BMU / BfN Grundsatz 1: Reiches Naturerbe PAN Parks sind Großschutzgebiete, die für das Naturerbe Europas repräsentativ sind und international bedeutende Wildnisgebiete und Ökosysteme schützen. Grundsatz 2: Naturmanagement Das Naturmanagement dient der Erhal- tung und – sofern erforderlich – Wiederher- stellung ökologischer Prozesse und der biolo- gischen Vielfalt im Schutzgebiet. Grundsatz 3: Besuchermanagement Über das Besuchermanagement wird den Besuchern die Gelegenheit geboten, die Na- turschönheiten des Gebiets auf qualitativ hochwertige Weise unter Wahrung der Erhal- tungsziele des Nationalparks zu erleben. Grundsatz 4: Strategie für eine nachhal- tige Tourismusentwicklung Die Schutzgebietsbehörde und ihre rele- vanten Partner in der PAN Parks-Region stre- ben eine Synergiewirkung zwischen Natur- erhaltung und nachhaltigem Tourismus an, indem sie eine Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung ausarbeiten und die Umsetzungsverantwortung gemeinsam über- nehmen. Grundsatz 5: Partnerschaften Bei den Geschäftspartnern von PAN Parks aus der Tourismusindustrie handelt es sich um Unternehmen, die sich den Zielen der zertifizierten PAN Parks und der PAN Parks Foundation verpflichtet haben und aktiv mit der lokalen PAN Parks-Gruppe zusammenar- beiten, um die Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung in der Region wirksam umzusetzen. B. Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung und lokale Geschäftspartner Die beiden letzten Grundsätze bezie- hen sich auf die Entwicklung eines nachhal- tigen Tourismus in der Umgebung der Parke. Grundsatz 4 gibt an, unter welchen Umstän- den die Umgebung eines Schutzgebiets und die Kooperationspartner eines zertifizierten PAN Parks das PAN Parks-Qualitätssiegel er- halten können. Grundsatz 5 definiert die Vor- aussetzungen, die die Geschäftspartner in der Tourismusindustrie erfüllen müssen. Bei den Grundsätzen 4 und 5 handelt es sich ebenso wie bei den Grundsätzen 2 (Naturma- nagement) und 3 (Besuchermanagement) um management-/prozessbezogene Prinzipien. Allerdings unterscheiden sich die Grundsätze 4 und 5 darin von den Grundsätzen 1, 2 und 3, dass ihre Erfüllung über die Verantwortung des Nationalparkmanagements hinausgeht und die lokale PAN Parks-Gruppe einbezieht. Die Grundsätze 4 und 5 lassen sich daher als prozessorientierte Prinzipien für die beteilig- ten Partner beschreiben. Tourismusdienstleister als Partner für den Schutz der biologischen Vielfalt – PAN Parks Abb. 4: Naturer- lebnis im Central Balkan-National- park, Bulgarien 77Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Strategie für eine nachhaltige Touris- musentwicklung Die PAN Parks Foundation ist der Überzeu- gung, dass die Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung einen Rahmen bildet, mit dessen Hilfe eine Symbiose zwischen den Erhaltungszielen der zertifizierten PAN Parks und der nachhaltigen Tourismusentwicklung in der Umgebung des PAN Parks erreicht werden kann. Eine nachhaltige Tourismusen- twicklung kann nur dann eine wertvolle Opti- on für ein Schutzgebiet sein, wenn erhebliche Vorteile für den Naturschutz und die lokale Bevölkerung gewährleistet sind. Daher soll mithilfe der Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung sichergestellt werden, dass der Großteil der Vorteile, die durch den nachhaltigen Tourismus erzeugt werden, der PAN Parks-Region zugute kommt und dort verbleibt. Tourismusstrategie für PAN Parks in fünf Schritten Die Erfüllung des für einen PAN Park ge- forderten Qualitätsstandards nimmt Zeit in Anspruch. In der Regel ist eine Vorbereitungs- phase von drei Jahren erforderlich, bevor ein Antragsteller durch Vorlage einer Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung nach- weisen kann, dass die Schutzgebietsbehörde und die relevanten Partner in der PAN Parks- Region sich gemeinsam zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben. Die Strategie gibt einen Überblick über die Schritte, die erforderlich sind, um den Touris- mus zu entwickeln und zu managen. Sie um- fasst jedoch keine Einzelheiten hinsichtlich der Art der zu entwickelnden touristischen Ange- bote, da diese von den speziellen Merkmalen des jeweiligen Parks abhängig sind, d. h. von den physikalischen und geografischen Bedin- gungen, dem soziokulturellen Kontext und der Zugänglichkeit für den Touristikmarkt. Allgemein wird es sich bei den zu planenden und zu fördernden touristischen Aktivitäten jedoch um Angebote wie Wandern, Trekking, Camping, Vogelbeobachtung, Kanu/Kajak fahren, Reiten sowie Langlauf oder Winter- wanderungen handeln. All diese Aktivitäten beruhen auf den natürlichen Ressourcen des Parks und erfordern Einrichtungen, die ledig- lich minimalen Einfluss auf die natürliche Um- gebung nehmen. Jahr 1: Zusammenstellung von Team und Daten Im ersten Jahr sollten Systeme zur Entwick- lung der lokalen PAN Parks-Gruppe (LPPG) eingerichtet werden. Schritt 1. Einrichtung einer Organisations- struktur für die LPPG: Mitglieder, Manage- mentstrukturen, Statuten, Rechte, Abstim- Abb. 5: Ein per- fekter Wintertag im Rila-National- park, Bulgarien 78 © INOEK / BMU / BfN mungsverfahren, Verantwortungsbereiche und Aufgaben. Dies umfasst Pläne zur Prü- fung lokaler Geschäftspartner, Verantwort- lichkeiten für die Erarbeitung und Umset- zung der Strategie, die Verabschiedung von Budgets und die Beschaffung von Finanzmit- teln. Teil dieses ersten Schrittes ist auch die Erstellung einer Liste von Geschäftspartnern für Grundsatz 5 (die über die für Grundsatz 4 erwarteten potentiellen Geschäftspartner hinausgeht). Es handelt sich um einen kon- tinuierlichen Prozess, so dass davon auszu- gehen ist, dass Veränderungen eintreten. Schritt 2. Zusammentragen von Daten über die (wirtschaftlichen, sozialen und um- weltbezogenen) Auswirkungen des Touris- mus, das touristische Potential der Region und die Aufnahmekapazität. Eine Analyse der mit der Tourismusentwicklung verbundenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ist durchzuführen. Schritt 1 und 2 werden zeitgleich durchgeführt. Jahr 2: Planung und Umsetzung Nach Fertigstellung des Plans wird im zweiten Jahr mit der Umsetzung begonnen. Das zweite Jahr ist eine Herausforderung. Im Hinblick auf die Beschaffung von Finanzmit- teln kann sich diese Phase bis ins dritte Jahr hinein ausdehnen. Schritt 3. Der Planentwurf muss spätes- tens ein Jahr vor der PAN Parks-Zertifizie- rungsprüfung fertig gestellt sein, da es nicht nur darum geht, dass ein Plan vorhanden ist, sondern dass dieser auch umgesetzt wird. Schritt 4. Die Umsetzung des Plans muss beginnen, da nachgewiesen werden muss, dass alles nach Plan verläuft. Ein vorhandener Plan allein reicht als Nachweis nicht aus. Jahr 3: Umsetzung und Überwachung Zu diesem Zeitpunkt ist die LPPG bereits seit zwei Jahren tätig, hat ihre Systeme einge- richtet, eine Situationsanalyse zum Tourismus in der Region durchgeführt und sich mit den beteiligten Parteien beraten. Die Ergebnisse wurden als Bestandteil des Plans schriftlich festgehalten, die Umsetzung des Plans sollte bereits erfolgen. Die LPPG sollte ein internes Audit der Wirksamkeit der Strategie durch- führen, bevor die PAN Parks-Zertifizierungs- prüfung beantragt wird. Schritt 4 (Forts.). Genehmigung der Stra- tegie durch die zuständigen Behörden und beteiligten Parteien mit dem Nachweis ihrer Umsetzung. Die Finanzmittel für die erste Phase wurden zugewiesen, für die folgenden Phasen der Strategie werden Finanzmittel be- schafft. Schritt 5. Überwachung. Auf der Grund- lage der Ergebnisse der Prüfung und des von der LPPG durchgeführten internen Audits verbessern die Mitglieder der LPPG den zwi- schen Jahr 3 und Jahr 4 zu prüfenden und umzusetzenden Plan. Von diesem Zeitpunkt an wird erwartet, dass die LPPG in der Lage ist, jährlich Listen der sich aus dem Plan erge- benden Maßnahmen/Aufgaben zu erstellen und über die durchgeführten Maßnahmen und die Auswirkungen des Tourismus auf die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft vor Ort Bericht zu erstatten. Tourismusdienstleister als Partner für den Schutz der biologischen Vielfalt – PAN Parks 79Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Lokale PAN Parks-Gruppe Die lokale PAN Parks-Gruppe bildet ein wichtiges Element im PAN Parks-Prüfverfah- ren und muss in jedem zertifizierten Park ein- gerichtet werden. Bei dieser Gruppe handelt es sich um eine Kooperationspartnerschaft zwischen lokalen Unternehmen, Parkleitung und Tourismusorganisationen. Diese Partner erarbeiten gemeinsam die Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Beteiligte lokale Geschäftspartner Die lokalen Geschäftspartner sind ein weiterer wichtiger Baustein des Gesamtkon- zepts. Sie müssen ebenfalls bestimmte Krite- rien erfüllen, z. B. Einhaltung der nationalen Rechtsvorschriften, Unterstützung des PAN Parks und seiner Managementziele, aktive Beteiligung an der Umsetzung der Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung, Beitrag zur qualitativen Verbesserung des touristischen Angebots in der Region usw. Über die Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung wird sichergestellt, dass die lokalen Geschäftspartner strengs- te Anforderungen an einen ökologischen Tourismus erfüllen und im Einklang mit dem Park tätig sind. Die lokalen Geschäftspartner werden ebenfalls zertifiziert und regelmäßig überwacht, um die Einhaltung dieser Anfor- derungen zu gewährleisten. Die Zertifizierungsstandards für lokale Ge- schäftspartner basieren entweder auf einem nationalen Zertifizierungsprogramm oder auf einem von der PAN Parks Foundation erarbei- teten Rahmenwerk. Vorteile für lokale Geschäftspartner Für zertifizierte lokale Partner ergeben sich die folgenden Vorteile: Nutzung des PAN Parks-Logos, das als Qualitätssiegel für um- weltfreundlichen Tourismus gilt und potenti- ellen internationalen Reiseveranstaltern, die die Leistungen des lokalen Geschäftspartners in Anspruch nehmen möchten, eine Einhal- tung der geforderten Standards garantiert. Außerdem profitieren die lokalen Partner von den internationalen Marketingaktivitäten der PAN Parks. Im Netzwerk gibt es eine große Vielzahl verschiedener Geschäftspartner, die nicht nur Unterkunfts- und Gastronomieleistungen an- bieten, sondern auch Dienstleistungen wie Führungen, Hundeschlittenfahrten, Schnee- schuhwanderungen, Rafting und sogar Taxi- fahrten, um die Besucher zu den Ausgangs- punkten für Wanderungen bringen. 80 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Hansruedi Müller Hansruedi Müller, Prof. Dr. Leiter des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus (FIF) Bern FIF Bern Universität Bern Pf 8573 CH-3001 Bern http://www.fif.unibe.ch Kurzvita Hansruedi Müller, 1947, lehrt „Theorie und Politik von Freizeit und Tourismus“ an der Universität Bern und leitet das Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus (FIF) seit 1989. Seine wissen- schaftliche Laufbahn begann er als Assistent bei Prof. Dr. Jost Krippendorf. Die wichtigsten praktischen Erfahrungen sammelte er während seinen vielseitigen Tätigkeiten bei den Schwei- zerischen Bundesbahnen SBB sowie als Präsident von Swiss Athletics. Seine Forschungsschwer- punkte sind Nachhaltigkeit, Wertschöpfung, Erlebnisökonomie, Qualitäts- und Destinationsma- nagement. 81Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Hansruedi Müller Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfade – drei Jahrzehnte nach den „Landschafts- fressern“ von Jost Krippendorf 1. Der Alpentourismus – Die Situation damals 1975 veröffentlichte Jost Krippendorf das Buch „Die Landschaftsfresser“ mit dem Un- tertitel „Tourismus und Erholungslandschaft – Verderben oder Segen?“. Es war eine ei- gentliche Streitschrift zur aktuellen touristi- schen Entwicklung, in der u.a. die folgenden Themen aufgegriffen wurden: Die Tourismuslawine – Perspektiven des Ferienverkehrs Die anrollende Stadt – Perspektiven des Ausflugsverkehrs Die Multiplizierung der Infrastruktur – der große Landschaftsfraß Der Zweitwohnungsboom Von Wohnwagen, Mobilhomes und Zel- ten Count-Down der Zerstörung In 23 Thesen forderte Krippendorf so- wohl Politiker wie auch Unternehmer, Tou- ristiker und Touristen auf, sich Gedanken zu machen über eine wünschbare Zukunft und darüber, wie diese Zukunft wahrscheinlich werden könnte: Oberste fremdenverkehrspo- litische Ziele neu gewichten (1), Bauverbote als Übergangslösung erlassen (2), in größeren Räumen denken (3), auf Schwerpunkte kon- zentrieren statt Gießkannenprinzip (4), Be- lastungsgrenzen der Landschaft fixieren (5), ansässige Bevölkerung bestimmen lassen (6), Kosten und Nutzen abwägen (7), Boden spa- ren – konzentriert bauen (8), Landwirtschaft erhalten und stärken (9), besonders wertvolle Landschaften freihalten (10), den Wald pfle- gen (11), die Gewässer schützen (12), umpo- len auf öffentlichen Verkehr (13), wohnliche Städte schaffen (14), wirtschaftliche Probleme der Raumplanung lösen (15), Verursacher zur Kasse bitten (16), Reiseperioden entzerren (17), Betten bewirtschaften – weniger expan- dieren (18), nichttechnisierten Tourismus för- dern (19), Architektur für Ferien und Freizeit verbessern (20), Tourismusforschung intensi- vieren (21), Tourismusverantwortliche besser ausbilden (22) und Öffentlichkeit informieren und interessieren (23). Die Tourismusbranche brauchte lange zur Einsicht – der Lanschaftsfresser-Schock saß tief. Krippendorf wurde als Nestbeschmutzer und Schwarzmaler betitelt und in gewissen Al- penregionen der Schweiz mit einem Auftritts- verbot belegt. Dennoch ist die Analyse noch weitgehend aktuell. Viele Aspekte haben sich sogar zugespitzt. Einige Problemstellungen kamen neu hinzu, z.B. der Klimawandel, die Lärm-, Elektro- und Lichtsmog-Problematik oder die Entwicklung der Freizeitaktivitäten mit Beschlagnahmung neuer Räume, ganz- jährig und rund um die Uhr. Der größte Teil der Thesen ist jedoch weiterhin aktuell. Die Tourismuskritik wurde gehört, doch dominie- ren die Sachzwänge. 2. Der Alpentourismus – Die Situation heute Der moderne Alpentourismus steht vor großen Herausforderungen. Zahlreiche Ver- 82 © INOEK / BMU / BfN Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfad änderungen im näheren und weiteren Um- feld des Alpentourismus vollziehen sich heu- te besonders turbulent. Obwohl wir immer mehr wissen über unsere Welt, sie bereisen, erforschen und ergründen, werden die Zu- sammenhänge immer komplexer und unver- ständlicher. Die Verantwortlichen im Alpen- tourismus stehen vor grossen Herausforde- rungen: Die Globalisierung mit dem verstärk- ten Konkurrenzdruck, die Strukturprobleme mit dem zunehmenden Wandlungsdruck, die Rentabilitätsschwäche mit dem wachsenden Finanzierungsdruck, die technologische Ent- wicklung mit dem größer werdenden Inno- vationsdruck, der Nachfrageboom mit dem wachsenden Druck auf die Ressourcen, die Angebotsentwicklung mit dem verstärkten Druck auf die Landschaft, der Klimawandel mit dem zunehmenden Diversifikationsdruck, der Wertewandel mit dem beschleunigten Anpassungsdruck. Die Turbulenzen im näheren und wei- teren Umfeld des Alpentourismus prägen auch das Ferienverhalten des modernen Frei- zeitmenschen. Vereinfacht lassen sich zehn Trends ableiten, die den Tourismus im Alpen- raum bestimmen: Trend zur Individualisierung: Gesucht wer- den flexiblere Reiseangebote für unabhän- giges Reisen nach eigenen Vorstellungen. Trend zu Sicherheit und hohem Anspruch: Gesucht werden (vermeintlich) sichere Rei- sen, die Kultur und Bildung vermitteln. So- wohl rein passive Erholung wie hyperak- tiver Sport sind out. Trend zum Erlebnis: Gesucht werden An- gebote in einer inspirierenden Atmosphä- re, die intensive und abwechslungsreiche Erlebnisse ermöglichen. „Kalkulierter Wahnsinn“ ist angesagt. Trend zu mehr Wohlbefinden in den Feri- en: Gesucht werden Reiseformen, die den gestressten Menschen ganzheitlich besee- len. Wellnessangebote mit gesunder Er- nährung, körperlicher Bewegung, Schön- heitspflege, vielfältigsten Therapieformen und viel Erholung haben Zukunft. Trend zur behaglichen Umgebung: Ge- sucht werden Destinationen und Ferien- unterkünfte mit Atmosphäre und hohem Komfort, quasi als heimische Rückzugsni- schen. Trend zu Wärme in der Ferne: Gesucht werden Reiseziele mit Sonnengarantie, insbesondere in nasskalten Perioden. Trend zu billigeren Reisen: Gesucht wer- den preisgünstige Angebote, die es erlau- ben mehrfach zu verreisen. Überkapazi- täten und Internet sind die Drahtzieher dieses Trends. Trend zu häufigeren und kürzeren Reisen: Gesucht werden Reiseangebote, die zwi- schendurch Abwechslung schaffen. Trend zu spontanen Reiseentscheiden: Ge- sucht werden Angebote mit Überra- schungseffekt, die in letzter Minute ge- bucht werden können. Trend zu mobilerem Reiseverhalten: Ge- sucht werden Reiseangebote mit Unter- wegssein als Hauptattraktion. Die Reisenden werden in der Tendenz um- weltbewusster und anspruchsvoller, auch be- züglich Umweltanliegen. Sie haben gelernt, in Passivhäusern zu wohnen, in städtischen Fußgängerzonen zu flanieren oder Bio-, Max Havelar- und Öko-Produkte einzukaufen. Sie sind jedoch kaum umweltverantwortlicher geworden und zeigen in den Ferien ein sehr opportunistisches Umweltverständnis: Um- weltbelastungen werden immer dann wahr- genommen, wenn das eigene Ferienglück in Frage gestellt ist. Und Vorsicht: Das neue 83Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Phänomen der Klimaänderung wie auch die abnehmende Biodiversität können ohne wis- senschaftliche Belege vom Einzelnen kaum wahrgenommen werden. Diese Beschreibung der touristischen Zu- kunft verdeutlicht, dass sich einige Konflikte noch zuspitzen werden, insbesondere der wachsende Druck auf die letzten na- türlichen Reservate und damit auf die Bio- diversität, die größer werdenden Reisedistanzen und damit der zunehmende Energieverbrauch mit seinen gravierenden Folgen, die zunehmende Gefahr, dass Feriendesti- nationen zum Fast Food-Artikel der Weg- werfgesellschaft verkommen. Im Zusammenhang mit zunehmenden ökologischen Bedrohungen einerseits und ei- ner steigenden Umweltsensibilität der Touris- ten andererseits wurden in den letzten Jahren viele Vorschläge entwickelt, wie im Manage- ment die Umweltverantwortung verstärkt werden kann. Dabei geht es im Tourismus immer auch um die langfristige Sicherung der mehr und mehr bedrohten Existenz. Denn im Geschäft mit dem traumhaften Sandstrand, dem glasklaren Wasser, der faszinierenden Gletscherwelt, dem jungfräulichen Schnee- hang, der gesunden Luft, der erholsamen Ruhe und der intakten Natur zahlen sich An- strengungen zur Bewahrung dieser touristi- schen Traumbilder auch ökonomisch aus. 5 4 4 Frage: Bei meiner letzten Ferienreise waren Umweltaspekte … 30 31 19 15 24 29 24 19 27 30 22 17 0 5 10 15 20 25 30 35 in Prozent sehr wichtig eher wichtig eher unwichtig unwichtig keine Antwort Frauen Männer Gesamt Abb. 1: Umwelt- bewusstsein der Touristen wäh- rend den Ferien, Quelle: FIF Uni Bern: Tourismus und Umwelt- verhalten, Bern 2001, S. 7 84 © INOEK / BMU / BfN Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfad 3. Die Klimaänderung als aktuell größte Herausforderung Die Klimaänderung gehört zu den größ- ten Herausforderungen unserer Zeit. Touris- tiker im Alpenraum, die sich mit dieser The- matik befassen, kommen immer zu ähnlichen Schlussfolgerungen: Die Klimaänderung mit einer zunehmenden generellen Erwärmung und gleichzeitig veränderten Niederschlägen ist als reale Veränderung ernst zu nehmen. Man muss sich bewusst sein, dass der rasche Entwicklungsverlauf der aktuellen Klimaän- derung weitestgehend vom Menschen verur- sacht ist. Der Tourismus ist wichtiger Verursacher von CO2-Emissionen als bedeutendstes Treib- hausgas. Gleichzeitig ist der Alpentourismus ein zentraler Betroffener des Klimawandels. Der Tourismus ist also aufgerufen, eine aktive Klimapolitik zu betreiben. Die Klimaänderung betrifft beinahe alle Lebens- und Wirtschafts- bereiche. Der Tourismus als Querschnittsphä- nomen ist somit nicht nur von direkten son- dern auch von indirekten Effekten beispiels- weise bezüglich Veränderungen in der Land-, Forst- oder Wasserwirtschaft tangiert. Der Alpentourismus ist ein zentraler Be- troffener des Klimawandels, insbesondere wegen der abnehmenden Schneesicherheit in unteren Lagen und der seltener werdenden Winteratmosphäre, den zunehmenden Wet- terkapriolen und Wärmeperioden, dem Glet- scherschwund und dem weichenden Perma- frost, möglichen Landschaftsveränderungen und zunehmenden Naturgefahren. Die Klimaänderung eröffnet dem Alpen- tourismus auch Chancen, die er innovativ nutzen kann, ohne gleichzeitig den Klima- schutz zu gefährden. Dabei handelt es sich unter anderem um die sich verändernden Konkurrenzverhältnisse zwischen dem Mit- telmeer und den Alpen, um die zusätzlichen Sonnentage im Sommer und einem milderen Klima in Mitteleuropa, um die neue Populari- Existing ski areas naturally snow-reliable today naturally snow-reliable in future (+1°) naturally snow-reliable in future (+2°) naturally snow-reliable in future (+4°) 97100 83 65 37 97100 87 79 49 69100 28 13 3 83100 67 50 21 93100 82 69 24 Switzerland Germany Austria ItalyFrance Ca rt og ra ph y: M ar tin S te in m an n, G IU Z, 2 00 6 200 km0 Abb. 2: Verände- rung der Schnee- sicherheit bei einer Erwärmung um 1, 2 und 4 Grad Celsius gegenüber heute Quelle: Abegg, B., Agrawala S., Crick, F.: De Montfalcon, A.: Climate Change impacts and ad- aptation in win- ter tourism. In: Climate Change in the European Alps, OECD-Stu- dy, Paris 2007 85Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN tät der Sommerfrische oder um die Konzent- ration des Wintersports auf hochgelegene Destinationen. Der Tourismus muss aber auch bereit sein, einen Beitrag zur Verminderung der Klima- gase zu leisten, sei es durch Energiesparmaß- nahmen, durch die Förderung klimafreund- licher Verkehrträger, durch technische Inno- vationen, durch Lenkungsabgaben auf CO2- Emissionen oder durch Kompensationen von Klimagasen. Der Tourismus hat zudem unzählige Mög- lichkeiten, sich laufend und vorausschauend der Klimaänderung anzupassen, angefangen bei der Entwicklung neuer Angebote über die Weiterentwicklung und Sicherung des Schneesports, die Verstärkung der Gefah- renabwehr durch technische Maßnahmen, die Verminderung von Risiken durch organi- satorische Maßnahmen, einer klaren Positio- nierung mit gezieltem Marketing bis hin zur Sensibilisierung der Branche und der breiten Bevölkerung. Der Tourismus hat weltweit sein Handeln an diesen Überzeugungen zu orien- tieren. 4. Öko-Management als Grundhaltung In dieser Situation ist der Ruf nach einer neuen Management-Ethik immer lauter ge- worden. Die unternehmens-ethischen Denk- muster von Führungskräften sind zwar sehr vielfältig, doch können sie ganz grob in vier Typen eingeteilt werden (vgl. Meffert/Benken- stein/Schubert 1987, S.32): Die Aktiven setzen sich kreativ mit ökolo- gischen Fragen auseinander und richten ihre Unternehmenspolitik aktiv am Um- weltschutz aus. Umweltschutz wird als ethische Grundhaltung praktiziert. Die Selektiven orientieren sich an ökolo- gischen Forderungen, wenn diese ihnen Vorteile bringen, insbesondere zur Sen- kung von Kosten oder für die Erringung von Wettbewerbsvorteilen durch Image- gewinne. „Ethik rentiert“ lautet die Devi- se. Die Reaktiven verändern ihr Verhalten nur aufgrund von neuen gesetzlichen und be- hördlichen Auflagen. Sie sind als „Öko- Hardliner“ zu bezeichnen. Die Unbetroffenen sehen weder Vor- noch Nachteile in der Berücksichtigung von Umweltaspekten. Sie geben sich relativ unbetroffen und apathisch. Für touristische Unternehmer ist wohl nur eine aktive Anpassung an die ökologischen Herausforderungen eine langfristig Erfolg versprechende Verhaltensweise. Öko-Ma- nagement mit einem hohen Anspruch an die unternehmerische Ethik heißt die Devise. Unter Öko-Management ist das umwelt- verantwortliche Gestalten, Lenken und Ent- wickeln von Unternehmungen und Organisa- tionen zu verstehen. Das Öko-Management berücksichtigt in sämtlichen Unternehmens- funktionen die Wechselwirkungen mit der natürlichen Umwelt und bezieht sie bei allen Unternehmensaktivitäten verantwortungsvoll in die Entscheidprozesse ein. Aus den theoretischen Erkenntnissen und den praktischen Erfahrungen lassen sich die wichtigsten Dimensionen eines so verstande- nen Öko-Managements ableiten. Sie sollen Wegleiter sein für verantwortungsbewusste Touristiker, die versuchen, in ihren Entschei- dungen den Selbstzerstörungstendenzen des 86 © INOEK / BMU / BfN Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfad Tourismus entgegenzuwirken. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass in den täg- lichen Entscheidfindungsprozessen zwischen den ökonomischen Prämissen und den öko- logischen Erfordernissen ein ständiger Kon- flikt besteht. Deshalb sind auf der normativen Ebene des Unternehmensleitbildes Entscheid- hilfen notwendig. Es braucht: ein Credo für den Umweltschutz in den obersten geschäftspolitischen Grundsät- zen, Umweltschutzziele in der Unternehmungs- politik, Öko-Strategien für alle Managementbe- reiche. Öko-Strategien sind in den folgenden Ma- nagementbereichen notwendig: Information/Beratung: Zusammenarbeit mit Öko-Beratungs- und Informationsstel- len vertiefen, Öko-Datenbanken einrich- ten, Öko-Bilanzen für alle Geschäftsfelder einführen Organisation: Umweltbeauftragte einset- zen, Umwelt-Management-System festle- gen, Umweltverantwortung in den Pflich- tenheften verankern Personal/Führung: Umweltaspekte in Per- sonalauswahlkriterien einbeziehen, ökolo- gische Zusammenhänge in die Mitarbei- terentwicklung einbauen Beschaffung/Einkauf: Lieferanten auf- grund ökologischer Kriterien neu bewer- ten Leistungsgestaltung/Produktion: Auf um- weltschonende Leistungsgestaltung um- stellen resp. umweltschädliche Prozesse substituieren, Abfallbörsen schaffen und Recycling vervollständigen Marketing: Vgl. folgendes Kapitel Finanzierung/Investitionen: Bei Investiti- onen Umweltverträglichkeit freiwillig überprüfen, bauökologische Kriterien be- rücksichtigen Controlling: Ein Öko-Reporting oder Öko- Controlling einführen. 5. F ür eine touristische Entwicklung mit Zukunft Vor dem Hintergrund der skizzierten Ver- änderungen und mit dem Ziel, eine wünsch- bare Zukunft wahrscheinlich zu machen, ist im Alpentourismus ein Entwicklungspfad zu suchen, der sich an den Prinzipien der Ver- antwortungsethik, der kulturellen Identität und der Nachhaltigkeit orientiert. Dabei wird heute unter Nachhaltigkeit verstanden, was Krippendorf (1986, S. 73) damals mit Qualita- tivem Wachstum umschrieb: „Unter qualita- tivem Wachstum versteht man jede Zunahme der Lebensqualität, d.h. des wirtschaftlichen Wohlstandes und des subjektiven Wohlbefin- dens, die mit geringerem Einsatz an nicht ver- mehrbaren Ressourcen sowie abnehmenden Belastungen der Umwelt und der Menschen erzielt wird.“ Neu ist die Optik des Gestal- tungsrechts zukünftiger Generationen. Der Alpentourismus muss partizipativer werden: Im Tourismus gibt es nicht nur Nutz- nießer, sondern auch Betroffene von nega- tiven externen Effekten. Um möglichen Ab- wehrhaltung präventiv entgegenzuwirken, müssen die Betroffenen zu Beteiligten wer- den. Und dies setzt eine partizipative Planung voraus. Auch zwischen den Leistungsträgern muss der Tourismus partizipativer werden. Kooperation statt Konfrontation heißt die Devise. 87Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Der Alpentourismus muss effizienter wer- den: Obwohl der Tourismus vielerorts ein ho- hes Entwicklungsstadium erreicht hat, sind seine Strukturen oft ineffizient. Es wird mühe- voll versucht, viel zu viele Marken zu profilie- ren, um den wachsenden Konkurrenzkampf zu bestehen. Dabei ignoriert man, dass der Gast kaum interessiert ist an historisch ge- wachsenen Strukturen. Was er sucht sind umfassende, gut koordinierte Leistungsbün- del. Regionale und neigungstouristische Ko- operationen sind somit zu fördern. Einzelne Orte und Tourismusvereine sind in eigentliche Destinationen im Sinne von strategischen Ge- schäftsfeldern zusammenzuführen. Der Alpentourismus muss qualitativ besser werden: Von einer qualitativen Tourismusent- wicklung wird schon lange gesprochen. Eher neu ist die Forderung nach einem Total Qua- lity Management, denn vieles, was heute im Tourismus angeboten wird, entspricht nicht den Gästeerwartungen. Für den anspruchs- voller werdenden Gast ist insbesondere wich- tig, dass die gesamte Dienstleistungskette stimmt. Doch Vorsicht: Total Quality Manage- ment setzt Total Management Quality voraus. Die Qualitätsoffensive beginnt beim Chef. Der Alpentourismus muss umweltver- träglicher werden: Die ökologischen Ge- fahrenherde der touristischen Entwicklung sind längstens bekannt. Es bleibt, sie ernst zu nehmen und präventiv zu versuchen, Umweltprobleme zu vermeiden. Die in den letzten Jahren entwickelten Hilfsmittel wie Umweltverträglichkeitsberichte, Umweltma- nagementsysteme, Umwelt-Audits oder Um- weltbeauftragte sind einzusetzen, die Kon- flikte offenzulegen und nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. Der Alpentourismus muss entschleunigt werden: Um einen Grundkonflikt kommt der Tourismus nicht herum: um die Mobilitätsfra- ge. Mobilität ist Voraussetzung des Touris- mus und wurde zum Problem Nummer eins. Dieses Problem kann ursächlich nur über ei- nen Faktor wirksam gelöst werden: über die Geschwindigkeit. Es gilt also, auf eine Ent- schleunigung des Alpentourismus hinzuwir- ken, innerorts Tempo 30 durchzusetzen und vor allem Flanierzonen zu schaffen. Der Alpentourismus muss authentischer werden: Der Tourismus im Alpenraum war während langer Zeit bekannt durch seine Pi- oniertaten. Die natürlichen und kulturellen Einzigartigkeiten wurden geschickt genutzt. Doch mehr und mehr werden diese gewach- senen Werte preisgegeben. Unter dem Druck der Globalisierung werden die Angebote uniformierter, Einzigartigkeiten verflachen. Insbesondere der potentielle Gast des Alpen- raums sucht jedoch das Heimische, das Un- verwechselbare, das Authentische. Der Alpentourismus muss menschlicher werden: Der Rentabilitätsdruck und das Kon- kurrenzdenken hat viele geprägt. Unterstützt durch Methoden wie beispielsweise das Lean- Management wurden Touristiker zu harten, strategisch denkenden und rational handeln- den Unternehmern. Menschliche Qualitäten wie Gefühle, Empathie, Herzlichkeit oder Vi- sionsvermögen wurden mehr und mehr ver- drängt und kaum weiterentwickelt. Und dies in einer Branche, in der emotionale Werte, menschliche Wärme und situatives Einfüh- lungsvermögen höchste Priorität haben. Doch Vorsicht: „Die Tourismusentwicklung wird nur dann die gewünschte Wende neh- men, wenn man nicht auf irgendwelche An- 88 © INOEK / BMU / BfN dere hofft, sondern selbst einen überzeugten und begeisterten Anfang macht. Jeder von uns trägt dabei Verantwortung. So gesehen hat auch der kleinste Schritt in die richtige Richtung in sich einen Wert: Die „kleine per- sönliche Revolution“ als Auftakt und Voraus- setzung der großen Veränderung.“ (Krippen- dorf 1986, S. 85) Quellen Abegg, B., Agrawala S., Crick, F., De Montfalcon, A. (2007): Climate Change impacts and adap-tation in winter tourism. In: Climate Change in the European Alps, OECD-Stu- dy, Agrawala (publ.) Paris, 25-60 FIF Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus der Universität Bern (2001): Tourismus und Umweltverhalten – Befragung zum Reise- verhalten 2000, FIF-Verlag, Bern Krippendorf, J. (1975): Die Landschaftsfres- ser: Tourismus und Erholungslandschaft – Verderben oder Segen?, Hallwag-Verlag, Bern Krippendorf, J. (1986): Alpsegen Alptraum – Für eine Tourismus-Entwicklung im Ein- klang zwischen Mensch und Natur, Verlag Kümmerli+Frey, Bern Meffert H., Benkenstein M., Schubert F. (1987): Umweltschutz und Umweltverhalten, in: Harvard-Manager Nr. 2 Müller HR (2007): Tourismus und Ökologie - Wechselwirkungen und Handlungsfelder, Oldenbourg-Verlag, München Der Alpentourismus auf der Suche nach einem nachhaltigen Entwicklungspfad 89Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Ulrike Pröbstl Workshop 1: Management für Naturschutz und Erholung in Schutzgebieten 1. Methode „Visionäre und Realisten“ Als Motiv für das Zusammenspiel dieser beiden Aspekte diente eine gut funktionie- rende Ehe, in der meist ein Partner die Rolle des Visionärs übernimmt und der Andere eher mahnend und realistisch die gemeinsame Ent- scheidungsfindung beeinflusst. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufalls- prinzip der „realistischen“ oder „visionären“ Gruppe zugeordnet. Aus diesen beiden Grup- pen entstanden – nach Interesse und Vorwis- sen - zwei Untergruppen bezogen auf Sport/ Erholung und den Naturschutz. Die insgesamt vier Gruppen: Realisten im Bereich Naturschutz, Realisten im Bereich Sport, Visionäre im Bereich Naturschutz, Vi- sionäre im Bereich Sport, hatten dann rund eine Stunde Zeit, um ihre Vorstellungen zum Management von Schutzgebieten zu disku- tieren und zu formulieren. Jede dieser Grup- pen erhielt farbige Karten, um die Ergebnisse festhalten und mit den anderen Gruppen aus- tauschen zu können. Vorteil dieser Methode ist es, dass es klar definierte Rollen gibt, die es nicht erfordern, dass die Gruppen bereits intern einen Kon- sens zu einem Thema erzielen müssen. Sie bietet vielmehr die Gelegenheit Wünsche und Konzepte einzubringen ohne dass bereits alle Konsequenzen durchgespielt werden müs- sen. Gleichzeitig ermöglich die Rollenauftei- lung auch auf die Grenzen aufmerksam zu machen. Die vorgegebene Rollenverteilung nach dem Zufallsprinzip bringt unterschied- liche Personen an einen Tisch und erlaubt es den Teilnehmern durch die Rolle eine andere Position als die beruflich oder institutionell vorgegebene oder erwartete einzunehmen. Im Bereich des großen Feldes „Manage- ment“ wurden folgende Unterthemen vor- gegeben, die die Auseinandersetzung und Diskussion erleichtern sollten: Bestandsaufnahme, Indikatoren Bewertung, Standards Managementmaßnahmen Beteiligung und Kooperation Information Organisation Monitoring Marketing. 2. Ergebnisse des „Rollenspiels“ Folgende Ergebnisse ergaben sich bei den verschiedenen Gruppen: Das Meinungsbild der „Visionäre im Be- reich Sport“ Die Managementplanung aus der Sicht der Visionäre und Träumer im Bereich des Sportes muss natürlich zunächst das Ziel einer möglichst uneingeschränkten Sportausübung verfolgen und die hierfür notwendige Infra- struktur bereitstellen. Auch eine intakte Natur gehört zu den gewünschten Grundlagen. Beteiligung und Kooperation sind in der Vision der Sportler und Erholungssuchen- 90 © INOEK / BMU / BfN Workshop 1: Management für Naturschutz und Erholung in Schutzgebieten den kein „soll“, sondern ein „muss“, nach dem Motto: „Keine Regelung ohne unsere Zustimmung“. Im Hinblick auf das Kriterium Information im Zusammenhang mit dem Ma- nagement von Schutzgebieten sollte mehr als bisher nicht nur kommuniziert werden, was vom Erholungssuchenden erwartet wird, was erlaubt ist und was nicht. Vielmehr kommt es aus der Sicht der Gruppe darauf an auch die Gründe, die hinter diesen Regelungen stehen zu erfahren. Die Organisationsstruktur bzw. das Entscheidungsorgan zum Schutzgebiet sollte auch Personen aus dem Bereich des Sportes enthalten und dadurch diese Inter- essen auch mit berücksichtigen können. Das Monitoring sollte aus der Sicht der Visionäre natürlich auch auf eine Verbesserung der Sport- und Erholungsangebote ausgerichtet sein. Für die lokalen Erholungssuchenden und Sportler wäre vielfach ein so genanntes „In- sidermarketing“ wünschenswerter als inten- sive Vermarktung. Mund zu Mund Propagan- da verhindere, dass zu viele externe Personen und Urlaubers diese Schutzgebiete aufsuchen und zu möglichen Konflikten beitragen. „Das Meinungsbild der Visionäre im Be- reich Naturschutz“ Aus der Sicht der Visionäre im Natur- schutz gibt es bezogen auf die Bestandsauf- nahme viel zu wenig Daten und spezifische Informationen zur Nutzung. Eine Verbesse- rung der Datenlage gehört zu den primären Wunschvorstellungen. Die Zusammenstellung der Datengrundlage sollte durch einen abge- stimmten Prozess mit anderen Nutzergrup- pen, wie Sport und Erholung, erfolgen. Ein wünschenswertes Ziel wäre es auch, wenn alle Beteiligten diesen Daten und den sich daraus ableitenden Bewertungen zustimmen könnten. Managementmaßnahmen, insbe- sondere zur Besucherlenkung sind aus ihrer Sicht dann besonders erfolgreich, wenn sie durch eine frühzeitige Beteiligung begleitet werden. Idealerweise erfolge dies durch ei- nen Arbeitskreise eine offene Kommunika- tion und Information ohne Feindbilder. Die Gruppe vertritt die Vision eines Kommunikati- onsprozesses bei dem sich die verschiedenen Parteien gegenseitig menschlich akzeptieren. Dafür sei es wichtig zu wissen, was macht der Andere, was ist ihm wichtig, wie funktioniert der Sport. Umgekehrt sollte auch vermittelt werden, warum der Naturschutz verschiedene Aspekte nicht verhandeln kann, wo die Ziele des Schutzes vorgehen. In den Sportverbän- den sollte es daher Personen mit Kenntnissen zur Natur geben, damit die Kommunikation erleichtert wird. Um die Entscheidungspro- zesse und die strukturelle Organisation zu erleichtern, sollten einerseits möglichst viele Betroffene integriert werden, andererseits ist eine klare Mandatsfunktion erforderlich, da- mit auch verlässliche Entscheidungen getrof- fen und umgesetzt werden. Es sei besser zu viele als zu wenige Personen zu beteiligen. Das möglichst umfangreiche Monitoring soll regelmäßig stattfinden und, was Sport und Erholung betrifft, natürlich von denje- nigen mit finanziert werden, die diese Akti- vitäten (d.h. Sport und Erholungssuchende) ausüben. Beim Marketing sollten sich die Schutz- gebiete vom Erfolg der Zoos inspirieren las- sen. So wie „Knut“ als Sympathieträger für den Zoo in Berlin fungiert habe, könnte doch auch der Seeadler als eine solche Leitart für ein erfolgreiches Marketing genutzt werden, die positiv auf die Schutzerfordernisse auf- merksam macht. 91Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Das Meinungsbild der „Realisten im Be- reich Naturschutz“ Zum Thema Bestandsaufnahme kam es der Gruppe darauf an auf die besondere Be- deutung verlässlicher Indikatoren hinzuwei- sen. Hierzu ist es auch erforderlich, dass auch die in amtlichen Dokumenten enthaltenen Daten überprüft werden. Viele dieser Daten seien nicht mehr aktuell. Im Bereich der Bewertung stand für die „Realisten“ die Frage nach akzeptierbaren Standards im Mittelpunkt der Diskussion. An- gestoßen von dem nordamerikanischen Kon- zept der Limits of Acceptable Change (LAC) wurde die gebietsspezifische Festlegung ent- sprechender Standards diskutiert. Problema- tisch sind in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Aggregationsebenen. Als Beispiel für die Bewertungsproblematik wurde die Einstufung des Erhaltungszustan- des für Arten oder Lebensraumtypen in Na- tura 2000 Gebieten angeführt. Gerade eine Einstufung in Stufe B erlaubt einen weiten In- terpretationsspielraum bezogen auf mögliche Belastungen durch Erholung und Sport: Handelt es sich um einen bereits sichtbar beeinflussten Lebensraumtyp , der schon an der Schwelle zur schlechteren Stufe C steht, der Handlungsbedarf auslöst oder handelt es sich um nur leicht beeinträchti- gte, „mittel-günstige“ Lebensräume. Im Hinblick auf Datenerhebungen und Be- wertungen wurde das Problem der häufig wenig abgestimmten Ebenen von EU, Bund und Ländern genannt. Im Hinblick auf das Management be- tonten die Realisten, dass es aus ihrer Sicht erforderlich ist, einen möglichst breiten An- satz der Managementplanung anzugehen, wie er in der vorgegebenen Gliederung (siehe Einführung) zum Ausdruck kommt. Beispiele aus anderen Europäischen Ländern, wie etwa Finnland, zeigen, dass in diesem Punkt in Deutschland Defizite bestehen und der Begriff viel zu eng ausgelegt werde. Ein besonderes Augenmerk ist, aus der Sicht der Realisten, in diesem Zusammenhang die Steuerung von Individualisten, d.h. nicht organisierten Sport- lern und Erholungssuchenden, zu widmen. Bezogen auf die Beteiligung und Koope- ration weisen die Realisten auf die Schwierig- keiten der föderalen Strukturen in Deutsch- land hin. Nicht immer passen die Strukturen und Organisationen des Sportes mit denen des Naturschutzes zusammen. Dies gelte ge- rade im Hinblick auf neue Trendsportarten, die oft keine Vertreter auf Landesebene haben. Schwierigkeiten werden auch darin gesehen, dass die - so genannten – „schwarzen Scha- fe“ meist sind nicht organisiert sind. Aus ihrer Sicht ist es notwendig auf eine lokale poli- tische Akzeptanz des Schutzgebietes und des vorgeschlagenen Managements hinzuwirken. Im Hinblick auf das Monitoring wird, wie bei der Bestandsaufnahme, die Auseinanderset- zung mit den anzustrebenden Standards ge- wünscht. Ziel sollte ein modular aufgebautes, nachsteuerndes Monitoring sein, das auch die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft. Das Meinungsbild der „Realisten im Be- reich Sport/Erholung“ Die Gruppe definiert zu Beginn als Grund- regel für das Management von Schutzgebie- ten, dass die Sportler eine Unterstützung leis- ten können und müssen. Sie spezifiziert ihre Auffassung dann bezogen auf die verschie- denen Teilbereiche des Managements: 92 © INOEK / BMU / BfN Workshop 1: Management für Naturschutz und Erholung in Schutzgebieten Bei der Bestandsaufnahme und Bewer- tung sollten die Sportler unbedingt einbezo- gen werden. Es wird als besonderes Defizit empfunden, wenn Kartierungen von Per- sonen durchgeführt werden, die keine oder wenige Vorkenntnisse zu diesem Raum oder Gebiet besitzen. Eine realistische Betrach- tung in diesem Themenfeld muss auch davon ausgehen, dass Managementmaßnahmen Ge- und Verbote nicht beachtet werden und hierauf reagiert werden muss. Management- maßnahmen, insbesondere wenn diese zu Restriktionen und Einschränkungen für die Sportler führen, sollten durch neue, ggf. ex- tra geschaffene Ausweichräume oder neue Angebote für Sportler und Erholungssuchen- de kompensiert werden. Im Hinblick auf die Beteiligung und Kooperation beim Manage- ment wird von den Beteiligten kritisiert, dass es nur selten eine gleichberechtigte Beteili- gung der Sportler gäbe. Zudem gibt es, nach ihrer Auffassung zu wenig Bildungsangebote, vor allem solche, die sich mit Schutzgebieten auseinandersetzen. Im Hinblick auf organisa- torische Strukturen werden Defizite an geeig- netem Personal bemängelt. Aus ihrer Sicht ist auch das Monitoring bezogen auf Sport und Erholung nicht ausreichend vorgesehen. Ein Marketing muss gemeinsam von Naturschutz und Erholung/Sport konzipiert und umgesetzt werden. 3. Zusammenfassung des Diskussionser- gebnisses Die Ergebnisse des „Rollenspiels“ wur- den anschließend im Plenum zwischen den „Visionären“ und den kritischen „Realisten“ diskutiert und zusammengeführt. Die Ergeb- nisse sind im Folgenden zusammenfassend dargestellt: Die Gruppe ist insgesamt der Auffas- sung, dass sich das Managementverständnis in Deutschland ändern sollte im sinne eines umfassenden Managementbegriffs, der auch Aspekte wie Marketing (s.o.) mit einschließt. Bezogen auf das Management wurden fol- gende wichtige Anforderungen formuliert: Die Bestandsaufnahme sollte grundsätz- lich auf der Grundlage eines abgestimm- ten Rahmens erfolgen. Einigkeit besteht weiterhin darin, dass aktuelle Daten unter Mitwirkung des Sportes erforderlich sind, um ein angemessenes, umsetzbares Ma- nagement zu erzielen zu können. Der Um- fang, die Zuständigkeiten, aber auch Art und Umfang der Mitwirkung sollten im Rahmen des Screenings gewährleistet werden. Bezogen auf die Bewertung und die Defi- nition von Standards besteht Einigkeit da- hingehend, dass es wichtig ist, Datenebe- nen und Sachebenen abzustimmen und für den Einzelfall, bezogen auf das jewei- lige Gebiet einvernehmliche Standards festzulegen. Dies wird vor allem auch dann als Vorteil gesehen, wenn Unstimmigkei- ten bis hin zu gerichtlichen Auseinander- setzungen vorkommen sollten. Es wird von den Beteiligten als eine vor- dringliche Aufgabe gesehen auf eine Ak- zeptanz der vorgeschlagenen Maßnah- men hinwirken. Dies ist dann leichter zur erreichen, wenn die Maßnahmen im Vor- feld mit den Betroffenen abgestimmt wer- den, oder wenn es gelingt, einen Aus- gleich für Einschränkungen herbei zu füh- ren. Eine wichtige und schwierige Aufga- be ist es, in diesem Zusammenhang auch Lösungen für das Problem der Individualis- ten zu finden, die nicht organisiert sind. 93Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Die Beteiligung sollte frühzeitig und trans- parent aufgebaut sein. Wichtig ist auch, dass die Kommunikation gleichberechtigt erfolgt. Dabei ist auch klar, dass es gerade im Zusammenhang mit Natura 2000 ver- handelbare und nicht verhandelbare In- halte gibt. Die Art und Gestaltung des Kommunikationsprozesses sollte partner- schaftlich erfolgen. Hierzu bedarf es auch geeigneter tragfähiger Beteiligungsstruk- turen, wie etwa dem Runden Tisch oder regelmäßigen Workshops o.ä.. Diese Vor- gehensweise trägt auch zu mehr Akzep- tanz durch Politik und Gesellschaft bei. Die Teilnehmer betonen die hohe Bedeu- tung einer ausreichenden Information und unterstreichen, dass es hier auch gegen- seitig Lernbedarf besteht. Ziel ist es, auch in diesem Bereich auf einen respektvollen Umgang hinwirken. Die Organisationsstrukturen sollten Ver- treter von Sport und Erholung integrieren. Eine leistungsfähige Struktur setzt weiter- hin verbindliche Mandate voraus. Von großer Bedeutung ist ein modular, ab- gestimmtes Monitoring, das Aktivitäten aus dem Bereich Sport und Erholung ein- schließt. Die Ergebnisse des Monitorings sollten die Grundlage für zukünftige Ma- nagemententscheidungen sein. Ein gemeinsam abgestimmtes Marketing wird als ein wichtiges Themenfeld einge- stuft. Sympathieträger, Leit- und Zielarten des Naturschutzes können dazu beitragen den Schutzgedanken positiv in der Bevöl- kerung und bei den Nutzern zu verankern. Auf den Informationsmedien von Natur- schutz, Sport und Erholung (Internet, Printmedien usw.) sollten realistische Dar- stellungen der Aktivitäten dominieren, die im Schutzgebiet auch in verträglicher Wei- se ausgeübt werden können. 94 © INOEK / BMU / BfN Kurzvita – Stefan Türk Stefan Türk, Dr. Stellvertretender Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Am Sportpark Müngersdorf 6 D-50933 Köln http://www.dshs-koeln-natursport.de Kurzvita Dr. Stefan Türk, Jahrgang 1965, studierte Diplom-Forstwirtschaft an der Albert-Ludwig-Uni- versität Freiburg. Er promovierte 1995 zum Dr. rer. nat. im Rahmen eines EU-Programms zur Ökosystemforschung über die neuartigen Waldschäden. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach Forschungstätigkeiten an der Universität Freiburg und im Forschungszentrum Jülich wech- selte er 1999 an das Institut für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt ist und die Funktion des stellvertre- tenden Institutsleiters übernimmt. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Nutzung naturnaher Landschaften durch Natursportaktivitäten sowie die daraus resultierenden Planungen für den Sportraum Landschaft. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit leitet er verschiedene Seminare und Pra- xiskurse für die Zusatzqualifikation „Sport und Umwelt – Management“. Darüber hinaus ist er verantwortlich für die Schießsportausbildung an der DSHS Köln. Herr Dr. Türk ist öbv. Sachverständiger der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für Bewertungs- und Entschädigungsfragen in Forstbetrieben bei ökologischen Fragestellungen, Boden- und Bestandsbewertung und Jagdwesen. 95Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Stefan Türk Workshop 2: Nachhaltige Entwicklung von Sport- und Bewegungsräumen Zusammenfassung der Ergebnisse auf Basis der im Rahmen einer Aquarium- Diskussion protokollierten Aussagen der Teilnehmer. Wie zukunftsfähig können Planungen zu Sport- und Bewegungsräumen sein, wenn so viele unterschiedliche Akteure und Instrumente für die Planung zustän- dig sind? Die Erfahrung der Planungspraktiker zeigt, dass sich grundsätzlich Planungen nur dann erfolgreich durchzusetzen, wenn sie über klar und deutlich formulierte Zielvorstellun- gen verfügen. Wobei eingeschränkt wurde, dass das Erreichen von Metazielen nur dann gelingt, wenn Zwischenziele und Feedback- Verfahren durchdacht und frühzeitig nicht nur formuliert, sondern auch umgesetzt werden. Theoretisch ist dieser Sachverhalt vielen der an Planungsverfahren beteiligten Personen bekannt, in der praktischen Umset- zung zeigen sich aber verschiedene Defizite. Das markanteste Defizit, das in diesem Zu- sammenhang anzumahnen ist, hängt mit der Tatsache zusammen, dass für die oben ge- nannte zielgerichtete Planungsstrategie viel Know How und Fachwissen benötigt wird. Und nicht jede für die Bearbeitung zustän- dige Stelle verfügt über das entsprechende Fachwissen. Eine Ursache hierfür wird darin gesehen, dass die Zuständigkeit der Planung von Sport- und Bewegungsräumen, insbe- sondere solcher Räume, die siedlungsnah lie- gen, von kommunaler Seite und damit nicht landes- bzw. bundesweit einheitlich geregelt werden. Eine solche verbindliche Zuordnung sucht man derzeit vergebens. Damit fehlt na- türlich eine entscheidende Möglichkeit, den erkennbaren Wissensdefiziten von zentraler Stelle entgegen zu wirken. Stattdessen sind viele Planungseinrichtungen auf den Einkauf externen Fachwissens angewiesen. Insbeson- dere zu dem tatsächlichen Sportverhalten der Bevölkerung bleiben vieler Orts zunächst Fragen ohne direkte Antwort. Dieses Wissen wird aber benötigt, wenn man über die Zu- kunftsfähigkeit beispielsweise bestehender Sportanlagen Entscheidungen treffen muss. Die Erfahrungen der Workshop-Teilneh- mer sowie die Ergebnisse aus aktuellen For- schungsprojekten zur Grünflächenentwick- lung zeigen interessanterweise, dass oftmals das benötigte Wissen auch innerhalb von kommunalen Strukturen zu finden wäre. Hierzu müssten sich aber entsprechende Austauschmöglichkeiten und interne Koope- rationen ergeben. Aktuell existieren deutsch- landweit betrachtet in diesem Zusammen- hang ganz unterschiedliche Strukturen. So funktioniert die interne Zusammenarbeit von Planungsämtern, Landschaftsbehörden mit Grünflächen- und Sportamt in der Kommune X bereits vorbildlich, aber in der 50 km ent- fernten Gemeinde Y hat man von solchen Möglichkeiten zwar gehört, sieht sich aber außerstande bei all den bereits zugewiesenen Tätigkeitsfeldern auch noch einen Runden Tisch mehr einzurichten. Dabei scheint es so zu sein, dass für die positiven Beispiele häufig das persönliche Interesse und Engagement 96 © INOEK / BMU / BfN Workshop 2: Nachhaltige Entwicklung von Sport- und Bewegungsräumen einzelner Personen aus dem oben genannten Umfeld stärker verantwortlich sind, als bei- spielsweise öffentliche Verwaltungsstrukturen auf Kommunal-, Bezirks- oder Länderebene. Organisations- und Vertretungsdefizite werden aber nicht nur im Zusammenspiel von Sport und Grünplanung angemahnt. Es wurde auch sehr deutlich, dass innerhalb des Sports offensichtlich Austauschpotentiale brach liegen. So beklagt der informelle Sport, dass er sich das ein oder andere Mal doch bessere Artikulationsmöglichkeiten wünscht, diese aber weder bei sich noch im organisier- ten Sport findet. Allerdings muss man auch zu bedenken geben, dass man nicht einerseits die Bindung an Vereins- und Verbandsstruk- turen ablehnen kann, um sich dann wieder dessen Organisationsstrukturen bedienen zu wollen. Eine solche Politik können und wollen die Sportverbände verständlicherweise nicht mitmachen. Ein weiteres Diskussionsfeld liegt in der Betrachtung von Lage und Ausstattung der Sport- und Bewegungsräumen: Wo befinden sich die nutzbaren Räume? Sind sie attrak- tiv gestaltet? Bieten sie ausreichend Raum für die vielfältigen Bewegungswünsche oder sind sie bereits chronisch überfüllt? Welche politischen Ziele sind diesbezüglich auszu- machen? Gerade der organisierte Sport und die zuständige Planungsautorität sehen hier wichtige und oftmals nicht leicht zu lösende Aufgaben der zukunftsfähigen Gestaltung und Entwicklung auf sie zu kommen. Umso überraschender muten da Aussagen aus dem informellen Sport an, der sich zumindest in Teilbereichen gegen eine Überplanung und Gestaltung wehrt. Stattdessen kommt seine Forderung auf, doch dem Sportler Räume zur freien Nutzung zu überlassen. Und hier meint freie Nutzung nichts anders, als dass sich ein Raum durch das vorhandene Angebot und die daraus resultierenden Möglichkeiten selbst für die Aktivitätsformen definiert. Für viele Vorreiter ist genau das die eigentliche Herausforderung am informellen Sport. Und ohne diese Möglichkeiten hätten und würden sich viele Entwicklungen in der Bewegungs- landschaft erst gar nicht ergeben. Sehr rasch wurde auch deutlich, dass in diesem Kontext ein entscheidender Unter- schied zwischen siedlungsnahen Grünflächen oder Stadtparks und den ländlichen Wald- und Wiesenstrukturen zu finden ist. So sieht der amtliche Naturschutz zum Beispiel in der forcierten Entwicklung siedlungsnaher Grün- flächen eine wichtige Möglichkeit, siedlungs- fernere Naturräume effektiv zu entlasten. Auf diesem Wege können umweltbelastende Aktivitäten durch die Sport- und Bewegungs- aktivitäten direkt, aber auch durch die Anrei- sedistanzen usw. vermieden werden. Ganz im Gegenteil dazu müssen dann aber die Postulierungen beispielsweise der Forstver- waltungen aus den ländlichen Regionen ge- wertet werden, die auf der Suche bzw. schon bei der Umsetzung von Maßnahmen sind, die die Attraktivität ihrer Regionen steigern kön- nen. Hinsichtlich des großen politischen Ziels der Unterbindung der in vielen deutschen Re- gionen erkennbaren Landflucht in Richtung der großen Industrie- und Ballungsräume soll die attraktive Belebung der ländlichen Regi- onen helfen. Offen für neue Ideen, insbeson- dere im sport- und gesundheitsbezogenen Tourismus zeigen sich hier spannende Ent- wicklungsmöglichkeiten. Klar ist aber auch, dass man vielerorts erst beim Aufzeigen von Potentialen ist. Oftmals müssen der notwen- dige politische Rahmen und die öffentlichen Finanzierungen noch initiiert werden. 97Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Die Öffnung für neue Ideen, ob nun sied- lungsnah oder –fern führt allerdings auch im- mer wieder zu Konfliktsituationen, die man vielerorts bis dato nicht kannte. Eine Intensi- vierung der Nutzung einer Landschaft zur Be- wegungsarena, wie wir sie mit Bikeparks, Nor- dic Aktiv Zentren oder den Wandersteigen in ganz Deutschland finden, führt zu Konflikten mit bestehenden tradierten Nutzungen. Hier zeigt sich in der politischen Diskussion sehr schnell dann auch die Macht des Geldes. Denn bereits heute werden bestimmte Aktivitäten in den betrachteten Räumen mit Abgaben verbunden. Herausragend sind hier natürlich die Jagdpacht und die an den Pachtzins ge- bundene, aber zusätzlich an die Kommune zu entrichtende Jagdsteuer. In vielen Kommu- nen der auch für Sport und Tourismus attrak- tiven waldreichen Mittelgebirgslandschaften in Deutschland sind diese Jagdabgaben fest eingeplante Haushaltsgrößen. Ähnlich sind die von Anglern zu leistenden Pachtpreise für Gewässer zu bewerten. In einigen Bundes- ländern kommen aber auch andere Freizeit- aktivitäten mit Abgabeverordnungen in Kon- takt, so beispielsweise der Reitsport. Ohne die Diskussion zu dieser Thematik an dieser Stelle weitergehend führen zu wollen, wurde bei allen Kontroversen innerhalb des Forums schnell klar, dass aus der Verbindung von Geld und abgeleitetem Nutzungsanspruch heftige Konfliktsituationen vorprogrammiert sind. Exemplarisch seien nur einige Fragen zitiert: „Darf dann nur noch derjenige bei Planungsvorhaben mitreden, der auch Geld für die Nutzung zahlt? Hat nicht zwangsläu- fig derjenige am meisten politisches Gewicht, der die höchsten Pachtpreise für Land- oder Wassernutzung zahlt?“ Auch wenn die Realität in den letzten Jahren häufig eine ganz bestimmte Antwort hierauf zu geben scheint, ist es berechtigt zu fragen, ob es im Hinblick auf zukunftsfä- hige Sport- und Bewegungsräume in Natur- und Landschaft tatsächlich Exklusivrechte für bestimmte Nutzergruppen geben darf? Zwangsläufig erwächst aus dieser These die Forderung nach der monetären Bewertung von Bewegungsräumen. Spätestens jetzt tref- fen aber sehr unterschiedliche Meinungen und auch praktische Handlungsanweisungen aufeinander. Einerseits ist die Diskussion davon geprägt, dass die politische Notwendigkeit einer mo- netären Inwertsetzung der Wohlfahrtsleistun- gen solcher Räume in zunehmendem Maße gefordert wird. So ist es eine Tatsache, dass insbesondere politische Entscheidungsträger entsprechende Zahlen verlangen, um in den Entscheidungen für oder wider Erholungs- und Bewegungslandschaften, hier neue schlagkräftige und belastbare Argumente durchaus auch im Sinne von Erholung und Bewegung anbringen zu können. Denn häu- fig genug muss sich eine Kommune bei sol- chen Entscheidungen dem fiskalischen Diktat unterwerfen. Und wenn dann entsprechende Zahlen nicht vorgelegt werden können, ist es bis zur Ablehnung innovativer Konzepte nicht mehr weit. Derzeit lassen sich solche Zahlen allerdings noch sehr selten finden. Es gibt zwar bereits verschiedene Kalkulationsmo- delle, allerdings ist deren Belastbarkeit noch nicht anerkannt hoch. Und auch wenn viele unserer großen Gesundheitsdienstleister mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den gesundheitlichen Vorteil, den die körperliche Aktivität in Natur und Landschaft hat, postu- lieren, beziffern sie zum Beispiel anstelle des ökonomischen Benefits von Bewegungs- und Erholungsräumen eher die Kosten, die durch Unfälle und Verletzungen aufgrund von Be- 98 © INOEK / BMU / BfN Workshop 2: Nachhaltige Entwicklung von Sport- und Bewegungsräumen wegung in solchen Räumen entstanden sind. Anderseits muss man sich zu Recht fragen lassen, ob die gesellschaftspolitische Diskussi- on tatsächlich dahin kommen soll, dass nahe- zu alles in unserem Leben primär von seiner monetären Wertigkeit her betrachtet werden muss. Ist die Gesellschaft es dann nicht selber Schuld, wenn Geldwert so zum alles Beherr- schendem hochstilisiert wird? Und sollte es nicht gerade in der heutigen Zeit wichtiger als je zuvor sein, dass man sich diesem vermeint- lichen Zwang entzieht und andere Werte in den Vordergrund rückt. In diesem Zusammenhang soll abschlie- ßend festgestellt werden, dass die gemein- same Diskussion, der Erfahrungsaustausch über festgesteckte Grenzen hinaus und das Überwinden vermeintlicher Barrieren eben einen solchen nicht fassbaren Wert darstel- len. Auch wenn man nicht in der Lage sein wird, hierfür eine realistische monetäre Größe zu erheben, ist allen Beteiligten klar, dass am Ende genau diese Kommunikation über den Erfolg oder Misserfolg der zukunftsfähigen oder tatsächlich nachhaltigen Entwicklung unser Sport- und Bewegungsräume entschei- det. Wenn etwas zu diesem Ziel führen kann, dann ist es allein das Miteinander der unter- schiedlichsten Akteure. Jedoch muss auch al- len Beteiligten klar sein, dass sich nicht jeder Konflikt auf diesem Weg einvernehmlich lö- sen lassen wird. Dafür sind derzeit dann doch bestimmte Interessen einfach noch zu weit voneinander entfernt. 99Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN 100 © INOEK / BMU / BfN Klaus Hübner Landesbund für Vogelschutz Leiter des Referates für nachhaltige Entwicklung und Freizeit Bayerischer Landesbund für Vogelschutz http://www.lbv.de Kurzvita Klaus Hübner, 55 Jahre, verheiratet, 5 Kinder. Der gelernte Gymnasiallehrer für die Fächer Sport und Biologie arbeitet seit 21 Jahren beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) und leitet dort das Referat Bildung für nachhaltige Entwicklung und Freizeit. Als begeisterter Berg- sportler ist es ihm ein wichtiges Anliegen, Naturschutz- und Sportverbände näher zusammen zu bringen: durch gemeinsame Entwicklung von Schutzkonzepten wie z.B. bei der Entwicklung und Umsetzung der Kletterkonzeption in der Fränkischen Schweiz, können Schutzmaßnahmen optimiert und Synergien genutzt werden. Diese Haltung prägt auch seine Arbeit als Präsidiums- mitglied des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und von CIPRA Deutschland. Die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (von 2005 bis 2014) begleitet Klaus Hüb- ner im deutschen Nationalkomitee. Besonderes Anliegen ist ihm dort die Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich. Kurzvita – Klaus Hübner 101Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Klaus Hübner und Tina Jacoby Workshop 3: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und biologische Vielfalt im Sport Zusammenfassung der Inputreferate und Ergebnisse der Diskussion, welche in Form ei- ner „fishbowl“ Gesprächsrunde durchgeführt wurde. Hintergrund Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in den vergangenen Jahren, insbesondere in der Folge des zweiten Erdgipfels „Rio plus 10“, der 2002 in Johannesburg stattfand, in den Fokus der Weltgemeinschaft gerückt. Dieses verstärkte Interesse wird auch noch deutlich durch die UN-Weltdekade „Bildung für nach- haltige Entwicklung“, die von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde und die von 2005 bis 2014 andauert. Dabei hat Bildung für nachhaltige Ent- wicklung zum Ziel, die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtung glo- baler Aspekte zu befähigen. Darüber hinaus ist durch den Begriff Bil- dung für nachhaltige Entwicklung ein wei- teres Bildungsprinzip eingeführt: Über 200 Jahre lang hat das Leitbild von Demokratie und Menschenwürde die Bildungsprozesse im Schulunterricht und der außerschulischen Aktivitäten grundlegend beeinflusst. Heute wissen wir aber, dass die Zukunftsfähigkeit der Menschen nur zu sichern ist, wenn wir die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die Belastungen unserer Ökosysteme re- duzieren. Diese wichtige Erkenntnis nimmt der Begriff Bildung für nachhaltige Entwick- lung auf, indem er die Erhaltung der natür- lichen Lebensgrundlagen als drittes wichtiges Bildungsprinzip einführt. Aber es ist nicht nur das neue Prinzip, das Bildung für nachhaltige Entwicklung so wichtig für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft macht. Es ist vor allem der neue Ansatz dieses Bildungs- konzeptes. Nicht Probleme im Mittelpunkt, sondern Gestaltungskompetenz Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung stellt nicht die Probleme in den Mittelpunkt, sondern die Frage, wie die Welt zukunftsfähig gestaltet werden kann. Es geht also nicht um eine Analyse von nicht ge- wünschten Zuständen, sondern darum, wie der Einzelne befähigt werden kann, die Ge- sellschaft unter Einbezug seines eigenen Le- benszusammenhanges mitzugestalten. Dies unterscheidet Bildung für nachhaltige Entwicklung grundlegend von den Bildungs- bemühungen in den 70er und 80er Jahren, wo Bildungsanstrengungen sich immer auf die Lösung von Naturschutz- oder Umwelt- schutzproblemen richteten. Bildung für nach- haltige Entwicklung hingegen möchte den Einzelnen befähigen, sein individuelles Leben lokal und in globaler Verantwortung erfolg- reich im Sinne nachhaltiger Entwicklung ge- stalten zu können. Bildung für nachhaltige Entwicklung be- trifft alle Bereiche des Bildungssystems: das 102 © INOEK / BMU / BfN Workshop 3: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und biologische Vielfalt im Sport Lernen in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hochschulen, Weiterbildungs- und Kulturein- richtungen oder Forschungsinstituten. Dar- über hinaus findet Bildung für nachhaltige Entwicklung auch außerhalb von Bildungsein- richtungen statt, und außerschulisches und lebenslanges Lernen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nationaler Aktionsplan für Deutschland Das Deutsche Nationalkomitee zur Beglei- tung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erstellte 2005 einen Nationalen Aktionsplan für die Bundesrepublik, der fol- gende vier strategische Ziele verfolgt: 1. Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis in die Breite 2. Vernetzung der Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung 3. Verbesserung der öffentlichen Wahrneh- mung von Bildung für nachhaltige Ent- wicklung 4. Verstärkung internationaler Kooperati- onen Die vier strategischen Ziele werden in einem Maßnahmenkatalog konkretisiert. Die- ser Maßnahmenkatalog benennt die Visionen und spezifiziert die Teilziele, beschreibt die je- weiligen Ausgangssituationen und nennt Ent- wicklungsschritte sowie handelnde Akteure. Die strategischen Ziele sowie der detaillier- te Maßnahmenkatalog wurden unter Mitar- beit von Verantwortlichen in Bund, Ländern und Gemeinden, Wirtschaft, Wissenschaft sowie gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet. Aktionsplan und Maßnahmenkatalog werden während der Dekade laufend fortgeschrie- ben. Dekadeprojekte Die Aktivitäten der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der UN-Dekade sol- len in ganz Deutschland sichtbar werden. Des- halb werden lokale Aktivitäten und Projekte als „offizielle Dekadeprojekte“ ausgezeichnet und in die „Allianz Nachhaltigkeit Lernen“ aufgenommen. Auf diese Weise wird der viel- fältigen Bildungslandschaft in Deutschland Rechnung getragen und das lokale Engage- ment unterstützt. Über 500 Dekadeprojekte konnten bisher ausgezeichnet werden. Good practice Beispiel: ticket to nature Die „ticket to nature“ Natursportcamps verbinden spaßvolles Sporttreiben in der Na- tur mit dessen reflexiver Betrachtung. Im Som- mer werden die Sportarten Nordic Blading / Cross Skating, Nordic Walking und Mountain- biking durchgeführt; im Winter wird sich auf Backcountry Ski oder Schneeschuhen oder mit alpiner Schneesportausrüstung durchs Gelände bewegt. Die reflexive Betrachtung des Sporttreibens in der Natur erfolgt spiele- risch durch Rollen- und Planungsspiele, eine Hausrallye und die Durchführung kleiner, selbst geplanter Expeditionen. Die Jugend- lichen lernen Tiere des Naturraums und deren Reaktionen auf die Störungen durch Sportler, die ökonomische Dimension des Sporttou- rismus und Möglichkeiten der nachhaltigen Sportausübung kennen. Zwei sportartspe- zifisch und erlebnispädagogisch geschulte Teamer/Gruppenleiter betreuen das „ticket to nature“ Campprogramm und leiten die Na- tursportaktivitäten. Zur Realisierung der Projektidee hat die “Stiftung Sicherheit im Skisport” (SIS) För- dergelder der „Deutschen Bundesstiftung 103Biologische Vielfalt und Sport - Chancen einer nachhaltigen Entwicklung © INOEK / BMU / BfN Umwelt“ (DBU) erhalten. Das Projekt wurde bereits als offizielles Dekadeprojekt der UN- Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgezeichnet. Die Konzeption und Organisation des Projektes erfolgt am Institut für Natursport und Ökologie (INÖK) der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und durch den Umweltbeirat des Deutschen Skiverbandes (DSV). Möglichkeiten, Potenziale und Grenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sport – Ergebnisse der Diskussion In der Diskussion über Sport und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung wurde schnell deutlich, dass zwischen Möglichkeiten hinsichtlich angestrebter Ziele und mögliche Umsetzungen unterschieden werden muss. Das übergeordnete Ziel der Bildung für nach- haltige Entwicklung ist nach Ansicht der Dis- kussionsrunde die Bewusstseinsbildung. Kon- krete Schritte zur Bewusstseinsbildung sind das Wecken von Interesse an dem Thema Nachhaltigkeit, Fragen der Nachhaltigkeit zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, die Entwicklung einer nachhaltigen Infrastruktur im Sport und abschließend ein nachhaltiges Handeln eines jeden Einzelnen. Die Potenziale des Sports in diesem Pro- zess wurden darin gesehen, dass anhand sportlicher Betätigungen, sei es anlagen- oder landschaftsgebundener Sport, die Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung verdeutlicht werden können. Der Sport wird somit als Ve- hikel genutzt. Die häufig bei Sportlern entste- henden positiven Emotionen können das Ler- nen zum Thema Nachhaltigkeit unterstützen und sollten genutzt werden. Die vorhandene Infrastruktur hinsichtlich der Verbandsarbeit und des Ausbildungswesens bieten idea- le Möglichkeiten der Multiplikatorenschu- lungen. Um die angestrebten Ziele durch und im Sport zu verwirklichen bedarf es jedoch nach Allianz aller Verantwortlichen (Naturschutz, Sport, Politik) Angestrebte Ziele: Umsetzung: Bewusstseinsbildung Potenziale des Sports Sport = Vehikel Positive Emotionen Infrastruktur Generieren und zur Verfügung stellen konkreter Lösungsvorschläge Im Detail: Interesse an Nachhaltigkeit wecken Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit Entwicklung einer nachhaltigen Sportinfrastruktur Nachhaltiges Handeln Im Detail: BfnE in Ausbildungsstruktur aufnehmen Informationen im Internet Nachhaltige Sportraumplanung mit BfnE Elementen Öffentlichkeitsarbeit Abb. 1: Mög- lichkeiten und Potenziale des Sports zur Bil- dung für nach- haltige Entwick- lung 104 © INOEK / BMU / BfN Meinung der Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer der Generierung und der Verfüg- barkeit konkreter Lösungsvorschläge zu be- stimmten Handlungsfeldern. Hierunter fällt die Aufnahme von Elementen der Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Trainer- und Übungsleiterausbildung, wobei sie in didak- tischer und methodischer Hinsicht geschult werden sollten, das zur Verfügung stellen von Informationen im Internet (Informationen über Sport und Naturschutz sind zu finden unter www.natursportinfo.de), eine nachhal- tige Sportraumplanung mit integrierten und passenden informellen Bildungselementen sowie eine vermehrte Öffentlichkeitsarbeit. Eine Allianz aller Verantwortlichen aus Na- turschutz, Sport und Politik sollte angestrebt werden (Abb. 1). Grenzen in der Umsetzung sahen die Work- Workshop 3: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und biologische Vielfalt im Sport shopteilnehmerinnen und -teilnehmer darin, dass die Sportler keine Einschränkungen hin- nehmen und keine Schuldgefühle vermittelt bekommen möchten. Auch die Erreichbarkeit, insbesondere im unorganisierten Sport, stellt erhebliche Grenzen dar. Die Kommunikation zwischen Sport- und Umweltverbänden sollte erweitert und intensiviert werden, um mög- liche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Das zielgruppenorientierte zur Verfügung stellen von Wissen und passenden Methoden wurde als große Herausforderung betrachtet. Ausblickend wurde jedoch festgestellt, dass mit entsprechenden und passenden Me- thoden eine Bewusstseinsbildung hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung möglich ist, und der Sport diesen Prozess unterstützen kann und sollte, wobei die Langwierigkeit von Bewusstseinsbildungsprozessen nicht un- terschätzt werden darf. Am Sportpark Müngersdorf 6 D-50933 Köln www.dshs-koeln-natursport.de natursport@dshs-koeln.de Tel.: +49 22 1 49 82 4240 Fax: +49 22 1 49 82 8480 ISSN 1612-2437 D e u t s c h e S p o r t h o c h s c h u l e K ö l n

  • INOEK_Band_25_Dissertation_Luthe.pdf
    S k i S u s t a i n V u l n e r a b i l i t y t o g l o b a l c h a n g e a n d s u s t a i n a b l e a d a p t a t i o n o f s k i t o u r i s m T o b i a s L u t h e SkiSustain was initiated by the Board of Environment and Sustainable Snow Sports Development of the German Ski Federation (DSV-Umweltbeirat) and co-financed by the Foundation Safety in Skiing (SIS). O ut do or S po rt s an d En vi ro nm en ta l S ci en ce V o lu m e 25 I N S T I T U T E O F O U T D O O R S P O R T S A N D E N V I R O N M E N TA L S C I E N C E G e r m a n S p o r t s U n i v e r s i t y C o l o g n eS e r ie s “ O u t d o o r S p o r t s a n d E n v ir o n m e n t a l S c ie n c e ” – V o lu m e 2 5 S k iS u s t a in - V u ln e r a b il it y t o g lo b a l c h a n g e a n d s u s t a in a b le a d a p t a t io n o f s k i t o u r is m I m p r i n t Publisher Institute of Outdoor Sports and Environmental Science (INOEK) German Sports University Cologne Author Tobias Luthe Printing Sikora, Offenburg Pictures courtesy of Tobias Luthe SkiSustain was initiated by the Board of Environment and Sustainable Snow Sports Development of the German Ski Federation (DSV-Umweltbeirat) and co-financed by the Foundation Safety in Skiing (SIS). The comments of the authors do not necessarily represent the opinion of the publisher. ISSN 1612-2437 © 2009 – All rights reserved. May only be reproduced – even in extracts – with the permission of the publisher. S e r i e s “ O u t d o o r S p o r t s a n d E n v i r o n m e n t a l S c i e n c e ” Published by the Institute of Outdoor Sports and Environmental Science German Sports University Cologne Volume 25 Die Stiftung Sicherheit im Skisport wurde 1975 vom Deutschen Skiverband (DSV) und den Freunden des Skisports (FdS) gegründet. Über alle Aspekte eines sicheren Schneesports hinaus widmet sie sich den relevanten Rechts- fragen, den medizinisch wissenschaftlichen Zusammenhängen und nicht zuletzt der Umweltvorsorge - als einer der wesentlichen Voraussetzungen, Skisport auch in Zukunft nachhaltig betreiben zu können. Die SIS finanziert zusammen mit der ARAG Versicherung die DSV Skiwacht, die in den wesentlichen Skigebieten Deutschlands allen Schneesportlern Service- und Hilfeleistung bietet. Die Stiftung leistet erhebliche Beiträge zur sicherheitstechnischen Verbesserung der Geräte und Pisten, fördert um- fangreiche Forschungen rund um den Schneesport und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur. Über 28 Millionen Euro hat die SIS seit ihrer Grün- dung für diese Ziele aufgewandt. Die Leistung der SIS schlägt sich in Regeln und Leitlinien nieder, die welt- weit durch den Internationalen Skiverband (FIS) Gültigkeit gewannen. An- erkennung erfährt die Arbeit der SIS durch die Übernahme der Schirmherr- schaft durch Bundespräsidenten, zu der sich aktuell auch Bundespräsident Horst Köhler bekennt. SkiSustain wurde initiiert vom DSV-Umweltbeirat und kofinanziert von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS). Institut für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Leiter: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Ralf Roth Vulnerability to global change and sustainable adaptation of ski tourism ‐ SkiSustain – Von der Deutschen Sporthochschule Köln zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sportwissenschaft genehmigte Dissertation vorgelegt von Diplom Forstw. Tobias Luthe, M.A. aus Lüdenscheid Köln 2008 Erster Gutachter: Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth Zweiter Gutachter: Univ.-Prof. Dr. Hans Elsasser Vorsitzende des Promotionsausschusses: Univ.-Prof.‘in Dr. Ilse Hartmann-Tews Tag der mündlichen Prüfung: 18.02.2009 S k i S u s t a i n P a g e | 4 Content ABSTRACT ......................................................................................................................... 8 ABSTRAKT ......................................................................................................................... 9 ACKNOWLEDGEMENTS .................................................................................................... 10 EXTENDED SUMMARY WITH TEN MAIN FINDINGS ............................................................. 11 TEN MAIN FINDINGS OF SKISUSTAIN ............................................................................... 13 LIST OF ACRONYMS ......................................................................................................... 15 LIST OF FIGURES ............................................................................................................. 16 LIST OF TABLES ............................................................................................................... 18 1. INTRODUCTION ................................................................................................................ 19 1.1. BACKGROUND AND GOALS OF THIS STUDY ......................................................... 19 1.2. STUDY DESIGN AND RESEARCH APPROACH ....................................................... 21 1.3. FIELDS OF SCIENCES CONTRIBUTING TO THIS STUDY ......................................... 21 1.3.1. Sustainability science ............................................................................................ 21 1.3.2. Global change research ........................................................................................ 22 1.3.3. Climate impact research ........................................................................................ 23 1.3.4. Tourism research .................................................................................................... 23 1.3.5. Sport science and sport geography ..................................................................... 25 2. THE HUMAN-ENVIRONMENT SYSTEM OF SKI TOURISM AND GLOBAL CHANGE ................................................................................................................... 27 2.1. THE IMPORTANCE OF SKI TOURISM IN THE ALPS ................................................ 27 2.2. GLOBAL CHANGE EFFECTS ON SKI TOURISM ...................................................... 29 2.2.1. Climate change as a threat to ski areas ............................................................. 29 2.2.2. Natural snow reliability ........................................................................................... 30 2.2.3. Vulnerability - the winners and losers discussion .............................................. 30 2.2.4. Global change is more than climate change ...................................................... 30 2.3. ADAPTATION AND MITIGATION ............................................................................. 31 2.3.1. The focus on technical adaptation ....................................................................... 31 2.3.2. Behavioral adaptation ............................................................................................ 32 2.3.3. Mitigation - avoiding environmental problems caused by ski tourism ............ 32 2.3.4. Adaptation in a sustainable way........................................................................... 33 2.3.5. Uncertainty and governance ................................................................................. 35 2.4. THE SYSTEM OF GLOBAL CHANGE, SKI TOURISTS AND SKI AREAS ..................... 35 2.4.1. Tourist satisfaction ................................................................................................. 36 2.4.2. Customer involvement and marketing ................................................................. 36 2.4.3. The market of sustainable tourism ....................................................................... 37 S k i S u s t a i n P a g e | 5 2.4.4. Ski tourism destination stakeholders ................................................................... 39 2.4.5. Mountain Experience – the service bundle of ropeways companies ............. 41 2.4.6. Risk and the role of the media .............................................................................. 43 2.4.7. A holistic approach ................................................................................................. 44 2.5. STATE OF RESEARCH .......................................................................................... 45 2.5.1. Ski customer demand in a changing climate ..................................................... 45 2.5.2. Ski area perceptions of global change ................................................................ 46 2.6. CONCLUSIONS ..................................................................................................... 49 2.7. OUTLOOK ............................................................................................................ 50 3. RESEARCH CONCEPT AND METHODS ................................................................ 51 3.1. STUDY FOCUS ..................................................................................................... 51 3.2. CHOICE OF METHODS.......................................................................................... 52 3.3. SCOPE OF THIS STUDY ........................................................................................ 56 3.4. TIME HORIZON ..................................................................................................... 56 3.5. RESEARCH GOALS .............................................................................................. 57 3.6. HYPOTHESES ...................................................................................................... 58 3.7. RESEARCH QUESTIONS ....................................................................................... 58 3.7.1. Supply side questions ............................................................................................ 58 3.7.2. Demand side questions ......................................................................................... 59 3.7.3. Integrative questions .............................................................................................. 59 3.8. STUDY DESIGN .................................................................................................... 60 3.8.1. Step 1: Overview on the system of global change ............................................ 60 3.8.2. Step 2: Experiences and strategies of tourism stakeholders .......................... 60 3.8.3. Step 3: Consumer demand for sustainable ski tourism .................................... 61 3.8.4. Step 4: Vulnerability management framework ................................................... 63 4. SKI AREA EXPERIENCES AND STRATEGIES ON GLOBAL CHANGE IMPACTS ...................................................................................................................................... 64 4.1. SUMMARY ............................................................................................................ 64 4.2. RESEARCH QUESTIONS AND GOALS ................................................................... 65 4.3. METHODS ............................................................................................................ 65 4.3.1. Qualitative personal interviews ............................................................................. 65 4.3.2. Qualitative content data analysis ......................................................................... 71 4.4. RESULTS ............................................................................................................. 77 4.4.1. Perceptions of global change after the winter 06/07 ......................................... 78 4.4.2. Estimation of general vulnerability ....................................................................... 91 4.4.3. Sensitivity elements ............................................................................................... 92 S k i S u s t a i n P a g e | 6 4.4.4. Adaptive capacity ................................................................................................. 100 4.4.5. Mitigation................................................................................................................ 113 4.4.6. Chances and sustainable tourism ...................................................................... 116 4.4.7. Outlook and external support ............................................................................. 123 4.4.8. Summary of results .............................................................................................. 127 4.5. DISCUSSION ...................................................................................................... 129 4.5.1. Perception and vulnerability ................................................................................ 129 4.5.2. Adaptive capacity ................................................................................................. 131 4.5.3. Strategies and management............................................................................... 132 4.6. CONCLUSIONS ................................................................................................... 137 4.6.1. Extended sensitivity factors and adaptive elements ....................................... 140 4.7. OUTLOOK .......................................................................................................... 141 5. CUSTOMER DEMAND FOR SUSTAINABLE SKI TOURISM ........................ 142 5.1. STANDARD QUESTIONNAIRE ............................................................................. 142 5.1.1. Summary ................................................................................................................ 142 5.1.2. Research questions and goals ........................................................................... 142 5.1.3. Method ................................................................................................................... 143 5.1.4. Results ................................................................................................................... 147 5.1.5. Discussion of standard questionnaire results .................................................. 181 5.1.6. Conclusions ........................................................................................................... 187 5.1.7. Outlook ................................................................................................................... 189 5.2. WILLINGNESS-TO-PAY FOR SUSTAINABLE SKI TOURISM – A CHOICE EXPERIMENT 191 5.2.1. Summary ................................................................................................................ 191 5.2.2. Research questions and goals ........................................................................... 191 5.2.3. Method ................................................................................................................... 192 5.2.4. Survey procedure ................................................................................................. 203 5.2.5. Hypotheses ............................................................................................................ 205 5.2.6. Results ................................................................................................................... 206 5.2.7. Discussion of choice experiment results ........................................................... 247 5.3. DISCUSSION OF CUSTOMER DEMAND RESULTS OF BOTH STUDY PARTS .......... 253 5.3.1. The market for sustainable ski tourism ............................................................. 253 5.3.2. Sustainability in a more open understanding attracts the majority ............... 255 5.3.3. Demand for snow guarantee and acceptance of alternatives ....................... 255 5.3.4. Differences of demand and consumer profiles ................................................ 256 5.3.5. The uncertainty of developments ....................................................................... 257 5.4. CONCLUSIONS ................................................................................................... 258 5.4.1. Recommendations ............................................................................................... 262 5.5. OUTLOOK .......................................................................................................... 263 S k i S u s t a i n P a g e | 7 6. VULNERABILITY MANAGEMENT FRAMEWORK AND OUTLOOK .......... 264 6.1. A VULNERABILITY FRAMEWORK TEMPLATE ....................................................... 265 6.2. EXTENDED VULNERABILITY OF SKI TOURISM .................................................... 266 6.2.1. The common view ................................................................................................ 267 6.2.2. Vulnerability factors of future relevance ............................................................ 269 6.3. ADDRESSING EXPOSURE AND SENSITIVITY: ADAPTIVE AND MITIGATIVE ELEMENTS ..................................................................................................................... 278 6.4. RECOMMENDATIONS AND STRATEGIC APPROACHES ....................................... 285 6.4.1. Change is chance ................................................................................................. 285 6.4.2. Blending adaptive elements ................................................................................ 288 6.4.3. Adapting demand to changing services ............................................................ 289 6.4.4. General recommendations to maximize adaptive capacity ........................... 289 6.4.5. Sustainable ski tourism ........................................................................................ 293 6.4.6. Recommendations for establishing sustainable ski tourism .......................... 294 6.4.7. Withdrawal from ski tourism ................................................................................ 299 6.5. THE VULNERABILITY MANAGEMENT FRAMEWORK ............................................. 299 6.6. OVERALL CONCLUSIONS AND OUTLOOK ........................................................... 301 GLOSSARY .................................................................................................................... 305 REFERENCES ................................................................................................................ 317 APPENDIX A SUPPLY SIDE QUESTIONNAIRE ................................................................. 328 APPENDIX B DEMAND SIDE QUESTIONNAIRE ................................................................ 331 APPENDIX C LIMDEP MODELS OF THE CHOICE EXPERIMENT ........................................ 337 S k i S u s t a i n P a g e | 8 Abstract Global change, in particular changes in demographic patterns, in socioeconomic developments and in climate, significantly affects alpine tourism, especially ski tourism. The higher average temperatures and more frequent extreme events force the ski tourism industry to act. In response, mainly technical means of adaptation in ski areas are being applied to maintain a status quo of alpine ski tourism. After the analogue winter of 2006/07 as the warmest winter on records, the current kind of adaptation proofed to be not sustainable, neither in its effectiveness, nor in its ecological impacts or its economical perspectives. To increase the adaptive capacity for long-term success in a sustainable way, additional adaptation measures are required, such as behavioural and mitigative strategies. In the coupled human-environment system of ski tourism sustainable adaptation also has to involve the customer more in adapting the demand side consumer behaviour to changing services of ski areas as opposed to maintaining the status quo as the only approach. Mitigational strategies in conjunction with demand side adaptation might lead to a potential new chance for suffering ski areas – a market of sustainable ski tourism where a blended mix of adaptation strategies leads to win-win situations in ski tourism. In the research project SkiSustain we model the relation between global change, customer demand and supply side strategies to develop a vulnerability framework for ski tourism. It is meant to deliver a differentiated understanding of vulnerability and of sustainable adaptive capacity. S k i S u s t a i n P a g e | 9 Abstrakt Globaler Wandel als die Summe demografischer, sozioökonomischer und klimatologischer weltweiter Veränderungen beeinflusst den alpinen Tourismus, insbesondere den Skitourismus. Vor allem die direkten Auswirkungen des Klimawandels mit höheren Durchschnittstemperaturen, häufigeren Extremereignissen wie starker Niederschläge, Stürme, Warmlufteinbrüche oder Trockenheiten erfordern Reaktionen der Skigebiete und Skidestinationen. Den Schwerpunkt der Anpassung bildet die technische Adaption, insbesondere die Beschneiung und der Anlagenausbau in die Höhe, um den alpinen Skisport als Status quo zu erhalten. Der analoge Winter 2006/07, der als bisher wärmster Winter der Aufzeichnungen gilt, zeigte jedoch die Grenzen der technischen Anpassung auf, sowohl aus ökonomischer, als auch aus ökologischer und sozialer Sicht. Für eine langfristig erfolgreiche, nachhaltige Anpassung an die globalen Veränderungen nicht nur klimatologischer Art ist der momentane Fokus auf die technische Adaption nicht ausreichend. Weitere Anpassungen auf Verhaltensebene sowie Vermeidungsstrategien sind notwendig und müssen vermehrt angewandt werden, wobei sich der Status quo des Skitourismus ändern wird. In einem kausal vernetzten Mensch-Umwelt System Skitourismus sind Verhaltens- und Vermeidungsstrategien nur durch die direkte Zusammenarbeit von Angebots- und Nachfrageseite, von Skidestinationen und Skitouristen, erfolgreich umzusetzen. Eine Anpassung des Status quo auf Angebotsseite verlangt demnach auch eine Anpassung der Nachfrage an sich verändernde Angebote. Erweiterte Formen der vernetzten Verhaltensanpassung und der Vermeidungsstrategien können mit Hilfe eines bewussteren, nachhaltigen Konsums zu neuen Chancen für den Skitourismus und den alpinen Tourismus im Ganzen führen, und dabei dessen Verletzbarkeit gegenüber globalem Wandel verringern. Im Forschungsprojekt SkiSustain werden die Wechselwirkungen zwischen globaler Veränderung, Konsumentennachfrage und Angebotsstrategien modelliert, um ein Vulnerabilitätsmodell zu entwickeln und Möglichkeiten der nachhaltigen Anpassung zu testen. S k i S u s t a i n P a g e | 10 Acknowledgements This dissertation is outcome and part of a research project funded by the Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), Planegg. The SIS made this project work financially possible, as well as my employer, the Deutscher Skiverband (DSV), that provided me with the time, the freedom and the necessary network to successfully finish this project. My thanks goes to Prof. Dr. Ralf Roth of the German Sport University Cologne (DSHS), Institute for Outdoor Sports and Environmental Science (INOEK), who supervised my work and who provided me with the possibility for the external PhD studies at the DSHS. Prof. Dr. Hans Elsasser of the University of Zurich, Department of Geography, is the second supervisor of this work. Throughout this work I benefit from his work in the topic of climate change impacts on tourism. Dr. Felix Schläpfer of the ETH Zurich, Institute for Environmental Decisions (IED), was my supervisor for the choice experiment in the demand side survey. My best thanks go to Felix for his valuable support. Dr. Stefan Türk of the INOEK supported me in the organization of my external PhD studies at the DSHS Köln, as well as Michael Meissner of the DSHS. The Mountain Riders Foundation with Laurent Burget, and Marie Filotti from ADEME, were of great help for the qualitative and quantitative interviews in French ski stations, as well as for translations from and to French. Michael Bauer helped significantly in transcribing the qualitative interviews. Matthias Kapfhamer and Sven Thönes from KAPTHON helped developing and programming the online choice experiment. Throughout and especially to the end of this study a number of friends helped me with their independent evaluations and tips for improvements of my written work. These are: Dr. Eric L. Berlow, Dr. Thomas Langenberg, Dr. Philipp Schneider, Dr. Jan Reger, Tina Jacoby, Alexander Krämer, Dr. Holger Kretzschmer and Sandra Stringer, Maike and Rüdiger Häusler. Matthias Knöpfle, Corina and Mirko Bastian, Tobias Mathow, Timon Monti, Sara Lücke, Marcus Gebert, Tobias Lienemann, Wolfgang Schmidt and Nina Groever helped collecting email addresses in ski areas. My family supported me throughout the time of this dissertation. S k i S u s t a i n P a g e | 11 Extended summary with ten main findings Ski tourism is facing significant changes through climate change, demographic patterns and socio-economic developments – referred to as global change. This study SkiSustain provides an assessment of vulnerability of ski tourism to global change after the winter 2006/07, the warmest winter on records in the European Alps and an analogue season for future climate change (Beniston, 2007a). We assessed vulnerability as exposure, sensitivity and adaptive capacity of ski tourism in the Alps after this unusually warm winter, both in a qualitative study with tourism stakeholders – ski area managers – and in a quantitative study on the demand side – with ski tourists. The research objective was to assess sustainable adaptation strategies and opportunities in order to maintain and support a sustainable kind and size of ski tourism, involving behavioral aspects and focusing on mitigation and the market demand for sustainable consumption. The real time happening of future climate change impacts in the winter 06/07 led most likely to a higher probability of true and expectable reactions both on demand and supply side. The experiences of this particular season can be used as a proxy for coming winters and the impacts they generate (Beniston, 2007b). Responses both on supply and demand side would most probably have been different after a rather normal winter in terms of snow cover and temperatures – and are valid forecasts if climate change is happening as foreseen (IPCC, 2007, OECD, 2007). The current discussion of ski tourism vulnerability is focused on climate change, which is threatening ski tourism worldwide. Recent warming in the European Alps has been about three times higher than in the global average and is modelled to change even more in the coming decades (OECD, 2007). Direct impacts of climate change with increasing temperatures are leading to melting glaciers and a decrease in natural snow reliability especially in lower altitudes. Ski areas suffer from this lack of snow, and technical adaptation, such as the production of snow, expansion in higher elevations and landscaping, has become obligatory to cope with direct climate change impacts – leaving lower and smaller ski areas as so-called losers, higher and bigger ones, which can afford the high investments in technical adaptation, as winners from climate change. The emphasis has been put on preserving the status quo of ski tourism, leading to the focus on technical snow making as the main kind of adaptation (OECD, 2007). Technical adaptation is being criticised from environmental (CIPRA, 2006b) and economic aspects due to non-linearly increasing costs (OECD, 20007). Expansion, landscaping or snow making can amplify negative environmental impacts within a system of feedback loops on fragile mountain ecology and on the climate. The current emphasis on securing ski area services in the status quo with technical snow making is seen as not viable in the long term (OECD, 2007) and as not sustainable (CIPRA, 2006b, Mueller & Weber, 2008). This calls for other kinds of adaptation, such as S k i S u s t a i n P a g e | 12 behavioral strategies – e.g. diversification of revenue – and avoidance or mitigation strategies – such as more efficient use of energy. Behavioral and mitigative strategies have been neglected in the adaptation discussion so far (OECD, 2007, Wolfsegger et al., 2008), but are seen to become of greater importance in the future (Roth et al. 2008, Abegg et al., 2007). Results of SkiSustain show that snow making could cope with direct climate change impacts. Water availability, increasing costs of energy, ecological and legal aspects define limits of technical adaptation in the future. The classic factors of vulnerability, such as elevation, size and snow making capacity, proved their general importance for coping with direct climate change, but also their inadequacy to determine overall vulnerability to global change. The limited adaptation capabilities of technical adaptation to the indirect, social and economic effects of climate change as well as to demographic developments became obvious and require different strategic approaches. Socio-economic aspects and indirect effects of climate change lead to an extended view of vulnerability that is not adequately met by the current discussion of losers and winners. The focus on technical adaptation is not appropriate to cope with these developments. Vulnerability of ski tourism is more diverse than currently discussed, revealing new needs for, but also possibilities of sustainable adaptation (Mueller & Weber, 2008). Sustainable adaptation of ski tourism requires a blend of technical, behavioral and mitigative strategies, and withdrawal from ski tourism has to be incorporated as one possible strategy. Behavioral and mitigative adaptation need to be included more, but will result in a change of the status quo, such as alternative activities to Alpine skiing and less snow guarantee. In order to secure economic feasibility, acceptance on supply side and thus success of sustainable adaptation, the customer is challenged to adapt demand to changing services (CIPRA, 2007a). Mitigation not only helps to lower negative impacts from ski tourism on the environment, but could also lead to new business opportunities of sustainable ski tourism. The added value of Alpine skiing in a natural winter environment as the status quo in ski tourism cannot be achieved yet by any other activity in ski area based mountain tourism. But despite of the general importance of snow, the scale of differences in customer demand, as well as the individual differences of ski destinations, provides space for alternative services and opportunities that can be marketed successfully. Sustainable consumption is a market of the future, and the high economic market potential of sustainable ski tourism could lead to a greening of the ski tourism industry. The increasing importance of sustainability aspects in general opens up new chances for new forms of extensive tourism, with a business case for the tourism industry acting as a driving force. S k i S u s t a i n P a g e | 13 Taking the conclusions from the qualitative supply side assessment – described in chapter four – and the quantitative demand side survey – described in chapter five – we summarize the following ten main findings of SkiSustain: Ten main findings of SkiSustain 1. The direct impacts of climate change are only one facet of developments ski tourism is threatened by. Other global change impacts, like demographic, socio-economic and socio-graphic aspects, as well as the indirect, social effects of climate change, are becoming of similar or even greater importance in the future. 2. Direct climate change impacts on snow reliability in ski areas can be coped with by technical adaptation, in especial snow making. Technical adaptation is limited, though, by natural (water availability), economic (costs of energy and investments), social (decreasing demand and acceptance) and legal (regulations) aspects, with negative feed backs on the environment. Applied with the current strength and focus, it is not sustainable. Adaptation to global change requires different strategies. 3. The extended understanding of vulnerability differentiates the common discussion of losers and winners. The system of ski tourism affects itself and is affected in more complex and interrelated ways. Each destination is unique and different in its vulnerability, needing individual assessments and strategic approaches of adaptation. The international comparison of models of ski area governance reveals the effects of uncertainty and of different management approaches on adaptive capacity. 4. The market of existing ski areas, skier numbers and activities is changing quickly. Massive concentration processes of ski areas will further affect the system, as well as other human and biophysical external and internal influences, such as a decreasing customer demand with about two thirds skiing less in the future if climate change happens as foreseen. The shrinkage to a smaller and more sustainable size of ski tourism is happening and will continue. 5. The customer is getting more demanding for quality and services in general, the booking behavior is becoming more flexible. The oldest consumers are the least demanding ones, reacting the least to marketing. The youngest clientele with the highest income are the most demanding ones also reacting most to green marketing. Day skiers come for the snow. The overnight guest is less demanding than the day guest, although his choice behavior is becoming more flexible and tending toward that of a day guest. 95% of the overnight guests would stay in a ski destination even if there were no snow for up to 70% of a weeks’ vacation, and if alternative activities met their demand. Soft mountain sports such as hiking are accepted, technical installations such as roaller coasters are not. The S k i S u s t a i n P a g e | 14 youngest customers below 20 years of age show completely different demand patterns. 6. Diversification in a seasonal, in an activity oriented and from a kind of operations point of view is a key criterion of adaptive capacity to decrease dependency on Alpine skiing and to increase the share of revenue from the tourism supply chain for ski areas. Strategic partnerships inside the destination and with external stakeholders are required. Size still is and becomes even more a key success factor. 7. Change incorporates various chances of increasing adaptive capacity. New market niches can be developed by specifying and shaping destinations’ profiles. The customer is partner in designing his personal mountain experience. More specific target group addressment, information and directed marketing increase booking and travelling flexibility, open up higher acceptances for less snow guarantee, for alternative services and activities, and a higher willingness-to-pay for what the ski destination will be able to offer in the future. Proactive communication and outreach to the media, combined with thorough market research, build the base for transparency, quality and trustworthiness in the business. 8. Mitigation is a business case in sustainable tourism, particularly for the smaller and lower areas more prone to direct climate change. Customers demand more sustainable services. The economic potential of sustainable consumption with an increased willingness-to-pay of up to 3100%, in average 200-600%, compared to conventional services, is high and of growing importance. Green marketing pays off, making mitigative adaptation a business case. Sustainability with a market potential of about one quarter of the German ski tourists today may well become the tourism market of the future, especially as a unique selling proposition for smaller and lower ski areas that suffer most. The bigger and higher ski areas will focus on snow competence, but have to inhabit the principles of integrative, sustainable tourism alike. 9. Successful adaptation has to more include the demand side adaption to changing services, in combination with blended behavioral, technical and mitigative adaptation strategies on supply side. Local governance is setting the institutional frame for successful adaptation and thus requiring more attention, calling for a Model Europe of ski area governance. 10. Further research is needed to decrease uncertainty of developments and in the relations within the vulnerability framework of ski tourism. The different demand of the youngest customers, downstream effects of upstream water management, the individual most efficient and effective cost-benefit ratio of snow making coverage, alternatives to ski tourism and alternate industries for mountain regions to diversify, models of ski area and destination governance, demand developments in emerging markets and transparent communication tools are research fields of key importance. S k i S u s t a i n P a g e | 15 List of acronyms ADEME Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie CIPRA Commission Internationale Pour la Protection des Alpes CJA Conjoint Analysis CSR Corporate Social Responsibility CV Contingent Valuation DSHS Deutsche Sporthochschule Köln DSV Deutscher Skiverband EMS Environmental Management System IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change ISO International Organization for Standardization LOHAS Lifestyle of Health and Sustainability NGO Non Governmental Organization OECD Organization for Economic Co-operation and Development SIS Stiftung Sicherheit im Skisport SkiSustain Name of this dissertation project SWR3 Südwest Rundfunk 3 (German radio station) TIES The International Ecotourism Society UNFCCC United Nations Framework Convention on Climate Change URL Uniform Resource Locator (internet address) USP Unique Selling Proposition WKO Wirtschaftskammer Österreich WMO World Meteorological Organization WTO World Tourism Organization WTP Willingness-To-Pay WWF World Wide Fund for Nature S k i S u s t a i n P a g e | 16 List of figures Figure 1 Independent tourism science with contributing disciplines ...................................................... 24 Figure 2 Tourism science as part of mother sciences ........................................................................... 24 Figure 3 Extended (holistic) tourism model ............................................................................................ 25 Figure 4 Ten thematic fields of a post modern sport geography ........................................................... 26 Figure 5 Relation of ski tourism reactions to global change .................................................................. 34 Figure 6 Development of marketing ....................................................................................................... 37 Figure 7 Stakeholders of a ski destination framed by local governance ................................................ 40 Figure 8 Service chain “Mountain Experience” and integrated stakeholders ........................................ 40 Figure 9 The system of ten destination success factors ........................................................................ 41 Figure 10 Added value of the service supply chain in ski destinations .................................................. 42 Figure 11 Research frame of SkiSustain ............................................................................................... 44 Figure 12 Study focus on the vulnerability of the coupled human-environment system ........................ 51 Figure 13 Model of the interactive approach in climate impact research ............................................... 52 Figure 14 Methodological research frame of SkiSustain ....................................................................... 60 Figure 15 Working steps of the qualitative content analysis .................................................................. 73 Figure 16 Distribution of age and gender ............................................................................................. 148 Figure 17 Origins and distribution of responses .................................................................................. 148 Figure 18 Income classes of respondents ........................................................................................... 149 Figure 19 Living distance of respondents from ski hill ......................................................................... 150 Figure 20 Snow sport activities of respondents ................................................................................... 150 Figure 21 Frequency of skiing .............................................................................................................. 151 Figure 22 Skills in snow sports ............................................................................................................. 152 Figure 23 Behavior of skiing abroad .................................................................................................... 152 Figure 24 Skiing abroad by frequency of skiing ................................................................................... 153 Figure 25 Reasons to travel abroad ..................................................................................................... 154 Figure 26 Summer mountain activities ................................................................................................. 155 Figure 27 Summer activities split by age classes ................................................................................ 156 Figure 28 Environmental knowledge about glaciers ............................................................................ 157 Figure 29 Environmental knowledge about technical snow ................................................................ 158 Figure 30 Knowledge on technical snow stratified by frequency of skiing ........................................... 158 Figure 31 Environmental knowledge about climate change ................................................................ 159 Figure 32 Indicators for environmentally friendly ski areas .................................................................. 160 Figure 33 Trust in certifications ............................................................................................................ 161 Figure 34 Important factors in a ski area ............................................................................................. 162 Figure 35 Important factors in a ski area split by age classes ............................................................. 163 Figure 36 Important services in a ski area ........................................................................................... 164 Figure 37 Important services in ski areas split by age ......................................................................... 165 Figure 38 Alternatives if no snow ......................................................................................................... 166 Figure 39 Alternative activities if no snow split by age classes ........................................................... 167 Figure 40 Days to stay if no snow ........................................................................................................ 168 Figure 41 Staying how long if snow for kids ......................................................................................... 169 Figure 42 Environmental action and donation ..................................................................................... 169 Figure 43 Paying more for sustainability performance ......................................................................... 170 Figure 44 Willingness-to-pay more for CSR split by age ..................................................................... 171 Figure 45 Main winter vacation period with (future) and without (present) climate change scenario ................................................................................................................................................ 172 Figure 46 Reactions in skiing frequency with climate change scenario ............................................... 174 Figure 47 Reactions in skiing frequency split by living distance from next ski area ............................ 175 Figure 48 Reactions in skiing frequency split by age ........................................................................... 176 Figure 49 Selection on environmental criteria ...................................................................................... 176 S k i S u s t a i n P a g e | 17 Figure 50 Design of the choice experiment ......................................................................................... 203 Figure 51 Screen shot of one choice set in German ............................................................................ 204 Figure 52 General effects of information treatments on WTP in € per unit for each attribute ............. 215 Figure 53 Importance of attributes on the basis of the WTP ............................................................... 234 Figure 54 Importance of attributes on the basis of the WTP without highest income .......................... 235 Figure 55 Importance of attributes on the basis of the WTP without lowest income ........................... 236 Figure 56 Importance of attributes on the basis of the WTP comparing NGO and control ................. 237 Figure 57 Relative changes in ranking of attributes by NGO and consumer info ................................ 239 Figure 58 NGO info sub samples comparison by demand for snow guarantee and flexibility ............ 244 Figure 59 NGO info sub samples comparison without the highest income ......................................... 244 Figure 60 NGO info sub samples comparison without the lowest and the highest income ................. 245 Figure 61 Coupling of sub samples income, age, length of stay, frequency of skiing to complete consumer profiles ................................................................................................................................. 247 Figure 62 Working steps of chapter six ................................................................................................ 264 Figure 63 Vulnerability framework ........................................................................................................ 266 Figure 64 SkiSustain vulnerability management framework of ski tourism .......................................... 300 Figure 65 Five dimensions of sustainable development ...................................................................... 313 S k i S u s t a i n P a g e | 18 List of tables Table 1 Area and population with shares of the treaty countries of the Alpine Convention .................. 27 Table 2 Characteristics of different approaches to climate change impact and vulnerability analysis .................................................................................................................................................. 53 Table 3 Eight-step methodology for vulnerability research .................................................................... 54 Table 4 Combined methodological approach of SkiSustain .................................................................. 55 Table 5 Elevation and skier days of the selected ski areas ................................................................... 67 Table 6 Categories and classes of the selected ski areas ..................................................................... 69 Table 7 Interview partners, duration of interviews, transcribed contents and displayed codings .......... 70 Table 8 Categories and sub categories of content analysis .................................................................. 75 Table 9 Research questions, categories and presentation headlines ................................................... 77 Table 10 Self-estimation of vulnerability and real losses in 06/07 ......................................................... 91 Table 11 Selected global change impacts and sensitivity factors ........................................................ 140 Table 12 Selected elements of adaptation to test with customer demand .......................................... 140 Table 13 Ski vacation booking behavior today and in the future ......................................................... 172 Table 14 Attribute definitions and levels .............................................................................................. 195 Table 15 Information treatments one (NGO) and two (consumer) ...................................................... 198 Table 16 Extension of experimental design ......................................................................................... 199 Table 17 Excluding levels of attributes leading to disapproval of ski areas ......................................... 200 Table 18 Levels of attributes leading to recommendations of ski areas .............................................. 200 Table 19 Coupling of the 64 attribute combinations ............................................................................. 201 Table 20 Frequency of recommendations, denials or neutral information in the three treatments ..... 202 Table 21 Questionnaire return rates .................................................................................................... 207 Table 22 Frequency of the three response options ............................................................................. 207 Table 23 Statistical comparison of respondents’ characteristics ......................................................... 208 Table 24 Chi-square significance tests of treatment effects ................................................................ 209 Table 25 Ratio of significant treatment effects on choice sets ............................................................. 210 Table 26 Comparing effects of information treatments on frequency of chosen ski area options ....... 211 Table 27 Comparing effects of information treatments on frequency of chosen ski area options ....... 212 Table 28 Differences in agreements to the recommended ski area options ........................................ 213 Table 29 Differences in agreements to the disapproved ski area options ........................................... 214 Table 30 WTP for each attribute by information treatment (in € per unit), pooled by the socio- economic sub samples ......................................................................................................................... 217 Table 31 WTP for travel time to ski area .............................................................................................. 220 Table 32 WTP to ski in a small area .................................................................................................... 221 Table 33 WTP to ski in a ski resort powered by 100% green energy .................................................. 223 Table 34 WTP to visit a ski area offering downhill alternatives ............................................................ 224 Table 35 WTP to visit a ski area offering a roller coaster as alternative .............................................. 225 Table 36 WTP to visit a ski area offering a ski dome nearby ............................................................... 226 Table 37 WTP to visit a ski area without expansion ............................................................................ 227 Table 38 WTP to visit a ski area expanding in higher elevations ........................................................ 228 Table 39 WTP to visit a ski area expanding on glaciers ...................................................................... 229 Table 40 WTP for additional days with snow guarantee ...................................................................... 230 Table 41 WTP for a fully transferrable ski pass ................................................................................... 231 Table 42 WTP for 100% grooming of ski runs ..................................................................................... 232 Table 43 Explanation of abbreviated complete consumer profiles as shown in figure 61 ................... 246 Table 44 Exposure elements of ski tourism vulnerability to global change ......................................... 270 Table 45 Extended sensitivity elements of ski area vulnerability to global change ............................. 273 Table 46 Adaptive elements of ski area vulnerability to global change ............................................... 279 Table 47 Recommended guide lines for sustainable ski tourism from a ski area perspective ............ 295 S k i S u s t a i n P a g e | 19 1. Introduction “The only question remains, who takes the initiative.” (Statement of a ski area manager to the future of sustainable ski tourism) In the first chapter we introduce the background and goals of this study named SkiSustain, list the main research questions and provide an overview on involved and related scientific disciplines. 1.1. Background and goals of this study Climate change leads to a warming of the climate that is observed and expected to be higher in the Alps than the world average (IPCC, 2007). The natural snow line is rising, leaving especially lower ski areas with less natural snow reliability (OECD, 2007). The lack of snow due to climate change can lead to fewer ski tourists visiting the ski areas, thus becoming an economic problem for ski areas and ski destinations (OECD, 2007, Abegg & Elsasser, 2007). Snow making is the adaptation technique in focus, requiring high sums of investments (Müller & Weber, 2008). Lower ski areas are more exposed to warming temperatures, and smaller ski areas often cannot afford these investments. Smaller and lower areas are seen as losers from climate change (for example in OECD, 2007). Higher ski areas with more natural snow reliability are seen to be on the winning side, especially when they are big enough to afford the necessary investments. The elevation, size and snow making capacity of a ski area are the main factors when discussing adaptation to climate change (OECD, 2007). Vulnerability of ski tourism, though, is not only made up of the direct outcomes of climate change that can be addressed by technical means. Snow making has a limited adaptive capacity that is necessary and a must for today’s and for future ski areas, but the limits already have been reached in the season of 2006/07 (chapter four). Global change affects ski tourism in multiple ways. Climate change is the main threat because of the direct dependency of ski areas on snow and weather events. Demographic developments and socio-economic changes will result in differences of customer demand. The traditional ski tourist market will shrink. Greater numbers of older skiers will arrive as fewer young tourists will visit the Alps, dividing customers into two spending groups: the wealthier and the budget class (Lohmann, 2007, Statistisches Bundesamt Deutschland, 2008). Changes and developments are perceived differently by ski area managements as their strategic responses are varied. The possible outcomes of global change, though, are diverse and complex. The uncertainty in these developments, the local differences in climate change impacts and the questionable future S k i S u s t a i n P a g e | 20 customer demand require a bouquet of strategies, including adaption of human systems, such as consumer demand or traditions. Many new vulnerability factors arose from recent developments and ski areas’ experiences (chapter four). Little is known so far about the evolving demand of customers and how this demand interacts with global change. The diversity of customers might open up new potential market niches and unique selling propositions (USP) for ski areas, especially for the so called losers, the ski areas in lower altitudes and of smaller size, which cannot guarantee snow in the way the higher and bigger ski areas can. In order to develop new ways of sustainable adaptation of ski tourism to global change, this study SkiSustain seeks to assess an extended picture of vulnerability of ski tourism after an analogue winter 2006/07 for future climate change, including the perceptions and strategies from a supply side and the evolving demand from a tourists’ perspective. Sustainable adaptation and the potential for sustainable tourism are in the focus of this study. Managing and marketing a green resort that may not offer 100% snow guarantee, but instead alternative activities and a profound engagement in climate protection, could attract a growing number of customers and thus outweigh potential losses. Recent studies estimate the market of the so called LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) in Germany to about five million households with higher incomes, and thus an estimated buying power with a minimum of 200 billion Euros with a strong growing tendency (Schulz, 2008). The customer most attracted by green ski areas does have a high financial income and could therefore be a real opportunity to ski areas going green. Environmental competitiveness and environmental sustainability already are key success factors in tourism. The most successful countries in tourism also boast the highest environmental performance as the 2008 Travel & Tourism report reveals (Blanke et al., 2008). It can well become a more important factor for ski destinations and ski areas alike. Results of this study are intended to extend the scientific discussion of ski tourism vulnerability to global change impacts and to offer strategic recommendations how to decrease vulnerability. We seek to increase the awareness of the scientific community, as well as on an applied practical level both of the supply side and of the demand side of ski tourism, that the current practice of adaptation is not sustainable, and that alternative ways of sustainable responses to global change have to be found. As one such option, we seek to assess, test and discuss the market potential for sustainable tourism – including the adaption of consumer demand to changing services, making mitigation and behavioral adaptation a business case for ski tourism managements, which could then lead to win-win situations for ski tourism in economic, social and ecological aspects. S k i S u s t a i n P a g e | 21 The overall perspective of this study is to maintain, to support and to develop a sustainable size and kind of ski tourism, but withdrawal from ski tourism has to be taken into account, too, when discussing sustainable adaptation to global change. 1.2. Study design and research approach In this study we extend the current focus on climate change to global change impacts on ski tourism to understand other vulnerability factors. We assess experiences and strategies of ski area managements after the warmest winter in record so far to answer the question of current and future vulnerability of ski areas. We include ski areas in the four main Alpine countries: France, Italy, Austria and Switzerland. In qualitative semi-structured personal expert interviews we discuss the limits of technical adaptation and check behavioral as well as mitigative alternatives that could lead to more sustainability in ski tourism. We then assess and model the demand for sustainable ski tourism on the customer side representing the world’s biggest outbound tourism market, Germany, in an internet based standard questionnaire. Hereby we test the potential effects of green marketing and express the demand in economic willingness-to-pay data by adding an online choice experiment to this quantitative part. We then develop a strategic vulnerability management framework for ski areas and close with concrete recommendations for the sustainable adaptation of ski areas to global change. One intention is to picture a holistic view of the system of ski tourism to define further areas of interest needing more in-depth research in the future. 1.3. Fields of sciences contributing to this study 1.3.1. Sustainability science The topic of this study opens up a vast field of different research disciplines that become involved or that are touched throughout this work. The character of this study is strongly interdisciplinary between the involved disciplines – sustainability science, global change and climate impact science, tourism science and sport science – and even transdisciplinary over research disciplines into the experiences of practical management. The emerging field of sustainability sciences describes best inter- and transdisciplinary research in human-environment systems, such as the system of ski areas, ski tourists and global change. The emergence of sustainability science builds toward an understanding of the human-environment system and covers the social sciences, natural sciences and political sciences (Turner et al., 2003a). A key challenge of sustainability is to examine the range of plausible future pathways of combined social and environmental systems under conditions of S k i S u s t a i n P a g e | 22 uncertainty, surprise, human choice and complexity. Scenario analysis – including new participatory and problem-oriented approaches – provides a powerful tool for integrating knowledge, scanning the future in an organized way and internalizing human choice into sustainability (Swart et al., 2004). Sustainable development is an inherently subjective concept, and for this reason requires deliberative forms of governance and assessment (Kemp & Martens, 2007). Sustainability science meets multidisciplinary topics that examine the scientific, engineering and social aspects of a problem. Trying to look at a challenge from a narrow, discipline-based point of view will most likely only highlight a part of it. It is therefore important to look at a particular subject in its entirety and from different angles. Sustainable development is a social issue. Physical and biophysical aspects must be translated into social science aspects (Pachauri, 2008). Successful sustainability science research is not only measured by pure scientific merit, but also by the utility of the resulting products and recommendations (Clark & Dickson, 2003, Polsky et al., 2003). 1.3.2. Global change research Sustainability science addresses the interaction of humans and the environment in a holistic way. Global change research is sustainability research with the focus on time, change and development. It includes climate research but goes beyond this. The problem of climate change is only one part of the problem of overall global developments. Other aspects from a social perspective, such as demographics or socio-economic and ethnological issues, get involved into global change research as well (Pachauri, 2008). The vulnerability of coupled human-environment systems is one of the central elements of global change research and of the discussion on ski tourism adaptation (Turner et al., 2003b). The novelty of global change research is not so much the development of new conceptual domains, but the integration of many disciplines (Polsky et al., 2003). The need to derive a global – or at least multi-national – overview of vulnerability in order to understand the problem of global change and of global climate change has already created a demand for vulnerability assessment on a more integrated level than just from a climate change point of view (Adger et al., 2004). So far the body of scientific work regarding impacts on tourism mainly focused on climate impacts, and only very recently more inter- and transdisciplinary studies are being published – for an example see (IPCC, 2007, OECD, 2007, Pachauri, 2008). An extended view can be found in very recent works, as in Abegg (Abegg & Elsasser, 2007) and Behringer (Behringer et al., 2000), who mention the indirect influences of climate change on customer demand and on skiing behavior in source markets. Global change vulnerability assessments not only include the analysis of vulnerability, but also the S k i S u s t a i n P a g e | 23 identification of specific response options for stakeholders to reduce that vulnerability (Polsky et al., 2003). 1.3.3. Climate impact research Climate impact research has a fairly young history with the first studies originating in Canada in the mid-eighties (Wall, 1985). Since then, a number of scientists have surveyed the impacts of climate change on tourism – mainly on sea tourism and on winter sport tourism (Viner & Agnew, 1999). In earlier times, a minority looked less at the reactions and influences on stakeholders of climate change, and more at the effects on the natural environment, although the long-term impacts are related to human adaptation processes (Abegg et al., 1998, Bürki, 2000). The roots of climate impact research are in the natural sciences, but expanded early to interdisciplinary and social sciences (Bürki, 2000). An increasing amount of studies follows this interdisciplinary approach in climate impact research on tourism. Examples in the topic of winter tourism are Hohermuth (Hohermuth & Meier, 1996), Breiling (Breiling et al., 1997), König (1998), Bürki (2000), Abegg (1996, 1998), Elsasser (Elsasser, 2005, Elsasser & Bürki, 2002, Elsasser & Bürki, 2003, Elsasser & Messerli, 2001), Beniston (Beniston, 2007b), the IPCC (IPCC, 2007) and the OECD report (OECD, 2007). These and other more recent studies understand climate impact research as a two-way street, seeing the reverse impacts of tourism on the climate. Within this system, neither adaptation nor mitigation can exclusively be successful strategies (Patterson et al., 2006). The public and political discussion, though, is opening up more toward a global change oriented research that incorporates social adaption and coping with uncertainty (Welzer & Leggewie, 2008). 1.3.4. Tourism research There are many approaches to explain the phenomenon of tourism and different paradigms of tourism science. The question is whether tourism research is unique and whether an independent discipline of tourism science exists. In this case, the various aspects of tourism would have to be analyzed, starting from this discipline; other disciplines would serve as contributing sciences (figure one). S k i S u s t a i n P a g e | 24 If there is no independent tourism science discipline, then tourism science is analyzed in the tradition of the mother disciplines as shown in figure two. The two different models argue from different points of view and with different methodological approaches. Figure 1 Independent tourism science with contributing disciplines (Freyer, 2006) Figure 2 Tourism science as part of mother sciences (Freyer, 2006) S k i S u s t a i n P a g e | 25 However, tourism research was established as an inter- and transdisciplinary science with the link to tourism practice (Freyer, 2006). The multiple, involved disciplines of tourism are shown in figure three. 1.3.5. Sport science and sport geography Sport in general is a phenomenon of diversity that is difficult to define. It has been agreed upon that sport, as an expression, cannot be precisely defined at all (Röthig & Prohl, 2003). A narrow understanding of sport is oriented at the original idea of competition that is often bound to traditional sports and organizational forms (Rittner, 1991). A wider understanding of sport implies the social, cultural and spatial facets of sport as it is of relevance for sport geography. In this expanded understanding of sports we can include new or alternative forms, such as Yoga, Lacrosse or Canyoning (Peters & Roth, 2006). Sport science is a rather young discipline that meanwhile was established in many Universities. Rösch (1978) divides an additive and an integrative understanding of sport sciences. The integrative approach is based on the multiple fields of problems or relations, such as sport and training, sport and health and sport and environment. An additive approach incorporates single sub disciplines, such as sport medicine, sport history or sport ecology. The additive understanding is the most established one (Rösch, 1986). Sport geography, as a new sub discipline between sport science and geography, has received very little or almost no attention so far. Geography has a long tradition in science, but Figure 3 Extended (holistic) tourism model (Freyer, 2006) S k i S u s t a i n P a g e | 26 in spite of this, today it is very diversified and interdisciplinary too. Precise definitions are difficult to find (Peters & Roth, 2006). The structural development of sports, from traditional organizational forms towards a wider understanding, led to new forms and uses of space and landscape. The spatial aspect of sport in the landscape has been picked up, for example, by tourism to market geographic regions in a sportive context (Peters & Roth, 2006). Sport geography, therefore, is understood by Peters and Roth as a scientific sub discipline in the context of spatial interaction of sport and space. The overlay of sport science and geography are mostly in the mother disciplines of biology, geology, climatology and ecology in the natural sciences, and philosophy, anthropology, sociology, psychology, leisure sciences, pedagogy and history in the human sciences (Peters & Roth, 2006). Peters and Roth understand sport geography as an interdisciplinary project in the overlay of sport, society, space and environment that incorporates perspectives and expertise of different scientific disciplines. Roth and Peters list ten thematic fields of post modern sport geography, as shown in figure four. These sub disciplines of sport geography, as well as other sub disciplines of sport science, such as sport marketing and sport management, interrelate and overlay with tourism and global change research. The sport and geography sub disciplines of sport landscape – tourism, sport space – ecology, sport space – planning, sport market – globalization, sport landscape – culture, sport place – identity and sport commune – education – politics are of relevance for the research scope of this study. The integration of many disciplines contributes to research in the holistic human-environment system of ski tourism and global change. Figure 4 Ten thematic fields of a post modern sport geography (Peters & Roth, 2006) S k i S u s t a i n P a g e | 27 2. The human­environment system of ski tourism and global change This chapter describes the role of ski tourism in the Alps and relates the impacts of global change to the system of ski tourism with its responsive capabilities. At the end of this part an overview on the current state of research is provided, and conclusions are followed by an outlook on open questions to address in this study. 2.1. The importance of ski tourism in the Alps Tourism in the mountainous regions of the Alpine countries (as part of the Alpine Convention being Austria, Switzerland, Italy, France, Germany, Slovenia, Monaco and Liechtenstein) is of great importance for their local economic development. About 13.6 million people live in the Alps. The total number of tourists in the Alps per year estimated to be about 60-80 million people (OECD, 2007) and up to 100 million (CIPRA, 2006a). Italy, Austria, France and Switzerland have the biggest share of land and of population on the Alpine arc (Alpenkonvention, 2008). Area Population Alpine space 190‘600 km2 13.6 Mio. Italien 27.3% 30.1% Österreich 28.7% 23.9% Frankreich 21.4% 18.0% Schweiz 13.2% 12.8% Deutschland 5.8% 10.1% Slowenien 3.5% 4.7% Monaco 0.001% 0.2% Liechtenstein 0.08% 0.2% Worldwide tourism is in the fourth economic position in exports after chemicals, automobiles and fuels. In 2005, tourism accounted for 2.8% of world direct employment and of 10.6% indirect employment. Germany is the country with the highest spending in tourism, and thus the most important source or outbound market of tourists worldwide (WTO, 2004). Some examples of the major four Alpine countries and of Germany as the main outbound market of tourists clearly indicate the general importance of tourism and of winter tourism, Table 1 Area and population with shares of the treaty countries of the Alpine Convention (Alpenkonvention, 2008) S k i S u s t a i n P a g e | 28 especially in the Alps. Ski areas generate the major share of sales in winter tourism only exceeded by lodgement and gastronomy. Inside ski areas, the ropeways are by far the most important economic and steering forces. In Austria, the direct added value of tourism accounts for 6.2% of the gross domestic product (GDP) in the year 2004. Winter tourism brings about 50% of the annual overnight stays with a growing trend in the last ten years and about 3/4 in sales (998 Mio. from a total of 1216 Million €; (WKO, 2005). In winter tourism, ski areas play a major role in attracting visitors, being the driving economical force in ski destinations. The mountain ropeways in ski areas account in 2003/04 for more 92% of sales; about 8% are gastronomy and related ventures. German guests are by far the biggest tourist group in Austria, before the inland guests (Seilbahnen Österreich, 2005). In Switzerland, the share of tourism on the GDP was about 4.8% in 2004. In exports, tourism is in third position. Lodgement and gastronomy, at 45%, account for the biggest share; transportation, at 20%, accounts for the next biggest share, which includes the ropeways of ski areas. The German tourists make up the biggest tourist group after the Swiss inland guest (Tourismus- Verband, 2007). Ropeways generate about 50,000 direct and indirect jobs and about two billion Swiss Francs of added value with 84% in winter (Seilbahnen Schweiz, 2008). In Italy, the turnover of ropeways transportation facilities was 431 million Euros (WWF Italia, 2006). The leading incoming tourist market is Germany, followed by the United States and the United Kingdom. Tourism is one of the three major economic drivers in Italy (ENIT, 2007). In France, there were more than 17000 people directly employed by the French ropeways in 2006/07. Ski areas in France hosted 48 million skier visits in the season 2006/07 (SNTF, 2007). France has the highest winter season turnover among all four countries. The biggest share of tourists is made up of the German visitor (Tourisme France, 2006). In Germany, the share of the Alps is the smallest compared to Austria, Switzerland, Italy and France. Still, tourism, with sales of 140 billion Euros and 8% of the total employment, is an important industry. Germany is the biggest outbound market for tourists worldwide (WTO, 2004). The most visited countries are Spain, Italy and Austria, with Italy and Austria being the two Alpine countries of special interest for this study (Deutscher Tourismusverband e.V., 2004). The general importance of tourism is followed by the special meaning of winter tourism, specifically ski tourism in ski areas in the Alpine regions. With about 50% of total Alpine tourism, winter tourism is, for the most part, made up of ski S k i S u s t a i n P a g e | 29 tourism in ski areas. In the ski areas, ropeways are the main economic bodies. In terms of visiting foreign tourists, the German market is the most important one. These general numbers, of course, can differ a lot in single regions, destinations or ski areas. In some Alpine regions, valleys or destinations, winter tourism may well exceed an economic importance in direct and indirect sales and employment of more than 80% (Müller et al., 2007). The Alps are a highly inhomogeneous unit with huge regional and local differences (CIPRA, 2007b). 2.2. Global change effects on ski tourism 2.2.1. Climate change as a threat to ski areas Winter tourism in ski areas mainly means lift accessed alpine skiing. A ski area relies on cold temperatures and snow as the main product or service. Rising temperatures and changing precipitation patterns alter the climate. Climate change is considered to be the major threat for winter tourism destinations and is already affecting the European Alps (OECD, 2007, Schneider & Schönbein, 2006, Seiler, 2006, Zemp et al., 2006). The world’s mean temperature has risen about 0.8°C within the last 30 years. In the Alps, this change happened with 1.6°C two times faster (OECD, 2007). Climate models show that the world average temperature will rise about 2 - 4 degrees Celsius more until the end of this Century, whereas the mean temperature in the Alps will rise another 2°C already within the next 30 years. Precipitation patterns will change with less precipitation in early and midwinter and more precipitation in spring and summer. The total amount of precipitation will not change significantly, though. Extreme weather events, such as storms, floods, draughts or heavy snow falls will become more frequent (IPCC, 2007, OECD, 2007, Rolland, 2006, Schneider & Schönbein, 2006, Seiler, 2006). The current number of 666 ski areas in the Alps will drop to 404 under a 2°C warming of climate measured by their sheer elevation and their natural snow reliability according to the OECD report. However, technical snow making is not taken into account in this calculation. Ski areas will not be able to offer the same services as they used to and as customers were used to having. Tourists as consumers will face heavy changes in the winter tourism product as the reliability of snow is vanishing, which will affect their satisfaction (Elsasser & Bürki, 2003). The modelled and forecasted rises in temperature would result in significant reductions in snow pack and glacier mass within decades. The influence of any changes in precipitation on overall snow cover is small and will not affect the general trend resulting from temperature rises. By 2050, about 75% of the glaciers in the Swiss Alps are likely to have disappeared. Glacier retreat will increase slope instability and permafrost thawing will lead to more rockfall activitiy (Zemp et al., 2006). S k i S u s t a i n P a g e | 30 Climate change will lead to more extreme events and natural hazards in the Alps too (IPCC, 2007, OECD, 2007). In response to this ski areas are challenged to adapt. Adaptation to climate change is of vital importance for ski tourism (OECD, 2007). 2.2.2. Natural snow reliability Rising temperatures will lead to a decrease in natural snow cover. A set of different criteria have been discussed as to what natural snow reliability means. Witmer (1986) first mentioned the so-called 100-day rule which summarizes the discussion. It means that in order to operate a ski area successfully, a snow cover sufficient to operate should at least last for 100 days a season. The sufficiency of a snow cover differs from 30 cm to 1m, depending on the slope and the underground (Witmer, 1986). It should be seen not as a strict rule, but as a rule of thumb for ski area management (Abegg, 1996). The natural snow line varies across the Alpine regions. Many aspects influence this line, particularly the continentality of the climate. The OECD report on vulnerability of ski areas bases its assumptions on this 100-day rule and on the natural snow reliability. However, more aspects need to be taken into account to analyze the snow reliability of a single ski area. Foehn influences, local cold air down streams, inversional valleys, slope aspects and others can have severe impacts and even change this general understanding of natural snow reliability, such as Schneider et al. showed for German mid mountain range ski areas (Schneider et al., 2006). Technical snow making potential of course, is not included in the view of natural snow guarantee. 2.2.3. Vulnerability ­ the winners and losers discussion The impacts of climate change on ski areas have lead to a discussion of winners and losers, both in terms of regions and of ski areas themselves (OECD, 2007). It states that the ski areas in higher elevations will benefit from changes, such as profiting from the potential lower number of ski areas, if those in lower altitudes, the losers, disappeared. This winners and losers discussion is mainly based on the altitude of ski areas and thus their natural snow reliability. 2.2.4. Global change is more than climate change Apart from climate change there are other changes in the social environment that can affect ski tourism. The demographic development in the example of the German market is leading to more people with the age of 50 and older, and to fewer people of younger ages below 30 years. Already in a very short term till 2015 the age class of 60+ will grow with 10% to about 30% of the population. The usual pyramid is growing to a mushroom shape showing the future majority of older people in the population by an increased heterogeneity of people with migrative backgrounds (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2008). S k i S u s t a i n P a g e | 31 The question is how an older population will affect consumer behaviour? Results of Lohmann (2007) show that the elderly will stick to their preferred destination more than the younger. Their decisions are made after about two thirds of their life span and merely change after. Seniors are a huge market potential if “caught” early enough so they can find their preferred destination. Schröder comes to similar results and recommend a special “senior” marketing of destinations (Schröder et al., 2007). The economic development is leading to a higher percentage of lower income classes and of higher income classes, thereby dropping the mid incomes (Statistisches Bundesamt Deutschland, 2008). The general economic development can influence the willingness to spend money for tourism – if the economy is shrinking, tourism turnovers will drop as previously experienced for example by the Austrian tourism industry (MCI, 2006). Higher costs of energy, water scarcity, new competing tourism markets worldwide are some more examples. The market of ski tourists is changing, diverse and affected by demographic, socio-economic and socio-graphic developments which in addition affect ski tourism in the Alps. The growing number of customers from the emerging tourism markets of China and of Eastern Europe leads to such a socio-graphic change. However, there is little literature on the outcomes of other than climate change factors on ski tourism. The scientific and the public discussions so far are centred on climate change impacts. 2.3. Adaptation and mitigation 2.3.1. The focus on technical adaptation Ski areas already are adapting in expectation and in experience of climate change. The kinds of adaptation can be split in behavioural and in technical adaptations. Technical adaptations such as technical snow making, glacier skiing, an expansion to higher altitudes and on north facing slopes as well as landscaping and ski slope changes are the main discussed and applied means of adaptation (OECD, 2007). The major kind of technical adaptation today is the production of machine made snow. Many different kinds of technology have been developed, and a discussion of them would go beyond the scope of this study. Technology is improving quickly, still for efficient snow making in terms of cost- use ratio temperatures below freezing are needed. Nature is setting the limit for snow making, but with ice making machines and vacuum technology it already is possible to produce snow in small amounts in warm summer temperatures – not for the amounts needed in ski areas though. Technical adaptation can cope with the direct outcomes of climate change, such as rising temperatures. It S k i S u s t a i n P a g e | 32 cannot address other aspects of global change. More information on the technology of technical snow making can be found in Teich (Teich et al., 2007). 2.3.2. Behavioral adaptation Behavioural adaptations are such as operational practices that change the way of ski area operations (four season tourism activities), financial instruments (snow insurances), financial support or subsidies from local authorities, co- operations and mergers with other ski areas or marketing partners, winter revenue diversification, all year tourism and finally withdrawal from ski tourism and a closure of the ski area. 2.3.3. Mitigation ­ avoiding environmental problems caused by ski tourism The discussion how ski areas could react has been focusing on adaptation. Mitigation or avoidance strategies are understood as avoiding an even faster climate change by increasing the efficiency and by lowering the amount of greenhouse gases being emitted (OECD, 2007). Ski tourism is causing environmental problems. From a climate point of view the emissions of the greenhouse gas CO2 by the ski tourism activities are a rather new aspect in the negative outcomes. The main source of greenhouse gases is individual traffic to ski areas with more than 70%, followed by lodgement and housing infrastructure in ski destinations with about 25%. The ski area itself is responsible for about 3% of the emissions, lifts and technical snow making for each about one percent. These numbers origin from a recent study of ADEME (Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie) and The Mountain Rider Foundation in the French ski resorts of Les Menuires and Val Thorens (Mountain Riders, 2007). Other environmental aspects include land uses for slopes, lifts and parking space, water usage for snow making and others, ecological disturbances of habitats from wildlife and plants, noise and light pollution, earth and rock movements, erosions and others (see for example pro natura-pro ski, 2003). Snow making as the main kind of technical adaptation has various negative effects on the natural environment. The use of resources such as energy and water and the direct or indirect impacts on plants, wildlife and soil are described in Teich (Teich et al., 2007). Ski tourism has negative impacts on the environment and on our climate, thus organizations such as the CIPRA and the WWF demand for more avoidance activities that lower the impact instead of investing all available resources into adaptation that addresses the impacts of changes, not their sources (for example in CIPRA, 2007). Examples of avoidance strategies are less energy and water consumption, more efficiency in operations and use of resources, soft forms of mobility as well as compensation of CO2 emissions (CIPRA, 2007b, Mueller & Weber, 2008). S k i S u s t a i n P a g e | 33 Mitigation in a broader understanding should involve social mitigation too. The socio-economic impacts of global change on tourism have been discussed before. Ski tourism stakeholders do have opportunities to avoid some social changes too, such as the problem of losing the tradition of families teaching their children to ski. Special support programs for children and a family-friendly price policy are examples of social mitigation that cross the border to behavioral adaptation. 2.3.4. Adaptation in a sustainable way Ski areas depend on landscape and nature as resources; infrastructure is built and has to be maintained; landscape is transformed, and ecosystems are affected as energy is used. The direct dependency on natural resources makes ski areas responsible to manage these public goods in a sustainable way. Global change impacts influence and alter ski tourism. Common ski area service consumers were used to buy are changing, being it snow reliability, the occurrence of extreme weather events, safety issues or faster rising costs of transportation. The current kind of adaptation is attempting to maintain services as they were. Strategies of adaptation that focus on technical means, such as expansion or snow making, require the use of even more resources to maintain the common ski tourism product, which feeds back and even accelerates the cycle of human influences on climate change (see figure five). There are natural and economical limits of technical adaptation, being the availability of water or the increasing costs of energy for snow making. The sheer number of existing ski areas in the Alps and their expected disappearance due to climate change, indicate the technical limits of adaptation (CIPRA, 2006b, OECD, 2007). Ski areas cannot rely only on technical adaptation alone – it will not be sustainable, not from an ecological nor an economical point of view (CIPRA, 2006b). Behavioral adaptation and mitigation instead would change the services offered by ski areas. They could be successful if they met customer demand, if the customer was satisfied with altering services in ski areas and adapted his or her consumer behavior accordingly – buying different services that could be provided with less technical efforts, such as less snow making or fewer changes in the landscape. Adaption from a demand side is a new facet that if we hypothesize, could help create a market for the supply side to increase mitigation and behavioral adaptation. The ski tourist is questioned to change his or her demand to more sustainable services that require less resource intensive technical adaptation from a supply side. The question is whether he or she is willing to adapt his or her demand accordingly. All discussed types of adaptation focus on maintaining ski tourism. Withdrawal from ski tourism would be another strategy and alternatives must be found. S k i S u s t a i n P a g e | 34 Tourism, though, is a growing industry that is the main economic drive in many Alpine regions, and in some less developed regions it is the only industry that cannot be substituted by any other kind of industry so far (Elsasser, 1995). Ski tourism makes up about 50% of Alpine tourism (see chapter 2.1). Withdrawal from ski tourism would thus, in general, not be sustainable from an economic perspective, and maintaining ski tourism should be the first approach. If, however, the ecological and socio-economic aspects speak against maintaining ski tourism, then the system should be open to withdrawals and the search for alternatives. Therefore, adaptation efforts have to lead to a kind of integrative sustainability. Integrative sustainability minimizes impacts on the natural environment by meeting customer demand and maintaining an economically healthy business. All possibilities of adaptation have to be discussed in relation to the whole system of ski tourism to discover the most sustainable combination of technical, behavioral and mitigative adaptation. Adjustments in human systems, as part of general adaptation, could foster mitigation and a business of sustainable ski tourism, thus serving as an additional tool for sustainable adaptation. Figure five shows the impacts of global change on ski tourism and the reactions of ski areas and ski customers. The kind of adaptation both in the demand of the tourist and in the reactions of ski areas influence each other and interrelate with global change. Currently, most technical adaptation feeds back and increases climate change. An adapting tourism demand preferring sustainable tourism could open up a business case for mitigation. Mitigative and behavioral Figure 5 Relation of ski tourism reactions to global change S k i S u s t a i n P a g e | 35 adaptation would then feedback positively on climate change as shown in figure five. 2.3.5. Uncertainty and governance Because of the complexity and the uncertainty of many variables within global change – such as the socio-economic development, the local differences in climate change impacts, the advancement of new markets in the East or evolvement of customer demand – the risk for the long term success of ski areas is increasing (Lopez-Moreno et al., 2007). We therefore need to extend knowledge about the potential outcomes of global change, the related vulnerability of different destinations and means of adaptation and governance in a sustainable matter (Busch & Hoffmann, 2006). The capacity to adapt to uncertain changes is to a high degree dependent on the model of governance being implemented in the destination (Beritelli et al., 2007). Beritelli discusses the contribution of corporate governance theories to explain destination governance structures and evolution. Beritelli proposes further research to address the integration of other theories. Validation of the findings for other countries and cultural settings could help to develop a general theory. More aspects of the operational reality of governance require broad empirical evidence. To sustain tourism, new models of destination governance are needed. The success and degree of sustainable development in ski tourism inside a destination is highly dependent on the acceptance and involvement of stake- and shareholders alike (Hohermuth et al., 1996). The model of governance should reflect these needs. Furthermore, we need more reflexive modes of governance to ensure that the trajectories of sustainable management are met (Kemp & Martens, 2007). 2.4. The system of global change, ski tourists and ski areas Global change is leading to changing services in ski areas as well as to changes in the market. Adaptation focuses on action by the supply side, by the ski areas and the ropeways companies. How might other facets of change influence the system of ski tourism, and what is the role of the demand side, of the market and of the ski tourist in adaptation? The demand side of ski tourism seems to be neglected in this process. The product of ski tourism will be changing. Adaptation can only be successful if the customer remains satisfied with the services offered. Sustainable adaptation requires a holistic view on the whole system of ski tourism with the goal of assessing vulnerability to all expected changes and of increasing adaptive capacity in a long term successful, sustainable way. S k i S u s t a i n P a g e | 36 2.4.1. Tourist satisfaction Successful tourism destinations consider tourism satisfaction to be the most important source of their competitive advantage (Fuchs, 2004). Satisfaction is a customer-driven measure of destination performance where the customer is the main source of information for identifying those standards that should be established to achieve a high performance. Even more, in tourism, the customer is partly the producer, and the final product, the service and the experience, can only be processed with his or her help. The ability to constantly change its structure and services and adapt to actual consumer demand is crucial for the survival of ski areas (Fuchs, 2004). In order to market changing services, ski areas are challenged to manage customer relationships by developing adjacent management and communication strategies. Partnering with the customer and involving him or her in the process of adaptation may open up new opportunities for ski areas. If customers were willing to adapt their consumer behavior to the changing services and supported the strategic approach of ski areas to more behavioral adaptation and mitigation (=adapting in a more sustainable way), then it is questionable if global change could lead to new opportunities of targeting a new market segment of sustainable consumption. If so, it could possibly change the common view on losers and winners of climate change and alter changes to chances (CIPRA, 2007a). These are two questions this study seeks to address throughout the next chapters. 2.4.2. Customer involvement and marketing Little is known so far about ski tourists’ preferences both in the light of global change and about the demand for sustainable consumption. Sustainability as a long term systematic concept is still fairly unknown to most people (Utopia, 2007). Ski tourists do not have trustful sources of information on sustainable ski tourism as there is not much existing yet. There are single cases of informing tourists on some environmental issues that either lack transparency, completeness or independent control. Existing benchmarking regimes are not providing scientifically based and trustful information that responds to the questions of customers and which are independently controlled, but still made to be understood by the majority of snow tourists (Luthe, 2007a). As none of these approaches are complete by presenting the majority of existing ski areas, benchmarking by sustainability performance is not possible for the general customer. On the supply side, there are only a few ski resorts that recently started to actively communicate and market their sustainability performance, such as Aspen Snowmass or Whistler Blackcomb (Luthe, 2007a). Still, for the less informed customer, these efforts are difficult to place within the complex topic of S k i S u s t a i n P a g e | 37 sustainable development, global change and ski tourism. The vast majority of ski areas remain silent about the threats and opportunities derived from global change and their efforts and responsibility to tackle these challenges in partnership with the customer. There is a lack of good practice examples of sustainable managed ski areas that also communicate and report what they have been doing. In the relationship between the demand and supply side, there is a lack of communication. Communication from a supply side point of view is important to react to global change by adapting in a sustainable way; match customer satisfaction with changing ski area services; raise socio-ecological awareness and build capacity in consumer behaviour adaptation, and develop and market specific USP to specific target groups. 2.4.3. The market of sustainable tourism Marketing has developed over time from an understanding of a technique to sell existing products, to one of a strategic alignment of the business activities on the market and on market developments. Marketing begins with surveying the market (customer demand) and designing products to meet the demand in accordance with business goals and production possibilities. Marketing- management today is divided into operative, strategic and normative marketing. Normative marketing, as the youngest marketing discipline, implements corporate social responsibility (CSR) into the strategic alignment of the business (Luthe, 2007a). CSR can be understood as having social, ethical and environmental aspects. Sustainable tourism marketing involves marketing of sustainability and thus of CSR as normative marketing. Figure six shows the development of marketing in the nineteenth century. Figure 6 Development of marketing (Freyer, 2006) S k i S u s t a i n P a g e | 38 The market of sustainable tourism today is based on the general demand for sustainable consumption in society. Recent studies estimate the market of the so-called LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) in Germany to about five million households with higher incomes, and thus an estimated buying power with a minimum of 200 billion Euros with a strong growing tendency (Schulz, 2008). Sustainable tourism in skiing is already being discussed as a strong trend that is more than a niche and will be of growing importance in the future (CIPRA, 2007a). Environmental competitiveness and environmental sustainability already are key success factors in tourism. The most successful countries in tourism also boast the highest environmental performance as the 2008 Travel & Tourism report reveals (Blanke et al., 2008). It can well become a more important factor for ski destinations and ski areas alike. The potential for sustainable ski tourism from a theoretical perspective seems to be possible if addressed by the right kind of normative marketing. We will have to assess the actual demand of it, though, later in this study. 2.4.3.1. Why sustainable ski tourism? The goals and guidelines of sustainable ski tourism are discussed in the Glossary chapter. The ski tourism industry makes a profit by drawing people into the natural environment and selling natural resources. This industry, more than others, is responsible for managing the fragile environment as well as social aspects with care (Mueller & Weber, 2008), often referred to as corporate social responsibility (CSR). The public demand and awareness on businesses held responsible for natural and social goods is constantly increasing and a major factor of entrepreneurial success (WBCSD, 2007, Utopia, 2007). There have been a number of examples where poor environmental or social performance led to public pressure and negative media with negative impacts on businesses, such as Shell and the Brent Spar oil platform off coastal Norway or Exxon Valdez in Alaska. Sustainable management, therefore, is also risk management, preventing negative impacts of business actions onto the business itself. The current practice of adaptation to global change carries with it a focus on technical snow making while trying to maintain Alpine skiing in every elevation. Such an intensive resource use is not sustainable (CIPRA, 2007a). Other ways of adaptation have to be discovered and applied, including mitigation, a core element of sustainable ski tourism. Differences between elevations and regional aspects need to be taken into account when defining the individual strategic goals. Tourism, especially ski tourism that acts in a very fragile high mountain environment, is responsible for the protection of natural and social resources; even more so, this industry is directly dependent on a functioning environment in terms of natural hazards management and, simply, on cold temperatures and S k i S u s t a i n P a g e | 39 precipitation. Sustainable management is thus a must in ski tourism, a mandatory goal for the skiing industry it has to include in its strategy (CIPRA, 2006b). The question then is whether implemented guide lines, goals and processes of sustainable management serve as a USP that is developed further and can be marketed as sustainable tourism. Surveying the market potential for sustainable ski tourism is driven by win-win situations and four main objectives: 1. Sustaining the long term success of ski tourism in its local and regional economic importance in many mountain regions. 2. Gaining more ecological performance in the use of natural resources by ski tourism. 3. Developing new market niches for ski areas to better cope with global change. 4. Increasing overall public awareness for sustainable development in ski tourism and in general. 2.4.4. Ski tourism destination stakeholders The supply side of ski tourism consists of different stakeholders forming the destination as shown in figure seven. Ski tourism stakeholders are companies or organizations mainly contributing related services to the touristic service bundle. The main stakeholders are the ropeways companies, hotels and other kinds of accommodations, gastronomy, services, such as sport animation and courses, rentals and repairs, supplies, tourist information and others (Michel, 2001). This system of a ski destination is governed locally in a certain manner and thereby strongly influences the management of uncertainty and of adaptive capacity. The ski tourist, as a customer, is experiencing the whole supply chain of all stakeholders, referred to as the mountain experience. Michel (2001) divides the mountain experience into ten steps as listed in figure eight. He claims that due to the number and diversity of stakeholders, it is difficult to steer the service supply chain in its quality. Each stakeholder needs to provide and maintain a high quality to ensure the value of the experience as a whole. Communication between the stakeholders, the discussion of common strategies and the optimization of the service chain are important for the success of a destination. S k i S u s t a i n P a g e | 40 Kämpf and Weber (Kämpf & Weber, 2005) discuss ten success factors of mountain tourism destinations (figure nine): 1. Long term strategies of differentiation to develop a unique selling proposition (USP), which allows for higher market prices. 2. Strategies in diversification of services. Bigger destinations are successful if they provide many additional services. Smaller destinations should specialize in certain market niches. 3. Implementation of a strong and known brand. 4. Market-oriented relation of price and service. The better the service quality, the higher the price can be. 5. Economies of scale – competitive capacity increases with size. Figure 7 Stakeholders of a ski destination framed by local governance Figure 8 Service chain Mountain Experience and integrated stakeholders (Michel, 2001) S k i S u s t a i n P a g e | 41 6. Creative individuals are needed inside a destination to foster innovation. 7. Professional destination management makes implementation possible. 8. Competitive advantages have those who specify and focus on destination goods, such as famous scenery, if they exist. 9. High tourism intensity and density can lead to additional advantages from clusters of services and networks. 10. Regulative support has a high influence on competitive capacity. The first seven factors can be influenced by the destination and its stakeholders, thus counting as endogenous factors. The last three are exogenous factors and cannot be managed directly. Kämpf & Weber found out that the more successful destinations can ask for higher prices for the ski tickets in the ski areas (Kämpf & Weber, 2005). The customer is willing to pay more for attractive services. In the tourist stakeholder section of this study (chapter four), we will return to this discussion of destination success factors. 2.4.5. Mountain Experience – the service bundle of ropeways companies Ropeways companies are the main stakeholders in ski areas and in winter tourism. They have been working on extending their services from a supplier of transportation to a supplier of a whole bundle of services, a development that is still in progress. The expression Mountain Experience describes this bundle of offers and services providing the infrastructure for the experience of the mountain tourist (Michel, 2001). These services are: Transports to, into and inside the ski area Construction and maintenance of transportation infrastructure Figure 9 The system of ten destination success factors (Kämpf & Weber, 2005) S k i S u s t a i n P a g e | 42 Parking space Slope construction and maintenance Snow management Rescue and insurance Safety from natural hazards, such as avalanches Additional offers such as gastronomy, snow bars, hygienic services, shopping, events etc. Information, signs, brochures, lost-and-found services etc. Others... Services, such as mountain gastronomy, ski schools and ski rental services are traditionally not offered by ropeways companies in the Alps. The tendency, though, is toward offering these services more by the same company to increase the added value of services. Ropeways companies are the main motor of investments in ski tourism and the main generator of visitor volume. They account for about 92% of the sales in ski areas (Seilbahnen Österreich, 2005). Additionally, ropeways companies are the stakeholders suffering most from climate change. The growing costs of investments and operations in snow making have to be financed by the ropeways companies themselves. The numbers show the tourist spending inside the destination in percent, without travel costs (numbers are based on results from chapter four of this study). Yet, in the whole service chain of tourism stakeholders within the destination, ropeways companies receive only 17% of the total spending by the tourist. This number is based on the findings of the supply side research part described in chapter four (see figure 10). We see that there is an imbalance between risk, Figure 10 Added value of the service supply chain in ski destinations S k i S u s t a i n P a g e | 43 services generation and revenue in the service supply chain. The increasing costs of global change on ski tourism cannot be stemmed alone by the ropeways companies. The situation is of greatest problem for the ropeways company, which is why our focus in this study is on the vulnerability and the adaptive capacity of ropeways companies. 2.4.6. Risk and the role of the media The influence of the media on the public opinion and awareness in topics of public risks is subject to current discussions and research (Schnabel, 2008). The history of social or natural disasters or risks shows how the media and the public become aware of some topics more than others. The beef cattle disease BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie), the lung disease SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome), the bird disease, as well as the hole in the ozone layer and the Waldsterben, all show similar patterns in a faster or slower rising interest and coverage of the media and the public with peaks in interest followed by decreasing coverage, although the risk or the state of conditions might not have been decreased at all (Schnabel, 2008). The current public awareness and media coverage on climate change and risks in ski tourism that showed a peak in the winter season 2006/07 and that harmed the industry (see chapter four) might follow similar trends and lose interest over time, although the actual problems and risks remain important. Furthermore, risk is an opportunity too. Media and press might often be irrational and exaggerate. Still, it leads to more public awareness and can incubate necessary developments and improvements of systems, which then can increase their risk management and their adaptive capacity before it comes to a break down or real harm (Schnabel, 2008). In the case of ski tourism, public discussion made the extended exposure and sensitivity of ski tourism more overt in the winter 06/07, which might not have been the case in a row of normal winters at this time. This provided the industry the opportunity for practicing and adapting to future developments early on. Having proactive communication about negative impacts or accidents and taking over the responsibility for it can even have positive effects for an industry. Take, for example, the petroleum and energy company BP. After an oil accident off the Californian coast, it took direct responsibility and did not blame the captain of the tanker, which even improved its image (Schnabel, 2008). The uncertainty and dynamics in developments of public interest and media activities does not allow for certain forecasts, but it also demonstrates the importance of working with the media and of proactive communication in the case of the human-environment system ski tourism and global change impacts. If we seek to find more sustainable ways of adaptation in ski tourism, then humans become more of the equation, both from a demand and a supply side. S k i S u s t a i n P a g e | 44 We question the influence of information on consumer behavior and hypothesize that with the right type of information, the consumer is adapting his behavior. 2.4.7. A holistic approach A holistic view on the coupled human-environment system of ski tourism and the scope of this study are shown in figure 11. The interrelation between global change impacts and the ski tourism market is direct and indirect. Global change affects ski tourism both from a supply side and a demand side. Customer demand and ski tourism stakeholder services influence each other. Within a frame of politics, policies and regulations, as well as further external and internal factors, the vulnerability of ski tourism is defined. The relations and factors influencing and defining exposure, sensitivity and adaptive capacity within the coupled human-environment system of global change are part of the focus of this study. Global change is setting the natural and social frame for the scope of adaptive capacity. The perceptions and strategies of ski areas, the role of the customer in adapting his demand to changing services and the various relations and feed- back loops in this system need further assessment in order to develop ways of more sustainable adaptation. Figure 11 Research frame of SkiSustain It shows the coupled human-environment system of ski tourism and global change in a holistic approach. S k i S u s t a i n P a g e | 45 2.5. State of research In the following two sub chapters we summarize the current state of research from a demand and a supply side of ski tourism and global change. 2.5.1. Ski customer demand in a changing climate A number of scientists have devoted their research to customer demand in ski tourism, asking about the potential effects of climate change on customer satisfaction. The OECD (2007) divides demand side research into analogue studies and into surveys. Zeier (1993) wrote a survey on customer demand in Switzerland. In 1996 Hohermuth and Meier asked inhabitants of twelve Swiss destinations about their expectations on climate change (Hohermuth & Meier, 1996). Harrer (1996) asked skiers in Lenggries, Germany about their demand in winters with little snow. Day guests would much rather change their destination if there were no snow, but 44.9% of the overnight guests would remain and return and then accept alternative activities that are not snow dependent. Abegg (1996) examined the impacts of three unusually warm and dry winters at the end of the 1980s in Switzerland, using them as an analogue to future developments. The experience of three consecutive “bad” winters lead to a 20% decrease of earnings from ski areas in average, with lower areas suffering much more than higher ones. The decreased number of open ski areas brought more tourists to the higher ones. Scott (Scott et al., 2006) carried out research in North America using the record-high temperatures from the winters 2000/01 and 2001/02 as an analogue for 2050. The results show a lower than expected decline in demand, which might be due to massive buffering with technical snow. König (1998) conducted a survey on perceptions and demand of ski tourists in Australia in the context of climate change in 1998. The majority of skiers would ski less often (31%) or even stop skiing (44%) if less natural snow reliability became more apparent. Bürki (2000) conducted a written survey in two Swiss cantons with a sample size of n=948 on skiers’ demand in a changing climate. Snow reliability and the actual snow conditions were the most important reasons in selecting a ski area. If snow were missing, then skiers preferred another area of similar size – size is an important factor. If there were snow in the lower areas closer to source markets, then these often smaller areas could generate high demand as long as they offered high quality in certain niches, for example, family friendliness or lower prices. Those skiing often would still stick to the higher, bigger ski areas. Bürki found a massive decrease in demand in a scenario of climate change with about one-third who would ski less often. S k i S u s t a i n P a g e | 46 Michel (2001) tested quality demand of ski area visitors in ten Swiss ski areas (n=735). Safety and quality of lifts were the most important features, followed by easy access for individual traffic, friendly service and the size of the ski area with snow competency, while showing strong differences between guest groups. A recent (n=538) survey by Unbehaun (Unbehaun et al., 2007) asked Viennese skiers about their demand in a changing climate. This survey was combined with a Conjoint Analysis (CJA). Another CJA survey was done in Greek ski resorts to inquire about customer demand (Siomkos et al., 2006). In the project, STRATEGE, Manova did a survey on the affects of media coverage about climate change on customer demand (Manova, 2007) in Austrian ski areas. This study did not show the expected effects of the constructed media coverage as proposed because of the unusually mild winter 2006/07 and total “natural” media coverage on climate change and ski tourism. Therefore a control group of skiers not influenced by media coverage was missing for comparative assessments. In a recent study Teich (Teich et al., 2007) asked skiers in Switzerland about their acceptance of technical snow making. The acceptances differ between summer and winter tourists, but are generally around 50-60%. Environmental aspects have been included in some studies surveying the stated importance of environmental attributes. In more general tourism activities Mueller (Müller et al., 2001) have surveyed environmental behavior in Switzerland. About 30% considered environmental factors to be important. Interestingly, 74% were willing to buy a more expensive product that is more environmental sound – but only 56% would be willing to cope with less comfort. In the choice of the destination, environmental aspects are of importance for more than a third. So far, and to the knowledge of the author, there has been no ski customer survey that tests the customer demand for sustainable ski tourism by implementing green marketing topics representative of a bigger outbound market. No study tested marketing effects expressed in economic willingness- to-pay data for sustainable ski tourism. Economic data is becoming even more important given the various global change effects apart from climate change. 2.5.2. Ski area perceptions of global change From a supply side point of view, there have been a number of qualitative and quantitative studies surveying perceptions and strategies of tourism stakeholders. Examples of supply side surveys are found in Abegg (1996), König (1998), Bürki (2000), Behringer (Behringer et al., 2000). More recent quantitative surveys have been done with the cableways in Switzerland by Abegg (Abegg et S k i S u s t a i n P a g e | 47 al., 2007) and with the German cableways (Roth et al., 2008). In France Sfez (Sfez & Cauquelin, 2005) surveyed attitudes in French ski stations. Rolland (2006) assessed success factors of ski stations in France and in French Canada. Tettenborn (2007) looked at success factors of French ski stations. The studies so far found out that tourism stakeholders are aware of climatic changes and recognize the ongoing and future impacts on winter tourism as relevant to their industry. In stakeholders’ opinions the media exaggerates climate change and even seeks to publish bad news. Even science and politics exaggerate the topic, which is understood as being of minor importance. The behavior of stakeholders reveals ambivalence in downplaying climate change and still legitimate unpopular expansions and constructions, such as technical snow making and new lifts or widening of slopes. In one of the latest studies Wolfsegger (Wolfsegger et al., 2008) found out that a majority of managers from lower ski areas in Austria expects some substantial changes from climate change in ski areas. Still, one-fourth believes the climate to remain stable. Extreme weather events are expected to have the most severe impacts. 39% could imagine the ski season to become shorter, not meaning that fewer tourists would then visit the ski areas. In general, the vast majority believes that they are able to adapt to climate change and therefore do not see it as a substantial threat. The most important adaptation strategies in a technical approach were snow making, expanding to higher elevations and avoiding southern exposures. For behavioral actions, “sharing the cost of snow making with the accommodation sector” was most named, then partnering and becoming members of agglomerations, diversification in winter, diversification in four seasons and “reviewing environmental regulations”. Mitigation, though, was seen as only moderately important (OECD, 2007, Wolfsegger et al., 2008). Huttner (2008) recently focused on the social construct in ski destinations, investigating three destinations in the Bavarian Alps. Local stakeholders were interviewed about their perception and strategies on climate change. Results proved the lack of communication between stakeholders in the same destination with often opposing goals and different stages of information and knowledge. The public media coverage has the greatest influence on stakeholders’ knowledge and perception. Still, climate change as a fact is not questioned. The trust in further technological development of snow making is high, and along with expected legal and financial support of local and regional authorities, adaptation is seen as possible. New target groups and more marketing are understood as further strategies of adaptation. A representative survey of Swiss ropeways companies was conducted in 2007 by Abegg (Abegg et al., 2007). Bigger companies believe to be better informed on climate change than smaller ones. Scientific publications and congresses S k i S u s t a i n P a g e | 48 are important sources of information for the larger companies. In the future, 80% will incorporate climate change in their strategic planning, so far only 50% did. They expect a decrease in snow reliable winters of 20%, and 58% expect a decrease in snow reliability. For adaptation, the bigger ventures increasingly plan to organize events in winter on-mountain. In the summer, the construction of mountain bike trails and downhill parks is a main strategy. Financial aspects and behavioral strategies will gain in importance. The bigger and higher ventures will market snow guarantee and snow making, while the smaller and lower offer sustainable tourism. Mitigation, with increased efficiency and the use of energy from renewable resources, will be applied, especially by the bigger ventures in the future. Bigger companies, rather than smaller ones, are looking more positively into the future regarding their adaptation possibilities. A representative survey of German ropeways companies carried out by Roth (Roth et al., 2008) and based on the questionnaire developed by Abegg, highlighted the circumstances of the smaller German ski lift operators. Roth also implemented global change impacts into the questionnaire. The vast majority is insecure about future climate change developments and impacts; only one- seventh is secure enough to plan strategically ahead. The majority believes in a decrease of snow reliability, followed by a shorter snow season and a decrease in customer demand. 29% expect a decreasing demand as moderately probable, 29% as probable and 5.6% as very probable. Still, about one-third does not believe in a decrease in customer demand in the future. 65% see economic development as the biggest threat of the future, followed by demographic developments (23%) and climate change with only 5.5%. 61% do not see socio-graphic developments as a threat; 45.8% do not see climate change as a threat, followed by 13.9% demography and only 5.5% economic development. From an adaptive point of view, about 30% see technical snow making as the main strategy so far, with 21% grading of the slopes to reduce the necessary snow pack height and 13% better physical snow management. In the future, snow farming, snow management and ground-free lifts are of growing importance. To secure the winter season, snow hiking trails, events and new trend sports are seen as the strategies of the future. In the summer, theme parks and water parks are becoming of most importance compared to today. From a financial perspective the support by local authorities as well as by the accommodation sector and the increase of ticket prices are seen as the most important strategies. In marketing, sustainable tourism is of highest priority in the future. Mitigation, especially energy efficiency and the use of alternative energy is of increased importance in the future. Teich (Teich et al., 2007) asked experts in the Swiss ski destinations Davos, Scuol and Graubünden about their S k i S u s t a i n P a g e | 49 experiences after the winter 06/07 and found out that higher elevations and snow making were the main adaptive elements securing that season, but that snow guarantee alone is not enough to adapt in the future. Other authors have looked at ski tourism stakeholders from an organizational aspect of adaptation. Beritelli (Beritelli et al., 2007) discuss models of governance in destinations and find that the corporate-based model leads to advantages in adaptive management. Busch (Busch & Hoffmann, 2006) as well as Hoffmann (Hoffmann & Trautmann, 2006) discuss uncertainty management and the need for models of governance that fit to managing uncertainty. They see more need for research in this case. Breuer (Breuer & Pawlowski, 2007) discusses econometric models of price evaluation in winter sports with the goal to evaluate and benchmark ski ticket prices by their individual attributes. Bieger (Bieger et al., 2006) also discusses new pricing models to increase added value in the ropeways industry. 2.6. Conclusions This chapter two discussed the unique importance of ski tourism in the Alps for the local economic wellbeing and development. It outlined the interrelations between the supply and the demand side of ski tourism and discussed the impacts of global change on this human-environment system. It delivered the current state of vulnerability research in climate change impacts on tourism and concluded that the foci in most studies are on climate change and its impacts on the natural environment. Perceptions, reactions, behavioral adaptation and mitigation from a more social perspective have been neglected so far. The scope of vulnerability assessment needs to be extended from current climate impact research to global change research. Currently mostly technical adaptation is being applied in favor of behavioral adaptation and mitigation with the goal of maintaining services as they were. This practice cannot be sustainable in the future, thus more behavioral and mitigative adaptation are needed. The system of global change, of ski tourists and of ski areas is very complex, many variables are uncertain and result in risks for the governance of ski destinations. The ropeways companies as the main stakeholders on supply side in ski tourism as well as the most specialized and main threatened party from global change impacts are challenged to find a more sustainable business model based on more sustainable tourism. Sustainable tourism though requires the adaption of customer demand to changing services. In order to be successful, the satisfaction of the customer and its involvement in the services designing process are integral parts of destination governance. S k i S u s t a i n P a g e | 50 2.7. Outlook Because of the complexity and interrelations in this system of ski tourism, a holistic approach is needed to develop ways of more sustainable adaptation. In this study, we address these issues and research perceptions and strategies in ski areas of different countries with different regulatory frames and different models of governance. In addition we assess the evolving customer demand and the potential market of sustainable ski tourism. We hereby picture the broader relations and feed-back loops between global change, customer demand and supply side strategies. S k i S u s t a i n P a g e | 51 3. Research concept and methods Chapter three describes the focus and the scope of this study, what the goals and questions are and what methods are being applied in this research. 3.1. Study focus The research concept of this study is accentuated in assessing the coupled human-environment system of ski tourism in its vulnerability and adaptive capacity to global change referred to as global change vulnerability assessment (see chapter six). The potential of reactions and adaptation in a sustainable matter, which include mitigation, are in the focus of this study. Hereby special emphasis is put on the potential of re-defining the understanding of direct adaptation – adapting the offered services from a supply side – to an adaption of consumer demand. The ski tourist is questioned to change his or her demand to more sustainable service offers which require less resource intensive technical adaptations by the supply side. Figure 12 shows the study focus on vulnerability of the coupled human-environment system of ski tourism and global change and the possible adaptation responses of ski tourism, both from a supply side and a demand side. Figure 12 Study focus on the vulnerability of the coupled human-environment system The figure shows the system of ski tourism and global change and indicates adaptation of ski tourism. S k i S u s t a i n P a g e | 52 3.2. Choice of methods In climate impact research there are three main approaches: the impact approach, the integrated approach and the interactive approach (Carter et al., 1994). The impact approach is based on mono-causality, which is not appropriate for a problem of sustainable development. For a recent example of an impact study on climate change and ski tourism in the Bavarian Alps see Steiger (2007). The integrated approach seeks to reflect changes on the whole of a socio- economic system which would go beyond the scope of this study because our focus is on tourism (for the integration of only two industrial components from the whole socio-economic system, tourism and agriculture, see Behringer (Behringer et al., 2000). The interactive approach is appropriate for assessing impacts on one industrial branch, such as our case in tourism. In the first step it analyzes direct and indirect impacts of climate change on tourism. In the second step it concentrates on adaptation both on the supply and demand side. Figure 13 Model of the interactive approach in climate impact research (Carter et al., 1994) S k i S u s t a i n P a g e | 53 The adaptation process is based on perceptions, as well as on internal and external factors, and feeds back into the system (figure 13). The IPCC (2007) discusses advances in assessment methods and in the characterization of future conditions (see table two). The standard approach has been the climate scenario-driven impact approach. Other approaches discussed are the adaptation- and vulnerability-based approaches, integrated assessment and risk management (IPCC, 2007). The adaptation-based approach focuses on risk management by examining the adaptive capacity and adaptation measures required to improve the resilience or robustness of a system exposed to climate change. The vulnerability-based approach focuses on the risk itself by seeking to maximize potential benefits and minimize or reverse potential losses. Both approaches are interrelated, especially with regard to adaptive capacity. Advances in assessment of the standard IPCC approach (IPCC, 2001a) have shown the importance of providing socio-economic components too. The focus of this research is the exposure and the sensitivity of the coupled human-environment system of ski tourism to global change impacts, and its sustainable adaptive capacity. Both a vulnerability and an adaptation-based approach are appropriate as we seek to discover actions to reduce vulnerability and improve actions of adaptive capacity to be more sustainable. Table 2 Characteristics of different approaches to climate change impact and vulnerability analysis (IPCC, 2007) S k i S u s t a i n P a g e | 54 However, we seek to approach vulnerability not only from a climate change point of view, but also from global change aspects by incorporating changes in the social environment. A methodological approach for general vulnerability research has been proposed by Polsky (Polsky et al., 2003) as shown in table three. Steps Description Tasks 1. Select people and places Choose scale Select stakeholders S te ps p rio r t o m od el in g 2. Get to know places over time Review literature Contact researchers Spend time in field Explore nearby areas 3. Hypothesize who is vulnerable to what Identify people Identify places 4. Develop a causal model of vulnerability Describe factors Describe pathways Examine adaptation Formalize into model S te ps th at in vo lv e m od el in g 5. Find indicators for the components of vulnerability Exposure indicators Sensitivity indicators Adaptive capacity indicators 6. Weigh and combine indicators Combine rigorously Represent results Validate results 7. Project future vulnerability Choose scenarios Run model 8. Communicate vulnerability creatively Be rigorous about uncertainty Trust stakeholders Use multiple media In the SkiSustain research concept, we seek to combine this methodology with the interactive approach in climate impact research to develop a methodological approach that fits our research goals (see table four). The advantages for the goals of this study in combining the interactive approach of climate impact research with a broader methodology of vulnerability research are: Table 3 Eight-step methodology for vulnerability research (Polsky et al., 2003) SkiSustain Page |54 However, we seek to approach vulnerability not only from a climate change point of view, but also from global change aspects by incorporating changes in the social environment. A methodological approach for general vulnerability research has been proposed by Polsky (Polsky et al., 2003) as shown in table three. Table 3 Eight-step methodology for vulnerability research (Polsky et al., 2003) Steps | Description Tasks 1. Select people and = Choose scale places « Select stakeholders D 5 2. Get to know places = Review literature 6 over time "Contact researchers = = Spend time in field 2 =» Explore nearby areas 2 (Oh, no 3. Hypothesize who is « Identify people o vulnerable to what « Identify places ) 4. Develop a causal «Describe factors model of vulnerability = Describe pathways = Examine adaptation » Formalize into model 5. Find indicators for the = Exposure indicators components of « Sensitivity indicators 2 vulnerability « Adaptive capacity O indicators 8 £ () 6. Weigh and combine «Combine rigorously = indicators » Represent results = « Validate results = £ 7. Project future = Choose scenarios 3 vulnerability =» Run model a 8. Communicate = Be rigorous about vulnerability creatively uncertainty « Trust stakeholders « Use multiple media In the SkiSustain research concept, we seek to combine this methodology with the interactive approach in climate impact research to develop a methodological approach that fits our research goals (see table four). The advantages for the goals of this study in combining the interactive approach of climate impact research with a broader methodology of vulnerability research are: S k i S u s t a i n P a g e | 55 It is crucial to incorporate additional aspects along with climate change impacts to extend and differentiate the common view on vulnerability. Our focus is on the testing of adaptive elements to increase adaptive capacity in a sustainable matter, more concrete mitigation and the market of sustainable consumption. We therefore set up a combined methodological approach as shown in table four where we derive global change impacts on ski tourism from the body of literature, assess experiences and perceptions on the supply side, develop a hypothetical causal model of vulnerability for ski areas, extract effective sensitivity and adaptive elements of vulnerability, form ski area scenarios of future services, test these scenarios with customer preferences, model the demand for sustainable adaptation, refine the model of vulnerability for ski areas, and derive recommendations on how to increase adaptive capacity in a sustainable manner. Steps Sub-steps and description Tasks Get an overview on the system of global change and ski tourism Widen scope from climate change to global change Hypothesize who is vulnerable to what Hypothesize about sustainable adaptation Choose scale and select stakeholders S te ps p rio r t o m od el in g Assess stakeholder experiences Focus on main steering and suffering stakeholders Assess experiences after an analogue winter Discuss vulnerability Discuss current kind of adaptation Discuss strategies Test customer demand Develop a hypothetical causal model of vulnerability to extract sensitivity and adaptive elements Develop scenarios of future ski area services Survey perceptions and preferences Test information treatment effects and WTP for adaption in demand S te ps th at in vo lv e m od el in g Build up a vulnerability management framework for sustainable adaptation Discuss role of “losers” and “winners” Define extended exposure, sensitivity and adaptive capacity Portray the system of global change and ski tourism Demonstrate opportunities Give recommendations for sustainable adaptation Table 4 Combined methodological approach of SkiSustain SkiSustain Page |55 It is crucial to incorporate additional aspects along with climate change impacts to extend and differentiate the common view on vulnerability. Our focus is on the testing of adaptive elements to increase adaptive capacity in a sustainable matter, more concrete mitigation and the market of sustainable consumption. We therefore set up a combined methodological approach as shown in table four where we =" derive global change impacts on ski tourism from the body of literature, =" assess experiences and perceptions on the supply side, = develop a hypothetical causal model of vulnerability for ski areas, = extract effective sensitivity and adaptive elements of vulnerability, = form ski area scenarios of future services, = test these scenarios with customer preferences, = model the demand for sustainable adaptation, = refine the model of vulnerability for ski areas, and = derive recommendations on how to increase adaptive capacity in a sustainable manner. Table 4 Combined methodological approach of SkiSustain Steps Sub-steps and description _ Tasks Get an overview on the ‘|= Widen scope from climate change to global change system of global change |" Hypothesize who is vulnerable to what oD and ski tourism = Hypothesize about sustainable adaptation = = Choose scale and select stakeholders se £ je) Assess stakeholder = Focus on main steering and suffering stakeholders 5 experiences = Assess experiences after an analogue winter = = Discuss vulnerability o « Discuss current kind of adaptation o = Discuss strategies 2) Test customer demand __ |= Develop a hypothetical causal model of vulnerability to extract sensitivity and adaptive elements = Develop scenarios of future ski area services 2 = Survey perceptions and preferences 2 = Test information treatment effects and WTP for fe) adaption in demand e > (e) Build up a vulnerability |= Discuss role of “losers” and “winners” € management framework |" Define extended exposure, sensitivity and adaptive = for sustainable capacity = f = Portray the system of global change and ski tourism a adaptation a © = Demonstrate opportunities ca = Give recommendations for sustainable adaptation S k i S u s t a i n P a g e | 56 3.3. Scope of this study The discussion of the various and uncertain outcomes of global change on ski tourism, the resulting vulnerability and the necessity of sustainable adaptation require further insights into the human-environment system of ski tourism. New strategies to increase adaptive capacity need to be defined taking global change, correlating consumer demand and ski area strategies and their possibilities into account. In this study we start with a theoretical overview on global change impacts on ski tourism. We then take a closer look on the supply side of ski tourism and assess experiences and strategies, as well as the sustainability of current adaptation in ski areas after an analogue winter 2006/07. We include ski areas of different countries and cultures in the Alps to widen the scope for effects of models of governance as required in vulnerability assessment (see chapter two). We visit the four main Alpine countries, Austria, France, Switzerland and Italy, which share the major part of the Alpine arc while all benefiting from the German customers as the biggest incoming visitor group. In the ski areas we focus on the ropeways companies as the main stakeholders in ski tourism. On the tourism demand side we assess the preferences of ski customers representative for the German market as the biggest outbound tourism market in the world. We model the demand for sustainable ski tourism and test effects of green marketing in order to adapting customer demand to changing services. Supply side experiences and its interference with the demand side lead to an extended understanding of vulnerability to global change and opportunities of increasing the adaptive capacity. According to the extended sensitivity elements and the resulting adaptive factors, we set up a framework with concrete recommendations for ski areas to increase their adaptive capacity in a sustainable way. 3.4. Time horizon Global change has been occurring over time and adaptation is a dynamic process that currently responds to these changes and will continue to do so. The uncertainty of developments both in changes of the climate and of society, as well as in responses, makes extrapolation of results necessary, which leads to even greater uncertainty (Giddens, 1997, IPCC, 2007). Most climate impact surveys extrapolate the climatic development in the future by neglecting extrapolation of societal effects. These external effects, such as demographic, socio-graphic and socio-economic aspects, are part of global change and should be incorporated in extrapolation. S k i S u s t a i n P a g e | 57 Analogue studies instead use the results of an unusually warm or dry winter for reflection into the future where winters, such as the one researched, will become much more common. In the case of this study we investigated customer demand and supply side experiences in a winter that was unusually warm and reflected the potential future developments in the Alps well (Beniston, 2007a). The winter 2006/07 has been a real time example of future climate change impacts and thus counts as an analogue to future developments. Results lead to a real time experience of stakeholders and of customers who could feel, and therefore imagine better how future winters will affect their decisions and preferences. We therefore needed no extrapolation of climate change effects in this study. We have to keep in mind, though, that perceptions and responses both of supply and demand side would most probably have been different in a winter that were more normal in terms of snow cover and temperatures. 3.5. Research goals Summarizing the need for further insight into the human-environment system of ski tourism and global change, there are a number of research goals this study seeks to address: 1. Obtain an overview of the interrelated human-environment system of ski tourism and global change from a holistic perspective, reaching beyond the current focus on climate change (see figure 11); 2. Extend the focus on climate change impacts on the natural environment to a holistic understanding for the relations and feedback loops in the coupled human-environment system of ski tourism and global change; 3. Assess supply side experiences and strategies of vulnerability to global change. Focus on ropeways companies in ski areas as the traditional, main driving and the most suffering stakeholders in ski destinations. Access the topic from an international scope to broaden the national focus in an international and very mobile tourism market; 4. Extract sensitivity and adaptive elements to develop future ski area services scenarios, focusing on behavioural adaptation and mitigation; 5. Assess customer preferences representing the German market. Model customer demand for sustainable ski tourism and test directed sustainability marketing. Develop consumer profiles based on economic willingness-to-pay data; 6. Discuss a differentiation in sensitivity of ski areas and possibilities of sustainable adaptive and mitigative capacity; 7. Build up a vulnerability management framework for ski areas; and S k i S u s t a i n P a g e | 58 8. Define further fields and questions of more in-depth research from the holistic system of ski destinations and global change of this study. Furthermore, we can conclude the goals of this study with two overall main goals: 1. Extend and differentiate the understanding of vulnerability of ski tourism to global change. 2. Develop and test opportunities for sustainable adaptation. 3.6. Hypotheses Addressing the research goals we seek to test the following hypotheses with this research: Climate change is not the only threat to the system of ski tourism. Other facets of global change, such as the sum of socio-economic and demographic developments, are currently underestimated in their potential outcomes on ski tourism and could become an even greater threat in the future. We therefore need to extend and differentiate our understanding of vulnerability. The winner and loser discussion of ski areas needs individual reassessment. So far adaptation is not sustainable. Technical adaptation is limited in its capabilities to cope with global change. New ways of adaptation are needed that put more focus on behavioral means and mitigation. There are opportunities resulting from changes. The growing market of sustainable consumption is a prospect for ski areas to develop mitigation as a business opportunity. Regarding the holistic system and the uncertainty of developments in global change and ski tourism, there are other main steering factors of adaptive capacity, such as the model of local governance, which need further research. 3.7. Research questions A set of questions arises from the stated goals and hypotheses of this study. We divide questions as well as the methods into subsystems of an empirical supply side and demand side, followed by a strategic integrative part. 3.7.1. Supply side questions On the supply side we picture the destination as a system, but focus on the ski area and there on the ropeways companies as the main driving forces and the S k i S u s t a i n P a g e | 59 main threatened stakeholders. The qualitative expert interviews reflect the experiences of the unusually warm winter 2006/07. How do ski areas perceive global change after their experiences of an analogue winter for future developments? How vulnerable do they think they are, and which are sensitivity elements? How do they estimate their adaptive capacity, and what are their adaptation strategies? What is the willingness for mitigation? Where do ski areas see the need for action, and where do they see opportunities in global change? Would ski areas believe and invest in sustainable ski tourism? 3.7.2. Demand side questions All demand side question shall address and represent the German market of ski tourists with the combination of a quantitative online questionnaire combined with a choice experiment. What are preferences of ski tourists for services and products in ski areas today? How important is snow guarantee even if achieved by technical snow making as the main kind of applied technical adaptation? What are the consumers’ acceptances to adapt their demand to changing services and for alternatives to skiing? What are the ski tourists’ awareness and perceptions of climate change impacts and of general environmental aspects in ski tourism considering the experiences after the unusually warm winter of 06/07, and which indicators describe this environmental awareness best? What is the willingness-to-pay (WTP) for specific ski area attributes related to sustainable tourism? How is WTP affected by additional consumer information and by green marketing? How are different socio-economic groups reacting in their demand to information treatments and green marketing? What is the customer demand for sustainable ski tourism? 3.7.3. Integrative questions In the integrative section we join stakeholder and consumer results to arrive at a holistic picture of global change and ski tourism, and to discuss vulnerability and strategic opportunities. SkiSustain Page |59 main threatened stakeholders. The qualitative expert interviews reflect the experiences of the unusually warm winter 2006/07. "How do ski areas perceive global change after their experiences of an analogue winter for future developments? = How vulnerable do they think they are, and which are sensitivity elements? = How do they estimate their adaptive capacity, and what are their adaptation strategies? « What is the willingness for mitigation? =» Where do ski areas see the need for action, and where do they see opportunities in global change? «» Would ski areas believe and invest in sustainable ski tourism? 3.7.2. Demand side questions All demand side question shall address and represent the German market of ski tourists with the combination of a quantitative online questionnaire combined with a choice experiment. =» What are preferences of ski tourists for services and products in ski areas today? How important is snow guarantee even if achieved by technical snow making as the main kind of applied technical adaptation? « What are the consumers’ acceptances to adapt their demand to changing services and for alternatives to skiing? » What are the ski tourists’ awareness and perceptions of climate change impacts and of general environmental aspects in ski tourism considering the experiences after the unusually warm winter of 06/07, and which indicators describe this environmental awareness best? =» What is the willingness-to-pay (WTP) for specific ski area attributes related to sustainable tourism? " How is WTP affected by additional consumer information and by green marketing? = How are different socio-economic groups reacting in their demand to information treatments and green marketing? =» What is the customer demand for sustainable ski tourism? 3.7.3. Integrative questions In the integrative section we join stakeholder and consumer results to arrive at a holistic picture of global change and ski tourism, and to discuss vulnerability and strategic opportunities. S k i S u s t a i n P a g e | 60 What are the feedback processes in the coupled human-environment system of ski tourism and global change? What vulnerability factors are of future relevance? What strategies are adjacent to manage and increase adaptive capacity in a sustainable matter? Is sustainable tourism a feasible and real opportunity for ski areas? What are other opportunities or aspects of key interest that need further research? 3.8. Study design The raised questions are addressed by designing a research process that is divided into four methodological steps (see figure 14): 3.8.1. Step 1: Overview on the system of global change A review of the current state of climate impact research on tourism and of global change research, as well as consumer demand surveys, enables hypotheses about a causal model of vulnerability to global change and the development of guidelines for the semi-structured interviews of step two (chapter two). 3.8.2. Step 2: Experiences and strategies of tourism stakeholders In step two we assess experiences and strategies by interviewing the management of ropeways companies, who are the main steering and suffering stakeholders in ski destinations and ski tourism. We discuss sensitivity, adaptive capacity and the potential of sustainable adaptation and mitigation in Figure 14 Methodological research frame of SkiSustain S k i S u s t a i n P a g e | 61 personal in-depth interviews. Methods used are qualitative, open guide-lined expert interviews with duration of about one hour. Ski areas are selected to represent a mean of ski areas in the Alps and a current understanding of vulnerability (see chapter four). We select ski areas in France, Italy, Switzerland and Austria. The total number of interviews is twenty. Some of these interviews are held with representatives of a group of ski areas, for example, Dolomiti Super Ski as a marketing aggregation, and Remy Loisirs as an investment corporation. In total, the supply side interviews reflect 36 ski areas in four Alpine countries (chapter four). 3.8.3. Step 3: Consumer demand for sustainable ski tourism From the hypothesized causal model of vulnerability, outlined in steps one and two, we construct scenarios of future ski areas described by attributes and their levels. Attributes and levels are based on indicators of sensitivity and of adaptive capacity, which are derived from the ski area experiences in step two, as well as from iterative literature review about expected outcomes of global change in the theory chapter two of this study (chapter five). Among the scenarios, we test effects of green marketing and add variations in external ratings of destination profiles as recommended, disapproved and neutral from environmental and consumer perspectives. The contents of these information treatments and their kind – if recommended, disapproved or neutral – are developed in expert discussions in ski resorts with experiences in marketing sustainability. Some ski resorts in North America are internationally leading the way in terms of actively communicating global change and sustainability issues (Luthe, 2007a). For these reasons we interview experts and practitioners in North American ski resorts: Mammoth Mountain Ski Area, Mammoth Lakes, California, USA Aspen Snowmass, Aspen, Colorado, USA Copper Mountain Ski Area, Copper, Colorado, USA National Ski Areas Association (NSAA), Denver, Colorado, USA This sub step leads to a number of attributes and levels describing future ski area scenarios and to two kinds of information treatments, with the focus on supporting sustainable adaptation of ski areas. The final nine attributes and three information treatments are shown in chapter five (table 14). We then use the validated indicators and scenarios of future ski areas to empirically analyze and model customer demand. Methods used are stated choice experiments from the group of Conjoint Analyses (CJA) in combination with a quantitative questionnaire, both performed online (Save-Snow). The online study, Save-Snow, consists of a section with 64 choice set questions, S k i S u s t a i n P a g e | 62 allocated to eight blocks of respondents answering eight questions each. A set of 27 general questions is added as a standard quantitative questionnaire addressing a variety of topics matching the research questions. 3.8.3.1. Part 1: Quantitative questionnaire The quantitative questionnaire investigates customer preferences for different kinds of ski area services. We base this on a representative sample of German ski tourists in regard to age, gender, skills, origin and income. We recruited respondents in ski areas incorporating small, big, low and high areas in different countries of the Alps. A group of students was trained to do short interviews and randomly collected email addresses in different ski areas in the winter of 2006/07. Dressed officially with a team jacket and a University logo, the students collected more than 2000 email addresses. Ski area newsletters from Mayrhofen (Austria) with 7330 recipients, and Oberstdorf (Germany) with about 8000 recipients, were another main source of recruiting participants for the study. Other sources were chosen to reach more general customers interested in the topic of skiing. Live interviews were broadcasted in one of the biggest radio stations in Germany, SWR3, and in a local television station. The German Ski Federation sent approximately 12000 email newsletters to ski instructors, and an article was placed in the member magazine of the Ski Federation with a 220’000 publication. A CIPRA (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) newsletter was sent out too. The latter three sources were meant to also reach customers potentially serving as opinion leaders in the topic of skiing. The customers recruited by radio, television and the member magazine had to actively type in the URL of the web survey, which was purposefully easy to spell and to remember (www.Save-Snow.com). All other respondents generated in the interviews and by the newsletters could click on the given link about ten days after they either completed the interviews or received the newsletter. Extensive pre-testing of the online survey was done with about 100 customers before starting the actual survey. Feedback was generated and some of the visual choice set design and explanations were changed according to the experiences of those tested. In general, the first results showed no unexpected irregularities in the experimental design. The online survey Save-Snow was combined with a lottery to win ski day passes for the season 2007/2008 in different ski areas of the Alps. S k i S u s t a i n P a g e | 63 3.8.3.2. Part 2: Choice experiment The demand of customers is analyzed using a discrete choice model from the group of Conjoint Analyses. Choice experiments are a variance of the original Conjoint idea developed for market research, which is why they are referred to as choice based Conjoint. There are numerous definitions of choice experiments with some joint principles: The respondents choose between given alternatives: the discrete variable (choice) is qualitative (yes/no decision or selection of alternative A from the possible alternatives A,B,C,D,...) Choice experiments are based on the assumption that goods or product is reflected by many attributes (attribute-based). The theoretical base is given in Lancaster (Lancaster, 1966) with the so- called Characteristics Theory of Value. Choice experiments generate data by stated methods. A choice experiment allows computing tentative willingness-to-pay (WTP) for the different ski area services and scenarios indicated by the attributes and levels. The experimental design includes a treatment factor that provides a sub sample of participants with additional information on the ski areas to choose from. The three different information treatments we chose are listed in chapter 5.2. The treatments serve to test the effects of additional knowledge and of direct marketing on customer choices. 3.8.4. Step 4: Vulnerability management framework A vulnerability management framework assesses the sensitivity and the adaptive capacity of the coupled human-environment system ski tourism to global change. A framework delivers opportunities and guidelines on how to increase the adaptive capacity in a sustainable matter under uncertainty in expected changes. It captures the stakeholder and the customer perspective of sustainability and portrays the central role of communication linking the two. Such a framework can help to support different models of governance, monitor and react to changes in the system. In this fourth step we provide concrete recommendations for ropeways companies and ski tourism stakeholders for sustainable adaptation to global change (chapter six). S k i S u s t a i n P a g e | 64 4. Ski area experiences and strategies on global change impacts Chapter four is the first of two results chapters, addressing the supply side of ski tourism. We describe the goals and questions of the supply side research in detail and list the statements and the experiences the ropeways companies provided in the qualitative interviews throughout the Alps. The qualitative interviews with the ropeways companies reflect their perceptions and experiences after the unusually warm and analogue winter 2006/07 which provided for a very realistic outlook in future developments. The responses would most probably have been different in a winter that was more normal in terms of snow cover and temperatures. 4.1. Summary Climate change is seen as the main threat to ski areas. The main impact is the rise in average temperatures with a decrease in natural snow reliability, especially in lower elevations. The main kind of adaptation applied is the technical production of snow. Ski areas in lower elevations and of smaller size are seen as losing from the impacts because of less natural snow reliability, less snow making potential and less investment opportunities. Higher and bigger ski areas are seen as the winning ones. Forecasts for the future development of ski tourism focus on direct impacts of climate change and of technical adaptation, mainly snow making, expansion and landscaping. Higher and bigger areas, therefore, are forecasted to remain, smaller and lower ones will disappear (OECD, 2007). After the winter 2006/07, we examined the experiences and perceptions of twenty ski area managements in four Alpine countries. The winter of 2006/07 showed to be among the warmest winters on record and was characterized by a sharp reduction in snow amount and duration at elevations below 2000 m. Many low to medium sites suffered from significant shortfalls in revenue, resulting from a reduction in the number of days where skiing is possible by a factor of two to three (Beniston, 2007b). It happened that our time of study fell in line with this winter, allowing for the chance to use it as an analogue. The anomalously warm season of 2006/07 allows a preview of climatic conditions that may occur with greater frequency in the future (Beniston, 2007b). It should be kept in mind that responses of the interviewed persons might have been different after a rather normal winter in terms of snow cover and average temperatures. The goals were to evaluate the season and discuss experiences of vulnerability and of possibilities for adaptation. The results show that indeed those in higher elevations suffered much less, if at all, from the lack of snow because of their potential for snow making. The lower ski areas had huge losses due to either not enough snow making capacity and/or too high temperatures for snow S k i S u s t a i n P a g e | 65 making. Thus, for coping with the direct impacts of climate change technical adaptation is adequate. But, the majority of higher areas instead experienced problems of social kinds, being indirect impacts of climate change and other aspects of a broader development referred to as global change. These effects are seen as being of even greater importance in the future, requiring an extended view on vulnerability. The current focus on technical adaptation proved not to be appropriate and even unsustainable. Even more, the limits of technical adaptation from a resource point of view and the looping of accelerating feedbacks on climate change and general environmental degradation demand for a more systematic adaptive toolbox with a shift to different kinds of behavioural adaptation. This includes mitigation aspects with technical adaptation remaining an integral part of it. 4.2. Research questions and goals On the supply side we picture the destination as a system, but focus on the ski area and the ropeways companies as the main driving forces and the main threatened stakeholders. The interviews reflect the experiences of the unusually warm winter 2006/07. The main questions we focus on center around the experiences of ski area management after this winter: How do ski areas perceive global change after their experiences of an analogue winter for future developments? How vulnerable do they think to be and which are sensitivity elements? How do they estimate their adaptive capacity and what are their adaptation strategies? Where do ski areas see the need for action, and where do they see chances in global change? What is their willingness for mitigation, and would ski areas believe and invest in sustainable ski tourism? We seek to address a number of ski areas being representative of the various kinds of existing ski areas in the main Alpine countries. 4.3. Methods 4.3.1. Qualitative personal interviews The research objectives of the supply side aspect of this study asked for a qualitative approach with the advantages of receiving more individual and in- depth information than would have been possible with a quantitative survey. The goal here was not to get representative results of the ski areas in the Alps. It was, rather, to discuss the experiences of the analogue winter 06/07 in more depth and to include the personal experiences and visions of the ski area S k i S u s t a i n P a g e | 66 managers. In such a discussion it is possible to inductively adapt and develop the topics according to the personal experiences and visions of the interview partner, and to discover topics or issues the scientist might not have thought about in advance (Bogner, 2005). A qualitative method opens up more space for exploring and does not limit the possibilities in advance. Quantitative or representative results were not intended. The intent was to include experts representative of ski areas for the Alps and to picture the variety and the scope that exists as explained later in this chapter. Referring to the research questions the exploration should, of course, not leave the main topics and address the questions in mind. Therefore, the qualitative experiment aims to achieve two things: while being exploratory, it still follows a well-defined procedure trying to prevent accidental outcomes and results (Diekmann, 2003, Häder, 2006). Qualitative interviews can be structured or unstructured (Bogner, 2005, Lamnek, 2005). Unstructured interviews involve direct interaction between the researcher and the interviewed person. It differs from structured interviews in many ways. There is no formal structured instrument or protocol, although the scientist may have some initial guiding questions or core concepts to inquire about. The interviewer is free to move the conversation in any direction of interest that may arise. Consequently, unstructured interviews are useful for exploring a topic broadly. But there is a price for this lack of structure because each interview tends to be unique with no predetermined set of questions asked to the interview partners. This usually makes it more difficult to analyze the unstructured interview data. Interviews that are completely structured, on the other hand, leave less space for exploring any related direction that may come up during the conversation. In order to include advantages of both kinds we chose to follow semi-structured interview plans that were created by a lined-up set of topics and questions that allowed for enough space to dive into one topic or another. We thus were able to be available for the individual experiences and situations of the interviewed partner and still came to comparable results that would be structured enough to be analyzed and compared with each other. Our method of choice was thus the qualitative, semi-structured, personal interview with a planned duration of about one hour each. 4.3.1.1. Questionnaire development The guiding topics for the interviews were developed in accordance with the research questions focusing on the experiences of the winter 06/07 and the resulting view of vulnerability and adaptive capacity. Hereby we took results of S k i S u s t a i n P a g e | 67 earlier interviews and focus group discussions from other researchers into account (for example Bürki, 2000). After the first interviews the structure of the guidelines was slightly adopted to better fit the flow of the discussion and the given time frame of about one hour. Each interview partner responded differently, though, and the order of questions posed needed constant adjustments. The guiding structure of the interviews is shown in appendix A. 4.3.1.2. Selection of ski areas and interview partners The ski areas were selected in order to find an even distribution in the four main Alpine countries: Austria, Switzerland, France and Italy. Furthermore, there are five categories we chose to represent an average of ski areas in the Alps and to cover the main existing kinds of ski areas. The selection criteria were based on elevation, size, access, if glacier skiing is offered and the image of the destination as follows: Elevation low or high Size big or rather small With a glacier and without Distance to source markets – direct easy access or remote and difficult access World known leading destination Destination of local or regional importance Elevation min Elevation max Skiers days Arosa 1750 m 2653 m 578.000 Davos 1194 m 2844 m 1.110.000 Diedamskopf 655 m 2050 m 220.000 Dolomiti Super Ski 12 areas 12 areas 10.000.000 Flumserberg 1200 m 2222 m 8 Categories: 1=professional, 2=very good, 3=good, 4=fair, 5=beginner Table 23 Statistical comparison of respondents’ characteristics Comparisons are made between all three experimental treatments NGO, consumer and control, with Chi-square and H-independence tests. S k i S u s t a i n P a g e | 209 5.2.6.2. Effects of the NGO and the consumer information on responses Both the NGO information and the consumer information show significant effects on consumer choices where respondents of the NGO and consumer samples followed the recommendations and chose differently than the control group. We tested the effects of the three information treatments on the frequencies of choices made for all choice sets individually that either had a recommendation or disapproval as presented in table 24. Block number Choice set number Combinations of profiles (ski areas) Recommend profile (ski area) Disapprovalof both profiles (=recommending option "none") Chi-square cross table test 1 1 1-2 2 χ² =16,651 0,002 ** 1 2 2-3 2 χ² =17,668 0,001 *** 1 3 3-4 4 χ² =7,911 0,095 ns 1 4 4-5 4 χ² =5,436 0,245 ns 1 5 5-6 6 χ² =13,301 0,010 ** 1 6 6-7 6 χ² =7,314 0,120 ns 1 7 7-8 x χ² =8,238 0,083 ns 1 8 8-1 x χ² =5,684 0,224 ns 2 9 9-10 9 χ² =4,866 0,301 ns 2 10 10-11 10 χ² =2,171 0,704 ns 2 11 11-12 x χ² =6,635 0,156 ns 2 16 16-9 9 χ² =2,595 0,628 ns 3 19 19-20 x χ² =3,583 0,465 ns 3 20 20-21 x χ² =19,071 0,001 *** 3 21 21-22 x χ² =13,204 0,010 ** 3 22 22-23 x χ² =2,959 0,565 ns 3 23 23-24 x χ² =6,384 0,172 ns 3 24 24-17 x χ² =20,916 0,000 *** 4 25 25-26 26 χ² =18,556 0,001 *** 4 26 26-27 26 χ² =12,343 0,015 * 4 27 27-28 x χ² =20,622 0,000 *** 4 30 30-31 x χ² =8,997 0,061 ns 4 31 31-32 x χ² =7,915 0,095 ns 4 32 32-25 x χ² =3,034 0,552 ns 5 33 33-34 x χ² =9,138 0,058 ns 5 34 34-35 x χ² =20,003 0,000 *** 6 43 43-44 44 χ² =8,086 0,088 ns 6 44 44-45 44 χ² =3,861 0,425 ns 6 45 45-46 46 χ² =11,886 0,018 * 6 46 46-47 46 χ² =10,138 0,038 * 7 49 49-50 x χ² =14,547 0,006 ** 7 50 50-51 x χ² =12,663 0,013 * 7 51 51-52 x χ² =15,598 0,004 ** 7 52 52-53 x χ² =11,318 0,023 * 7 55 55-56 x χ² =18,672 0,001 *** 7 56 56-49 x χ² =6,946 0,139 ns 8 58 58-59 59 χ² =2,84 0,585 ns 8 59 59-60 59 χ² =0,893 0,926 ns 8 60 60-61 x χ² =12,690 0,013 ** 8 61 61-62 x χ² =3,943 0,414 ns 8 63 63-64 64 χ² =0,126 0,998 ns 8 64 64-57 64 χ² =0,153 0,997 ns Significance p The choice sets with neutral information were not included in the significance tests because the neutral information did not provide a concrete statement to act – neither a recommendation nor a disapproval – and was thus not of Table 24 Chi-square significance tests of treatment effects Tested are treatment effects on choices with recommendations and disapprovals. S k i S u s t a i n P a g e | 210 relevance for answering the hypotheses of this choice experiment. From the 19 choice sets with positive recommendations, seven sets show significant differences in choices between all three treatments (36.84%). From the 23 choice sets with disapprovals eleven or 47.83% show significant differences in choices (table 25). Recommendation Disapproval Provided 19 23 Significant 7 11 Ratio 36,84% 47,83% We further investigate the effectiveness of the NGO and the consumer information and describe the differences in choices made in the 18 choice sets with significant treatment effects. Table 26 lists the differences in agreements to recommendations by information treatment for the seven significant recommended choice sets. The attributes of the ski area options are listed with their describing levels and allow for checking correlations between the strength of a treatment on choices and the underlying levels of the ski area options. The dark grey colored cells indicate attribute levels leading to disapproval of a ski area option, a bright grey colored cell shows attribute levels leading to a recommendation of a ski area option. The highest agreement to a positive recommendation is option two in choice set one with 25.77% more with the NGO info than in the control group – despite a 50% snow guarantee and a very expensive price for the ski pass of 58€. The distance though is less than two hours to drive, the ski area big and the use of green energy 100%. The second highest agreement to a recommendation is with 23.24% more of the NGO group than the control group ski area two, again of set number two, despite a lower snow guarantee and a much higher price of 58€ to 34€. The distance, though, is much shorter, the use of green energy 100%, and it is big and offers a mountain coaster on the mountain as option three does. 15.98% follow the NGO info and chose differently than the control group in option six from choice set five. The distance to travel is much shorter in option six, the snow guarantee one day higher and there is no expansion on glaciers, as well as the use of 100% green energy. Table 25 Ratio of significant treatment effects on choice sets (from the total number of provided recommended and disapproved sets). S k i S u s t a i n P a g e | 211 (only in significant choice sets with recommendations) Choice set Ski area option Recom‐ mended Difference NGO to control Difference NGO to consumer Difference consumer to control Size Green energy Flexibility ski pass Grooming Alternative activities Costs day ticket Driving distance to ski area Expansion plans Snow guarantee days out of six (one week) 1 ‐18,13% ‐9,40% ‐8,73% 1 ‐7,64% ‐9,80% 2,16% small 0% not transferrabl e 100% Soft mountain sports 58€ > 8 hours None 6 2 x 25,77% 19,19% 6,57% big 100% not transferrabl e 50% Downhill w/o snow 58€ 8 hours Glaciers 3 6 x 15,50% 6,45% 9,05% small 100% not transferrabl e 100% Soft mountain sports 58€ 8 hours Higher elevations 5 26 x 15,98% 4,93% 11,05% big 100% not transferrabl e 100% Soft mountain sports 42€ 2‐4 hours None 5 26 ‐9,19% 1,54% ‐10,73% 26 x 10,40% 3,69% 6,71% big 100% not transferrabl e 100% Soft mountain sports 42€ 2‐4 hours None 5 27 ‐1,21% ‐5,23% 4,02% small 100% not transferrabl e 100% Downhill w/o snow 58€ 2‐4 hours Glaciers 6 45 ‐19,91% ‐5,17% ‐14,74% 45 6,41% 1,55% 4,86% small 0% not transferrabl e 50% Ski dome 58€ 4‐8 hours Connecting 4 46 x 13,50% 3,62% 9,88% big 100% transferrabl e 50% Soft mountain sports 58€ 4‐8 hours Higher elevations 3 46 ‐15,24% ‐2,38% ‐12,86% 46 x 13,33% 3,28% 10,06% big 100% transferrabl e 50% Soft mountain sports 58€ 4‐8 hours Higher elevations 3 47 1,90% ‐0,90% 2,80% big 0% not transferrabl e 50% Downhill w/o snow 50€ > 8 hours Higher elevations 3 If we look at the choice sets with significant differences in treatment effects that have disapproval of two options and thus a recommendation to chose the none alternative as presented in table 27, we find that a maximum of 28.53% of respondents choose according to the consumer recommendation, which correlates with the distribution of attributes of the ski area options. The highest agreement of 28.53% to the consumer recommendation more than in the control group was recorded for the none of both option of choice set 24. It is followed by the none option of set 34 with 27.41% more agreement to the NGO recommendation than in the control group. Here the consumer group shows 6.94% less than the NGO, but still 20.48% more agreement than in the control group. Table 26 Comparing effects of information treatments on frequency of chosen ski area options S k i S u s t a i n P a g e | 212 (only in significant choice sets with disapprovals) Choice set Ski area option Recom‐ mended Difference NGO to control Difference NGO to consumer Difference consumer to control Size Green energy Flexibility ski pass Grooming Alternative activities Costs day ticket Driving distance to ski area Expansion plans Snow guarantee days out of six (one week) 20 x 22,06% ‐0,27% 22,33% 20 ‐1,56% 9,01% ‐10,57% big 100% transferrabl e 50% Mountain coaster 34€ > 8 hours None 3 21 ‐20,50% ‐8,74% ‐11,76% small 0% not transferrabl e 100% Downhill w/o snow 34€ > 8 hours Higher elevations 5 21 x 7,21% ‐15,58% 22,80% 21 ‐2,17% 5,09% ‐7,26% small 0% not transferrabl e 100% Downhill w/o snow 34€ > 8 hours Higher elevations 5 22 ‐5,04% 10,50% ‐15,54% small 0% not transferrabl e 100% Mountain coaster 42€ 8 hours Glaciers 4 35 ‐7,41% 3,85% ‐11,25% big 0% not transferrabl e 50% Soft mountain sports 50€ > 8 hours None 4 49 x 12,22% ‐8,81% 21,02% 49 ‐0,94% ‐4,81% 3,87% small 0% transferrabl e 100% Ski dome 50€ 4‐8 hours Higher elevations 6 50 ‐11,27% 13,62% ‐24,89% big 100% not transferrabl e 100% Mountain coaster 34€

  • INOEK_Band_27_ticket2nature.pdf
    Einzigartige Natursporterlebnisse im ticket2nature-Camp Ein Ticket für die Zukunft unserer Kinder! S c h r i f t e n r e i h e N a t u r s p o r t u n d Ö k o l o g i e – B a n d 2 7 Impressum AUTOREN Roth, R., Lienemann, T., Thomann, A., Jakob, E., Schaeben, J., Müller-Birkenmeier, A. BILDNACHWEIS SIS/DSV, Deutsche Sporthochschule Köln, Fischer, Salewa, LEKI, Scott GESTALTUNG UND SATZ Andrea Bäumler DRUCK AZ Druck und Datentechnik GmbH, Kempten ISSN 1612-2437 ® SIS/Deutsche Sporthochschule, Köln, 2013 www.t icket2nature .de Initiatoren und PartnerI n i t i a t o r e n u n d P a r t n e r Das Projekt ticket2nature wurde von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) initi- iert und wird von ihr maßgeblich getragen. Die Projekt leitung liegt bei Prof. Dr. Ralf Roth. Für die Entwicklung und Durchfüh- rung des ticket2nature- Konzeptes und die Ausbil dung der Teamer sind die Deutsche Sport hochschule Köln (Institut für Natur - sport und Ökologie) und der DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung verant- wortlich. Um eine konstruktive Verbesse- rung des Projekts zu erreichen, hat sich der Deutsche Skiverband mit verschiedenen gesellschaftlichen Kräften zusammenge- schlossen. Die DSV-Schulsportkommission aus Vertretern der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz, der Deutschen Schulsportstiftung und des DSV arbeitet konsequent an der Weiterentwicklung. ticket2nature wurde als offizielles Dekade- Projekt der UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwick lung 2005–2014“ aus - gezeichnet." 4 Inhalt und Ziel des ProjektesI n h a l t u n d Z i e l d e s P r o j e k t e s Wer mit Natur und Landschaft emotional verbunden ist, Interesse an seiner Umwelt hat und sich draußen wohl fühlt, handelt und lebt in der Regel umweltbewusster und gesünder als andere. Das ist die Idee von ticket2nature. Durch einzigartige Sport- und Naturerfahrungen gewinnen Schüler in spe ziell dafür konzipierten Winter- und Som mer - camps pädagogisch wertvolle Gruppen er leb - nisse und lernen spielerisch Aspekte von um - welt verträglicher und nachhaltiger Entwick - lung kennen. Dabei stehen die ökonomi schen, ökologischen und sozialen Beziehungen zwi - schen Mensch, seinen Aktivitäten und den An forderungen an Natur- und Umweltschutz im Fokus. Ziel des Projekts ist es, zusammen mit den Jugendlichen einen persönlichen Zu - gang zur Natur, ihrer Heimat und Kultur sowie eines gesunden Lebens stils und einer nach - halti gen Freizeitgestaltung zu entwickeln. 5 er ziehung und Umweltbildung. Inhalt lich steht dabei der handlungsbezogene An satz im Mittelpunkt. Mit anderen Worten: Um- weltbildung gelingt immer dann am besten, wenn sich die Lernenden aktiv mit Tieren, Pflanzen, Ökosystemen und den viel fältigen Wechselwirkungen in Natur räu men be- schäftigen und dabei am eigenen Leib er- fahren, wie wichtig eine intakte Umwelt für den Menschen ist. Seit über 30 Jahren wächst international das Bewusstsein, dass der Mensch durch seinen Lebensstil die natürlichen Lebens - grund lagen bedroht, verschmutzt oder gar vernichtet. Durch die Ausbeutung der Na- tur zerstört der Mensch über kurz oder lang seine eigenen Existenzgrundlagen. Ein sorg fältiger und sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen muss daher ein wesentlicher Baustein von Erziehung und Bildung sein. Auf dieser Idee basiert Um welt - Umwelterziehung und Umweltbildung Grundlagen | U m w e l t e r z i e h u n g u n d U m w e l t b i l d u n g 1. Grundlagen1 . G r u n d l a g e n 6 Grundlagen | B i l d u n g f ü r n a c h h a l t i g e E n t w i c k l u n g Bildung für nachhaltige Entwicklung zur nachhaltigen Entwicklung gehört nicht nur der Schutz der natürlichen Ressourcen, sondern gleichberechtigt auch die soziale Gerechtigkeit und die Möglichkeit für wirt- schaftliches Wachstum. Wesentliche Eckpfeiler einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind daher globale Gerechtigkeit, die ökonomischen und sozialen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur sowie die Vernetzungen von Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung setzt eine Wirt- schaftsweise voraus, die „weltweit die Be- dürfnisse der heutigen Generation zu de - cken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken“ (Brundtland-Kom- mission, 1987). Nachhaltige Entwicklung gelingt nur, wenn die Menschen zukunfts- verträglich mit Natur und Ressourcen um- gehen. Das geschieht nicht von ungefähr – nachhaltiges Verhalten muss erlernt werden. Eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist mehr als klassische Umweltbildung, denn 7 Grundlagen | B i l d u n g f ü r n a c h h a l t i g e E n t w i c k l u n g und begrenzten Umfeld bewusst und lang- fristig zukunftsverträglich zu gestalten. Nachhaltiger Lebensstil erfordert Gestal- tungskompetenz, also die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwick lung anzuwenden und Probleme einer „falschen“ Entwicklung zu erkennen. Bildung für nachhaltige Entwicklung hat zum einen die Aufgabe, Grundlagenwissen zu vermitteln. Insbesondere aber soll sie Kompetenzen für einen nachhaltigen Lebens- stil entwickeln und schärfen. Ziel ist es letztendlich, dem Individuum zu ermöglichen, sein eigenes Leben in einem überschaubaren Zur Gestaltungskompetenz gehören u. a.: ■ Weltoffenheit ■ Vorausschauend denken und handeln ■ Gemeinsam mit anderen planen und handeln ■ An Entscheidungsprozessen partizipieren ■ Sich selbst motivieren, aktiv zu werden ■ Andere motivieren, aktiv zu werden ■ Empathie und Solidarität für Benach teiligte, Arme, Schwache und Unterdrückte zeigen 8 Grundlagen | D i e B e d e u t u n g v o n N a t u r e r f a h r u n g Kinder und Jugendliche verbringen heute weit weniger Zeit in der freien Natur als frü- her. Kinder, die wenig in der Natur spielen, arbeiten oder Sport treiben, haben in der Regel nur geringes Wissen über Umwelt, Natur und die Bedeutung natürlicher Ressourcen. Gleichzeitig gilt: Nur wer die Natur selbst kennen und ihren Reichtum schätzen lernt, handelt und lebt umweltbe- wusst und nachhaltig. Für entsprechende Impulse reichen schon ganz einfache Natur - erlebnisse aus: der erholsame Waldspa- ziergang, eine Radtour, ein lustiger Rodel- nachmittag. Die Bedeutung von Naturerfahrung Viele Kinder und Jugendliche in Deutsch- land bewegen sich zu wenig und ernähren sich falsch. Sie verbringen ihre Freizeit vor Fernseher, Spielkonsole oder Computer. Daraus resultieren motorische Defizite, Übergewicht und Haltungsfehler. Die ge- sundheitlichen Folgen von Übergewicht sind vielfältig belegt. Daher gilt: Bewegung tut gut – und zwar nicht nur den motorischen Fähigkeiten, son- dern auch der intellektuellen Entwick lung von Kindern und Jugendlichen. Das gilt ins- besondere für Bewegung in der freien Na- tur, die nicht nur Spaß und Freude macht, sondern gleichzeitig auch für Umwelt und Natur sensibilisiert. Bewegung und Gesundheit 9 Sport und Natur im Einklang | Z i e l e u n d U m s e t z u n g T o b ia s L ie n e m a n n T o b i a s L i e n e m a n n Das Ziel von ticket2nature ist kurz formu- liert: Jugendliche erhalten einen persönli- chen Zugang zur Natur, ihrer Umgebung und Kultur, sie lernen Möglichkeiten einer gesunden und nachhaltigen Freizeitgestal- tung kennen. Dieses Ziel ist nicht originär oder exklusiv dem Projekt zuzuordnen. Das Besondere an ticket2nature ist allerdings, dass es bewährte Ansätze und Methoden aus international erprobten Bildungskonzepten wie der englischen „Outdoor Education“, der amerikanischen „Adventure Education“, dem skandinavischen „Friluftsliv“ und der deutschen „Erlebnispädagogik“ nutzt und im Sinne einer Bildung für nachhaltige Ent- wicklung in der Natur einsetzt. 2.1 Ziele und Umsetzung 2. Sport und Natur im Einklang 2 . S p o r t u n d N a t u r i m E i n k l a n g „ „ Für die teilnehmenden Schüler sollen der Spaß und die Freude an der Bewegung in der Natur im Mittelpunkt stehen. Durch gemeinsames Planen und Handeln wird in den ticket2nature-Camps gestaltet und ein möglicher Ansatz für einen nachhaltigen Lebensstil aufgezeigt. SI S/ D SV -R ef er en t fü r U m w el t un d na ch ha lti ge Sk is po rt en tw ic kl un g 10 Prinzipien Die Prinzipien von ticket2nature haben einen engen Wissenschaftsbezug und orientieren sich an bereits erprobten Curricula. Im Einzelnen sind dies: Sport und Natur im Einklang | Z i e l e u n d U m s e t z u n g Erfahrungs- und Handlungsorientierung „Ich höre und vergesse, ich sehe und be- halte, ich handle und verstehe“ (Konfuzius) oder wie es Kurt Hahn formulierte: „Lernen mit Kopf, Herz und Hand.“ Wagniserziehung und Risikobewusstsein Die Natur bietet eine Vielzahl von Wagnis- sen und Risiken. Kein Wagnis aber soll die physische und psychische Unversehrtheit der Teilnehmer verletzen. ticket2nature för dert das Risikobewusstsein über die Aktionen der Camps hinaus. Vernetztes Denken und Mehrdimensionalität Natur und Umwelt sind komplexe biologi- sche Systeme. Daher ist vernetztes Denken wesentlich. Wissen über einzelne Vorgänge reicht nicht aus, vielmehr müssen die viel- fachen Wechselwirkungen gelehrt und ver- standen werden, wobei zu beachten ist, dass das kognitive Verstehen allein nur ei- nen geringen Bezug zum Handeln hat. Das Verhalten wird vor allem durch Emotionen und Einstellungen geprägt. Werteorientierung ticket2nature vermittelt klare Werte im Umgang mit anderen Menschen, der Natur und dem eigenen Ich. In einer konsumo- rientierten Welt setzt ticket2nature auf bewussten Konsum, auf Fairness und Ge- rechtigkeit, auf Bewahrung der Schöpfung sowohl innerhalb der eigenen Gesellschaft als auch im globalen Maßstab. Kognitive Meisterlehre und Verständigung Mit Hilfe der kognitiven Meisterlehre zeigen die Teamer von ticket2nature angemesse- nes Verhalten auf, falsches Verhalten wird thematisiert und in der Gruppe selbststän- dig verändert. Eigenes Verhalten wird re- flektiert und unter Einhaltung der Prinzipien von Nachhaltigkeit verhandelt. Rationale Entscheidungsfindung Alle angestrebten Handlungsweisen oder Ver - haltensänderungen erfordern keine einschnei - denden Lebensumstellungen oder einen be- sonderen Zeitaufwand der Teilnehmer, sind also im Rahmen der Entscheidungsmöglich - keiten rational. 11 Sport und Natur im Einklang | Z i e l e u n d U m s e t z u n g Während „Heimat“ ein Gefühl der Zugehörig - keit zu einem Raum, einem Land, einer Re- gion anspricht und damit vor allem eine emo tionale Verbindung herstellt, vermittelt „Natur“ Wissen über Tiere Pflanzen, Lebens - räume, Geologie und Ökologie. Im Bereich „Kultur“ geht es um ein Bewusstsein der Teilnehmer für die essentiellen Lebensgrund - lagen und Erwerbsquellen wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, aber auch für Brauchtum und Tradition. „Lebensstil“ schließlich zeigt Perspektiven für eine nach - haltige, sinnvolle und gesundheitsfördernde Freizeitgestaltung für jeden Einzelnen auf. Perspektiven Den konkreten Bezug zur Lebenswirklichkeit erhalten die Teilnehmer über vier Perspektiven: „Heimat“, „Natur“, „Kultur“ und „Lebensstil“. 12 Sport und Natur im Einklang | I n h a l t e Ohne Vorbilder und Beispiele bleibt das Wis- sen um nachhaltiges Handeln bloße Theorie. Praxis dagegen braucht Inhalte, Wissen über richtiges Verhalten und Übung mit nach - haltigen Handlungsmustern. Genau an diesem Punkt setzt ticket2nature mit seinen Natursportcamps an. Outdoor- Sport macht Spaß und bringt den Sport in die Natur. Natursport kann also dazu bei- tragen, junge Menschen auf spielerische Art und Weise mit Aspekten eines nach- haltigen und umweltverträglichen Lebens- stils vertraut zu machen. Die Camps sensibilisieren Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche aus Vereinen während mehrtägiger Fahrten und Veran- staltungen für Fragen und Möglichkeiten ei- nes umweltschonenden und zukunftsfähi- gen Verhaltens. Sie bringen jungen Men- 2.2 Inhalte schen den Reiz des „Draußen seins“ näher und zeigen, wie viel Spaß und Freude es ma- chen kann, in freier Natur gemeinsam mit anderen aktiv zu sein. Im Winter geschieht dies auf Schneeschuhen, Backcountry Ski oder Langlaufski. Im Sommer besteht das Sportprogramm aus GPS-tracking, Orientierungslauf, Moun- tainbiking, Nordic Blading, Klettern und Slack lining. „Draußen sein“ ist aber nicht auf Sport be- schränkt. Eine Biwaknacht unter freiem Himmel, Feuermachen und Kochen am Lager - feuer sind obligatorische Bestandteile der Camps. Je nach Standort beinhaltet das Pro - gramm außerdem eine Tour zu einem land- wirtschaftlichen Betrieb, eine Führung durch den Wald, den Besuch eines touristischen Highlights oder ähnliche standortange passte Aktivitäten. 13 T o b i R e in d l T o b i R e i n d l „ „ Bei meiner Sportart bewege ich mich in der freien Natur. Die Berge sind ein besonders sensibler Naturraum und die Thematik des Klimawandels brennt unter den Nägeln! Das Konzept ticket2nature finde ich klasse. Hoffentlich handeln zukünftig vor allem auch die jungen Leute entsprechend dem Nachhaltigkeitsgedanken. Fr ee sk ie r Die Programme der Camps sind eng an den Standort gebunden. Je nach Umgebung und Jahreszeit werden die Aktivitäten auf die Bedürfnisse der Teilnehmer optimal zugeschnitten und versprechen eine durch- dachte Mischung aus Natur und Naturer- fahrung, Bewegung, Gesundheit und Ent- spannung. Der modulare Aufbau der Out- dooraktivitäten erlaubt es, auf aktuelle Ver- hältnisse wie z. B. das Wettergeschehen, zu reagieren. Trotzdem: „Draußen sein“ – egal bei welchem Wetter – ist eine wich tige Erfahrung, um Natur hautnah zu erleben. Spielerische Programmpunkte für den Abend runden den Ablauf ab und geben den Teil- nehmern die Möglichkeit, das Naturerlebnis vom Tag zu reflektieren und zu vertiefen. Sport und Natur im Einklang | I n h a l t e 14 Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r Jeder Campstandort besitzt seine Eigenhei - ten und somit sein individuelles Programm. Allen gleich ist eine Dauer von fünf Tagen im Rahmen einer klassischen Skischulfahrt. Damit setzt ticket2nature bewusst einen Gegenpol zu gängigen Kurzzeit-Program- men in der Jugendbildung. Nur eine inten- sive, also mehrtägige Auseinandersetzung mit Natur und Nachhaltigkeit kann zu einer Bewusstseinsänderung der Teilnehmer füh- ren. Denn die ersten Tage sind geprägt von der Auseinandersetzung der Teilnehmer mit sich selbst, der Gruppe und der neuen Umgebung. Erst danach werden Lern in - halte und neue Erkenntnisse den Teilneh- mern bewusst und bleiben im Gedächtnis. 2.3 Campstruktur Für viele Menschen übt Schnee eine magische Anziehungskraft aus. Daher entwickelte sich im vergangenen Jahrhundert eine breite Palette an Schneesportarten für die Frei- zeit. Die Wintercamps greifen dieses Po- tenzial auf: Langlauf, Schneeschuhlaufen oder Backcountry Ski stehen gleichberech- tigt nebeneinander. Die Teilnehmer lernen Schneesportgeräte aller Art als wichtige Fortbewegungsmittel zur Erforschung des winterlichen Naturraums kennen. Wintercamps 15 Möglicher Ablaufplan Wintercamp* Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Vormittag Anreise, Camp beziehen, Begrüßung durch t2n-Teamer Spielerische Heranführung an das Langlaufen, Natur, Sport und Mensch Schneeschuh- wanderung, Wald und Wild- zonen, Spuren im Schnee Backcountry Ski, Spurenziehen im Schnee Teamaufgabe Iglubau, Reflexion der Woche Mittagspause Nachmittag Camp-Einführung, Schneeschuhe, Orientierung mit Karte und Kompass, Natur- und Lebens - räume erkennen Mit Langlaufski unterwegs, Fotodokumen - tation „nachhal- tiges Verhalten“ Bei entsprechen- der Witterung: Vorbereitung Winterbiwak, als Team planen Backcountry Skitour als Team unterwegs Feedbackrunde Heimreise Abendessen Abend * Der tatsächliche Ablauf der Camps kann je nach Wetter, Klassengröße und Leistungsfähigkeit der Klasse variieren. Ein Abend steht der Klasse zum Austausch, zur weiteren Vertiefung oder zur freien Gestaltung zur Verfügung. An den Abenden finden Spiele statt, um Nachhaltigkeit spielerisch zu erlernen. Wir machen eine Fackelwanderung, ein Lagerfeuer oder bauen eine Schneebar. Bei geeigneter Witterung verbringen wir eine Nacht mit Freunden im Winterbiwak unter freiem Sternenhimmel. Einen Abend könnt Ihr selbst vorbereiten und gestalten. 16 Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r J u li a n e , 1 3 J u l i a n e , 1 3 Te iln eh m er in a m F el db er g im S ch w ar zw al d „ „ Die Schneeschuh - wanderung war super. Unser Ranger fing ganz plötzlich an zu rennen und wir sind alle hinterher - gerannt. Wir waren total aus der Puste und er hat uns erklärt, dass Auerhühner sich genauso fühlen, wenn sie gestört werden. Alle Gruppen in den Wintercamps nutzen zum Beispiel Schneeschuhe, um sich in der Winterlandschaft fortzubewegen. Durch diese gewollt langsame Bewegung lernen die Teilnehmer, die sie umge bende Natur intensiv mit allen Sinnen wahrzunehmen. Da eine ausgedehnte Schnee schuh wande - rung für Kinder und Jugendliche schnell langweilig wird, wird das Schneeschuhlau- fen mit einem Geländespiel kombiniert, bei dem die Teilnehmer sich mit der Interaktion zwischen Natursportlern und Wildtieren beschäftigen. Die unterschiedlichen Sportarten machen nicht nur Spaß, sondern bieten konkrete An haltspunkte für eine Diskussion wichtiger Fragen: Welchen Einfluss hat Winter tou - ris mus auf die Natur? Wie verhalten sich Schneesportler umweltbewusst? Wodurch werden Tiere gestört und aufgeschreckt? Was ist ein gestalteter Naturraum? Teilnehmer im Sommercamp vergnügen sich mit Mountainbiking, Cross Skating, Klettern, Slacklining, Orientierungslauf und GPS- Tracking. Bei diesem Mix an Sportarten ist für jeden etwas dabei. Orientierung im Gelände muss jeder Out- doorsportler beherrschen. Sich mit Karte und Kompass durchs Gelände zu bewegen macht aber auch jede Menge Spaß und schärft die Sinne für die direkte Umgebung. Die interaktive Anwendung von Medien ist heute eine Schlüsselkompetenz. Die GPS- Navigation ist aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wie wird das GPS ab- seits der Straßen richtig eingesetzt und welchen Vorteil bringt es beim Navigieren im Gelände? Tracks müssen von den Teil- nehmern selbstständig aufgezeichnet wer- den. In Form einer modernen Schnitzeljagd werden Geocaches versteckt und aufgespürt. Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r Sommercamps Zwischen den vielen Aktivitäten lässt sich beim Slacklining wunderbar entspannen. 17 18 Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r V ik t o r ia R e b e n s b u r g V i k t o r i a R e b e n s b u r g A lp in e Sk ir en nf ah re ri n „ „ Junge Menschen erfahren in ticket2nature- Natur sportcamps den Einfluss des Sports auf die Natur. Dadurch lernen sie ihre Umwelt nachhaltig und zukunftsfähig mitzugestalten. Möglicher Ablaufplan Sommercamp* Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Vormittag Anreise, Camp beziehen, Begrüßung durch t2n-Teamer MTB-Fahrsicher - heitstraining, Natur, Sport und Mensch Selbstständige Orientierung zum Kletterfels, „Respektiere deine Grenzen“ Selbstständiges GPS-Tracking Finde den t2n- Almanach, um- gehe sensible Lebensräume, Reflexion der Woche Mittagspause Nachmittag Ausstellungsfüh- rung, Orientie- rung mit Karte und Kompass, Natur- und Lebensräume erkennen MTB-Tour, Foto- dokumentation „nachhaltiges Verhalten“ Klettern in der Seilschaft, Öko- logie im Kletter- sport, Fotodoku- mentation „nachhaltiges Verhalten“ Bei entsprechen - der Witterung: Vorbereitung Biwakbau als Team planen, Slacklinesession Feedbackrunde, Heimreise Abendessen Abend 19 Sport und Natur im Einklang | C a m p s t r u k t u r Hinweis: Aus sicherheitstechnischen Gründen erfolgt beim Mountainbiking und Klettern immer eine Gruppenteilung und die Sportarten werden mit der halben Gruppe im Tages wechsel betrieben. * Der tatsächliche Ablauf der Camps kann je nach Wetter, Klassengröße und Leistungsfähigkeit der Klasse variieren. Ein Abend steht der Klasse zum Austausch, zur weiteren Vertiefung oder zur freien Gestaltung zur Verfügung. An drei Abenden finden Spiele statt, um Nachhaltigkeit spielerisch zu erlernen oder wir biwakieren eine Nacht mit Freunden unter freiem Sternenhimmel. Einen Abend könnt Ihr selbst vorbereiten und gestalten. In Kleingruppen mit Gruppentausch je Tag 20 Sport und Natur im Einklang | Z i e l g r u p p e 2.4 Zielgruppe te die Teilnehmerzahl 32 nicht übersteigen. Die Klasse sollte von zwei Lehrern begleitet werden, die während des Camps der nor- malen Aufsichtspflicht nachkommen und den Teamern im Falle von Problemen mit und von Schülern unterstützend zur Seite stehen. Es besteht außerdem für Schulklassen die Möglichkeit, sich mit einer Partnerklasse aus Frankreich oder der Schweiz für ein bi- linguales Camp zu bewerben und gemein- sam am Camp teilzunehmen. Schul- und Gruppenfahrten im Jugendalter bleiben dem Menschen selbst als Erwach- senem lange in Erinnerung. Das gilt auch für ticket2nature-Camps, denn sie verbin- den Sport, Spaß und Naturerlebnisse mit Reflexion und intensiver Gruppenerfahrung. Schulleiter und Lehrer können die Natur- sportcamps für ihre Schüler buchen. Die Programme sind inhaltlich ausgelegt für Schulklassen weiterführender Schulen und Jugendliche von 10 bis 15 Jahre. Die Schul- art spielt eine untergeordnete Rolle, doch soll- 21 Organisation | I n t e r a k t i v e L e r n - M e d i e n Die Organisation der ticket2nature-Camps beschreitet neue Wege. Eine möglichst gleich berechtigte regionale Vergabe der Camps wird angestrebt und durch das Be- werbungsverfahren kontrolliert. Eine frühe verbindliche Buchung für die Planung der Klassenfahrten ist dadurch möglich. Nach wie vor ist die ständige Qualifizierung von Teamern und die Auswahl und Ausar- beitung der Camp-Standorte eine wesent - liche Aufgabe. Zudem darf das Material- management für ganze Schulklassen nicht unterschätzt werden, das ohne die Unter- stützung der Stiftung für Sicherheit im Skisport (SIS) nicht umsetzbar wäre. 3. Organisation3 . O r g a n i s a t i o n Die Organisation für wirtschaftliche Zu- sammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Schlüsselkompetenzen benannt, die für ei- nen nachhaltigen Lebensstil notwendig sind. Eine dieser Gestaltungskompetenzen ist die interaktive Anwendung von Medien und Mitteln. Das Lernen mit modernen Me- dien macht Spaß und intensiviert den Lern- prozess. In dem interaktiven Computer- spiel „JUMP 360° ticket2nature“ können Kinder und Jugendliche eine Schneesport- fahrt planen, die zu einem möglichst kleinen „ökologischen und sozialen Fußabdruck“ führt, die also möglichst geringe negative Auswirkungen auf Umwelt, Natur und sozi - a les Miteinander hat. Auch die Kurzfilmreihe „Billy und Willy“ bietet Möglichkeiten, sich zu den Themen- bereichen Mensch, Wirtschaft und Natur zu informieren. Die Lernmedien sollen zur Vor - bereitung von Schnee sportfahrten und Schul - landheimaufenthalten dienen. In der Schule können sie auch allgemein zur Bil dung für nachhaltige Entwi ck lung und im fächerüber- greifenden Un ter richt eingesetzt werden. 3.1 Interaktive Lernmedien 22 Jede ticket2nature-Fahrt wird von mindes - tens zwei Teamern begleitet. Sie sind für den kompletten Ablauf am Campstandort verant wortlich. Teamer für ticket2nature- Camps müssen verschiedene Qualifikatio- nen besitzen: ■ eine adäquate Ausbildungskompetenz in den zu unterrichtenden und betriebenen Outdoor-Sportarten ■ eine große pädago gische Kompetenz 3.2 Teamer ■ umfangreiche Kenntnisse zum Projekt ticket2nature, zu seinen Zielen, Ideen, Prinzipien und Perspektiven sowie insbesondere zu Natur und Umwelt. ■ Teamer sind nicht zuletzt durch ihre Ansichten und Lebensstile im Sinne der kognitiven Meisterlehre Vorbild für Kinder und Jugendliche. ■ Teamer gewährleisten in jeder Situation die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien der Bundesländer für die Durchführung von Schulfahrten. Organisation | Te a m e r Materialpartner von ticket2nature: LEKI, SCOTT, SALEWA, FISCHER, HUMBAUR 23 K a r in U n g e r K a r i n U n g e r Te am er in e in es W in te rc am ps im S au er la nd „ „ Ich hatte 25 Teilneh mer im Camp. 15 davon haben vorher kaum Outdoorsport getrieben. Es war für mich eindrucksvoll zu sehen, wie schnell sich die Jugendlichen auf die freie Natur eingelassen haben, vielen war das Outdoorprogramm am Ende sogar zu kurz bemessen. Zudem ge währ leistet die räumliche und persönliche Nähe zur Koordinationsstelle des Projekts am Institut für Natursport und Ökologie eine opti male Betreuung und Schulung der Teamer. Im Laufe des Projekts haben sich Absol ven ten des Bachelor-Studiengangs „Sport, Erleb nis und Bewegung“ der Deutschen Sport hoch - schule Köln als überdurchschnitt lich quali- fizierte Teamer erwiesen. Organisation | Te a m e r 24 Die Standorte für ticket2nature-Camps wer - den nach einem Kriterienkatalog ausgewählt. Sie müssen über eine Infrastruktur verfü- gen, die Übernachtung und Verpflegung von Schulklassen bis zu einer Gruppengröße von 32 Personen ermöglicht. Außerdem müssen sie alle Möglichkeiten bieten, um Inhalte und Programme der Camps umzu- setzen. Wünschenswert ist nicht zuletzt eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Einfache Unterkünfte zum Teil mit Selbstversorgung sind im Sinne des Projekts. Wenn Schüler in ihre eigene Essensauswahl, -beschaffung und -zube - reitung involviert sind, wird ihnen die Be- deutung von gesunder und nachhaltiger Ernährungs weise auf konkrete, praktische Weise bewusst. Im Sommer werden auch Camps im Stil eines Zeltlagers angeboten. Organisation | S t a n d o r t e 3.3 Standorte Die einzelnen Campstandorte können von Zeit zu Zeit wechseln. Im Sinne eines nachhal tigen Wachstums ist es Ziel von ticket2nature, die seit mehreren Jahren etablierten Regio- nen weiter auszubauen, um eine deutsch- landweite Abdeckung zu erreichen. ticket2nature Standorte gibt es in folgenden Regionen: ■ Naturpark Südschwarzwald ■ Sauerland Winterberg ■ Oberallgäu In 2014 kommt ein weiterer Standort in Thüringen dazu. ticket2nature-Center: seit der Sommersaison 2013 dient das Loipenhaus am Notschrei dem Projekt als Basecamp und Anlaufstelle im Südschwarzwald. Einzelheiten zu den Standortbeschreibungen gibt es auf der Internetseite www.ticket2nature.de. 25 Organisation | S t a n d o r t e „ „ Eine intakte Umwelt ist die Basis für den Schneesport. Auch wir Snowboarder bewegen uns im Ökosystem „Berge“. Gerade die Trainings- und Wettkampftage auf den Gletschern führen uns die Auswirkungen des Klima wandels vor Augen! Ich finde es super, dass ticket2nature die Schüler zu einem zukunftsfähigen und überlegten Leben, auch im Sport, motiviert! A m e li e K o b e r A m e l i e K o b e r Sn ow bo ar de ri n 26 Bid for your Ticket ! Preise und Leistungen Der Eigenanteil* pro Schüler: ■ ab 195,- Euro (unverbindliche Preisangabe) für Sommer- wie auch Winter-Camps Darin sind folgende Leistungen enthalten: ■ Organisation und Durchführung des Kursprogramms (Sommer oder Winter) ■ Leitung und Betreuung durch speziell von der DSHS Köln und dem SIS/DSV-Umweltbeirat ausgebildete Teamer ■ Leihmaterialien entsprechend dem Kursprogramm ■ Übernachtung und Verpflegung * Das Projekt wird finanziell von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) unterstützt, sodass die Teilnehmer nur einen Eigenanteil aufwenden müssen. Weitere Informationen zu den aktuellen Preisen finden Sie auf unserer Homepage oder rufen Sie uns an. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen, siehe www.ticket2nature.de Bewerbung Interessierte Lehrer und Schulleiter können sich mit ihrer Klasse für t2n-Camps bewerben. Wunschtermin, Region und Kontaktdaten auf dem Anmeldeformular eintragen und per Post oder Fax schicken an die: Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie, ticket2nature Am Sportpark Müngersdorf 6, 50933 Köln oder Fax an : +49 (0)221- 4982 8480 Die Anmeldeformulare und weitere Informationen finden Sie auch unter www.ticket2nature.de Organisation | B e w e r b u n g u n d K o s t e n 3.4 Bewerbung und Kosten Get your Ticket! G e t y o u r T ic k e t ! 27 Organisation | P r o j e k t l e i t u n g u n d - k o o r d i n a t i o n www. facebook .com/t icket2naturewww.t i cket2nature .de 3.5 Projektleitung und -koordination Projektleitung Prof. Dr. Ralf Roth Projektkoordination Institut für Natursport und Ökologie Deutsche Sporthochschule Köln Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln www.dshs-koeln.de/natursport/ Mail: ticket2nature@dshs-koeln.de Tel.: 0221-4982-4080 28 L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s 4. Literaturverzeichnis Apel, H. und A. Franz-Balsen (1997). Zurück in die Zukunft? Leitbilder der Umweltdebatte im Spiegel der Generationen. Generation im Dialog. K. Meisel. Frankfurt, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung. Brämer, R. (2006). Natur obskur – Wie Jugendliche heute Natur erfahren. München, Oekom Verlag. Brundtland-Kommission-World Commission Environment and Development (1987). Abschlussbericht der Vereinten Nationen (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung). Das Schulsportkonzept des DSV, Wolf, J., Wippert, P.-M., Molt, M., Roth, R., Liene- mann, T.. Deutscher Skiverband e.V. (Hrsg.), Planegg, 2010. de Haan, G. und L. Gerhold (2008). „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Bildung für die Zukunft.“ Umweltpsychologie 23(2). Graf, C. und S. Dordel, Eds. (2007). Bewegungsmangel und Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen. Köln, Deutscher Ärzte-Verlag. Hollmann, W. und T. Hettinger (2000). Sportmedizin – Grundlagen für Arbeit, Training und Präventivmedizin. Stuttgart, Schattauer Verlag. Hübner, K. und T. Jacoby (2008). Workshop 3: Bildung für nachhaltige Entwicklung und biologische Vielfalt im Sport. Umwelt, Umweltschutz und Sport im Dialog: Biodiversität und Sport – Perspektiven der nachhaltigen Entwicklung. Köln. Kals, E., D. Schuhmacher, et al. (1998). „Naturerfahrungen, Verbundenheit mit der Natur und ökologische Verantwortung als Determinanten naturschützenden Verhaltens.“ Zeitschrift für Sozialpsychologie. Künzli David, C. und R. Kaufmann-Hayoz (2008). „Bildung für Nachhaltige Entwicklung – Konzeptionelle Grundlagen, didaktische Ausgestal- tung und Umsetzung.“ Umweltpsychologie 23(2). Kyburz-Graber, R., Ed. (2006). Kompetenzen für die Zukunft – Nachhaltige Entwicklung konkret. Bern, h.e.p. Verlag. 29 L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s Lagerström, D. (2007). Friluftsliv – ein nordischer Weg zur Bewegung und Bewegungskultur? Aachen, Meyer & Meyer. Liedtke, G. (2005). Die Bedeutung von Natur im Bereich der Outdooraktivitäten, Insitut für Natursport und Ökologie. Lude, A. (2001). Naturerfahrungen und Naturschutzbewusstsein. Innsbruck, Studienverlag. Luthe, T. (2007). Schneesport und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Filme, Fachinformationen und Praxistipps zur vernetzenden Kommunikation eines zukunftsfähigen Schneesports in Schule und Verein. Band 9 der DSV/SIS Umweltreihe. Planegg, Deutscher Skiverband. Meadows, D., J. Randers, et al. (2006). Grenzen des Wachstums – Das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel. Stuttgart, Hirzel. Michelsen, G. (2006). Von der Umweltbildung zur Bildung für eine nachhaltige Entwick - lung: Historische Entwicklung, Inhalte und Selbstverständnis. Bildung für nachhaltige Entwicklung – Perspektiven für die Umweltbildung. B. Hiller and M. Lange. Münster. Obst, F. und K. Bös (1997). „Akzeptanz und Wirkung zusätzlicher Sportstunden in der Grundschule.“ Sport Praxis 2. Rychen, D. S. und L. H. Salganik, Eds. (2003). Key Competencies for a successful Life and a Well-Functioning Society. Göttingen, Hogrefe & Huber. Schmidt, W., I. Hartmann-Tews, et al., Eds. (2003). Erster Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht. Schorndorf, Karl Hofmann. Transfer -21, P. (2007). Orientierungshilfe Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Sekundarstufe 1-Begründungen, Kompetenzen, Lernangebote. Ulrich, R., S. (1993). Biophilia, Biophobia and Natural Landscapes. The Biophilia Hypo- thesis. S. Kellert, R. Washington, Island Press. Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) Vorbeugende Maßnahmen wie die Aufklärung über Sicherheit und richtiges Verhalten im Skisport sowie die Information über Erfordernisse der Sicherheit und Umweltverträglichkeit werden im Sinne der Stiftung gefördert. ■ Unfallsichere Ski-Ausrüstung Wir fördern Projekte zur Entwicklung von möglichst unfallsicherer Ski-Ausrüstung in Zusammenarbeit mit renommierten Forschungseinrichtungen. ■ Auswertung von Ski-Unfällen Wir ergründen die Unfallursachen gemeinsam mit der Auswertungsstelle für Ski-Unfälle (ASU) und erarbeiten Maßnahmen zur Unfallverhütung. ■ Finanzierung und Organisation der DSV-Skiwacht Wir beraten und helfen in 39 Skigebieten in Deutschland. ■ Umweltforschung und ökologische Leitkonzepte Wir fördern innovative Umweltprojekte und entwickeln nachhaltige Leitkonzepte für Großveranstaltungen des Wintersports. ■ Geprüfte Skigebiete Wir testen vor Ort die Sicherheit der einzelnen Skigebiete nach betimmten Kriterien und verleihen das Prädikat „Geprüftes Ski-Gebiet“. ■ Kommunikation, Maßnahmen und Weiterbildung Wir entwickeln und fördern, was für den Skisport nachhaltig begeistert. Das Projekt wurde initiiert und finanziert von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung Hubertusstr. 1 82152 Planegg Tel: 0049 (0)89-85790284 www.ski-online.de/umwelt Information und Anmeldung Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Natursport und Ökologie Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln Tel: 0049 (0)221-49824080 ticket2nature@dshs-koeln.de w w w . t i c k e t 2 n a t u r e . d e

  • INOEK_Band_29_UpperRhineValley.pdf
    F o r s c h u n g s b e r ic h t N a t u r s p o r t u n d Ö k o lo g ie R A D - D E S T I N A T I O N U P P E R R H I N E V A L L E Y © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 2 RAD‐DESTINATION UPPER RHINE VALLEY Endbericht Deutsche Sporthochschule Köln Stand Juni 2012 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 3 IMPRESSUM Auftraggeber: Upper Rhine Valley c/o Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG Rathausgasse 33 79098 Freiburg Projektleitung: Prof. Dr. Ralf Roth Projektbearbeitung: Dr. Achim Schmidt Alexander Krämer Patricia Förschner Alexandra Höller Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Natursport und Ökologie Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln www.natursport‐dshs‐koeln.de Bildnachweis: Scott Sports, Deutsche Sporthochschule Köln Zitierweise: Roth, R., Schmidt, A. & A. Krämer (2012): Rad‐Destination Upper Rhine Valley. Forschungsbericht. – Schriftenreihe Institut für Natursport und Ökologie, Deutsche Sporthochschule Köln. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 4 INHALTSVERZEICHNIS 1 EINLEITUNG ............................................................................................................................ 7 2 RADMARKT UND RADTOURISMUS ........................................................................................ 12 2.1 Radmarkt in Deutschland, Frankreich und der Schweiz........................................................................ 12 2.2 Radnutzung ........................................................................................................................................ 13 3 BESTANDSANALYSE ............................................................................................................... 16 3.1 Vorgehen ........................................................................................................................................... 16 3.2 Räumliche Gliederung ........................................................................................................................ 17 3.3 Tourenangebot ................................................................................................................................... 19 3.4 GPS‐Angebote .................................................................................................................................... 21 3.5 Anforderungsprofile ........................................................................................................................... 26 3.6 Mehrsprachigkeit der Tourenangebote ............................................................................................... 30 3.7 Radverleih .......................................................................................................................................... 32 3.8 Tour‐Angebote ................................................................................................................................... 34 3.9 Wettbewerbe / Events ....................................................................................................................... 36 3.10 Touristische Kennzahlen ..................................................................................................................... 38 3.11 Literatur ............................................................................................................................................. 41 4 POTENZIALANALYSE .............................................................................................................. 45 4.1 Stärken und Schwächen ...................................................................................................................... 45 4.2 Stärken‐ und Schwächenprofile nach Zielgruppen für das URV ............................................................ 47 4.2.1 Trekking/Touren/E‐Bike (Schutzblechfahrräder) ............................................................................... 47 4.2.2 Mountainbike ..................................................................................................................................... 48 4.2.3 Rennrad .............................................................................................................................................. 48 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 5 5 REGIONALE WORKSHOPS ...................................................................................................... 50 6 HANDLUNGSKONZEPT RADTOURISMUS UPPER RHINE VALLEY .............................................. 61 7 MASSNAHMENPLAN ............................................................................................................. 65 7.1 Schlüsselprojekt 1: Arbeitskreis Rad Upper Rhine Valley/Produktmanagement ................................. 66 7.2 Schlüsselprojekt 2: Leitfaden zur qualitativen Angebotsentwicklung ................................................. 68 7.3 Impulsprojekt 1: Upper Rhine Valley Bike‐Guide ............................................................................... 70 7.4 Impulsprojekt 2: Ost‐West‐Angebote ................................................................................................ 71 7.5 Impulsprojekt 3: Zielgruppenorientierte Kommunikation .................................................................. 73 7.6 Impulsprojekt 4: 2‐3 Länder Touren .................................................................................................. 75 7.7 Impulsprojekt 5: Outdoor Trophy URV / Raid URV ............................................................................. 76 8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK ................................................................................... 79 9 ANHANG ............................................................................................................................... 82 9.1 Quellenverzeichnis ............................................................................................................................. 82 9.2 Tabellenverzeichnis ............................................................................................................................ 82 9.3 Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................ 83 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 6 EINLEITUNG © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 7 1 EINLEITUNG Projekthintergrund Im Projektgebiet "Upper Rhine Valley" nimmt Sporttourismus eine wichtige Schlüsselposition ein. Er ist Wirtschaftsfaktor, Standortfaktor, Job‐Motor und Imageträger in einem. Dabei wird die Nachfrage maßgeblich durch eine entsprechende Produkt‐ und Angebotsentwicklung stimuliert. Die Landkreise, Departments, Kantone und Städte treten in ihren Ländern als Vernetzer, Förderer und Vermittler für einen prosperierenden Sport‐ und Gesundheitstourismus ein. Ausgehend von einer vielfach dokumentierten Nachfrage nach radtouristischen Angeboten und einem stetigem Wachstum des Radtourismus in den letzten Jahren in Deutschland, Frankreich und der Schweiz (ADFC, 2011) wurde das Institut für Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschule Köln mit der Studie „Rad‐Destination Upper Rhine Valley“ beauftragt. Über dieses Projekt soll grundsätzlich die regionale Tourismuswirtschaft gestärkt und das Image und die internationale Bekanntheit von Upper Rhine Valley gesteigert werden. Projektmodule und Ziele Für eine erfolgreiche Destination ist es notwendig die eigenen Aktivitäten zielgerichtet und konzeptionell zu entwickeln. Ohne eine an den Marktbedürfnissen ausgerichtetes und mit den wichtigsten Akteuren gemeinsam erarbeitetes Handlungskonzept auf wissenschaftlicher Basis, ist ein abgestimmtes Agieren und Zusammenwirken von öffentlicher Hand, Tourismusmarketingorganisationen und Leistungsträgern nicht möglich. Die gilt insbesondere auch für eine grenzüberschreitende Destination wie "Upper Rhine Valley". Auf der Basis einer Bestands‐ und Potenzialanalyse des Radtourismus in den beteiligten Regionen, mehreren Treffen der mit wichtigen Entscheidungsträgern besetzten Projektsteuerungsgruppe und der Durchführung von radtouristischen Regionalkonferenzen mit Touristikern und Praktikern, wurden grenzüberschreitende Rad‐Angebote für unterschiedliche Zielgruppen erarbeitet sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Fort‐ und Weiterbildungsangebote konzipiert. Projektsteuerungsgruppe Zur fachlichen Beratung und Lenkung der Bearbeiter der Studie wurde eine projektbegleitende Lenkungsgruppe etabliert. Diese setzt sich aus Experten aus der regionalen Tourismusverwaltung sowie dem Auftragnehmer zusammen (Tabelle 1). In mehreren Sitzungen wurden die Mitglieder über den jeweils aktuellen Projektstand informiert und die Ergebnisse zur Diskussion gestellt. Kritik, Anregungen und Vorschläge der Gruppe wurden entsprechend aufgenommen und in die weitere Projektbearbeitung integriert. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 8 Auch nach Projektende wird angeregt, dass die Lenkungsgruppe weiterhin Bestand hat und die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen begleitet und in Abhängigkeit aktueller Entwicklungen und Gegebenheiten diskutiert. Tabelle 1: Projektsteuerungsgruppe Rad‐Destination Upper Rhine Valley Name Organisation Fleith, Christian Agence de développement touristique du Bas-Rhin Friche, Michel Canton et République du Jura Grewis, Alain Direction Régionale JSCS d'Alsace Hirschi, Bruno Stiftung SchweizMobilc/o Velobüro Hotz, Sascha Schwarzwald Tourismus GmbH Krämer, Alexander Deutsche Sporthochschule Köln Krebs, Corinna Upper Rhine Valley Krull, Cristopher Schwarzwald Tourismus GmbH Levy, Marc Agence de développement touristique du Bas-Rhin Million-Hunckler, Catherine Haute-Alsace Tourisme, ADT 68 Millithaler, Luc Haute-Alsace Tourisme, ADT 68 Roth, Ralf Deutsche Sporthochschule Köln Schmidt, Achim Deutsche Sporthochschule Köln Ulrich, Irene Upper Rhine Valley Weissgerber, Christian Conseil Général du Bas-Rhin Wissinger, Yannis Haute-Alsace Tourisme, ADT 68 Regionalkonferenzen Neben der Projektsteuerungsgruppe wurden weitere Experten im Rahmen von zwei durchgeführten Regionalkonferenzen / Workshops in das Projekt integriert (vgl. Kapitel 5). Zum Workshop in Straßburg waren die Experten aus Frankreich und dem Kanton Jura eingeladen (Tabelle 2), der Workshop in Freiburg wurde für die Experten aus dem Schwarzwald, der Südpfalz und den deutschsprachigen Kantonen in der Nordwestschweiz ausgeschrieben (Tabelle 3). Tabelle 2: Teilnehmer an der Regionalkonferenz in Straßburg Name Organisation Clevenot, Jean Bapiste Trace Verte Diebold, Patrick Alsace Cyclhôtel © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 9 Name Organisation Ehrmann, Marie-Hélène Communauté de Communes du Rhin Ford, Glenn Bicyclette Go Keller, Christiane Horizons d'Alsace Krämer, Alex Deutsche Sporthochschule Köln Krebs, Corinna Upper Rhine Valley Levy, Marc Agence de Développement Touristique du Bas-Rhin Petignat, Valer Canton du Jura - Office cantonal des Sports Poirson, Thomas Direction Régionale de la Jeunesse, des Sports et de la Cohésion Sociale d'Alsace Roth, Ralf Deutsche Sporthochschule Köln Schmidt, Achim Deutsche Sporthochschule Köln Ulrich, Irene Upper Rhine Valley Weissgerber, Christian Conseil Général du Bas-Rhin Wissinger, Yannis Agence de Développement Touristique de Haute-Alsace Tabelle 3: Teilnehmer an der Regionalkonferenz in Freiburg Name Organisation Arend, Norbert Genussradeln Pfalz Förschner, Patrica Deutsche Sporthochschule Köln Fünfgeld, Eva Hirsch-Sprung Haag, Hugo Stadt Offenburg Hirt, Egon Fa. Sport Hirt Höller, Alexandra Deutsche Sporthochschule Köln Holz, Uta Südliche Weinstraße e.V. Hotz, Sascha Schwarzwald Tourismus GmbH Kelter, Tobias Tourismusverein Südliche Weinstraße Bad Bergzabern e.V. Kimmig, Lothar Gengenbach Kleist, Achim Fahrradverleih Pfalz Knacker , Julian Pfalz.Touristik e.V - Projektmanager Radtourismus Krämer, Alex Deutsche Sporthochschule Köln Krebs, Corinna Upper Rhine Valley Krull, Christopher Schwarzwald Tourismus GmbH Kupka, Karin Stadt Lörrach © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 10 Name Organisation Roth, Ralf Deutsche Sporthochschule Köln Schmidt, Achim Deutsche Sporthochschule Köln Senn, Annette Region Breisach-Kaiserstuhl Ulrich, Irene Upper Rhine Valley Wiedrig, Silke Kreis Germersheim Zielgruppen Als Hauptzielgruppen der Projektmaßnahmen wurden im Vorfeld die Familien‐ und Aktivurlauber sowie Sportler und Sportlerinnen (Rennradfahrer und in Teilbereichen Mountainbiker) festgelegt, ohne jedoch spezifische Teilzielgruppen unberücksichtigt zu lassen. Eine Konzentrierung auf die Zielgruppen Familie und Aktivurlauber sowie Sport erscheint vor dem Hintergrund der Zielgruppengröße sinnvoller, als hochspezifische Angebote für kleine und kleinste Zielgruppen zu entwickeln. Ablaufplan Abbildung 1: Projektablaufplan „Rad‐Destination Upper Rhine Valley“. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 11 RADMARKT UND RADTOURISMUS © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 12 2 RADMARKT UND RADTOURISMUS 2.1 Radmarkt in Deutschland, Frankreich und der Schweiz Die Bedeutung des Fahrrads spielt in den drei Untersuchungsländern eine unterschiedliche Rolle in Hinblick auf die Verkaufszahlen und die prozentuelle Verteilung in Radsegmente. Während Deutschland und die Schweiz bezüglich der Fahrradnutzung eher die klassischen Fahrradländer repräsentieren, ist die Fahrradnutzung in Frankreich auf eine sportliche und touristische Nutzung konzentriert. Einen ersten Einblick bezüglich der Bedeutung des Fahrrads stellen die Verkaufszahlen und der Radbestand in Relation zur Gesamtbevölkerung dar (Tabelle 4). Tabelle 4: Verkaufs‐ und Bestandszahlen Rad in D, F und CH im Jahr 2010 (Quellen: ZIV, velosuisse und tousavleo). D F CH Verkaufszahlen 2010 3,91 Mio 3,03 Mio 0,35 Mio 2010 verkaufte Räder pro 1000 Einwohner 47,8 46,3 44,3 Durchschnittspreis (€) 490 262 1060 Gesamtradbestand 70 Mio 27 Mio 3,9 Mio Räder pro 1000 Einwohner 855 415 582 Deutschland Eine in den letzten Jahren leicht rückläufige Stückzahl von knapp vier Millionen verkauften Rädern steht einem sehr hohen Radbestand von 70 Millionen Rädern in deutschen Haushalten gegenüber, der sich auch relativ betrachtet erheblich von den beiden Nachbarländern unterscheidet. Eine Erklärung könnte die höhere Qualität der in Deutschland verkauften Räder sein, die auch eine höhere Lebensdauer des einzelnen Rades impliziert. Dies lässt sich am durchschnittlichen Verkaufspreis eines Rades festmachen, der in Frankreich deutlich unter dem der Schweiz und Deutschlands liegt. Frankreich Die französischen Radverkaufszahlen liegen mit über drei Millionen verkauften Rädern auf hohem Niveau und in Europa an dritter Stelle der Verkaufsstückzahlen. Allerdings ist der Durchschnittspreis mit 262 Euro deutlich unter dem der Schweiz und Deutschlands angesiedelt, was für einen hohen Anteil an Discounterrädern z.B. aus Super‐ und Baumärkten spricht. Die hiermit einhergehende geringere Qualität der Fahrräder spiegelt sich auch im französischen Gesamtradbestand wieder, der gegenüber Deutschland deutlich geringer ausfällt, weil die Räder eine kürzere Lebensdauer aufweisen. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 13 Schweiz Der Fahrradabsatz in der Schweiz liegt in den letzten Jahren leicht steigend bei ca. 350.000 Einheiten. Der durchschnittliche Verkaufspreis von über 1000 Euro hängt zum einem mit dem hohen Qualitätsstandard, dem hohen E‐Bike Anteil und zum anderen aber auch mit dem Ausklammern der Kinderrädern (10‐18 Zoll) für die zugrundeliegende Statistik zusammen. Abbildung 2: Prozentuale Anteile der verkauften Radtypen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz an der Gesamtstückzahl im Jahr 2010. Zusammenfassung von Untertypen in den nationalen Quellen. (CH: Kinderäder unter 24 Zoll sind nicht berücksichtigt. ‐ Quellen: ZIV, velosuisse und tousavleo). Die wesentlichen Unterschiede bei der Verteilung der Radtypen zwischen den einzelnen Ländern liegen im stark ausgeprägten E‐Bike und MTB Segment in der Schweiz, dem hohen Kinderrad‐ und sehr geringen E‐Bike‐Anteil in Frankreich und dem hohen Anteil an Cityrädern in Deutschland. Die dargestellte Radtypenverteilung wird durch die im folgenden Unterkapitel dargestellte Radnutzung in den Untersuchungsländern erläutert. 2.2 Radnutzung Während der Schweizer und Deutsche jährlich im Mittel ca. 300 km mit dem Rad zurücklegen, fährt der Franzose nur etwa 90 km mit dem Rad. In den führenden europäischen Radnationen wie den Niederlanden und Dänemark liegt dieser Wert bei etwa 1.000 km/Jahr. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 14 Dieses Bild zeigt sich auch in der Wahl der Verkehrsmittel. Ein europäisches Modal Split Ranking in Bezug auf den Radverkehr zeigt dänische und niederländische Städte im europäischen Vergleich weit vorne, während insbesondere südeuropäische Städte nur ein minimales Radverkehrsaufkommen aufweisen. Im nationalen Vergleich liegt Straßburg mit 15% Radverkehrsaufkommen deutlich vor vielen französischen Städten. Freiburg weist einen Anteil von 27% auf und Basel 17%. Leiden in den Niederlanden zeigt 48%, Amsterdam 38%, Münster 28% und Bordeaux 8%. Zusammenfassend erstreckt sich die Radnutzung in der Schweiz und Deutschland neben Freizeit und Urlaub auch in erheblichem Umfang auf die Alltagsnutzung. Während in den meisten französischen Regionen ebendiese Nutzung nur sehr schwach ausgeprägt ist und meist unter fünf Prozent anzusiedeln ist, nimmt die Region Elsass eine Sonderstellung mit deutlicher höherer Alltagsradnutzung ein (Straßburg, Colmar). Im Gegensatz zur untersuchten Region ist die Radnutzung in Frankreich jedoch normalerweise sehr stark auf den Urlaub und die Freizeit im sportiven Sinne konzentriert. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 15 BESTANDSANALYSE © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 16 3 BESTANDSANALYSE 3.1 Vorgehen Zu Beginn der Bestandsanalyse wurde für jede der definierten Teilregionen ein Ansprechpartner bestimmt, über den die Informationen zu den jeweiligen Regionen abgefragt wurden. Hierbei wurden Daten zu bestehenden Touren / Wegenetze, eventuell vorhandene Geodaten, die vorhandene Service‐Infrastruktur (Verleih, Touranbieter, Veranstaltungen), sowie vorhandene Printmaterialien abgefragt. Die Qualität der gelieferten Daten variierte hierbei von Region zu Region sehr stark, Geodaten konnten von keiner Region geliefert werden. Gleichzeitig erfolgte eine intensive Internetrecherche in den 6 Teilregionen. Hierbei wurden zu den oben genannten Kategorien alle über die jeweiligen Regionen / Tourismusorganisationen offiziell zugänglichen bzw. von dort direkt verlinkten Internetseiten durchsucht. Spezielle Tourenportale mit nutzergeneriertem Inhalt wurden für die Bestandsanalyse nicht berücksichtigt, sondern nur „offizielle“ Angebote. Printprodukte wurde zudem anhand ihrer Verfügbarkeit über den Buchhandel recherchiert. Insgesamt wurden bei der Recherche über 1.000 Datenbankeinträge in 66 Kategorien mit fast 20.000 Einzelinformationen generiert. Darüber hinaus fand eine Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen von GISOR / SIGRS (Geographisches Informationssystem für das Gebiet des Oberrheins / Systéme d´Information Géographique du Rhin Supérieur) statt, um weitere Hintergrunddaten zu beschaffen. Die dort vorliegenden bzw. zur Verfügung gestellten Daten zu administrativen Grenzen und zur Verkehrsinfrastruktur brachten allerdings für den Bereich Radtourismus keine zusätzlichen Erkenntnisse. Zur Vervollständigung wurden zudem touristische Kennzahlen bezogen, die für das Projektgebiet vom Tourismusverband Elsass zur Verfügung gestellt wurden. Abbildung 3: Vorgehensweise Bestandsanalyse. Kontaktdaten Regionale Ansprechpartner Infrastruktur / Wegenetze (wenn möglich Geodaten) Service‐Infrastruktur: Verleih, Touranbieter, Veranstaltungen Printmaterial, Literaturrecherche Hintergrunddaten (z.B. GISOR / SIGRS): Geodaten, Administration, tourist. Kennzahlen / Betten / Nächtigungen © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 17 3.2 Räumliche Gliederung Das Projektgebiet Upper Rhine Valley umfasst in Frankreich die beiden Departements Bas Rhin (67) und Haut Rhin (68), die zusammen die Region Elsass bilden. Auf deutscher Seite sind die naturräumliche Einheit des Schwarzwalds sowie die Südpfalz und in der Schweiz sind im Projektgebiet die Kantone Basel Stadt und Basel Land, Solothurn, Aargau und Jura enthalten. Die Gesamtfläche beträgt 21.362 km² und die Höhenlage reicht von 83 m im Nordwesten bis zu 1.493 m am Feldberg im Südschwarzwald. Zur Datenerfassung im Rahmen der Bestandsanalyse wurde das Projektgebiet URV wie beschrieben in sechs Teilregionen aufgeteilt, die in Tabelle 5 sowie in Abbildung 4 dargestellt sind. Die räumliche Gliederung richtete sich dabei nach den administrativen Gegebenheiten bzw. im Schwarzwald zusätzlich entlang der Grenze der beiden Naturparke Südschwarzwald bzw. Schwarzwald Mitte/Nord, die von den Projektpartnern vorgegeben wurden. In den folgenden Kartenabbildungen werden alle Ergebnisse der Bestandanalyse raumbezogen in Form von Balkendiagrammen dargestellt. Neben den in Tabelle 5 dargestellten Teilregionen werden auch Angebote, die grenzüberschreitend zwischen zwei oder mehreren Regionen bestehen, separat erfasst und aufgeführt (z.B. werden grenzüberschreitende deutsch‐französische Angebote dann in der Ergebnistabelle und Karte der Region D/F zugewiesen). Die Ergebnisse für die jeweiligen Teil‐(Regionen) werden als Balkendiagramme in allen Kartendarstellungen innerhalb dieses Kapitels immer an der Position der den Teilregionen zugewiesenen blauen Punkte in Abbildung 4 gezeichnet. Betrachtet man die Flächengröße der einzelnen Teilregionen, so wird deutlich, dass mit Ausnahme der Pfalz, alle Teilregionen annähernd gleich groß sind. Auch die Höhendifferenzen innerhalb der Teilgebiete sind – mit Ausnahme der Pfalz – mit jeweils über 1.000 m ähnlich groß, sodass sich die Ergebnisse der Teilregionen gut vergleichen lassen. Die Erfassung erfolgte wie in der Zielsetzung des Projekts festgelegt getrennt nach den Zielgruppen bzw. Erfassungseinheiten Mountainbike, Rennrad, Schutzblechrad (Trekking, Touren) und E‐Bike. Tabelle 5: Räumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets in Teilregionen für die Bestandsanalyse. Flächengröße und Höhenunterschiede. Region Abkürzung / abréviation Fläche / superficie (km²) min Höhe / altitude max Höhe / altitude Höhendifferenz / dénivellement (m) F ‐ Bas Rhin (67) 67 4.675 97 1.103 1.006 F ‐ Haut Rhin (68) 68 3.399 164 1.413 1.249 D – Nordschwarzwald SWN 4.002 83 1.160 1.077 D – Südschwarzwald SWS 4.136 155 1.493 1.338 D – Pfalz PF 1.456 83 677 594 CH ‐ Nordwestschweiz CH 3.692 241 1.424 1.183 Total 21.362 83 1.493 1.410 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 18 Abbildung 4: Untersuchungsgebiet Upper Rhine Valley und Abgrenzung der Teilregionen. An Stelle der blauen Punkte werden in den folgenden Abbildungen die entsprechenden Balkendiagramme mit den Ergebnissen für die jeweiligen Regionen dargestellt. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 19 3.3 Tourenangebot Dir Recherche nach dem Tourenangebot ergab für die gesamte Region eine enorm hohe Anzahl an Touren. So konnten insgesamt 558 Touren erfasst werden. Sowohl innerhalb der Regionen als auch innerhalb der Zielgruppen sind deutliche Unterschiede festzustellen. Das größte Tourenangebot findet sich im Nordschwarzwald, gefolgt vom Südschwarzwald und den beiden französischen Departements. Den Großteil der Touren machen Angebote für Mountainbike und Schutzblechrad aus. Rennrad und E‐Bike Angebote nehmen nur einen sehr geringen Anteil ein, wobei für beide letztgenannten Kategorien fast nur Angebote im Schwarzwald vorhanden sind. E‐Bike Angebote fehlen in Frankreich komplett. Auffällig ist weiterhin, dass aktuell kaum grenzüberschreitende Angebote vorhanden sind. Lediglich im Bereich Tourenrad gibt es 37 Touren, die zwischen Deutschland und Frankreich angeboten werden. Die erfassten Touren sind in Tabelle 6 und Abbildung 5 dargestellt. Betrachtet man die Länge der erfassten Touren (Tabelle 7), so ergibt sich eine Gesamtlänge von 23.035 km. Die Verteilung auf die Regionen entspricht dabei der Verteilung anhand der Tourenanzahl. Bezogen auf die einzelnen Zielgruppen erreichen die Tourenradangebote und die Rennradangebote im Vergleich zu den Mountainbike‐ und E‐Bike‐Angeboten höhere Gesamtlängen, da hier die einzelnen Tourenlängen sportartbedingt länger sind. Von den 558 erfassten Touren sind laut Angaben der recherchierten Internetseiten 362 Touren mit einer eigenen Beschilderung versehen, was einem Anteil von 65 % entspricht. Tabelle 6: Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. Region Touren gesamt / total MTB / VTT RR / VC SBF / VTC E‐Bike / VAE F 4 1 ‐ 3 ‐ 67 73 51 ‐ 22 ‐ 68 85 47 ‐ 38 ‐ SW 3 1 ‐ 2 ‐ SWN 136 101 11 18 6 SWS 99 46 13 5 35 PF 41 8 1 29 3 CH 54 25 1 27 1 D/F/CH 10 2 2 6 ‐ D/F 38 1 ‐ 37 ‐ D/CH 12 2 2 8 ‐ CH/F 3 ‐ ‐ 3 ‐ Total 558 285 30 198 45 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 20 Abbildung 5: Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. E-Bike / VAE SBF / VTC RR / Velo Course MTB / VTT gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 21 Tabelle 7: Tourenangebot – Länge der erfassten Touren. Region Touren gesamt / total (km) MTB / VTT (km) RR / VC (km) SBF / VTC (km) E‐Bike / VAE (km) F 735 417 ‐ 318 ‐ 67 1.690 987 ‐ 703 ‐ 68 2.863 1.295 ‐ 1.568 ‐ SW 930 450 ‐ 480 ‐ SWN 5.199 3.191 896 967 308 SWS 3.917 1.445 1.167 187 1.233 PF 1.599 204 91 1.298 185 CH 2.588 847 68 1.809 68 D/F/CH 997 435 239 758 ‐ D/F 1.895 50 ‐ 1.845 ‐ D/CH 504 139 176 328 ‐ CH/F 119 ‐ ‐ 119 ‐ Total 23.035 9.460 2.636 10.380 1.794 3.4 GPS‐Angebote Neben dem reinen Vorhandensein der Touren, wurden weitere Parameter zu den angebotenen Touren erfasst. Ein immer wichtiger werdender Aspekt ist die Möglichkeit, die beschriebenen Touren auch als GPS‐Track herunterladen zu können. Die Verteilung der in der Region vorhandenen GPS‐ Angebote ist in Tabelle 8, Tabelle 9 und Abbildung 6 dargestellt. Für 221 von 558 Touren werden GPS‐Daten angeboten. Das entspricht einem Anteil von 40 %. Die Angebote beziehen sich allesamt nur auf Touren in Deutschland, bzw. grenzüberschreitende Touren, die von deutscher Seite aus angeboten werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei v.a. bei den Mountainbike‐Angeboten, die in hoher Zahl von den beiden Naturparken im Schwarzwald angeboten werden. Während in Frankreich die GPS‐Daten zu den Touren fehlen, sind sie auf dem zentralen schweizer Tourenportal (Veloland Schweiz /Schweiz Mobil) zwar vorhanden, aber nur für Nutzer, die eine kostenpflichtige Schweiz‐Mobil‐Card gekauft haben. Aus diesem Grunde werden diese Angebote im Rahmen der Studie als „nicht frei zugänglich“ behandelt. Auf die Streckenlänge bezogen, schneiden auch hier die Rennradangebote im Vergleich zur reinen Tourenanzahl besser ab, da die einzelnen Rennradtouren im Vergleich zu den anderen Angeboten eine deutlich höhere durchschnittliche Länge aufweisen. Auf die Gesamtlänge von 23.035 Tourenkilometer bezogen sind davon 10.041 km bzw. 44 % mit GPS‐Daten hinterlegt. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 22 Abbildung 7 stellt die von den verschiedenen Internetseiten heruntergeladenen GPS‐Tracks in ihrer Lage im Raum dar. Die Ballung der Mountainbike‐Strecken in den beiden Naturparken im Schwarzwald wird auch hier deutlich. Weiterhin wird sichtbar, dass einige der Strecken v.a. im Nordschwarzwald außerhalb der URV‐Gebietsgrenzen laufen, da hier die Projektgebietsgrenze nicht identisch mit der Naturparkgrenze ist. Von den 10.041 km GPS‐Tracks laufen somit nur 7.655 km innerhalb der Projektgebietsgrenzen. Tabelle 8: GPS Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. Region Touren gesamt / total MTB / VTT RR / VC SBF / VTC E‐Bike / VAE F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ 67 ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ 68 ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ SW 2 1 ‐ 1 ‐ SWN 118 92 11 14 1 SWS 63 43 13 3 4 PF 17 4 1 12 ‐ CH ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ D/F/CH 4 1 2 1 ‐ D/F 15 1 14 ‐ D/CH 2 ‐ 2 ‐ ‐ CH/F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ Total 221 142 29 45 5 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 23 Tabelle 9: GPS Tourenangebot – Länge der erfassten Touren. Region Touren gesamt / total (km) MTB / VTT (km) RR / VC (km) SBF / VTC (km) E‐Bike / VAE (km) F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ 67 ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ 68 ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ SW 730 450 ‐ 280 ‐ SWN 4.299 2.692 896 711 95 SWS 2.726 1.402 1.167 89 182 PF 908 155 91 754 ‐ CH ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ D/F/CH 479 240 239 240 ‐ D/F 724 50 ‐ 674 ‐ D/CH 176 ‐ 176 ‐ ‐ CH/F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ Total 10.041 4.989 2.568 2.747 277 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 24 Abbildung 6: GPS Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. E-Bike / VAE SBF / VTC RR / Velo Course MTB / VTT gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 25 Abbildung 7: GPS Tourenangebot – Lage der zum Download angebotenen GPS‐Tracks. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 26 3.5 Anforderungsprofile Für fast alle Touren (91 %) existiert eine Schwierigkeitszuweisung. Während in Deutschland und der Schweiz sich ein dreistufiges System in Anlehnung an die Schwierigkeitszuweisung aus dem alpinen Skisport in die Klassen leicht (blau), mittel (rot) und schwierig (schwarz) etabliert hat, wird in Frankreich ein vierstufiges System verwendet. Laut Auskunft der französischen Projektpartner sind hierbei die Zuweisungen der mittelschwierigen und schwierigen Strecken vergleichbar und ebenfalls in den Farben rot und schwarz gehalten. Die leichten Strecken werden aber nochmals in die Kategorien leicht (grün) und weniger leicht (blau) unterteilt. Für die vorliegende Untersuchung wurden diese beiden Kategorien zur Klasse leicht (blau) zusammengefasst. Bei der weitergehenden Interpretation der folgenden Ergebnisse ist dieser Umstand auf französischer Seite entsprechend zu berücksichtigen. Wie in Tabelle 10 und Abbildung 8 ersichtlich, ist die Anzahl an leichten und mittelschwierigen Touren relativ gleich verteilt, schwere Touren sind weniger häufig vorhanden. Während in Deutschland hierbei vor allem die mittelschweren Touren dominieren, sind in Frankreich vor allem leichte Touren vorhanden, wobei dieser Umstand der eingangs beschriebenen vierstufigen Schwierigkeitszuweisung geschuldet sein kann. Abbildung 9 zeigt die Schwierigkeitszuweisung der angebotenen Touren getrennt nach den vier untersuchten Zielgruppen. Auffällig ist hier, dass bei den Tourenrad‐Angeboten die leichten Touren dominieren. Betrachtet man die mit dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad ausgewiesene Gesamttourenlänge, so tritt erwartungsgemäß die Dominanz der – in der Regel längeren ‐ mittelschweren Strecken im Vergleich zu den leichten Strecken hervor. Gleichzeitig erreichen die schwierigen Touren aufgrund ihrer ebenso in der Regel längeren Distanz einen im Vergleich zur Tourenanzahl deutlich höheren Anteil. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 27 Tabelle 10: Schwierigkeitszuweisung – Anzahl und Länge der erfassten Touren. Region leicht / facile mittel / difficile schwer / grande difficulté Anzahl / nombre km Anzahl / nombre km Anzahl / nombre km F 1 35 - ‐ 1 417 67 42 889 25 616 6 186 68 28 586 26 813 9 497 SW 1 200 1 280 1 450 SWN 37 1.140 63 1.947 34 1.728 SWS 28 904 42 1.839 29 1.175 PF 24 902 13 488 4 210 CH 19 708 31 1.714 4 167 D/F/CH 5 401 2 195 2 348 D/F 13 902 - ‐ 1 50 D/CH 8 266 4 238 - - CH/F - - 2 83 - - Total 206 6.931 209 8.211 91 5.226 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 28 Abbildung 8: Schwierigkeitszuweisung – Anzahl der erfassten Touren. schwer / grande difficulté mittel / difficile leicht / facile © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 29 Abbildung 9: Schwierigkeitszuweisung getrennt nach Zielgruppen ‐ Anzahl der erfassten Touren. Mountainbike Rennrad Tourenrad E‐Bike schwer / grande difficulté mittel / difficile leicht / facile © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 30 3.6 Mehrsprachigkeit der Tourenangebote In einem weiteren Schritt wurde die Mehrsprachigkeit der Tourenangebote untersucht. Dabei legen die Werte in Tabelle 11 und Abbildung 10 den Schluss nahe, dass fast alle Angebote mehrsprachig zumindest in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch angeboten werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass sich diese „Mehrsprachigkeit“ in der Regel nur auf die Mehrsprachigkeit der jeweiligen Einstiegsseiten der Internetportale / Regionen bezieht. Diese sind fast immer mehrsprachig aufgebaut. Lediglich die Einstiegsseiten in der Südpfalz, im Kanton Jura sowie im Departement Haut Rhin weisen hier eine sichtbare Präferenz der jeweiligen Landessprache auf. Vor allem im Nordschwarzwald fällt auf, dass neben den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch bei allen Einstiegsseiten auch noch weitere (Fremd‐)Sprachen angeboten werden. Begibt man sich auf den jeweiligen Internetseiten aber auf die konkreten Tourenbeschreibungen, so ist diese Mehrsprachigkeit in den allermeisten Fällen nicht mehr vorhanden. Nur die wenigsten detaillierten Tourenbeschreibungen sind mehrsprachig hinterlegt, in der Regel erfolgt diese Beschreibung nur in der jeweiligen Landessprache. Tabelle 11: Mehrsprachigkeit der Tourenangebote. Region gesamt / total D F E weitere / autres F 4 4 4 4 ‐ 67 73 73 73 73 ‐ 68 85 63 85 63 1 SW 3 3 3 3 3 SWN 136 136 129 129 116 SWS 99 99 93 93 30 PF 41 41 10 12 9 CH 54 31 54 31 18 D/F/CH 10 10 10 8 7 D/F 38 38 36 8 2 D/CH 12 12 12 12 12 CH/F 3 3 3 3 1 Total 558 513 512 439 199 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 31 Abbildung 10: Mehrsprachigkeit der Tourenangebote. D = deutsch, F = französisch, E = englisch. weitere / autres E F D gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 32 3.7 Radverleih Im Rahmen der Studie wurde auch der Radverleih im Projektgebiet Upper Rhine Valley erfasst. Hierbei wurden nur Betriebe mit mindestens 10 Leihrädern berücksichtigt. Neben einzelnen Verleihstationen wurden auch die in den größeren Städten vorhandenen Leihsysteme berücksichtigt. Die Spanne im Verleih reicht hierbei von 10 Rädern in Kleinbetrieben bis hin zu über 350 Leihrädern bei den größeren Verleihsystemen. Bezogen auf die Fahrradart dominieren die Tourenräder gefolgt von den Mountainbikes, die z.B. im Südschwarzwald bei fast allen Verleihstationen ausgeliehen werden können. Auch E‐Bikes können vor allem im Südschwarzwald ausgeliehen werden, wo mittlerweile über 200 Leih‐E‐Bikes im Verleih sind und bereits seit 2006 Erfahrungen mit dem E‐Bike‐ Verleih gesammelt wurden, aber auch in den anderen Regionen wurden in den letzten Jahren entsprechende Verleihsysteme installiert. Eine Leihmöglichkeit für Rennräder ist hingegen auf der gesamten Fläche kaum vorhanden. Tabelle 12: Radverleih. Region gesamt / total MTB / VTT RR / VC SBF / VTC E‐Bike / VAE F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ 67 10 6 2 8 5 68 11 7 3 9 4 SW ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ SWN 12 5 1 8 4 SWS 19 15 2 13 11 PF 4 2 ‐ 3 3 CH 9 3 ‐ 8 7 D/F/CH ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ D/F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ D/CH ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ CH/F ‐ ‐ ‐ ‐ ‐ Total 65 38 8 49 34 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 33 Abbildung 11: Radverleih. E-Bike / VAE SBF / VTC RR / Velo Course MTB / VTT gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 34 3.8 Tour‐Angebote Neben der Radsportinfrastruktur (Strecken) und den darauf angebotenen und beschriebenen Tourenvorschlägen wurden im Rahmen der Studie auch kommerziell angebotene Touren und deren Anbieter erfasst. Hierbei wurden nur die drei Länder Frankreich, Deutschland und die Schweiz untersucht und auf eine weitere Untergliederung der Teilregionen verzichtet. Tabelle 13 und Abbildung 12 zeigen die entsprechende Verteilung der angebotenen Touren, wobei ein‐ und mehrtägige Angebote berücksichtigt wurden. Die meisten Touren (152) werden in Frankreich angeboten, wobei hier vor allem Tourenrad‐Angebote vorhanden sind und die anderen Sportarten / Zielgruppen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die 102 in Deutschland angebotenen Touren verteilen sich gleichmäßiger auf die verschiedenen Sportarten / Zielgruppen, wobei hier die Mountainbiketouren noch vor den Tourenrad‐Angeboten liegen. Bei den 50 in der Schweiz angebotenen Touren dominieren hingegen wieder eindeutig die Tourenrad‐Angebote. Die insgesamt 65 Anbieter dieser Touren stammen in der Mehrheit direkt aus den jeweiligen Regionen, wobei hier die deutschen Tour‐Anbieter die höchste Anzahl stellen, gefolgt von französischen und schweizer Anbietern (vgl. Tabelle 14). Darüber hinaus sind auch mehrere Anbieter aus weiteren Ländern in der Region aktiv, 5 Anbieter sogar aus Übersee (Kanada und USA). Tabelle 13: Kommerzielle Tourenangebote. Region gesamt / total MTB / VTT RR / VC SBF / VTC E‐Bike / VAE F 152 19 9 120 4 D 102 39 20 27 16 CH 50 4 9 32 5 Total 304 62 38 179 25 Tabelle 14: Herkunft der Touranbieter. Region Herkunft / origine D 21 F 13 CH 10 CAN 4 GB 4 Region Herkunft / origine AUT 3 DEN 2 NL 2 NOR 2 BEL 1 Region Herkunft / origine FIN 1 ITA 1 USA 1 Total 65 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 35 Abbildung 12: Kommerzielle Tourenangebote. E-Bike / VAE SBF / VTC RR / Velo Course MTB / VTT gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 36 3.9 Wettbewerbe / Events Im Projektgebiet finden eine Vielzahl an Radsport‐Wettbewerben und Events statt. Von den 425 erhobenen Veranstaltungen finden fast die Hälfte (198) in Frankreich statt. Hierbei handelt es sich zum größten Teil um Rennrad‐Veranstaltungen, die in der Regel einen eher ambitionierten Charakter aufweisen. Auch MTB‐Veranstaltungen gibt es in Frankreich überdurchschnittlich viele. Für Tourenräder mit einem eher breitensportlichen Ansatz (Mitmachveranstaltungen) gibt es hingegen deutlich weniger Angebote und diese vor allem in Deutschland. Spezielle E‐Bike‐Veranstaltungen gibt es bislang kaum. Von touristischer Bedeutung sind aktuell vor allem die großen Radsportveranstaltungen wie die Tour de France und die Tour de Suisse, die regelmäßig auch durch das Projektgebiet führen und hier eine große mediale Aufmerksamkeit international hervorrufen und zudem auch eine Vielzahl an Zuschauern in die Region führen. Tabelle 15: Wettbewerbe / Events. Region gesamt / total MTB / VTT RR / VC SBF / VTC E‐Bike / VAE F 1 ‐ 1 ‐ ‐ 67 116 30 84 2 ‐ 68 81 23 58 ‐ ‐ SW 8 5 3 ‐ ‐ SWN 51 13 24 14 ‐ SWS 40 17 20 3 ‐ PF 37 3 30 4 ‐ CH 73 35 25 11 2 D/F/CH 3 ‐ 1 1 1 D/F 6 ‐ 3 3 ‐ D/CH 6 1 2 2 1 CH/F 3 1 1 1 ‐ Total 425 128 252 41 4 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 37 Abbildung 13: Radsportbezogene Wettbewerbe und Events. E-Bike / VAE SBF / VTC RR / Velo Course MTB / VTT gesamt / total © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 38 3.10 Touristische Kennzahlen Neben den reinen radsportbezogenen Erhebungen wurden im Rahmen des Projekts auch ergänzende touristische Kennzahlen erfasst und bewertet, v.a. auch im Hinblick auf die touristischen Potenziale der Region. In Abbildung 14 und Tabelle 16 werden die touristischen Übernachtungen in der Region dargestellt. Von den insgesamt fast 29 Millionen Übernachtungen im Jahr 2010 entfallen mit 56 % die meisten auf das deutsche URV Teilgebiet, während im französischen Teil 35 % und in der Schweiz 19 % der Übernachtungen stattfinden. Setzt man die Nächtigungen in Bezug zu den Gästeankünften, so ergibt sich für Deutschland eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,73 Tagen, die deutlich höher als die Aufenthaltsdauer in Frankreich (2,12 Tage) und in der Schweiz (1,99 Tage) ist. Für das Gesamtgebiet ergibt sich im Mittel eine Aufenthaltsdauer von 2,41 Tagen. Tabelle 16: Ankünfte, Nächtigungen und Übernachtungen 2010 (Quelle: Tourisme Alsace). Region Ankünfte / arrivées Nächtigungen / nuitées Aufenthaltsdauer / durée moyenne F 4.715.127 9.992.792 2,12 D 5.949.713 16.213.676 2,73 CH 1.296.286 2.584.150 1,99 Total 11.961.126 28.790.618 2,41 Betrachtet man die Herkunft der Gäste Tabelle 17, so dominieren erwartungsgemäß in jeder Teilregion die Gäste aus dem eigenen Land. In Deutschland sind die deutschen Gäste hier mit über 80 % eindeutig in der Mehrheit, im französischen Teilgebiet nehmen die französischen Gäste einen Anteil von 62 % und im schweizer Teilgebiet die schweizer Gäste einen Anteil von noch knapp 44 % ein. Gäste die nicht aus Deutschland, Frankreich oder der Schweiz kommen nehmen in Deutschland einen Anteil von 13 %, in Frankreich von 25 % und in der Schweiz von 34 % ein. Bezogen auf das Gesamtgebiet dominieren deutsche Gäste mit einem Anteil von 56 %, gefolgt von Franzosen mit 17 % und Schweizern mit 9 %. Von den restlichen 18 % stammt die Mehrzahl (15 %) aus weiteren europäischen Ländern, während die Überseemärkte Amerika (1,5 %) und Asien (1,1 %) aktuell einen sehr geringen Gästeanteil beisteuern. Leider liegen für das Projektgebiet keine Zahlen zu direkt oder indirekt radsportinduzierten Übernachtungen vor. Diese Daten wären im Hinblick auf Aussagen zur konkreten Wertschöpfung und Bedeutung des Radtourismus im Upper Rhine Valley sehr interessant, sind aber nur schwer und aufwändig zu generieren. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 39 Tabelle 17: Herkunft der Gäste (in %). Region Herkunft / origine F Herkunft / origine D Herkunft / origine CH andere / autres F 62,1 9,4 3,5 25,0 D 2,0 80,4 5,1 12,5 CH 3,4 19,2 43,7 33,7 Total 17,4 55,8 8,8 18,0 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 40 Abbildung 14: Touristische Übernachtungen und Herkunft der Gäste im Projektgebiet Upper Rhine Valley 2010 (Datenquelle: Tourisme Alsace). andere / autres CH D F © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 41 3.11 Literatur Anhand einer Internetrecherche wurden alle aktuellen im Buchhandel der drei Länder erhältlichen Bücher, Karten und Fahrradreiseführer in der Region erfasst. Hierbei wurde nur aktuelle Literatur berücksichtigt, d.h. keine veralteten oder vergriffenen Bücher und Karten. Prospektmaterial und ausschließlich über den Tourismus erhältliche Broschüren und Karten bei dieser Zusammenstellung keine Berücksichtigung. Insgesamt sind für die Region 21 Bücher und Fahrradreiseführer sowie 21 Fahrradkarten verfügbar, wovon einige auf Grund ihres Veröffentlichungsjahres nicht mehr aktuell zu sein scheinen (vgl. Tabelle 18). Tabelle 18: Bücher / Fahrradreiseführer und Radkarten. Region Bücher / livres Karten / cartes F 9 3 D 11 14 CH 1 4 Total 21 21 Im Folgenden werden sämtliche recherchierten Bücher und Karten nach Ländern getrennt detailliert aufgelistet. Deutschland Bücher 1) Kunkel, P: Radtouren rund um Freiburg, Braun G. Buchverlag, 2012 2) Mountainbikeguide Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Esterbauer, 2011 3) Bikeline: Radtourenbuch, Südschwarzwald‐ Radweg: Ohne Höhenanstieg rund um den Naturpark Südschwarzwald, Esterbauer, 2010 4) Chen Wan‐chung: Radatlas Elsass. Grenzenloses Raderlebnis zwischen Pfälzer Wald und Jura, dem Rhein und Lothringen, Esterbauer 2010 5) Panofsky, E: Rhein‐Radweg Teil 1: Von Andermatt nach Basel, Esterbauer, 2010 6) Bauer, K: Rennradtouren Schwarzwald: Die schönsten Trainingstouren, Bruckmann, 2008 7) Sauer, HG: Rhein‐Radweg Teil 2: Von Basel nach Mainz, Esterbauer, 2009 8) Waldvogel, A: Meine Lieblingsradtouren Schwarzwald: 17 Touren, Panico Alpin, 2009 9) Schmalfuß, H: Schwarzwald Süd, Bergverlag Rother, 2008 10) Ulrich, J: Meine Lieblingsradtouren Schwarzwald: 17 Touren, Artbeer Creation, 2001 11) Faißt, H: Der Roßkopf. Freiburgs Wahrzeichen zwischen Dreisam‐ und Glottertal: Vier Mountainbike‐Touren ‐ inkl. GPS‐Tracks!, 2000 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 42 Karten 1) ADFC‐Radtourenkarte 20 Rhein / Neckar, BVA, 2012 2) ADFC‐Radtourenkarte 24 Schwarzwald / Oberrhein, BVA, 2012 3) Südschwarzwald (Zentral), Mountainbike‐Karte: Zwischen Feldberg und Kandel. Mit 10 ADFC‐ Regionalkarte Mittlerer Schwarzwald / Strassbourg, BVA, 2011 4) Dreiländereck. Rad‐ und Freizeitkarte, BVA, 2011 5) ADFC‐Regionalkarte Karlsruhe / Baden‐Baden, BVA, 2010 6) bikeline ‐ Radkarte Pfalz (RPF4), Esterbauer, 2010 7) ADFC‐Regionalkarte Freiburg und Umgebung, BVA, 2009 8) Südschwarzwald. Zwischen Hochrhein und Feldberg. Mountainbike‐Karte, BVA, 2008 9) Radwanderkarte Rhein‐Radweg 2, Bodensee‐Basel: Mit Ausflugszielen, Einkehr‐ und Freizeittipps, reissfest, wetterfest, GPS‐genau, Publicpress, 2006 10) Südschwarzwald. Mountainbike‐Karte. Zwischen Kandel und Hornberg, BVA, 2006 11) Auf dem Mountainbike durch den Naturpark Südschwarzwald:, Digitale Kartografie Frank Ruppenthal, 2006 12) ADAC Wander‐ & RadKarte 12. Freiburg‐Ost ‐ Dreisamtal ‐ St. Peter ‐ St. Märgen: Südlicher Schwarzwald, ADAC, 2006 13) ADAC RadTourenKarte 34. Pfälzerwald, Vorderpfalz, Alzeyer Hügelland, Kaiserslautern, Mannheim, ADAC 2005 14) Dreiländereck: Rad‐ und Freizeitkarte, GeoMap, 2004 Frankreich Bücher 1) Martin, O : Vosges : 90 randonnées à pieds et à VTT, Glénat, 2011 2) Sireix, J, Thirion, C: Vosges Alsace 79 Circuits Vtt, Vtopo, 2009 3) Dominique, A : Balades a Vélo en Alsace, Petit Fute, 2008 4) Roux, J : Atlas des cols des Vosges, Altigraph, 2005 5) Morley, A: L'Alsace à vélo, Dernières Nouvelles d'Alsace, 2002 6) Reynier, JJ : Randonnées dans les Ballons des Vosges, Carthotéque, 2007 7) Buffet, X : VTT dans les Vosges, Libris, 2007 8) Lustenberger, S, Müller‐Lereuil, A: Ausflüge mit dem Mountainbike : Im Naturpark Ballon des Vosges, 1997 9) Lustenberger, S : Échappées en VTT dans le parc naturel des Ballons des Vosges, Parc naturel régional, 1996 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 43 Karten 1) Radkarte Elsass Mitte 1:75.000: Straßburg, Oberrhein, Colmar, Vogesen, 2011 2) Radkarte Elsass Süd 1:75.000: Colmar, Mulhouse, Oberrhein, 2011 3) Cycline Radkarten: Elsass Nord: Strassburg ‐ Nordvogesen ‐ Haguenau – Ortenau, Esterbauer, 2011 Schweiz Bücher 1) Veloland Basel, Werd Verlag Ag, 2010 Karten 1) MTB‐Karte 01 Baselland 1:50.000: Mountainbike Map, Hallwag Kümmerly + Frey, 2011 2) Elsass, Basel, Südschwarzwald; Alsace, Bale, Foret‐Noire, Hallwag Kümmerly + Frey, 2010 3) Swiss Singletrail Map Basel Swiss Sports Publishing, 2010 4) Basel, Basel‐Landschaft, Velokarte, Hallwag Kümmerly & Frey, 2010 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 44 POTENZIALANALYSE © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 45 4 POTENZIALANALYSE 4.1 Stärken und Schwächen Das Projektgebiet zeichnet sich durch ein ausgewöhnlich umfangreiches Streckennetz in seiner Gesamtheit aus, das ein erhebliches Potenzial für länderübergreifende Verknüpfungen bietet. Ebenso findet sich in der Region eine hohe Dichte an kulturell wie architektonisch interessanten Städten, die sich zudem noch aufgrund ihrer Lage in der Ebene hervorragend für den Radverkehr eignen. Diese Städte weisen bereits für die jeweiligen Landesverhältnisse einen hohen Radverkehrsanteil auf, oder haben das Potenzial, durch eine gute Radinfrastruktur in den nächsten Jahren den Anteil deutlich zu steigern. Die kulinarischen Spezialitäten und die hohe Dichte an qualitativ hochwertigen Gastronomieangeboten stellen ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal der Region URV dar. Der Radsport ‐ und hier vor allem der Straßenradsport ‐ nimmt in allen drei Ländern einen hohen Stellenwert ein und Events der höchsten internationalen Kategorie finden regelmäßig in der URV Region statt. Somit ließe sich dieses Potenzial deutlich besser als bisher in die Kommunikation zum Thema Radtourismus integrieren. Das brachliegende Potenzial der transnationalen Vernetzung ist eine der Hauptschwächen der Region, denn bis auf wenige gut ausgebaute und vermarktete länderübergreifende Angebote beschränken sich die Angebote auf die jeweiligen Länder und nicht über deren Grenzen hinaus. Selbst neu herausgegebene Karten enden an der nationalen Grenze und stellen keine Vernetzung her. In diesem Feld liegt der größte Handlungsbedarf für eine Neuausrichtung des URV zum Thema Radtourismus. Im Folgenden werden die Stärken und Schwächen der einzelnen Teilregionen separat beleuchtet. Deutschland Deutschland weist auf Grund seines seit Jahrzehnten öffentlich finanzierten Radverkehrsnetzes eine hohe Dichte an gut ausgewiesenen Strecken auf. Hinzu kommt eine hohe Dichte an touristischen Themenrouten. In Deutschland werden die Segmente Rennrad, MTB, Schutzblechräder (Trekking, Touring) und E‐Bike abgedeckt, wobei sich ein Großteil der Angebote in den Bereichen E‐Bike, MTB und Rennrad auf den Schwarzwald konzentrieren. In der Rheinebene und der Pfalz ist das Tourenangebot vornehmlich auf das Thema Schutzblechrad (Trekking und Touren) fokussiert. Die hohe Zahl an Wegweisungen und Routen führt jedoch auch dazu, dass Routen und Streckenabschnitte lokal nicht immer der gewünschten Qualität entsprechen, da sie oft nicht ausreichend in Stand gehalten werden können. Hier wäre mittelfristig eine Selektion nach einheitlichen Qualitätskriterien und eine anschließende Reduktion des Streckennetzes mit einer qualitativ besseren Ausstattung anzustreben. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 46 Die Darstellung der Angebote im Internet ist gut, zusammenfassende Seiten für einzelne übergeordnete Regionen fehlen jedoch. Die Mehrsprachigkeit ist oftmals gegeben, in tieferen Ebenen der Homepages wie zum Beispiel bei den Roadbooks oder Streckenbeschreibungen findet man die Angebote jedoch in der Regel nur in der Landessprache. Frankreich Das Tourenangebot in Frankreich ist etwas weniger dicht als in Deutschland ausgeprägt, jedoch quantitativ ausreichend, um einer stärkeren touristischen Nutzung zugeführt zu werden. Die Streckennetze beschränken sich auf die Bereiche Schutzblechräder (Trekking, Touring) und Mountainbike. Insbesondere die Städte Straßburg und Colmar weisen eine sehr gute Radinfrastruktur auf, die bisher jedoch touristisch noch nicht erschlossen wurde. Bei Stichproben wurden teilweise sehr schlecht asphaltierte Streckenabschnitte gefunden, die zukünftig ausgebessert werden sollten. Die Wegweiserdichte in Frankreich befindet sich häufig am unteren Limit für eine sinnvolle touristische Lenkung der ortsfremden Radfahrer. Dies trifft in besonderem Maße auf ältere Angebote zu, während sich neue Beschilderungsangebote in der Regel plausibler und besser auffindbar für den Radfahrer darstellen. Unklare Routenverläufe und fehlende Wegweiser führen seitens der Touristen zwangsläufig zu verminderter Frequentierung der Angebote. Zudem müssen in Frankreich Angebote für die Zielgruppen E‐Bike und Rennrad neu eingeführt werden, denn in diesen Segmenten bestehen aktuell keine Angebote. Die Recherchierbarkeit der Angebote in Frankreich stellt sich komplizierter dar als in Deutschland und der Schweiz. Häufig stößt man im Internet nur über Umwege auf die gesuchten Informationen zum Radfahren. Frei zugängliche GPS‐Downloads sollten ebenfalls flächendeckend und nicht nur wie gegenwärtig sporadisch zur Verfügung stehen. Die Mehrsprachigkeit ist oftmals gegeben, in tieferen Ebenen der Homepages wie zum Beispiel bei den Roadbooks oder Streckenbeschreibungen findet man die Angebote jedoch fast ausschließlich nur in der Landessprache. Schweiz In der Schweiz findet sich in den untersuchten Kantonen ein weniger dichtes, dafür aber perfekt ausgeschildertes und unterhaltenes Streckennetz, das auch für eine touristische Nutzung hervorragend geeignet ist. Explizite Angebote für Rennradfahrer finden sich nicht, alle anderen Zielgruppen werden bedient. Einziges Manko des radtouristischen Angebots in der Schweiz ist die geringe Streckendichte. Der Download von GPS‐Daten ist zudem nur nach Voranmeldung und gegen pauschale Bezahlung möglich, was aus touristischer Sicht als Hemmnisfaktor angesehen werden muss. Die Darstellung der Angebote im Internet ist sehr gut und einheitlich. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 47 4.2 Stärken‐ und Schwächenprofile nach Zielgruppen für das URV 4.2.1 Trekking/Touren/E‐Bike (Schutzblechfahrräder) Stärken Schwächen Radwegeinfrastruktur Quantitativ gutes Radfernwege‐ und Verbindungsradwegenetz Teils mangelnde Wegequalität und Beschilderung (Einheitlichkeit, Übersichtlichkeit) Zusätzliche gut ausgearbeitete überregionale Radrouten (z.B Eurovelo 5, 6, 15) Teils nicht optimale Wegeführung (z.B. entlang von Verkehrsstraßen) Alle Schwierigkeitsgrade vorhanden Teils keine Beschilderung oder Anbindung an Radfernwege Konzentration auf größte Radfahrerzielgruppe (=Trekking/Touren) Zu wenig radspezifische Angebote entlang der Strecke Viele Breitensportevents (RTF, Volksradfahren, etc.) keine Verwendung verbindlicher Standards für Qualitätssicherung Teils zu starke Steigungen E‐Bike fehlt in Frankreich Kommunikation/Service Teils gute regionale Vermarktung ( z.B. Pamina) Geringer Bekanntheitsgrad der meisten Radrouten Trekking als touristischer Schwerpunkt und intensive Bemühungen zur Qualitätsoptimierung Vernachlässigung einer gemeinsamen Vermarktung regionaler Fahrrad(Rund‐)wege Teilweise ansprechendes Print‐Informationsmaterial Keine Vermarktung der Radwege/‐angebote in den Städten (Strassbourg, Colmar, Mulhouse, Basel, Freiburg, Offenburg) Teils mangelnde Zusammenarbeit zwischen einzelnen Regionen und vor allem Ländern Nur wenig ausgeprägte und länderübergreifende Erlebnisinszenierung z.B. anhand von Themenwegen Kein gemeinsamer Internetauftritt oder Printprodukt © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 48 4.2.2 Mountainbike Stärken Schwächen Mountainbikewegeinfrastruktur Routen in allen Schwierigkeitsgraden vorhanden Uneinheitliche Beschilderung oft GPS‐Streckendaten vorhanden (D, CH) Teilweise Streckenführung auf Wanderwegen – Konflikte Gelände/Topographie für alle Teilzielgruppen vorhanden Mangelnde Vernetzung der Einzelwege, keine länderübergreifende Route Teilweise attraktives „junges“ Angebot vorhanden Zu wenig bikespezifische Angebote entlang der Strecke (z.B. Servicestationen) Teils hoher Asphaltanteil Keine attraktiven Strecken (Singletrails) in D Kommunikation/Service Großes Angebot an MTB Rennen verschiedener Kategorien Kein gemeinsamer Auftritt der einzelnen Regionen wenig buchbaren MTB‐Angebote keine GPS Downloadmöglichkeiten in F 4.2.3 Rennrad Stärken Schwächen Radwegeinfrastruktur Quantitativ gute Wegeinfrastruktur in D Keine Angebote in F und CH Quantitativ gute asphaltierte Straßen Keine Beschilderung Alle Schwierigkeitsgrade möglich Teils nicht optimale Wegeführung (z.B. entlang von Verkehrsstraßen) Keine länderübergreifende Route Kommunikation/Service Großes Angebot an Radrennen verschiedener Kategorien (z.B. Tour de France, Tour de Suisse, unzählige regionale Radrennen) Keine Vermarktung von Rennradsportangeboten in D über F und CH Lange Radfahrtradition in F (Wissen über Wünsche von Rennradfahrern) Kein gemeinsamer Auftritt der einzelnen Regionen Printprodukt für D vorhanden Keine buchbaren Rennradangebote in CH und F © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 49 REGIONALE WORKSHOPS © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 50 5 REGIONALE WORKSHOPS Neben den Treffen der Projektsteuerungsgruppe fanden am 30. und 31. Januar 2012 in Straßburg bzw. in Freiburg zwei regionale Workshops zu dem Projekt statt. Hierzu wurden neben den direkten Projektbeteiligten auch weitere Experten aus den Bereichen Radsport/Radfahren und Tourismus eingeladen. Zum Workshop in Straßburg waren die Experten aus Frankreich und dem Kanton Jura eingeladen, der Workshop in Freiburg wurde für die Experten aus dem Schwarzwald, der Südpfalz und den deutschsprachigen Kantonen in der Nordwestschweiz ausgeschrieben. Insgesamt 36 Teilnehmer befassten sich an beiden Tagen intensiv mit dem Projekt und den radrelevanten Themen. Nach einem Impulsreferat zum Radfahren allgemein sowie der Vorstellung der Ergebnisse der Bestandsanalyse wurden in einem ersten Schritt in Kleingruppen Projektvorschläge und –ideen gesammelt, die für die Rad‐Destination Upper Rhine Valley interessant sein könnten. In einem zweiten Schritt wurden einige dieser Ideen konkreter ausgearbeitet und in Teilen auch auf Ihre Machbarkeit hin bewertet. Tabelle 19 und Tabelle 20 stellen die gesammelten Projektvorschläge getrennt nach Strukturprojekten und Produktentwicklungen zusammen mit einer Kurzbeschreibung sowie einer Einschätzung der umsetzungsrelevanten Rahmenbedingungen und Relevanz dar. Tabelle 19: Projektvorschläge der regionalen Workshops – Strukturprojekte (F=Familien, G/K=Genuss und Kultur, S=Sport). URV Bike Guide Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + + ++ ++ +++ Einheitliche Qualifizierungsmaßnahme für Mitarbeiter aus Tourismus, Übernachtungsbetrieben und Radvereinen/‐ geschäften im URV (touristische Dienstleister). Ausbildung an zwei Tagen mit den wesentlichen Inhalten zum sicheren Führen einer Gruppe. Das Angebot sollte für den sportlichen und Tourbereich (inkl. E‐Bike) realisiert werden. Ost‐West Angebote Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + + +++ +++ ++ Aufteilung der Region in drei grenzüberschreitende Bereiche (Nord, Mitte, Süd). In diesen Bereichen sollen neue Angebote geplant werden und aus bestehenden Angeboten neue, vernetzte Angebote entstehen. Diese Maßnahme hat eine sehr hohe Dringlichkeit. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 51 AK‐Rad International Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S 0 0 +++ +++ + Ein Länderübergreifender Arbeitskreis zum Radtourismus mit einem hauptamtlichen Produktmanager Radtourismus sollte als zentrales Steuerungsgremium für das URV etabliert werden. Ziel ist es, die mit dem abgeschlossenen Projekt begonnene Initiative fortzuführen. Bei 2‐3 Treffen pro Jahr werden Qualitätskriterien festgelegt und zukunftsweisende Projekte verabschiedet. Zielgruppenorientierte Kommunikation Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S ++ ++ +++ +++ +++ Eine Auswahl der Topprodukte soll zielgruppenorientiert und mehrsprachig in Print, Internet, ggf. über ein App dargestellt werden. Hier ist der gemeinsame Internetauftritt das zunächst wichtigste Ziel der gemeinsamen radtouristischen Kommunikation. Homogenisierung Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + ++ +++ +++ ++ Die Vereinheitlichung der Empfangsseiten im Internet wie in Printprodukten in allen drei Ländern ist im Hinblick auf die Kommunikation des URV ein wichtiger Schritt. Dies macht jedoch nur in Kombination mit gemeinsamen Marketingprodukten Sinn. Hier sind ein gemeinsamer Internetauftritt wie eine Printbroschüre zum Thema Radfahren an erster Stelle zu nennen. Besseres Innenmarketing für URV Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit ‐ 0 + + ++ 0 Das optimierte Innenmarketing für den URV ist kein originäres Radprojekt, sollt jedoch die Wahrnehmung des URV bei den wichtigsten Zielgruppen, der eigenen Bevölkerung verbessern und somit auch dazu beitragen, gemeinsame radtouristische Projekte anzustoßen. Das Innenmarketing sollte Aufgabe des Arbeitskreises Rad sein und übergeordnet von der URV‐Zentrale gesteuert werden. Qualitätskriterien Rad(tourismus) Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit + ++ + ++ ++ Die gegenwärtige Unterschiedlichkeit der vorhandenen Radangebote sollte bei zukünftigen grenzüberschreitenden Projekten vereinheitlicht werden. Dies gilt zum einen für die zu Grunde liegenden Qualitätskriterien aber auch für die nach außen sichtbare Infrastruktur wie Tafeln und Wegweiser und die Werbematerialien. Der AK‐Rad legt die Qualitätskriterien fest und kommuniziert sie. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 52 Grenzüberschreitende Vernetzung Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + + + + + Der Vernetzungsgedanke ist bei allen radspezifischen Themen voranzutreiben. So gilt es, beispielsweise grenzüberschreitende Radverleihsysteme inkl. One‐Way Ausleihen zu etablieren. Auch die Radmitnahme im ÖPNV muss zumindest innerhalb der Bereiche Nord, Mitte und Süd realisiert werden. Ähnliches könnte für den Gepäcktransport für Radfahrer oder andere touristische Dienstleistungen gelten. Vélo dodo Label Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S ++ +++ ++ ++ +++ Länderübergreifendes Label für zertifizierte radfreundliche Übernachtungsbetriebe. Gegenwärtig hat jedes Land sein eigenes Zertifizierungssystem für radfreundliche Übernachtungsbetriebe. Im Zuge einer Schwerpunktsetzung im Bereich Radtourismus im URV sollte über ein einheitliches Label nachgedacht werden, ohne jedoch damit in Konkurrenz zu den nationalen System zu treten. Tabelle 20: Projektvorschläge der regionalen Workshops – Produktentwicklungen (F=Familien, G/K=Genuss und Kultur, S=Sport). Gesunde Radregion Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S +++ +++ + 0 +++ Dem Megatrend Gesundheit sollte auch im URV Rechnung getragen werden und das Thema Radtourismus in ein übergreifendes Konzept für Bewegungsstrecken, Essen, medizinische Begleitung und Wellness eingebunden werden. Dies macht jedoch nur in Kombination mit anderen Bewegungsformen und einem zielgruppenspezifischen Gesundheitstourismus Sinn. Winterradfahren Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S + + 0 0 + Spezielle Angebote für das touristische Radeln im Winter würden das Radfahren im URV zu einem Ganzjahresthema entwickeln. Allerdings ist für diese zumindest touristisch in Mitteleuropa eher unübliche Nutzung des Fahrrads die Zielgruppe klein und die Konkurrenz in Südeuropa groß. Somit gilt es attraktive Angebote für Kultur‐ und Kulinarikradler zu entwickeln, die nicht zuletzt aufgrund der Witterung ihre Alleinstellungsmerkmale aufweisen. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 53 3 Freunde, 3 Tage, 3 Räder, 3 Länder Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S + + + + ++ Mit drei verschiedenen Radtypen (Rennrad, Mountainbike, E‐Bike) werden an drei Tagen die Highlights der Region erkundet. Dabei wird man nicht um Bus‐ oder Bahntransfers herumkommen. Dieses spezielle Angebot für Kurzurlauber zielt auf eine eher junge Zielgruppe sowie auf Überseegäste ab, die innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Länder kennenlernen möchten. Positiv ist auch die Möglichkeit anzusehen, das innovative Produkt zu vermarkten. Bike and Boat Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K + + + + + Kreuzfahrten liegen im Trend und die Kombination einer Flusskreuzfahrt mit dem touristischen Radfahren erscheint sinnvoll. Der Arbeitskreis Rad kann hierbei nur als Motor dienen und die Projektidee an Veranstalter herantragen. Bei Kreuzfahrten auf dem Meer spielen Tagesausflüge mit dem Rad bereits heute eine sehr wichtige Rolle im Ausflugsprogramm der Reedereien. Randonées gourmandes Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit G/K + + ++ + ++ Schlemmerradtouren sind keine Innovation und werden auch im URV bereits angeboten. Allerdings könnte das Konzept regionale Lebensmittel auf einer Radtour beim Produzenten einzukaufen und im Anschluss zuzubereiten sehr erfolgreich sein. Der Planungsaufwand für diese Radtouren ist jedoch erheblich. Sternradtouren mit dem E‐ Bike Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit G/K + + ++ + + Ausgehend von den jeweiligen touristischen Zentren sollte ein länderübergreifendes Konzept für Sternradtouren erarbeitet werden, das nicht auf die jeweilige Nation beschränkt ist, sondern grenzüberschreitend orientiert ist. Exemplarisch könnte dies für drei Städte (Freiburg, Straßbourg, Basel) in den drei Ländern realisiert werden und auch mit dem Thema Stadtbesichtigungen mit dem Fahrrad kombiniert werden. Radfahren und Weintourismus Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit G/K + + ++ + + Touren rund um den Weinbau (Führungen, Verkostungen, Arbeit im Weinberg) sind für die Zielgruppe der Genussradler sehr attraktiv und können hochpreisig angeboten werden. Dieses Angebot gibt es bereits. Ein flächendeckendes Netz dieser Angebote oder eine Tour durch die wichtigsten Anbaugebiete stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 54 Städtetouren mit Stadtführung auf dem Rad Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K + + ++ ++ ++ Stadtbesichtigungen mit dem Rad werden zum Beispiel in Berlin sehr stark nachgefragt. Die Städte im URV bieten aufgrund ihrer Topografie und Attraktivität ebenfalls das Potenzial, solche Angebote zu etablieren. Dies sollte in Kombination mit privaten Anbietern (Radverleihe) geschehen, die allerdings nach einem einheitlichen Qualitätsstandard die Angebote umsetzten müssen. Die lokalen Touristinformationen vermitteln die Führungen. Überseetouristen stellen für dieses Angebote eine wichtige Zielgruppe dar. 3 Länder MTB‐Tour Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S ++ ++ + + ++ Die Konzeption einer Etappentour durch die drei Länder, inkl. Übernachtungsmöglichkeiten, Tracks, ggf. Karten stellt ein Novum und für den sportlichen Bereich ein hochattraktives Angebot dar. Das Angebot lässt sich auch für das Rennrad umsetzten (z.B. Belchen³). Für das Mountainbike sind nur die Flachpassagen im Rheintal unattraktiv. Die Strecken werden generell nicht ausgeschildert und können mit Guide als Pauschalangebot oder in Eigenregie anhand der ausgearbeiteten Informationsmaterialien und Tracks gefahren werden. Kombination Vélo + lignes touristiques Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + + + + + Die wichtigsten „touristische Linien und Routen” mit dem Rad zu verbinden ist Ziel dieses Projektes. Dies ist zum Teil zwar bereits vorhanden, jedoch können konkrete Qualitätskriterien dieser Strecken und Angebote dem Produkt einen erheblichen Schub verleihen. Dieses Projekt geht eng einher mit den einheitlichen Qualitätskriterien für den Bereich Rad im URV. Internationale Fahrradfeste Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S +++ +++ + + +++ Große Radevents mit internationalem Charakter könnten dazu beitragen, das Thema Rad im URV nach Innen und nach Außen zu kommunizieren. So könnte beispielsweise die Radsaisoneröffnung um Ostern herum mit mehreren Radevents in allen drei Ländern durchgeführt werden. Der Planungsaufwand und die Vernetzung dieser Events ist allerdings sehr hoch. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 55 Radfahren und Geocaching Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S + + + + + Die Entwicklung von speziellen Geocachingangeboten für Radfahrer liegt im Trend der Zeit und ist auch ohne besonderes Konzept für aktive Geocacher durchführbar. Sinnvoll wären hier jedoch buchbare Pauschalen zum Thema. Kultur und Natur sind die zentralen Themenfelder für das Geocaching. Auch Einführungsworkshops bieten sich an. Mythische Orte mit dem E‐ Bike Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K ++ ++ + + ++ Die Einrichtung von Themenradtouren entlang der mythischen Orte im URV sollte immer den grenzüberschreitenden Charakter der Touren berücksichtigen. Das E‐Bike erhöht den Aktionsradius. Aktuell läuft ein Projekt in diesem Themenbereich uns sollte nach Projektende in die URV‐Tätigkeiten integriert werden. Low Budget Unterkünfte für Radler Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, S 0 + ++ ++ + Ein Netz von einfachen und naturnahen Unterkünften für junge Zielgruppen soll zunächst entwickelt und im weiteren Zug im Internet und ggf. Printmedien dargestellt werden. Diese einfachen Unterkünfte für eine im Wesentlichen jüngere Zielgruppe schließt Zeltplätze, Lagerstellen, Gruppenunterkünfte, Jugendherbergen, Wanderheime etc. ein. Ein maximaler Übernachtungspreis sollte festgelegt werden und als Kriterium für die Aufnahme in die Liste dienen. Pädagogische Touren für Familien Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F + + + + + Die Erstellung von „einfachen“ Themenwegen zur Kombination von Bewegung und pädagogischen Inhalten ist ein familienspezifisches Projekt. Die Strecken müssen in Abständen zwischen 3 und 6 Kilometern mit Erlebnis‐oder Bewegungsstationen ausgestattet sein, um den Aufforderungs‐ und Erlebnischarakter für Kinder zu erhöhen. Auf den Spuren der UNESCO Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K + + + + ++ Das Angebot einer Rundtour entlang der vorhandenen UNESCO‐Stätten in der Region verbindet die Projektidee des trinationalen Rundweges sowie die der unterschiedlichen Themenrouten in der Region. Ggf. würde es auch ausreichen, die UNESCO‐POIs innerhalb des vorhandenen Radwegenetzes auszuweisen und in Print‐ und Onlinekarten zu nennen. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 56 Kostenfreier Radtransport in Bahnen Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S 0 +++ +++ +++ +++ Der kostenfreie Radtransport in den Bahnen des URV wäre ein Projekt, das sowohl den Radverkehr als auch die touristische Nutzung des Rades erheblich unterstützen würde. Allerdings ist dieses Thema nicht für die für Projektgruppe URV oder gar den Arbeitskreis lösbar. Hier muss auf höheren Ebenen ein politischer Ansatz gefunden werden, der zunächst einmal jeweils national eingebracht werden muss. Eintrittsermäßigungen für Radfahrer Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K 0 +++ + 0 ++ Die Einführung einer Radtouristenkarte, die verschiedene Vergünstigungen für Radfahrer inkludiert ist für den URV wünschenswert, jedoch in der Umsetzung auf die Gesamtfläche sehr schwierig. Da diese Vergünstigungen grundsätzlich auch von allen anderen Gästen gefordert werden könnten, müssten die Ermäßigungen auf radspezifische Angebote konzentriert werden. Bike und Bus Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K 0 + + + + Der kostenfreie Radtransport in den Bussen des URV wäre ein Projekt, das sowohl den Radverkehr als auch die touristische Nutzung des Rades erheblich unterstützen würde. Allerdings ist dies nicht für die für Projektgruppe URV oder gar den Arbeitskreis lösbar. Hier muss auf höheren Ebenen ein politischer Ansatz her, der zunächst einmal jeweils national eingebracht werden muss. Schwierig gestaltet sich der Transport von E‐Bikes sowie der Höhenunterschied von der Straße zum Bus und die Sicherung der Räder während der Fahrt. Fly and Bike Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S + + + + + Die Flughäfen Basel, Baden Baden und Straßburg werden bisher bei der Planung von Radprojekten nicht berücksichtigt. Insbesondere in Hinblick auf die Zielgruppe der Überseegäste erscheint die Integration der Flughäfen von großer Wichtigkeit. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 57 Drei Länder Trekking Tour Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S ++ ++ + + ++ Die Konzeption einer Trekking‐Etappentour durch die drei Länder, inkl. Übernachtungsmöglichkeiten, Tracks, ggf. Karten ist ein erfolgversprechendes Projekt, denn im Gegensatz zu den MTB Touren, lässt sich hier auf das sehr große Radwegenetz zurückgreifen. Die Flachpassagen sollten hier im Vordergrund stehen. Die Strecken werden generell nicht ausgeschildert und können mit Guide als Pauschalangebot oder in Eigenregie gefahren werden. Regionale Produkte Tour Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K + ++ ++ ++ +++ Das Einkaufen von regionalen Produkten beim Produzenten und die anschließende Zubereitung in Restaurants unter Anleitung eines Küchenchefs stellen eine hochattraktive Produktnische für Radtouristen dar. Dieses Angebot kann redaktionell sehr gut vermarktet werden. Grenzüberschreitende Radkarten Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S ++ ++ ++ +++ +++ Inhaltlich und kartografisch abgestimmte grenzüberschreitende Karten sind für Radfahrer unerlässlich. Ein gemeinsames, mehrsprachiges Kartenwerk in Dreiteilung Nord, Mitte, Süd für alle Zielgruppen würde den Radtourismus in der Region erheblich unterstützen. Die Karten müssten in allen Buchhandlungen und Touristinformationen erhältlich sein. Themenpakete Gesundheit, Wellness, Bewegung Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K, S ++ ++ + 0 ++ Wellness und Radfahren passen touristisch gut zueinander, denn die Erholung und Regeneration nach dem Radeln lassen den Kontrast zwischen Be‐ und Entlastung noch deutlicher erleben. Für ein länderübergreifendes Angebot besteht in Frankreich die Schwierigkeit der Zugänglichkeit der Bäder, die nicht für Jedermann gegeben ist. Genusstouren Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit G/K + + +++ + ++ Schlemmerradtouren sind keine Innovation und werden auch im URV bereits angeboten. Allerdings könnte das Konzept regionale Lebensmittel bzw. Spezialitäten stärker in den Vordergrund rücken. Die „Regionale Produkte Tour“ passt zu diesem Projekt, ist jedoch innovativer. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 58 Thementouren (z.B. Auf den Spuren der Römer) Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit F, G/K ++ ++ + + ++ Auch Themenradtouren sind keine wirkliche Innovation und werden im URV bereits vielfach angeboten. Dennoch sind gute Themenradwege (sowohl was das eigentliche Thema, als auch die Infrastruktur, also Beschilderung, Thementafeln, e tc. betrifft) sehr wichtige radtouristische Angebote und spielen auch künftig eine wichtige Rolle. Bei der Neuinstallation von Thementouren ist großer Wert auf die Qualität des Angebots zu legen. Dinner Radel Hopping Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit G/K + + +++ + ++ Beim Dinner Radel Hopping fahren die Radgruppen von einem gastronomischem Highlight zum nächsten kulinarischen Höhepunkt. Bei diesem Pauschalangebot geht es jedoch nicht zwangsläufig um Feinschmeckergastronomie sondern um bodenständige regionale Küche. Denkbar wäre es, die Gänge eines Essens Aperetif, Vorspeise, Suppe, Hauptgericht, Nachspeise räumlich voneinander zu trennen und in verschiedenen Restaurants einzunehmen. Dieses Projekt kann nur in Ausnahmefällen länderübergreifend sein. Bi‐/Trinationale Radtouren/‐reisen Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit Ähnlich wie bei der Dreiländertour werden bei dieser Projektidee z.B. 3 Städte, Restaurants, Naturdenkmäler oder Winzer miteinander durch eine Tour verbunden. Diese Pauschalangebote müssen lokal entwickelt werden und vom Arbeitskreis Rad angestoßen sowie lokal und überregional vermarktet werden. Outdoor‐Rennen Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit S ++ +++ ++ + +++ Bei dieser Projektidee handelt es sich um ein Multisport Rennen ähnlich dem Schweizer Gigathlon. Als großes, überregionales Jedermann‐Event mit einem großen transnationalen wie auch lokalen Bezug soll die Outdoor Trophy vor allem positives Medienecho erzeugen und durch die redaktionelle Berichterstattung in Printmedien, Internet und TV das URV als ideale Radurlaubsregion darstellen. Schwerpunkte dabei sind das Natur‐ und Kulturerlebnis mit dem Rad. Maskottchen, Produkt, Publikation Logo Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit ++ ++ + + ++ In dieser Projektidee sind vielfältige Werbemaßnahmen, auch zur Identifikationssteigerung innerhalb der Region zusammengefasst. Neben einem zu diskutierenden Maskottchen braucht die Radregion URV allerdings auf jeden Fall ein Logo. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 59 Radtourismuspreis für Veranstalter Ziel‐ gruppen Kosten Arbeitsauf‐ wand Relevanz Dringlichkeit öffentl. Aufmerksamkeit + + ++ ++ +++ Der Arbeitskreis Rad des URV schreibt einen jährlichen Preis für Veranstalter, Übernachtungsbetriebe und weitere radtouristische Akteure aus. Ziel davon ist im Wesentlichen die Akteure zu innovativen Projekten zu animieren und die Vernetzung innerhalb der Region zu verstärken. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 60 HANDLUNGSKONZEPT RADTOURISMUS UPPER RHINE VALLEY © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 61 6 HANDLUNGSKONZEPT RADTOURISMUS UPPER RHINE VALLEY Der Radtourismus hat nicht nur einen monetären Nutzen. Er wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv in der Region aus. Es besteht Einigkeit darüber, dass sich der Bekanntheitsgrad maßgeblich aus den touristischen Attraktionen beziehungsweise Produkten ableitet und diese unmittelbaren Einfluss auf die allgemeine Standortattraktivität, den Wohnwert und das Image von des Upper Rhine Valleys haben. Auch die Ausstattung spezifischer Rad‐Infrastruktur ist im Projektgebiet vielerorts der Tatsache geschuldet, dass die Bereitstellung insbesondere aus touristischen Beweggründen und "Mitteln" erfolgte. Das Engagement im Radtourismus zahlt sich aus ‐ für alle touristischen Leitbetriebe und Partnerbranchen ebenso wie für die Attraktivität und Lebensqualität der Gäste und Einwohner. Es ist allerdings kein Traumpfad sondern ein Weg dem man konsequent gehen muss. Die Risiken für ein Scheitern der Entwicklung im Radtourismus sehen die Autoren und beteiligte Akteure insbesondere in den Finanzierungsfragen (mangelnde Eigenmittel, geringes Marketingbudget) sowie in qualitativen Defiziten der Infrastruktur. Hinzu kommt der Hemmfaktor „Förder‐Bürokratismus“ und ein national und international zu gering ausgeprägtes Kooperationsverhalten. Grundlage für ein verstärktes radtouristisches Engagement von URV und damit auch seiner Regionen ist ein Handlungskonzept zur Implementierung des Radtourismus in den touristischen Strukturen aller beteiligten Länder und deren nachgeordneten Verwaltungseinheiten. Das vorgeschlagene Handlungskonzept untergliedert sich in die Teilbereiche A ‐ Strukturen und Prozesse, B ‐ Politische Unterstützung, C ‐ Infrastruktur/Angebote (Produktentwicklung) und D ‐ Marketing / Vertrieb. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 62 Abbildung 15: Handlungskonzept Rad Upper Rhine Valley. A. Strukturen und Prozesse Nur mit einer Organisationsstruktur innerhalb des URV, die den nationalen touristischen Gremien übergeordnet ist, bekommt das Thema Radtourismus die zwingend notwendige Relevanz und Handlungsfähigkeit zugewiesen. Neben der Einrichtung einer Steuerungsgruppe, die im folgenden Kapitel detailliert erläutert wird, ist der Einsatz eines hauptamtlichen Produktmanagers, eines „Kümmerers“ erforderlich. Diese Person ist durch seine radtouristische Fachkompetenz in der Lage, Prozesse und Projekte zu initiieren und zu begleiten. Neben der Steuerungsgruppe wird diese Person der zentrale Motor für alle radtouristischen Prozesse im URV sein. Darüber hinaus muss durch die Steuerungsgruppe und den Produktmanagers ein Qualitätsleitfaden für die Angebotsentwicklung erstellt werden, der bindend für die Entwicklung von neuen oder die Überarbeitung von vorhandenen radtouristischen Angeboten ist. B. Politische Unterstützung Die Finanzierung von radtouristischen Angeboten kann über eine regionale wie über eine transnationale Förderung geschehen. Hier gilt es, die Gremien des URV für die Thematik Radtourismus zu sensibilisieren und potenzielle Förderszenarien anzugehen. Auch durch ein Anreizsystem für URV Radleistungsträger können neue Projekte aus der Steuerungsgruppe heraus initiiert werden. Hier sind Radtourismuspreise, Projektzuschüsse oder ähnliches denkbar. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 63 C. Infrastruktur/Angebote Die radtouristische Infrastruktur stellt den Kern des Handlungskonzeptes dar, denn ohne Infrastruktur und innovative touristische Angebote können keine Gäste für das Thema im URV gewonnen werden. Hier geht es nicht um eine völlige Neuplanung der bestehenden Angebote sondern um eine Restrukturierung und Schärfung der Angebote. Innovative zielgruppengerechte Neuprodukte müssen aber ebenso entwickelt werden. Auf die Angebotsentwicklung ausgewählter Beispiele wird im nachfolgenden Kapitel detailliert eingegangen. D. Marketing /Vertrieb Nur wenn die radtouristischen Angebote der Region international wie national angemessen und zielgruppengerecht kommuniziert werden, kann die bestehende Nachfrage mittelfristig verstärkt werden. Auch das Modul Marketing/Vertrieb wird in Kapitel 7 exemplarisch am Beispiel URV Bike‐Guide und der zielgruppenorientierten Kommunikation besprochen. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 64 MASSNAHMENPLAN © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 65 7 MASSNAHMENPLAN Ausgehend von den erarbeiteten Projektvorschlägen der regionalen Workshops, den Ergebnissen bzw. Abstimmungen innerhalb der Steuerungsgruppensitzungen sowie den wissenschaftlichen Ableitungen im Rahmen des Projekts werden im Folgenden zwei Schlüsselprojekte sowie fünf Umsetzungsprojekte vorgeschlagen, die für die Weiterentwicklung der Rad‐Destination Upper Rhine Valley und die Erreichung der im Projekt gesetzten Ziele von großer Bedeutung sind bzw. eine überregionale Strahlkraft besitzen. Die Schlüsselprojekte sind aus Sicht der Lenkungsgruppe und des Auftragnehmers für die Weiterentwicklung der Radregion URV unabdingbar, während die Impulsprojekte eine Auswahl von effektiven und realistischen Projekten für die Fortentwicklung des radtouristischen Angebotes darstellen. Abbildung 16: Maßnahmenplan Rad Upper Rhine Valley. Radregion URV Impuls‐ projekte Schlüssel‐ projekte © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 66 7.1 Schlüsselprojekt 1: Arbeitskreis Rad Upper Rhine Valley/Produktmanagement Hintergrund Die Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe haben gezeigt, dass ein intensiver Austausch zum Thema Radfahren innerhalb des Projektgebiets zu neuen Erkenntnissen und Anregungen führt, die im Rahmen bisheriger Kooperationen nicht erreicht werden konnten. Auch die bisherigen auf allgemeine Tourismusthemen bezogenen Gespräche / Stammtische können diesem Aspekt nicht gerecht werden. Da von Auftraggeberseite das Thema Radfahren als ein Kernthema im Projektverbund Upper Rhine Valley gesehen wird, stellt sich die Frage, wie dieses Thema nach Projektende weiterbearbeitet und vorangebracht wird. Ziel Aus diesem Grunde soll eine international besetzte Arbeitsgruppe innerhalb Upper Rhine Valley installiert werden, die sich vornehmlich dem Thema Radfahren und dessen touristischer Bedeutung im Projektgebiet widmet. Schnittstellen zu anderen touristischen Themen sollen ebenso über diese Arbeitsgruppe angesprochen bzw. verfolgt werden können, ggf. mit der Option den Arbeitskreis zukünftig in einen Arbeitskreis Sporttourismus Upper Rhine Valley zu entwickeln. Mit anderen touristischen Themen sind hier vor allem bewegungsbezogene Themen gemeint, die zum Teil auf die gleiche Infrastruktur zurückgreifen wie radtouristische Angebote. Zielgruppen Neben Mitgliedern aus den bestehenden nationalen Tourismusorganisationen bzw. den administrativen Verwaltungseinheiten sollen vor allem auch touristische Dienstleister bzw. Praktiker in den Arbeitskreis eingebunden werden. Mögliche Zusammensetzung des Arbeitskreis Radsport Upper Rhine Valley 1 Person Upper Rhine Valley (Projektträger) 1‐2 Person pro Teilregion aus Administration und/oder nationaler Tourismusorganisation, insgesamt 6‐10 Personen 5‐8 Praktiker (mindestens je 2 Personen aus Deutschland und Frankreich, wünschenswert mindestens 1 Person aus der Nordwestschweiz) 1 Person Wissenschaft (DSHS) Gesamt 13‐19 Personen © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 67 Maßnahmenbeschreibung Im Zuge des Projekts wurde deutlich, dass ein Gremium nötig ist, die vielfältigen Themen im Bereich Radsport und Upper Rhine Valley in regelmäßigen Zeitabständen zu besprechen. Ähnlich wie in einzelnen Regionen bereits vorhanden (z.B. AK Radsport der Schwarzwald Tourismus GmbH) dient ein solcher Arbeitskreis dem Informationsaustausch und v.a. auch der Steuerung bzw. Begleitung der Umsetzungsphase der hier vorgeschlagenen und entwickelten Projekte bzw. der weiteren Positionierung des Themas Radsport / Radsporttourismus im Upper Rhine Valley. Für die Fortführung des Projekts bzw. der sich daraus ergebenden Umsetzungsvorschläge ist die Einrichtung dieses Arbeitskreises von hoher Relevanz. Der Aufwand und die Kosten für diese Maßnahme sind überschaubar, da die Arbeitskreismitglieder unentgeltlich an den Sitzungen teilnehmen und (in der Regel) auch die Reisekosten selbst übernehmen. Die Kosten für den Tagungsort könnten inkl. der Bereitstellung von Getränken im Wechsel von den beteiligten administrativen Projektpartnern getragen werden. Außer den überschaubaren Verwaltungskosten innerhalb von Upper Rhine Valley (Rundschreiben, Einladungen, Tischvorlagen, ggf. Anfrage von externen Referenten) fallen keine weiteren Kosten an. Um die Mitglieder des Arbeitskreises nicht zu überlasten aber trotzdem eine fortlaufende und konsequente Bearbeitung des Themas Radsport innerhalb von Upper Rhine Valley zu gewährleisten, sollten pro Jahr 2‐3 Sitzungstermine stattfinden. Die Festlegung der Mitglieder des Arbeitskreises wird für die Erstberufung durch die Steuerungsgruppe in Abstimmung mit dem Projektträger durchgeführt. Parallel dazu ist Schaffung einer Personalstelle für die Einrichtung eines Produktmanagers Rad im URV wie im vorigen Kapitel beschrieben von großer Bedeutung. Der hier beschriebene Arbeitskreis würde von dieser Person geleitet werden. Kosten Die Kosten für den Arbeitskreis Rad sind gering und werden von den Organisationen getragen, die Mitglieder in den Arbeitskreis entsenden. An Kosten fallen vornehmlich Reise‐ und Tagungskosten an. Die Administration des Arbeitskreises könnte inhaltlich wie finanziell durch die Geschäftsstelle von URV getragen werden. Die Personalstelle des Produktmanagers ist einerseits essentiell andererseits mit hohen Kosten verbunden. Zur Deckung der Kosten zwischen 30.000 und 50.000 € pro Jahr kommt nur eine Kofinanzierung durch alle beteiligten Organisationen oder eine Fremdfinanzierung durch einen Dritten (EU) in Frage. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 68 Zusammenfassung Ziele: Impulsgeber und Vorbereiter für radtouristische Entscheidungen und Entwicklungen Zielgruppen: Mitarbeiter im Tourismus, Radexperten, touristische Dienstleister Vorgehen: Einberufung des Gremiums noch in 2012 Kosten: sehr geringe Kosten für URV für den Arbeitskreis, hohe Kosten für den Produktmanager 7.2 Schlüsselprojekt 2: Leitfaden zur qualitativen Angebotsentwicklung Hintergrund Neben den im Rahmen dieses Endberichts vorgelegten Ergebnissen der durchgeführten Studie ist es notwendig, einen Qualitätsleitfaden für die Angebots‐ und Produktentwicklung im Bereich Radtourismus im Upper Rhine Valley zu erstellen, der international bindend für die Entwicklung von neuen oder die Überarbeitung von vorhandenen radtouristischen Angeboten ist. Mit Hilfe dieses Leitfadens hat der Arbeitskreis Rad einheitliche und konkrete Handlungsempfehlungen zur Hand, um das Thema Radtourismus in der Region zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ziel Festlegung von internationalen Qualitätskriterien für die Angebots‐ und Produktentwicklung. Die im Rahmen des Projekts untersuchte Dreiländerregion im Oberrheingebiet will sich unter der touristischen Dachmarke „Upper Rhine Valley“ international vor allem in den Überseemärkten vermarkten. Ein Schwerpunktthema ist dabei der Radtourismus. Die aktuell vorhandenen Angebote sind dabei nur sehr selten grenzüberschreitend ausgerichtet. Um hier Abhilfe zu schaffen, soll für die Region und für alle interessierten Anbieter ein Leitfaden geschaffen werden, der einen Überblick über die Philosophie, den Rahmen für Produkte, die Zielgruppen und die Qualitätskriterien im Upper Rhine Valley gibt. Zielgruppen Der Leitfaden richtet sich an alle mit dem Thema Rad im Upper Rhine Valley befassten Personen, also Mitarbeiter im Tourismusbereich, Radexperten oder touristische Dienstleister (Rad). Gleichzeitig werden mit dem Leitfaden auch die politischen Entscheidungsträger angesprochen, für die der Leitfaden eine Grundlage für die Förderung von Projekten darstellen soll. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 69 Maßnahmenbeschreibung Der Leitfaden soll vor allem für die folgenden Punkte konkret ausgearbeitet werden: Definition Zielgruppen Festlegung der Produktlinien in Abhängigkeit der Zielgruppen Definition der Rahmenbedingungen Definition des Produkt‐ und Qualitätskonzepts Entwicklung von Checklisten für die einzelnen Produktlinien und –angebote Maßnahmen zur Qualitätssicherung Nach Abstimmung des Leitfadens im Arbeitskreis Rad URV und den nationalen Gremien stellt er die verbindliche Grundlage für alle weiteren Anstrengungen und Umsetzungen dar. Der Leitfaden ist zweisprachig auszuarbeiten und im Rahmen von Kick‐Off‐Veranstaltungen allen touristischen Leistungsträgern und Dienstleistern vorzustellen. Die Inhalte sind auch über die entsprechenden Internetplattformen zugänglich zu machen. Kosten Die Erstellung des Leitfadens sollte an einen externen Auftragnehmer mit ausgewiesener Kompetenz im Radtourismus und regionalem Hintergrundwissen vergeben werden. Durch die klar definierbaren Inhalte und konkreten Ziele ist der Umfang des Leitfadens vorgegeben. Für die entsprechende Ausarbeitung fallen relativ geringe Honorarkosten an. Theoretisch könnte der Leitfaden auch in Eigenregie erstellt werden, wobei jedoch die vorhandenen personellen und zeitlichen Ressourcen und der Abstimmungsaufwand berücksichtigt werden müssen und eher für eine externe Auftragsvergabe sprechen. Zusammenfassung Ziele: Festlegung von Kriterien zur Angebots‐ und Produktentwicklung Zielgruppen: Mitarbeiter im Tourismus, Radexperten, touristische Dienstleister (Rad), politische Entscheidungsträger Vorgehen: externe Beauftragung oder Erstellung durch Arbeitskreis Rad URV Kosten: gering, durch externen Auftragnehmer oder ggf. in Eigenregie © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 70 7.3 Impulsprojekt 1: Upper Rhine Valley Bike‐Guide Hintergrund Zur Umsetzung touristischer Radangebote werden qualifizierte und radkompetente Betreuer sowohl im Umgang mit den Gästen als auch bei der Konzeption neuer Angebote benötigt. Bestehende Qualifizierungsmaßnahmen wie zum Beispiel die deutschen, französischen oder schweizerischen Trainerausbildungen erfordern von den Teilnehmern einen großen zeitlichen Aufwand und zielen mehr auf die leistungssportliche Tätigkeit ab. Ausbildungen die den Umgang mit Radgruppen, hier vorwiegend im Freizeit‐ oder niederschwelligen sportlichen Segment zum Inhalt haben, sind in den Ländern nicht am Markt zu finden. Ausnahmen bilden die Bike Instructor Ausbildung der Deutschen Sporthochschule sowie die E‐Bike Instructor Ausbildung der Deutschen Sporthochschule. Bei beiden Ausbildungen werden die Teilnehmer gezielt in 16 bis 20 Unterrichtseinheiten mit fachspezifischen Informationen zum Führen von Gruppen versorgt. Ziel Mit mehreren dezentralen Ausbildungen in der Projektregion sollen zum einen Personen für die radtouristische Arbeit aus den Zielgebieten gewonnen werden. Zum anderen soll in der Folge dessen die Qualität der Angebote verbessert werden. Ein Netzwerk an freiberuflich Tätigen Bike‐Guides stellt einen gewichtigen Stimulus für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Angebote dar. Neugründungen von Tourenanbietern und Reiseveranstaltern sind zu erwarten. Zielgruppen Als Zielgruppen für die Ausbildung kommen Mitarbeiter im Tourismus, Radfahrer, Radsportler und touristische Dienstleister (Rad) in Frage. Um die Ausbildung für möglichst viele potentielle Interessenten zu öffnen und die Eingangshürde niedrig zu halten, wird auf die Festlegung einer Eingangsqualifikation wie zum Beispiel eine pädagogische Basisqualifikation (Übungsleiter) oder einen aktuellen Erste Hilfe Schein verzichtet. Die Teilnahmebedingungen sollten niederschwellig gestaltet werden, Grundvoraussetzung muss allerdings eine gewisse Sportlichkeit der Teilnehmer und eine Affinität zum Radfahren sein. Ebenso wird auf eine Abschlussprüfung verzichtet, die den zeitlichen Rahmen sprengen würde. Maßnahmenbeschreibung Auf Basis des bestehenden Ausbildungskonzepts der DSHS Köln werden über einen Zeitraum von drei Jahren jeweils drei Ausbildungen in der Projektregion angeboten. Eine lediglich einjährige Durchführung der Maßnahmen wird nicht empfohlen, da die Zahl der ausgebildeten Guides zu gering bliebe, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Die Ausbildungen werden im ersten Jahr in allen © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 71 drei Ländern angeboten und in den darauffolgenden beiden Jahren entsprechend der Nachfrage im ersten Jahr ggf. umgeschichtet bzw. regional stärker konzentriert. Bei neun Ausbildungen mit 10 bis 15 Teilnehmern kann nach drei Jahren auf einen Pool von über 100 URV Bike Guides zurückgegriffen werden, die durch die lokalen und regionalen Tourismusverbände in ihr Netzwerk einbezogen werden müssen. Kosten Die Teilnahme an einer URV Bike Guide Ausbildung sollte für die Teilnehmer vom URV oder ihren regionalen Tourismusverbänden subventioniert werden, aber nicht kostenlos sein. Ein Eigenanteil von 50 bis 100 Euro erscheint realistisch und stellt sicher, dass die Teilnehmer ausreichend engagiert und motiviert sind. Mit Gesamtgebühren von 150 bis 200 Euro pro Teilnehmer lässt sich die Ausbildung inklusive Honorar für die Lehrgangsleitung und Getränken für die Teilnehmer finanzieren. Zusammenfassung Ziele: Ausbildung von regionalen Radtourismusexperten/‐multiplikatoren Zielgruppen: Mitarbeiter im Tourismus, Radfahrer, Radsportler, touristische Dienstleister (Rad) Vorgehen: externe Beauftragung, 1. Durchführung in 2013 Kosten: keine, trägt sich durch Unkostenbeiträge der Teilnehmer 7.4 Impulsprojekt 2: Ost‐West‐Angebote Hintergrund Eine überregionale und koordinierte Vermarktung einzelner Tourismusaspekte im Gesamtgebiet URV findet aktuell noch nicht statt. Dies betrifft nicht nur das Thema Radfahren, sondern alle Themenbereiche. Darüber hinaus sind die meisten Ansätze an regionale bzw. nationale „Grenzen“ gebunden, sodass aktuelle Angebote entweder nur innerhalb einzelner Regionen (z.B. nur im Departement 68 oder nur im Naturpark Südschwarzwald) angeboten werden. Übergeordnete Produkte und Angebote gibt es nur entlang von Nord‐Süd‐Achsen den Rhein entlang bzw. in den Vogesen und im Schwarzwald. Ziel Um einzelne Themenaspekte im Bereich URV zu vermarkten, ist eine zonale Darstellung und Eingrenzung erforderlich. Wie beschrieben findet diese Eingrenzung aktuell überwiegend nur innerhalb einer Region bzw. Nation statt. Sowohl die Projektziele als auch die geografischen © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 72 Gegebenheiten legen nahe, diese Strukturen aufzubrechen bzw. zu ergänzen und Wert auf Produkte und Projekte zu legen, die entlang von Ost‐West‐Achsen ausgerichtet sind. Ziel ist es, anhand der neuen räumlichen Gliederung den Vernetzungsgedanken im URV voranzutreiben und die bisherige an in der Regel an Ländergrenzen gebundene Aufteilung aufzuheben. Die neue Ost‐West‐Ausrichtung zwingt die Akteure gewissermaßen dazu, auch grenzüberschreitende Projekte umzusetzen und benachbarte Regionen mit einzubeziehen und somit den Grundgedanken von Upper Rhine Valley voranzubringen. Mit der Einrichtung dieser räumlichen Gliederung sollen neue grenzüberschreitende Produktentwicklungen initiiert werden. Zielgruppen Das Projekt richtet sich an alle mit dem Thema Rad im Upper Rhine Valley befassten Personen, also Mitarbeiter im Tourismusbereich, Radexperten oder touristische Dienstleister (Rad). Vor allem sollen auch Personen angesprochen werden, die im Bereich der Angebots‐ und Produktentwicklung tätig sind. Maßnahmenbeschreibung Das Projektgebiet könnte so von Nord nach Süd in drei Teil‐Bereiche gegliedert werden, die immer einen mindestens binationalen Charakter aufweisen. Aus aktueller Sicht wären dabei die Gebietsgrenzen in etwa auf der Höhe Colmar‐Freiburg und auf der Höhe Haguenau – Baden‐Baden möglich. Wenn möglich, sollte mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch Upper Rhine Valley ein Projektaufruf gestartet werden, der die touristischen Dienstleister dazu auffordert in Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb der jeweiligen Teilbereiche radtouristische Kooperationsprojekte zu installieren. Diese Gliederung bietet neben dem Thema Radsport natürlich auch für alle anderen Themen innerhalb von Upper Rhine Valley die Möglichkeit, hier den Vernetzungsgedanken umzusetzen. Um diese neue räumliche Gliederung darzustellen, bietet sich als ein erster Ansatz die Produktion von einheitlichem Kartenmaterial im URV‐Gebiet an. Gerade im Außenauftritt ist ein einheitliches Erscheinungsbild von großer Bedeutung. Der Mangel an aktuellen hochwertigen bzw. die Akteure vor Ort zufriedenstellendem Kartenmaterial unterstützt die Dringlichkeit dieses Vorhabens. Ziel des Projektes soll es sein, eine einheitliche Kartengrundlage für das URV‐Gebiet zu entwerfen und dieses anhand der entwickelten Ost‐West‐Achsen bzw. Blattschnitten auszurichten. Vgl. hierzu auch den Projektvorschlag 7.5 – Impulsprojekt 2: Zielgruppenorientierte Kommunikation. Im Rahmen dieses Projekts könnte zudem in Zusammenarbeit mit dem parallel laufenden Projekt Demarrage eine direkte Anbindung des Projektgebiets an die Rheinachsen erfolgen, indem in der © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 73 gedachten Ost‐West‐Ausrichtung die wichtigsten Zubringer an den Rhein eingerichtet und ausgeschildert werden. Kosten Die grundlegende Arbeit für die Einführung einer neuen räumlichen Gliederung ist überschaubar. Es ist ein Abgrenzungsvorschlag zu erarbeiten und dieser mit den entsprechenden Gremien abzustimmen. Höhere Kosten entstehen erst in der Umsetzung dieser neuen räumlichen Gliederung, z.B. dann für die geplante Kartenerstellung. Zusammenfassung Ziele: Schaffung einer neuen Angebotszonierung Zielgruppen: Mitarbeiter im Tourismus, Radexperten, touristische Dienstleister (Rad) Vorgehen: Umsetzung durch Arbeitskreis Rad URV, Projektaufruf Kosten: gering 7.5 Impulsprojekt 3: Zielgruppenorientierte Kommunikation Hintergrund Sporttouristische Produkte im Allgemeinen und Rad‐Angebote im Speziellen werden aktuell über Upper Rhine Valley noch nicht vermarktet, sondern sind ‐ falls vorhanden ‐ immer in nationale bzw. regionale Vermarktungsplattformen eingebunden. Es gibt zwar den gemeinsamen Internetauftritt www.upperrhinevalley.com, aber über diese Plattform sind nur themenbezogene Verlinkungen zu den einzelnen Regionen zu finden. Eine direkte Vermarktung einzelner Themen findet über Upper Rhine Valley aktuell nicht statt, weder über Printprodukte, noch über den Internetauftritt. Ziel Ziel ist es, innerhalb von Upper Rhine Valley eine zielgruppenorientierte Kommunikation aufzubauen, die in einem ersten Schritt radtouristische Angebote und Produkte vermarktet. Hierbei sollen die in der Region vorhandenen bzw. zu entwickelnden qualitativ hochwertigen Topprodukte im Vordergrund stehen und nicht der Ansatz einer auf die Gesamtfläche ausgerichteten Darstellung aller radbezogener Produkte verfolgt werden. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 74 Zielgruppen Alle Gäste und Einwohner der Region Upper Rhine Valley. Maßnahmenbeschreibung Sowohl im Printbereich (Broschüre, Flyer, Karten) als auch im Internet sollen die radtouristischen Toppprodukte in Upper Rhine Valley hochwertig präsentiert werden. Hierzu ist im Bereich Internet entweder eine Integration in die bestehende Homepage oder der Aufbau einer eigenen Internetseite mit den sporttouristischen Angeboten in Upper Rhine Valley möglich. Neben der Darstellung der im Rahmen des vorliegenden Projekts entwickelten Rad‐Angebote sollten darüber hinaus auch weitere sporttouristische Angebote erstellt und dargestellt werden. Gerade der Aufbau einer gemeinsamen Internetplattform bietet viele zukunftsweisende Möglichkeiten, wozu auch die Integration von hochwertigen Kartenfunktionalitäten und mobilen Seiten bzw. mobilen Anwendungen (Apps) gehören. Im Printbereich sind neben Broschüren und Flyern vor allem auch einheitliche (Rad‐)Kartenwerke zu entwickeln. Ein in Ost‐West‐Achsen aufgeteilter Zonierungsansatz für die Erstellung der Blattschnitte wurde bereits unter 7.4 dargestellt. Alle Kommunikationsmaßnahmen sind konsequent auf die durch die Projektsteuerungsgruppe vorgegebenen Zielgruppen auszulegen. Kosten Je nach Qualität und Umfang sind für die Umsetzung der genannten Maßnahmen relativ hohe Kosten anzusetzen. Es fallen konzeptionelle Tätigkeiten, Layoutarbeiten, Programmierarabeiten und Druckkosten an. Zudem ist eine mindestens dreisprachige Umsetzung zu gewährleisten. Zusammenfassung Ziele: Erstellung von URV Internetplattform und Printprodukten für das Thema Rad Zielgruppen: Gäste, Einwohner Vorgehen: externe Beauftragung, Steuerung durch Arbeitskreis Rad URV Kosten: hoch © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 75 7.6 Impulsprojekt 4: 2‐3 Länder Touren Hintergrund Die gesamte Region des Upper Rhine Valley lässt sich hervorragend mit dem Rad erschließen. Die unterschiedlichen Landschaften mit ihrer abwechslungsreichen Vegetation und Höhenzonierung machen die Region für Radfahrer hochattraktiv. Allerdings fehlen gegenwärtig noch zielgruppenspezifische Streckenangebote, die eine Rundtour durch zwei oder drei Länder ermöglichen. Der Gast muss in den meisten Fällen verschiedene nationale Angebote kombinieren und diese mit eigenen Zwischenstrecken räumlich verbinden, um seine persönliche URV‐Tour zu realisieren. Ziel Für die Zielgruppen Rennrad, MTB, Trekking/ E‐Bike sollen Mehretappenrundtouren geschaffen werden, die vorzugsweise alle drei Länder verbinden. Als beispielhaft kann die Strecke der von der Firma Hirschsprung organisierten Rennradveranstaltung „Belchen hoch 3“ angesehen werden. Zwar wird die 300 km lange Strecke an einem Tag zurückgelegt, die Strecke als solche ließe sich jedoch auch idealerweise für Wochenendangebote mit zwei Übernachtungen und Strecken in drei Ländern nutzen. Eine Ausdehnung der Strecke auf ca. 500 km ergäbe im Rennradbereich eine Dauer von 4‐7 Tagen. Eine 3‐Länderstrecke für Mountainbiker erscheint ebenso interessant und erfolgsversprechend, ist jedoch in der Umsetzung deutlich aufwändiger. Auch für Touristen und Einheimische mit Schutzblechrädern (Radtypen Trekking und E‐Bike) stellt eine solche länderübergreifende Rundstrecke eine äußerst attraktive Alternative zu den vorwiegend nationalen Angeboten dar, ließe sich doch auf diese Art und Weise die Heimat vom Rad neu erleben. Zielgruppen Als Zielgruppen für die angesprochenen Strecken kommen sowohl Einheimische aus der Region als auch Touristen aus den drei Ländern, Europa und teilweise auch aus Übersee in Frage. Letztlich müssen diese Zielgruppen nach Herkunft noch in die Radsegmente Rennrad, MTB und Trekking/E‐ Bike untergliedert werden, die jeweils unterschiedliche Strecken benötigen. Prioritär sollte mit einer reinen Asphalt‐Variante der Tour begonnen werden, da diese die Zielgruppen Rennrad und Trekking/E‐Bike kombiniert. Maßnahmenbeschreibung Zunächst müssen in Abhängigkeit von der jeweiligen Zielgruppe die Strecken festgelegt werden. Dies kann in Form von regionalen Arbeitsgruppen geschehen, die die Strecken nach einheitlichen Kriterien © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 76 auswählen (siehe 7.2 Qualitätsleitfaden). Die regionalen Arbeitsgruppen werden vom Arbeitskreis Rad des URV gebildet und eingesetzt. Dieser Prozess kann auch über einen Auftragnehmer durchgeführt werden, allerdings sollte auch dieser in Form einer partizipativen Vorgehensweise regionale und lokale Experten integrieren, um ein bestmögliches und zugleich realistisches Streckenangebot zu konzipieren. Eine einheitliche Ausschilderung der Etappen wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht notwendig. Über GPS Daten, Kartenmaterial und Roadbooks ist eine Navigation problemlos möglich. Mittelfristig ist eine Kooperation mit einem Verlag und Autor anzustreben, die über das Produkt ein Buch veröffentlichen. Buchbare Pauschalangebote mit Guidung und Gepäcktransport müssen ebenso erstellt werden wie Übernachtungsverzeichnisse für Individualtouristen. Zielgruppenorientiertes Marketing ist ebenso notwendig für die erfolgreiche Einführung des Produkts am Markt. Kosten Die Kosten für dieses Projekt setzen sich im Wesentlichen aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen werden die streckenplanerischen und konzeptionellen Arbeitsschritte Kosten verursachen. Zum anderen wird die Erstellung einer Homepage, bzw. eine Printproduktes (Karte) zu finanzieren sein. Zusammenfassung Ziele: Ausweisung attraktiver Strecken für verschiedene Radtypen und Themen Zielgruppen: Gäste und Einheimisch Vorgehen: Streckenfestlegung, Lenkung, Ausweisung, Definition von Pauschalen, Übernachtungsmöglichkeiten, Marketing, GPS‐Tracks, Buch und Karte bei Verlag Kosten: mittel 7.7 Impulsprojekt 5: Outdoor Trophy URV / Raid URV Hintergrund Die infrastrukturellen Voraussetzungen zum Radtourismus sind in allen drei Ländern auf gutem Niveau ausgebildet. Mit einer breitensportlichen Großveranstaltung in Form einer Outdoor Trophy mit Schwerpunkt Rad, kann das Thema Radtourismus für die URV Region medial sehr effektiv kommuniziert werden. Beispiele für erfolgreiche Veranstaltungen ähnlicher Art sind der Naturathlon in Deutschland (2004) und der jährlich stattfindende Gigathlon in der Schweiz. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 77 Ziel Als großes, überregionales Jedermann‐Event mit einem großen transnationalen wie auch lokalen Bezug soll die Outdoor Trophy vor allem positives Medienecho erzeugen und durch die redaktionelle Berichterstattung in Printmedien, Internet und TV das URV als ideale Radurlaubsregion darstellen. Schwerpunkte dabei sind das Natur‐ und Kulturerlebnis mit dem Rad. Kulinarik und andere Themenfelder können bei einer solchen Veranstaltung hervorragend eingebunden werden. Zielgruppen Die Outdoortrophy richtet sich gleichermaßen an Gäste und Einwohner. Über die Einbindung von Prominenten und Mitmachveranstaltungen für die jeweils lokale Bevölkerung an den Etappenorten erreicht man auch die Medien. Zahlreiche redaktionelle Beiträge in regionalen wie überregionalen Medien werden den gewünschten medialen Effekt erzielen. Maßnahmenbeschreibung Über ein trinationationales, medial begleitetes Casting werden die Teilnehmer für sogenannte Topteams gesucht. Promiteams mit regionalem Bezug treten ebenfalls bei der Outdoortrophy an und erhöhen das mediale Interesse. Die Veranstaltung selber sollte zwischen fünf und acht Tagen andauern, zwei Wochenenden beinhalten und neben dem Wettbewerb der bis zu 100 vierköpfigen Teams an jedem Startort ein Mitmachprogramm vorsehen. Das können Volksradfahren, Radrennen oder auch radunabhängige Veranstaltungen sein. Kosten Die Kosten für die Durchführung einer Outdoortrophy sind hoch, können jedoch über Sponsoren refinanziert werden. Die Organisation der Veranstaltung muss von einer Eventagentur übernommen werden. Mit einer zweijährigen Planungsphase ist eine Realisierung frühestens 2014 denkbar. Zusammenfassung Ziele: ÖA Projekt, großes Jedermann Event, Highlights der Region, Schwerpunkt Natur‐ und Kulturerlebnis Zielgruppen: Medien, Gäste und Einwohner Vorgehen: TN über Casting für Top Teams, Intensive mediale Begleitung Kosten: hoch, aber über Sponsoren refinanzierbar, ggf. Projektvergabe an Agentur, etc. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 78 AUSBLICK UND ZUSAMMENFASSUNG © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 79 8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK Trinationale Metropolregion Oberrhein – Upper Rhine Valley: Spitzendestination für den Rad‐ Tourismus Der Oberrhein hat das Potential, Spitzendestination für Radfahrer zu werden, so das Ergebnis einer im Oktober 2011 bei der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie in Auftrag gegebenen Entwicklungsstudie zum Rad‐Tourismus. Ziel des von Upper Rhine Valley finanzierten Projekts ist es, die Stärken der Region herauszuarbeiten und zu bündeln und gemeinsam mit radtouristischen Dienstleistern, radbegeisterten Hoteliers und für Radler‐Bedürfnisse offene Gastronomen attraktive zielgruppenorientierte Touristikpakete zu entwickeln und an den Markt zu bringen. Die Studie hat das trinationale Angebot (CH, F, D) an Radwegen, Radkarten und GPS‐Daten ausgewertet sowie die Infrastruktur rund um den Radtourismus wie zum Beispiel Hotels mit Spezialisierung auf Radtouristen und Radverleih‐Dienste analysiert. Das Ergebnis: Knapp 600 Rad‐Routen mit insgesamt 23.000 Gesamtkilometern bieten gute Grundvoraussetzungen für die grenzüberschreitende Weiterentwicklung der Raddestination Upper Rhine Valley. Dies gilt für unterschiedliche Nutzergruppen wie Rennrad‐Begeisterte, Mountainbiker oder radelnde Familien. Entwicklungsfähig ist vor allem die Ausschilderung und Nutzerführung durch moderne Technologien. Bisher stehen beispielsweise am gesamten Oberrhein nur 41% der Radtouren als GPS‐Track zur Verfügung. Optimierungsbedarf besteht auch in der mehrsprachigen Gestaltung der Rad‐Angebote und der entsprechenden Websites. 430 Radevents pro Jahr in der Region bieten Ansatzpunkte für die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Im Rahmen von Regionalkonferenzen mit Rad‐Touristikern wurden über 30 Ideen für grenzüberschreitende Rad‐Angebote geboren, die vom Institut für Natursport und Ökologie bewertet und weiterentwickelt wurden. Aus den Analyseergebnissen und Projektideen wurde ein Maßnahmenplan erarbeitet, der neben zwei essentiellen Schlüsselprojekten eine Reihe von Impulsprojekten wie zum Beispiel einen URV‐Rad Guide oder eine 3 Länder Tour mit dem MTB empfiehlt. Der neu zu gründende Arbeitskreis Rad wird die weitere Planung der radtouristischen Angebote im URV ab dem Herbst 2012 übernehmen und die Projektideen umsetzen. Der hier vorliegende Projektbericht wird Ende September 2012 im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit und allen Projektbeteiligten vorgestellt. Ziel ist es, mit diesem Bericht den Startschuss für die weitere Entwicklung des Radtourismus im Upper Rhine Valley zu geben. Nach Klärung der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen könnte im Rahmen dieser Veranstaltung gleichzeitig der neue Arbeitskreis Rad URV seine konstituierende Sitzung durchführen und somit die Weiterführung der Projektideen vorantreiben. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 80 Eine Umsetzung der ausgearbeiteten Projektideen könnte in grenzüberschreitender Zusammenarbeit aller Interessensvertreter das Upper Rhine Valley zu einer international führenden Rad‐Destination entwickeln und gleichzeitig innerhalb der Region für neue Impulse sorgen und ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl der beteiligten Regionen bewirken. © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 81 ANHANG © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 82 9 ANHANG 9.1 Quellenverzeichnis Allgemeiner Deutsche Fahrradcub: Radreiseanalyse ADFC, 2011: www.adfc.de/radreiseanalyse Conseil National des professions du cycle Tousavelo: www.tousavelo.fr Vereinigung der Schweizer Veloimporteure Velosuisse: www.velosuisse.ch Zweirad‐Industrieverband ZIV: www.ziv‐zweirad.de 9.2 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Projektsteuerungsgruppe Rad‐Destination Upper Rhine Valley ............................................ 8 Tabelle 2: Teilnehmer an der Regionalkonferenz in Straßburg .............................................................. 8 Tabelle 3: Teilnehmer an der Regionalkonferenz in Freiburg ................................................................. 9 Tabelle 4: Verkaufs‐ und Bestandszahlen Rad in D, F und CH im Jahr 2010 (Quellen: ZIV, velosuisse und tousavleo). ............................................................................................................................. 12 Tabelle 5: Räumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets in Teilregionen für die Bestandsanalyse. Flächengröße und Höhenunterschiede. ....................................................................................... 17 Tabelle 6: Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. ................................................................... 19 Tabelle 7: Tourenangebot – Länge der erfassten Touren. .................................................................... 21 Tabelle 8: GPS Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. ........................................................... 22 Tabelle 9: GPS Tourenangebot – Länge der erfassten Touren. ............................................................. 23 Tabelle 10: Schwierigkeitszuweisung – Anzahl und Länge der erfassten Touren. ................................ 27 Tabelle 11: Mehrsprachigkeit der Tourenangebote. ............................................................................ 30 Tabelle 12: Radverleih. .......................................................................................................................... 32 Tabelle 13: Kommerzielle Tourenangebote. ......................................................................................... 34 Tabelle 14: Herkunft der Touranbieter. ................................................................................................ 34 Tabelle 15: Wettbewerbe / Events........................................................................................................ 36 Tabelle 16: Ankünfte, Nächtigungen und Übernachtungen 2010 (Quelle: Tourisme Alsace). ............. 38 Tabelle 17: Herkunft der Gäste (in %). .................................................................................................. 39 Tabelle 18: Bücher / Fahrradreiseführer und Radkarten. ..................................................................... 41 Tabelle 19: Projektvorschläge der regionalen Workshops – Strukturprojekte (F=Familien, G/K=Genuss und Kultur, S=Sport). .................................................................................................................... 50 Tabelle 20: Projektvorschläge der regionalen Workshops – Produktentwicklungen (F=Familien, G/K=Genuss und Kultur, S=Sport)................................................................................................. 52 © Deutsche Sporthochschule Köln Rad‐Destination Upper Rhine Valley 83 9.3 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Projektablaufplan „Rad‐Destination Upper Rhine Valley“. .............................................. 10 Abbildung 2: Prozentuale Anteile der verkauften Radtypen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz an der Gesamtstückzahl im Jahr 2010. Zusammenfassung von Untertypen in den nationalen Quellen. (CH: Kinderäder unter 24 Zoll sind nicht berücksichtigt. ‐ Quellen: ZIV, velosuisse und tousavleo)............................................................................................................. 13 Abbildung 3: Vorgehensweise Bestandsanalyse. .................................................................................. 16 Abbildung 4: Untersuchungsgebiet Upper Rhine Valley und Abgrenzung der Teilregionen. ............... 18 Abbildung 5: Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. .............................................................. 20 Abbildung 6: GPS Tourenangebot – Anzahl der erfassten Touren. ....................................................... 24 Abbildung 7: GPS Tourenangebot – Lage der zum Download angebotenen GPS‐Tracks. .................... 25 Abbildung 8: Schwierigkeitszuweisung – Anzahl der erfassten Touren. ............................................... 28 Abbildung 9: Schwierigkeitszuweisung getrennt nach Zielgruppen ‐ Anzahl der erfassten Touren. .... 29 Abbildung 10: Mehrsprachigkeit der Tourenangebote. D = deutsch, F = französisch, E = englisch. .... 31 Abbildung 11: Radverleih. ..................................................................................................................... 33 Abbildung 12: Kommerzielle Tourenangebote. .................................................................................... 35 Abbildung 13: Radsportbezogene Wettbewerbe und Events. .............................................................. 37 Abbildung 14: Touristische Übernachtungen und Herkunft der Gäste im Projektgebiet Upper Rhine Valley 2010 (Datenquelle: Tourisme Alsace). ............................................................................... 40 Abbildung 15: Handlungskonzept Rad Upper Rhine Valley. ................................................................. 62
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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026
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