Die Arbeitsgruppe der Abteilung Gesundheit & Sozialpsychologie besteht zur Zeit aus Mitarbeitenden mit Ausbildungen in Psychologie, Sportwissenschaft und Therapie. Unsere Arbeitsgruppe setzt sich sowohl aus Lehrkräften, Doktorand*innen, Post-Doktorand*innen als auch Projektmitarbeitenden zusammen. Unterstützt werden wir durch studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte. Leiter der Arbeitsgruppe ist seit 2006 Univ.-Prof. Jens Kleinert.
Sportwissenschaft besteht aus der Einheit von Forschung, Anwendung und Lehre. Für uns besitzt gute Forschung daher Anwendungs- und Lehrbezüge - gute Anwendung basiert auf wissenschaftlicher Forschung und gute Lehre behandelt gleichermaßen Forschung als auch ihre Anwendung in der Praxis. Mit dieser Philosophie betreiben wir Wissenschaft. Dies sind insbesondere Phänomene der Motivation, von Stress und Emotion sowie von interpersonalen Beziehungen in Gruppen und beim Coaching bzw. in der Betreuung.
Die Arbeitsgruppe der Abt. Gesundheit & Sozialpsychologie befasst sich insbesondere mit den Themen Motivation, Stress/psychische Gesundheit und Gruppe/Team auf der Basis interpersonal ausgerichteter Theorien und Modelle. Ziel der Arbeit ist die Verbesserung von Beratungs- und Betreuungsprozessen (Coaching) zur Förderung von mentaler Gesundheit, Leistung und Persönlichkeit. Zu den Theorien gehören insbesondere die Ansätze der Self-Determination Theory, die Balance-Theorie und die Feldtheorie. Anwendungsbereiche der Arbeit liegen im Gesundheits- und Rehabilitationssport, Leistungssport und Schulsport.
Die Vermittlung von Wissen und anderen Kompetenzen, die sich aus unseren Forschungserkenntnissen ergeben, ist für uns ein zentrales Anliegen. Neben den Studierenden sind die Adressaten dieser Vermittlung Sportler*innen und Trainer*innen bzw. andere Betreuer*innen. Leistungssportler*innen werden von uns sowohl im Einzelsetting als auch im Rahmen von Workshops betreut (Initiative MentalTalent). In besonders kritischen Phasen helfen wir Athlet*innen und ihrem sozialen Umfeld im Rahmen von MentalGestärkt weiter. Im Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport Köln (momentum) finden Symposien und online-Veranstaltungen für Trainer*innen statt.
Relevanz
Sportpsychologische Betreuung und Beratung von Athlet:innen, Trainer:innen und Mannschaften gewinnt im Leistungs- und auch Breitensport einen immer höheren Stellenwert. Vor allem im Spitzensport hat sich das sportpsychologische Coaching inzwischen neben den körperlichen Trainingsprozessen als relevant bewährt, um Leistung, Persönlichkeitsentwicklung und psychische Gesundheit zu fördern bzw. zu erhalten. Aber auch im Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport greifen immer mehr Personen auf sportpsychologische Coachingtools zu, um sportliche Situationen optimal zu bewältigen und das eigene Wohlbefinden zu verbessern.
Inhalte/Methoden/Theorien
Das Arbeitsfeld „Coaching und psychologische Betreuung“ beschäftigt sich mit der wissenschaftlich fundierten Gestaltung und Weiterentwicklung sportpsychologischer Coaching- und Betreuungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Motivation, Stress, Emotionen, soziale Prozesse, Leistung, Persönlichkeitsentwicklung und psychische Gesundheit. Für Coachingprozesse kann die Self-Determination-Theorie ein solides Grundmodell bieten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sichtung, Entwicklung und Evaluation theoriebasierter sportpsychologischer Methoden und Strategien sowie deren zielgruppenspezifischer Anwendung. Dabei werden die unterschiedlichen Bedürfnisse von Athlet:innen, Trainer:innen und Mannschaften ebenso berücksichtigt wie sportartspezifische, alters- und geschlechtsbezogene Besonderheiten. Ein zentrales Anliegen ist der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Durch Publikationen, Workshops, Vorträge und praxisorientierte Initiativen wie MentalGestärkt (verlinken) und mentaltalent (verlinken) werden wissenschaftliche Erkenntnisse für den Leistungs- und Breitensport nutzbar gemacht und die Qualität sportpsychologischer Betreuung weiterentwickelt. Ein besonderer Service wird durch das Online-Coaching (verlinken) zum Thema „Sport und Schwangerschaft“ angeboten, bei dem Frauen per Email zu sicherem Sporttreiben in und nach der Schwangerschaft beraten werden.
Publikationen
Ansprechperson
Relevanz
Obwohl die Gesundheitsvorteile von regelmäßiger körperlicher Aktivität allgemein bekannt sind, reichen diese oftmals nicht aus, um das Bewegungs- und Sportverhalten langfristig aufrecht zu erhalten. Ganz unterschiedliche, oft widersprüchliche und komplexe Gründe motivieren Menschen zum Sporttreiben, lassen sie abrupt aufhören oder treiben sie nach einem Rückfall an doch wieder zu beginnen. Einen Einblick in diese Gründe und die damit einhergehende motivationale Dynamik ist nützlich, um z. B. sportbezogene Interventionsprogramme ausrichten zu können und Menschen langfristig zu Bewegung und Sport zu motivieren.
Inhalte, Theorien & Methoden
Das Arbeitsfeld Motivation und Verhaltensänderung widmet sich aktuellen Forschungsfragen und praxisrelevanten Herausforderungen in Bezug zur (Wieder-)Aufnahme, Aufrechterhaltung und Änderung von Bewegung und Sport in den Kontexten Gesundheits-, Freizeit- und Leistungssport, Beruf und Schule.
Die Forschungsarbeiten orientieren sich an etablierten modelltheoretischen Grundlage. Im Zusammenhang mit dem Bewegungs- und Sportverhalten wird zum Beispiel die Befriedigung der basalen psychologischen Grundbedürfnisse oder die Verhaltensregulation gemäß der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan untersucht. Auch kognitive Bewertungsprozesse wie die Selbstwirksamkeitserwartung nach Bandura und Kontrollüberzeugung werden im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität in den oben genannten Kontexten untersucht. Ferner spielt die Einteilung von motivationalen und volitionalen Prozessen der Verhaltensänderung eine Rolle im Arbeitsfeld Motivation und Verhaltensänderung. Methodisch kommen überwiegend quantitative Forschungsdesign in Form von Querschnitts-, Längsschnitt- und Interventionsstudien zum Einsatz.
Insgesamt ergeben sich aus der Forschung des Arbeitsfelds Motivation und Verhaltensänderung Anwendungsbezüge in allen Bewegungs- und Sportkontexten. Die Forschungsergebnisse werden wissenschaftlich in die Praxis transferiert und für die verschiedenen Zielgruppen nutzbar gemacht. Für den Schulsportkontext wurden zum Beispiel Unterrichtsmaterialien auf Basis aktueller Erkenntnisse (weiter-) entwickelt, die (angehenden) Sportlehrkräften unterstützen können einen motivationsfördernden Unterricht zu gestalten.
Publikationen
Ansprechpersonen:
Relevanz
Soziale Prozesse, die im und durch Sport auftreten, prägen das Erleben und Verhalten von Menschen. Sie beeinflussen unter anderem Motivation, Leistung und Wohlbefinden. Die Erforschung sozialer Prozesse und die Entwicklung von daraus abgeleiteten Praxismaßnahmen ermöglichen Gesundheitsförderung und unterstützen die Leistung durch und im Sport.
Inhalte, Theorien & Methoden
Das Arbeitsfeld betrachtet vor allem Prozesse innerhalb von Gruppen (z. B. Mannschaften, Gesundheitssportgruppen) und zwischen Individuen (z. B. Trainer:in-Athletin-Beziehung) in den Anwendungsfeldern Leistungssport, Gesundheitssport, Schulsport sowie Freizeit- und Breitensport. Besonders im Mittelpunkt stehen dabei Group Flow (z. B. Pels et al., 2018)[PF1] , interpersonale Gewalt (z. B. Ohlert et al., 2025)[PF2] , Intrateam-Konflikte (z. B. Lüdemann & Kleinert, 2025)[PF3] , Motivationsgewinne (z. B. Boss et al., 2023)[PF4] und -verluste (z. B. Ohlert & Kleinert, 2013)[PF5] bei Gruppenleistungen sowie therapeutische Effekte von Sportgruppen (z. B. Chermette et al., 2026)[PF6] . Jegliche Arbeiten sind theoriebasiert, wobei sowohl auf etablierte Theorien zurückgegriffen wird (z. B. Balance-Theorie, Collective Effort Model) als auch eigene, neue Theorien entwickelt werden (z. B. Integrative Group Flow Theory; Pels & Kleinert[PF7] ). Die Forschungsarbeiten dienen der Theorieprüfung und Methodenentwicklung, wobei verschiedene empirische Ansätze verfolgt werden. Neben Querschnitt- und Längsschnittuntersuchungen werden auch im Forschungslabor experimentelle [PF8] Studien durchgeführt (z. B. Lüdemann et al., 2025)[PF9] . Die praxisbezogenen Arbeiten umfassen die (Weiter-) Entwicklung diagnostischer Methoden (z. B. Toolbox Beziehungsarbeit (Kleinert, 2014[PF10] ); Teamdiagnostik (Ohlert & Zepp, 2016[PF11] )) oder die Entwicklung und Überprüfung von Interventionen im Feld.
Publikationen
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Relevanz
Menschen sind im Alltag sowie in Bewegungs- und Sportkontexten vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Anforderungen ausgesetzt. Werden diese als belastend bewertet und reichen die wahrgenommenen Bewältigungsmöglichkeiten nicht aus, entsteht Stress. Eine langfristig unzureichende Stressbewältigung kann Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit, des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund rücken die Prävention stressbedingter Beeinträchtigungen sowie die Identifikation und Förderung von Ressourcen und Schutzfaktoren zunehmend in den Fokus von Forschung und Praxis.
Inhalte, Theorien & Methoden
Das Arbeitsfeld Stress und psychische Gesundheit widmet sich aktuellen Forschungsfragen und praxisrelevanten Herausforderungen in Bezug auf Stress und psychische Gesundheit in unterschiedlichen Bewegungs- und Sportkontexten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Selbstmitgefühl, psychologische Sicherheit, Körper- und Selbstkonzept sowie den Einfluss digitaler Medien auf die psychische Gesundheit.
Die Forschungsarbeiten orientieren sich an etablierten stress- und gesundheitspsychologischen Modellen, insbesondere dem transaktionalen Stressmodell nach Lazarus und Folkman, dem salutogenetischen Ansatz nach Antonovsky sowie der Selbstmitgefühlstheorie nach Neff. Methodisch kommen überwiegend quantitative Forschungsdesigns in Form von Querschnitts-, Längsschnitt- und Interventionsstudien zum Einsatz. Die Forschungsarbeiten und die daraus abgeleiteten Transfer- und Interventionsangebote richten sich an Jugendliche und Erwachsene sowie an Athlet:innen, Trainer:innen und weitere Akteur:innen in verschiedenen Bewegungs- und Sportkontexten.
Ein besonderer Schwerpunkt des Arbeitsfelds liegt auf dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Hierzu gehören insbesondere die Initiativen MentalGestärkt und mentaltalent. MentalGestärkt verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit im Leistungssport durch Prävention, Gesundheitsförderung, Früherkennung sowie die Vermittlung sportpsychologischer, sportpsychotherapeutischer und sportpsychiatrischer Unterstützung zu fördern. mentaltalent unterstützt insbesondere Nachwuchsleistungssportler:innen durch wissenschaftlich fundierte Workshops und Einzelbetreuungen mit dem Ziel der Leistungsoptimierung, der Persönlichkeitsentwicklung und der Erhaltung der psychischen Gesundheit.
Publikationen
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