Abt. Gesundheit und Sozialpsychologie - Forschung

Arbeitsfelder


Ansprechpartner: Marion Sulprizio

Das Arbeitsfeld „Coaching und psychologische Betreuung“ befasst sich mit dem Prozess der sportpsychologischen Betreuung und Beratung von Athleten und Athletinnen, Trainern und Trainerinnen und Mannschaften hinsichtlich unterschiedlicher Themenfelder (wie z.B. Motivation, Stress, Emotion, soziale Prozesse).

Das Ziel des Arbeitsfeldes ist, (1) aktuelle leistungssportliche und gesellschaftspolitisch relevante Themenfelder des sportpsychologischen Betreuungsprozesses herauszuarbeiten, sich mit dem Prozess des Coachings bzw. der Betreuung differenzierter auseinanderzusetzen und daraus ableitend Empfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Sportpsychologen und Sportpsychologinnen, Trainer und Trainerinnen, Athleten und Athletinnen, Mannschaften) zu entwickeln. Zusätzlich hat das Arbeitsfeld das Ziel, (2) die Position der Sportpsychologie in Deutschland zu stärken, regionale sportpsychologische Initiativen auf Bundesebene zu unterstützen und so eine optimale Versorgung der unterschiedlichen Zielgruppen mit sportpsychologischer Betreuung perspektivisch bis 2028 zu erreichen.

Um das erste Ziel zu erreichen, beschäftigt sich das Arbeitsfeld schwerpunktmäßig mit den Fragen (a) Wo kann Sportpsychologie im Prozess der Beeinflussung und Entwicklung von Leistung, Persönlichkeit und psychischer Gesundheit von Athleten, Athletinnen, Trainern und Trainerinnen helfen? und (b) Wie können die verschiedenen Themen in der sportpsychologischen Betreuung erfolgreich bearbeitet und beeinflusst werden? Bei der Beantwortung der ersten Frage ist es das Ziel der Arbeitsgruppe zu identifizieren, in welchen konkreten Situationen die verschiedenen Zielgruppen sportpsychologischer Arbeit Unterstützung benötigen, und die hier verwendeten Begrifflichkeiten im Betreuungssetting weiter zu schärfen (z. B. Was ist eine sportliche Krise? Was ist ein Misserfolg?). Darüber hinaus ist bei der Beantwortung der ersten Frage auch wichtig, wie sich sportpsychologische Arbeit im Leistungssport sowohl zwischen den verschiedenen Sportarten als auch geschlechts- und altersspezifisch unterscheidet bzw. verändert. Die Beantwortung der zweiten Frage hat zum Ziel, theoriebasierte, sportpsychologische Methoden und Strategien zu entwickeln, zu beschreiben und zu empfehlen, die bei spezifischen sportpsychologischen Betreuungsanliegen effektiv und effizient eingesetzt werden können. Zusätzlich sollen Leitlinien hinsichtlich Frequenz, Intensität und Dauer des Einsatzes sportpsychologischer Techniken und Methoden entwickelt werden, die Sportpsychologen und Sportpsychologinnen sowie Trainern und Trainerinnen eine eindeutige Orientierung geben, wie diese Methoden am besten eingesetzt werden sollten.

Das zweite Ziel der Unterstützung der Sportpsychologie sowie eine optimale Versorgung von Athleten, Athletinnen, Trainern, Trainerinnen und Mannschaften bis 2028 soll über eine verstärkte Lobbyarbeit für das Feld der Sportpsychologie erreicht werden. Neben der Veröffentlichung verschiedener Publikationen gehört hier auch die Vorstellung sportpsychologischer Initiativen und grundsätzlich sportpsychologischer Arbeit auf Tagungen für Trainer und Trainerinnen, Verbandstreffen etc. in Form von Vorträgen, Arbeitskreisen und Workshops dazu.


Ansprechpartnerinnen:  Juliane Mackenbrock, Dr. Hanna Raven (in Elternzeit)

Obwohl die Gesundheitsvorteile von regelmäßiger körperlicher Aktivität allgemein bekannt sind, reichen diese Aussichten oftmals nicht aus, um Sport, Bewegung oder körperliche Aktivität langfristig aufrecht zu erhalten. Ganz unterschiedliche, oft widersprüchliche und komplexe Gründe motivieren Menschen zum Sporttreiben, lassen sie abrupt aufhören oder treiben sie nach einem Rückfall an doch wieder zu beginnen. Einen Einblick in diese Gründe und deren Veränderbarkeit über die Zeit und die damit einhergehende motivationale Dynamik ist nützlich, um z. B. sportbezogene Interventionsprogramme ausrichten zu können.

Unsere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit Motivation und körperlicher Aktivität in folgenden Kontexten: Gesundheits-, Freizeit- und Leistungssport, Beruf und Schule.

Hierbei geht es sowohl um die Motivation zum Sporttreiben bei unterschiedlichen Personengruppen an sich, als auch um komplexere Zusammenhänge zwischen bestimmten Regulationsformen der Motivation und deren Auswirkungen auf körperliche Aktivität. Hierbei sind neben querschnittlichen Betrachtungen insbesondere auch Veränderungen in längsschnittlichen Forschungsdesigns von Interesse. Des Weiteren stehen methodische Fragen hinsichtlich der Operationalisierung und Konzeptualisierung von Motivation im Fokus des Arbeitsfeldes. Das Arbeitsfeld trifft sich mindestens einmal im Monat und nach Bedarf, um sich über aktuelle Themen, Publikationen, Aufgaben oder Anträge zu sprechen. So können kompetente Erfahrungen zum Thema Motivation in den verschiedenen Projekten des Arbeitsfeldes ausgetauscht und sich gegenseitig bei den jeweiligen Aufgaben unterstützt werden.

Die modelltheroetische Grundlage der Arbeiten berücksichtigt personale und interpersonale Ressourcen aus einer salutogenetischen Perspektive, wobei die Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan (2000) eine zentrale Rolle besitzt. Kognitive Bewertungsprozesse wie Selbstwirksamkeitserwartung und Kontrollüberzeugung werden im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität in den oben genannten Kontexten untersucht. Auch die Einteilung von motivationalen und volitionalen Prozessen in Interventionen wird untersucht.

Insgesamt ergeben sich aus unserer Forschung Anwendungsbezüge im Gesundheits- und Rehabilitationssport, im Schul- sowie im Leistungssport. Im Schulsportkontext werden beispielsweise für Studierende im Bereich der Ausbildung Seminare und Unterrichtsbausteine hinsichtlich aktueller Erkenntnisse (weiter-) entwickelt, für den Schulsportalltag werden Materialien entwickelt, die Sportlehrkräften unterstützen können einen motivationsfördernden Unterricht zu gestalten. 


Ansprechpartner: Dr. Fabian Pels

Relevanz. Gruppen und das Handeln in Gruppen sind bedeutsame Bestandteile unterschiedlicher Lebenskontexte, sei es im Sport, auf der Arbeit oder im Bereich der (Aus-) Bildung. Ihre Bedeutsamkeit ergibt sich einerseits aus der Häufigkeit ihres Vorkommens, andererseits aus der Vielfalt ihrer Anlässe, die je nach Kontext sehr unterschiedlich sein können. Gruppen und Gruppenhandeln dienen beispielsweise der Leistungserbringung durch eine gemeinsame Bewältigung von Aufgaben, der Vermittlung und dem Erwerb von Wissen oder schlichtweg zur Befriedigung basaler psychologischer Bedürfnisse wie dem Bedürfnis nach Verbundenheit zu anderen Menschen. Aus diesen Gründen beschäftigt sich die AG Soziale Prozesse mit sozialpsychologischen Prozessen und Strukturen, die in Gruppen auftreten.

Ziele. Die AG Soziale Prozesse verfolgt Ziele sowohl in wissenschaftlich als auch gesellschaftlich relevanten Bereichen. In wissenschaftlicher Hinsicht sollen übergeordnet vor allem Theorien und Methoden (weiter-) entwickelt werden sowie grundlegende Mechanismen von sozialen Prozessen erforscht werden. In gesellschaftlicher Hinsicht liegt übergeordnet eine besondere Akzentuierung in der Nutzbarkeit von Forschungsergebnissen. Indem beispielsweise Interventionsprogramme basierend auf experimentellen Erkenntnissen entwickelt werden, sollen die Forschungsergebnisse für einzelne Gruppen oder Lebensbereiche, aber auch für die Gesellschaft im Allgemeinen nutzbar werden.

Inhalte. Die konkreten Inhalte der Arbeit der AG Soziale Prozesse ergeben sich aus Phänomenen sowie forschungs- oder praxisbezogenen Problemstellungen, die jeweils miteinander verbunden sein können. Zentrale betrachtete Phänomene, deren zugrunde liegenden Prozesse und Mechanismen untersucht werden, sind beispielsweise Motivationsgewinne oder -verluste bei Gruppenaufgaben und Group Flow. Zentrale forschungsbezogene Problemstellungen beziehen sich zum Beispiel auf methodische Herausforderungen wie die (Weiter-) Entwicklung experimenteller Paradigmen zur Erforschung von Gruppenphänomenen. Zentrale praxisbezogene Problemstellungen ergeben sich vor allen Dingen aus Bedarfen der sportpsychologischen, gesundheitspsychologischen sowie arbeits- und organisationspsychologischen Praxis. Hierunter fällt die (Weiter-) Entwicklung diagnostischer Methoden für den Einsatz in der Praxis (z.B. Teamdiagnostik) oder die Entwicklung und Überprüfung von Interventionen im Feld.

Arbeits- und Denkweise. Die Arbeit des Arbeitsfeldes Soziale Prozesse basiert stets auf theoretischen Ansätzen. Interpersonal ausgerichtete Theorien sind hierbei die Basis für die Bildung von (neuen) Modellen, die Ableitung neuer Forschungsfragen sowie die (Weiter-) Entwicklung von Diagnostik und Intervention. Zu diesen Theorien gehören beispielsweise die Ansätze der Self-Determination Theory, die Balance-Theorie oder das Collective Effort Modell. Die empirischen Untersuchungen der AG Soziale Prozesse sind vorrangig experimentell ausgerichtet. Es werden sowohl labor- als auch feldexperimentelle Ansätze verfolgt. Die Arbeitsergebnisse der AG Soziale Prozesse sollen der Wissenschaft und der breiten Öffentlichkeit schließlich kontinuierlich in Publikationen sichtbar gemacht werden.


Ansprechperson
Dr. Johanna Belz

Relevanz
Menschen sind im Alltag sowie in Bewegungs- und Sportkontexten vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Anforderungen ausgesetzt. Werden diese als belastend bewertet und reichen die wahrgenommenen Bewältigungsmöglichkeiten nicht aus, entsteht Stress. Eine langfristig unzureichende Stressbewältigung kann Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit, des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund rücken die Prävention stressbedingter Beeinträchtigungen sowie die Identifikation und Förderung von Ressourcen und Schutzfaktoren zunehmend in den Fokus von Forschung und Praxis.

Inhalte, Theorien & Methoden
Das Arbeitsfeld Stress und psychische Gesundheit widmet sich aktuellen Forschungsfragen und praxisrelevanten Herausforderungen in Bezug auf Stress und psychische Gesundheit in unterschiedlichen Bewegungs- und Sportkontexten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Selbstmitgefühl, psychologische Sicherheit, Körper- und Selbstkonzept sowie den Einfluss digitaler Medien auf die psychische Gesundheit.

Die Forschungsarbeiten orientieren sich an etablierten stress- und gesundheitspsychologischen Modellen, insbesondere dem transaktionalen Stressmodell nach Lazarus und Folkman, dem salutogenetischen Ansatz nach Antonovsky sowie der Selbstmitgefühlstheorie nach Neff. Methodisch kommen überwiegend quantitative Forschungsdesigns in Form von Querschnitts-, Längsschnitt- und Interventionsstudien zum Einsatz. Die Forschungsarbeiten und die daraus abgeleiteten Transfer- und Interventionsangebote richten sich an Jugendliche und Erwachsene sowie an Athlet:innen, Trainer:innen und weitere Akteur:innen in verschiedenen Bewegungs- und Sportkontexten.

Ein besonderer Schwerpunkt des Arbeitsfelds liegt auf dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Hierzu gehören insbesondere die Initiativen MentalGestärkt und mentaltalentMentalGestärkt verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit im Leistungssport durch Prävention, Gesundheitsförderung, Früherkennung sowie die Vermittlung sportpsychologischer, sportpsychotherapeutischer und sportpsychiatrischer Unterstützung zu fördern. mentaltalent unterstützt insbesondere Nachwuchsleistungssportler:innen durch wissenschaftlich fundierte Workshops und Einzelbetreuungen mit dem Ziel der Leistungsoptimierung, der Persönlichkeitsentwicklung und der Erhaltung der psychischen Gesundheit.

Publikationen


Laufende Forschungsprojekte


Der Einfluss von Aggressionsreduktion durch Emotionsregulation auf sportliche Leistung: Zum Stellenwert physiologischer Marker

Projektleiter*in: Dr. Uirassu Borges (u.borges@­dshs-koeln.de)

Projektmitarbeiter*innen: Dr. Fabian Pels, Prof. Dr. Jens Kleinert, Florian Schwalb, Christopher Ismar

Förderung: Hochschulinterne Forschungsförderung

Laufzeit: 03/2024 - 02/2025

Projektbeschreibung:
Aggression ist in der sportlichen Aktivität ein bedeutsames Phänomen (1). Je nach Sportart und Situation kann sich Aggression begünstigend oder beeinträchtigend auf die sportliche Leistung auswirken (2). Aus diesem Grund ist es für Sportler*innen in Wettkampfsituationen unabdingbar, aggressives Verhalten regulieren zu können (3,4). Impulsives aggressives Verhalten ist mit geringer Emotionsregulation assoziiert (5). Daraus stellt sich die bislang wenig erforschte Frage, ob die Anwendung von Neubewertung als eine Emotionsregulationsstrategie zur Aggressionsminderung und hierdurch bei bestimmten sportlichen Fähigkeiten zur Leistungsverbesserung führt. Das vorliegende Forschungsvorhaben geht dieser Frage nach und vergleicht die Strategie der Neubewertung mit der der Unterdrückung als Kontrollbedingung. Das Projekt geht über den aktuell gängigen Ansatz der Betrachtung von lediglich einem psychophysiologischen Mechanismus hinter Aggression hinaus. Im vorliegenden Vorhaben werden neuroendokrine (Cortisol und Testosteron), autonome (kardiale vagale und kardiale sympathische Aktivität) sowie verhaltensbasierte Maße bei der Adressierung dieser Frage herangezogen. Das Projekt untersucht eine einfache und kostengünstige Interventionsmethode zur Aggressionsreduktion in Sportsituationen auf Basis von Emotionsregulation, wobei Sportsituationen hierbei differenziert und theoriebasiert betrachtet werden.

  1. Coulomb-Cabagno G, Rascle O. Team sports players’ observed aggresion as a function of gender, competitive level, and sport type. J Appl Soc Psychol [Internet]. 2006 Aug [cited 2021 Sep 19];36(8):1980–2000. Available from: https://psycnet.apa.org/record/2006-13177-008
  2. Glover C, Mccarthy P, Burns L, Mccann B. Does an athlete’s anger differ by sport type and gender? Int J Sport Psychol. 2022;53(6):507–24.
  3. Kieran K, Kylis MW. Getting a grip on emotion regulation in sport: conceptual foundations and practical application MARK A . UPHILL , PAUL J . MCCARTHY AND. Adv Appl Sport Psychol A Rev [Internet]. 2008 Dec 10 [cited 2022 Nov 7];172–204. Available from: https://www.taylorfrancis.com/chapters/edit/10.4324/9780203887073-11/getting-grip-emotion-regulation-sport-conceptual-foundations-practical-application-mark-uphill-paul-mccarthy
  4. Lazarus RS. How emotions influence performance in competitive sports. Sport Psychol. 2000;14:229–52.
  5. Davidson RJ, Putnam KM, Larson CL. Dysfunction in the neural circuitry of emotion regulation--a possible prelude to violence. Science [Internet]. 2000 Jul 28 [cited 2022 Nov 4];289(5479):591–4. Available from: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10915615/

Projekt-Team:
Dr. Fabian Pels (Projektleitung)
Prof. Dr. Jens Kleinert
Theresa Wiesen (Wissenschaftliche Hilfskraft)

Homepage:

Website zum Forschungsprojekt

Förderung:
Eigenfinanzierung 

Laufzeit:
unbegrenzt

Projektbeschreibung:

Ausgangslage. Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet Group Flow das Phänomen, dass einer Gruppe die Bewältigung einer Gruppenaufgabe harmonisch, perfekt abgestimmt und scheinbar mühelos wie im Fluss gelingt, was von den Gruppenmitgliedern als äußerst positive Erfahrung wahrgenommen wird. Im Gegensatz zum Individual Flow (nach seinem Begründer Csikszentmihalyi) ist das Phänomen Group Flow bislang jedoch kaum systematisch wissenschaftlich betrachtet worden.

Ziel. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist eine umfassende Untersuchung des Phänomens Group Flow. Hierfür wurde ein Arbeitsprogramm aufgestellt:

Arbeitsprogramm.

  • Aufbereitung (Scoping Review ansehen) und kontinuierliche kritische Reflexion (Positionspapier ansehen) des Forschungsfeldes
  • Entwicklung eines theoretischen ModellsPDF der akzeptierten Manuskriptfassung; Ansehen der veröffentlichten Manuskriptfassung)
  • Entwicklung eines FragebogensPDF der akzeptierten Manuskriptfassung; Ansehen der veröffentlichten Manuskriptfassung)
  • Empirische Untersuchungen zu (a) Ursachen, (b) Konsequenzen und (c) Korrelaten
  • Entwicklung und Evaluation von Interventionen

Publikationen:

Pels, F., Schulte, L. & Kleinert, J. (2025). The development and psychometric evaluation of the Group Flow Inventory (GFI). Group Dynamics: Theory, Research, and Practice. Online first. https://doi.org/10.1037/gdn0000238 . AnsehenPDF der akzeptierten Manuskriptfassung

Pels, F., & Kleinert, J. (2023). “There is nothing as practical as a good theory” – A position paper on the development of group flow research. European Journal of Applied Positive Psychology, 7(7), 1–5. Ansehen

Pels, F. & Kleinert, J. (2023). Perspectives on group flow: Existing theoretical approaches and the development of the Integrative Group Flow Theory. Group Dynamics: Theory, Research, and Practice, 27(4), 276-294. Ansehen

Pels, F., & Kleinert, J. (2023). Measuring group flow: A review of existing questionnaires with implications for essential further development. In European Association of Social Psychology (Chair), General Meeting of the European Association of Social Psychology. Symposium conducted at the meeting of European Association of Social Psychology, Krakow.

Pels, F., & Kleinert, J. (2020). Group flow. In D. Hackfort & R. J. Schinke (Eds.), Key issues in sport and exercise psychology. The Routledge international encyclopedia of sport and exercise psychology: Volume 1: Theoretical and methodological concepts (pp. 192–201). London: Routledge. Ansehen

Zajonz, P., Engler, A.-C., Hofmann, F., Gundermann, S., Bynoe, M., & Pels, F. (2019). Phenomenological differences between individual flow and group flow. In B. Strauss, B. Halberschmidt, T. Utesch, D. Dreiskämper, S. Brückner, M. Tietjens,. . . L. Busch (Eds.), Building the future of sport and exercise psychology: Abstract book (p. 226). Münster: Stelljes.Ansehen

Pels, F., Kleinert, J., & Mennigen, F. (2018). Group flow: A scoping review of definitions, theoretical approaches, measures and findings. PLOS ONE, 13(12), e0210117. Ansehen

Darüber hinaus sind in der Vergangenheit an der DSHS Köln zahlreiche Abschlussarbeiten (BA/MA) zum Thema Group Flow verfasst worden. Diese können im Katalog der Zentralbibliothek Sport recherchiert werden. Ansehen


Entwicklung, Überarbeitung und Validierung von Instrumenten zur Erhebung der Gruppenkohäsion

Projektmitarbeiter/innen (Kontakt): 
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de), Dr. Chloé Chermette

Laufzeit: 
seit 2008

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Gruppenkohäsion ist eines der wichtigsten sozialpsychologischen Phänomene im Sport. Für den deutschen Sprachraum existieren jedoch bisher nur unzureichend anwendbare und/oder validierte Instrumentarien, die Studien in Deutschland bzw. interkulturelle Studien möglich machen. Als Hintergrund dient dabei das theoretische Modell der Gruppenkohäsion von Carron und Kollegen.

Ziel-/Fragestellung
Entwicklung, Überarbeitung und Validierung von Fragebögen bzw. Beobachtungssystemen zur Erfassung der Gruppenkohäsion in verschiedenen Kontexten (Leistungssport, Freizeit- und Gesundheitssport, Jugendsport, Schulsport).

Methode (Verfahren, Sample)
In mehreren Teilprojekten werden zunächst die vorhandenen Fragebögen übersetzt und anschließend in mehreren Stufen überarbeitet, an die Theorie angepasst und validiert.

(Zwischen-)Ergebnisse
Es wurden bereits Fragebögen zum Leistungssport (KIT-L), Freizeit- und Gesundheitssport (KIT-FG) sowie Jugendsport (KIT-J) übersetzt und evaluiert. Für den KIT-FG und den KIT-L erfolgten theoretische Anpassungen, eine Schulsportversion (KIT-S) ist in Arbeit.

Transfer(erwartung)
Durch die Erstellung von Fragebögen für verschiedene Kontexte wird die Forschung zum Bereich Gruppenkohäsion in Deutschland gefördert.

Publikationen zu den Fragebögen: 
Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (in Vorbereitung). Social cohesion reworded – measuring social cohesion in sport during practice sessions. Social psychological and personality science.

Kleinknecht, C., Kleinert, J. & Ohlert, J. (in review). Erfassung von „Kohäsion im Team von Freizeit- und Gesundheitssportgruppen“ (KIT-FG). Zeitschrift für Gesundheitspsychologie.

Ohlert, J. (2012). „Kohäsionsfragebogen für Individual- und Teamsport - Leistungssport (KIT-L)“: A German-language instrument for measuring group cohesion in individual and team sports. International Journal of Sport & Exercise Psychology, 10, 39-51.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011) Ein Fragebogen zur Gruppenkohäsion im Jugendleistungssport: Validierung des KIT-J. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.).Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 101). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2010). Erfassung von Gruppenkohäsion im Gesundheitssport: eine kritische Betrachtung des PAGEQ. In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.): Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 143). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2009). Erfassung von Gruppenkohäsion im Freizeit- und Gesundheitssport: Der KIT-FG. In I. Pfeffer & D. Alfermann (Hrsg.).Menschen in Bewegung. Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft (S. 115). Hamburg: Czwalina.

Weitere Publikationen mit dem Thema Gruppenkohäsion:

Eys, M. A., Ohlert, J., Evans, B., Wolf, S., Martin, L., VanBussel, M., & Steins, C. (in review). Cohesion and performance for female and male sport teams. Group Dynamics.

Kleinert, J., Ohlert, J., Carron, B., Eys, M., Feltz, D., Harwood, C., Linz, L., Seiler, R. & Sulprizio, M. (2012). Group dynamics in sport: An overview and recommendations on diagnostic and intervention. The Sport Psychologist, 26, 412-434.

Ohlert, J. (2012). Relationship between cohesion and subjective and objective performance in German tennis teams. Journal of Sport & Exercise Psychology, 34 (Supplement June 2012), S266.

Leineweber, H., Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011). Motivation im Berufsschulsport: Zum Einfluss von Gruppenkohäsion und motivationalem Klima. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.). Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 86). Hamburg: Feldhaus.

Leineweber, H., Ohlert, J., Kleinknecht, C. & Kleinert, J. (2011). (Mangelnde) Motivation zum Sportunterricht in der Berufsschule: Die Rolle von Gruppenprozessen. In H. Lange, G. Duttler, T. Leffler, A. Siebe & M. Zimlich (Hrsg.). Bewegungsbezogene Bildungskonzeptionen: Zur Trias Konzeption, Implementation und Evaluation (S. 169-176). Hohengehren: Schneider.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Alkoholkonsum bei Sportlern: Beeinflusst das Gruppengefüge die Rolle normsetzender Instanzen? In B. Strauß, B. Halberschmidt. & J. Schorer (Hrsg.). Höchstleistung in den Sportspielen – Vom Talent zur Expertise(S. 56). Münster: Westfälische Wilhelms-Universität.

Leineweber, H . & Ohlert, J. (2010). Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport: Gruppenkohäsion, motivationales Klima und Stressempfinden in Sportinernaten. In B. Strauß, B. Halberschmidt. & J. Schorer (Hrsg.). Höchstleistung in den Sportspielen – Vom Talent zur Expertise (S. 54). Münster: Westfälische Wilhelms-Universität.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J. & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Herzlich vereint – Auswirkungen von Kohäsionswahrnehmung auf die Adhärenz in Herzsportgruppen. In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.):Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 108). Hamburg: Feldhaus.

Kleinknecht, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Die ewigen Banksitzer – Kohäsionswahrnehmung von Schülern als Motivationshilfe im Schulsport? In G. Amesberger, T. Finkenzeller & S. Würth (Hrsg.): Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung (S. 109). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J., Heier, M. & Kleinert, J. (2009). Does gender influence the communication cohesion relationship in team sports? In A. Baria, E. Nabli, M. Madani, A. Essiyedal, M. Aragon & A. El Ouartassi (Hrsg.). The 12th World Congress of Sport Psychology (S. 102). Marrakesh: Moroccan Society of Sport Psychology.


Projektleiter*in:
Prof. Dr. Jörg M. Fegert (Uniklinikum Ulm)

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
Dr. Jeannine Ohlert, Clara Fabry (C.Fabry@dshs-koeln.de) & Uniklinik Ulm

Förderung:
BMFSFJ

Laufzeit:
07/21 - 11/24


Website zum Forschungsprojekt:
www.engagement-schutzkonzepte.elearning-kinderschutz.de

Projektbeschreibung:
Erstellung einer Online-Lernplattform zur Sensibilisierung für Gefährdungsfaktoren der (sexualisierten) Gewalt im ehrenamtlichen Kontext sowie zur Umsetzung von Schutzkonzepten in verschiedenen ehrenamtlichen Bereichen.

Im Rahmen des Projektes wird eine Online-Plattform „Schutzkonzepte gegen (sexuelle) Gewalt im Ehrenamt“ mit drei verschiedenen Angeboten erstellt:

  1. Online-Kurs „Entwicklung von Schutzkonzepten zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ für (Ehrenamts-) Koordinatorinnen
    (Umfang ca. 15-20 Stunden)
  2. Online-Modul „Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ für ehrenamtlich Tätige (Umfang ca. 4 Stunden)
  3. Informationsbereich zu Schutzkonzepten im ehrenamtlichen Bereich.

Inhalte der Lernangebote sind der Schutz vor (sexualisierter) Gewalt in ehrenamtlichen Strukturen und der Umgang mit einem (Verdachts-) Fall von
(sexualisierter) Gewalt, Vernachlässigung oder Misshandlung. Zur Vermittlung der Lerninhalte stehen u.a. Textmaterialien, Videoclips, Animationen oder Comics zur Verfügung. Die Online-Plattform wird in intensiver und partizipativer Zusammenarbeit von Expertinnen aus der Praxis entwickelt und evaluiert. Ein Projektbeirat von Fachexpert*innen aus der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, der Jugendverbandsarbeit und der Sportjugend begleitet die Entwicklung der Lernplattform.


Projektleitung:
Prof. Dr. Jens Kleinert; Marion Sulprizio

Projektmitarbeiter*innen:
Sina Kiekbusch (SHK)

Förderung:
Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG), Robert-Enke-Stiftung, Vereinigung der Deutschen Vertragsfußballspieler (VDV)

Laufzeit:
01/2025-12/2025 (fortlaufend jährlich verlängert)

weitere Infos unter www.mentalgestaerkt.de

Projektbeschreibung:
MentalGestärkt ist eine dezentrale Einrichtung der DSHS Köln. Zu den  wesentliche Zielen zählt, psychische Gesundheit im Leistungssport zu erhalten und zu fördern. Außerdem besteht ein Anliegen von MentalGestärkt darin, psychische Probleme, wie beispielsweise übermäßiger Stress, Depressionen oder Burnout im Leistungssport zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und Ansprechpartner für die richtige Behandlung zu geben.


Projektleiter*in:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Johanna Belz

Projektmitarbeiter*innen:
Jana Beckmann, Tatiana da Rocha Ferreira

Förderung:
Sportstiftung NRW

Laufzeit:
01/2007 - 12/2028

Website:
www.dshs-koeln.de/mentaltalent

Projektbeschreibung:

mentaltalent bietet sportpsychologische Betreuung für Nachwuchsleistungssportler:innen in NRW. mentaltalent wird von der Sportstiftung NRW gefördert. Seit 2007 haben wir über 3000 Nachwuchssportler:innen in mehr als 800 Workshops und 700 Einzelbetreuungen sportpsychologisch unterstützt. Durch Freude und Motivation im Sport, Persönlichkeitsentwicklung und einen besseren Umgang mit Stress und Druck möchten wir Spitzenleistungen und Duale Karriere ermöglichen.

Wir helfen Athlet:innen dabei, ihre mentale und sportliche Leistungsfähigkeit zu optimieren. Zusätzlich stehen die Persönlichkeitsentwicklung der Athlet:innen sowie deren psychische und körperliche Gesundheit im Fokus. Außerdem unterstützen wir Athlet:innen dabei, ihre duale Karriere aus Ausbildung und Leistungssport zu meistern.

Weitere Infos untermentaltalent.de


Projektleiter*in:
Univ.-Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Eigenfinanziert (Das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport Köln - momentum)

Laufzeit: 
nicht zeitlich begrenzt

Projektbeschreibung:

Theoretischer Ansatz
In der Sportpsychologie ist eine zunehmende Spezifizierung und Ausdifferenzierung diagnostischer Verfahren zu beobachten. Zu den verschiedensten sportpsychologischen Konstrukten (z.B. Sportmotivation, Wettkampfangst, Erholung) wurden Instrumente – überwiegend Fragebögen – entwickelt, die im Falle auftretender Probleme bei Athleten eine differenzierte Diagnose und nachfolgende gezielte Interventionen möglich machen. Eine möglichst weitreichende sportpsychologische Basisdiagnostik im Sinne eines Screeningansatzes wird in der Literatur nicht beschrieben.

Ziel-/Fragestellung
Ziel des Projekts ist neben der (Weiter-)Entwicklung eines sportpsychologischen Assessments der routinemäßige, problemunabhängigen und weitreichende basisdiagnostische Einsatz an jugendlichen Leistungssportlern in NRW. Im Rahmen des Assessments werden grundlegende sportartübergreifende Funktionen überprüft sowie eventuelle Defizite aufgedeckt.

Methode (Verfahren, Sample)
Die Entwicklung sowie permanente Überprüfung und Überarbeitung des Assessments stellt eine Kompromisslösung zwischen hoher Praktikabilität und Knappheit einerseits und angemessener Güte sowie ausreichender Breite andererseits dar. Darüber hinaus sind sowohl Methodenpluralität (Apparative Tests, Verhaltensbeobachtung, Interview, Fragebogen) als auch Zielgruppenorientierung (Haupteinsatzbereich Kaderathleten) gewährleistet. Bislang haben etwa 600 Athleten die Diagnostik absolviert.

(Zwischen-)Ergebnisse
Ergebnisse verschiedener Analysen von Nachwuchsathleten zeigen, dass wahrgenommene Gesundheitsprobleme oder geringes Selbstvertrauen bei jungen Kaderathleten nicht selten sind. Trainer und Betreuer sollten daher verstärkt diese und ähnliche Variablen erfassen und in ihrer Trainings und Betreuungs-arbeit berücksichtigen.

Transfer(erwartung)
Die individuellen Ergebnisse der BASISdiagnostik werden den Athleten rückgemeldet. „Negative“ Werte werden als „Entwicklungspotential“ gekennzeichnet, die für die Optimierung der eigenen Leistung eine besondere Funktion besitzen. In der individuellen Trainings- und Wettkampfarbeit haben die Athleten so die Möglichkeit, mithilfe der Ergebnisse der BASISdiagnostik die eigene Leistungsfähigkeit auch auf sportpsychologischer Ebene zu optimieren.

Publikationen
Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Selbstvertrauen, Stressbewältigungsverhalten und der Einsatz mentaler Techniken bei Nachwuchskaderathleten. In Stoll, O. & Lau, A. (Hrsg.). Angewandte Sportpsychologie. 45. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsycholo-gie (asp) vom 9.-11. Mai 2013 in Halle (S. 201). Hamburg: Feldhaus.

Zepp, C., Braun, H., Braunstein, B., Engelmeyer, E. & Kleinert, J. (2011). Nachwuchskaderathleten modifizieren ihre Alltags- und Trainingsgestaltung nach Erhalt der momentum Ergebnismappe. Unveröffentlichter Forschungsbericht. Deutsche Sporthochschule Köln.

Kleinert, J., Boss, M. & Breuer, S. (2010). Wie gesund fühlen sich junge Athleten? Gesund-heitsbezogene Selbsteinschätzung im Leistungssport. momentum eJournal, 1, 43-50.

Kleinert, J., Heinen, T. & Lobinger, B. (2007). Entwicklung und Erprobung einer sportart-übergreifenden psychologischen Basisdiagnostik. In J. Beckmann & F. Ehrlenspiel (Hrsg.), Diagnostik und Intervention: Bridging the gap. München: Eigenverlag.

Kleinert, J., Kleinknecht, C. & Anders, E. (2004). Zusammenhänge von Trainings- und Alltagsbelastungen mit der habituellen und aktuellen Befindlichkeit von U15-, U18 und U21-Landesauswahlspielerinnen im Fußball. Unveröffentlichter Forschungsbericht, Psychologisches Institut, DSHS Köln.

Lobinger, B. & Heinen, T. & Kleinert, J. (2007). Einsatz und Reliabilität einer deutschsprachigen Version des PSIS.


Projektleiter*in:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Eigenfinanziert (Das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport Köln - momentum)

Laufzeit: 
Jederzeit auf Anfrage

Projektbeschreibung:

Theoretischer Ansatz.
Team- und Beziehungskompetenzen haben einen deutlichen Einfluss auf die Leistung und damit den Erfolg von Mannschaften (vgl. z.B. Carron, Hausenblas & Eys, 2005). Während seit einigen Jahren in der Betreuung von einzelnen Sportlern vermehrt Wert auf eine spezifische sportpsychologische Diagnostik gelegt wird, um die individuelle Leistung zu erhöhen, fehlt eine theoriegeleitete, ausdifferenzierte Diagnostik für komplette Mannschaften bisher gänzlich.

Ziel-/Fragestellung.
Ziel des entwickelten Assessments ist es, grundlegende soziale Prozesse innerhalb einer Mannschaft zu überprüfen, Störungen und Verbesserungspotentiale auf sozialpsychologischer Ebene aufzudecken. Bei der Entwicklung wurde Wert darauf gelegt, dass die eingesetzten verfahren sowohl theoretisch fundiert und validiert sind, sich aber gleichzeitig durch eine hohe Praktikabilität und Ökonomie auszeichnen, um den Aufwand für das jeweilige Team überschaubar zu halten.

Methode (Verfahren, Sample).
Zum Einsatz kommen Interviews, Verhaltensbeobachtungen und Befragungen (Fragebogen, Interview) von Mannschaftsmitgliedern sowie des Trainer- und Betreuerstabs. Der Einsatzbereich der Diagnostik ist nicht beschränkt.

(Zwischen-)Ergebnisse.
Nach den ersten erfolgreichen Durchführungen der TEAMdiagnostik werden aktuell die Methoden und Inhalte weiterentwickelt und optimiert.

Transfer(erwartung).
In einer individuellen Rückmeldung werden den Trainern der Mannschaften die Ergebnisse der TEAMdiagnostik präsentiert und erklärt. In diesem Rahmen werden auch Optimierungsvorschläge zur Verbesserung der Trainings- und Wettkampfarbeit gegeben, um die Leistungsfähigkeit der Mannschaft auch durch Team- und Beziehungskompetenzen zu steigern.

Publikationen:
Ohlert, J. & Zepp, C. (im Druck). Gruppenleistung. In J. Schüler, M. Wegner & H. Plessner (Hrsg.), Lehrbuch Sportpsychologie - Grundlagen und Anwendung. Heidelberg: Springer.

Ohlert, J. & Zepp, C. (2018). 13 Führungsspieler_innen sind mindestens 10 zu viel: Die momentum TEAMdiagnostik als Grundlage für teamentwickelnde Maßnahmen im Mannschaftssport. In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt et al. (Hrsg.), Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (S. 142). Köln: Deutsche Sporthochschule Köln.

Ohlert, J. & Zepp, C. (2016). Theory based team diagnostics and interventions. In M. Raab, P. Wylleman, R. Seiler, A.-M. Elbe & A. Hatzigeorgiadis (Hrsg.), Sport and exercise psychology research (S. 347-370). London: Elsevier.

Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). TEAMdiagnostik - Entwicklung und Einsatz einer sportpsychologischen Testbatterie im Mannschaftssport. In R. Frank, I. Nixdorf, F. Ehrlenspiel, A. Geipel, A. Mornell & J. Beckmann (Hrsg.), Performing under pressure (S. 146). Hamburg: Feldhaus.

Zepp, C., Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). "Wir brauchen gar keinen Kapitän…!" Entwicklung eines sportartübergreifenden Assessments zur sportpsychologischen Diagnostik von Sportmannschaften. Leistungssport, 44 (2), 11-16.


Projektleitung: Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Martin Boss

Projektmitarbeitende: Ulrike Hartmann

Förderung: Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp)

Laufzeit: 04/2024 - 03/2026

Projektbeschreibung:

Seit dem Gewinn der Männer-Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land sind die Mitglieder- und Mannschaftszahlen im Deutschen Handballbund e.V. (DHB) nach einem kurzfristigen Aufwärtstrend seit etwa zehn Jahren über alle Altersbereiche und Geschlechtsgruppen hinweg rückläufig. Ziel des beantragten Forschungsprojekts ist daher, Mechanismen der Sportvereinspartizipation aus der Perspektive der Sportart Handball zu analysieren, um in der Konsequenz dem Kooperationspartner:innen (DHB) Handlungsempfehlungen aussprechen zu können, wie die Mitgliedergewinnung als auch -bindung verbessert werden kann. Theoretisch argumentieren wir mit dem Modell der Motiv-Image-Passung, d.h. wir gehen davon aus, dass Motive (d. h. Bedürfnisse, Ziele und Sinnrichtungen) in Einklang mit dem Image (d. h. der Vorstellung über Handlungskontexte oder Handlungssituationen) stehen müssen, damit Mädchen und Jungen im Kindes- und Jugendalter zum Handballsport motiviert sind und bleiben. Durch einen Mixed-Methods-Ansatz, der qualitative und quantitative Methoden sequentiell integriert, untersuchen wir Mädchen und Jungen in zwei relevanten Altersgruppen (Kinder: 6-12 Jahre und Jugendliche: 13-21 Jahre), jeweils in folgenden Phasen der Vereinspartizipation: Zugang, Aufrechterhalten und Weggang (Dropout). Anhand der Ergebnisse zu Motiven einerseits, sowie zum wahrgenommenen Image des vereinsmäßigen Handballsports und seinen sozialen Quellen andererseits wird die Passung und damit die motivationalen Bedingungen zur Vereinspartizipation analysiert. Mit Abschluss der empirischen Studien sollen in einem ersten Schritt Handlungsempfehlungen für den DHB entwickelt werden, welche den zentralen Punkt im Transferkonzept darstellen. Diese Empfehlungen sollen den Dachverband dahingehend unterstützen und beraten, angemessene Maßnahmen zur Verbesserung der Motiv-Image-Passung der Sportart Handball zu ergreifen, um dadurch mittel- und langfristig deutlich mehr Kinder und Jugendliche an die Sportart Handball zu binden.

Ziel-/Fragestellungen:

a. Motivanalyse

  • Welche sport- und bewegungsspezifischen Zielorientierungen, Sinnzuschreibungen und Bedürfnisse bezüglich einer Teilnahme am Vereinssport liegen bei Kindern (6–12 Jahren; Mittlere Kindheit bis späte Kindheit (Präadoleszenz) und Jugendlichen (13–21 Jahren; Adoleszenz bis späte Jugend) grundsätzlich vor?
  • Wie unterscheiden sich die o.g. drei motivationalen Parameter bei unterschiedlichen Zielgruppenkonstellationen, nämlich
    • Kindern und Jugendlichen,
    • Jungs- und Mädchenmannschaften,
    • Nichtaktiven, Aktiven und Nicht-mehr-Aktiven.

b. Imageanalyse

  • Wie schätzen Kinder und Jugendliche das Setting und die sportartspezifischen Bedingungen des vereinsorganisierten Handballsports ein?
  • Wie unterscheidet sich das subjektive Image bei den o.g. drei Zielgruppenkonstellationen?

c. Analyse der Motiv-Image-Passung

  • Wie passen sportspezifische Zielorientierungen, Sinnzuschreibungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zum subjektiven Image des Handballsports?
  • Wie unterscheidet sich die Motiv-Image-Passung bei den o.g. drei Zielgruppenkonstellationen?

d. Zusammenhang von Motiv-Image-Passung und der Intention zur Vereinspartizipation

  • Bestehen zwischen Motiv-Image-Passung und der Intention zur Vereinspartizipation (Anmelden, Dabei bleiben, Verlassen) Zusammenhänge?

Forschungsansatz – Mixe Methods Research

  1. Qualitative Analyse (Phase 1)
  2. Quantitative Analyse (Phase 2)

Transfer

Mit Abschluss der empirischen Studien wird das Projektteam in einem ersten Schritt Handlungsempfehlungen für den DHB entwickeln, welche einen zentralen Punkt im Transferkonzept darstellen. Diese Empfehlungen sollen den Dachverband dahingehend unterstützen und beraten, angemessene Maßnahmen zur Verbesserung der Motiv-Image-Passung der Sportart Handball zu ergreifen, um dadurch mittel- und langfristig deutlich mehr Kinder und Jugendliche an die Sportart Handball zu binden.

Die Studienergebnisse erlauben aus heutiger Sicht Handlungsempfehlungen für die folgenden Bereiche zu antizipieren:

  • Empfehlungen für konkrete inhaltliche Maßnahmen zur Motiv-Image-Passung im Vereinssektor der Sportart Handball
  • Empfehlungen für konkrete inhaltliche Maßnahmen zur Motiv-Image-Passung der Sportart Handball in Bereichen außerhalb des Vereins, wie dem Schulsport oder freizeitsportlichen Angeboten
  • Entwicklung von Strukturen für die Dissemination der Erkenntnisse unter Einbezug der Landesverbände und deren Unterstrukturen (Bezirke u. ä.). Hierbei wird es schwerpunktmäßig darum gehen, den Verband dahingehend zu beraten, welche Organisationseinheit (wer) welche Maßnahmen (was) zu welchem Zeitpunkt (wann) ergreifen soll
  • Analyse der Potenziale möglicher Netzwerke im außerschulischen Kinder- und Jugendsport

In einem zweiten Schritt wird das Projektteam Planungen anstellen, wie die Ergebnisse der empirischen Studien im Rahmen von Publikationen und Vorträgen bzw. Workshops vorbereitet werden können:

  • Publikationen in handballspezifischen Fachzeitschriften
  • Präsentationen der Ergebnisse des Forschungsprojekts auf national und international einschlägigen Tagungen
  • Bereits in der Mitte des Projekts ist angedacht, in Workshops mit Vertreter:innen des Dachverbandes spezifische Tutorials zu entwickeln, welche über die Website des DHB, das Trainercenter und über die sozialen Medien den Landesverbänden und den Vereinen zur Verfügung gestellt werden können

Projektverbund und Akteur:innen:

  • PH Weingarten: Prof. Dr. Stefan König, Elke Uhl (Abt. Sportwissenschaft)
  • DSHS: Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Martin Boss, Ulrike Hartmann, Theresa Wiesen (wHB) (Abt. Gesundheit und Sozialpsychologie)

Projektteam:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Johanna Belz, Jana Beckmann, Wiebke Dierkes

Förderung:
Eigenfinanzierung

Laufzeit:
11/2022 - heute

Zum Projekt

www.dshs-koeln.de/forfuture

Projektbeschreibung

Warum machen wir dieses Projekt?

Die Idee unseres Projekts ist: Athlet:innen soll es gut gehen. Sie sollen sich unterstützt fühlen und die Gelegenheit haben, sich durch und im Sport positiv zu entwickeln. Personal Growth, gesundes Wachstum – das ist unsere Expertise und das ist es, was wir uns für Athlet:innen wünschen.

Vieles steht dem entgegen, denn die Lebenswelt von Athlet:innen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Gründe dafür sind nicht nur Corona oder der Ukrainekrieg. Auch Veränderungen im Sport- und Schulsystem machen es gerade jüngeren Athlet:innen manchmal schwer ihrem Sport konzentriert und energievoll zu folgen. Wir wollen deshalb herausfinden, wie sich diese Veränderungen im Leistungssport und im Leben von Athlet:innen auswirken.

Wir wollen helfen die Zukunft von Athlet:innen zu verbessern

Letztlich wollen wir, dass Athlet:innen in NRW besser im Training und Wettkampf unterstützt werden, auch indem wir Bedingungen im Sport verbessern. Aber wir wissen noch viel zu wenig über Athlet:innen in NRW. Wie leben sie? Wie fühlen sie sich? Was wünschen sie sich? Wie möchten sie unterstützt werden? Diese Fragen gilt es zu beantworten. Auf dieser Grundlage können wir dabei helfen, Angebote und Unterstützung zu optimieren – vor allem für mentale Gesundheit und Personal Growth.

An wen richtet sich unsere Umfrage?

Um die genannten Fragen zu beantworten, befragen wir Athlet:innen und sammeln Informationen, die wir allen zur Verfügung stellen: den Verbänden, den Vereinen, den Trainer:innen und Betreuer:innen und natürlich den Athlet:innen selbst.

Wir wenden uns vor allem an Kaderathlet:innen mit Wohn- oder Trainingsort NRW. Warum NRW? Weil wir es hier im Land am besten können, Maßnahmen weiterzuentwickeln oder zu gestalten. Uns interessieren dabei alle Sportarten, also olympische, paralympische, deaflympische und Sportarten der World Games. Teilnehmer:innen müssen wegen des Datenschutzes mindestens 14 Jahre alt sein.

Wie kann man teilnehmen?

Die Befragung 2022 / 23 ist beendet. Die Ergebnisse sowie den Link zur nächsten Befragung werden auf der Projekt-Seite veröffentlicht. 


Projektleitung:
Dr. Jeannine Ohlert

Projektmitarbeiter*innen:
Dr. Jeannine Ohlert, Marion Sulprizio, Helena Schmitz, Elena Breyer (bis 06/2023), Sina Kiekbusch (ab 06/2023), Janna Kerkow

Laufzeit:
01/2022-12/2024

Förderung:
DLR

Projektbeschreibung:
https://www.dshs-koeln.de/safe-clubs/

Projekthomepage mit Materialien:
www.safe-clubs.de


Projektmitarbeiter*innen:
Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Christian Zepp, Jana Beckmann

Laufzeit:
seit 03/2022

Projektbeschreibung:

Zielstellung und Zielgruppe
Die Zielstellung der Betreuungskonzeption für den Deutschen Boxsportverband (DBV) besitzt eine kurzfristige, eine mittelfristige und eine langfristige Perspektive. Im Vordergrund steht die mittelfristige Dimension, insbesondere die optimale Vorbereitung der Nationalmannschaft. Im Rahmen dieser Vorbereitung sind alle beteiligten Zielgruppen zu berücksichtigen, nämlich Boxer:innen, Trainer:innen und der weitere Betreuungsstab. Ein weiteres mittelfristiges Ziel besteht darin, auch für den Nachwuchsbereich eine sportpsychologische Konzeption einzurichten und weiterzuentwickeln. Langfristig gesehen, sollen die mittelfristig eingerichteten Maßnahmen etabliert werden und sportpsychologische Betreuung in die Denk- und Arbeitsprozesse der DBV stabil integriert werden. Zu dieser stabilen Integration gehört auch die stetige Evaluation und Weiterentwicklung sportpsychologischer Arbeit. Aus kurzfristiger Perspektive schließlich ist die Basis für die zuvor geschriebenen Zielsetzungen und Akteur:innen, dass für sportpsychologische Maßnahmen mittels Information, Transparenz und Offenheit eine grundsätzliche Akzeptanz und Vertrauensbasis geschaffen wird.

Betreuungsmaßnahmen
- Betreuung der Nationalmannschaft (Einzelbetreuung und Workshops)
- Betreuung im Nachwuchsbereich (Workshops)
- Betreuung der Trainer:innen (Coach-the-Coach, Workshops zur Kulturentwicklung)

Evaluation und Qualitätssicherung
- individuelle und gruppenbezogene Betrachtung
- Prozess- und Ergebnisevaluation


Abgeschlossene Forschungsprojekte


Projektleiter:
Dr. Uirassu Borges (u.borges@­dshs-koeln.de)

Projektbeteiligte:
Florian Schwalb, Ulrike Hartmann, Dr. Fabian Pels, Dr. Florian Javelle, Prof. Dr. Jens Kleinert

Förderung:
Hochschulinterne Forschungsförderung

Projektbeschreibung

Sport und Bewegung werden in Interventionsmaßnahmen außerhalb des leistungsorientierten Wettkampfsports häufig als Mittel gegen aggressives Verhalten eingesetzt. Trotz dieser verbreiteten Anwendung herrscht bislang Unklarheit darüber, ob Sport tatsächlich zu einer Reduktion von Aggression und Gewaltbereitschaft beitragen kann. Insbesondere sind die Mechanismen unklar, die diese Wirkung erklären können (Kleinert & Kleinknecht, 2012). Der Erfolg dieser Maßnahmen scheint beispielsweise von der Bewegungsform abhängig zu sein (Chermette & Pels, 2020). Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Erfolg dieser Maßnahmen von verschiedenen Faktoren abhängig ist, beispielsweise Bewegungsform oder Geschlecht. Eine vorherige Studie von unserer Forschungsgruppe zeigt, dass Sportarten mit wenig oder keinem Körperkontakt mit einem Gegner aggressive Gefühle vermindern können, allerdings wurde Aggression hierbei nur subjektiv erfasst (Pels & Kleinert, 2016). Aggression ist jedoch ein komplexes Phänomen, das von diversen psychosozialen und biologischen Faktoren reguliert wird. Der Dual-Hormon-Hypothese zufolge geht ein hoher Testosteronspiegel, kombiniert mit einem niedrigen Cortisollevel, mit erhöht aggressivem Verhalten einher (Dekkers et al., 2019). Es wurde außerdem gezeigt, dass niedrige kardiale vagale Aktivität in der Baseline mit einer erhöhten Tendenz zu Aggression in Verbindung steht (Mezzacappa et al., 1997). Aufgrund der Komplexität von Aggression ist es unerlässlich, verschiedene Mechanismen aggressiven Verhaltens integrativ zu ergründen.

Ziele

Mit dem Ziel, den unklaren Zusammenhang zwischen Bewegung und Aggression tiefgehender und kausal zu beleuchten, ist im vorliegenden Forschungsvorhaben eine Interventionsstudie geplant, die den akuten Effekt von Bewegung auf Aggression aus einer psychophysiologischen Perspektive untersucht. Es wird dabei erwartet, dass eine neutrale Bewegungsform, nämlich Bewegung auf einem Fahrradergometer, besser dazu geeignet ist, aggressive Tendenzen bei Männern im Vergleich zu einer nicht-sportlichen Tätigkeit zu vermindern. Aggressive Tendenzen werden hierfür über erhöhte aggressive Gefühle als ein subjektives Maß und erhöhtes aggressives Verhalten, erhöhten Testosteronspiegel, verminderten Cortisolspiegel sowie verminderte kardiale vagale Aktivität als objektive Maße operationalisiert. Die Aggressionsinduktion erfolgt mithilfe einer computerbasierten Aufgabe, die reaktive Aggression herbeiführen kann.

Literatur

Chermette, C., & Pels, F. (2020). Kann körperliche Aktivität durch eine Verbesserung des Selbstwertes aggressive Gefühle reduzieren? B&G Bewegungstherapie Und Gesundheitssport, 36(04), 154–159. doi.org/10.1055/a-1181-2150 

Dekkers, T. J., van Rentergem, J. A. A., Meijer, B., Popma, A., Wagemaker, E., & Huizenga, H. M. (2019). A meta-analytical evaluation of the dual-hormone hypothesis: Does cortisol moderate the relationship between testosterone and status, dominance, risk taking, aggression, and psychopathy? In Neuroscience and Biobehavioral Reviews (Vol. 96, pp. 250–271). Elsevier Ltd. doi.org/10.1016/j.neubiorev.2018.12.004 

Kleinert, J. M., & Kleinknecht, C. (2012). Sportliche Aktivität, Aggression und Gewalt. In R. Fuchs & W. Schlicht (Eds.), Seelische Gesundheit und sportliche Aktivität (pp. 272–293). Hogrefe.

Mezzacappa, E., Tremblay, R. E., Saul, J. P., Seguin, J., Pihl, R. O., Kindlon, D., Arseneault, L., & Earls, F. (1997). Anxiety, antisocial behavior, and heart rate regulation in adolescent males. Journal of Child Psychology and Psychiatry and Allied Disciplines, 38(4), 457–469. doi.org/10.1111/j.1469-7610.1997.tb01531.x 

Pels, F., & Kleinert, J. (2016). Does exercise reduce aggressive feelings? An experiment examining the influence of movement type and social task conditions on testiness and anger reduction. Perceptual and Motor Skills, 122(3), 971–987. doi.org/10.1177/0031512516647802 


Fachliche Verbundleitung: Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Julia Mierau

Projektmitarbeiterin aus Abt. GuS: Juliane Mackenbrock

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSJ)

Laufzeit: 09/2023 - 02/2026

Projektbeschreibung:

Im Kompetenznetzwerk ComᵉSport kooperierten elf Universitäten aus vier Bundesländern mit dem Ziel, das digitale und digital gestützte Unterrichten in Schule und Weiterbildung im Fach Sport zu fördern und nachhaltig abzusichern. Im Vordergrund stand die Systematisierung, qualitative Absicherung und (Weiter-)Entwicklung von digital orientierten Fort- und Weiterbildungsangeboten im Themenkomplex „Vermittlung, Bildung und Lernen im und durch Sport“ sowie deren nachhaltige Implementierung über den Ausbau vorhandener Netzwerke und (digitaler) Infrastrukturen. Die Abteilung Gesundheit und Sozialpsychologie war im Verbundprojekt ComeSport für den Bereich der Akzeptanzanalysen zuständig. Es wurden die Fortbildungsbedarfe von Lehrkräften zum Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht erfasst und die Akzeptanz digitaler Medien im Sportunterricht durch Lehrkräfte und Schüler:innen analysiert. 

Publikationen (Auszug):

Kleinert, J. & Mackenbrock, J. (2025). Technologieakzeptanz und Zufriedenheit mit digitalen Anwendungen im Sport. In D. Memmert (Hrsg.), Digitalisierung und Innovation im Sport und in der Sportwissenschaft: Handbuch Sport und Sportwissenschaft (S. 243–257). Springer Spektrum. https://doi.org/10.1007/978-3-662-68241-8_32-1

Mackenbrock, J. & Kleinert, J. (2025). Motiviert mit digitalen Medien? Eine Akzeptanzanalyse mit Schüler:innen im Sportunterricht. In M. Kellmann, L. Kullik & T. Birnkraut (Hrsg.), Advances in Recovery and Stress Research. Abstractband der 57. Jahrestagung der ASP (S. 143).

Mackenbrock, J. & Kleinert, J. (2025). What do physical education teachers need in in-service trainings on the use of digital media? A cross-sectional study. In European College of Sport Science (Vorsitz), 30th Annual Congress of the European College of Sport Science, University of Bologna, University of Padova.

Mackenbrock, J. & Kleinert, J. (2026). Students’ acceptance of digital media in physical education—A cross-sectional study. Frontiers in Sports and Active Living, 8, 1654602. https://doi.org/10.3389/fspor.2026.1654602

Mackenbrock, J., Abry, D. & Kleinert J. (akzeptiert). Fortbildungen zum Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht. Eine Bedarfsanalyse bei Sportlehrkräften. sportunterricht.

Mehr Informationen:

https://comesport.uni-due.de/ 


Projektmitarbeiterinnen aus Abt. GuS: Dr. Hanna Raven, Ulrike Hartmann, Juliane Mackenbrock

Förderung: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Laufzeit: 09/2023 - 03/2026

Projektbeschreibung:

Das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW in den Jahren 2022-2026 geförderte Verbundprojekt ging von der Annahme aus, dass sich die Fähigkeit zur empathischen, gewaltfreien und engagierten Mitgestaltung einer demokratischen Gesellschaft insbesondere durch entsprechende persönlichkeitsbildende Beziehungserfahrungen und Angebote in der Aus- und Weiterbildung von Pädagog:innen kultivieren lässt. Es wurden didaktisch-methodische Formate entwickelt, die sich auf die Gestaltung von Lehr-Lern-Modulen in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften anwenden lassen. Die Lehr-Lern-Module zielen darauf ab prosoziale, demokratiefördernde Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikationsfähigkeit, Wissensvermittlung und gemeinsame Organisationsgestaltung in eine neue Lehr-Lern-Kultur zu integrieren. Das Verbundprojekt knüpfte dabei an aktuelle, bildungspraktische Diskurse wie Gewaltprävention, Gesundheitsförderung Diversität, Integration, Partizipation, Geschlechtergerechtigkeit, sozial-emotionales Lernen, Schulseelsorge, Bildung für Nachhaltigkeit und bürgerschaftliches Engagement an. Die Abteilung Gesundheit und Sozialpsychologie wirkte im Verbundprojekt Demokratiefähigkeit bilden mit der Entwicklung, Implementation und Evaluation von Workshops zur Demokratiefähigkeit in Bezug Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit und Empathiefähigkeit im Sportunterricht mit. 

Publikationen (Auszug): 

Mackenbrock, J., Hartmann, U. & Raven, H. (2025). Zufriedenheit von angehenden Sportlehrkräften mit einem Workshop zur Demokratieförderung im Sportunterricht. In B. Strauß, M. Tietjens, E. van Meurs & L. Henning (Hrsg.), Sportwissenschaft: Vielfalt und Nachhaltigkeit?! (S. 543). Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Mehr Informationen:

https://www.demokratiefaehigkeitbilden.de/ 


Projektleiter*in:
Dr. Fabian Pels

Projektmitarbeiter*innen:
Prof. Jens Kleinert, Lina Schulte (WHB)

Förderung:
Hochschulinterne Forschungsförderung

Laufzeit:
03/20-08/22

Projektbeschreibung:
Es wurde ein Fragebogen zur Erfassung von Group Flow entwickelt und evaluiert. Dieses Projekt ist Bestandteil der übergeordneten Arbeiten zu Group Flow.


Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Dr. Fabian Pels (f.pels@­dshs-koeln.de) 

Förderung: 
im Rahmen des DSHS-Forschungsschwerpunktes ZiP

Laufzeit: 
04/2012 - 03/2015

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Einsamkeit resultiert aus einem subjektiv wahrgenommenen Mangel in den persönlichen Sozialbeziehungen, d.h. aus einem Mangel an Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Beziehung. Das bedeutet, dass die Qualität menschlicher Beziehungen das Einsamkeitserleben von Menschen beeinflusst.


Ziel-/Fragestellung.
In diesem Projekt soll untersucht werden, inwiefern Partizipation in Sportgruppen zu einer Verringerung des Einsamkeitserlebens beiträgt und welche Rolle hierbei insbesondere das soziale Wohlbefinden in und die Identifikation mit einer Sportgruppe spielen.

Methode (Verfahren, Sample).
1.   Literaturarbeit: Systematisches Review
2.   Empirische Arbeit: a) querschnittliche Studie, b) längsschnittliche Studie


Projektleitung (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de

Förderung: 
Bisp

Laufzeit: 
2013 – 2015
 

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Jugendliche Leistungssportler sind in ihrem Leben und besonders in ihrem Sport mit Entwicklungsaufgaben konfrontiert, die ihre Altersgenossen nicht teilen bzw. zu anderen Zeitpunkten bewältigen müssen. Eine sportpsychologische Betreuung im Nachwuchsbereich sollte daher diese Entwicklungsaufgaben und wichtige mentale Kompetenzen berücksichtigen und fördern.

Ziel-/Fragestellung.
Entwicklung einer systematischen sportpsychologischen Diagnostik und Intervention im Jugendbereich des DHB.
 

Methode (Verfahren, Sample).
In mehreren Teilprojekten werden zunächst relevante Entwicklungsaufgaben erhoben, anschließend eine Diagnostik entwickelt und aufbauend auf den Ergebnissen sportpsychologische Gruppeninterventionen durchgeführt und evaluiert.
 

(Zwischen-)Ergebnisse.
Erste Ergebnisse zeigen, dass junge Sportler in der Tat andere Entwicklungsaufgaben bewältigen müssen als ihre Altersgenossen. Eine Diagnostikbatterie wurde erstellt. Wichtige mentale Kompetenzen werden in ersten Workshops vermittelt.
 

Transfer(erwartung).
Am Ende des Projekts sollen sportpsychologische Inhalte im Rahmentrainingsplan des DHB verankert werden. Auf diese Weise soll eine langfristige Schulung dieser Inhalte sichergestellt werden. Das Projekt kann somit als Vorbild für weitere Sportarten dienen.


Projektleitung: 
Dr. Johanna Belz
Dr. Jeannine Ohlert

Projektmitarbeiterin: 
M. Sc.  Laura Himmelskamp

Förderung: 
Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp)

Laufzeit: 
08/2021 – 04/2022

Ebook der Rahmenkonzeption

Projektbeschreibung:

Theoretischer Ansatz: 
Eiskunstlaufen ist eine Sportart mit vielseitigen athletischen und psychologischen Anforderungen. Durch die hohe Trainingsintensität und das junge Wettkampfalter, sind die Eiskunstläufer*innen bereits früh mit einer Vielzahl von Stressoren konfrontiert. Dazu zählen zum Beispiel das Ungleichgewicht zwischen Trainings- und Wettkampfzeit und den Einfluss von Fehlern während der Kür auf das Abschneiden im Wettkampf, ein hohes Verletzungsrisiko und die enge Zusammenarbeit mit, das Vertrauen in und die Abhängigkeit von der/dem Partner*in in den Paardisziplinen (Monsma & Feltz, 2005). Die unzureichende Bewältigung dieser Stressoren kann sich auf die mentale Gesundheit auswirken und zu Leistungseinbußen, Verletzungen und langfristig zum Austritt aus der Sportart führen (Gould, Jackson & Finch, 1993; Scanlan, Stein & Ravizza, 1991).

Zielstellung:
Unter Berücksichtigung entwicklungs- und persönlichkeitstheoretischer Ansätze soll ein alters- und disziplingerechtes sportpsychologisches Rahmenkonzept für die Deutsche Eislauf-Union erstellt werden.

Methode:
Das sportpsychologische Rahmenkonzept basiert auf einer Literaturrecherche und bereits vorhandenen sportpsychologischen Rahmenkonzepten. Zudem werden durch eine Online-Befragung die Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche der Athlet*innen in Bezug auf sportpsychologische Maßnahmen erfasst. Dazu wird unter anderem der QS17 (Kleinert & Ohlert, 2014) genutzt.  Die Erfahrungen, Wünsche und Sichtweisen der Trainer*innen sollen durch Online-Fokusgruppen eingeholt werden.

Literatur:
Gould, D., Jackson, S. & Finch, L. (1993). Sources of Stress in National Champion Figure Skaters. Journal of Sport & Exercise Psychology, 15 (2), 134–159.

Kleinert, J. & Ohlert, J. (2014). Ergebnisqualität in der sportpsychologischen Beratung und Betreuung. Konstruktion und erste Ergebnisse des Befragungsinventars QS17. Zeitschrift für Sportpsychologie, 21 (1), 13-22. doi:10.1026/1612-5010/a000110 

Scanlan, T. K., Stein, G. L. & Ravizza, K. (1991). An In-depth Study of Former Elite Figure Skaters. III. Sources of stress. Journal of Sport & Exercise Psychology, 13 (2).


Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt):  
M.A. Carolin Bastemeyer (c.bastemeyer@­dshs-koeln.de), SHK Anna Hollinger (a.hollinger@dshs-koeln.de)

Förderung: 
Berufsverband für Vitametik e.V.

Laufzeit: 
12/2016 – 12/2017

Projektbeschreibung:
Der Berufsverband für Vitametik e.V. hat ein Präventionsangebot entwickelt, das auf die Förderung von Gesundheit und den Schutz vor Krankheit ausgerichtet ist (Reinhard, Hoffmann & Zweidorf, 2015). Das Konzept besteht aus einer Verknüpfung von drei Hauptbestandteilen, Praxis, Theorie und Selbstmanagement. Zielgruppe der geplanten Intervention sind Personen mit verspannungsbedingten Rückenbeschwerden. Im Rahmen dieses Projekts soll die Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile, sowie die Wirksamkeit des gesamten Präventionsangebotes untersucht werden. Die theoretischen Kursteile bzw. das Selbstmanagement, entsprechen den gängigen präventiven und gesundheitsförderlichen Vorgehensweisen. Die Praxisanteile des Konzepts wurden bislang noch nicht in einer wissenschaftlichen Untersuchung auf ihre Wirksamkeit geprüft.


Ziel-/Fragestellung.
Ziel der Evaluationsstudie ist herauszustellen, welche Effekte das dreiteilige Kurskonzept auf die gesundheitlichen Parameter im Rahmen einer kontrollierten Studie hat.


Methode (Verfahren, Sample).
Mit Hilfe eines speziell entwickelten Fragebogens, soll die Wirksamkeit der unterschiedlichen Teilangebote des Präventionskonzepts untersucht werden. Es handelt sich um eine kontrollierte Interventionsstudie. 


Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert & Prof. Dr. Christoph Breuer, in Kooperation mit Prof‘in Dr. Eike Quilling

Projektmitarbeiter/innen: 
Johanna Belz, Katharina Glöckler, Dr. Pamela Wicker, Christian Zepp

Projektkommunikation: 
Johanna Belz (j.belz@dshs-koeln.de) 

Auftraggeber/Förderung:
Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), in Kooperation mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW)

Laufzeit:
15. Juli 2014 – 15. Februar 2015

Projektbeschreibung: 
Die Bedeutung des Arztes/der Arztpraxis für die Motivation der Menschen zum Aufbau eines gesundheitsorientierten Lebensstils ist wissenschaftlich belegt (u.a. Joy, 2013; Petrella, 1999; Tiermann, 2011; Tulloch, 2006). Bundesweit halten die Sportvereine ein wohnortnahes Präventionsangebot mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT vor, das versucht, Menschen bei ihren Schritten zu mehr Bewegung wirkungsvoll und nachhaltig zu unterstützen.

Vor diesem Hintergrund wurden im Zusammenwirken von Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen, Sportärztebünden und dem gemeinwohlorientierten Sport auf den verschiedenen Handlungsebenen (Bund, Land, Region, Kommune) verschiedene Instrumente entwickelt: Flyer, Plakate, "Rezept für Bewegung",  Angebotsverzeichnis, Internet-Plattformen/-Datenbänke etc. Diese Instrumente sollen

Ärzte und ihre Mitarbeiter unterstützen, ihre Patienten zu mehr Bewegung zu motivieren und den Weg zu den Angeboten der Sportvereine zu ebnen.

Bislang gelingt eine Vermittlung von Patienten über Ärzte/Arztpraxen in die SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote jedoch lediglich bedingt. Das "Rezept für Bewegung" und andere Kommunikationsmedien sowie die Angebote SPORT PRO GESUNDHEIT werden zwar in der Ärzteschaft grundsätzlich positiv aufgenommen, doch im ärztlichen Alltag kommen diese Medien nur wenig zum Einsatz (u.a. Gubisch et al., 2014; Graf, 2010; Ruhmann, 2014).

Eine Exploration des Zusammenspiels von Arzt/Arztpraxis, Patient und Sportverein im kommunalen/regionalen Setting soll mögliche Barrieren identifizieren und Lösungswege aufzeigen. Ziel der Studie ist es herauszufinden, warum bisher leider immer noch zu wenige Personen über einen Arzt in SPORT PRO GESUNDHEIT- Angebote vermittelt werden und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dies positiv zu beeinflussen.  


Projektleiter:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin:
Carolin Bastemeyer (c.bastemeyer@­dshs-koeln.de)

Laufzeit:
Dezember 2016 – März 2019

Förderung:
Techniker Krankenkasse (Gesundheitsbefragung und Berichterstellung)

Projektbeschreibung
Während der Laufzeit werden repräsentative Gesundheitsbefragungen bei Studierenden durchgeführt. Die hierauf basierenden Gesundheitsberichte dienen dazu, die gesundheitliche Situation der Studierenden an der Deutschen Sporthochschule Köln darzustellen und zu kommunizieren. Die Arbeiten werden initiiert bzw. betreut durch die Arbeitsgruppe Studentisches Gesundheitsmanagement (SGM-AG) an der DSHS Köln, welche sich aus verschiedenen Akteuren der Hochschule zusammensetzt (Prorektorat Studium und Lehre, Vertreter/in der Studierenden, Vertreter/in der Kernverwaltung, Vertreter/in der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen).

Zielsetzung
Ziel ist es, Problemlagen, Belastungen und spezifische gesundheitliche Schwierigkeiten der Studierenden an der Deutschen Sporthochschule zu identifizieren. Probleme, Belastungen und Schwierigkeiten werden u.a. in den Themenbereichen Stresserleben sowie Gesundheits- und Bewegungsverhalten der Studierenden angenommen. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Lösungsideen zur Prävention und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Studierenden entwickelt werden.

Methode/Vorgehen
Während des Projektzeitrahmens wurden bisher zwei Befragungen im Bachelorstudium (Kohorte 1: Wintersemester 2016/2017, 1. + 2. Semester; Kohorte 2: Wintersemester 2017/2018, 5. + 6. Semester) geplant, durchgeführt und ausgewertet. Im Wintersemester 2018/2019 wird die Gesundheitsbefragung bei den Masterstudierenden aller Fächergruppen weitergeführt.

Ergebnisse
Die Ergebnisse werden in Form von Faktenblättern veröffentlicht. Themen der Faktenblätter sind u.a. „Psychische Gesundheit“, „Stresserleben, Stressoren und Bewältigung von Stress“, „Gesundheits- und Bewegungsverhalten“ und „Medikamenten-, Tabak- und Alkoholkonsum“.

Die Faktenblätter sind ab Frühjahr 2019 hier verfügbar. 


Projektleiter*in:
Prof. Dr. Jörg M. Fegert (Uniklinikum Ulm)

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
Dr. Jeannine Ohlert, Clara Fabry (C.Fabry@dshs-koeln.de) & Uniklinik Ulm

Förderung:
BMFSFJ

Laufzeit:
07/21 - 11/24


Website zum Forschungsprojekt:
www.engagement-schutzkonzepte.elearning-kinderschutz.de

Projektbeschreibung:
Erstellung einer Online-Lernplattform zur Sensibilisierung für Gefährdungsfaktoren der (sexualisierten) Gewalt im ehrenamtlichen Kontext sowie zur Umsetzung von Schutzkonzepten in verschiedenen ehrenamtlichen Bereichen.

Im Rahmen des Projektes wird eine Online-Plattform „Schutzkonzepte gegen (sexuelle) Gewalt im Ehrenamt“ mit drei verschiedenen Angeboten erstellt:

  1. Online-Kurs „Entwicklung von Schutzkonzepten zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ für (Ehrenamts-) Koordinatorinnen
    (Umfang ca. 15-20 Stunden)
  2. Online-Modul „Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ für ehrenamtlich Tätige (Umfang ca. 4 Stunden)
  3. Informationsbereich zu Schutzkonzepten im ehrenamtlichen Bereich.

Inhalte der Lernangebote sind der Schutz vor (sexualisierter) Gewalt in ehrenamtlichen Strukturen und der Umgang mit einem (Verdachts-) Fall von
(sexualisierter) Gewalt, Vernachlässigung oder Misshandlung. Zur Vermittlung der Lerninhalte stehen u.a. Textmaterialien, Videoclips, Animationen oder Comics zur Verfügung. Die Online-Plattform wird in intensiver und partizipativer Zusammenarbeit von Expertinnen aus der Praxis entwickelt und evaluiert. Ein Projektbeirat von Fachexpert*innen aus der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, der Jugendverbandsarbeit und der Sportjugend begleitet die Entwicklung der Lernplattform.


Projektleiter*in: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt): 
M.A. Wiebke Dierkes, M.Sc. Kai Gensitz (k.gensitz@dshs-koeln.de)

Laufzeit: 
10/2021 – 9/2022

Projektbeschreibung:

Theoretischer Hintergrund

Die sporttherapeutische Rehabilitation von Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Schlaganfall) findet primär in medizinischen Einrichtungen statt. Selten wird die Therapie auch außerhalb dieser Settings (z.B. zu Hause) sowie in der chronischen Phase erfolgreich im Alltag der Betroffenen umgesetzt. Dies geschieht, obwohl nachhaltige Effekte der Regelversorgung als gering eingestuft werden (Becker et al., 2006). Eine Ursache dafür ist, dass gerade im Alltag erhebliche physische, psychische und soziale Barrieren für Patient*innen regelmäßiger körperlicher Aktivität entgegenstehen (Mulligan et al., 2012). Dabei ist diese Personengruppe aufgrund eines allgemein geringen Aktivitätsniveaus (Fini et al., 2017) besonders sensitiv dafür, gesundheitsfördernde Ergebnisse durch über die Regelversorgung hinausgehende, körperliche (Trainings-) Aktivitäten zu erzielen (Warburton & Bredin, 2017). Einen Lösungsansatz hierfür bieten technologische Hilfsmittel (z.B. Smartphone-Apps). Diese Hilfsmittel ermöglichen z.B. die eigenständige Durchführung eines online (Trainings-)Programms in der häuslichen Umgebung. 

Im ‘Blended-Care’ Ansatz werden technologische Hilfsmittel mit persönlicher Betreuung, die offline (d.h. Face-to-Face) in der medizinischen Einrichtung stattfindet, kombiniert (Wentzel et al., 2016). Wenn diese (Trainings-)Programme auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele einzelner Personen eingehen (Ma et al., 2021), maximieren diese die positiven Effekte von Sport- und Bewegungsaktivität (Romeo et al., 2019). Die Kombinationen aus persönlichen Gesprächen (z.B. Aufnahmegespräch, Anamnese, Abschlussevaluation) und digitalen Coaching sind erfolgsversprechende Konzepte. Messenger Coaching (Alshahrani et al., 2021) ist eine Form des digitalen Coaching. In der vorliegenden Interventionsstudie wird dieser digitale und personalisierte Aspekt in Ergänzung zu einem auf einer App basierenden Trainingsprogramm untersucht. Das Zusammenspiel fördert neben der körperlichen vermehrt auch die mentale Gesundheit (Ebert et al., 2018). Im Vordergrund steht die Steigerung der Lebensqualität, die nachweislich durch gezieltes körperliches Training verbessert werden kann (Diaz et al., 2019).

Ziel-/Fragestellung
Die vorliegende Interventionsstudie evaluiert, verschiedene Ansätze eines Trainingsprogramms für Schlaganfall-Betroffene hinsichtlich ihrer Compliance (z.B. Trainingshäufigkeit), zugrundeliegender motivationaler (z.B. Internalisierung), volitionaler (z.B. Selbstwirksamkeitserwartung) und psychosozialer (z.B. Soziale Unterstützung) Aspekte sowie deren Auswirkungen auf die subjektiv empfundene Lebensqualität der Proband*innen.

Methode (Verfahren, Sample)
Zielgruppe der Intervention sind neurologisch Erkrankte (z.B. Schlaganfall-Betroffene), die sich in der chronischen Phase der Erkrankung befinden. Darüber hinaus ist das eigenständige Ausführen leichter körperlicher Tätigkeiten (z.B. 10 Meter Gehen) Voraussetzung, um an der Intervention teilzunehmen. Sind diese Kriterien erfüllt, erhalten die Teilnehmenden Zugang zu und eine Einführung in die Trainings-App, die spezifisch für die Zielgruppe von der Strokecoach GmbH entwickelt wurde. Sie nehmen dann an einem sechswöchigen Trainingsprogramm teil. Die Proband*innen werden in unterschiedlichen Umfängen von ausgebildeten Coaches bei der Ausführung des Trainingsprogramms unterstützt und zu unterschiedlichen Aspekten befragt. Anhand der Daten der Trainings-App und der Teilnehmendenbefragung (Fragebögen), werden verschiedene Messzeitpunkte ausgewertet und so die Effekte des Trainingsprogramms auf die Lebensqualität der Teilnehmenden untersucht.

Literatur

Becker, G., Kruse, A., Tronnier, J., Roepke-Brandt, B., Natus, A., Theissen, H. & Wetzel, A. (2006). Rehabilitationsverlauf und Nachhaltigkeit -: Erste ergebnisse einer studie zur rehabilitation älterer schlaganfallpatienten [Rehabilitation processes and sustainability: first results of a rehabilitation study of geriatric stroke patients]. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 39(5), 365–370. doi.org/10.1007/s00391-006-0409-z 

Diaz, R., Miller, E. K., Kraus, E. & Fredericson, M. (2019). Impact of Adaptive Sports Participation on Quality of Life. Sports medicine and arthroscopy review, 27(2), 73–82. doi.org/10.1097/JSA.0000000000000242 

Ebert, D. D., van Daele, T., Nordgreen, T., Karekla, M., Compare, A., Zarbo, C., Brugnera, A., Øverland, S., Trebbi, G., Jensen, K. L., Kaehlke, F. & Baumeister, H. (2018). Internet- and Mobile-Based Psychological Interventions: Applications, Efficacy, and Potential for Improving Mental Health. European Psychologist, 23(2), 167–187. doi.org/10.1027/1016-9040/a000318 

Fini, N. A., Holland, A. E., Keating, J., Simek, J. & Bernhardt, J. (2017). How Physically Active Are People Following Stroke? Systematic Review and Quantitative Synthesis. Physical Therapy, 97(7), 707–717. doi.org/10.1093/ptj/pzx038 

Ma, J. K., Floegel, T. A., Li, L. C., Leese, J., Vera, M. A. de, Beauchamp, M. R., Taunton, J., Liu-Ambrose, T. & Allen, K. D. (2021). Tailored physical activity behavior change interventions: challenges and opportunities. Translational behavioral medicine. Vorab-Onlinepublikation. doi.org/10.1093/tbm/ibab106 

Mulligan, H. F., Hale, L. A., Whitehead, L. & Baxter, G. D. (2012). Barriers to physical activity for people with long-term neurological conditions: a review study. Adapted Physical Activity Quarterly, 29(3), 243–265.

Romeo, A., Edney, S., Plotnikoff, R., Curtis, R., Ryan, J., Sanders, I., Crozier, A. & Maher, C. (2019). Can Smartphone Apps Increase Physical Activity? Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Medical Internet Research, 21(3), e12053. doi.org/10.2196/12053 

Warburton, D. E. R. & Bredin, S. S. D. (2017). Health benefits of physical activity: A systematic review of current systematic reviews. Current opinion in cardiology, 32(5), 541–556. doi.org/10.1097/HCO.0000000000000437 

Wentzel, J., van der Vaart, R., Bohlmeijer, E. T. & van Gemert-Pijnen, J. E. W. C. (2016). Mixing Online and Face-to-Face Therapy: How to Benefit From Blended Care in Mental Health Care. JMIR mental health, 3(1), e9. https://doi.org/10.2196/mental.4534 

Homepage:

https://www.dshs-koeln.de/psychologisches-institut/abt-gesundheit-sozialpsychologie/forschung/mehr-als-eine-trainings-app/


Projektleitung:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
,

Projektlaufzeit:
01.11.2019 bis 30.04.2024

Projektbeschreibung

Forschungsziel

Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) und koronare Herzerkrankungen (KHK) zählen zu den meistverbreiteten chronischen Krankheiten in Deutschland. Beide chronische Krankheitsformen können durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. Bereits bestehende Behandlungsprogramme in Deutschland – sogenannte Disease-Management-Programme – werden für Patientinnen und Patienten mit T2DM und KHK mithilfe eines personalisierten Selbstmanagement Unterstützungsprogramm (P-SUP) weiterentwickelt. Dies geschieht in landesweiter Zusammenarbeit mehrerer Hochschulen, Kliniken und Krankenkassen. Ziele dieses Programms sind die Stärkung des Selbstmanagements im Umgang mit der Krankheit respektive den Krankheiten und die Steigerung der Motivation zur gesundheitlichen Verhaltensänderung (Steigerung körperlicher Aktivität und Verbesserung des Ernährungsverhaltens).

Methode

Die Rekrutierung der Patientinnen und Patienten erfolgt über die Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen sowie über regionale Werbekanäle, wie Zeitungsannoncen. Innerhalb dieses Programms gibt es vier Bausteine: angeleitete Peer-Support Gruppen (PSG), personalisiertes Patientenfeedback, Online-Plattform sowie Telefoncoaching. Das Programm beläuft sich insgesamt auf 18 Monate.

Das Psychologische Institut, Abteilung Gesundheit & Sozialpsychologie, der Deutschen Sporthochschule Köln ist (1) für den Inhalt der motivationalen Module auf der Online-Plattform sowie (2) für die motivationalen und volitionalen Inhalte der PSG-Leiter:innen-Schulung verantwortlich sowie (3) für das Telefoncoaching-Konzept mitverantwortlich.

(1) Unsere Arbeitsgruppe vermittelt auf der Online-Plattform den Bereich Motivation bei körperlicher Aktivität durch kreative Wissensvermittlung, selbstdiagnostische Instrumente und motivational-volitionale Selbstreflexion. Zudem werden individuelle Empfehlungen auf Basis der Selbstdiagnostik bereitgestellt.

(2) Unsere Arbeitsgruppe konzipiert die motivationalen Inhalte für die Schulung sowie Unterlagen und Übungen auf der Online-Plattform für die PSG-Leiter:innen, um diese auf ihre Tätigkeit in den Peer-Support Gruppen vorzubereiten.

(3) Zur Vorbereitung des Telefoncoachings schult unsere Arbeitsgruppe die Telefoncoaches zu motivationalen und volitionalen Inhalten. Zusätzlich wurden auf Basis von Verhaltensänderungsstrategien Coaching-Tools entwickelt, die die Coaches als Leitfäden zur Durchführung der Coaching-Gespräche verwenden.

Primäres Outcome des Programmes ist die verringerte Anzahl von Krankenhausaufenthalten. Zu den sekundären Outcomes zählen u.a. das Selbstmanagement, die Gesundheitskompetenz und verbesserte klinische Outcomes der Patientinnen und Patienten.

Bei erfolgreichem Abschluss wird das Programm in die bestehenden Behandlungsprogramme der Krankenkassen fest etabliert.


Projektleitung:
Dr. Jeannine Ohlert

Förderung:
BISp, eigene Arbeiten

Laufzeit:
seit 2015 in verschiedenen Projekten

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz. Nachwuchsleistungssportler*innen wachsen häufig in Sportinternaten auf oder haben auch sonst nicht den üblichen Alltag ihrer Altersgenoss*innen, da sie sich in der Regel entweder in der Schule oder beim Training befinden. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese starke Strukturierung und Standardisierung des Alltags die Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst.

Ziel-/Fragestellung. Einflussfaktoren für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung von Nachwuchsleistungssportler*innen identifizieren.

Methode (Verfahren, Sample). Verschiedene Fragebogenuntersuchungen und Interviewstudien.

(Zwischen-)Ergebnisse. Nachwuchsleistungssportler*innen nehmen eine andere Priorität von Entwicklungsaufgaben wahr als ihre Altersgenoss*innen. Dies wirkt sich zunächst jedoch nicht auf das Wohlbefinden aus. Transfer(erwartung). Aus den Ergebnissen lassen sich Schlüsse für die Betreuung von Nachwuchsleistungssportler*innen im Verbundsystem Nachwuchsleistungssport ziehen.

Publikationen:
Ohlert, J. & Ott, I. (2017). Developmental tasks and well-being in adolescent elite athletes in comparison with recreational/non-athletes. European Journal of Sport Science, 17(10), 1343 1349. doi: 10.1080/17461391.2017.1365935 

Ohlert, J., Sulprizio, M., Rau, T. & Allroggen, M. (2016). Nutzung sportpsychologischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Angebote durch deutsche Kadersportlerinnen und –sportler. Zeitschrift für Sportpsychologie, 23(4), 121-130.

Ohlert, J., Kleinert, J., & Linz, L. (2016). Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung in der männlichen und weiblichen Jugend des Deutschen Handballbundes (DHB). In Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.), BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16 (S. 163-166). Hellenthal: Sportverlag Strauß.

Ohlert, J. & Linz, L. (2015). Lernen, dem Druck standzuhalten. Handballtraining (9/10), 20-23.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2014). Entwicklungsaufgaben jugendlicher Elite-Handballerinnen und -Handballer. Zeitschrift für Sportpsychologie, 21 (4), 161-172. doi: 10.1026/1612-5010/a000129 .


Projektleitung (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de)

Laufzeit: 
seit 2008
 

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Menschen dann Social Loafing, wenn ihre eigene Leistung in Gruppenarbeiten nicht eindeutig identifizierbar ist. Bisher nicht beantwortet ist die Frage, inwiefern sich Social Loafing bereits in der Vorbereitung auf eine solche Gruppenaufgabe nachweisen lässt.

Ziel-/Fragestellung.
Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe (Pre-Loafing) sowie die Verbindung zwischen Pre-Loafing und Social Loafing nachweisen.
 

(Zwischen-)Ergebnisse.
Pre-Loafing konnte bei Männern und Frauen in jeweils einem ersten Experiment gefunden werden. Bisher liegen noch keine Ergebnisse zur Verbindung zwischen Pre-Loafing und Social Loafing vor.
 

Transfer(erwartung).
Wenn Menschen bereits in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe faulenzen, wird ihre Leistung, welche bereits in der Aufgabe selbst durch Social Loafing eingeschränkt ist, nochmal durch die unzureichende Vorbereitung reduziert. Dies hat Implikationen für alle Arten von Teamleistungen.
 

Publikationen: 
Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Social loafing during preparation for performance situations – The preloafing effect. Social Psychology, 44, 231-237. doi:10.1027/1864-9335/a000107 

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2011). Soziales Faulenzen während der Vorbereitung auf eine Leistungssituation – Eine experimentelle Studie zum Pre-Loafing Phänomen. In J. Ohlert & J. Kleinert (Hrsg.). Sport vereinT – Psychologie und Bewegung in Gesellschaft (S. 100). Hamburg: Feldhaus.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2010). Pre(paration) loafing: Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe. In F. Petermann, U. Koglin (Hrsg.). 47.Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (S. 379). Lengerich: Pabst.

Ohlert, J. (2009). Teamleistung – Social Loafing in der Vorbereitung auf eine Gruppenaufgabe. Hamburg: Dr. Kovac.

Ohlert, J. (2009). Pre(paration) loafing: Social loafing during preparation for a group task. In Benders, J. & Curseu, P. (Hrsg.). Abstracts fort he 13th International Workshop on Teamworking. The dark sides of teams (S. 6). Tilburg: Tilburg University.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Bad performance in sports because of insufficient preparation? - Experimental study about social loafing. In Y. Theodorakis, M. Goudas & A. Papaioannou (Hrsg.). Sport and Exercise Psychology - Bridges between disciplines and cultures (S.164-169). Chalkidiki: University of Thessaly.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Schlechte Leistung durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studien zum Social Loafing. In Fachgruppe Sozialpsychologie (Hrsg.). Tagungsband zur 11. Tagung der Fachgruppe Sozialpsychologie (S.146). Freiburg: Universität Freiburg.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2007). Schlechte Leistung im Sport durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studie zum Social Loafing. In F. Ehrlenspiel, J. Beckmann, S. Maier, C. Heiss & D. Waldenmayer (Hrsg.). Diagnostik und Intervention: Bridging the gap (S.108). Hamburg: Czwalina.

Ohlert, J., Hüttner, N. & Ochsmann, R. (2006). Leistungsabfall durch mangelnde Vorbereitung? – Experimentelle Studie zum Social Loafing. In H. Hecht, S. Berti, G. Meinhardt & M. Gamer (Hrsg.). Experimentelle Psychologie. Lengerich: Pabst.


Projektmitarbeiter*innen:
Prof. Dr. Jens Kleinert & Jana Beckmann in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt NRW/Rheinland

Laufzeit:
Pilotprojekt 06/2022 - 12/2022

Projektbeschreibung:
Konzeption und Organisation eines psychologischen Screenings im Rahmen der sportmedizinischen Gesundheitsuntersuchung von Kaderathlet:innen am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin.


Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiterin (Kontakt):
Johanna Belz (j.belz@dshs-koeln.de)

Förderung: 
durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Projekt im Forschungsnetzwerk Research Network for Medicine in Spine Exercise (MiSpEx)

Laufzeit: 
2015 - 2018

Projektbeschreibung:
 

Projektteil Therapie
Einleitung: Chronisch unspezifischer Rückenschmerz (CURS) ist ein prävalentes und komplexes Phänomen mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Die Behandlung des Leidens beinhaltet daher idealerweise biopsychosoziale Inhalte im Rahmen von multimodalen Rehabilitationsprogrammen. Gerade jedoch auf psychosozialer Ebene mangelt es an effektiven und ökonomischen Therapieelementen, weshalb die Überprüfung von neuartigen psychosozialen Therapiebausteinen in der Rehabilitation von CURS indiziert ist. Das Ziel dieser Studie war es daher, die Effektivität psychosozialer Therapiebausteine aus den Bereichen Motivation und Selbstwirksamkeit über mehrere Messzeitpunkte hinweg zu untersuchen.

Methode: In einem längsschnittlichen Design wurde eine Interventionsstudie mit CURS-PatientInnen im Rahmen eines multimodalen Rehabilitationsprogramms durchgeführt. In Kooperation mit einem Physiotherapiedienstleister fungierte ein Therapiezentrum als Interventionsschwerpunkt und den ansässigen PhysiotherapeutInnen wurden die Therapiebausteine zur Motivation und Selbstwirksamkeit in einer Schulung vermittelt. Diese Therapiebausteine wurden dann von den PhysiotherapeutInnen im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms implementiert. Darüber hinaus wurde eine Kontrollgruppe erfasst, welche das reguläre Rehabilitationsprogramm durchlief.


Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt):  
MSc. Laura Thomas, Dr. Fabian Pels (f.pels@­dshs-koeln.de) 

Förderung: 
im Rahmen des DSHS-Forschungsschwerpunktes ZiP

Laufzeit: 
04/2012 - 03/2015

Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz.
Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass der bloße Einsatz von Sport bzw. körperlicher Aktivität Aggression offenbar nicht verringern kann. Notwendig scheint der Einbezug von Moderatoren.


Ziel-/Fragestellung.
In dem vorliegenden Projekt soll untersucht werden, inwiefern verschiedene Aspekte einer Bewegungsaktivität (Gruppen- vs. Einzelsetting; ausgeführte Bewegungsform) als Moderatoren fungieren.

Methode (Verfahren, Sample).
1.   Laborexperimentelle Studie
2.   Feldexperimentelle Studie


Gesamtleitung: Prof. Dr. Jens Kleinert

Steuerungsgruppe: Prof. Dr. Jens Kleinert, Prof. Dr. Thomas Abel, Dr. Helga Leineweber, Dr. Fabian Pels, Dr. Petra Guardiera, Prof. Dr. Bettina Rulofs

Teilprojekte der Abt. GuS: Motivation und Bewegungsförderung (Leitung: Prof. Dr. Jens Kleinert); Umgang mit Sportlehrer:innenstress (Leitung: Dr. Fabian Pels)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 07/2019 – 12/2023

Projektbeschreibung: 

Das Projekt Schulsport2030 knüpfte an die Vorarbeiten des Projekts Schulsport2020 an und zielte auf eine nachhaltige und systematische Weiterentwicklung in der Aus- und Weiterbildung von Sportlehrer*innen ab. Unter Berücksichtigung von neuen und zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen beschreiben die durchgeführten Arbeiten für das Schulfach Sport eine forschungsorientierte Entwicklung und Evaluation von Lehr-/Lernwerkzeugen sowie von innovativen, praxisnahen und gesellschaftlich erforderlichen Bildungskonzeptionen für die Aus- und Weiterbildung von Sportlehrkräften. Neben Entwicklungsarbeiten durch forschungsbegleitete Analysen und Bestandsaufnahmen wurde im Projektverlauf die Verstetigung und Implementierung durch konzipierte Netzwerke sowie Implementierungs- und Transferkonzeptionen gewährleistet. Die Transferorientierung der Projektarbeiten wurde durch die Transferpartner*innen begleitet, welcher aus relevanten Verbänden und weiteren Universitäten bestand. Die in der ersten Förderphase entwickelten Bildungskonzeptionen und Lehr-/Lernwerkzeuge wurden für die unterschiedlichen Phasen der Lehrer*innenbildung systematisch weiterentwickelt, erprobt und evaluiert und über das Bildungsportal Schulsport2030 bereitgestellt.

Publikationen: 

Ergebnisse im Überblick: 

 

Mehr Informationen: 


Projektleitung: 
Univ-Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Dr. Jeannine Ohlert (j.ohlert@­dshs-koeln.de)

Förderung: 
Sportstiftung NRW

Laufzeit: 
2008-2016
 

Projektbeschreibung:
Betreuungsansatz
Sportpsychologische Betreuung wird in der Regel erst für erwachsene Sportlerinnen und Sportler im Elitebereich durch die Olympiastützpunkte gewährleistet. Viele jugendliche Leistungssportler fallen jedoch bereits aus dem Elitesportbereich heraus, weil sie auf mentaler Ebene überfordert sind. Sportpsychologische Betreuung sollte aus diesem Grund bereits präventiv im Jugendalter durchgeführt werden, um Ressourcen zu stärken (salutogenetischer Ansatz), anstatt erwachsene Sportler mit mentalen Problemen zu behandeln (pathogenetischer Ansatz).

Zielstellung
Ziel der Betreuungsmaßnahme ist es, die jungen Spielerinnen für sportpsychologische Arbeit zu sensibilisieren und zudem auf die Belastungen des Leistungssports vorzubereiten.
 

Methode (Verfahren, Sample)
Auf verschiedenen Lehrgängen der U15 und U17 Auswahlen werden Gruppenworkshops zu verschiedenen sportpsychologischen Themen sowie Einzelgespräche im Hinblick auf aktuelle Belastungen durchgeführt. Des Weiteren erfolgt eine sportpsychologische Beratung der beteiligten Trainerinnen.
 

(Zwischen-)Ergebnisse
Die Betreuung wird sowohl von Spielerinnen als auch Trainerinnen sehr gut angenommen. Eine Fortführung des Projekts über 2012 hinaus wird von allen Beteiligten gewünscht.

Transfer(erwartung)
Den Spielerinnen werden Kompetenzen vermittelt, die sie sowohl im Rahmen ihrer Sportkarriere als auch in Bezug auf die eigene berufsbezogene Entwicklung langfristig und selbständig einsetzen können.

Publikationen:
Ohlert, J. (2013). Konzeption und Evaluation einer sportpsychologischen Lehrgangsbetreuung im Mädchenfußball. Leistungssport, 43(4), 37-42.

Ohlert, J. & Kleinert, J. (2013). Evaluation of a sport psychological group intervention in girls' football. In FREE (Football Research in an enlarged Europe) (Hrsg.),Women's football. Played. Watched. Talked about. (S. 17-18). Kopenhagen: University of Copenhagen.


Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert, Prof’in Dr. Birna Bjarnason-Wehrens

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
Chloé Kleinknecht (Doktorandin, kleinknecht@­dshs-koeln.de), Janek Zachow (Doktorand)

 Projektbeschreibung:
Theoretischer Ansatz
Für die positiven Effekte der ambulanten Herzgruppen sind die regelmäßige und langfristige Teilnahme die bedeutsamsten Faktoren. Bedauerlicherweise finden sich geringe Teilnahmewerte und hohe Dropout-Zahlen (Oldridge, 1991). Im Kontext des Freizeitsports haben sich in der Vergangenheit vor allem soziale Faktoren (Gruppenkohäsion) für das Adhärenzverhalten als bedeutsam erwiesen. Wenige Untersuchungen zeigen Zusammenhänge von Kohäsion und Adhärenz im Rehabilitationssport (Fraser & Spink, 2002). Im Herzsport ist bislang unklar, welche Rolle die wahrgenommene Kohäsion in der Herzsportgruppe bezüglich der Adhärenzrate spielt.

Ziel-/Fragestellung
Ziel der vorliegenden Studie ist daher die Untersuchung des Einflusses von Gruppenkohäsion auf die Adhärenz in Herzgruppen über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Weiterhin soll im Rahmen dieser Studie der Fragebogen zur Wahrgenommenen Gruppenkohäsion – Freizeit und Gesundheitssport validiert werden.
 

Methode (Verfahren, Sample)
Mit Hilfe des Fragebogens zur Kohäsion im Gesundheit- und Freizeitsport (KGF), einer deutschen Übersetzung des PAGEQ (Physical Activity Group Environment Questionnaire; Estabrooks &Carron, 2000) wurde in drei Rehabilitationseinrichtungen in Köln, Ennepetal und Düsseldorf bei 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ambulanter Herzgruppen (M = 69.1; SD = 9.4 Jahre) der wahrgenommene Gruppenzusammenhalt erhoben. Anschließend folgte eine Überprüfung der Anwesenheit durch die Kursleiter über 7 Wochen. Es kamen weitere Fragebögen zum Einsatz, welche als Außenkriterien Aussagen zur Vailidität des (KGF) treffen werden.
 

(Zwischen-)Ergebnisse
Durchschnittlich waren die Teilnehmer/innen innerhalb von 7 Wochen 5 mal anwesend. Die ersten Analysen zeigen, dass keiner der vier Kohäsionsfaktoren einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage der Anwesenheit über 7 Wochen leistet. Die vorliegenden Befunde weisen jedoch darauf hin, dass Kohäsion Adhärenz im Herzsport nicht unmittelbar, sondern nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. Bedeutsamkeit des Geselligkeitsmotivs) beeinflusst.
 

Transfer(erwartung).
Angelehnt an die Ergebnisse der Studie sollen geeignete Teambuildingmaßnahmen entwickelt werden, die soziale Prozesse hier insbesondere Gruppenkohäsion in Freizeit- und Gesundheitssportgruppen derart zu fördern, dass die Motivation zum Sporttreiben langfristig aufrechterhalten bleibt.
 

Publikationen:
Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Individuelle und soziale Zielorientierungen in Herzgruppen: Welche Zusammenhänge bestehen zu Geschlecht und physischem Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), Brennpunkte der Sportwissenschaft. Gesundheit in Bewegung: Impulse aus Geschlechterperspektive(pp. 127-133). Sankt Augustin: Academia Verlag.

Kleinert, J., Kleinknecht, C., Bjarnason-Wehrens, B., Karoff, M., & Zachow, J. (2010). Sind Zielsetzungen im Herzsport abhängig von Geschlecht und Selbstkonzept? In I. Hartmann-Tews, B. Dahmen, & D. Emberger (Eds.), gender and health in motion Gesundheit, Bewegung und Geschlecht aus interdisziplinärer Perspektive.Symposium. 1. -2. Juli 2010 (p. 40). Köln.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Herzlich vereint - Auswirkungen von Kohäsionswahrnehmung auf die Adhärenz in Herzsportgruppen. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 108). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Kleinknecht, C., Kleinert, J., Ohlert, J., & Bjarnason-Wehrens, B. (2010). Kohäsionswahrnehmung in Herzgruppen und die Auswirkung auf das Adhärenzverhalten. In I. Pahmeier & G. Blumhoff (Eds.), Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit. Jahrestagung der dvs-Komission Gesundheit (p. 20).

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2009). Erfassung von Gruppenkohäsion im Freizeit- und Gesundheitssport: Der KIT-FG. In I. Pfeffer & D. Alfermann (Eds.),Menschen in Bewegung - Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft. Abstractband zur 41. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 21.-23. Mai 2009 in Leipzig (p. 115). Hamburg: Cwalina.

Ohlert, J., Kleinknecht, C., & Kleinert, J. (2010). Erfassung von Gruppenkohäsion im Gesundheitssport: Eine kritische Betrachtung des PAGEQ. In G. Amesberger, T. Finkenzeller, & S. Würth (Eds.), Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft: Vol. 201. Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung. 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 13.-15. Mai 2010 in Salzburg. Abstractband (p. 143). Hamburg: Feldhaus Verlag, Edition Czwalina.

Zachow, J., Kleinknecht, C., Kleinert, J., Karoff, M., & Bjarnason-Wehrens, B. (2011). Patientencharakteristik der Teilnehmer an ambulanten Herzsportgruppen unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede. Herzmedizin, 28(2), 87-88.

Zarba, C. (2010). Zum Zusammenhang der Kohäsionswahrnehmung in Herzsportgruppen und ausgewählten motivationalen Parametern (Bachelorarbeit). DSHS Köln, Köln.


Projektleiter:
Dr. Anna Wasserkampf

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Jens Kleinert

Förderung:
Eigenfinanziert

Projektbeschreibung
Als eine Form der Motivation bezieht sich die introjizierte Regulation auf Verhaltensweise, die internen Anstößen und innerem Druck folgen oder für die Selbstachtung relevant sind (Deci & Ryan, 1985, 2000). Phänomenologisch wird die introjizierte Regulationsform durch die Themen Schuld, Scham oder Egoorientierung beschrieben und gehört konzeptuell zu den kontrollierten Motivationstypen. Empirisch und kontextübergreifend zeigt die introjizierte Regulation jedoch meist positive Korrelationen zu autonomen Motivationstypen (insbesondere der identifizierten Regulation) statt zu kontrollierter Motivation (z.B. externale Regulationsform; Pelletier et al., 1995, 1998; Wilson et al., 2004). Auch sind die Zusammenhänge von introjizierter Regulation und Verhalten oftmals positiver als die theoretischen Annahmen der Selbstbestimmungstheorie (SDT) vermuten lassen (Deci, & Ryan, 2000). Was stimmt hier nicht? Konzeptualisieren oder operationalisieren wird introjizierte Regulation falsch? Ist kontrollierte Motivation vielleicht doch gar nicht so „schlimm“ wie oftmals angenommen?

Ziel
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist eine umfassende Untersuchung des Konstruktes introjizierte Regulation über verschiedene Kontexte hinweg (Sport/Bewegung; Gesundheit; Arbeit/Organisation; Schule/Universität). Hierfür sollen (1) theoretische Definitionen und (2) Operationalisierungen (d.h. Fragebogenskalen) der introjizierten Regulation verglichen werden.  Sich im Vergleich ergebene Widersprüche sollen diskutiert und hierauf aufbauend theoretische Annahmen der SDT gegebenenfalls erweitert werden. Ebenfalls sollten Messinstrumente zur Erfassung der introjizierten Regulation überarbeitet oder neu entwickelt werden. Letztlich würde dies eine präzisere Einsicht in die Funktion und Rolle der introjizierten Regulation während der Verhaltensausübung ermögliche.

Arbeitsprogramm

  1. Scoping review zu kontextübergreifenden Definitionen und Messinstrumenten der introjizierten Regulation
  2. Konstrukteingrenzung- und beschreibung
  3. Erweiterung theoretischer Annahmen der Selbstbestimmungstheorie
  4. Adaption von bestehenden/Entwicklung von Messinstrumenten
  5. Empirische Untersuchungen zur Ursache, Konsequenz, Klärung und „Lösung“ des theorie-inkonsistenten Phänomens

Literatur

Wasserkampf, A., & Kleinert, J. (2018). The bright side of dark introjection – a trans-contextual systematic review on the conceptualization and operationalization of introjected regulation. In 32nd Conference of the European Health Psychology Society Health Psychology across the lifespan: Uniting research, practice and policy, EHPS, (S. 308), 21.-25. August 2018 in Galway: University of Ireland.

Wasserkampf. A., & Kleinert, J. (2018). Introjektion zwischen gut und böse: Konzeptualisierung und Operationalisierung der introjizierten Regulation auf Basis ausgewählter Literatur. In U. Borges, L. Bröker, S. Hoffmann, T. Hosang, S. Laborde, R. Liepelt, et al., (Eds.). Abstractband der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, asp, (S.108-109), 10.-12. Mai 2018 in Köln. Deutsche Sporthochschule Köln


Projektleitung: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter*innen (Kontakt):
Angeli Gawlik (a.gawlik@­dshs-koeln.de), Dr. Martin Boss, Dr. Chloé Chermette,

Laufzeit:
2017

Projektbeschreibung:
Theoretischer Hintergrund
Berufsspezifische Belastungen bei Berufskraftfahrern sind vielfältig und gesundheitlich bedeutsam. Es lassen sich sowohl typische physische als auch typische psychische Belastungen unterscheiden. Neben Zeitdruck durch Arbeit- oder Auftraggeber, schwer einzuschätzenden Straßen- und Witterungsverhältnissen sowie hohen Umgebungsbelastungen durch Lärm, Hitze, Lichtverhältnissen und Abgasen, spielen körperliche Belastungen und Bewegungsmangel, ungünstige Arbeitszeiten durch Schicht- und Wochenenddienst, sowie die soziale Isolation und psychosoziale Belastungen eine wichtige Rolle (Michaelis, 2008).

Diese hohen Arbeitsbelastungen scheinen relevante Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Fahrer zu haben (Bundesamt für Güterverkehr BAG, 2011). Dies äußert sich nicht selten in Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sowie psychischen Erkrankungen (vgl. Techniker Krankenkasse, 2014). So zeigt die aktuelle Literatur, dass fast die Hälfte der Fahrer an einer chronischen oder kardiovaskulären Krankheit leiden (Gilson, Pavey, Vandelanotte, Duncan, Gomersall, Trost et al. 2016). In dieser Branche liegt sogar eine Übergewichtsquote von 85% vor (Apostolopoulos, Sönmez, Shattell, Haldeman, Strack, & Jones, 2011). Ebenso leiden Fahrer auch sehr häufig an Erschöpfungssymptomen (Wiegand, Hanowski, & McDonald, 2009). Erschöpfungs- und Erholungsprobleme gehen außerdem mit einer verdoppelten Wahrscheinlichkeit für erkrankungsbedingte Arbeitsunfähigkeit einher (De Croon, Sluiter & Frings-Dresen, 2003). Im Vergleich mit anderen Berufsbranchen führt diese Situation dazu, dass man bei Berufskraftfahrern eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen und vorzeitige Renteneintritten beobachtet (Bundesamt für Güterverkehr BAG, 2011). 

Ziel-/Fragestellung
Die Interventionsstudie zielt darauf ab, verschiedene Coaching-Konzepte für Berufskraftfahrer durchzuführen und hinsichtlich motivationaler (z.B. Internalisierung) und volitionaler Aspekte (z.B. Selbstwirksamkeit) und den Effekt auf die eigene motivationale Lage und das Aktivitätsverhalten zu evaluieren.

Methode (Verfahren, Sample)
Die Trucker bekommen ein von der Daimler AG entwickeltes Fitnessgerät, das sie in der Fahrerkabine ihres Trucks benutzen können. Je nach Studiengruppe bekommen sie einen Coach an die Hand, der unterschiedliche motivationale und volitionale Themen in sogenannten Speed-Coachings (Kurztelefonate, 10-12 Minuten) mit ihnen bespricht. Anhand der gesammelten Skalierungsantworten während des Gesprächs und weiterer fragebogenbasierter Daten via App werden verschiedene Messzeitpunkte ausgewertet und so die  Effekte verschiedener Coaching-Konzepte auf die persönliche motivationale Lage der Trucker und das Bewegungsverhalten untersucht. 


Projektleiter: 
Prof. Dr. Jens Kleinert

Projektmitarbeiter (Kontakt): 
M.Sc. Kai Gensitz, M.A. Angeli Gawlik

Förderung: 
Privatklinik Blomenburg Holding GmbH

Laufzeit: 
4/2021 – 4/2022

Projektbeschreibung:
Theoretischer Hintergrund.
Patient*innen im stationären Klinikaufenthalt werden durch die Bewegungstherapie an verschiedene gesundheitssportliche Aktivitäten herangeführt (Warburton & Bredin, 2017). In diesem Zeitraum führt die Therapie häufig dazu, dass gesundheitsrelevante Bewegungsempfehlungen von vielen Patient*innen erreicht werden (Pfeifer, Sudeck, Brüggemann, & Huber, 2010). Allerdings zielen bewegungstherapeutische Maßnahmen in der Rehabilitation vermehrt darauf ab, die körperliche Leistungsfähigkeit nur kurzfristig zu verbessern. Dadurch werden oft Bewältigungskompetenzen, um das eingeübte Bewegungsverhalten auch in den poststationären Alltag zu integrieren, vernachlässigt. Um moderne Rehabilitationsziele, wie die Bindung an einen körperlich-aktiven Lebensstil, zu erreichen und somit langfristig die positiven Wirkungen von Sport und Bewegung aufrechtzuerhalten, reicht die akut auftretende Verbesserung der Funktionsfähigkeit nicht aus. Ein Ansatzpunkt zur Zielerreichung stellt z.B. die Integration von motivationalen sowie volitionalen verhaltenstherapeutischen Techniken als Erweiterung der Bewegungstherapie dar (Geidl, Hofmann, Göhner, Sudeck, & Pfeifer, 2012).

Ziel-/Fragestellung.
Ziel des vorliegenden Projekts ist es, Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die im Rahmen des Klinikaufenthalts dafür sorgen, dass die nachhaltige Umsetzung von Sport- und Bewegungsaktivität gestärkt und verbessert wird. Zum Anderen wird darauf abgezielt, ein Betreuungskonzept (inkl. integrierter Maßnahmen) zu entwickeln und zu erproben, das die Umsetzung von Sport- und Bewegungsaktivität nach Klinikaufenthalt unterstützt.

Methode (Verfahren, Sample).
Im ersten Schritt werden halbstrukturierte Interviews mit verschiedenen Akteuren der Blomenburg Klinik durchgeführt (Leitung und Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Physio- und Sporttherapeut*innen, Ergotherapeuten und Pflegerisches Personal sowie Patient*innen). Basierend auf den Ergebnissen der Interviewstudie wird ein nachhaltiges Sport- und Bewegungskonzept für die Zeit während und nach dem Klinikaufenthalt entwickelt und anhand von Machbarkeitsanalysen erprobt. Zusätzlich werden Schulungsmaßnahmen für die Durchführung des Sport- und Bewegungskonzeptes während des Klinikaufenthalts entwickelt und erprobt.

 

Literatur

Geidl, W., Hofmann, J., Göhner, W., Sudeck, G., & Pfeifer, K. (2012). Verhaltensbezogene Bewegungstherapie - Bindung an einen körperlich aktiven Lebensstil. Die Rehabilitation, 51(4), 259–268. doi.org/10.1055/s-0031-1280803 

Pfeifer, K., Sudeck, G., Brüggemann, S., & Huber, G. (2010). DGRW-Update: Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation - Wirkungen, Qualität, Perspektiven [DGRW-update: exercise therapy in medical rehabilitation--effects, quality, perspectives]. Die Rehabilitation, 49(4), 224–236. doi.org/10.1055/s-0030-1261909 

Warburton, D. E. R., & Bredin, S. S. D. (2017). Health benefits of physical activity: A systematic review of current systematic reviews. Current Opinion in Cardiology, 32(5), 541–556. doi.org/10.1097/HCO.0000000000000437 


Dissertationsprojekte


Betreuer: Prof. Dr. Jens Kleinert

Doktorandin und Kontakt: Juliane Mackenbrock, J.Mackenbrock@dshs-koeln.de

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Seit vielen Jahren ist ein anhaltender Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu verzeichnen (Finger et al., 2018). Dem Verlust an körperlicher Aktivität steht ein Anstieg des Medienkonsums gegenüber. Der mediale Wandel und die fortschreitende Digitalisierung führen dazu, dass der Konsum von Medien oftmals mit Sport und Bewegung konkurriert und der Alltag von Kindern und Jugendlichen inaktiver gestaltet wird (Reid Chassiakos et al., 2016).

Doch neben den umfassend erforschten negativen Aspekten des Medienkonsums gibt es auch einige Chancen und Potenziale digitaler Medien. Systematische Reviews und Metaanalysen zeigen, dass vor allem der Einsatz von transportablen Endgeräten durch den hohen Individualisierungsgrad und die Alltagsnähe sehr chancenreich zur Gesundheitsförderung sein kann (Gal et al., 2018, He et al., 2021). Vor allem für Kinder und Jugendliche scheint dieser Ansatz durch die Möglichkeit, Interventionen leicht zugänglich und individuell zu gestalten vielversprechend (Romeo et al., 2019; Gal et al., 2019; Schoeppe et al., 2017). Bisher ist allerdings nicht hinreichend erforscht ob und inwieweit dieses Potenzial auch auf die Motivation von Schüler:innen im Sportunterricht einwirken kann.

An dieser Stelle soll das Promotionsvorhabens anknüpfen. Ziel ist es, durch einen Perspektivwechsel digitale Medien weniger als Grund des Bewegungsmangels, sondern mehr als Teil der Problemlösung zu sehen. Innerhalb des Promotionsvorhabens soll erforscht werden, welche psychologischen Effekte der Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht auf die Schüler:innen haben kann und inwieweit digitale Medien einen Beitrag dazu leisten können, die durch den Pflichtcharakter des Sportunterrichts oftmals ungünstige Motivationslage in Richtung selbstbestimmter Motivation zu verändern.

Literatur

Finger, J. D., Varnaccia, G., Borrmann, A., Lange, C., & Mensink, G. B. M. (2018). Körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. https://doi.org/10.17886/RKI-GBE-2018-006.2 

Gal, R., May, A. M., van Overmeeren, E. J., Simons, M., & Monninkhof, E. M. (2018). The Effect of Physical Activity Interventions Comprising Wearables and Smartphone Applications on Physical Activity: A Systematic Review and Meta-analysis. Sports Medicine - Open, 4(1), 42. https://doi.org/10.1186/s40798-018-0157-9 

Reid Chassiakos, Y. L., Radesky, J., Christakis, D., Moreno, M. A., Cross, C., Hill, D., Ameenuddin, N., Hutchinson, J., Levine, A., Boyd, R., Mendelson, R. & Swanson, W. S. (2016). Children and Adolescents and Digital Media. Pediatrics, 138(5). https://doi.org/10.1542/peds.2016-2593 

Romeo, A., Edney, S., Plotnikoff, R., Curtis, R., Ryan, J., Sanders, I., Crozier, A. & Maher, C. (2019). Can Smartphone Apps Increase Physical Activity? Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Medical Internet Research, 21(3), e12053. https://doi.org/10.2196/12053 

Schoeppe, S., Alley, S., Rebar, A. L., Hayman, M., Bray, N. A., van Lippevelde, W., Gnam, J. P., Bachert, P., Direito, A. & Vandelanotte, C. (2017). Apps to improve diet, physical activity and sedentary behaviour in children and adolescents: a review of quality, features and behaviour change techniques. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 14(1). https://doi.org/10.1186/s12966-017-0538-3 


Betreuer
Prof. Dr. Jens Kleinert 

Doktorand: 
Jonas Lüdemann (j.luedemann@dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Intragroup conflicts are part of the high demanding nature of competitive sport groups (LaVoi, 2007). Intragroup conflict in sport can have both negative and positive effects (Holt et al., 2012). Although intragroup conflict appears to be an inevitable element of competitive sports groups, there is no consistent understanding of intragroup conflict in sports (Paradis et al., 2014). The first objective of this dissertation was to review the existing literature on intragroup conflict in sport. The purpose was to provide an overview of utilized research concepts and findings in the international field to date. This review may assist future research in deciding on research questions/objectives, planning, theories, and methodological approaches. The next steps for this dissertation, based on the review, are to conduct a laboratory team experiment and a longitudinal study in team sports to explain intragroup conflict potential. In these studies, we consider team goal commitment and its relationship to personal goals as relevant predictors of intragroup conflict. The findings of the two studies will provide additional insight into the mechanism of intragroup conflict and may offer specific, evidence-based recommendations for the practice of team sports.

Publikationen:

Lüdemann, J., & Kleinert, J. (2023). Intragroup conflict in sports: a scoping review. International Review of Sport and Exercise Psychology. https://doi.org/10.1080/1750984X.2023.2278135 

Lüdemann, J., Pels, F., Boss, M., & Kleinert, J. (2025). When interpersonal goal conflict results in general team conflict: An experiment considering intrapersonal tension as a mediator. Psychology of Sport and Exercise. https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2025.102901 

Literatur:

Holt, N. L., Knight, C. J., & Zukiwski, P. (2012). Female Athletes' Perceptions of Teammate Conflict in Sport: Implications for Sport Psychology Consultants. The Sport Psychologist, 26(1), 135–154.

LaVoi, N. M. (2007). Interpersonal communication and conflict in the coach-athlete relationship. In S. Jowett & D. Lavallee (Eds.), Social psychology in sport (pp. 29–40). Human Kinetics.

Paradis, K. F., Carron, A., & Martin, L. J. (2014). Athlete perceptions of intra-group conflict in sport teams. Sport and Exercise Psychology Review, 10(3), 4–18.


Betreuer/Co-Betreuerin: Prof. Dr. Jens Kleinert / Dr. Johanna Belz

Doktorandin (Kontakt): Jana Beckmann (J.Beckmann@dshs-koeln.de)

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Im Bereich des Nachwuchsleistungssports ist die sportpsychologische Betreuung heutzutage ein wichtiger und essenzieller Bestandteil der Gesamtbetreuung (Lochbaum et al., 2022). Bisher gibt es jedoch nur wenige Studien zur Untersuchung der Qualität sportpsychologischer Betreuung. Das übergeordnete Ziel der Dissertation besteht daher in der Erfassung der Qualität sportpsychologischer Workshops und Einzelbetreuungen von Nachwuchsleistungssportler:innen. Ein spezifisches Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Beziehungsqualität zwischen Betreuungsperson und Athlet:in einerseits und dem Betreuungsergebnis (z. B. subjektiv erworbene Fähigkeiten/Fertigkeiten) andererseits zu untersuchen.

Die erste Studie untersucht in einer Querschnittsstudie den Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Qualität der sportpsychologischen Betreuung und der Person des/der betreuenden Sportpsycholog:in. Darüber hinaus werden Unterschiede in der wahrgenommenen Qualität zwischen männlichen und weiblichen Sportpsycholog:innen sowie geschlechtsspezifischen Konstellationen von Sportpsycholog:innen und Athlet:innen betrachtet.

Ziel der zweiten Studie ist es Zusammenhänge zwischen der Beziehungsqualität und dem Betreuungsergebnis (z. B. subjektiv erworbene Fähigkeiten/Fertigkeiten, Wohlbefinden) innerhalb einer Längsschnittstudie zu untersuchen. Zudem sollen die Betreuungsinhalte sowie die Eigenschaften der Betreuungsperson (z.B. Expertise, Sympathie Vertrauenswürdigkeit) identifiziert werden, die in der sportpsychologischen Betreuung besonders relevant für die Beziehungsqualität sind (Kleinert, 2014).

Die dritte Studie befasst sich mit der Verbesserung der Beziehung zwischen Betreuungsperson und Athlet:in in der sportpsychologischen Betreuung. Basierend auf Studie 1 und 2 liegt hier der Fokus auf der Untersuchung der Effektivität einer Intervention zur Vertrauens- und Sympathiebildung für Sportpsycholog:innen für die wahrgenommene Qualität.

Literatur

Kleinert, J. (2014). Toolbox Beziehungsarbeit: Zur Beziehungsqualität in der sportpsychologischen Betreuung. Beitrag Qualitätssicherung in der Sportpsychologie. Sportverlag Strauß.

Lochbaum, M., Stoner, E., Hefner, T., Cooper, S., Lane, A. M., & Terry, P. C. (2022). Sport psychology and performance meta-analyses: A systematic review of the literature. PLOS ONE, 17(2), e0263408. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0263408 


Betreuer: Prof. Dr. Jens Kleinert, Dr. Fabian Pels

Doktorandin und Kontakt: Ulrike Hartmann, u.hartmann@dshs-koeln.de

Beschreibung des Dissertationsvorhabens:

Studien haben gezeigt, dass Sportlehrkräfte ein hohes Maß an Stress erleben und oftmals den Beruf frühzeitig verlassen (Gavish & Friedman, 2010; Mäkelä et al., 2014). Insbesondere angehende Sportlehrkräfte empfinden mehr Stress als ihre erfahreneren Kolleg:innen (Schäfer et al., 2019). Ursache dafür sind unter anderem Disziplinprobleme von Schüler:innen, der Mangel an Unterrichtsmaterialien und das unrealistische Curriculum (von Haaren-Mack et al., 2020). Daran zeigt sich, dass Sportlehrkräfte bereits während ihrer Ausbildung Stressbewältigungskompetenzen erlernen sollten, um besser auf stressreiche Situationen im Berufsalltag vorbereitet zu sein (Alsalhe et al., 2021; Darius et al., 2021).
Das übergeordnete Ziel des Promotionsvorhabens ist es, ein Lehr- /Lernwerkzeug zum Training von Stressbewältigungskompetenzen für die Ausbildung von Sportlehrkräften zu entwickeln, zu präsentieren und auf seine Wirksamkeit hin zu überprüfen.

  1. Eine Grundlage für die Entwicklung des Lehr-/ Lernwerkzeuges schaffen Ergebnisse einer Querschnittsbefragung. Ziel der Studie war es Sportlehramtsstudierende, Sportreferendar:innen und Sportlehrkräfte in Bezug auf ihre Wahrnehmung von unterschiedlichen Anforderungen im Sportunterricht zu vergleichen. Ergebnisse zeigten, dass Studierende das Auftreten von beispielsweise Disziplin- und Motivationsproblemen der Schüler:innen häufiger als Stressor wahrnehmen, als ihre erfahreneren Kolleg:innen (Pels et al., 2022).
  2. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse und inhaltlich basierend auf dem transaktionalen Stressmodel (Lazarus & Folkman, 1984) und didaktisch basierend auf dem kumulativen Kompetenzerwerb (Bloom et al., 1956) wurde das Stresslabor als Lehr-/Lernwerkzeug für Sportlehramtsstudierende entwickelt. Das Stresslabor besteht aus zwei Teilen, einer vorgeschalteten e-Learning Einheit zur Wissensvermittlung von Stressentstehung und -bewältigungsstrategien und einer Seminareinheit, in der Stressbewältigungskompetenzen anhand von videobasierten potenziell stressreichen Unterrichtssituationen geübt werden können. Ziel des zweiten Papers ist es, das Konzept des Stresslabors zu präsentieren und in ersten Studien die Akzeptanz und den Kompetenzstand der Studierenden nach der Teilnahme an den einzelnen Teilen des Stresslabors zu erfassen (Hartmann et al., 2023).  
  3. Da der Lernerfolg der Studierenden nach der Teilnahme am gesamten Stresslabor bisher nicht getestet wurde, soll dies in einer Interventionsstudie durchgeführt werden. Ziel dieser Studie ist es, festzustellen, ob die Teilnahme am Stresslabor die wahrgenommenen Stressbewältigungskompetenzen von Sportlehramtsstudierenden in Bezug auf die Bewältigung von stressreichen Unterrichtssituationen verbessert.
  4. Ergänzend zu den bisherigen Studien ist das Ziel einer weiteren Studie herauszufinden, wie zufrieden die Studierenden mit dem Stresslabor sind und, ob dies den Lernerfolg der Studierenden begünstigt.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse bisheriger Studien, dass die Studierenden von der Teilnahme am Stresslabor profitieren können. Zukünftig soll das Stresslabor in die universitäre Lehre integriert werden.

Literatur

Alsalhe, T. A., Chalghaf, N., Guelmami, N., Azaiez, F. & Bragazzi, N. L. (2021). Occupational Burnout Prevalence and Its Determinants Among Physical Education Teachers: A Systematic Review and Meta-Analysis. Frontiers in Human Neuroscience, 15, 553230. doi.org/10.3389/fnhum.2021.553230 

Bloom, B. S., Engelhart, M. D., Furst, E. J., Hill, W. H. & Krathwohl, D. R. (1956). Taxonomy of educational objectives: The classification of educational goals: Handbook I: Cognitive domain. David McKay Company.

Darius, S., Bunzel, K., Ehms-Ciechanowicz, E. & Böckelmann, I. (2021). Psychische Gesundheit bei Referendaren. Prävention und Gesundheitsförderung, 16(3), 215–224. doi.org/10.1007/s11553-020-00809-6 

Gavish, B. & Friedman, I. A. (2010). Novice teachers’ experience of teaching: A dynamic aspect of burnout. Social Psychology of Education, 13(2), 141–167. doi.org/10.1007/s11218-009-9108-0 

Haaren-Mack, B. v., Schaefer, A., Pels, F. & Kleinert, J. (2020). Stress in Physical Education Teachers: A Systematic Review of Sources, Consequences, and Moderators of Stress. Res Q Exerc Sport, 91(2), 279–297. doi.org/10.1080/02701367.2019.1662878 

Hartmann, U., Kleinert, J., Wegner, M., & Pels, F. (2023). Presentation and evaluation of the stress lab-A tool to prepare physical education students to handle stressful teaching situations. Journal of Physical Education and Sport (JPES), 2023(23), 2903 2916.

Lazarus, R. S. & Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping. Springer.

Mäkelä, K., Hirvensalo, M. & Whipp, P. R. (2014). Should I stay or should I go? Physical education teachers' career intentions. Research Quarterly for Exercise and Sport, 85(2), 234–244. doi.org/10.1080/02701367.2014.893052 

Pels, F., Hartmann, U., Schäfer-Pels, A. & von Haaren-Mack, B. (2022). Potential stressors in (prospective) physical education teachers: a comparison of different career stages. German Journal of Exercise and Sport Research. Vorab-Onlinepublikation. doi.org/10.1007/s12662-022-00804-3 

Schäfer, A., Pels, F., von Haaren-Mack, B. & Kleinert, J. (2019). Perceived stress and coping in physical education teachers in different career stages. German Journal of Exercise and Sport Research, 49(4), 435–445. doi.org/10.1007/s12662-019-00593-2