Leistungs- sowie ambitionierte Freizeitsportler*innen Relatives Energiedefizit im Sport (RED-S) Deutsche Sporthochschule Köln - Institut für Biochemie - Abteilung Sporternährung Kontakt E-Mail: sporternaehrung@biochem.dshs-koeln.de Webseite: www.dshs-koeln.de/institut-fuer-biochemie/sporternaehrung Referenzen Stand: November 2023 Wer ist betroffen? Ausdauersportarten mit einem hohen Trainingsumfang (Laufen, Rudern, Radfahren, ...) Sportarten mit Gewichtsklassen (Kampfsportarten, ...) Sportarten, bei denen ein geringes Gewicht von Vorteil ist (Hochsprung, Skisprung, Klettern, ...) Ästhetische Sportarten (Turnen, Eiskunstlauf, ...) Eine geringe Energieverfügbarkeit führt langfristig zu gesundheitlichen Risiken und zu einer Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit! Was ist RED-S ? Bei RED-S handelt es sich um einen Symptomkomplex, welcher durch einen Mangelzustand aufgrund einer zu geringen Energieverfügbarkeit verursacht wird. Das bedeutet, dass dem Körper, abzüglich des Trainingsenergieverbrauchs, nicht mehr ausreichend Energie für die Aufrechterhaltung diverser Funktionen und Prozesse zur Verfügung steht. Ursache Risikosportarten: Stressbewältigung Knochendichte Verletzungen Proteinsynthese Herzfrequenz Blutdruck Regeneration Wohlbefinden Störungen des Energiestoff- wechsels Muskelfunktion Konzentration Störungen des Magen- Darm Trakts Zyklusstörungen (Amenorrhoe) aufgrund eines Ungleichgewichts von Energiezufuhr und Energieverbrauch Eine Energieverfügbarkeit 45 kcal / FFM. Risikofaktoren Gesteigerte Trainingsumfänge / -intensitäten ohne Erhöhung der Energiezufuhr Essstörungen oder gestörtes Essverhalten unzureichende Ernährungskenntnisse Interner und externer Leistungsdruck sowie Druck einem bestimmten Körperideal zu entsprechen Restriktion der Nahrungszufuhr bzw. Ausschluss bestimmter Lebensmittel(gruppen) Wenig Zeit für Energieaufnahme bzw. Unterschätzung des Energiebedarfs 3 1 1, 2 [1] Mountjoy, M., Ackerman, K. E., Bailey, D. M., Burke, L. M., Constantini, N., Hackney, A. C., Heikura, I. A., Melin, A., Pensgaard, A. M., Stellingwerff, T., Sundgot-Borgen, J. K., Torstveit, M. K., Jacobsen, A. U., Verhagen, E., Budgett, R., Engebretsen, L., & Erdener, U. (2023). 2023 International Olympic Committee's (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs). British journal of sports medicine, 57(17), 1073–1097. [2] Braun, H., Carlsohn, A., Großhauser, M., König, D., Lampen, A., Mosler, S. C., ... & Heseker, H. (2019). Energiebedarf im Sport: Position der Arbeitsgruppe Sporternährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.(DGE). Ernährungs-Umschau,66(8), 146-153. [3] De Souza, M.J. et al. (2017) ‘Current Status of the Female Athlete Triad: Update and Future Directions’, Current Osteoporosis Reports, 15. Available at: https://doi.org/10.1007/s11914-017-0412-x [4] Areta, J.L., Taylor, H.L. and Koehler, K. (2021) ‘Low energy availability: history, definition and evidence of its endocrine, metabolic and physiological effects in prospective studies in females and males’, European Journal of Applied Physiology, 121(1), pp. 1–21. Available at: https://doi.org/10.1007/s00421-020-04516-0. 4 1, 2 mentale Gesundheit Folgen für die allgemeine Gesundheit 1 Ermüdungsbrüche Fruchtbarkeit Wachstum und Entwicklung Folgen für die sportliche Leistung 1 Muskelkraft Ausdauer- leistungs- fähigkeit Trainings- anpassung Motivation Kognitive Leistung Bei Verdacht auf RED-S sollte ärztlicher Rat eingeholt sowie eine Ernährungsfachperson hinzugezogen werden! Siehe auch weitere Infografiken auf momentum@on. Infektanfälligkeit Männer und Frauen - höhere Prävalenz bei Frauen Achte darauf, dass deine Energiezufuhr deinem Energiebedarf entspricht! Lass dich ggf. von einer Ernährungsfachperson beraten. Achte auf eine ausreichende und regelmäßige Kohlenhydratzufuhr! 16-60 % der Athlet*innen sind von RED-S betroffen