Sportpolitik in Deutschland im Wandel

12. Symposium, 2023, DSHS Köln

Kompetenzverschiebungen im föderalen Mehrebenensystem?

Weitgehend unbeachtet von Öffentlichkeit und Medien zeichnen sich in der deutschen Sportpolitik grundlegende Veränderungen ab. Im Zuge der Zielsetzung, „den Breitensport in Deutschland mit gezielten Hilfen (…) zu unterstützen“, konzentriert sich unter Federführung des BMI die Bundesebene nicht mehr nur auf den Spitzensport, sondern engagiert sich auch zunehmend im Freizeit- und Breitensportbereich.

Das Programm „Restart Germany – Sport bewegt Deutschland“, der Bewegungsgipfel im Dezember 2022 und die Ausarbeitung eines „Entwicklungsplans Sport“ verfolgen das Ziel, die sportlichen Aktivitäten und das vereinsbezogene Engagement zu stärken. Zugleich nehmen staatliche Akteure auf Bundesebene auch in den Debatten um die Spitzensportreform und das Zentrum „safe sport“ eine proaktive Rolle ein.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen beleuchtete das 12. Symposium Sportpolitik die sich verändernden Strukturen der deutschen Sportpolitik. Untersucht wurde vor allem die Frage, ob bzw. inwieweit es zu einem Macht-, Funktions- und Perspektivwechsel im traditionell differenzierten föderalen Mehrebenensystem des deutschen Sports gekommen ist.

Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die lokale und regionale Ebene des Sports gerichtet, die bislang größtenteils unerforscht geblieben sit.

Im Gegensatz zu den offenen Veranstaltungen vergangener Jahre hatte das aktuelle Symposium den Charakter eines Expertenworkshops.

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Veranstaltungsort
Deutsche Sporthochschule Köln
Senatssaal im Institutsgebäude II

Datum
Freitag, 24. November 2023, 10:00-18:00 Uhr

Demokratie in Sportverbänden

11. Symposium, 2022, Landesvertretung NRW Berlin

Innerverbandliche Teilhabe im Wandel

Verbände bilden eine zentrale Säule des organisierten Sports, da sie grundlegend zur Willensbildung und Entscheidungsfindung im Sport beitragen. Sie übernehmen eine wesentliche Rolle bei der Implementierung von Wettbewerbsregeln, prägen mit ihren Regelungen aber auch das Erscheinungsbild und die gesellschaftliche Verankerung des Sports. Infolge der Bedeutsamkeit ihrer Entscheidungen, aber auch angesichts von Kritik an den bisherigen Formen der Willensbildung, sind die Strukturen der Sportverbände in den vergangenen Jahren verstärkt in das Blickfeld von Medien und Öffentlichkeit gerückt.

In Deutschland hat sich die Frage nach der Tragfähigkeit der gegenwärtigen Strukturen der Sportverbände vor allem an den innerverbandlichen Kontroversen im DFB und DOSB entzündet. Kritisiert wurde u.a., dass die Bandbreite der Interessen nicht hinreichend repräsentiert werde und es an innerverbandlicher Teilhabe mangele.

Vor dem Hintergrund entsprechender Debatten stellte das Symposium diese Kritik auf den Prüfstand und befasste sich im Kern mit der innerverbandlichen Demokratie von Sportverbänden. Die Veranstaltung verfolgte damit die Zielsetzung, im Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis sowohl grundlegende Strukturen als auch aktuelle Veränderungsprozesse und -potenziale von Sportverbänden näher zu beleuchten.

Das Symposium behandelte hierzu u.a. die formalen Regelungen in Verbänden wie Statuten und Wahlen, setzte sich aber auch mit innerverbandlichen Teilhabemöglichkeiten und Kommunikationsstrukturen auseinander. Fragen von Führung und Governance wurden ebenso wie Diversitäts- und Mitwirkungsstrukturen beleuchtet. Die einzelnen Themen wurden weitestgehend durch „Spiegelreferate“ aus akademischer und verbandspraktischer Perspektive reflektiert.

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Organisationskomitee

  • Prof. Dr. Jürgen Mittag, Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung
  • Henning Schreiber, Staatskanzlei NRW
  • Dr. Till Müller-Schoell, Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung
  • Prof. Dr. Georg Anders, Forum Sportpolitik
  • Prof. Dr. Walfried König, Forum Sportpolitik
  • Prof. Dr. Ralf Kleinfeld, Universität Osnabrück
  • Niclas Stucke, Deutscher Städtetag
  • Dr. Jörg-Uwe Nieland, Universität Friedrichshafen

Veranstaltungsort: 
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund | Hiroshimastraße 12–16 | 10785 Berlin

Datum: 
14. Juni 2022, 10:00-20:00 Uhr

10. Symposium Sportpolitik, 23.-25.01.2020, Haus der Geschichte, Bochum

Auf dem Weg zur „Sportmetropole“ Ruhr in Nordrhein-Westfalen? Entwicklungslinien des Sports im Ruhrgebiet

Verantwortlich: Prof. Dr. Jürgen Mittag IESF
PD Dr. Christoph Seidel Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets
Prof. Dr. Walfried König Sprecher Forum Sportpolitik

Programmflyer

Hintergrund: Die Debatte um die Bewerbung der „Rhein Ruhr City 2032“ um die Olympischen Spiele des Jahres 2032 führt gegenwärtig zu verstärkten Debatten über den Stellenwert des Sports im Ruhrgebiet und in NRW. In diesem Zusammenhang richtet sich der Blick nicht nur auf die Zustimmung der Bevölkerung zur Ausrichtung eines Sport-Megaevents wie den Olympischen Spielen, sondern es stellt sich auch die Frage nach den Wurzeln und den Entwicklungslinien des Sports an Rhein und Ruhr.

Namentlich das Ruhrgebiet gilt als eines der wichtigsten Fußballzentren der Welt. Die starke Präsenz des Fußballs verstellt jedoch den Blick auf die Sportlandschaft des Ruhrgebiets und NRWs in der Breite und trägt dazu bei, dass die vielfältige Sportgeschichte der Region nahezu in Vergessenheit geraten ist.  Ob Sechstagerennen oder Boxwettkämpfe, ob Ruhrolympiade oder World Games, ob Olympiasieger oder Weltmeister: zahlreiche Wettbewerbe, Ereignisse und Personen der regionalen Sportgeschichte sind mittlerweile der Vergessenheit anheimgefallen. Dies gilt nicht zuletzt auch für zahlreiche Vereine und Sportstätten.

Mit dem Ziel, grundlegende Etappen der Sportentwicklung des Ruhrgebiets und der Region Nordrhein-Westfalen zu beleuchten, behandelt das Symposium sieben zentrale Problemfelder regionaler Sportentwicklung.  Neben einzelnen Zeitetappen stehen  dabei auch Sportakteure, Sportdisziplinen, Sportstätten, Sportgroßereignisse und Sportpersönlichkeiten und gesellschaftspolitische Wechselwirkungen im Blickfeld.

Die Veranstaltung wurde finanziell durch die Evonik Industries AG gefördert.